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w_weinmann, Wolfgang R, Radionicki, Wasat, DH0GHU, Frankfurt, B.Zwo, Thomas (Metal), LWie, andimik, Peter Schwarz, hetietz

kombinierte UHF/VHF/FM Antenne aus den USA

Startbeitrag von Radionicki am 18.04.2016 21:24

Habe ich so auch noch nie gesehen:

Z.B. hier:
http://www.starkelectronic.com/antenna.htm

(Da gibt es auch Antennenrotoren. Der angebotene könnte auch der aus China sein den es früher bei Conrad gab. - Wo gibt es eingentlich noch in Europa Antennenrotoren?)

Z.B. hier:
http://www.winegarddirect.com/cview.asp?d=winegard-television-(tv)-antennas&c=VHF%20UHF%20FM%20Antennas

Antworten:

Die UHF Yagi mit angesetzter VHF Logper ist in Nordamerika quasi die Standard Antenne. Je nach Entfernung zum Sender von kompakt bis Monster. Da beide Bänder immer belegt von den Metropolensendern von einem Standort ausgestrahlt werden ist diese Kombination Usus.

von w_weinmann - am 18.04.2016 21:42
Heißt das in Metropolen senden alle Sender vom gleichen Standort aus?
(Also keine Stuttgarter Verhälnisse: UKW von 3 Standorten, VHF von einem, UHF von einem weiteren...).

Ist UHF digitalisiert? (DVB-T?). Was ist mit VHF?

Nordamerika unterscheidet sich doch auch was DAB und so eine digitale inband Lösung für FM angeht.....USA: FM analog&digital, Kanada FM analog und zusätzlich DAB (DAB+?). Aber ich meine die Kanadier nutzen das L-Band.....(Nicht mehr sicher).

von Radionicki - am 18.04.2016 21:52
Die Standorte sind vlt. nur ein paar 100 Meter auseinander ( auf anderem Wolkenkratzer). Aber von einigen km Entfernung, also dann wenn das Dachantennen Gebiet beginnt, kann man von einem Standort sprechen . Schon Stuttgarter Verhältnisse, nur sind die Entfernungen andere..

von w_weinmann - am 19.04.2016 04:33
Radionicki: DAB und Kanada ist seit Jahren (max bis 2011) Schnee von gestern.

DVB-T und USA ist wie Teufel und Weihwasser. Du meinst ATSC. https://de.wikipedia.org/wiki/Advanced_Television_Systems_Committee (aber veraltete Infos).

Lt. https://en.wikipedia.org/wiki/ATSC_standards#ATSC_3.0 sollte nun kein analoges TV mehr senden (mit Ausnahmen).

von andimik - am 19.04.2016 08:43
Zunächst: In den USA gibt es keine Sendernetzbetreiber wie bei uns, also eigentlich auch keine gemeinsam genutzten Transmitter.

Flashback zu der analogen Zeit:

Wer senden will, beantragt bei der FCC eine Genehmigung, bekommt dann einen Rufnamen (Wxxx an der Ostküste und Midwest, Kxxx an der Westküste) einen Kanal, sowie die ERP und das Diagramm (meist rund) und die maximale Senderhöhe zugewiesen.

Entweder wird auf einem Wolkenkratzer / Hochhaus eine Antenne errichtet, ist das nicht möglich, baut man einen Stahlgittermast.

Man verbreitet dann das Mantelprogramm des Networks (kommerzielle wie ABC, CBS, NBC, FOX oder auch PBS) an das man angeschlossen ist und füllt den Rest mit eigenem Content (News, Weather) oder eingekauftem Inhalt (syndicated Shows wie Jerry Springer) und ist ab sofort auf Sendung. Es gibt auch (Low-Power) independend oder religious-Stationen, aber die sind in der Regel nicht auf High-Power Transmittern.

So stehen dann mehrere Stahlgittermasten irgendwo am Stadtrand - in größeren Städten wird von irgendwelchen hohen Bürogebäuden gesendet.

In den angrenzenden Regionen, also z.B. den Suburbs rund um die Stadt reichen somit genau diese Log-Peer die in Richtung der nächsten großen Stadt zeigen.

Nun zur digitalen Zeit: Dank ATSC sind digitale Sub-Channels möglich, ungefähr so wie bei DVB-T.

Hatte also WABC7 bisher den Kanal 7 analog, so gibt es nun auf Kanal 7-1 das Hauptprogramm. Auf 7-2 läuft "Action News 24" und auf 7-3 läuft "Weather 24".


In ländlichen Gebieten läuft es teilweise auch so, das Schwester-Stationen sich gegenseitig auf den jeweiligen Sub-Channels verbreiten, um die Abdeckung zu erhöhen.

Beispiel: WFOX5 verbreitet das Hauptprogramm auf 5-1 und das Schwesterprogramm "My47" WXYZ47 auf 5-2. Dadurch wird die Reichweite des schwachen Kanal 47 durch den Re-Transmit auf 5-2 besonders in Randregionen beträchtlich erhöht.


Auch führten diese Sub-Channels dazu, dass gerade in sehr, sehr ländlichen Regionen die Abdeckung durch die "neuen Networks" (also alles was nach den big 4 ABC-CBS-NBC-FOX kam, wie CW, MyTV, ...) erhöht wird.

Da wird mal eben auf der Haupt-Station CBS noch auf einem Sub-Channel CW verbreitet - bisher gab es in der Region schlichtweg kein CW affiliate. Nun ist es sehr kostengünstig möglich, da der Transmitter sowieso läuft und nur ein Programm mehr gemuxt werden muss.

Somit: Ja, seit der Digitalisierung können mehrere Stationen vom gleichen Sender kommen. Die großen, alt-eingesessenen Networks kommen in der Regel aber von ihrem eigenen Transmitter.

Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel: In der Heimatstadt meiner Frau kommen NBC und ABC vom selben Transmitter - dort gab es früher ABC nur aus der nächst größeren Stadt, diese DMA hatte schlicht weg kein eigenes ABC Affilate...


Da kommt nun sicherlich die Frage auf: Wenn das alles so ist, warum braucht man dann einen Rotor?

Entweder lebt in einer DMA, die recht wenig Einwohner hat. Es ist für kleine Networks unwirtschaftlich, hier ein affilate zu gründen - man muss sich also per Antenne das Network aus einer anderen DMA holen. News will man aber trotzdem die lokalen und nicht die vom Nachbar-County

Oder man will nicht die Teams sehen, die im lokalen Sport (Baseball, Basketball, Football) verbreitet werden, sondern die aus einer anderen Stadt. Wenn diese von einer anderen, weiter entfernten Station, ggf. sogar eines anderen Bundesstaates übertragen werden, hilft eine große Log-Peer mit einem Rotor

In Zeiten des "Cord-cutting" erlebt die Terrestrik in den USA gerade wieder ein Revival. Alle großen Networks in HD - und das for free! Den Rest gibt's per ROKU oder Hulu über VoD.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 19.04.2016 09:28
VHF/UHF-Kombinantennen gab es bei uns auch. Es gab hier in der Gegend früher einige, da S-Frauenkopf und S-Degerloch ja ab einem gewissen Abstand in so engem Winkel zueinander standen (oder auch ganz hintereinander), dass mit derselben Ausrichtung gearbeitet werden konnte. Dass UKW noch dabei ist oder VHFI, dürfte dann schon seltener sein. Ich meine aber auch, es hätte solche Antennen gegeben...ich hatte da mal einen Katalog von Wisi, die hatten sowas angeboten.

von Peter Schwarz - am 19.04.2016 11:32
In Kuba habe ich die Kombination VHF-I / UHF auch gesehen (im Bild rechts über dem Mann auf dem 1 PS-Taxi), entsprechend der örtlichen Versorgungslage aber aus Eigenfertigung unterschiedlichster Werkstoffe und mit Sicherheit nicht aus den USA...

[attachment 7288 Cuba_2013-06-30-344.jpg]

von LWie - am 19.04.2016 13:14
Sehr schöne und detaillierte Informationen über das Angebot an terrestrischen Antennen in Nordamerika.
Auch das 'cord-cutting' in den USA ist bemerkenswert.

von hetietz - am 19.04.2016 13:40
Aufwändige Antennenanlagen sind in den USA unbekannt. Gab es da jemals mal einen Markt für Antennenweichen ?

Praktisch ein Land der "Ein-Besen-Antennen" :p

von Frankfurt - am 20.04.2016 19:17
Genauer betrachtet:
Das Signal des UHF Faltdipol wird als Hühnerleiter quasi symmetrisch direkt auf den Ausspeisepunkt der VHF Logper angekoppelt. Dann werden beide Bänder gemeinsam mit 240 Ohm auf einen Balun gegeben (0815 China Kracher) und assymetrisch mit 75 Ohm ans Kabel gekoppelt. Gewagte Konstuktion, aber einfach.
Was mich vor allem wundert: Wie bekommen die den gesamten UHF Bereich mit dieser linearen Elementanordnung gewinnbringend hin?



von w_weinmann - am 20.04.2016 19:32
Zitat
Radionicki
Wo gibt es eingentlich noch in Europa Antennenrotoren?)

Bei jedem größeren Händler für Amateurfunktechnik.

von DH0GHU - am 21.04.2016 12:49
Zitat
w_weinmann
Wie bekommen die den gesamten UHF Bereich mit dieser linearen Elementanordnung gewinnbringend hin?


Die Antwort: Gar nicht. Deshalb werden hohe UHF-Kanäle auch als mindewertig angesehen (High channel numbers suck because of bad recption)

Lover VHF (Band I) sind aber auch nicht mehr so beliebt wie früher. Analog gab das "ghosts", aber die Reichweite war groß.

Bei ATSC - dank der relativ schlechten Fehlerkorrektur (die mit Mehrwegeempfang nicht sonderlich gut klar kommt) . gibt das Klötzchen und massive Quitscher im Ton bei Indoor-Empfang.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 21.04.2016 14:56
machen die eigentlich irgendwann mal etwas, das richtig funktioniert ?;)
Warum nutzt man keine Log-Per?

von Frankfurt - am 21.04.2016 17:25
Zitat
Frankfurt
machen die eigentlich irgendwann mal etwas, das richtig funktioniert ?;)

Sicher doch: http://tinyurl.com/US-Spitzentechnik

von DH0GHU - am 21.04.2016 17:34
Diese hier von FUBA allerdins in der X-Ausührung war von Ende der 70er bis zur Abschaltung des analog-TV 2006 am QTH2 in Betrieb. Empfangen wurde damit bis 1994 alle Programme des örtlichen Umsetzers (1km Entfernung, 5W und 2x 6,3W ERP). 1994 baute ich den Mast um, weswegen damit nur noch das Erste empfangen wurde und die anderen über ein 43er liefen.
Das Bild war augenscheinlich störungsfrei, die Schächen wurden dann mit einem videotext-tauglichen Fernseher bemerkbar. Allerdins brachte die 43er zwar einen besseren Pegel, aber dafür immer geringe sichtbare Störanteile im BayFS durch den kanalgleichen Krehberg (E43) aus fast gleicher Richtung.
Damals stellten derartige Antennen sicherlich auch aus Platzgründen eine interessante Alternative dar, wenn man nicht mehrere Antennen und damit größeres Besteck verbauen wollte.

von Thomas (Metal) - am 21.04.2016 18:05
Zitat
Peter Schwarz
VHF/UHF-Kombinantennen gab es bei uns auch. Es gab hier in der Gegend früher einige, da S-Frauenkopf und S-Degerloch ja ab einem gewissen Abstand in so engem Winkel zueinander standen (oder auch ganz hintereinander), dass mit derselben Ausrichtung gearbeitet werden konnte. Dass UKW noch dabei ist oder VHFI, dürfte dann schon seltener sein. Ich meine aber auch, es hätte solche Antennen gegeben...ich hatte da mal einen Katalog von Wisi, die hatten sowas angeboten.
Genau! Die WISI EA95 zum Beispiel. Dagegen sind die hier vorgestellten Rechen mini :rp:

von B.Zwo - am 21.04.2016 18:48
Zitat
Wolfgang R
In den USA gibt es keine Sendernetzbetreiber wie bei uns, also eigentlich auch keine gemeinsam genutzten Transmitter.


Obwohl nicht die Regel, gibt es doch einige gemeinsam genutzte Anlagen. Einer der größten Betreiber derartiger Anlagen ist "American Tower". Die Gemeinschaftsanlagen haben dann oft die schönen Kandelabertürme wie jenen in Randleman, NC: http://www.wabweb.net/radio/radio/usa4.htm

Zitat

...warum braucht man dann einen Rotor?


Im Grenzgebiet NC/VA, wo ich öfters war, sah man häufig Antennenrotoren, aber nur bei abgelegenen Einzelhäusern, da dort auch jede größere Ansiedlung ans Kabel-TV angeschlossen ist.

Ein typisches Beispiel:


Wenn mehrere TV-Geräte verwendet werden, kann man natürlich keinen Rotor gebrauchen. Die Antennenanlage eines Motels:


von Wasat - am 21.04.2016 19:38
Das muss aber ein günstiges Motel gewesen sein, wenn es dort nicht mal Cable und free HBO gegeben hat - für den DXer ist so eine Lösung natürlich weitaus reizvoller :spos:

Von meinen Erfahrungen mit günstigen Hotels / Motels in den USA hatte ich ja mehrfach schon berichtet: Da waren im Hausmeister-Büro mehrere Regale an der Wand, auf welchen er die DirecTV-Boxen stapelte.

Per 6-fach oder 4-fach Kombi-Modulatoren wurde das ganze in die örtliche Antennenanlage eingespeist. Selbstverständlich mit Nachbarkanalbelegung, ohne dass die Modulatoren nur ansatzweise nachbarkanalfähig gewesen wären.

Das ganze noch unterlegt mit einem satten 60Hz-Brumm auf allen Kanälen, weil die ganze Anlage natürlich keinerlei Potentialausgleich erfahren hatte (obwohl man in den USA eigentlich sehr darauf achtet, Kabel-/Antennenanlagen an die häusliche Erdung anzuschließen - nunja, es gibt Vorschriften, eingehalten werden sie wohl eher selten...)

Im nächsten Hotel gab es zwar Comcast in HD - allerdings anschlossen an den Flachmann per Coax/Build-in RF-Modulator auf CH3 :mad:

Im dritten Hotel war mir der Spaß dann zu blöd und ich genoß mittels Zimmerantenne und ATSC-Box wenigstens die großen Networks in HD und ohne 60Hz-Brumm

Wolfgang

von Wolfgang R - am 25.04.2016 07:44
Zitat
Wolfgang R
Das muss aber ein günstiges Motel gewesen sein...


Ja, ein sehr billiges Hotel, äußerlich einem Hühnerstall ähnlich, einsam an einem US-Highway gelegen, unvermeidlich für Leute, die in der Gegend beruflich zu tun haben (so wie ich), beliebt bei allerlei gescheiterten Existenzen und am Wochenende bei Jugendlichen, die sich ein Zimmer nehmen zum Saufen und Fi...del sein. Es gab aber auch Kabel und free HBO. Die lokalen Stationen wurden aber unverkennbar über die gezeigte Antennenanlage eingespeist.

von Wasat - am 26.04.2016 19:27
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