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R.I.P. Videorecorder

Startbeitrag von Bruder_M am 22.07.2016 07:57

Nund wurde die Produktion eingestellt: http://www.n-tv.de/wirtschaft/Keiner-baut-mehr-Videorekorder-article18250181.html
Weiß jemand, um welches Bauteil es sich handeln könnte, das schwer beschaffbar ist?

Beste Grüße, Marek

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Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, dass im Jahre 2016 überhaupt noch neue Videorecorder produziert wurden.

Denn vielmehr dachte ich, dass es gleich lief, als bei den Röhrenfernsehern.

Da wurden von den örtlichen Supermärkten palettenweise Geräte extrem günstig verramscht. Bis dann irgendwann kein Nachschub mehr kam. Das war's dann. Aus und vorbei. Zudem waren die Flachen auf ein mal so günstig, dass das letzte Argument (der Preis!) weg war, noch zur Röhre zu greifen.

So ging es auch mit den Videorekordern, reine VHS-Recorder habe ich schon lange nicht mehr gesehen, wohl aber diese DVD/VHS-Kombigeräte. Die fanden dann auch unter den verschiedensten Billigmarken den Weg in die Supermärkte, neben den19,90 EUR DVD-Playern. Auf ein mal waren sie verschwunden.

Mit der nach-und-nach Abschaltung des analogen Kabels ist es dem Otto-Normaluser auch zu kompliziert geworden, mit dem Aufnehmen. Und die Qualität hat mich bei VHS noch nie überzeugt, auf einem modernen HD-Fernseher sieht das ganze noch viel Schlimmer aus...

Wolfgang

von Wolfgang R - am 22.07.2016 08:10
Das wird dann ein Start-Up-Unternehmen, dass vom Staat gefürdert wird. huahuahua.

Generell ist etwas anderes zu beobachten :
Je einfacher die Technik zu bedienen ist, um so eher setzt sie sich durch.
Es geht also nicht um "Qualität", die irgendein Experte mühsam einstellt.
Technik , die sich durchsetzt, ist schlichtweg EINFACH gehalten.
Darauf basiert der Untergang oder der Aufstieg eines Systems.
Radio : Ein Aus Senderwahl. Durchgesetzt.
Radio : IP eingeben, Gate eingeben, Freigabe in der DSL-Box ... hat sich nicht durchgesetzt.

Das wäre also der Punkt, an dem die "Techniker" mal ansetzen könnten. Umdenken und vereinfachen.-

von sup2 - am 22.07.2016 09:50
Zitat
Wrzlbrnft
In Entwicklungsländern, aber auch in einigen verarmten Gegenden Europas sind Röhrenfernseher und Videorecorder immer noch fleißig im Einsatz. Das erklärt auch, warum diese immer noch produziert und verkauft werden (wenn auch eben nicht mehr in unserer mitteleuropäischen "Wohlstandsblase").

Zählen die im Artikel genannten USA als größten Absatzmarkt jetzt unter Entwicklungsländer oder verarmte Regionen Europas? :D

Videokassetten werden ja immerhin auch in Deutschland noch fleißig verkauft (hab erst letztens im Müller welche gesehen).
Die Qualität fand ich oft enttäuschend; wenn man Analog-Programme aufnahm, die gerade noch farbig empfangbar waren, konnte ich sicher sein, dass die Aufnahme in Schwarz-weiß ist. Aber auch bei Aufnahmen bei guter Empfangsqualität war die Bildqualität spürbar schlechter. War das normale PAL-Auflösung?

Trotzdem; ein paar Vorteile hatte das VHS-System schon. Wenn man mal vergessen hat rechtzeitig die Aufnahme zu beenden, konnte man einfach zur gewünschten Stelle zurückspulen und beim nächsten Mal dort die neue Aufnahme beginnen. Digital muss man in solchen Fällen umständlich schneiden, wenn man den Speicherplatz "retten" will. Aber gut, das sind Ausnahmen, da man i.d.R. ja eh timergesteuert aufnimmt.

Zitat

Der Vorteil der VHS-Kasette war, dass man bei sich eine Sendung aufnehmen konne, dann schmiss man die Kasette in den Rucksack und konnte sie seinem Kumel mitgeben und der konnte sich das weggucken.
Falls es Festplatten-Recorder gibt, die den Export auf USB-Sticks gestatten, glaube ich kaum, dass das Format kompatibel zu einem anderen Hersteller sein wird.

Ich nehme mit einem PVR-Receiver im TS-Format auf einen USB-Stick auf. Aufnahmen von DVB-T (bei DVB-S und DVB-C würde es wahrscheinlich genauso gut gehen, hab ich aber nicht getestet) lassen sich dabei an allen anderen Receivern, Bluerayplayern, Computern, Beamer, usw. ohne Probleme abspielen. Allerdings wird das mit DVB-T2 ein Ende haben, da kaum eines meiner Geräte eAAC und schon gar nicht HEVC unterstützt.

von Zwölf - am 22.07.2016 09:58
Zitat
Spacelab
DVD Rekorder liefen doch immer recht zuverlässig. Ich hatte selbst einen solchen von Panasonic. RAMs konnte nicht jeder Player abspielen. Aber mit DVD-RWs und erst recht mit DVD-Rs hatte ich noch nie Probleme.


Hatte bzw. habe ich noch. Nimmt auf die Platte auf, was man dann an Kollegen oder Freunde weitergeben möchte, konnte man auf DVD brennen. Ich musste nur mal was im Netzteil wechseln, war aber ein Standard-Bauteil und in 5 Minuten erledigt. War ein Serienfehler bei den Kisten.

Vorteil: Kann NTSC, war für mich (Aufnahme von AFN TV, vor allem Late-Night-Shows) damals ein wichtiges Feature und löste den NTSC-VCR - der von der Bildqualität sehr grenzwertig ist - schon vor Ewigkeiten ab. Werbung "vorspulen" (im US-TV alle 10 Minuten Unterbrechung) geht auch viel besser damit.

Genutzt wird er nicht mehr, mittlerweile sind alle Aufnahmen in der Cloud (US IP-TV-Service), weitergeben ist quasi unmöglich. Wird aber auch nicht mehr praktiziert, um ehrlich zu sein.

Für das bisschen deutsche Fernsehen, was wir konsumieren, nimmt ein DVR auf. Aufnahmen werden i.d.R. gleich nach dem Ansehen gelöscht. Weitergabe definitiv unmöglich.

In Anlehnung an WRZLs Ausführung möchte ich noch anmerken, das in diesen armen Teilen Europas (ich meine z.B. Bosnien) die analogen Senderketten im VHF-Bereich teilweise noch weiterlaufen, weil die Leute dort so arm sind, dass selbst ein DVB-T-Receiver für den Röhrenfernseher eine übermäßige finanzielle Belastung wäre.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 22.07.2016 10:03
Also ich wüsste nicht das ich mal an einem Webradio ein Gate eingestellt oder eine besondere Freigabe an der DSL Box vornehmen musste. Aber im Prinzip hast du natürlich recht. Es sind ja nicht nur die Einstellungen, sondern auch die flüssige Bedienung im Betrieb. Mir gefällt es zum Beispiel gut wenn ich ein Gerät mit wenigen bedienschritten benutzen kann. Wenn ich mich erstmal durch endlose Menüs oder endlose Listen quälen muss dann vergeht mir recht schnell die Lust an dem Gerät. Und ich bin jetzt schon ein Technik affiner Mensch.

Zitat

Videokassetten werden ja immerhin auch in Deutschland noch fleißig verkauft (hab erst letztens im Müller welche gesehen).

Naja sagen wir mal es gibt sie noch. Ob sie wirklich noch gut verkauft werden ist etwas anderes. Bei Videokassetten ist es in den letzten Jahren das gleiche wie bei den Compact Kassetten. Die Qualität der Bänder hat extrem nachgelassen.

Ja reine TS Aufnahmen laufen wirklich auf fast allen Geräten. Damit bin ich bis jetzt noch nicht auf die Nase gefallen damit. Allerdings hat das weitergeben und austauschen von TV Aufnahmen in den letzten Jahren extrem nachgelassen. Vor allem seit es Menschen gibt die alles mögliche auf YouTube und Co hochladen.

von Spacelab - am 22.07.2016 10:07
Ja, wobei gerade der Videorecorder war doch das Vorzeigeprodukt, an dem sich DAUs geoutet haben. Wie oft haben wir den Satz "Ich sogar bin zu blöd, meinen Videorecorder zu programmieren..." in Filmen und Serien der 80-er und 90-er gehört? Nicht umsonst gab es den Begriff des "Flashing twelvers".
Ich bin ja auch mit dem VCR groß geworden und durfte bei diversen Verwandten die Kiste anschließen und zum Laufen bringen ("Nein, der Fernseher braucht nicht eingeschaltet sein, wenn du Nachts um 2 was aufnehmen willst, der Recorder hat seinen eignen Tuner...", "Nein, du brauchst nicht noch extra Scart und RGB und Composite anschließen, wenn du über Modulator guckst...", "Nein, du brauchst nich den Fernseher auf Programm 36 schalten nur weil der Recorder auf Kanal 36 sendet..."). OSD kam auch erst recht spät.
Andererseits gab es Tasten und Symbole im Display, wo ich bis heute die genaue Funktion nicht entschlüsseln konnte: Dreieck mit Kreis, Dreieck mit Quadrat, Dreieck mit Balken, Dreieck mit Doppelbalken, Doppeldreieck mit Balken, Dreieck nach oben mit Balken drunter... WTF? :confused:
Ist wie die Prozenttaste am Taschenrechner oder Tempomant bei Auto: Funktioniert bei jedem Hersteller anders und nie wie erwartet.

von Bruder_M - am 22.07.2016 10:21
Meine Mutter nimmt immernoch jeden Sonntag "Die Fallers" mit ihrem VHS Rekorder auf (ok momentan nicht, da Sommerpause). Die Qualität ist für sie ausreichend. Sie hat auch immernoch Dutzende alte, teilweise schon in den 80ern bespielte VHS Kassetten rumliegen.

Was die Qualität von VHS betrifft, so war diese sicher nicht der Brüller, aber es hing auch stark vom verwendeten Rekorder und der Generation ab. Unser SABA Rekorder aus den 90ern mit 4 Köpfen hatte eine wesentlich bessere Bildqualität als unser alter Grundig Rekorder aus den 80ern mit nur einem Kopf. Bei dem Grundig Rekorder war es z.B. nicht möglich das Bild anzuhalten ohne massive Störstreifen im Bild zu haben.

Ich denke der Grund warum sich VHS durchgesetzt hat war nicht die Einfachheit, sondern einfach dass es damals deutlich preiswerter als Betamax oder Video 2000 war, sowohl was die Rekorder als auch die Kassetten betrifft. Die Qualität war für die meisten Menschen ausreichend und man war nicht bereit deutlich mehr Geld auszugeben um ein etwas besseres Bild zu haben. Außerdem habe ich mal gelesen dass sich VHS auch deshalb durchgesetzt hat weil es auf Video 2000 keine Pornofilme gab (Verbot von Grundig) und auf VHS eben schon (wie war es bei Betamax?).

Aber auch ich denke dass Betamax und Video 2000 die deutlich besseren Systeme waren. Aber es ist meistens so dass sich eben nicht das technisch beste System durchsetzt.

von BetacamSP - am 22.07.2016 10:29
Zitat
Wolfgang R
Zitat
Zwölf
Allerdings war der nicht besonders Speicherplatzfreundlich; wenn man in höchster Qualität aufgenommen hat (und wir reden hier von SDTV), dann passte auf eine Disc nur 1h Film.


Was der analogen Technik geschuldet ist. Bei der höchsten Einstellung wird quasi kaum komprimiert und da nimmt so ein analoges Signal mehr Platz weg wie ein professionell encodiertes MPEG-Signal aus digitaler Quelle.

Wolfgang

Ist ja auch klar, da quasi das ganze Bild permanent in Bewegung (Rauschen usw.) ist und bekanntermaßen die Bewegungen ja das Datenvolumen beeinflussen. Wenn man da einen Rauschfilter drüberlegen würde, könnte es evtl. etwas besser werden, aber auch nur marginal.

von Jens1978 - am 22.07.2016 10:30
Zitat
Jens1978
Ist ja auch klar, da quasi das ganze Bild permanent in Bewegung (Rauschen usw.) ist und bekanntermaßen die Bewegungen ja das Datenvolumen beeinflussen. Wenn man da einen Rauschfilter drüberlegen würde, könnte es evtl. etwas besser werden, aber auch nur marginal.


Genau das macht der Recorder dann, wenn man mit der Qualitätsstufe runter geht. Das Bild wird in sich ruhiger, aber auch detailärmer. Aber immer noch um WELTEN besser als VHS.

Zum Thema VHS: Wir hatten in den 80ern ein Highend Stereo VHS-Maschine von Nordmende. Der hatte ein besseres Bild als so manch neuerer VHS-Recorder. Leider sind irgendwann die Riemen erschlafft.

Ich habe versucht sie zu wechseln, aber das Teil ist dermaßen wartungsunfreundlich konstruiert, da muss man alles komplett zerlegen um an die Riemen zu kommen.

Als mir dann diverse Federn entgegengeflogen sind, stand die Entscheidung fest: Ab auf den Recyclinghof. Zusammenbekommen hätte ich die Kiste wohl nicht mehr.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 22.07.2016 10:55
Zitat

Genau das macht der Recorder dann, wenn man mit der Qualitätsstufe runter geht. Das Bild wird in sich ruhiger, aber auch detailärmer.

Das ist ja auch das Problem bei alten Filmen auf Kauf-DVDs gewesen. Die Filmfirmen hatten da teilweise starke Rauschfilter drüber gelegt um das teils heftige analoge Filmrauschen in den Griff zu kriegen und damit der 2 stündige Film auf eine DVD passt. Das sah in den allermeisten Fällen aber nicht mehr wirklich gut aus. Das ging so weit das Gesichter wächsern und maskenhaft wirkten und die Hintergründe standen wie ein Foto und wenn die Kamera sich bewegte alles verschmierte. Bei der Blu-Ray hat man dieses Problem nicht mehr. Da hat man ein um Welten effektiveres Kompressionsverfahren und trotz Full-HD Auflösung immer noch genügend Speicherplatz übrig um nicht mit solchen Filtertricks arbeiten zu müssen. Das man das oftmals trotzdem tut liegt ganz einfach daran das einige Verleiher glauben einen alten Film unbedingt auf "wie neu" trimmen zu müssen. :rolleyes:

Zitat

Wir hatten in den 80ern ein Highend Stereo VHS-Maschine von Nordmende. Der hatte ein besseres Bild als so manch neuerer VHS-Recorder.

Wir hatten damals einen Top Loader Rekorder mit Kabelfernbedienung von Fisher. Das Teil hatte eine Bildqualität wo die meisten modernen Rekorder nur verlieren konnten. Leider war das Teil aber nur Mono. Stereorekorder gab es zu der Zeit natürlich noch nicht.

Zitat

Ich denke der Grund warum sich VHS durchgesetzt hat war nicht die Einfachheit, sondern einfach dass es damals deutlich preiswerter als Betamax oder Video 2000 war, sowohl was die Rekorder als auch die Kassetten betrifft. Die Qualität war für die meisten Menschen ausreichend und man war nicht bereit deutlich mehr Geld auszugeben um ein etwas besseres Bild zu haben. Außerdem habe ich mal gelesen dass sich VHS auch deshalb durchgesetzt hat weil es auf Video 2000 keine Pornofilme gab (Verbot von Grundig) und auf VHS eben schon (wie war es bei Betamax?).

JVC, der Erfinder des VHS Systems, war schlauer als Sony (Betamax) und Grundig (Video2000). JVC verlangte nur einen Bruchteil an Lizenzgebühren und lies den Geräteherstellern fast völlig freie Hand beim Gerätebau. Die anderen Hersteller verlangten Horror Lizenzgebühren (Sony) oder hatten viel zu strenge (Qualitäts)Auflagen gefordert (Grundig). Hinzu kamen noch starke Qualitätsprobleme im eigenen Haus so das die ersten Generationen von Video2000 Rekordern sehr hohe Ausfallquoten hatten. Und dann mischten sich die Gerätehersteller auch noch in die Filmindustrie ein. Vor allem Grundig wollte ein "sauberes" System und verbot ganze Genres auf Video2000. Das mit den Pornos ist nur ein Beispiel das sich bis heute gehalten hat. Es wurden damals aber auch sehr viele Horrorfilme auf Video2000 und Betamax verboten. Auf Betamax gab es wenigstens Pornos. JVC hingegen hielt sich da vollkommen raus.

von Spacelab - am 22.07.2016 11:44
Ja der gute alte Videorekorder. Sind wir alle mit gross geworden. Und wer erinnerst sich nicht an Star Wars oder Indiana Jones als Raubkopie aus der Videothek? Sah zwar scheisse aus, aber man stolz wie Oskar, wenn man damit aufwarten konnte. Na ja, ähnlich wie der Röhrenfernseher passte der VR auch nicht mehr in die heutige Zeit. Meinen Videorekorder inkl. Kassetten habe ich bereits Anfang der 2000 entsorgt, da ich dann auf einem Festplattenrekorden umgestiegen bin und dann später auf PVR.

Klobig und vor allem viel zu umständlich. Auch die Lagerung der Kassetten nahm im Laufe der Zeit immer mehr Platz weg und erinnere mich das irdgenwann die Dinger überall im Haus rumflogen. War ne schöne Zeit damals aber trotzdem weine ich dem VR keine Träne nach. Alles hat sein Zeit und die ist nun definitiv abgelaufen. Hatte mich auch gewundert, dass die Dinger noch produziert wurden. Spätestens seit Einführung der HD-Flachbildglotzen war das Thema durch. Hab es leider nicht mehr geschafft mal ein VHS-Video auf einem HD oder gar 4K TV anzusehen. Wäre bestimmt spassig geworden.

von zerobase now - am 22.07.2016 13:21
Wenn du nur abspielen möchtest gibt es immer mal wieder für ganz schmales Geld VHS Abspielgeräte mit USB Anschluss. Conrad hat diese schon X mal im Angebot gehabt. Aber auch bei Pollin gabs die schon oft. Oder, wenn du ja noch einen VHS Rekorder hast kannst du dir auch so ein USB Interface kaufen. Auf der einen Seite Scart und/oder 3 Cinchbuchsen und auf der anderen Seite ein USB Stecker. Die mitgelieferte Software ist zwar meist extrem primitiv. Aber zum reinen aufnehmen auf dem PC reichts aus.

Auf Silberlinge würde ich nicht mehr aufzeichnen. Alleine schon wegen der begrenzten Haltbarkeit. Dann lieber auf eine Festplatte. Da hast du dann auch keine Größenbeschränkungen. Denn so eine 4 Stunden VHS Kassette benötigt ziemlich viel Speicherplatz. Alleine schon wegen deren heftigem Bildrauschen.

von Spacelab - am 22.07.2016 15:21
Zitat
Spacelab
Auf Silberlinge würde ich nicht mehr aufzeichnen. Alleine schon wegen der begrenzten Haltbarkeit. Dann lieber auf eine Festplatte. Da hast du dann auch keine Größenbeschränkungen. Denn so eine 4 Stunden VHS Kassette benötigt ziemlich viel Speicherplatz. Alleine schon wegen deren heftigem Bildrauschen.


Also wegen der Haltbarkeit würde ich sagen ist es genau umgekehrt...Ich habe hier selbstgebrannte CDs die 15 Jahre alt sind und sich noch immer einwandfrei lesen lassen. Hingegen ist einem Kumpel von mir schon nach ein paar Jahren ne externe Festplatte kaputt gegangen...

Allerdings ist der Speicherplatzbedarf natürlich schon groß, da ist die Festplatte natürlich konkurrenzlos. Auf ne DVD sollte man aber auch einiges an Bildmaterial draufkriegen.

Und wenn schon Festplatte dann würde ich zu Seagate raten, habe im Keller noch nen PC von 1997 mit ner Seagate 1,6 GB Festplatte ;) Läuft einwandfrei ;) Und auch noch nen zweiten PC von 2003 mit ner Seagate 160 GB Platte, läuft ebenso problemlos. Sind aber natürlich interne Festplatten...

Wenn man es sich mal überlegt dann ist es eigentlich logisch dass ne CD/DVD länger hält als ne Festplatte. Eine Festplatte hat viel Mechanik und rotierende Teile, das nutzt sich alles mit der Zeit ab und irgendwann hat man dann nen Headcrash. Ist mir mit ner Maxtor Platte auch schonmal passiert. Eine CD/DVD hingegen ist einfach eine Scheibe aus Polycarbonat, wenn man da gute Rohlinge verwendet und vor Sonnenlicht geschützt aufbewahrt halten die 100 Jahre. Meine Eltern haben auch noch Musik CDs aus den 90ern die noch einwandfrei funktionieren.

von BetacamSP - am 22.07.2016 15:28
Zitat
Bruder_M
Falls es Festplatten-Recorder gibt, die den Export auf USB-Sticks gestatten, glaube ich kaum, dass das Format kompatibel zu einem anderen Hersteller sein wird.

Solange es sich um SD-Aufnahmen handelt, ist das .ts-Format (Transportstream-Dump) einigermaßen kompatibel. Technisat-Aufnahmen kann ich mit Enigma2/OpenATV abspielen. Bei älteren Geräten, wo Ton und Bild in getrennten Dateien sind, muss man allerdings erst mal muxen. Bei HD ist das schwieriger und komplexer und weniger einheitlich.
Erschwert wird das ganze vor allem dadurch, dass die großen TV-Hersteller sich dem Druck der Content-Verwertungs-Maffia gebeugt haben und nur verschlüsselte Aufnahmen zulassen, auch wenn das Signal unverschlüsselt empfangen wird. Da kommst Du dann halt ohne den Schlüssel nicht ran.

von Hagen - am 22.07.2016 15:37
Zitat
Rheinländer
Schade, ich habe noch so viele tolle erinnerungen, vor allem Musiksendungen die ich mir immer wieder sehr gerne ansehe.

Ich bin am überlegen mir so ein set zu kaufen, womit man die VHS Kassetten auf den PC überspielen kann, nur wie groß werden dann die Dateien, und wie lange dauert eine Kassette?

Was ist besser, auf CD roms oder sowas zu überspielen bzw da drauf zu brennen, oder doch besser auf ner externen Festplatte?

Ich habe ungefähr 40 VHS die ich Digitallisieren möchte.


Von den billigen Videograbbern würde ich die Finger lassen. Besser geeignet wäre wohl ein (gebrauchter) DVD-Recorder. Die gibt es in der Bucht schon recht günstig und die etwas besseren Geräte haben nicht nur einen FBAS-Eingang sondern auch S-Video.

Mit solch einem Gerät kann man dann z.B. auf eine wiederbeschreibbare DVD-RW/+RW aufnehmen welche sich am PC mit jedem DVD-ROM-Laufwerk auslesen lässt. Da hat man dann gleich fertiges DVD-kompatibles MPEG-2 und spart sich das zeitaufwendige encodieren am Rechner.
Die gängigen günstigen Viedeoschnittprogramme für Heimandwender (Magix Viedo Deluxe, Corel Videostudio, Nero Video...) können heute allesamt Smart-Rendering, also das verlustfreie schneiden von MPEG-Videos. Dabei werden nur die geänderten Teile des Videos neu encodiert, also z.B. am Beginn oder am Ende des Videos wo man geschnitten oder eine Ein-/Ausblende eingefügt hat.
Das DVD-Authoring übernehmen die genannten Programme auch gleich.

Zum Ausgabeformat: Ich würde da normkonforme Video-DVDs erzeugen und brennen. Die kann man dann nämlich nicht nur am PC ansehen sondern auch am Fernseher mit jedem üblichen DVD- oder Bluray-Player.

Packt man maximal 2 Stunden auf eine DVD geht das ohne nennenswerten Qualitätsverlust, bei 2,5 oder gar 3 Stunden ist die Qualität aber auch oft noch akzepabel - abhängig vom verwendeten Recorder und dessen Hardware-MPEG-Encoder.
Beim 4 oder gar 6 Stunden Modus, welchen einige DVD-Recorder anbieten, wird aber in der Regel die Auflösung reduziert auf nur noch 352*576 Pixel, was aber meist immer noch über dem liegt was alte abgenudelte VHS-Bänder so liefern...

von Loger - am 22.07.2016 15:40
Zitat
Spacelab
Gerade bei der Haltbarkeit von Rohlingen sollte man extrem vorsichtig sein. Da entscheiden schon ein paar Grad mehr oder weniger am Lagerort über Jahre der Haltbarkeit. Und dann natürlich die Qualität der Rohlinge selbst. Da ist teurer nicht gleich besser.


Gute teure Rohlinge gibt es heute sowieso nicht mehr, leider. Tayo-Yuden hat die Produktion bereits eingestellt und die legendären Verbatim-Rohlinge wurden von der Mitsubishi Chemical Corporation auch schon abgekündigt. :heul:
Das was heute so unter den verschiedensten Markenlabeln in den Läden steht wird irgendwo auf dem Weltmarkt eingekauft, was man dann in der Schachtel hat ist ein Glücksspiel. Wenn man Pech hat ist es der Schrott aus Indien - kommt hier leider immer häufiger vor.

Was noch viel wichtiger ist als die richtige Lagerung: Die Brennqualität. Wenn der Rohling nicht vom Brenner unterstützt oder erkannt wird (also keine Parameter in der Firmware hinterlegt sind) oder die Brenngeschwindigkeit viel zu hoch war dann ist die Qualität von Haus aus schon sehr grenzwertig - und wenn dann noch die Alterung hinzukommt wird es dann halt irgendwann mal knapp.
Aus diesem Grund habe ich mir angewöhnt die Qualität nach dem Brand zu überprüfen, bin ich nich damit zufrieden wandert der Rohling gleich wieder in den Müll. Dadurch hatte ich noch nie Probleme.
Ich habe küzlich erst mal meine ersten selbstgebrannten CD-Rs von 1998 und meine ersten DVD+R von 2003 getestet, die waren alle noch in Ordnung!

von Loger - am 22.07.2016 16:07
Zitat
Loger
die legendären Verbatim-Rohlinge wurden von der Mitsubishi Chemical Corporation auch schon abgekündigt. :heul:

Meine DVDs sind fast alle von Verbatim...
Für Audio-CDs habe ich früher auch gerne TDK genommen, die waren sehr verträglich, was das Feature des Überbrennens anging, da neigte Sony zum Beispiel schon eher zu Brennfehlern.

Wer von euch kennt noch die Intenso Black? Die wurden vor etwa 10 Jahren leider eingestellt, fliegen aber bei mir seit ältestens vierzehn Jahren im Auto rum und manchmal eben leider auch in der Sonne - funktionieren trotzdem noch super.

Ich gewöhne mir an, seit ich CDs, DVDs oder auch BluRays brenne, diese immer mit der niedrigsten Geschwindigkeit zu brennen, die der Brenner hergibt. Damit funktionierts auch dann noch prima, wenn der PC trotzdem noch meint, im Hintergrund irgendwas Mysteriöses auf der Festplatte herumzurödeln, was man leider nicht immer abstellen kann.

von rolling_stone - am 22.07.2016 16:20
Zitat
Spacelab
Gerade bei der Haltbarkeit von Rohlingen sollte man extrem vorsichtig sein. Da entscheiden schon ein paar Grad mehr oder weniger am Lagerort über Jahre der Haltbarkeit.


Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass es zwei Typen von Rohlingen gibt: Die einen sind nach kurzer Dauer nicht mehr lesbar (weniger als zwei Jahre), die anderen halten ewig. Nur weiss man im Voraus nicht welchen Typ man erwischt. TDK / Imation waren bei mir meist gut, bei anderen Marken und Nonames stehen die Chancen etwa 50:50. Ich hatte auch schon EMtec und Sony, die nix taugten. Die Eigenmarken von Discountern sollte man sowieso meiden.

Die Rohlinge werden mit Licht gebrannt, deshalb sollte man bei der Lagerung vor allem auf Dunkelheit achten. Ob's jetzt 20 oder 30 Grad warm ist hat vielleicht einen gewissen Einfluss auf die Lebensdauer, aber gute Rohlinge überleben auch im normalen Wohnzimmer Jahrzehnte, solange nicht die Sonne drauf brennt.

von Stefan Heimers - am 22.07.2016 16:24
Zitat
Spacelab
Gerade bei der Haltbarkeit von Rohlingen sollte man extrem vorsichtig sein. Da entscheiden schon ein paar Grad mehr oder weniger am Lagerort über Jahre der Haltbarkeit. Und dann natürlich die Qualität der Rohlinge selbst. Da ist teurer nicht gleich besser.

Zum lagern sollte man auch nie externe 2,5 Zoll Festplatten nehmen wegen der geringeren Spurbreite. Die Teile sind nach wenigen Jahren bereits für die Tonne. Ich hab im PC einen 3,5 Zoll Wechselrahmen eingebaut und einen ganzen Stapel Festplatten im Schrank. Meist Seagate oder Maxtor Platten. Die Maxtor sind zwar laut aber zuverlässig. Die Seagate leiser aber teuer in der Anschaffung.


gibt es eig eine Art Festplattenschrank? Also so aus plastik für 3,5 laufwerke zum reinschieben?

von DAB_Saar - am 22.07.2016 17:08
Zitat
Wrzlbrnft
Zur Lagerung all meiner TV- und Radio-Aufnahmen (ob VHS-Überspielungen oder direkt digital aufgenommen) nutze ich nebst physischen Datenträgern mittlerweile auch Clouddienste. In meinem konkreten Fall jenen von hubic.com, wo ich für wenige Euronen im Monat 10 TB Speicherplatz bekomme. Knappe 6 davon sind mittlerweile belegt. ;)

Auch keine 100%-ige Sicherheit, da der Anbieter auch mal pleite gehen oder das Angebot sonstwie abstellen könnte, aber dennoch eine angenehme Möglichkeit, die Aufnahmen als Backup vorzuhalten, sollte bei den physischen Datenträgern mal etwas schief gehen.


Je wichtiger die Aufnahme, desto mehr Kopien sollte man haben. Und ganz wichtig: Die Originalbänder aufbewahren. Entgegen ihrem Ruf sind sie nämlich sehr lange haltbar. Ich habe Tonbänder aus den 60er Jahren und Videokassetten aus den 70er Jahren, die sich immer noch abspielen lassen. Bei manchen hat die Qualität etwas gelitten, andere sind noch wie neu. Aber solche, die gar nicht mehr abspielbar sind sind die absolute Ausnahme.

Kleiner Tipp: Falls die Bänder schmieren/kleben/quietschen hilft ein klein wenig Silikonfett wunder! Und immer schön den Azimuth am Tonkopf auf klarste Widergabe einstellen.

von Stefan Heimers - am 23.07.2016 08:16
Zum Thema VHS digitalisieren.
Ich beschäftige mich momentan intensiv damit und kann von den vorgeschlagenen USB Grabbern nur abraten.
Diese bieten einfach nur eine grausige Qualität.

Ich empfehle jedem, der sich für das Digitalisieren interessiert aber nicht unmengen an Geld für eine Profiausrüstung ausgeben möchte, folgende Anleitungen:

http://forum.gleitz.info/showthread.php?47572-TUTORIAL-Hochwertiges-Digitalisieren-von-analogen-VHS-Videokassetten-(und-andere)&p=454505&viewfull=1#post454505

http://forum.gleitz.info/showthread.php?46713-Zeitgem%E4%DFes-hochwertiges-analoges-Capturing-per-USB-oder-HDMI/page82

Es ist viel zu lesen aber es lohnt sich, da alle Geräte genau beschrieben wurden und auch eine Begründung gegeben wird, wieso, weshalb und warum man diese Geräte verwenden sollte.

Aktuell habe ich zum digitalisieren folgende Geräte zusammen:

S-VHS Rekorder: Panasonic NV-FS200
DVD Rekorder: Panasonic EH65
USB Grabber: Blackmagic Intensity Shuttle
+ natürlich den obligatorischen HDMI Splitter.

Alleine die Qualität des Videorekorders ist unglaublich. Was der noch aus den alten VHS Kassetten herausholt.

Alle meine anderen Videorekorder kommen nicht an Qualität dieses Gerätes heran.
Verkabelt ist der Rekorder per S-Video mit dem DVD Rekorder, welcher mit seinem guten A/D Wandler das Bild beruhigt und per HDMI in 1080i auf dem Flachmann ausgibt.

Mit dem digitalisieren fange ich in den nächsten Tagen an, wenn meine bestellten Festplatten ankommen.

Für alle interessierten: Viel Spaß beim lesen und einarbeiten :)

von pete04 - am 23.07.2016 14:54
Zitat
BetacamSP
Unser SABA Rekorder aus den 90ern mit 4 Köpfen hatte eine wesentlich bessere Bildqualität als unser alter Grundig Rekorder aus den 80ern mit nur einem Kopf. Bei dem Grundig Rekorder war es z.B. nicht möglich das Bild anzuhalten ohne massive Störstreifen im Bild zu haben.


VHS mit nur einem Kopf ist technisch unmöglich, auf der Kopfscheibe müssen zwangsläufig 2 Köpfe sein. Bei VHS wird die Kopfscheibe ja nur zur Hälfte vom Band umschlossen.

Zitat
Bruder_M
Bei einer pillePALle-Auflösung von VHS mit gefühlten 300 Zeilen wirds nur ein Bruchteil


Damit wirfst du dann aber die Hälfte weg. Die Heimvideosysteme haben zwar weniger Linien (VHS ca. 230) aufgezeichnet, aber die vollen 625 Zeilen. Weniger Zeilen hätten einen großen Aufwand bedeutet.
Digitalisieren sollte man daher mit der vollen Auflösung von 720 * 576.

VHS ist garantiert nicht das ideale Videoformat, war für die damalige Zeit aber auch nicht schlecht. Bessere Qualität war nur mit erheblich mehr Aufwand möglich. Im Profibereich wurde zu dem Zeitpunkt 1" C eingeführt. Dafür hätte man zuhause den Wohnzimmerschrank rauswerfen, und eine Ausbildung zur Bedienung machen müssen, von den Kosten ganz zu schweigen.
So sah so eine Maschine aus: https://www.youtube.com/watch?v=N8CbG30G1Zg

von Marc_RE - am 23.07.2016 21:35
Ich glaube das größere Problem bei VHS war eher der begrenzte Videofrequenzgang. Dieser wurde ja erst bei S-VHS deutlich erweitert. Ich war mit VHS eigentlich immer schon unzufrieden. Wir bekamen damals 4 Programme direkt vom Grundnetzsender und die Aufnahmen fielen qualitativ immer so grausam ab... Ich hatte mir dann fast direkt nach Erscheinen einen S-VHS Rekorder von JVC zugelegt. Damals noch zu einem Preis wo sich jeder an den Kopf getippt hat. Aber die Bildqualität war im Vergleich eine echte offenbarung. :spos:

Später hatte ich dann einen absolut neuwertigen DV Rekorder von einem Freund meines Vaters für ganz wenig Geld abgekauft. Und das Gerät war dann qualitativ endgültig über alles erhaben. Da kam dann auch kein DVD Rekorder heran. Leider waren die DV Kassetten relativ schwer zu bekommen (OnLine Shops waren da noch nicht so modern) und auf die kleinen MiniDV Kassetten wie man sie in den Videokameras hatte passte nicht so viel drauf.

von Spacelab - am 23.07.2016 21:54
Genau so ist es: Es gibt kein VHS- System mit nur einem Bildkopf. Das Ergebnis wäre sonst niemals störungsfrei gewesen, weder bei laufendem Bild und schon gar nicht bei Standbild.
Die ersten bzw. einfachsten Geräte hatten tatsächlich nur 2 Bildköpfe. Später dann kamen 2 weitere hinzu - die waren aber ausschliesslich nur für den Standbildbetrieb hinzugeschaltet. Normale Aufnahme und Wiedergabe liefen nach wie vor über 2 Köpfe.
Dann hat man aus Mono Stereo gemacht - der schmale Bereich der Videocassette, die für den Ton vorgesehen war, wurde nun geteilt für den linken & rechten Kanal. Das Ergebnis war ok, es war Stereo - aber verrauschter als Mono mit geringerer Dynamik.
Schliesslich wurden 2 weitere Köpfe auf die Trommel gesetzt - die Audioköpfe. Das gab dann echtes Hifi- Stereo, wie sie keine Bandmaschine hätte besser machen konnte, rauschfrei und mit einem damals ungeahnten Dynamikumfang. Mit Longplay- Funktion und den einige Zeit erhältlichen 5h- Bändern konnte man für ein paar Mark 10 Stunden am Stück eine Hifi- Aufnahme anlegen, die vom Original nicht mehr zu unterscheiden war. Diese Möglichkeit habe ich gerne genutzt, um lange Sondersendungen vom Radio mitzuschneiden.
Wenn man dann noch einen Recorder mit "Insert- Schnitt" Funktion hatte, saßen auf der Trommel insgesamt 7 Köpfe. Mit diesem "fliegenden Löschkopf" konnte man nahtlos, ohne groß sichtbaren Übergang, eine neue Aufnahme über eine bestehende setzen. Das klappte aber leider nur zum Beginn, jedoch nicht zum Ende der neuen Aufnahme - die Bildstörungen waren wieder da, wenn die Neuaufnahme gestoppt wurde und danach der Rest der alten Aufnahme "darunter" hervorkam.

Eine kleine Anmerkung zur Spurlageregelung: Viele Leute sind der Meinung gewesen, dass der Spurlage- oder Trackingregler die Höhe des Videobandes an der Trommel verändert. Aber das ist falsch. Mit diesem Regler wurde lediglich die Rotationsgeschwindigkeit der Kopftrommel feinjustiert, damit sie exakt die Spur auslesen können, die das Aufnahmegerät auf dem Band "hinterlassen" hat.

Und zur Bildqualität an sich: Zu einer Zeit, in der es nur analoge Röhrenfernseher & analoges TV gab, lieferte der Videorecorder (wenn er denn einigermaßen hochwertig war) ein so gutes Bild, das man es nur noch bei genauem Hinsehen vom Live- TV- Bild unterscheiden konnte.

Heute ist das völlig anders, denn unsere Augen haben sich an FullHD; digital brillante, rauschfreie und knackscharfe Bilder gewöhnt. Dazu kommt noch, das unsere Fernsehgeräte für eben genau diese Auflösung gebaut sind. Ein Videorecorder KANN auf einer Flachkiste nur käse aussehen, weil der Fernseher das analoge Signal zunächst in ein digitales Bild umwandeln und all die fehlenden Bildpunkte bzw. Zeilen im Eingangssignal grob gesagt hinzuerfinden muss.
Aber es soll ja auch heute noch Menschen geben, die der Meinung sind, die alte Röhrenglotze hätte ein besseres Bild gehabt als der aktuelle 2000 Euro - Flachmann. Wenn man dann fragt, welcher Empfangsweg verwendet wird und zu hören kriegt "analoges Kabel und DVD- Player" - dann ist diesen Leuten eben auch nicht mehr zu helfen... :D
Quasi wie ein Ferrari, der nur im 1. und 2. Gang gefahren wird - unheimlich flott, aber 350kmh habe ich mir irgendwie schneller vorgestellt...

von HAL9000 - am 27.07.2016 15:12
HAL9000: Naja also deinen Jubel über die VHS Qualität kann ich nicht bestätigen. Schon damals gab es mehr als genug Unmut über die VHS Qualität. Vor allem die stark rauschende Farbwiedergabe gefiel vielen nicht sonderlich. Dafür waren aber die Rekorder relativ billig da die Farbaufzeichnung Amplituden Moduliert im Color Under Verfahren aufgezeichnet wurde. Man konnte billige Technik mit relativ hoher Toleranz verbauen was bei der Color Over Technik nicht funktionierte. Man hatte damals die Auswahl zwischen "billig" und "guter Qualität". Man entschied sich für "billig". Das VHS das einzige Medium war auf dem es auch ALLE Filme gab und nicht nur die, die den Rekorderherstellern und Patentinhabern genehm waren, war am Ende nur noch das Sahnehäubchen. Im laufe der Jahre versuchte man dann mal mehr mal weniger erfolgreich mit (für die damalige Zeit) teils recht komplexen Helferlein die Bildqualität zu verbessern. 3D DNR, TBC, HQ, Automatische Bandeinmessung...

Die Tonqualität war immer schon ein Problem von VHS weil es von Haus aus nie für Stereoton gedacht war. Ganz im Gegensatz zu Betamax. Die ersten VHS Rekorder hatten weniger ein Problem mit dem Rauschen. Als viel mehr mit den Kopfumschaltgeräuschen. Diese äußerten sich in starkem Prasseln bei hohen tönen. Bei den späteren 6 Kopf Rekordern wurde dieses Prasseln zwar weniger aber nie ganz behoben. Deshalb hatte man auch in Tonstudios noch lange mit Bandmaschinen für die analoge Aufzeichnung gearbeitet. Die ganzen Testzeitschriften benutzen zum testen der Rekorder immer spezielle Testsequenzen mit Klaviermusik (die im Rekorder verbaute Rauschunterdrückung produzierte hier immer mehr oder weniger starkes pumpen wie Dolby bei einer Compact Cassette) und Wecker- oder Telefonklingeln (produzierte immer mehr oder weniger starkes prasseln). Und wie gut ein Rekorder mit diesen Testsequenzen umgehen konnte floss nicht unerheblich in die Testnote mit ein.

von Spacelab - am 27.07.2016 15:46
Zitat
rolling_stone
Naja, ich hab noch das eine oder andere Digitalisat von Analog-Video. Oder der damalige Panasonic DVD-Recorder muss einen guten Wandler gehabt haben. Klar sieht man etwas analoges Rauschen, aber bei gutenBändern und einem Spitzen-Recorder sieht man kaum Unterschiede zu damaligem Bild. Wenn man sich mal überlegt, wie grobkörnig manche Bud Spencer-Filme bei Kabel 1 auch heute noch aussehen...
Was hat die erwähnte "Grobkörnigkeit" mit den allgemeinen VHS-Eigenschaften gemein? Nüscht! VHS hat jedes körnige Bild welches es verwurstet hat eher weich und schwammig gezeichnet.
Grobkörnigkeit hat eher etwas mit der Qualität des Filmes zu tun, liegt oftmals am verwendeten Filmmaterial.
Master auf Bändern haben doch eigentlich in großem Umfang nur die Amis, größtenteils in den 80ern produziert!

von Anonymer Teilnehmer - am 27.07.2016 16:10
Hifi-Rekorder hatten durchaus guten Klang, professionell wurden sie allerdings nie eingesetzt, von Airchecks auf Video mal abgesehen. Nachteil dabei war das erwähnte knattern bei der Kopfumschaltung, vor allen beim abspielen auf anderen Geräten.
Die Längsspur bei den ersten VHS-Geräten hatte das Problem nicht, die ist völlig unabhängig vom Bild.
Wirklich gute Tonqualität hatte Betamax in Verbindung mit einem PCM Zusatz. Dann wurde aber kein Bild aufgezeichnet sondern die komplette Bildspur für unkomprimerten PCM-Ton verwendet. Damit wurden die ersten CDs hergestellt. http://www.betamax-video.de/steckbriefe/pcm-f1.htm

In den TV-Studios wurde bis Mitte der 80er von 1" (C) oder sogar noch 2" (Quadruplex) Band gesendet. Riesige Maschinen die Drehstrom und bei Quadruplex sogar Druckluft benötigten.
Quad: https://www.youtube.com/watch?v=zHDU1wXw1sU
C:https://www.youtube.com/watch?v=N8CbG30G1Zg (Hatte ich schon verlinkt)

Die großen Kassetten sind U-Matic. https://www.youtube.com/watch?v=pvF3NaDQ4zk
Ursprünglich als Heimformat gedacht, wurde es auch professionell genutzt, auch mit dem oben erwähnten PCM Zusätzen.

VHS oder S-VHS wurde nie professionell genutzt, von Entwicklungsländern o.ä. mal abgesehen. Auch wenn es da natürlich professionelle Geräte gab um Heimbänder im Studio abzuspielen.

von Marc_RE - am 27.07.2016 19:57
Zitat
delfi
Zitat:
VHS oder S-VHS wurde nie professionell genutzt, von Entwicklungsländern o.ä. mal abgesehen. Auch wenn es da natürlich professionelle Geräte gab um Heimbänder im Studio abzuspielen.

Die Aussage stimmt nur bedingt. Zumindest in der Frühzeit haben div. österr. Lokalsender durchaus VHS-Videobänder ausgestrahlt und hatten darauf ihre gesamten Sendungen zusammenkopiert.


Ja, um Videoaufnahmen von Leuten abzuspielen gab es wohl auch professionelle VHS-Abspielgeräte in den Studios, allerdings wurde VHS nicht als Format für eigene, interne Aufnahmen in den TV-Studios genutzt.

Es gab vor der Verbreitung schneller, bezahlbarer Internetzugänge u. Online-Videoplattformen wie Youtube keine Möglichkeit private Videos einer größeren Zahl an Zuschauern zugänglich zu machen.

Videos in denen Missgeschicke zu sehen waren wurden früher mit Camcordern auf VHS aufgenommen, heute werden solche Videos hingegen mit Smartphones aufgenommen u. auf Youtube hochgeladen.
Aufzeichnungssysteme die noch mit Magnetband arbeiten findet man nur noch bei Nischenanwendungen, z.B. Backup von großen Datenmengen im TByte-Bereich,
ansonsten arbeiten selbst TV-Studios heute mit Festplatten-Arrays.

von Winnie2 - am 27.07.2016 22:01
Zitat
delfi
Die Aussage stimmt nur bedingt. Zumindest in der Frühzeit haben div. österr. Lokalsender durchaus VHS-Videobänder ausgestrahlt und hatten darauf ihre gesamten Sendungen zusammenkopiert.


Diese Lokalsender waren dann aber eher Offene Kanäle. Da wurde halt mit Geräten aus dem Hobbybereich gearbeitet da es letztendlich ja auch ein Hobbysender war und das Geld für professionelle Technik oft einfach nicht da war.

Das war während der kurzen Lebenszeit des OKs hier nicht anders. Da hatten die OK-eigenen semiprofessionellen Kameras auch einen angeflanschten S-VHS-Rekorder statt Betacam, Videomischer, Schnittplatz usw. waren Hobbygeräte von Panasonic, Texttafeln usw. kamen aus einem Amiga. Der meldete auch mindestens einmal täglich, daß er gerade meditiert oder verlangte die Workbench-Diskette.
Gesendet wurden da alles, was eingesendet wurde, also auch mal die Kopie eines Urlaubsvideos mit Mutti auf Malle.
Im Radiobereich des OKs war das nicht anders. Bevorzugtes Sendemedium waren da Kassetten, gerne mal im Wohnzimmer vom Kaninchenzüchter o.ä. produziert. Der "echte" Lokalsender wollte für den Bürgerfunk 19 oder 38cm/s Halbspurbänder auf Spule oder Bobby. Kassetten hätte man zwar annehmen müssen, tat dies aber nur extrem ungern.

Heute ist das Videoband auch im professionellen Bereich fast ausgestorben, das analoge Band erst recht. Vorproduzierte Sendungen kommen heute vom Server im Playoutcenter.

von Marc_RE - am 28.07.2016 09:56
Nun, ich hatte öfter Programme mit meinem Hifi- Recorder Panasonic NV-FH70 aufgenommen, der mit knapp 2000 DM alles andere als günstig war. Alles war dabei, von der ffn Osterhitparade via DSR bis hin zur "Bayrischen Weihnacht" von Antenne Bayern über ADR, wo bekanntlich so einige Klassikstücke dabei sind.
Und ja, das war definitiv Hifi - die DIN 45500 ist ja auch nicht so schwer zu treffen.
Jedenfalls war das deutlich besser als jedes Cassettendeck damals hergab.
Ich hatte seinerzeit keine High- End- Anlage und keine Messbänder und Kopfumschaltgeräusche gab es vor allem bei Fremdaufnahmen, die Eigenaufnahmen waren gewöhnlich sauber und frei von dem Geprassel.
Auf meinerer 70er Röhre von Grundig sahen normale Studioaufnahmen für damalige Verhältnisse wirklich gut aus, aber klar, kein Vergleich zu heute...

von HAL9000 - am 28.07.2016 20:55
Zitat:
Datum: 28. Juli 2016 11:56


Zitat
delfi
Die Aussage stimmt nur bedingt. Zumindest in der Frühzeit haben div. österr. Lokalsender durchaus VHS-Videobänder ausgestrahlt und hatten darauf ihre gesamten Sendungen zusammenkopiert.

Diese Lokalsender waren dann aber eher Offene Kanäle. Da wurde halt mit Geräten aus dem Hobbybereich gearbeitet da es letztendlich ja auch ein Hobbysender war und das Geld für professionelle Technik oft einfach nicht da war.


Tatsächlich handelte es sich um einen Lokal-TV-Sender, der aus der Region einer 40.000-Einwohner-Stadt berichtete. Also kein OK. Den Sender gibt es noch heute. Ich hatte ihn mehrmals besucht. Die hatten wirklich türmeweise billige VHS-Heimrekorder. Der Chef meinte damals, dass die Sendungen auf VHS geschnitten werden. Zum Einsatz kam dazu ein Casablanca-System. Selbst die verwendeten Kameras waren durchweg aus dem Heimbereich und billiger als das, was ich selbst nutzte. Mit der Zeit wechselten die dann auf Mini DV.

von delfi - am 29.07.2016 06:04
@Marc_RE: Das war das schon angesprochene D-VHS. "D-Theater" nannte man die vorbespielten Kassetten. Der Video-CODEC war MPEG-2 bei 14,1MB/s CBR bei normaler SD Auflösung. Theoretisch wäre damit eine bessere Bildqualität als bei einer DVD möglich gewesen. Aber ich denke die Encoder waren damals noch nicht so gut. Denn gegen den späteren DVD Rekorder von Panasonic hatte der JVC D-VHS Rekorder keine Chance. Dennoch: Potential hätte D-VHS gehabt. Im laufe der Zeit haben ja, wie wir heute wissen, die Video-CODECs einen gewaltigen Qualitätssprung gemacht und die Fehlerkorrektur hätte man auch sicherlich noch stark verbessern können.

Das Hauptproblem von D-VHS war aber die Inkompatibilität untereinander. Das ging schon los bei der Bandgeschwindigkeit. Es war nur die SP Geschwindigkeit festgelegt. Im LP Modus backte jeder Hersteller seine eigenen Brötchen. Wenn man aufnahmen von einem Fremdgerät abspielte gab es eigentlich immer mal wieder Bildfehler obwohl das Band absolut neu war. D-Theater Kassetten liefen auch nicht immer fehlerfrei. Denn theoretisch wäre hier 720p oder 1080i Auflösung möglich gewesen. 720p Kassetten konnte aber kaum ein Gerät abspielen weshalb auch fast alle D-Theater Kassetten im 1080i Format waren. Ein weiteres Problem war die Tonspur. Diese war normalerweise in 384kb/s MP2 Stereo. Im LP Modus 128kb/s MP2 JointStereo. Für die D-Theater Kassetten war darüber hinaus auch noch DolbyDigital mit 384kb/s und bis zu 5.1 Kanälen vorgesehen wie auch bei der DVD häufig anzutreffen. Die letzte Generation von vorbespielten Kassetten nutzten aber statt DolbyDigital das bessere DTS Ton Verfahren. Mit dem Ergebnis das die D-VHS Rekorder der ersten Generation mit diesen Kassetten nichts anfangen konnten. Aber auch manche Heimkinoverstärker konnten mit dem DTS Format das bei D-Theater zum Einsatz kam nichts anfangen da hier keine normgerechte Datenrate (Norm: 768kb/s oder 1536kb/s D-Theater: 384kb/s) genutzt wurde. Meist gab es nur Tonfetzen mit viel Quietschen. Laut Bedienungsanleitung des JVC D-VHS Rekorders wäre auch Zweikanalton im SP Modus möglich gewesen mit 192kb/s MP2 Stereo pro Tonspur. Das ging aber nur bei Fremdaufnahmen da ein D-VHS Rekorder selbst nur eine Tonspur aufnehmen konnte. Man konnte aber wenigstens im Menü des Rekorders auf "Ton 1" oder "Ton 2" schalten. Dann wurde nur der linke bzw. rechte Kanal wiedergegeben wie bei den analogen Zweikanalton Sendungen.

Ein weiteres Problem war der Kopierschutz. HDMI gab es zu der Zeit noch nicht. Da benutzte man IEEE 1394, also FireWire, für die digitale Bild- und Tonübertragung. Bei meinem DV Rekorder klappte das immer problemlos. Beim D-VHS Rekoder meines Vaters hingegen gab es selbst beim direkten Anschluss an der Fernseher manchmal die Fehlermeldung das der Kopierschutz aktiv sei und man den Inhalt nicht wiedergeben könne. Dann musste man Rekorder und Fernseher aus- und wieder einschalten und dann klappte es meistens.

@Stefan Heimers: Die Wikipedia ist, gerade was solche doch recht seltene Technik angeht, oftmals sehr fehlerhaft. Ich kenne den Artikel selbstverständlich und er deckt sich in vielen Dingen nicht mit der Realität.* Denn wie bereits geschrieben befand sich ein D-VHS Rekorder geraume Zeit im Familienbesitz und ein weiterer in der näheren Verwandschaft. D-VHS wirkte immer als wollte man etwas machen was die Technik nicht so wirklich hergab. Das ein Magnetband hohe Datenmengen speichern konnte das sah man ja am DV Format. Hier waren 28MB/s mit 48kHz/16bit LPCM Ton möglich inklusive sehr hohem Fehlerschutz.

*= Ich habe zwar seit vielen Jahren einen Wikipedia Account und könnte den Artikel korrigieren und ergänzen. Aber nachdem ein Artikel von mir nach endloser Diskussion und tatkräftiger Unterstützung eines Trolls wieder umgeschrieben wurde (am Ende war er dann total kaputt) und ein weiterer Artikel, ebenfalls nach endloser Diskussion über Grundsätze der deutschen Wikipedia, sogar wegen "Irrelevanz" komplett gelöscht wurde, schmunzle ich nur noch über solche fehlerhaften Artikel und klicke einfach weiter.

von Spacelab - am 29.07.2016 09:04
Zitat
HAL9000

Aber es soll ja auch heute noch Menschen geben, die der Meinung sind, die alte Röhrenglotze hätte ein besseres Bild gehabt als der aktuelle 2000 Euro - Flachmann. Wenn man dann fragt, welcher Empfangsweg verwendet wird und zu hören kriegt "analoges Kabel und DVD- Player" - dann ist diesen Leuten eben auch nicht mehr zu helfen... :D
Quasi wie ein Ferrari, der nur im 1. und 2. Gang gefahren wird - unheimlich flott, aber 350kmh habe ich mir irgendwie schneller vorgestellt...


Oder jene die auf ihrem 1 Meter Flachmann HD+ via SCAT Kabel am Satelliten Reciver schauen und dann tatsächlich behaupten das Bild ist in HD vieeeeeeeel besser als in SD, am SCAT Anschluss! Hab das schon oft gesehen bei Verwandten. Die dachten wohl als sie das HDMI Kabel aus der Reciver Verpackung holten "was'n das für'n komisches Kabel, heutzutage bekommt man nicht mal mehr ein passendes Kabel zum Reciver" und steckt das SCAT Kabel direkt neben den HDMI Eingang an seinem Fernseher :rolleyes:

von UKW vs. DAB+ - am 29.07.2016 18:13
Ich würde noch nicht mal sagen das die älteren Leute überfordert sind. Sie haben einfach nur keine Lust sich damit zu beschäftigen, ja sperren sich sogar gegenüber allem neuen. Ein alter Nachbar von mir hatte mich mal bei der Fußball EM zu sich eingeladen und der hatte einen HD Receiver (DVB-S) und einen Sony Flachmann. Verkabelt war das ganze per Scart. Auf meine frage hin warum er das so angeschlossen hat sagte er "Funktioniert doch so. Das ging immer so. So hatte ich sogar schon meinen ganz alten Videorekorder angeschlossen an meinem alten Fernseher und hatte nie Probleme." Am nicht verstehen der Bedienungsanleitung lag das also nicht. Diese war sowieso so einfach geschrieben das sie jeder Depp von der Vollpfostenakademie verstanden hätte. Sogar ein kleines Männchen gab es das in jedem Kapitel nochmals alles in ganz dumm erklärt hat.

von Spacelab - am 30.07.2016 12:18
Zitat
Rheinländer
Kommt man mit 10GB für eine VHS hin? Oder sogar noch mehr? Naja man kann die dateien ja denke mal in H264 Konvertieren, mit 1000kbps oder sowas?


Alles relativ, das kommt auf die von dir eingestellte Bitrate an. Bei MPEG2 würde ich nicht unter 6 MBit/s anfangen, bei H.264/MPEG4 nicht unter 4 MBit/s. 1 MBit/s (= 1000 KBit/s) ist viel zu wenig, egal ob MPEG2 oder H.264/MPEG4.

Zitat
Rheinländer
bei 10GB dürfte es bei gut 30 Kassetten selbst mit ner 1 TB Externen schwierig werden


30 x 10 GB = 300 GB. Warum sollte es da mit 1 TB schwierig werden?!? Und selbst wenn... dann nimmt man halt eine 2 TB. Speicherplatz kostet doch nichts mehr.



Ich habe das jetzt nicht alles im Detail gelesen, aber kannst du mir vielleicht in einem Satz sagen, warum der Umweg über einen DVD-Rekorder und HDMI zu einem besseren Ergebnis führen soll, als wenn man direkt in einen Wandler geht, der am anderen Ende am Rechner hängt? Scheint mir nicht logisch. Am entscheidensten ist neben dem Wandler sowieso das Wiedergabegerät. Und warum sollte der Wandler im DVD-Rekorder besser sein, als ein Gerät direkt am Rechner?

Ich verwende einen TerraTec Grabster AV 450 MX mit davorgeschalteten JVC KM F250 Frame Synchronizer. Wiedergabegerät ist ein Panasonic AG-7350, wodurch ich mir kaum vorstellen, dass man ohne professionellen A/D-Wandler noch mehr rausholen kann. Was der FSY leistet, dürfte hier deutlich zu sehen sein:
https://www.youtube.com/watch?v=Ni0nU6jRLVo
Der FSY ist Sekunde 10 aktiv. Auch bei weniger zitternden Videos macht das schon einiges aus.

Der Panasonic AG-7350 ist auch für Hifi-VHS - was für mich bezüglich der Radiomitschnitte das wichtigste VHS-Thema ist - absolute Spitze. Da der AG-7350 als Profi-Gerät leider kein Longplay kann, ist mein Tipp für LP nach wie vor der Sony SLV-SE70. Alle anderen Geräte, die ich bisher im Test hatte, lieferten keinen so guten und stabilen Hifi-Stereo-Ton.

Zitat
Marc_RE
Hifi-Rekorder hatten durchaus guten Klang, professionell wurden sie allerdings nie eingesetzt, von Airchecks auf Video mal abgesehen. Nachteil dabei war das erwähnte knattern bei der Kopfumschaltung, vor allen beim abspielen auf anderen Geräten.


Jein... der ein oder andere kleine Privatradiosender hat mit Longplay-Bändern seine Nachtlücke geschlossen. Darüber, ob man das nun in die Kategorie "Professionell" steckt, kann man sich natürlich streiten. ;-)

Zitat
Marc_RE
Wirklich gute Tonqualität hatte Betamax in Verbindung mit einem PCM Zusatz. Dann wurde aber kein Bild aufgezeichnet sondern die komplette Bildspur für unkomprimerten PCM-Ton verwendet. Damit wurden die ersten CDs hergestellt. http://www.betamax-video.de/steckbriefe/pcm-f1.htm


Damit wurden Ende der 70er auch die ersten digitalen Mitschnitte im Rundfunkbereich hergestellt.

von DigiAndi - am 30.07.2016 21:52
Zitat
DigiAndi


Ich habe das jetzt nicht alles im Detail gelesen, aber kannst du mir vielleicht in einem Satz sagen, warum der Umweg über einen DVD-Rekorder und HDMI zu einem besseren Ergebnis führen soll, als wenn man direkt in einen Wandler geht, der am anderen Ende am Rechner hängt? Scheint mir nicht logisch. Am entscheidensten ist neben dem Wandler sowieso das Wiedergabegerät. Und warum sollte der Wandler im DVD-Rekorder besser sein, als ein Gerät direkt am Rechner?

Ich verwende einen TerraTec Grabster AV 450 MX mit davorgeschalteten JVC KM F250 Frame Synchronizer. Wiedergabegerät ist ein Panasonic AG-7350, wodurch ich mir kaum vorstellen, dass man ohne professionellen A/D-Wandler noch mehr rausholen kann. Was der FSY leistet, dürfte hier deutlich zu sehen sein:
https://www.youtube.com/watch?v=Ni0nU6jRLVo
Der FSY ist Sekunde 10 aktiv. Auch bei weniger zitternden Videos macht das schon einiges aus.


Wie ich schon schrieb "[...] aber nicht unmengen an Geld für eine Profiausrüstung ausgeben möchte[...]"
Deine Gerätschaften sind ja allesamt Profigeräte und keine Konsumergeräte und haben mit Sicherheit ein vielfaches mehr gekostet. Das du damit wahrscheinlich noch das letzte Quäntchen aus den VHS Kassetten herausholst bezweifle ich nicht.
Meine Ausrüstung hat insgesamt (gebraucht) knapp 300 € gekostet.

Ein Ergebnis kannst du z.B. hier sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=zHaWKYL9mEY&feature=youtu.be

Für eine fast 20 Jahre alte VHS Kassette (meiner Meinung nach) ein sehr gutes Ergebnis.

Hier findest du im zweiten Post noch eine Erläuterung, wieso genau diese Geräte (für Konsumer) empfohlen werden:

http://www.hifi-forum.de/viewthread-109-14356.html

Gruß

von pete04 - am 31.07.2016 02:08
Zitat
Bruder_M
Nund wurde die Produktion eingestellt: http://www.n-tv.de/wirtschaft/Keiner-baut-mehr-Videorekorder-article18250181.html
Weiß jemand, um welches Bauteil es sich handeln könnte, das schwer beschaffbar ist?

Beste Grüße, Marek


Es ist sehr sehr lange her, dass ich die letzte VHS-Kassette in Händen hielt. Aber ich archiviere eh nichts langfristig. Ich nehme nur Inhalte auf, die ich auf Grund meiner Wechselschichten nicht direkt sehen kann. Die schaue ich mir dann Wochen, manchmal auch erst Monate später an, dann lösche ich sie wieder. Daher bin ich schon 2007, als mein letzter VHS-Rekorder das zeitliche segnete, auf einen Festplattenrecorder mit 350 GB Festplatte (gabs damals im Aldi) umgestiegen.

von FrankSch - am 03.08.2016 19:00
Beim Audio ist es interessanter genau andersherum: Wenn man von CD auf ein MP3-File mit 128 kbit/s wechselt, klingt es erstmal bescheiden. Aber wenn man dann eine Stunde lang 128 kbit/s gehört hat, klingt's gar nicht mehr so übel. Eigentlich traurig. ;)

Wobei sich das natürlich auch auf das Bild anwenden lässt, nur spielt das im Consumer-Bereich keine Rolle, da niemand das Sendesignal im Original zur Verfügung hat, um überhaupt vergleichen zu können, wie verdammt gut ein analoges SD-Signal aussehen kann, solange es noch nicht über Hochfrequenz und Bandmedien gewandert ist. Ebenso sieht ein 1080i HD-Signal ohne Datenreduktion direkt aus der Produktion nochmal um einiges besser als, als das, was beim Zuschauer zu Hause ankommt oder was auf einer Bluray zu bekommen ist.

von DigiAndi - am 03.08.2016 19:17
Zitat
DigiAndi
Wobei sich das natürlich auch auf das Bild anwenden lässt, nur spielt das im Consumer-Bereich keine Rolle, da niemand das Sendesignal im Original zur Verfügung hat, um überhaupt vergleichen zu können, wie verdammt gut ein analoges SD-Signal aussehen kann, solange es noch nicht über Hochfrequenz und Bandmedien gewandert ist.

Ich war irgendwann zu Analogzeiten mal bei einer Live-Produktion vom NDR (bzw. zu der zeit "N3" ) dabei, ich saß da direkt vor einem Kontrollmonitor und war erstaunt über die extrem gute Bildqualität. Kein Vergleich mit dem, was man zuhause am TV empfangen hat. TV kam allerdings damals noch per analogen Kabelfernsehen und per Antenne (besseres Bild) zu uns...

von WiehengeBIERge - am 03.08.2016 19:22
Zitat

Dafür bricht man sofort in Jubel aus wenn man danach wieder HD sieht.


(Leider) nur bedingt, weils inzwischen normal geworden ist.

Damals hat man doch jede kleine Verbesserung mit Begeisterung wahrgenommen. Von Antenne auf SAT (besserer Empfang, mehr Programme), von VHS auf DVD (besseres Bild, Standbilder ohne Bildflimmern), von SAT analog auf digital ( wieder besseres Bild und keine Fischchen mehr bei grellen Farben*) und von der DVD auf BluRay (noch mal besseres Bild gegenüber vorher). Inzwischen gibts 4K in dem viele Handys auch filmen können....

*Kennt ihr noch Fisch-chen, auch Spikes genannt ? Wenn die Müller-Werbung lief war bei der Einblendung des Schriftzuges "Müller" am Ende jeder Werbung der rote Bereich unten immer mit Spikes, weil das so ein grelles rot war/ist.

von Felix II - am 03.08.2016 20:16
Die Qualität hing teilweise auch vom Sender ab. So hatte Langenberg Kanal 9 z.B. ein sehr gutes Bild, besser als der UHF-Sender aus Münster.

Gucke gerade den 20:00 Spielfilm im ZDF vom 24.07.89, die Aufnahme ist auch durchaus brauchbar. Auch da sieht man den Dreck auf dem Film. Quelle war Kabel, aufzeichnender Videorekorder ein Panasonic NV333 Toploader.
Eins ist mir auch aufgefallen, heute sieht man bei Spielfilmen im TV, auch bei alten, keine Überblendzeichen mehr im Bild.

Was die Fische beim Sat-Empfang angeht, die waren nur bei schlechtem Empfang oder falsch abgestimmten Receiver zu sehen.
Bei falscher Frequenz nur schwarz oder nur weiss, bei wenig Pegel schwarz und weiss.

von Marc_RE - am 03.08.2016 21:41
Bei uns in der Familie gab es nie Videorekorder, ich hab nur exzessiv mit Audiokassetten hantiert und bin videomäßig erst 2004 mit DVB-S und DVD-Format in die Videoaufzeichnung eingestiegen.

Nun durfte ich in den letzten 3 Jahren für Schulfreunde das ein oder andere VHS-Video digitalisieren, wobei mir der Videorekorder gestellt wurde.
U.a. war da auch das Video unserer Abiturfeier dabei, das ich bei der Gelegenheit zum ersten Mal (nach 20 Jahren!) zu sehen bekam.
Abgesehen von den etwas rudimentär gestalteten Einblendungen konnte man dem Video das Alter schon anhand der Farbwiedergabe ansehen, und der Ton war allein schon durch Aufnahme über das Camcorder-Mikro kaum noch verständlich vernehmbar, so dass ich am liebsten die DVD mit Untertiteln versehen hätte.
Was bin ich froh, dass heute andere Qualitätsstandards möglich sind.

von Saarländer (aus Elm) - am 03.08.2016 21:53
Also ich weiß ehrlich gesagt nicht, woher dieser Mythos kommt, dass analoger Sat-Empfang nur mit Fischen in stark gesättigten Flächen möglich war.

Vor der analogen Abschaltung hätte ich euch mindestens zwei von mir errichtete Anlagen zeigen können, bei denen das nicht der Fall war.

Vermutlich lag es daran, dass sich niemand die Mühe gemacht hat, die Anlagen wirklich professionell auszurichten. Bild da? Passt.

Wichtig war auch die Spiegelgröße: 80cm, besser noch 90cm. Bei kleineren Spiegeln war das Bild derart voll mit Farbrauschen, dass es VHS in fast Nichts nachstand.

Dennoch habe ich nie ein so sauberes Bild hinbekommen, wie es die DBP mit ihrem Profi-Equipment geschafft hat. Das war immer einen Ticken besser und ruhiger als Sat-Direktempfang. Ich spreche von der Zeit, als es auf Kopernikus nix mehr gab, das fällt also als Argument weg. Muss was mit dem Equipment zu tun gehabt haben. Und den gigantischen Spiegeln.

Es gab da sagenumwogene Pace-Receiver mit extra niedriger FM-Eingangsschwelle, die wohl ein super Bild hatten. So weit habe ich es dann doch nicht getrieben. Angeblich - laut anderen Threats - wären MSS 1034-G und MSS 534-G von Pace sehr gut gewesen.

Aus diesen Gründen war der analoge Grundnetzsender trotz Fisch-freien Analogempfangs immer mein bevorzugter Empfangsweg. So lange, bis man dort per DVB-T abgriff, kurz vor der Abschaltung (s. Abschaltungsvideo Schömberg in Youtube - dort sieht man, wie einer versehentlich am Receiver statt auf den Ausschalter auf die "Programm +" - Taste drückte, was noch live über den Sender ging)

Wolfgang

von Wolfgang R - am 04.08.2016 08:56
Sauberer analoger Empfang eines Grundnetzsenders lieferte ein knackig scharfes Bild. Jede weitere Komponente dazwischen verschlechterte das Bild da zwangsläufig zusätzliches Rauschen dazukam.
Von einem Umsetzer mit Reflektionen auf den generellen Analogempfang zu schließen, ist daher alles andere als ideal.
Das hatte ich zum Glück nie. Per Antenne gab es ARD aus Langenberg, 2+3 aus Dortmund. Sat.1 kam später direkt aus Recklinghausen. Alle 4 waren bei uns selbst mit einer Zimmerantenne brauchbar zu empfangen.
Mit Aufschaltung der Privatsender stellte sich dann damals die Frage, die Antenne zu erweitern oder auf Kabel-TV zu wechseln. Meine Eltern entschieden sich, trotz der hohen Kosten (über 600DM wollte alleine die DBP als Anschlussgebühr), für Kabel. Verkabelung des Hauses, Abnahme durch einen Fachhändler (damals wurde von der Post ein Meßprotokoll gefordert).
18 Programme, WDR1, ZDF, WDR3, NDR1, NDR3, RTL+, Sat1, Vox, 3sat, Eureka, 1+, Musikbox, Superchannel, Sky, TV5, Ned1-3, wenn ich mich richtig erinnere.
Mein Problem damals, TV und Videorekorder mit 8 Speicherplätzen ohne Kabeltuner.

von Marc_RE - am 04.08.2016 09:48
Wir empfingen damals Das Erste direkt vom Grundnetzsender in Heusweiler auf Kanal 2. Das Bild war aber nie wirklich umwerfend. Das ZDF und Südwest 3 per UHF ebenfalls direkt vom Grundnetzsender kamen gestochen scharf. Auch empfand ich den Kontrast irgendwie steiler. Also mit besserem Schwarzwert. Die 3 Programme gingen hier mit nem nassen Schnürsenkel. RTLplus gab es, je nach Wetterlage, absolut rauschfrei bis hin zu feinem Griesel. Mehr gab es damals nicht. Dafür hatte das ganze Wohnviertel hier schon sehr früh eine Satanlage. Das war noch vor Astra. Ich weiß noch das mein Vater damals neben dem Receiver einen Kasten mit einem dicken Drehknopf hatte mit dem man die Satschüssel drehen konnte. Das waren noch Zeiten... Da war auch der VHS Rekorder meines Vaters quasi im Dauerlauf. Ich kann mich noch daran erinnern das wir uns abgestimmt hatten wer jetzt was aufnimmt. Ich hatte nur ein paar Kassetten die ich immer wieder neu bespielte. Ich war nie ein Sammler. Ich hatte mir die Aufzeichnung, damals noch auf dem JVC Toploader mit externem Modulator, einmal angeschaut und dann wurde sie wieder überspielt. Heute könnte ich mir dafür natürlich in den Allerwertesten beißen. Mein Vater hat viel Archiviert. Aber die Kassetten nach einem Wasserschaden leider entsorgen müssen. :(

von Spacelab - am 04.08.2016 10:28
Die Dinger wurden scherzhaft auch "Türkenrotor" genannt, weil sie in den einschlägigen Import/Exportläden verkauft wurden. Letztendlich ein mißbrauchter billiger Antennenrotor für terrestrische Antennen, teilweise mit kunstvoll selbstgebratenen Halterungen. Viel Arbeit um es letztendlich doch völlig falsch zu machen. Auch damals gab es ja schon echte Sat-Rotoren die, richtig eingestellt, auch wirklich alle Satelliten getroffen haben, was bei der Billiglösung nie vernünftig geklappt hat. Gerade statt gebogene Bahn und dazu recht ungenau. Ein paar Grad Abweichung machen terrestrisch nicht viel aus, sind bei Sat aber eine Katastrophe.
Zu den echten Sat-Motoren gibt es Steuergeräte mit Speichermöglichkeit oder auch Receiver, die die Motoren ansteuern.
https://www.conrad.de/de/sat-antennen-aktuator-steuergeraet-vbox-ii-diseqc-943445.html

von Marc_RE - am 04.08.2016 10:59
Wenn's jetzt schon vom Videorekorder zum Analogempfang gekommen ist... ;)

Mein heutiger Wohnort war auch mein damaliger Wohnort. Empfangen wurde Berlin mit einer VHF-/UHF-Gemeinschaftsantenne, die mit der Fertigstellung des Wohngebiets 1964 in Betrieb ging. Urspruenglich wollte man den Westempfang mit dieser Antenne komplett unmoeglich machen, praktisch war das aber allein schon wegen den einfallenden Signalstaerken nicht realisierbar.

Die DDR-Programme auf E5 und E27 kamen mit stets mit einem scharfen und rauschfreien Bild. Das Erste West kam auf E7 farbig und praktisch ohne Rauschen, das Zweite West vom E33 mit etwas Farbrauschen. Deutlicher war das Farbrauschen auf E39 fuer N3 mit SFB-Abendprogramm. SAT.1 auf E25 war dagegen wieder perfekt, was wohl an der Naehe zum E27 lag, den man nicht bedaempfen wollte. RTL plus holte ich mir mit einer Zimmerantenne "Modell Nudelsieb" ein wenig besser heran.

Das Baujahr der Anlage war wohl auch der Grund, weshalb der spaeter in Betrieb gegangene E56 fuer RTL plus damit praktisch unertraeglich schlecht kam. Farbig war es zwar, nur war die Bildqualitaet allenfalls etwas fuer Menschen, die miesen Empfang gewohnt waren. Mich hielt es nicht vom Gucken ab, "A-Team" bzw. "Knight Rider" verpasste ich selten. Anfang der 1990er wurde daher die UHF-Antenne durch ein Spezialmodell mit X-foermigen Elementen sowie durch einen Verstaerker mit erweitertem Frequenzbereich ersetzt, was den Empfang von E56 deutlich verbesserte. Die spaeter folgenden E51, E47 und E44 kamen dann auch einwandfrei.

Jedoch hatten wir praktisch immer Reflexionen an Flugzeugen, die Berlin-Tegel von Osten kommend zur Landung anflogen. Bei den Megawatt-Krachern vom Fernsehturm sah man das freilich nie, bei RTL plus und SAT.1 mehr oder weniger deutlich. Es waren Schattenbilder, die fuer ein paar ein paar Sekunden auftauchten. Man war es gewohnt und nahm es hin. Auf VHF fiel mir das auf E7 jedoch nie auf.

Noch vor der Mitte der 1990er wurde die gesamte Anlage unter Beibehaltung der Koaxkabel aus den 1960ern in ein Kabelfernsehnetz umgebaut, dessen Bildqualitaet ordentlich, die Programmauswahl fuer die damalige Zeit aber nicht berauschend war. Sie setzte auf analogen SAT-Empfang, ergaenzt durch die terrestrisch zugefuehrten Regionalprogramme. Sie war bis zur Analogabschaltung in Betrieb.

Danach erfolgte eine Umruestung auf Empfang ueber DVB-S. Eine Besonderheit war die Mitnutzung des UHF-Bereichs. Nachdem immer mehr von der damals bereits gebraucht bis uralt eingekauften Technik ausstieg, ging man einen Schritt zurueck und bot nur noch eine zum DVB-T Empfang geeignete VHF-/UHF-Gemeinschaftsantenne an.

Diese Technik war bis zum Dezember 2015 im Einsatz. Kurz vor Weihnachten ging eine neue Anlage in Betrieb, die Astra 19,2 Grad in die Wohnungen bringt. Deren Signalreserven sind sehr ordentlich, es muss schon sehr stark schuetten, dass es den Empfang wegbrechen laesst. Ergaenzt wird sie durch eine auf Berlin gerichtete UKW-Antenne knapp ueber der Dachhaut, deren Empfangsleistungen mich aber sehr enttaeuschten.

1984 wurde das Fernsehen bei meinen Eltern mit Erwerb eines Colorett-Fernsehers farbig. Der hatte dann auch Westfarbe. Zwar hatte ich bereits mit 14 Jahren einen eigenen Junost-Fernseher in meinem Zimmer, kam aber erst mit eisernem Absparen vom Lehrlingsgeld gegen 1994 zu einem 37 cm-Farbfernseher. Dieser war dann im Haushalt meiner Eltern zugleich der erste Fernseher mit Videotext, Scart-Anschluss sowie einer Fernbedienung. Kurz danach erwarb ich einen gebrauchten Crown-Videorekorder, dessen Modulatorausgang auch gern den elterlichen Fernseher versorgte. Dafuer wurde das zur Hausantenne gehende Kabel einfach abgezogen und dort an den Fernseher gesteckt. Meinen kleinen Kofferfernseher habe ich noch, funktionsfaehig ist er auch.

von PowerAM - am 04.08.2016 11:15
Bei uns im Süden von Sachsen-Anhalt war bei Tropo oft Berlin zu Gast. Ich staunte immer wie gut ein TV Bild doch sein kann. Als dann der Sender Wittenberg aufgebaut wurde bekam ich dauerhaft ein sauberes ordentliches Bild. Unsere Lokalen waren nur verzerrt. Das ganze begann bei mir aber erst nach der DDR.

DVB-T auf der Röhre war aber schon besser als das analoge Bild und brachte endlich auch Lokales Fernsehen ohne Tropo brauchbar ist Haus.

Die Gemeinschaftsantenne wurde nur im VHF Bereich verwendet. Dort wurde ein klares Bild als stechend grell empfunden und auf angerauscht heruntergeregelt. Damals eine Misere, heute haben die meisten Satellit. Mittlerweile hat die Gemeinschaftsanlage aber Programme die es über Satellit nicht gibt. Die 40€ im Jahr sind es mir wert. Auch der Empfang wurde digitaltauglich gemacht und oh Wunder sogar die 4 analogen Programme kann man seit dem erstaunlich gut ansehen. Mit HDTV ist das aber alles ein lächerlicher Vergleich. Genau genommen sendet ja kaum einer Full HD.

Die Qualität von VHS fand ich bei unserem ersten teuren Geräte ganz gut, die Billiggurken danach zerstörten Band und lieferten bescheidenes Bild mit dem ich mich nie anfreunden konnte. Mittlerweile hat TechniSat aus meinem PVR (persönlichen Videorecorder) einen DVR (Digitalen Videorecorder) per Softwareupdate gemacht. Der steht ja nun in Wandlitz. Ob die Änderung auffällt?

von pomnitz26 - am 04.08.2016 16:24
Zitat

Also ich weiß ehrlich gesagt nicht, woher dieser Mythos kommt, dass analoger Sat-Empfang nur mit Fischen in stark gesättigten Flächen möglich war.


Kein Mythos sondern Realität. Nicht jeder konnte sich mal eben nen 80er oder 90er Brummer an die Aussenwand dübeln. 60 cm war die gängige Größe für Astra und da konnte man noch so genau ausrichten, bei grellen Farben kamen da eben im Fischeln im Bild.

Das hörte bei mir erst bei dem Umstieg auf digitalen Empfang auf (DBox 1).

Bei Eutelsat brauchte man ja noch mehr Blech wenn man Viva sauber reinbekommen wollte, da war mit 60cm zwar Empfang aber der Stereoton gut verrauscht und naja, das Bild eben auch. Aufgenommen habe ich die Videoclips trotzdem mit dem Videorecorder :-)

von Felix II - am 05.08.2016 07:37
Ich bin seit 1992 beim Satempfang "angekommen" - als es die ersten "Camping- Schüsseln" mit 30cm Durchmesser gab. Grund war unser örtlicher Bauverein, der keinerlei Antennen auf oder am Haus geduldet hat. Aber die Kleine konnte man mal schnell auf die Fensterbank meines Dachfensters rausstellen und nach Gebrauch wieder reinholen.
Immerhin konnte man mit dem Setup auch Kopernikus empfangen, Eutelsat div. Positionen und sogar Intelsat auf 45 Grad West funktionierte - klar, vieles war gestört, aber es ging.

Bei Astra und seinen Fischchen kam es sehr darauf an, auf welchem Satellitenmodell der Sender aufgeschaltet war - alle Programme auf dem Astra 1A waren die Hauptkandidaten für "Fischchen bei Rot". Die nachfolgenden Modelle hatten jeweils eine höhere Transponderleistung, und so wurde es ab 1B deutlich sauberer.

von HAL9000 - am 05.08.2016 08:37
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