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[Medien] Militärputsch in der Türkei -- Berichterstattung in TV & Radio

Startbeitrag von Alqaszar am 16.07.2016 11:59

In der vergangenen Nacht gab es einen versuchten Militärputsch in der Türkei, der kurz vor 23 Uhr unserer Zeit begann. Das ist ein bedeutendes Ereignis, welches direkte Auswirkungen auch nach Deutschland hat. In der vernetzten Welt von heute fließen Informationen -- so sie denn verfügbar sind -- in Echtzeit rund um den Globus.

Die "Medien" sollten diese aktuellen Ereignisse also verfolgen und begleiten, sie stehen dabei auch im Wettbewerb und Zuschauer, Hörer und Leser.

Wer aber dann am späten Freitagabend noch von den Ereignissen erfuhr und daraufjhin das TV oder das radio einschaltete, bekam recht wenig mit. Kein Sender berichtete dauernd, oder stiegen erst recht spät in die Berichterstattung ein.

http://www.dwdl.de/nachrichten/56812/warum_n24_erst_spaet_berichtete_und_ntv_offair_ging/

Fast skandalös aber ist das Verhalten der öffentlich-rechtlichen Programme, wo auf den Kanälren keine kontinuioerliche Berichterstattung über die laufenden Ereignisse staffand -- jedenfalls nicht in den klassischen, linearen Kanälen. Dieser Vorwurd ist auch dem Deutschlandradio zuz machen, wo gegen 3 Uhr morgends -- also als Erdogan auf dem Istanbuler Flughafen ankam und sich die Ereignisse einer Enrtscheidung näherten -- klassische Musik klimperte.

Ja, man wurde von der Tagesschau informiert -- am besten aber in einem Liveticker auf tagesschau.de. Private Medien haben -- siehe DWDL-Artikel nicht die Ressourcen und spulen den endlosstream ihrer üblichen Ramschdokus ab. Erst um 1:30 fängt der angebliche Nachrichtensender N24 an, live zu berichten.

Wer es genauer haben wollte, der konnte beuspielsweise zeit.de nutzen.

Was lernen wir daraus?

Das Zeitlalter der linearen, klassischen Medienist tatsächlich vorbei. Sie sind nicht mehr die erste Anlaufstelle für Informationen über akzuelle Ereignisse. Hat der Golfkrieg von 1991 mit seinen grün flimmernden Bildern das lineare TV zum Live-Kriegberichtersdattter gemacht, so ist diese Ära 2016 definitiv vorbei.

Dass aber der DLF und auch der WDR nicht in der Lage sind, schnell auf die aktuellen Ereignisse in den laufenden Hörfunkprogrammen zu reagieren und eine kontinuierliche berichtersatttung auf die Beine zu stellen, wirft ein scharfes Licht auf die Notwendigket von öffentlich-rechtlichen Medien.

Ich weiß nicht, wie die klassichen Infoprogramme des ARD-Radios reagiert haben, aber es ist bezeichnend, dass WDR 5 Konserven sendete und auf WDR 2 Musik dudelte.

Das Internet ist heute die erste Quelle für aktuelle Information. Wer fernsieht oder Radio hört, erfährt sozusagen zuletzt von allem.

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Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Also ich habe gestern um 22:45 Uhr den Fernseher eingeschaltet. Zunächst war tatsächlich auf keinem Sender eine Live-Berichterstattung zu sehen, im N24-Liveticker-Laufband stand aber eine "Eilmeldung". Ab 23 Uhr wurde in "Phoenix - der Tag" regulär und auch mit einer Liveschalte nach Istanbul berichtet. Gegen 23:15 war der Putsch auch bei Euronews Thema.

Es gab also zwar keine sofortige Live-Berichterstattung, aber die hätte wohl auch nur aus Spekulationen bestanden. Selbst das Interview bei Phoenix um kurz nach 11 war eher geprägt von "man weiß noch nichts genaues". Alles in Allem fand ich die Situation jetzt nicht skandalös, mir sind auch fundierte Informationen lieber als Spekulationen, auch wenn es dann halt 30 Minuten später ist.

von ScheichManfred - am 16.07.2016 12:23

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Ich habe von meiner Frau erfahren, daß da wohl irgendwas in der Türkei los ist.
TV eingeschaltet:

ARD / tagesschau 24 / ZDF => nichts.
n-tv / N24 stehen bei mir überhaupt nicht auf dem Plan, wenn ich Infos möchte.
Phoenix - spekulierte live, nichtssagend und überflüssig zum nun doch nicht islamistischen Anschlag in Nizza, der wohl doch eher Amoklauf war. Moderator = Inkompetenz in Person. Immerhin: ein Laufband informierte zur Türkei - lieferte aber Null Info.

Letztlich lief BBC WS TV. Mit Livebildern, telefonischen und per Bild zugeschalteten Gesprächspartnern etc.

ARD + ZDF: Totalversagen auf ganzer Linie - abgesehen von der tagesschau-App.

Achsoja: Forum => auch nichts... :D Und das, obwohl doch die Putschisten die TRT übernommen hatten und dort on air waren.

von iro - am 16.07.2016 12:24

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Dank des Spardiktats ist es wohl nur noch selten möglich, eine Nachrichtenredaktion 24h rund um die Uhr vorzuhalten. Als ich kurz mal die TV-streams geprüft hatte, kamen aber zum Teil Texteinblendungen. Dass die laufenden Programme nicht abgebrochen wurden, halte ich für richtig. Auf einer Nicht-nachrichten-Webseite hätte ich auch nichts mitbekommen. Bei B5 Aktuell & Co im Radio hingegen schon. Ich glaube auch, da reicht, es, wenn in den Nachrichten sofort reagiert wird.
Schlimmer finde ich da schon, dass es bei ZDFInfo und Tagesschau24 nichts gab. Aber TV halte ich eh für die schlechteste Wahl wenns um Infos geht. Auch vor 10 Jahren war man bei NTV & Co schon nicht wirklich gut informiert. Hitdudler mit Bild... TV spielt für mich bei der Infobeschaffung überhaupt KEINE Rolle - seit mindestens 15 Jahren schon.

Dort, wo in Aktionismus laufend berichtet wurde, hatte man das Gefühl, dass es eigentlich kaum Informationen gibt, aber damit eine Sendung unbedingt gefüllt werden musste .
War ja auch so. Ganz ehrlich - an meinem Leben hätte sich nichts geändert, wäre ich heute morgen wie immer von den DLF-Nachrichten geweckt worden und hätte ich gestern garnichts vom Putsch mitbekommen. Hätte ich gerade einen Spielfilm angeschaut, hätte ich mich im Nachhinein sicher geärgert, dass er wegen dieses Putschversuchs abgebrochen wurde.
Was anderes wäre es, gäbe es bei uns eine größere Katastrophe - also dann, wenn Menschen im Sendegebiet direkt betroffen sind!
Das war hier nicht der Fall.
Komischerweise gabs beim Putsch in der Elfenbeinküste keine Rufe nach schnelleren Medienreaktionen, auch nicht beim Wiederaufflammen des Bürgerkriegs im Südsudan. Wo bleibt die Forderung nach Breaking News beim nächsten Anschlag in Baghdad?

von DH0GHU - am 16.07.2016 12:30

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Mich hat die Nachricht über die ZDF-App erreicht, im Radio gab's eine Eilmeldung und zuhause lief im ZDF ein Laufband und anschliessend ein heute-journal spezial mit einigermassen belastbaren Informationen. Und das war für mich völlig ausreichend!

Es gibt für mich nichts Überflüssigeres als mit Spekulationen gefüllte Pseudo-Nachrichtensendungen und Spezial-Sendungen, die mangels konkreter Informationen zu irgendwelchen weit entfernten Korrespondenten schalten, die dann auch nur sagen, dass sie noch keine Informationen haben. Das ganze wird dann ständig wiederholt und noch mit irgendwelchen Handy-Wackel-Videos garniert. Auf diese Art von "Journalismus" kann ich gerne verzichten, denn sie hat keinerlei Nutzen oder Sinn.

Insofern habe ich mich bei den Öffis angemessen informiert gefühlt, die Privaten nutze ich aus o.a. Gründen schon seit Jahren nicht mehr für Nachrichten.

von EmmWeh - am 16.07.2016 12:52

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
alqaszar
In der vergangenen Nacht gab es einen versuchten Militärputsch in der Türkei, der kurz vor 23 Uhr unserer Zeit begann.


Schon der erste Satz in deinem Beitrag stimmt nicht.

Hab gestern Abend kurz vor 22.15 h das Erste eingeschaltet, um die Tagesthemen incl. Berichterstattung aus Nizza anzusehen. Da lief bereits ein Laufband mit Hinweis auf den Putsch. Und als 2 Minuten später die Tagesthemen kamen, begannen dise ebenso mit dem Putsch - um 22.15 h.

siehe ---> http://www.tagesschau.de/sendung/tagesthemen/index.html (Sendung von gestern Abend)


In der ARD-Infonacht wurde dann fast nonstop von den Ereignissen in der Türkei berichtet. Der Putsch nahm gefühlte 80 bis 85 % % der Sendezeit ein.
Von wegen keine Berichterstattung... :rolleyes:


Aber halt. Du wohnst ja in NRW. Und dort gibt es diese ARD-Infonacht ja nicht. WDR sei Dank.
Also ist dein nichtausreichendinformiertwerden-Problem ein hausgemachtes NRWDR-Problem.; aber kein wirkliches.

von Manager. - am 16.07.2016 13:07

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
ScheichManfred
Also ich habe gestern um 22:45 Uhr den Fernseher eingeschaltet. Zunächst war tatsächlich auf keinem Sender eine Live-Berichterstattung zu sehen, im N24-Liveticker-Laufband stand aber eine "Eilmeldung". Ab 23 Uhr wurde in "Phoenix - der Tag" regulär und auch mit einer Liveschalte nach Istanbul berichtet. Gegen 23:15 war der Putsch auch bei Euronews Thema.


Gestern im heute journal um 22:15 Uhr wurde bereits über die Ereignisse in der Türkei berichtet und es gab die erste Liveschalte zum Korrespondenten. Zuvor gab vorher in den Ö-R-Sendern Laufbänder mit Hinweisen zu sehen. Daraufhin hab ich den Fernseher eingeschaltet.

Das Material aus dem "heute journal" hat dann Phoenix um 23:00 Uhr in der Sendung "Der Tag" geschnitten gezeigt. Es stand zwar "Live" neben dem Phoenix-Logo aber es was geschnitten, was man an den weißen Überblendungen gesehen hat.

Ich habe parallel Euronews geschaut. Dort wurden Live-Bilder gezeigt, die nicht aussagekräftig waren. Teilweise war nichts zu erkennen. Der Redakteur übersetzte teilweise live, wahrscheinlich nicht aus der türkischen Sprache, sondern die Übersetzung der Übersetzung. Es wurden Informationen aus sozialen Medien vorgelesen und Gerüchte genannt, zum Glück immer mit dem Hinweis auf die Quelle und dem Hinweis es wären nur Gerüchte.

Wenn man nichts zu sagen hat, soll man die Schnautze halten, gilt auch für die Medien. Interessant war die Videoübertragung des Gespräches von Erdoğan mit dem Fernsehsender über Facetime. Erst blockiert er soziale Netzwerke, dann nutzt er diese für seine Zwecke.

von Seltener Besucher - am 16.07.2016 13:13

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
Manager.

In der ARD-Infonacht wurde dann fast nonstop von den Ereignissen in der Türkei berichtet. Der Putsch nahm gefühlte 80 bis 85 % % der Sendezeit ein.
Von wegen keine Berichterstattung... :rolleyes:


Kann ich bestätigen. Die ARD-Infonacht war hier die beste Quelle, was die Aktualität anging.

Zuvor war ich im ZDF heute Journal darauf aufmerksam geworden, wo ich zufällig während meiner üblichen freitäglichen Sat-DX-Session kurz hingezappt hatte.
Und da ich ohnehin gerade vorhatte, den Türksat abzuscannen, hab ich dann die türkischen Nachrichtenkanäle durchgezappt (CNN Türk, NTV Avrupa, 360, 24, Habertürk, Bloomberg HT, TRT Haber etc.).
Die privaten hatten logischerweise Liveberichterstattung mit Reportern in den Straßen von Ankara und Istanbul und fingen die Militäraktionen mit Panzern, Kampfflugzeugen und Hubschraubern live ein.
Bei TRT sprach nur eine Moderatorin, TRT World HD fiel durch ein Bild mit buntem Rauschen auf.
Mittlerweile läuft der Kanal wieder und überträgt die Freudenfeiern auf den Straßen.

Also gilt für mich zur Umfrage oben:

( x ) beim Sat-DXen. :-)

von Saarländer (aus Elm) - am 16.07.2016 13:26

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
DH0GHU
Eine Dauer-berieselung mit dem 100. Mitschnitt vom Panzer auf der Bosporusbrücke hat nun wirklich einen Informationsgehalt auf Schlafmittelniveau.


Und dieses Bild hat Euronews gebracht. Es waren zuerst Autos zu sehen und dann wurde die Brücke gesperrt. Dann wurden Demonstranten gezeigt, auf die geschossen wurde. Allerdings musste man länger dran bleiben, um die Unterschiede zu erkennen. Wer nur kurz reingezappt hat, erfuhr nicht, dass alle Putsche in der Türkei mit der Sperrung der wichtigsten Land- und Luftwege begannen. Teilweise war Euronews nur der Live-Ton drauf, also Schüsse oder Rauschen. Es fehlte der Hinweis, dass es "No Comment" ist. Der Redakteur war teilweise scheinbar überfordert, hat sich meiner Meinung nach aber gut geschlagen, weil er die Informationen gut einsortierte und immer auf die Quelle hingewiesen hat.

von Seltener Besucher - am 16.07.2016 14:02

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

@ DH0GHU

Zitat

Dank des Spardiktats ist es wohl nur noch selten möglich, eine Nachrichtenredaktion 24h rund um die Uhr vorzuhalten.


Bei über 8 Milliarden Euro Einnahmen im Jahr ( https://de.wikipedia.org/wiki/Rundfunkbeitrag ; http://www.focus.de/kultur/kino_tv/geldsegen-fuer-die-oeffentlich-rechtlichen-8-3-milliarden-euro-einnahmen-aus-rundfunkbeitrag-wachsen-erneut_id_4761220.html ) könnte man meinen, daß soetwas drin sein sollte.

Aber wozu eine 24-Stunden-Nachrichtenredaktion? Um über ein paar Ereignisse live zu berichten, die stattfinden, wenn fast ganz Deutschland schläft? Das Geld wäre da doch in Katastrophenfrühwarnsysteme wie sie über dem großen Teich üblich sind, besser investiert.

von Kay B - am 16.07.2016 15:23

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Ich weiß nicht, ob man live jedes kleinste Ereignis sehen/hören muss, um wirklich gut informiert zu sein. Mir reicht die Info, dass da gerade was passiert (und das haben die Öffis ja offenbar hinbekommen), und noch lieber höre ich dann später mal gut recherchierte, fundierte Berichte, die auch die Hintergründe dazu enthalten.

Ganz schlimm fand ich es ja bei den Ereignissen im Bataclan, wo es dieses Dauerprogramm gab, in dem jeder auch nur erdenkliche Pups breit getreten wurde, wo jeder, der zufällig auch nur in der Nähe von Frankreich war, seine Meinung dazu sagen durfte, und wo man stundenlang die immer nur gleichen Nicht-Infos wiederholte, weil es keine neuen Erkenntnisse gab. Aber Hauptsache, wir haben eine Sondersendung gemacht.

von Habakukk - am 16.07.2016 15:32

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Ach Kay... Es ist ja auch drin, nur eben nicht bei JEDEM Sender. Dafür reicht im Prinzip die ARD-Infonacht.

Ansonsten: Wenn FAST ganz Deutschland schläft, schläft nicht ganz Deutschland.
Ich bin z.B. immer bis nach Mitternacht wach. Vor halb 1 gehe ich fast nie ins Bett. Es gibt Leute, die um 3 oder 4 aufstehen. Wegen den 2,5-3,5 Stunden dazwischen Pause? Eigentlich ein Unding. Zumal auch dazwischen Menschen wach sind und ein Recht haben, informiert zu werden.

Vor welchen Katastophen soll denn Deiner Meinung nach besser gewarnt werden? Vor einer Sturzflut, die erst bemerkt wird, wenn sie da ist, auch mit Warnsystem? Vor schlecht sitzenden Frisuren bei Merkel? Vor einem Unfall, den jeder in der Nähe auch so mitbekommt? Vor einem Putsch in Ypsilonistan?
Ja, unser Leben ist täglich massiv bedroht. Von idiotischen Rasern, von herunterfallenden Dachziegeln, vielleicht sogar von einer explodierenden Bombe. Nichts davon verhindert ein Katastrophenwarnsystem. Erdbeben, Vulkanausbrüche etc sind hier selten, und die Warnkette/Infokette bei/vor Unwettern funktioniert auch mit Bordmitteln (wenn man, wie z.B. in Bayern, die öffentlich-rechtlichen Anbieter verpflichtet, Warnungen zu senden!).

von DH0GHU - am 16.07.2016 15:38

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Ich war gestern Abend beim Durchzappen, als das erste mal etwas durch eine Einblendung kam, aber diese war sehr früh und unspezifisch und handelte von einer möglichen Explosion am Istanbuler Flughafen. Bin mir nicht sicher, bei welchem Sender das war. War dann bei den üblich verdächtigen Nachrichtensendern unterwegs und RT hatte gerade eine recht gute Nizza Reportage am laufen. Dann brachten die Moderatoren dort Hinweise, dass in Istanbul etwas vor sich ginge. Sie zeigten soziale Netzwerke, die von Tieffliegern und gesperrten Bosporusbrücken berichteten. Das ganze sehr zeitnah. CNN hatte da noch Nizza im Programm. Kurz darauf verdichteten sich Putschanzeichen und CNN, RT und BBC News berichteten sehr ausführlich. Due deutschen Sender allesamt waren zu dieser Zeit ein Armutszeugnis. Euronews hatte mit das beste an Reporter zu bieten, sehr sachlich und immer mit Quellenangabe. Euronews gehört m.M. pflichtmäßig auf DVB-T.

von CBS - am 16.07.2016 15:42

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
CBS
Due deutschen Sender allesamt waren zu dieser Zeit ein Armutszeugnis. Euronews hatte mit das beste an Reporter zu bieten, sehr sachlich und immer mit Quellenangabe. Euronews gehört m.M. pflichtmäßig auf DVB-T.


Mehrere Leute haben auf zwei Seiten geschrieben, dass die deutschen Sender in ihren Nachrichtensendungen und über Einblendungen im laufenden Programm über das Ereignis berichtet haben. Was soll besser an der Berichterstattung sein, die aus einem fast Standbild von einer Bosporusbrücke und O-Ton von Schüssen ohne Hintergrundinformationen besteht. Das ist etwas für Gaffer und keine Berichterstattung.

Um 22:15 Uhr begann das heute journal mit der Nachricht aus der Türkei und im Laufe der Sendung wurde in die Türkei für 6 Minuten geschaltet. Die ZDF-Sendung ist hier in der Mediathek zu sehen:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2788216/ZDF-heute-journal-vom-15.-Juli-2016?bc=nrt;nrg&gs=nrg228

Euronews zu loben ist sowas von daneben. Die haben minutenlang nur den zugelieferten O-Ton gesendet und gar keine Informationen geliefert oder irgendwelche Hintergründe.

ab 22:15 Uhr ZDF
ab 23:00 Uhr Phoenix
ab 00:18 Uhr ARD Das Erste
ab 00:00 RTL & VOX

Jetzt möchte ich mal hören, was CNN, RT und BBC mehr berichtet haben sollen, als die deutschen Sender, wenn bei jeder Meldung der Hinweis kam, dass es nur Gerüchte von sozialen Netzwerken sind. Hat es sich etwa bewahrheitet, dass Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan nach Deutschland oder in den Iran fliehen möchte? Nein! Es wurde aber auf Euronews kolportiert. Stattdessen hat er über sein iPhone die Menschen aufgerufen auf die Straßen zu gehen um zu demonstrieren. Der Präsident verschanzte sich in seinem 1.000 Zimmer Palast mit und schickte die Menschen auf die Straße, damit die Soldaten diese erschießen, was auf Euronews zu sehen war. Die Türkei würde niemanden in Deutschland interessieren, wie die meisten anderen Länder im Umfeld, wenn es nicht 2,5 Mio. Türken in Deutschland gäbe. Wenn in China ein Sack Reis umfällt, interessiert es auch niemanden.

Ich frage allen Ernstes, wer braucht noch mehr Nachrichtensender in Deutschland, die selbsternannten Experten ein Podium bieten zur jedem Ereignis Wikipediawissen in die Kameras zu labbern. Gerade im 21. Jh. reicht es den Quark einmal in die Mediathek zu setzen und jeder kann es aufrufen. Die Täler der Ahnungslosen sind überall dort, wo das Internet tropfenweise geliefert wird und die Menschen noch glauben, das lineare Fernsehen muss mit der 10. Wiederholung eines Gerüchts die Menschen vollsülzen.

von Seltener Besucher - am 16.07.2016 17:44

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
Seltener Besucher
Zitat
CBS
Due deutschen Sender allesamt waren zu dieser Zeit ein Armutszeugnis. Euronews hatte mit das beste an Reporter zu bieten, sehr sachlich und immer mit Quellenangabe. Euronews gehört m.M. pflichtmäßig auf DVB-T.


Mehrere Leute haben auf zwei Seiten geschrieben, dass die deutschen Sender in ihren Nachrichtensendungen und über Einblendungen im laufenden Programm über das Ereignis berichtet haben. Was soll besser an der Berichterstattung sein, die aus einem fast Standbild von einer Bosporusbrücke und O-Ton von Schüssen ohne Hintergrundinformationen besteht. Das ist etwas für Gaffer und keine Berichterstattung.


Wie man es richtig machen kann, ohne dass man zu einem Gaffer denunziert wird, konnte man bei Euronews sehen. Tatsache ist, dass wenn man sich bei den deutschen Sendern informieren wollte, man erstens ewig auf ein Update hat warten müssen und zweitens dieses meist nur in der Nachberichterstattung stattfand. ÖR wie auch Private kaum ein Unterschied (wobei man bei den Pseudonachrichtenkanälen der Privaten anscheinend nach einiger Zeit wenigstens tw. CNN übernahm) und bei den ÖR erwarte ich wenigstens, dass man den ach so tollen und aktuellen und daher angeblich wichtigen Nachrichtensender "tagesschau24" dazu nutzen sollte, Live zu berichten - und wenn das mangels Reportern nicht möglich ist, einen anderen assoziierten Sender wie z.B. Euronews übernimmt, der keine hier vorwurfsvolle Gaffermentalität an den Tag legte. Das Hauptproramm kann man weiterlaufen lassen und die Infos auf die Nachtichtensenungen beschränken aber was gestern die Nacht durch passierte war einer Liveberichterstattung wenigstens auf den expliziten Nachrichtenkanälen durchaus angemessen.

von CBS - am 16.07.2016 18:40

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
CBS
Tatsache ist, dass wenn man sich bei den deutschen Sendern informieren wollte, man erstens ewig auf ein Update hat warten müssen und zweitens dieses meist nur in der Nachberichterstattung stattfand.


Was an den Bildern die BBC, CNN oder Euronews gebracht haben, hätte man unbedingt live übertragen müssen?

Zitat
CBS
ÖR wie auch Private kaum ein Unterschied (wobei man bei den Pseudonachrichtenkanälen der Privaten anscheinend nach einiger Zeit wenigstens tw. CNN übernahm) und bei den ÖR erwarte ich wenigstens, dass man den ach so tollen und aktuellen und daher angeblich wichtigen Nachrichtensender "tagesschau24" dazu nutzen sollte, Live zu berichten - und wenn das mangels Reportern nicht möglich ist, einen anderen assoziierten Sender wie z.B. Euronews übernimmt, der keine hier vorwurfsvolle Gaffermentalität an den Tag legte.


In Deutschland gibt es den Ereignis- und Dokumentationssender Phoenix von ARD und ZDF. Ich weiß nicht, welche Bilder CNN übernommen hat. Es gilt immer einzuordnen, welche Ziele der Contentlieferant verfolgt. CNN Türk war lahmgelegt, der Sender gehört einem großen Medienunternehmen, das von Staatsaufträgen abhängig ist. TRT war teilweise abgeschaltet. ARD und ZDF haben auf ihre Reporter gesetzt. Auch in anderen Ländern ist es nicht anders. In Polen übernehmen die deutschen Medien lieber die Bilder von TVN24 als vom staatlichen Nationalfernsehsender TVP. Ich glaube kaum, dass CNN Int. Eine gute Quelle für Bilder aus der Türkei ist. Die werden die Bilder auch eingekauft haben. Tagesschau24 ist nicht mit dem Motto gestartet „bei uns ist immer 20 Uhr“, das war der Slogan von n-tv zum Sendestart.

Noch einmal zur Liveberichterstattung: Was hätten die dt. Medien live zeigen sollen? Der Putsch hat gerade 5 Stunden gedauert und ist negativ ausgegangen. Auch mit ARD und ZDF wäre das Ergebnis nicht besser ausgegangen. Zuverlässige Quellen gab es nicht. Es war mehr Kaffeesatzleserei als Berichterstattung. Euronews als Quelle geht schon gar nicht, denn an Euronews ist der TRT beteiligt.

Zitat
CBS
Das Hauptproramm kann man weiterlaufen lassen und die Infos auf die Nachtichtensenungen beschränken aber was gestern die Nacht durch passierte war einer Liveberichterstattung wenigstens auf den expliziten Nachrichtenkanälen durchaus angemessen.


Was ist gestern passiert, was der Liveberichterstattung bedürft hätte? Das was an Bildern über Euronews kam, hätte man in 2-3 Minuten zusammenfassen können.

von Seltener Besucher - am 16.07.2016 20:39

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat

Was soll diese Hetze gegen das "lineare Radio" und "lineare TV" hier eigentlich immer wieder?
Allein schon der Titel des Threads " TV & Radio berichten nicht" ist eine reine Lüge.

Das habe ich mir auch gedacht. Und die Nutzerumfrage (ja ich weiß, nicht repräsentativ und so) zeigt ja auch, dass ca. 60% über Radio/TV davon erfahren haben, und weitere 8% von anderen Menschen, die zum Teil evtl. auch per Radio/TV davon informiert wurden.

Davon abgesehen betreffen mich die Ereignisse weder direkt, noch sind sie ein Unterhaltungsspektakel wie Sportereignisse, bei denen der Unterhaltungswert auch darin besteht jede kleine Veränderung und alle Spekulationen mitzuverfolgen. Von daher reichen mir auch die gesammelten Informationen am nächsten Tag. Ist ja nicht wie beim Fußball, bei dem sich manche Leute freuen, wenn sie ein paar Sekunden früher "Tor" schreien können als ihre Nachbarn. Aber gut, das ist meine Meinung. Da kann man wohl verschiedener Ansicht sein

von Zwölf - am 16.07.2016 20:51

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
Seltener Besucher
Was ist gestern passiert, was der Liveberichterstattung bedürft hätte? Das was an Bildern über Euronews kam, hätte man in 2-3 Minuten zusammenfassen können.


Ich glaube, Deine Argumentation kann man genau in diesen Deinem letztem Satz zusammengefasst sehen: Ein Ereignis, dass während es voranschritt, keiner Liveberichterstattung bedurft hätte. Ich denke darüber eben anders, wie ich zuvor erläutert habe. Übrigens, Euronews (ich rede in meinen Posts übrigens vom Audio) staatlich durch die Türkei gesteuert, da TRT (neben über 20 anderen Sendern) beteiligt ist, anzusehen ist etwas weit hergeholt, meinst Du nicht? CNN türk ist da regierungskompatibler ;)

von CBS - am 16.07.2016 20:56

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

@ DH0GHU

Zitat

Ach Kay... Es ist ja auch drin, nur eben nicht bei JEDEM Sender.


Das mit der fehlenden 24-Stunden-Nachrichtenredaktion hattest DU doch angemerkt.


Zitat

Zumal auch dazwischen Menschen wach sind und ein Recht haben, informiert zu werden.


Dann wären die Sendepausen, die es noch bis in die 90er Jahre gab, Rechtsverstöße gewesen. Es ist einfach Quatsch zu erwarten, daß 24 Stunden am Tag eine Nachrichtenredaktion aktiv sein und in der Lage zu sofortigen Live-Übertragungen sein muss. Die Infonacht reicht dazu.


Zitat

Vor welchen Katastophen soll denn Deiner Meinung nach besser gewarnt werden?


Das hat der Katastrophenschutz zu entscheiden. Ein Putschversuch in Südosteuropa wird wohl für die deutsche Bevölkerung keine unmittelbare Gefahr darstellen, die eine sofortige Warnung mit Liveberichterstattung erfordert. Bei sowas zittern außerhalb des betroffenen Landes eher als erstes die Börsenheinis. Dann müßte man für die auch gleich eine eigene 24-Stunden-Berichterstattung einrichten. :joke:



@ Marc_RE

Zitat

EAS wäre für Deutschland ungeeignet. Es ist zu simpel und funktioniert. Deutschland bräuchte da eine schweineteure Hightechlösung die von der Industrie nicht angenommen wird, bei deren Entwicklung es Probleme gibt und die nachher das doppelte kostet.


:joke:

Derweil läuft das dort auch über das Mobilfunknetz ab und hat sich offenbar sehr bewährt.

von Kay B - am 16.07.2016 21:35

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
Kay B
Ein Putschversuch in Südosteuropa wird wohl für die deutsche Bevölkerung keine unmittelbare Gefahr darstellen, die eine sofortige Warnung mit Liveberichterstattung erfordert. Bei sowas zittern außerhalb des betroffenen Landes eher als erstes die Börsenheinis. Dann müßte man für die auch gleich eine eigene 24-Stunden-Berichterstattung einrichten. :joke:

Also ich hätte schon ein wenig mehr Berichterstattung erwartet, gerade auch auf einem Kanal wie "tagesschau24". Von dem man das eigentlich auch erwartet. Zumindest war das meine erste Anlaufstelle. Eine Unterbrechung des Haupt-Das Erste erwarte ich nicht unbedingt.
Auch vor dem Hintergrund, daß in Deutschland ca. 5-7 Millionen Türken leben und HIER ebenfalls den Haushaltsbeitrag (ex-GEZ) zahlen, wäre es doch sehr angebracht gewesen, zu liefern.

von iro - am 16.07.2016 22:23

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

@ iro
Mir liegt es fern tagesschau24 in Schutz nehmen zu wollen. Aber: Wie hätte es ausgesehen wenn wir ein paar Stunden eher dran gewesen wären, also im Regelprogramm?
Was hier auch schon genannt wurde: Was will man bringen, was ist sendefähig? Vielleicht sind grundsätzlich die Erwartungen zu hoch. Gerade da wird es keine gesicherten Berichte geben die den normalen Ansprüchen Rechnung tragen. Informationen aus dem Internet? Angeblich größtenteils stark eingeschränkt (haben einige den Schuß jetzt bitte gehört ;-) ). Ansonsten: "Panzer auf der Brücke in Dauerschleife"? Nun das bringt dann auch nichts an Informationsgewinn... Und dennoch: Gerade für ein Kanal wie diesen stellt sich die Frage, ob man in derartigen Situationen nicht zur Hochform auflaufen könnte und sollte.

von Thomas (Metal) - am 16.07.2016 22:36

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat

"Panzer auf der Brücke in Dauerschleife"?

Zur Not auch das. tagesschau24 wird ansonsten mit haufenweise Wiederholungen gefüllt, so daß man dort ganz schnell das Programm hätte umstellen können. Für Leute, die eben mal 5 min rüberschalten wollen um dem Namensversprechen "tagesschau24" zu folgen. Also Marke Newsdudler. Es fiele ja nichts wichtiges aus (und nichts, was nicht noch weitere 3x wiederholt würde).
Man hätte den aktuellen Stand berichten können, Fehlinfos klarstellen können (Explosion am Flughafen war doch nur Überschallknall) wie die BBC es machte. Mir hätte das gereicht. Als ich nach 23 Uhr vom Putsch erfuhr, fand ich kein deutsche ö-r TV-Programm mit Infos. Und landete schließlich bei der BBC, wo dann auch der Leiter des Turkish Service zu Gast war und ein Erdogan-Mann. Nebst obligatorischen Brückenbildern.

"Panzer auf der Brücke in Dauerschleife" - dazu in 5-20 Min. informiert werden, egal zu welcher Zeit man einschaltet. Hätte ich mir gewüscht. Da hat man nun schonmal diesen Ausspielkanal, nennt ihn auch noch irgendwas mit "24", hat Korrespondenten, Redakteure, Moderatoren en masse, ausreichende Finanzierung. Und nutzt das nicht.

von iro - am 16.07.2016 23:24

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Und dass bei DRadioKultur klassische Musilk dudelt und der DLF seine Radionacht deswegen auch nicht umstellt, ist ja auch logisch. Ein Kulturprogramm hat sein Profil nunmal anders, und der DLF ist ja ein Infformations-Vollprogramm aus unterschiedlichen Bereichen und kein klassischer 24h-Newsdudler. Das überlassen sie zu Recht den Landesrundfunkanstalten. B5aktuell und Co. sind vergleichbar mit den Push-Meldungen auf dem Smartphone (B5 reagiert eigentlich immer sehr schnell. Ich habe oft in den Fünf-Minuten-Nachrichten schon gehört "soeben wird gemeldet". Der DLF ist eher eine gut aufgemachte Tageszeitung oder bei vielen Zhemen DER SPIEGEL der Augstein-Ära. Achtet mal darauf, wie häufig in Agentumeldungen oder auf den Newsdudlern aus Interviews im Deutschlandfunk zitiert wird. Ein robuster Dampfer kann (und soll auch nicht) wie ein kleiner wendiger Einhandsegler agieren.

von rolling_stone - am 17.07.2016 07:27

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
CBS
Zitat
Seltener Besucher
Was ist gestern passiert, was der Liveberichterstattung bedürft hätte? Das was an Bildern über Euronews kam, hätte man in 2-3 Minuten zusammenfassen können.


Ich glaube, Deine Argumentation kann man genau in diesen Deinem letztem Satz zusammengefasst sehen: Ein Ereignis, dass während es voranschritt, keiner Liveberichterstattung bedurft hätte. Ich denke darüber eben anders, wie ich zuvor erläutert habe. Übrigens, Euronews (ich rede in meinen Posts übrigens vom Audio) staatlich durch die Türkei gesteuert, da TRT (neben über 20 anderen Sendern) beteiligt ist, anzusehen ist etwas weit hergeholt, meinst Du nicht? CNN türk ist da regierungskompatibler ;)


Ich habe gut 1,5 Stunden Euronews live auf den zweiten Bildschirm geschaut und währenddessen zu den anderen Sendern geschaltet. Gleichzeitig habe ich im Internet mitverfolgt, wer neue Inhalte einstellt. Im Fall Türkei ist Euronews auf TRT angewiesen, denn das wird der Hauptlieferant von Bildern sein. Ich fragte konkret nach Inhalten, die unbedingt ARD und ZDF hätten bringen müssen und die Du vermisst hast, außer von den Brückenbildern mit und ohne Auto?

von Seltener Besucher - am 17.07.2016 08:29

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Also, jetzt mal ganz ehrlich: Mir ist eine Zusammenfassung der Fakten am nächsten Morgen wesentlich lieber als eine hastig zusammengeschusterte Live-Berichterstattung mit Halbwahrheiten, dunkel-verwackelten Handyvideos und Twitter-/Facebook-Zitaten von zufälligen Beobachtern. Sowas ist für mich reiner Sensationsjournalismus mit oft sehr geringem Informationswert.

Ketzerisch gefragt: müssen wir denn überhaupt wirklich alles live mitkriegen, was uns nicht direkt tangiert? Bringt das irgendeinen positiven Aspekt in unser Leben? Für mich persönlich lautet die Antwort ganz klar: Nein! MIr reicht es, wenn ich mich einmal am Tag über das Weltgeschehen informiere. So traurig es klingt: Es spielt für mein Leben keine Rolle, ob es irgendwo wieder mal einen Terroranschlag gegeben hat oder ob in irgendeiner Bananenrepublik der inszenierte Putsch eines Diktators fehlgeschlagen ist. Ich bemitleide auch die Mitmenschen, die alle paar Minuten zwanghaft ihr Smartphone in die Hand nehmen, weil wieder mal eine Push-Nachricht vermeldet, dass Promi XY sich beim Dschungel-Wettpupsen in die Hose gemacht hat.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 17.07.2016 08:49

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
iro
Zur Not auch das. tagesschau24 wird ansonsten mit haufenweise Wiederholungen gefüllt, so daß man dort ganz schnell das Programm hätte umstellen können. (...) "Panzer auf der Brücke in Dauerschleife" - dazu in 5-20 Min. informiert werden, egal zu welcher Zeit man einschaltet. Hätte ich mir gewüscht. Da hat man nun schonmal diesen Ausspielkanal, nennt ihn auch noch irgendwas mit "24", hat Korrespondenten, Redakteure, Moderatoren en masse, ausreichende Finanzierung. Und nutzt das nicht.


Tagesschau24 hat eine zu geringe Verbreitung. Über DVB-T kommt es nur in 4 Bundesländern, im Kabel ist es nur digital zu empfangen und auf weit entfernten Kanälen. Phoenix hat eine viel größere Verbreitung.

Es wird wieder der Unterschied zwischen den Menschen deutlich, die am Breitbandinternet hängen und denen, die den Secondscreen nicht nutzen.

Eine Schleife von 5-20 Minuten zu senden, während die Ereignisse noch nicht abgeschlossen sind, macht keinen Sinn. Die Schleife wäre schnell veraltet. An Bildern von leeren Studios, Brücken und Hubschraubern und Flugzeugen hat nicht gefehlt. Die Antworten auf die Fragen wer, was, wo und vor allem warum und wieso hätte man nicht beantworten können. Man wusste nicht wer ist diese selbsternannte Gruppe, welche Ziele hat sie außer den Putsch durchzuführen und warum und wieso, also die Ziele waren nicht bekannt. Der Putsch wäre anders verlaufen, wenn sie sich dazu geäußert hätten. Deshalb gab es nur Kaffeesatzleserei. Die Türken in Deutschland sind mit Medien aus der Heimat ausreichend versorgt und nicht auf die dt. Medien angewiesen.

von Seltener Besucher - am 17.07.2016 08:49

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Ich habe ab ca. 22 Uhr BBC News geschaut, wo sie seitdem dann durchgehend live davon berichteten. n-tv hat ebenfalls ab 22 Uhr übertragen und hauptsächlich Bilder von CCN Türk gezeigt.

Seit einiger Zeit ist BBC News meine erste Anlaufstelle für Nachrichten. Bei den Anschlägen in Paris und Brüssel hat man sehr den Unterschied zu den deutschen Medien gemerkt. BBC News ist immer deutlich schneller und hat mehr Informationen. Dies liegt oft auch daran, dass sie scheinbar überall gerade Korrespondenten haben und über bbc.co.uk auch explizit Augenzeugen auffordern Kontakt aufzunehmen und Material zur Verfügung zu stellen (sofern sie sicher sind versteht sich). Ob das Sensationsjournalismus ist.. ich weiß nicht. Mich jedenfalls versetzen erste Schlagzeilen in Aufruhe und ich möchte so schnell wie möglich mehr darüber erfahren. Und da ist BBC News definitiv die bessere Wahl. Anstatt nur mit ebenfalls unwissenden Leuten vor Ort zu sprechen (so wie es ARD und ZDF gerne minutenlang tun ohne dass es einen großen Mehrwert hat) zeigt man in der BBC gerne Livebilder, was ich für viel informativer halte.

Auch gefällt mir bei der BBC besser, dass sie im Gegensatz zu den deutschen Medien auch durchaus mal "härtere" Bilder zeigen. Bei den deutschen Medien habe ich inzwischen das Gefühl man versucht bewusst die Härte herauszunehmen und möchte die Menschen nicht tatsächlich mit der tatsächlichen Grausamkeit konfrontieren. In der BBC zeigen sie alles außer den Moment wenn Menschen gerade sterben. Im deutschen TV habe ich beispielsweise nicht gesehen, wie ein Motorradfahrer versuchte den LKW zu stoppen und dabei angefahren wurde und wie kurz darauf zwei Polizisten veruschten den Fahrer zu erschießen. Lediglich die 5 nachfolgenden Sekunden wie der LKW beschleunigt wurden gezeigt (und auch dort hat die BBC das Video noch etwas länger gezeigt). Diese Bilder zeigt man in UK mit einer vorher ausgesprochenen Warnung. So kann jeder selber entscheiden, wie viel er sich zutraut.

Zufällig habe ich um Mitternacht die BBC News Headlines aufgezeichnet. Entsprechende Bilder kamen dort zwar schon viel früher rein, aber da ich es schonmal habe, stelle ich es gerne auch mal zur Verfügung: BBC NEWS Headlines

von inblubb - am 17.07.2016 09:18

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
DJ Taifun
Nachrichten = nach gerichtet :D
Was mir seit einiger Zeit auf dem Nerv geht sind die Journalisten, vor allem bei den privaten TV, die bis ins Detail alles wissen wollen. Das war auch bei den Hochwasser Tagen in Mai / Juni, als die neugierig die Bewohner fragten etc. Ein Blick einiger Jahrzehnten zurück, war das alles ernster und nicht mit den Kommentaren aus den modernen Medien zugeschüttet.

:spos:
Zu dem unsäglichen Artikel, der auf der ersten Seite verlinkt ist:
Wie, man geht um 1 Uhr Nachts mit Live-Berichterstattung im TV off air? Bei manchen Kommentaren ("Hohn und Spott erntete xy...") wünscht man sich den Sendeschluss samt Testbild zurück. Keiner kann mir erzählen, dass er die Kiste 24 h laufen hat.

von rolling_stone - am 17.07.2016 10:00

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat

Tagesschau24 hat eine zu geringe Verbreitung. Über DVB-T kommt es nur in 4 Bundesländern,

[klugscheißermodus]Über DVB-T wird tagesschau24 in 6,5 Bundeländern (SH, HH, NDS, B, BB, HE und Südbayern) ausgestrahlt. [/klugscheißermodus]

Zitat

Vielleicht nicht, vielleicht aber doch! Freunde von mir sind zur Zeit in der Türkei. Sie wollen heute zurück fliegen. Nachrichten an sie kommen nicht an. Weder über WhatsApp oder SMS noch per Anruf. Ich wäre schon an ein paar Informationen interessiert. Man macht sich so seine Sorgen.

Naja, man wird aus den Medien eh nichts in der Art "Max Mustermann aus Musterstadt ist in Sicherheit/unter den Verletzten/unter den Toten" erfahren, sondern nur Allgemeines. Und in diesem Fall wäre das Allgemeine gut auf ein, zwei Teletextseiten aktuell unterzubringen gewesen. Da brauchen nicht zig ARD/ZDF-Leute eine extra-Nachtschicht für eine Dauerberichterstattung schieben.

von Zwölf - am 17.07.2016 11:09

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
Seltener Besucher
Die Türken in Deutschland sind mit Medien aus der Heimat ausreichend versorgt und nicht auf die dt. Medien angewiesen.

Sind sie? TRT in Hand der Militärs, Private in Erdogans Händen.

Wollen "wir" das? Wollen wir, daß unsere türkischen Mitbürger sich aus Erdogans Quellen versorgen müssen (merke: auch die zahlen für das deutschen TV ihren Beitrag), wollen wir bei unseren russisch-deutschen Mitbürgern, das Putins Propagandasender die Meinungshoheit haben?

Wenn nicht, dann müssen entsprechende Angebote gemacht werden!

So hörte sich die Berichterstattung der Stimme der Türkei gestern auf Deutsch an:
(erste 12 min anhören)

http://www.radio360.eu/player/podcastplayer.php?datei=http://www.@#$%&.info/podcasts/de/tr/vot/./20160716_0000.mp3&feed=tuerkei
[Link kopieren, im Link die Zeichenfolge @#$%& ersetzen durch (ohne Leerzeichen dazwischen) r a d i o 7 0 0 ]

Forum ausgetrickst: diesen Link nehmen: http://bit.ly/29LYE4I

Ähnlich wird das auf allen Erdogan-Sendern klingen.

von iro - am 17.07.2016 13:04

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
CBS
Ich denke darüber eben anders, wie ich zuvor erläutert habe. Übrigens, Euronews (ich rede in meinen Posts übrigens vom Audio) staatlich durch die Türkei gesteuert, da TRT (neben über 20 anderen Sendern) beteiligt ist, anzusehen ist etwas weit hergeholt, meinst Du nicht? CNN türk ist da regierungskompatibler ;)


Zitat
Seltener Besucher
Ich habe gut 1,5 Stunden Euronews live auf den zweiten Bildschirm geschaut und währenddessen zu den anderen Sendern geschaltet. Gleichzeitig habe ich im Internet mitverfolgt, wer neue Inhalte einstellt. Im Fall Türkei ist Euronews auf TRT angewiesen, denn das wird der Hauptlieferant von Bildern sein. Ich fragte konkret nach Inhalten, die unbedingt ARD und ZDF hätten bringen müssen und die Du vermisst hast, außer von den Brückenbildern mit und ohne Auto?


Hervorhebungen im Zitat von mir. Sehr guter deutscher Kommentator übrigens, als es darum ging, Ereignisse mit Quellen anzugeben. Ansonsten gehe ich ganz mit iro mit. Euronews ist in dieser Argumentation nur ein Nebenschauplatz, es geht um die deutschen Sender zu diesem doch irgendwie wichtigen Ereignis und da wurde so ziemlich alles schon gesagt. Man muss dabei akzeptieren, dass es Leute gibt, die nichts sensationelles zeitnah erleben möchten ("mir genügt eine Zusammenfassung am nächsten Tag" oder "in der nächsten Tagesschau reicht es") und Leute, die miterleben möchten, was gerade Stand der Dinge ist, wobei man dann auf eine professionelle Crew angewiesen ist, die Informationen richtig einordnen kann. Für den zweiten Personenkreis haben die deutschen Sender nichts zu bieten gehabt. Vielleicht wurde das später besser aber in den ersten Stunden (bei so einem Ereignis ist das Nachrichtenmäßig eine Ewigkeit) war man auf ausländische Sender angewiesen.

von CBS - am 17.07.2016 13:51

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
Kay B
@ DH0GHU

Zitat

Ach Kay... Es ist ja auch drin, nur eben nicht bei JEDEM Sender.


Das mit der fehlenden 24-Stunden-Nachrichtenredaktion hattest DU doch angemerkt.

Dreh mir bitte die Worte nicht im Mund rum, sowas kann ich garnicht ab!
Ich habe angemerkt, dass es nur selten möglich ist, ich habe nicht geschrieben, dass es das garnicht gibt. Ja, ich stehe dazu: Es reicht im jetzigen Umfang.


Zitat

Zitat

Zumal auch dazwischen Menschen wach sind und ein Recht haben, informiert zu werden.


Dann wären die Sendepausen, die es noch bis in die 90er Jahre gab, Rechtsverstöße gewesen. Es ist einfach Quatsch zu erwarten, daß 24 Stunden am Tag eine Nachrichtenredaktion aktiv sein und in der Lage zu sofortigen Live-Übertragungen sein muss. Die Infonacht reicht dazu.

Was wenn nicht eine Nachrichtenredaktion steckt "hinter" der Infonacht?
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass in den 90er-jahren alle Programme Sendeschluß hatten. Das mag auf Fernsehprogramme zutreffen, im Radio gabs auch damals schon nachts um 3 aktuelle Meldungen...




Zitat

Zitat

Vor welchen Katastophen soll denn Deiner Meinung nach besser gewarnt werden?


Das hat der Katastrophenschutz zu entscheiden. Ein Putschversuch in Südosteuropa wird wohl für die deutsche Bevölkerung keine unmittelbare Gefahr darstellen, die eine sofortige Warnung mit Liveberichterstattung erfordert.


Eben, der Kat-Schutz, und nicht die ARD. die informiert sinnvollerweise- in meinen Augen bereits heute ausreichend - rund um die Uhr über alles Wichtige in der Welt. Das muss nicht auf jedem Kanal passieren, ein lineares Medium (z.B. ARD-infonacht) und online reicht dazu vollkommen. TV wird als "aktuelles" Medium völlig überbewertet, da es nur einen Teil der Klientel erreicht (im Auto z.B. läuft seltenst TV, aber ein modernes Autoradio wird Warn- und Servicemeldungen normalerweise durchschalten, selbst wenn grad MP3s gehört werden).
Und, wie schon geschrieben: Wenn der Kat-Schutz oder zB auch der DWD dann eine entsprechende Meldung heraus gibt, sind, je nach Landesrecht, die Landesrundfunkanstalten sowieso dazu verpflichtet, zu warnen. Das, was Du forderst, gibt es also schon (zumindest in Bayern, für den Rechtsrahmen in anderen Bundesländern mußt Du in anderen Bundesländern nachfragen/nachforschen)..

von DH0GHU - am 17.07.2016 13:53

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

@ DH0GHU

Zitat

Dreh mir bitte die Worte nicht im Mund rum, sowas kann ich garnicht ab!


Du kannst es irgendwie nicht ab, wenn sich jemand auf mehrdeutige oder widersprüchliche Aussagen von dir bezieht.


Zitat

Ich habe angemerkt, dass es nur selten möglich ist, ich habe nicht geschrieben, dass es das garnicht gibt.


Wurde dir dich nicht unterstellt. War einfach nur der Bezug auf dein erstes Posting.


Zitat

Was wenn nicht eine Nachrichtenredaktion steckt "hinter" der Infonacht?


EINE ...und das höchstwahrscheinlich ohne irgendwelche Reporter um die ganze Welt für sofortige Liveschaltungen. Das reicht doch auch für den Nachtberieb.


Zitat

Das mag auf Fernsehprogramme zutreffen, im Radio gabs auch damals schon nachts um 3 aktuelle Meldungen...


Ähnliche Situation wie heute im Radio. Damals wie heute wahrscheinlich aus EINER Nachrichtenredaktion, die "einfach" nur die eingehenden Meldungen der Nachrichtenagenturen aufbereitet und nicht 24-Stunden am Tag ein weltweites Reporternetz auf Bereitschaft hat (denn das bräuchte es ja, um die o.g. Live-Berichterstattung mitten in der Nacht anzubieten). Da reicht die ARD-Infonacht, darüber müßten wir uns doch einig sein?


Zitat

Eben, der Kat-Schutz, und nicht die ARD.


Soviel zum Worte im Mund rumdrehen. Wo wurde das geschrieben, daß die ARD für den Katastrophenschutz zuständig sein soll? Ich schrieb, daß das Geld besser in Katastrophenfrühwarnsysteme als in eine umfangreiche 24-Stunden-Berichterstattung angelegt wäre. Also, daß sich z.B. der Katastrophenschutz - wie es überm Teich üblich ist - in die laufenden Programme einschalten kann (z.B. als Laufband im TV). Das dürfte schneller gehen als wenn eine Warnung erst die ganzen Instanzen einer ARD-Anstalt durchlaufen muß.

von Kay B - am 17.07.2016 14:55

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
B.Zwo
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Ketzerisch gefragt: müssen wir denn überhaupt wirklich alles live mitkriegen, was uns nicht direkt tangiert? Bringt das irgendeinen positiven Aspekt in unser Leben?

Vielleicht nicht, vielleicht aber doch! Freunde von mir sind zur Zeit in der Türkei. Sie wollen heute zurück fliegen. Nachrichten an sie kommen nicht an. Weder über WhatsApp oder SMS noch per Anruf. Ich wäre schon an ein paar Informationen interessiert. Man macht sich so seine Sorgen.


Ich sagte ja "was uns nicht direkt tangiert". Du bist in dem Fall durchaus davon betroffen.

Hat dir die Live-Berichterstattung im konkreten Fall irgendwas genützt oder haben die Spekulationen deine Sorgen nur noch vergrössert? Wäre es insgesamt nicht stressärmer gewesen, erst bei gesicherter Nachrichtenlage informiert zu werden?

Mich erinnern halt diese Berichterstattungen immer an Gaffer bei Unfällen. Es wird das Gefühl vermittelt, dass man etwas über das Geschehen erfährt, aber man blickt nur aus der Distanz auf den Schauplatz und weiss am Ende doch nicht Bescheid, weil die einzige Informationsquelle andere Aussenstehende sind, die Spekulationen und Halbwissen von sich geben.

Zitat
B.Zwo
Wer nicht informiert werden will kann immer noch die Decke über den Kopf ziehen und alles ausschalten was Nachrichten bringen könnte.:sneg:


Wàre zweifellos sehr entspannend. ;) Ich nehme halt den Mittelweg, informiere mich bei Gelegenheit aktiv im Internet oder den linearen Medien über das Tagesgeschehen, muss aber absolut nicht ständig per Push-Meldung über jeden Furz infomiert werden.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 17.07.2016 17:49

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
iro
Zitat
Seltener Besucher
Die Türken in Deutschland sind mit Medien aus der Heimat ausreichend versorgt und nicht auf die dt. Medien angewiesen.

Sind sie? TRT in Hand der Militärs, Private in Erdogans Händen.
Wollen "wir" das? Wollen wir, daß unsere türkischen Mitbürger sich aus Erdogans Quellen versorgen müssen (merke: auch die zahlen für das deutschen TV ihren Beitrag), wollen wir bei unseren russisch-deutschen Mitbürgern, das Putins Propagandasender die Meinungshoheit haben?
Wenn nicht, dann müssen entsprechende Angebote gemacht werden!

Zitat
CBS
Ansonsten gehe ich ganz mit iro mit. Euronews ist in dieser Argumentation nur ein Nebenschauplatz, es geht um die deutschen Sender zu diesem doch irgendwie wichtigen Ereignis und da wurde so ziemlich alles schon gesagt.


Die russischen und türkischen Mitbürger werden nicht auf ihre Medien verzichten nur, weil ARD und ZDF mehr aus ihren Ländern berichten. Was heißt hier Ihnen ein Angebot machen? ARD und ZDF können nicht in dem Umgang über Russland, Kasachstan, die Türkei und Syrien berichten, wie die örtlichen Medien. Die Menschen bekommen Informationen von ihren Familienangehörigen, Verwandten und Freunden aus der Heimat und machen sich ein eigenes Bild. Für die einheimische Bevölkerung entsteht ein verzerrtes Bild, wenn ARD und ZDF stärker Länder berücksichtigen aus denen viele Einwanderer hier Leben. ARD und ZDF müssten im gleichen Umfang über die Länder berichten wie örtliche Medien, um eine Alternative darzustellen. Das ist weder dem Gebührenzahler noch der KEF zu verklickern. Nicht zu vergessen ist der Sprachfaktor. Auch nach 20 Jahren in Deutschland, sprachen die Menschen immer noch unzureichend deutsch. Ich empfehlen euch diesen Beitrag:

http://dradiowissen.de/beitrag/russlanddeutsche-deutschland-im-pass-russland-im-herzen

von Seltener Besucher - am 17.07.2016 19:06

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
Seltener Besucher
Das ist weder dem Gebührenzahler (...) zu verklickern

Warum sollte das dem Gebührenzahler nicht zu verklickern sein? Ich wiederhole nochmal: alle Russlanddeutschen und türkischen Haushalte hierzulande sind ebenfalls Gebührenzahler. Und ich finde: damit dürfen diese auch Ansprüche geltend machen!
Und um diesen Bevölkerungsteil nicht komplett Putins Propaganda zu überlassen wegen mangelnder Deutschkenntnisse auch nach 20 Jahren, darf das m.E. auch ruhig in russischer Sprache sein. Was zwar nicht unbedingt integrationsfördernd ist, aber mir immer noch lieber als 4,5 Millionen medial durch Putin gesteuerte Zombies (Fall Lena). Das Gebührenaufkommen dieser Haushalte reicht sicherlich aus, um ein entsprechendes Angebot zu finanzieren (zum Vergleich: Rheinland-Pfalz = 4 Mio. Einwohner, das Geld reicht also schon für eine halbe ARD-Anstalt der Größenordnung SWR!)

In den baltischen Staaten ist man mittlerweile auch darauf gekommen, dem dortigen russischsprachigen Bevölkerungsteil Angebote in Russisch zu machen - genau aus dem Grund, diese eben nicht komplett der putinschen Propaganda zu überlassen. Es geht hierbei um Informationsangebote, nicht um Unterhaltung.

von iro - am 17.07.2016 20:38

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Mit Euronews gibt es doch schon ein quasi ö.r. Programm, das auch in russisch und türkisch sendet. Das schaut so gut wie niemand? Mag sein, aber eine russische oder türkische Sendung im dt. Inlandsfernsehen würden wahrscheinlich auch nicht viel mehr Russlanddeutsche und Türkischstämmig anschauen. Die entsprechenden Leute, die kein Deutsch können werden wohl fast alle eine Sat-Schüssel für die Heimatprogramme haben; den meisten geht es wohl in erster Linie um Unterhaltung; Nachrichten werden nur nebenbei mitgenommen. Wir müssen doch nur unsere deutschen Sehgewohnheiten betrachten - die Quoten der Infoprogramme sind ziemlich niedrig. Sicher, wenn es nach mir ginge, könnte man zur 20-Uhr-Tagesschau gerne auch eine türkische und eine russische Tonspur (Voice over) anbieten, aber viel mehr halte ich nicht für notwendig. Immerhin haben sich unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund i.d.R. freiwillig für ein Leben in Deutschland entschieden; von daher können sie nicht erwarten genauso umfassend und in ihrer Muttersprache über ihre ehemalige Heimat informiert zu werden wie in diesem Land selbst.

von Zwölf - am 17.07.2016 21:09

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Ganz einfach, über das Internet und die zahlreichen Satelliten bekommen die Menschen rund um die Uhr Nachrichten aus der Heimat, bei ARD und ZDF nur 3 Minuten in den Nachrichtensendungen. Was sollen ARD und ZDF den Menschen anbieten? Einen 24h Sender mit Nachrichten aus Russland und einen Sender für die Auswanderer aus der Türkei, jetzt auch noch für Menschen aus Syrien und Afghanistan und einen in den 9 Sprachen für Eritreer? Wenn der Sender nur stundenweise sendet, wie Funkhaus Europa, dann werden die Menschen in der übrigen Zeit wieder Heimatmedien einschalten. Eine Lösung wäre ein Sender in slow und simple german, sonst kommen die Menschen nicht mit.

Deine Ideen sind wohlwollend, aber von der Realität entfernt, wie viele Angebote für Flüchtlinge und Migranten, die von Menschen erdacht werden, die kaum Kontakt zu der Zielgruppe haben. Wer es umsetzen darf, fasst sich nur an den Kopf.

von Seltener Besucher - am 17.07.2016 21:21

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Sie erwarten es ja auch anscheinend nicht unbedingt oder fordern es ein. Nur sollte es auch in unserem Interesse als Gesamtgesellschaft liegen, daß Information zu Dingen, die hierzulande vorgehen, auch von hierzulande aus der ganzen Bevölkerung (EDIT: mit deutschem Pass) zumindest - soweit machbar - angeboten wird. Zur Not auch in einer anderen Sprache, was ja wohl offenbar noch notwendig zu sein scheint.
Russisch scheint notwendig zu sein, um die Spätaussiedler irgendwie hier ankommen zu lassen. Wer sich ansonsten hier einbürgern lässt, hat ja erstmal seinen Einbürgerungstest machen, grundlegende Kenntnisse zum Gemeinwesen abliefern, Sprachtest etc. (Sprich: türkisch... nicht sooo wichtig. EDIT: und um Migranten geht es mir grad auch nicht).
Das alles war dort nicht der Fall. Nur der Status Spätaussiedler zählte und dann hatte man automatisch den deutschen Pass. Man musste nichts über das Land wissen... Ihnen sollte man ein eigenes Angebot machen. Ob es jetzt erwartungsgemäß wenig genutzt wird kann man auch erst sagen, wenn es denn überhaupt eines gäbe. Der jetzige Zustand mit den alternativlosen Programmen aus RUS ist kein guter, sondern ein brandgefährlicher.

von iro - am 17.07.2016 21:58

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
iro
Nur sollte es auch in unserem Interesse als Gesamtgesellschaft liegen, daß Information zu Dingen, die hierzulande vorgehen, auch von hierzulande aus der ganzen Bevölkerung (EDIT: mit deutschem Pass) zumindest - soweit machbar - angeboten wird.


Gibt es schon: http://www.funkhauseuropa.de

Zitat
iro
Russisch scheint notwendig zu sein, um die Spätaussiedler irgendwie hier ankommen zu lassen.


Die Menschen hatten doch Sprachkurse gehabt. Viele brachten geringe Sprachkenntnisse mit.

Zitat
iro
Nur der Status Spätaussiedler zählte und dann hatte man automatisch den deutschen Pass. Man musste nichts über das Land wissen... Ihnen sollte man ein eigenes Angebot machen.


Warum?

Zitat
iro
Ob es jetzt erwartungsgemäß wenig genutzt wird kann man auch erst sagen, wenn es denn überhaupt eines gäbe. Der jetzige Zustand mit den alternativlosen Programmen aus RUS ist kein guter, sondern ein brandgefährlicher.


Schau mal: http://www1.wdr.de/radio/funkhauseuropa/programm/sendungen/radio-po-russki/index.html

von Seltener Besucher - am 17.07.2016 23:12

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
Zwölf
Wobei man fairer Weise sagen muss, dass Funkhaus Europa außerhalb des UKW-Sendegebietes wahrscheinlich kaum wahrgenommen wird.


Auch NDR Info Spezial wirbt mit noch Funkhaus Europa im Programm, die Fremdsprachenprogramme sind nicht dabei:
http://www.ndr.de/infospezial/programm/Noch-mehr-Funkhaus-Europa-auf-NDR-Info-Spezial,funkhauseuropa104.html

Zitat
Zwölf
Weshalb es für die (Spät-)Aussiedler ein Extraprogramm geben soll ist mir auch ein Rätsel. Ich meine, das sind Leute, die wegen ihrer deutschen Wurzeln nach Deutschland (zurück-)kommen. Man sollte meinen, der Antrieb hierfür ist eine Verbundenheit zur deutschen Sprache und Kultur.


Die Menschen haben argumentiert, dass sie in Polen, Russland und Rumänien als deutsche schlechtere Chancen haben. In Deutschland waren sie plötzlich Polen, Russen und Rumänen. Die Argumentationskette pro Fremdsprachenprogramme für Spätaussiedler ist für mich nicht nachvollziehbar, auch wenn es teilweise gemische Ehen sind, haben die Menschen in den Herkunftsländern die ortsübliche Sprache gelernt, dann kann man nun in Deutschland das gleiche verlangen.

von Seltener Besucher - am 18.07.2016 12:05

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat:
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Sobald wir etwas sehen oder lesen, was uns beunruhigt, gelangt eine erhöhte Menge des Stresshormons Cortisol in die Blutbahn.
Cortisol verstärkt die Anfälligkeit für Infekte, es sorgt für Verdauungsstörungen und stört das Wachstum von Knochen und Haaren. Der Schweizer Motivationsautor Rolf Dobelli vergleicht Nachrichten mit Zucker und empfiehlt eine strenge "Nachrichtendiät", um die giftige Wirkung zu begrenzen.
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Deswegen hab ich noch meinen Garten.
Wenn's mir irgendwann zuviel wird mit der durch unserer schönes Hobby bedingten Informationsüberflutung, gucke ich nur noch meinem Gemüse beim Wachsen zu. Das ist auf Dauer sogar entspannender als ARD und ZDF. ;-)

von Saarländer (aus Elm) - am 18.07.2016 12:27

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat

haben die Menschen in den Herkunftsländern die ortsübliche Sprache gelernt, dann kann man nun in Deutschland das gleiche verlangen.

Sie sind sogar mit der ortsüblichen Sprache aufgewachsen. Was auch die zweite Generation der Spätaussiedler hier machen wird. Aber die erste Generation ist eben auch hier, der das offenbar schwerfällt. Für den Alltagsgebrauch reicht die Sprachkenntnis, aber nicht für das Politikverständnis.
Die Leute haben alle das Recht, zu wählen und ich finde es inakzeptabel, wenn von Moskau aus massiv Einfluss auf hiesige Wahlen genommen wird. Genau das geschieht aber und könnte sogar wahlentscheidend sein. Dem müsste eigentlich etwas entgegengesetzt werden (Sprich: wenn es die super funktionierende Moskauer Propaganda nicht gäbe, sähe ich auch keine Notwendigkeit für ein extra-Spätaussiedlerprogramm).

von iro - am 18.07.2016 12:38

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
CBS
Ein Artikel, der mir voll aus dem Herzen spricht:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/krisenberichterstattung-in-ard-zdf-nachrichten-gefaehrden-gesundheit-a-1103452.html

u.a.:
Zitat

Allen, die nicht so gut Englisch sprechen, bietet sich Euronews als Alternative an. Was der kleine Nachrichtensender mit einem Live-Feed von CNN Türk und einem Simultanübersetzer zu Stande brachte, stellte alles in den Schatten, was die großen deutschen Fernsehanstalten an diesem Abend zu bieten hatten.


Vollzitat eines Kommentars zu dieser Kolumne:
"Wir haben in der Tat in der Nacht des Putschversuches die Informationen auf ARD, ZDF und Phoenix verfolgt. CNN haben wir nach kurzem Versuch ausgelassen, weil schon im Golfkrieg dort aus Mangel an aktuellen Informationen immer neue Meinungs-Absonderer vor die Kamera gezerrt wurden, die eigentlich nicht wirklich etwas Neues beizutragen hatten. Zwar hätte man tatsächlich gern mehr gewusst, aber so ist das nun mal in einer solchen Krise: sie entwickelt sich gerade, während gesendet wird. Ich persönlich war ARD, ZDF und Phoenix sehr dankbar(!), dass sie nur dann gesendet haben, wenn es auch tatsächlich etwas Neues zu berichten gab. Die vielen "Meinungen", "persönlichen Eindrücke" usw. usw. auf Twitter, Fratzebuch und Co sind nicht nur unzuverlässlich und widersprüchlich, sondern vor allem eins: Wichtigmacherei. Für das vermeintlich authentische, unprüfbare "Vor-Ort-Geschwätz" irgendwelcher hoffnungsvollen Internet-D-Promis (von denen man nie weiss, wessen V-Mensch sie in Wirklichkeit sind) ist mir meine Lebenszeit aber zu schade." (Ende des Zitats)
Und dass der SPIEGEL und allen voran Herr Fleischhauer jede Gelegenheit nutzen, um auf die Öffis einzuhacken wegen mangelnder Reaktion, war ja klar. War damals beim 11. September nicht anders. Ach ja: Zu N24 hat er sich komischerweise gar nicht erst geäußert. Eine Krähe hackt einer anderen kein Auge aus.

von rolling_stone - am 18.07.2016 14:12

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
rolling_stone
Zitat
Wasat
Kurz zusammengefasst:
Wir haben in der Berichterstattung Verhältnisse wie am orientalischen Basar. Der am lautesten schreit, die tollsten Versprechungen macht und das Geschäftslokal mit den meisten bunt blinkenden Lämpchen hat, zieht die meisten Leute an, die dann der Überzeugung sind, den Händler mit den besten Produkten gefunden zu haben.

:spos:


Eine recht schlechte Darstellung und auch nicht wirklich korrekt :rolleyes:, denn die Alternative war ja, erstmal nichts groß dazu erfahren, also so etwas wie ein Supermarkt auf dem Land in Deutschland an einem Sonntag, wo man vielleicht hier und da an Tankstellen vielleicht gerade eine halbaktuelle Zeitung erstehen kann. Beim Basar hat man dann wenigstens Auswahl und wer intelligent ist, kann sogar Qualität dort entdecken ;) . Inzwischen müsste man wirklich einsehen, dass die dt. Sender den Ereignissen eben nicht gewachsen waren, den Interessierten aktuelle Berichterstattung zu liefern. Soweit hat der oben verlinkte Spiegel Artikel sehr genau getroffen und darüberhinaus sogar explizit angeführt, wie man es ohne Effekthascherei (also kein Basar :D ) besser machen kann.

von CBS - am 18.07.2016 16:23

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Wir haben erneut eine ähnliche Situation, wie Silvester mit der Sperrung der Münchener Bahnhöfe und den Ereignissen in Köln. Mehrere Tage hintereinander ereignet sich etwas und der Vorwurf wird laut, die Medien hätten nicht schnell genug den Fokus von dem ersten auf das zweite Ereignis gewechselt. Dieses Mal haben sich beide Ereignisse im Ausland abgespielt. Die Medienschalte fällt ähnlich aus und verzerrt die Fakten, wie damals. Am 1. Januar berichtete die Presse über die Ereignisse auf der Kölner Domplatte und der WDR zitierte es. Die Kritik lautete, dass es nicht alle Medien ungeprüft gleichzeitig das Thema aufgriffen. Jetzt ist es ähnlich. ARD und ZDF haben berichtet aber die Kritiker bemängeln den Umfang. Hätten sie ihr Programm geändert und nicht nur unterbrochen, wäre die Kritik genauso laut. Journalismus besteht nicht darin die Kamera auf ein Ereignis draufzuhalten. Das kann heute jeder live und in Farbe, ein Smartphone reicht.

Ich frage mich, ob die Moderatoren eingeschlafen oder bereits im Urlaub sind. „Hier dreht sich alles um die technischen Seiten des Radio- und TV-Empfangs.“, heißt im Untertitel des Forums. Seit Tagen wird hier eine Diskussion geführt, die in das OT-Forum gehört und hier nichts verloren hat. Einige Schreiber versuchen zu beweisen, dass ARD und ZDF etwas falsch gemacht haben. Auch die Beweise, dass beide Sender dem Thema ausreichend Aufmerksamkeit widmeten, werden missachtet. Ich denke alle Argumente sind ausgetauscht worden. Es kommt kein neues Argument dazu. Die Diskussion dreht sich im Kreis. Die 10. Wiederholung der eigenen Position führt nicht zu einem neuen Ergebnis. Wir finden nicht zu einander, weil die Positionen verhärtet sind.

von Seltener Besucher - am 18.07.2016 17:09

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
Alqaszar
...
Fast skandalös aber ist das Verhalten der öffentlich-rechtlichen Programme, wo auf den Kanälren keine kontinuioerliche Berichterstattung über die laufenden Ereignisse staffand -- jedenfalls nicht in den klassischen, linearen Kanälen. Dieser Vorwurd ist auch dem Deutschlandradio zuz machen, wo gegen 3 Uhr morgends -- also als Erdogan auf dem Istanbuler Flughafen ankam und sich die Ereignisse einer Enrtscheidung näherten -- klassische Musik klimperte.
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Dass aber der DLF und auch der WDR nicht in der Lage sind, schnell auf die aktuellen Ereignisse in den laufenden Hörfunkprogrammen zu reagieren und eine kontinuierliche berichtersatttung auf die Beine zu stellen, wirft ein scharfes Licht auf die Notwendigket von öffentlich-rechtlichen Medien.

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Das stimmt doch so gar nicht, vor 24 Uhr liefen Berichte/Nachrichten, Extra-Ausgaben über die Türkei auf DLF. Zudem ist der DLF kein reiner News Sender, er muß also nicht, wenn was passiert auf der Welt, nur noch das Rund um die Uhr bringen bzw durchgehend davon berichten, vorallem nicht wenn es nichs neues darüber zu berichten gibt und all seine andern darauf folgenden Sendungen dafür steichen. Dafür gibt es in jedem Bundesland eine Newswelle bzw. in der Nacht die ARD-Infonacht. Wenn nötig, gibt es beim DLF jederzeit Sondermeldungen, war bei die Terroranschlägen in Paris auch so.

von Kohlberger91 - am 18.07.2016 18:28

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
Chief Wiggum
Zitat
Seltener Besucher
Ich frage mich, ob die Moderatoren eingeschlafen oder bereits im Urlaub sind. „Hier dreht sich alles um die technischen Seiten des Radio- und TV-Empfangs.“, heißt im Untertitel des Forums. Seit Tagen wird hier eine Diskussion geführt, die in das OT-Forum gehört und hier nichts verloren hat. .....


Ach, auch wenns nicht 100 Prozent thematisch ins Forum passt, ist der Thread doch ganz gut hier aufgehoben. Die rege Beteiligung zeigt doch, das der Thread von den Mitlesern hier angenommen wird.
Warum soll dann verschoben werden, viele wissen doch nichtmal von der Existenz des OT-Forums ...


Danke, sehe ich ganz genauso. Vielleicht wissen es ja noch nicht alle, aber man MUSS einen Thread nicht anklicken. Man kann ihn auch ignorieren. Und wenn ich mir die Themenübersicht so ansehe, dann sieht man dort auch noch Threads, in denen zum letzten mal vor 5 Tagen geschrieben wurde. Also ist es ja nicht unbedingt so, dass dieser Thread irgendwas anderes wichtiges total verdrängt. Also bitte im Hauptforum lassen.

von Habakukk - am 18.07.2016 19:56

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- TV & Radio berichten nicht

Zitat
rolling_stone
Da mag zwar sein, aber der Tenor am Ende gehört zum allgemeinen ÖR-Bashing, wie es seit mindestens fünfzehn Jahren (ja, ich hatte mal den SPIEGEL abonniert) Usus ist. Polemik, Hohn und Spott sind bei einem solchen Thema fehl am Platze. Genauso könne man jetzt kritisieren, dass man nicht sofort auf Sendung gegangen ist, als in den USA vier Polizisten erschossen wurde. Wann gibt es Breaking, wann nicht? Und hier werden Vollprogramme (ARD,ZDF) mit Nachrichtenprogrammen vermengt. Dass die Öffis sparen sollen, während die Privaten eine Gelddruckmaschine nach der anderen starten, geht Zulasten personalintensiver Elemente (Reduzierung des Nachrichtenumfangs auf tagesschau24)


Und ich sage sogar mal ganz ketzerisch, dass ein Militärputsch in der Türkei nicht ausreicht, damit das laufende TV-Programm in Deutschland unterbrochen und über das Ereignis in Dauerberichterstattung berichtet wird. Die Türkei spielt nun mal, wenn man die Länder nach Relevanzkategorien von A bis F einteilt, eindeutig nicht in der A-Liga. Da muss man nur mal die Berichterstattung und die Reaktionen zu den jeweiligen Ereignissen über die Terroranschläge in Frankreich einerseits und in der Türkei andererseits vergleichen.

Hätte es das sehr unwahrscheinliche Ereignis eines Militärputschs in Frankreich gegeben, wären ARD und ZDF so schnell wie möglich und ohne Unterbrechung dabeigewesen.

von Mujek3 - am 20.07.2016 20:05

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- Berichterstattung in TV & Radio

Zitat

Die intellektuellen Bürger der Türkei auf die nun Hexenjagd gemacht wird, hätten m.E. das stärkste Anrecht auf Asyl in Europa. Solche Nachbarn hätte ich gerne, anstatt radikale türkische oder deutsche Nationalisten.

:spos: :spos:

Meine Ansicht zur Berichterstattung: Mir hatte sie gereicht, da ich auch n-tv kurz eingeschaltet hatte und die Faktenlage war ja nunmal nicht klar. Ist sie übrigens noch immer nicht, im Gegenteil. Was nützt mir dauerndes Gerede und spekulieren, dann lieber kurz und knapp die Infos die es gibt und sonst nix. Mit dem Kölner Silvester kann man das meiner Ansicht nach allerdings nicht vergleichen, da die Polizei selbst sogar eine wahrheitswidrige Pressemeldung am 1.1.2016 rausgegeben hatte und demzufolge die Medien zwangsläufig ein Delay in der Berichterstattung haben mussten bis dann auch die Pressemeldung der Polizei an der Wahrheit korrigiert bzw. angenähert wurde.

Meiner Ansicht nach läuft die TR einen (auch für uns gefährlichen) Weg, den D mit einem Össi an der Spitze vor einiger Zeit gegangen ist, sogar die Wortwahl ist gleich :eek: ... ich hoffe nicht, dass sie ihn bis zu Ende geht, ansonsten wird es noch "lustig" werden. Bin auch mal gespannt, ob Herr E aus TR weiterhin Wahlveranstaltungen z.B. in der Kölnarena machen kann. :rolleyes: Ob Herr E auch ein "kämpferisches Buch" auf dem Nachttisch hat?

von Jens1978 - am 20.07.2016 21:32

Re: [Medien] Militärputsch in der Türkei -- Berichterstattung in TV & Radio

Tja, war 'ne nette Runde, aber sobald es mal keine "Kuschel-wir-haben-uns-alle-lieb-Gespräche" sind, also Themen die tatsächlich mal interessant werden könnten, kann die Illner die Sendung nicht mehr im Zaun halten.
Meiner Meinung nach sollte Deutschland doch richtig nett zu Herrn E aus TR sein und ihm alle seine Fans direkt mit einem One-Way Ticket nach Ankara ausstatten. Da können sie sich dann auch wieder zuhause fühlen, was ja hier nicht der Fall zu sein scheint und müssen nicht vor lauter Frust sich hier hasserfüllt austoben :rolleyes: Vielleicht sollte man diesen Gedanken an das Klientel mal herantragen. Auf den Rückflug können dann gerne Akademiker und politisch Verfolgte aus der TR zu uns kommen. Da hätten beide Seiten etwas davon. Außerdem müsste Herr E. dann auch nicht mehr extra nach Deutschland fliegen um seine Fans zu begrüßen, ist ja sowieso eine Zumutung sowas, denn was wäre, wenn Herr Gü. plötzlich mit im Flieger säße :eek: :joke:

von Jens1978 - am 22.07.2016 10:12
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