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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Manuel D, Stefan Heimers, Jürgen Martens, sup2

Tuner Problem: SONY ST-SB920

Startbeitrag von Manuel D am 11.07.2016 07:39

Hallo zusammen,

ich habe ein Problem mit dem o.g Tuner. Es kommt regelmäßig vor, dass sich dieser verstimmt, d.h. er empfängt dann nicht mehr auf der Mittenfrequenz eines Senders, sondern z.B. 50khz darunter. Nun habe ich den Diskriminator neu abgeglichen, da dieser verstimmt war und das Problem war vorerst behoben. Doch nach einigen Senderwechseln und mehrmaligem Ein-/Ausschalten trat das selbe Problem erneut auf. Also hab ich ihn wieder abgeglichen und vorerst war alles ok, aber dann ging das Ganze wieder los. Hat jemand eine Idee woran das liegen könnte? Verbaut ist das IC LA1235, abgeglichen habe ich auf 0 Volt zwischen Referenz Spannung Pin 10 und AFC Ausgang Pin 7, hierfür ist extra ein 2 poliger Stecker auf der Platine vorgesehen. Laut Service Manual sollten hier 0 Volt anliegen. Bei meinem gibt es jedoch Schwankungen um bis zu 70mV. Zudem ist mir aufgefallen, dass diese Spannung manchmal bis zu 30 Sekunden nach dem Einschalten Sprünge um 50mV macht. Wie kann sowas sein? Ich dachte, PLL ist Digitaltechnik?:gruebel: Für Hilfe wäre ich euch sehr dankbar :-)

Antworten:

Du musst erst mal rausfinden, ob der Demodulator sich verstimmt, oder ob der HF-Oszillator falsch läuft. Den Oszillator testest Du indem Du ihn mit einem anderen PLL-Empfänger auf + oder - 10.7Mhz neben der Empfangsfrequenz empfängst. Springt die Frequenz des Oszillators, ist der Demodulator unschuldig. Ist die Oszillatorfrequenz stabil, liegt es nur am Demodulator. (Dies solange es keine AFC-Regelung hat. Ich habe mir das Schaltbild dieses Tuners angesehen, da scheint es keine AFC zu geben, die AFC Spannung dient nur zu Testzwecken.)

Mögliche Fehler beim Demodulator: Spannungsversorgung des Demodulator-ICs (verändert die Kapazität an den Anschlüssen), Defekt dieses ICs oder der Kondensator parallel zur Demodulatorspule. Auch auf schlechte Lötstellen prüfen.

Beim HF-Oszillator mit PLL wird es komplizierter. Es kann der Referenzoszillator (Quartz) sein, die Spannungsversorgung an diesem Oszillator (hat bei Quartz aber wohl eher minimalen Einfluss), ein Fehler in der Logik (defekt im PLL IC, eher unwahrscheinlich), ein Fehler im HF-Oszillator, der die PLL-Schaltung wegen Oberwellen falsch zählen lässt, ein Abblockkondensator am PLL-IC, der ihn ebenfalls falsch zählen lässt, ...

Es lohnt sich auch die Elkos im Netzteil, um PLL und Demodulator zu prüfen. Bei japanischen Geräten der 90er sind oft die Elkos nicht mehr gut.

von Stefan Heimers - am 11.07.2016 09:49
Elkos, Elkos und nochmal Elkos. Habe leider selbst mehrfach erlebt, dass diese Dinger nach 1 oder 10 Jahren defekt sind. Beulen oder Flüssigkeiten sind ein guter Hinweis.
Dies giilt auch und vor allem für die Netzteile, auch Steckernetzteile.
Gut dran ist, wer auch löten kann.

von sup2 - am 11.07.2016 10:22
Hallo!

vielen Dank für die ausführlichen Tipps! :cheers: Sehr interessante Ideen! Ich werde als erstes mal den HF-Oszillator auf Stabilität und Oberwellen prüfen. An ein falsches Zählen der PLL dachte ich auch schon, hatte aber keine Erklärung warum.. Aber Oberwellen klingt plausibel.. Bzgl. AFC, so habe ich es auch auf dem Schaltbild herausgelesen, die Spannung wird wohl nur zu Testzwecken bereitgestellt. Die Spannungsversorgung für den LA1235 sehe ich mir auch mal an (R259,C259,C260). Der Parallelkondensator zur Diskriminatorspule scheint lt. Schaltbild direkt im Gehäuse der zu sitzen? Da komme ich wohl nicht ran.. Melde mich bald wieder mit einem Feedback! :-)

von Manuel D - am 11.07.2016 11:23
Hallo Stefan,

hier mal ein Update.
Gestern Abend habe ich weitere Messungen an dem Tuner durchgeführt.

Direkt nach dem Einschalten hatte ich eine AFC Spannung zwischen den vorgesehenen Messpunkten von -3mV, genau gleich wie am Abend zuvor. Nach ca. 1 Stunde Betrieb, sprang dann plötzlich die Spannung auf 120mV. Das entspricht ungefähr einer Empfangsverschiebung von 100khz. Den HF-Oszillator habe ich zuvor und auch nach der Verschiebung gemessen und lief aufs Hertz exakt gleich. Das Signal ist auch sauber. Die 1. Oberwelle ist ca. 20dB schwächer. Also ich denke, den Osz. kann ich als Fehlerquelle ausschließen.

Die Brummspannung am Glättungselko ist 300mVss, schien mir etwas hoch, habe dann provisorisch mal 2200uF parallel und hatte dann 150mVss. Naja ich denke nicht, dass es an der Stromversorgung liegt.

Die Spannungen am IC LA1235 entsprechen, abgesehen von Pin 6 und 7, denen vom Schaltplan. Auf Pin 6 sollten es 5,2 V sein, ich habe 5,9V ? Pin 7 sollten 9,8V anliegen, die habe ich wenn ich den Ferritkern ganz aus der Diskriminatorspule herausdrehe, ob die Angabe so gedacht ist ? Ich vermute schon, da die AFC Spannung an den Messanschlüssen ja 0V sein soll. Somit habe ich im abgeglichenem Zustand an Pin 7 die 6,2V.

Zusammengefasst: Bisher alles ok und Fehler besteht weiterhin.. :gruebel: Schlechte Lötstellen konnte ich auch nicht finden. Scheint ein Problem am Diskriminator zu sein, oder der IC selbst?:confused:

von Manuel D - am 12.07.2016 06:37
In den beiden (!) Diskriminatorspulen IFT 252 (Null) und IFT 253 (THD) sind im Fuß Kondensatoren eingebaut.
Ich hatte schon den Fall, dass sich die Kapazität dieser Kondensatoren veränderte, vermutlich wegen aufgegangener Lötstellen an den Anschlüssen.
Da hilft nur das Auswechseln am besten beider Spulen. Leider sind Sony-Ersatzteile recht teuer. :-(
Bei IFT 253 könnte man evt. einen üblichen 10,7 MHz-Transformator nehmen. Wegen des unbekannten Transformationsverhältnisse muss man evt. den Dämpfungswiderstand ändern.
Eigentlich lohnen sich solche Reparaturen kaum noch. Via eBay bekommt man Spitzentuner inzwischen für'n Appel und 'n Ei.

von Jürgen Martens - am 12.07.2016 15:41
Wenn es denn die Kondensatoren in den Spulen sind, dann könnte man sie auch rausnehmen und durch gewöhnliche ersetzen, die man dann unten auf die Platine lötet. Vielleicht reicht es auch sie einfach an den Enden mit dem Lötkolben zu erhitzen um sie zu "reparieren" (wenn es denn die Anschlüsse sind, und nicht ein Bruch in der Keramik).

Aber erst mal feststellen, an was es tatsächlich liegt. Reagiert der Tuner im Fehlerfall auf Klopfen / Biegen? Oder ist es die Wärme, die eine Änderung bringt?

Also mal mit der Rückseite vom Schraubenzieher vorsichtig die entsprechenden Teile anklopfen. Oder das IC mal mit Wärme/Kälte traktieren (aber nicht übertreiben). Es gibt speziellen Kältespray für den Zweck, aber vielleicht helfen auch Hausmittelchen. Eine Münze im Tiefkühler abkühlen, und dann auf das IC legen. Oder mit dem Fön durch eine Schablone mit einem kleinen Loch auf die Teile blasen. Aber auch hier: Nicht übertreiben.

Stabilisiert sich das Verhalten des Tuners denn wenn er länger warm gelaufen ist, oder wechselt er dauernd die Verstimmung?

Du siehst es gibt viele Möglichkeiten. Probieren geht über studieren, Übung macht den Meister.

von Stefan Heimers - am 12.07.2016 19:07
Wie sieht's aus? Fehler gefunden?

von Stefan Heimers - am 19.07.2016 05:28
Hi Stefan!

Naja nicht so wirklich.. klopfen, biegen, punktuell Platine erwärmen,.. hatte ich alles schon zuvor versucht, konnte das Problem aber hierdurch nicht lokalisieren. Es scheint mir aber so, dass ich das Bauteil mit dem Lötkolben durch erhitzen "repariert" habe :-) Ich konnte zwar keine schlechte Lötstelle erkennen, habe aber die Spulen und ein paar umliegende Bauteile nachgelötet und seither ist das Problem nicht mehr aufgetreten. Hoffen wir, dass es so bleibt.. ;) Danke nochmals für deine Tipps! :spos:

von Manuel D - am 19.07.2016 06:54
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