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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 4 Monaten
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Stefan Heimers, ulionken, LWie, DH0GHU, hegi_ms, mkey, Bolivar diGriz, rolling_stone

Oppositionsprogramme aus den Nachbarländern?

Startbeitrag von Stefan Heimers am 21.07.2016 08:04

Gibt es in Ländern mit Zensur heutzutage noch Oppositionsprogramme, die aus den Nachbarländern einstrahlen? Ich meine jetzt nicht fremde Propagandaprogramme, sondern Einheimische, die jenseits der Grenze einen Sender betreiben.

Ich erinnere mich an meine Jugend, wo manche Basler einen Sender im Elsass betrieben haben. Nebst Musik gab es auch politische und religiöse Programme, die bei uns verboten waren. Gibt's sowas heute noch, oder wieder? In der Schweiz ist sowas nicht mehr nötig, hier kann nun jeder einen DAB-Kanal mieten. Aber wie sieht's z.B. in Ungarn oder der Türkei aus?

Antworten:

Mir kommt spontan nur Belsat TV in den Sinn. Es wird in Polen produziert und sendet gen Weissrussland.

von mkey - am 21.07.2016 08:11
Es gibt noch "Radio Rainbow International - the voice of peace". Die senden von verschiedenen Standorten für verschiedene Regionen, wo es keinen oppositionellen Hörfunk gibt. Offenbar benötigen die auch noch dringend einen fähigen Webgestalter...
http://radiorainbow.blogspot.de/

von Bolivar diGriz - am 21.07.2016 08:41
Radio Liberty und Radio Free Europe gibt es auch noch:

www.rflerl.org

von hegi_ms - am 21.07.2016 10:43
Es ging aber um Oppositionsprogramme aus Nachbarläändern - und hinter RL / RFE stecken ja bekanntermaßen die USA.

von rolling_stone - am 21.07.2016 10:44
Zitat
rolling_stone
Es ging aber um Oppositionsprogramme aus Nachbarläändern - und hinter RL / RFE stecken ja bekanntermaßen die USA.

Na, sind die USA etwa nicht Nachbar z.B. von Rußland? So breit ist die Beringstraße nun auch nicht...

Die "verbotenen" Programme aus dem Elsaß sollen WAS genau gewesen sein? Die waren allenfalls rundfunkrechtlich verboten, nicht inhaltlich.

von DH0GHU - am 21.07.2016 11:35
Als in der Schweiz 1983 die Privatsender erlaubt wurden, hat man Dreyeckland nicht nur die Lizenz verweigert, sondern das einzige Lokalradio von Basel auch exakt auf die Frequenz von Dreyeckland aus Frankreich gelegt, so dass man es nicht mehr empfangen sollte (was natürlich nichts brachte, Dreyeckland hatte bald eine andere Frequenz). Da ging es sehr wohl um inhaltliche Zensur (Dreyeckland war gegen Kernkraftwerke). Manche Radiomacher wurden auch vom Staatsschutz fichiert. Bei Radio One wurde enttäuscht festgestellt "keine polit. Sendungen, nur Musik".
[attachment 7732 Staatsschutz_CH.gif]

von Stefan Heimers - am 21.07.2016 13:38
Etwas weiter nördlich hat von 1978 bis 1981 eine "Badische Antenne" von Radio Verte Fessenheim aus dem Elsass ins benachbarte deutsche Südbaden gesendet: https://rdl.de/tag/radio-verte-fessenheim . Bis 1985 lief das Programm als "Badische Antenne" von Radio Dreyeckland weiter: https://rdl.de/sendung/rdl-badische-antenne-1981-1985. Anschliessend kamen die Sendungen offenbar illegal von einem Sender in Freiburg (Breisgau), bis dann 1988 die Sendelizenz für RDL auf 102.30 MHz da war.

73 de Uli

von ulionken - am 21.07.2016 14:00
Zitat

...Programme, die bei uns verboten waren. .... In der Schweiz ist sowas nicht mehr nötig, hier kann nun jeder einen DAB-Kanal mieten.


Das war doch sicher ironisch gemeint, oder ? Für Programme, die früher verboten waren oder oppositionelle Inhalte haben, braucht man keine Piratensender mehr, sonder mietet jetzt einfach einen DAB-Kanal....?

Im Ernst: Ich vermute mal, dass solche Gedanken nicht ohne Grund gerade jetzt aufkommen - wie bekomme ich Inhalte über die Grenzen eines politisch abgeschotteten Landes (z. B. am Bosporus) ?

Vielleicht war es doch zu früh, dass (fast) alle Kurzwellen-Auslandssendungen abgeschafft wurden. Aber das wurde ja hier schon ausgiebig diskutiert.

von LWie - am 21.07.2016 14:08
Zitat
LWie
Zitat

...Programme, die bei uns verboten waren. .... In der Schweiz ist sowas nicht mehr nötig, hier kann nun jeder einen DAB-Kanal mieten.


Das war doch sicher ironisch gemeint, oder ?


Nein, das ist ernst gemeint. Ein Radio wie Dreyeckland könnte heute bei SMC oder Digris einen Kanal mieten und loslegen. Damals war das Konzessionsgesuch aussichtslos.

Und es ging nicht um strafrechtlich relevante Inhalte. Dreyeckland wäre ab November 1983 durchaus rechtlich möglich gewesen, aber man wollte es aus politischen Gründen nicht. Also wurde weiter ab dem Sender Ballon D'Alsace gesendet, bis in die 90er Jahre, gemeinsam mit den Elsässern. Die Basler Redaktion hat dann Mitte der 90er aufgehört, weshalb weiss ich nicht. Vielleicht weil Martin Dieterle gestorben ist, welcher scheinbar die treibende Kraft war.

von Stefan Heimers - am 21.07.2016 17:25
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