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[Frage] Sat-Schüssel optimal einstellen im Digitalzeitalter

Startbeitrag von Felix II am 12.04.2016 09:52

Wie stellt man eine Satschüssel im Digitalzeitalter optimal ohne weitere Hilfsmittel ein für störungsfreien Empfang ?

Zu Analogzeiten habe ich das so gemacht:

Kleiner TV in Sichtweite zur Schüssel, je näher desto besser. Receiver dran, den mit LNB verbinden und irgendein Programm einstellen. Die richtige Schüsselrichtung war schnell gefunden, entweder man sucht eine andere und schaut in welche Richtung die schaut oder mittags zwischen halb und um eins in die Sonne drehen. Das Signal liess sich einfach per Schüssel bewegen finden, irgendwann hatte man es. Nun brauchte man die Schüssel nur noch fein bewegen bis man kaum noch Fisch'chen (Spikes) im Bild waren.

Nun hab ich ein Programm eingestellt welches schlechter kam, nun konnte man die Schüssel noch mal fein nachjustieren. Oder man stellte einfach etwas neben die Sendefrequenz wo die Fisch'chen wieder zunahmen.

War man man fertig und zog alle Schrauben fest sah man auch sofort wenn man das Optimum verliess (wenn sich die Schüssel beim festziehen verstellte) und konnte sofort korrigieren.

Soweit sogut. Wie aber macht man das nun wenn man diese Sofortanzeige nicht mehr hat ? Man kann immer noch ein Signal finden, man braucht nur mehr Geduld, aber wirklich das Optimum lässt sich mit Digitalprogrammen nicht finden, weil es entweder geht oder nicht geht. Man macht mehr oder weniger einen Blindflug beim Schüssel einstellen.

Die Frage lautet nun: Wie stellt man ohne weitere (teure) Hilfsmittel aktuell eine Satschüssel optimal ein ?

Antworten:

Zitat
Felix II
Soweit sogut. Wie aber macht man das nun wenn man diese Sofortanzeige nicht mehr hat ? Man kann immer noch ein Signal finden, man braucht nur mehr Geduld, aber wirklich das Optimum lässt sich mit Digitalprogrammen nicht finden, weil es entweder geht oder nicht geht. Man macht mehr oder weniger einen Blindflug beim Schüssel einstellen.

Die Frage lautet nun: Wie stellt man ohne weitere (teure) Hilfsmittel aktuell eine Satschüssel optimal ein ?


Ganz einfach: Man aktiviert am TV/Tuner/Set-Top-Box die Anzeige von Signalstärke, Qualität (oder C/N, wenn verfügbar) - je nachdem ist das im Setup, Händlermenü o.ä. abrufbar. Dann stellt man die kritischsten Kanäle auf maximales C/N bzw. Qualität ein (Signalstärke nur als Zusatzinformation), am besten alle vier Kombinationen von H, V, low und high ausmessen.

Noch einfacher (aber teurer) ist es, einen Sat-Finder mit optischer und akustischer Anzeige einzusetzen, z.B. http://www.axing.com/download/Katalog_Prospekte/SZU-21-00.pdf, zumal wenn es sich um eine Multifeed-Anlage handelt.

73 de Uli

von ulionken - am 12.04.2016 10:08
Besitzer eines nassen Waschlappen benötigen auch keine kritischen Kanäle mehr, sondern legen diesen einfach halb über den LNB um so einen Starkregen zu simulieren.

Bei der Anzeige von Signalstärke, Qualität (oder C/N, wenn verfügbar) ist zu berücksichtigen, daß diese nicht sofort reagiert. Nach jedem Weiterdrehen der Schüssel also immer erst ca. 2s warten, damit die Anzeige auch den aktuellen wert anzeigt.

von iro - am 12.04.2016 10:35
Bewährt hat sich für die Feinjustierung auch, zwei Dämpfungssteller in die Leitung einzuschleifen und den Pegel so weit zu reduzieren, dass gerade eben Empfangsstörungen auftreten.

von carkiller08 - am 12.04.2016 10:52
Der nasse Waschlappen ist ein Supertip, das werde ich probieren. Danke.

Mit den Anzeigen habe der Geräte habe ich so meine Probleme....wirklich genau sind die meist nicht.

von Felix II - am 12.04.2016 11:06
Enigma-Receiver (bspw. die VU+ Receiver) mit dem LAN verbinden, Smartphone mit der App DreamDroid bestücken und via WLAN mit dem Receiver verbinden. Signal Meter starten und größtmögliches S/N einstellen. Fertig.

von Rosti 2.0 - am 12.04.2016 12:42
In Ergänzung zu den teuren Enigma-Kisten: Wer noch eine gute, alte Dbox II mit Linux hat, der hat bereits ein Profi-Messgerät dank des LCD-Displays und des Satfind-Plugins.

Mehr braucht es nicht. Auf optimale SNR ausrichten, das kann auch ein Profi nicht besser.

Feuchter Lappen braucht es nicht wirklich.


Favoriten-Liste so anlegen, dann von allen gängigen Satelliten die kritischen Kanäle (heisser Kandidat für Astra ist ORF2E) drin sind. Nur DVB-S, klar, ne?

Dann anschließen, Testkanal wählen, Satfind aufrufen und die Schüssel ausrichten, bis man ein Lock bekommt.

Man sieht an dem SIG-Balken schön und in Echtzeit, wie man sich in das Signal eines Satelliten hinein und auch wieder herausdreht. Lock gibt es natürlich nur, wenn die Parameter passen und dann ist auch die SNR da, auf welche man optimal ausrichtet. Fertig.

Bei vielen Satelliten zeigt der Satfind sogar den Namen an, so dass man gleich sieht, dass man noch "falsch" ist.

So habe ich schon vielen verzweifelten Nachbarn geholfen, die Kombination Astra - Hotbird - Sirius einzustellen.

In maximal 30 Minuten auf optimalen Empfang aller drei Satelliten eingestellt - sie hatten es tagelang versucht.

WLAN und Smartphone sind ganz nett, doch das will ich doch nicht alles zum Hilfesuchenden mitschleppen. Der ollen Dbox II machen ein paar Kratzer mehr nix mehr aus, zum Fernsehen ist sie dank DVB-S2 sowieso nicht mehr zu gebrauchen.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 13.04.2016 07:26
Moment mal,

funktioniert das denn mit der Fernspeisung noch?
Wenn du nen 10 dB-Dämpfungsglied einbaust, dann sind aus den 14 V Versorgung plötzlich nur noch 4,4 V. Da wird der 7805 nicht mehr regeln können und der LNB nicht mehr funktionieren.

Beste Grüße, Marek

von Bruder_M - am 13.04.2016 07:39
Das Dämpfungsglied in der Sat-Version ist DC-durchgängig und dämpft nur die HF.

von Chris_BLN - am 13.04.2016 09:43
Deswegen heisst es auch "Dämpfungsglied" und nicht "Bratwiderstand" :D

von HAL9000 - am 13.04.2016 09:57
TVbild in Reichweite nicht nötig,
man kann einen Radiokanal nehmen, volle Lautstärke,
anschl. dB bzw % anzeige am Rec benutzen,
für die ArdRadios auf Astra sollte man mit 80 cm min.14 bis max.16+ dB schaffen,
90-100 %, dann läuft auch alles andere incl hd problemlos,
einen wirkl deutlich schwächeren Trp gibt es wohl auf 19 o nichtmehr

Sj

von satjay - am 13.04.2016 10:28
Ich habe sogar auf dem Dach mit Dreamdroid super mit einem Android-Tablett einrichten können, das mit dem akustischen Signal funktioniert hervorragend, für die Feineinstellung und den optimalen Skew des LNB liest man dann nur noch vom Display den db-Wert ab.
Mit Nicht-Enigma- Receivern oder internen Sat-Tunern hätte ich das niemals so kompfortabel und genau hinbekommen.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 13.04.2016 10:56
So ist es! Und man benötigt keinen Stromanschluss!

Thema teure Enigma-Boxen: Ich habe nicht umsonst die VU+ Receiver in den Ring geworfen, 120€ für ein Einstiegsmodell finde ich nicht unbedingt teuer ;)

von Rosti 2.0 - am 13.04.2016 16:12
Und wenn man das häufiger benötigt, ist die Investition in ein einfaches Sat-Meßgerät durchaus nicht falsch.
Mittlerweile gibt es für weniger als 80€ Meßgeräte mit DVBS2.
http://www.satlink.de/messgeraete/sat-messgeraete-dvb-s/satlink-ws-6933-hd-dvb-s2-300.html

von Marc_RE - am 14.04.2016 06:19
Zitat
Rosti 2.0
Thema teure Enigma-Boxen: Ich habe nicht umsonst die VU+ Receiver in den Ring geworfen, 120€ für ein Einstiegsmodell finde ich nicht unbedingt teuer ;)


Ich hab eine Linux-Box von Golden Media. DVB-S2/C/T auch für rund 120 €.

von Cha - am 14.04.2016 13:14
Ich nutze einen Edision OS mini-Receiver inkl. Oscam. Leider habe ich dieses Killerfeature....
[attachment 7271 dB.jpg]
... erst entdeckt, nachdem ich einige Abende mit dem Ausrichten der Antenne und den LNBs verbracht hatte (inkl. alte Glotze rausschleppen, Stromkabel verlegen etc,). Der Screenshot stammt von der kosten App "Enigma2 Sat-Finder", es gibt vergleichbare Produkte. Seit einem halben Jahr läuft meine Anlage einwandfrei, die App nutze ich jetzt nur noch um zu schauen wie sich Signale bei Starkregen oder Sturm verhalten. Handy und Receiver müssen im gleichen Netzwerk sein, Anmeldedaten eingeben, fertsch.

Halb-OT: Kennt jemand ein dB-Monitoring-Tool für Enigma 2? Das Tool soll einen Kanal oder Transponder überwachen und in regelmäßigen Abständen (alle 5 Minuten o.ä.) die Signalstärke dokumentieren (in welchem Format auch immer). Wenn ich den Kanal parallel gucken "muss" wäre das kein Problem. Ideen?

von Staumelder - am 14.04.2016 16:53
Zitat
Marc_RE
Und wenn man das häufiger benötigt, ist die Investition in ein einfaches Sat-Meßgerät durchaus nicht falsch.
Mittlerweile gibt es für weniger als 80€ Meßgeräte mit DVBS2.
http://www.satlink.de/messgeraete/sat-messgeraete-dvb-s/satlink-ws-6933-hd-dvb-s2-300.html


Danke für den Link bzw. die Info. :spos:

von Zintus - am 15.04.2016 05:25
Gibt es auf ebay sogar noch etwas günstiger, allerdings dann ohne großartigen Support. Firmware usw. liefert der Importeur über sein Forum, den Zugang gibt es nur für seine Kunden.
Ob sich das für ein paar Euro weniger dann lohnt, muß jeder selbst entscheiden.
Ich habe mir vor ein paar Jahren das WS6908 geholt. Das kann zwar kein S2, solange es aber noch DVB-S Transponder gibt, reicht das ja erstmal aus.
Den Kauf habe ich bislang nicht bereut.

von Marc_RE - am 15.04.2016 10:22
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