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Radioforum
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Scanner100, iro, DX OberTShausen, Chris_BLN, Staumelder, RalphT, RainerZ, Chief Wiggum, Thomas (Metal), Adrian Böhlen

UKW-Wurfantenne

Startbeitrag von Scanner100 am 23.05.2016 14:36

Hallo,

ich habe hier in einen Zimmer ein Radio stehen, was leider nur eine Wurfantenne hat. Für guten Empfang hab ich die Wurfantenne aus dem Fenster gelegt und dort befestigt. Das ganze funktioniert einwandfrei und ich hab damit alle wichtigen Sender.

Nun meine Frage. Wenn die Wurfantenne außen am Fenster befestigt ist, ist das so zu empfehlen bezüglich Gewitter? Kann also ein Blitz diese Antenne treffen? Das Radio ist ja bei Gewitter sowieso ausgeschaltet und vom Strom getrennt. Aber kann der Blitz hier trotzdem Schaden verursachen?

Antworten:

Passieren kann das immer, dass ein Blitz einschlägt. Auch wenn ich es eher für unwahrscheinlich halte. Schaden wird dadurch aber keiner verursacht. Wenn man ein Gerät an eine Yagi angeschlossen hat und ein Blitz einschlägt, passiert ja auch nichts.

von DX OberTShausen - am 23.05.2016 15:06
Zitat
DX OberTShausen
...Schaden wird dadurch aber keiner verursacht. Wenn man ein Gerät an eine Yagi angeschlossen hat und ein Blitz einschlägt, passiert ja auch nichts.


das ist doch eine sehr gewagte Aussage :eek:
Selbst durch indirekte Blitzeinschläge gibt es genug Schäden.

von Chief Wiggum - am 23.05.2016 15:09
Ja, die Aussage ist sehr gewagt. Ich garantiere auch für nichts ;)

@Scanner100: Warum versuchst du es nicht mit einer anderen Antenne? Es gibt auch Teleskopantennen mit 75 Ohm Anschluss.

von DX OberTShausen - am 23.05.2016 15:21
Der Blitz muss Deine Antenne überhaupt nicht treffen, um einen Schaden zu verursachen.
Auch ein Wolke-zu-Wolke-Blitz kann eine Spannung in Leitungen und Drähten induzieren.
Der Blitz kann dabei mehrere Kilometer entfernt sein und wahrscheinlich ist es dabei auch egal, ob Dein Antennendraht innen oder aussen herumbaumelt.

Und wenn mal ein Blitz Deine Wohnstätte direkt trifft, wird er den höchsten Punkt des Hauses treffen, also vermutlich Schornstein, Dachantenne oder aber den Blitzableiter (sofern vorhanden).
Deinen Draht also eher nicht. Aber er wird einen Strom in Deinem Draht induzieren.

von iro - am 23.05.2016 15:24
Zitat
DX OberTShausen
Warum versuchst du es nicht mit einer anderen Antenne? Es gibt auch Teleskopantennen mit 75 Ohm Anschluss.

Wird ich mal versuchen.

von Scanner100 - am 23.05.2016 15:46
Also ich hatte in meiner Jugendzeit jahrelang im Erdgeschoss eine T-Wurfantenne vorm Fenster hängen, z.t. an einer allerdings relativ niedrigen Latschenkiefer als Hilfsgestell. Der Empfang war damit weit besser als Indoor bzw. flexibler als die fest ausgerichtete 3 Elemente-Antenne auf dem Dach oder der Kabelanschluss dann später...

An Blitz-/Gewitter habe ich damals nicht mal gedacht, vermutlich auch, da das Haus 3 Stockwerke und Blitzableiter hatte und ich ja unten im Schatten des Hauses war.

Lange her...

von RainerZ - am 24.05.2016 11:43
Wurfantenne = Suboptimal. Eigentlich immer, weitere Basteleien können interessant sein, sind aber i. d. R. Zeitverschwendung.
Sofern ein 75 Ohm-Anschluß vorhanden ist, solltest Du einen Dipol bauen. Dann noch mit einer "Umwegleitung" von ca. 1m von 240/300 auf 75 Ohm wandeln. Damit dann bitte Versuche anstellen. Es lohnt sich.

Darstellungsversuch Dipol, horizontal polarisiert:

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
x°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°x
xxxxxxxxxxx xxxxxxxxxx
°°°°°°°°°°°°°°°x x
°°°°°°°°°°°°°°°x x

Breite hier ca. 1,3m, unten in der Mitte die beiden Anschlüsse 300/240 Ohm. Der Dipol kann ruhig auch aus Draht bestehen, die Dicke des Drahtes (ergäbe die Breitbandigkeit) ist für den Versuch nicht _so_ relevant. Abstand zwischen Ober- und Unterseite, 2-3cm ist ausreichend.

Nachtrag: Darstellung mit ° ergänzt, da ansonsten die Form völlig verloren geht.

von Thomas (Metal) - am 24.05.2016 12:27

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
x x
xxxxxxxxxxx xxxxxxxxxx
x x
x x




Funktion "code" (Vorformatierten Text einfügen) verwenden, dort gibt es keine Leerzeichenoptimierung ;)

von iro - am 24.05.2016 13:01
Noch einfacher: mit 2 Teleskopantennen (oder alternativ Messingstäben) à ca. 75 cm einen offenen Dipol bauen. Setzt ebenfalls einen 75 Ohm-Anschluss am Empfänger voraus. Gegenüber der oben skizzierten Variante (Faltdipol) können hier die beiden Elemente direkt mit dem Koaxkabel verbunden werden (eines an den Innenleiter, das andere an die Abschirmung gelötet).
Damit habe ich immer die besten Ergebniss erzielt.

von Adrian Böhlen - am 24.05.2016 13:18
Moin,

ich habe ein Dual IR6. Das hat nur eine Stabantenne und keinen separaten Anschluss. Da das Teil schon in 20km Entfernung indoor, mit dem Sender Steinkimmen auf DAB+ Probleme hat, wollte ich das auch mal optimieren.
Dazu hatte ich Amateurfumker befragt. Ich wollte einen Dipol mit Anpassung für das Radio basteln.

Zum Schluss sind wir überein gekommen, dass es am Besten ist, einfach einen langen Draht irgendwie aus dem Fenster hängen zu lassen. Hier hilft nur eins: Viel probieren.

Das ist in meinen Augen auch die beste Lösung. Diese ganze rumrechnerei bringt da nichts.

von RalphT - am 24.05.2016 15:14
Wenn das Fenster, aus dem die Wurfantenne hängt, vollständig und unter Wahrung des Trennungsabstandes innerhalb des geschützten Bereiches der Fassade liegt, ist ein direkter Blitzeinschlag recht gering wahrscheinlich (aber statistisch gesehen nicht völlig ausgeschlossen). Den "geschützten Bereich" kennt man von der Satschüssel-Installation: an "normal hohen" (unter 40 m) Häusern mindestens 2 Meter Abstand zur Dachrinne / Dachkante etc. und maximal 1,5 Meter von der Hauswand abstehend.

Siehe diese Folie vom Forenkollegen Dipol:

http://bilder.hifi-forum.de/max/359679/nicht-erdungspflichtiger-schutzbereich-der-fassade-1_241860.jpg

Und der Klassiker: http://blog.sudhop.com/bilder/haus.jpg

Achtung! Wenn elektrisch leitfähige Teile mit dem Fenster verbunden sind und ihrerseits aus dem geschützten Bereich herausragen (oder mit Teilen verbunden sind, die herausragen), gilt das freilich nicht. Dann ist das kein geschützter Bereich mehr. Das gilt sogar bei nahe vorbeigehenden, aber nicht unmittelbar verbundenen leitfähigen Teilen, z.B. Regen-Fallrohre, Geländer etc., der Blitz kann mittels Lichtbogen überspringen und sich den Weg suchen. Da sind Trennungsabstände einzuhalten, die sich auf die Höhe über dem geerdeten Punkt (also normalerweise Höhe über Grund) beziehen. Dipol hat das hier mal für eine Satschüssel eingezeichnet:

http://bilder.hifi-forum.de/max/359679/schutzzone-sudfassadedimifxbaum_356799.jpg

Das Balkongeländer ist seinerseits im nicht geschützten Bereich, deshalb muß von ihm wiederum Trennungsabstand "s" gehalten werden.

Auf die Engangsfrahe paßt diese Seite beim VDE perfekt. Genau sowas kann passieren, wenn man nicht im geschützten Bereich ist:

https://www.vde.com/de/Ausschuesse/Blitzschutz/FAQ/sdn/Oeffentlich/Seiten/Aussenthermometer.aspx

von Chris_BLN - am 24.05.2016 18:33
Ich hab es testhalber mal probiert mit meinen Pure one Mi innen auf den Fensterbrett Empfang zu haben. Siehe da. Alles da, sogar mit RDS. Kann ich da Glück haben mit einer Stabantenne die selben Ergebnisse zu bekommen? Da könnte ich die Wurfantenne entsorgen.

von Scanner100 - am 24.05.2016 19:22
Eher aus Langeweile/Neugier bin ich auf eine kostengünstige Idee gekommen: 1,5 Meter Lautsprecherkabel, die beiden Leitungen voneinander trennen so dass ein "T" entsteht, aufspannen und mit dem Radio verbinden. Hier eine Mini-Anleitung und hier ein Bandscan mit der Dipolantenne. Prinzipiell liefert mir diese Dipolantenne am gleichen Gerät die gleichen Sender wie meine 5 Elemente-Yagi, mit der Yagi sind diese Signale natürlich stabiler.

Yagi-Montage am Haus scheidet bei mir aus, ich baue sie also immer dann auf wenn ich Zeit zum Scannen habe. Nach dem Scannen wird sie weibchenkompatibel demonitiert und verstaut. Und wenn ich auf diesen Zirkus keine Lust habe, kommt der Dipol zum Einsatz.

von Staumelder - am 24.05.2016 19:25
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