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Radioforum
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vor 1 Jahr, 4 Monaten
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vor 6 Monaten, 3 Wochen
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Habakukk, dxbruelhart, _Yoshi_, B.Zwo, hg, DH0GHU, DX-Fritz, Harald Z, Peter Schwarz

Reuter Pocket im Herbst erhältlich

Startbeitrag von dxbruelhart am 26.07.2016 21:21

Der Reuter RDR 55 bzw. Reuter Pocket ist ein tragbares Radio mit dem Empfangsteil der grossen Reuter. Der Reuter Pocket kommt im Grundgerät mit Empfang von 0-30 MHz, kann aber mit Zusatzmodulen für UKW und DAB bestellt werden. Das Gerät hat einen eingebauten Lautsprecher und kann mit einer mitgelieferten Teleskopantenne betrieben werden (natürlich auch mit praktisch jeder denkbaren anderen (Aussen)Antenne).

Christoph Ratzer hat mehr zu diesem Super-Radio:
http://ratzer.at/empfaenger/reuter-pocket

Reuter Pocket - Neuvorstellung

Der Reuter Pocket der Firma Konstruktion und Musterbau Burkhard Reuter wurde erstmals als vielbeachtetes Vorserienmuster auf der HAM RADIO 2016 in Friedrichshafen vorgestellt. Dieser digitale Kurzwellen- und UKW Empfänger mit herausragenden elektrischen Werten und einer umfangreichen Ausstattung (GPS Modul, interne Aufnahmemöglichkeit von Ton und Bild, WiFi zur Datenübertragung, Akkubetrieb, optional mit DAB+ und auch einer Sendemöglichkeit als QRP Transceiver erweiterbar) wird ab Herbst in seiner Grundausführung für unter 1.000 Euro erhältlich sein. Eine herausragende zu Recht so vielbeachtete deutsche Entwicklung und Fertigung.

Erste Details:

* Antenneneingang SMA, recht genau auf 50 Ohm, Adapterkabel auf BNC wird beiliegen
* Empfangsleistung ähnlich RDR50, auch gleicher Frequenzbereich
* Grundgerät bis 30 MHz, dann UKW+2m als Option, auch Transmitter (QRP, 5W) als Option
* untere Grenzfrequenz wenige Hz, damit auch wieder Empfang von Sferics, Whistler etc. möglich
* Memory intern, fest eingelötet, damit ->
* Wasserdichtigkeit (Spritzwasser, hohe Luftfeuchtigkeit)
* Einstellrad etwas versenkt, damit größere Portabilität in Taschen, Rucksäcken
* Display-Helligkeit in großem Umfang einstellbar , somit keine Blendung abends/nachts
* Display auch bei Sonne noch ablesbar
* Kopfhörerausgang, auch als Line
* Bluetooth und WLAN, um Daten etc. zu übertragen
* diskrimierungsfreier Linkshänderbetrieb (Gerät hat Lagesensor)

Antworten:

Meiner kam gestern an - hab natürlich die Version mit UKW und DAB+ :D

Schönes Spielzeug, Empfang fast so wie der Elad FDM S2, übersteuert allerdings stärker (bin ja nur 5km vom Fernmeldeturm in Kiel entfernt und die Yagi zeigt bei Südausrichtung genau dahin), hat aber eine stufenlose ATT Funktion, die wunderbar funktioniert.

Soweit die Kurzform. Hat jmd aus der Runde das Gerät auch? Auf LMK hab ich bis auf einen Funktionstest nichts weiter geprüft, es ist schließlich gerade Tropo. :joke:

von hg - am 27.01.2017 21:35
Nein, ich warte noch. Bin schon total gespannt.

Was mich interessieren würde: ist das Gerät denn wirklich auch gut portabel zu betreiben? Ich hatte nämlich den Haupteinsatz neben einem möglichen stationären Betrieb schon eher v.a. im mobilen DXen gesehen, evtl. tatsächlich nur mit Teleskopantenne..

von Habakukk - am 27.01.2017 21:48
Jau, Akku reicht 3-4 Stunden (selber noch nicht geprüft, ob es genau so lange hält und welche Faktoren eine Rolle spielen). Wichtig zu wissen, dass das Gerät über einen Bananenstecker-Anschluss verfügt, also nicht per USB oder gewöhnlichem Netzteil aufladbar ist.

von hg - am 27.01.2017 23:21
Wie empfängt der Reuter Pocket DAB, im Vergleich mit anderen DAB-Empfangsgeräten? Wie empfindlich ist der Reuter auf DAB?
Im DX-unlimited Forum gibt es auch einen DXer, der bereits den Reuter Pocket hat, und der hat auch ein paar Videos vom Betrieb mit dem Gerät veröffentlicht http://www.dx-unlimited.eu/forum/viewtopic.php?f=35&t=6110

von dxbruelhart - am 28.01.2017 06:14
Zitat
hg
Jau, Akku reicht 3-4 Stunden.
Das ist aber wenig!

von B.Zwo - am 28.01.2017 08:34
Jo, geht aber bestimmt deutlich länger, wenn man es drauf anlegt, z.B Display dunkler anzeigen, etc.

Zitat von der Homepage: "Der eingebaute Li-Akku reicht für ca. 4 Betriebsstunden bei voller Funktionalität (RX), mit Stromsparfunktionen deutlich länger."

von hg - am 28.01.2017 13:57
4 Stunden ist arg wenig, aber die Prozessoren sind halt hungrig. Da sollte man also ne Powerbank oder irgendetwas derartiges mitschleppen, denn "Pocket" heißt für mich "vorwiegend mobiler Einsatz". Was kann man denn da anschließen? So ein Gerät würde ich holen, um z.B. auf einem Berg zu scannen. Und wenn dann der Akku nach 4 Stunden alle ist, ist es nervig.

von Peter Schwarz - am 29.01.2017 09:38
Zitat
dxbruelhart
Im DX-unlimited Forum gibt es auch einen DXer, der bereits den Reuter Pocket hat, und der hat auch ein paar Videos vom Betrieb mit dem Gerät veröffentlicht http://www.dx-unlimited.eu/forum/viewtopic.php?f=35&t=6110


Kann man die Videos auch ohne Anmeldung sehen (z.B. auf Youtube)?

von DX-Fritz - am 29.01.2017 10:23
Die Videos sind IMHO leider nicht auf Youtube, aber ich stelle die Links zu den Videos mal hier rein:
https://www.dropbox.com/s/1otu7rnbi5ckk0l/Pocket1.mp4?dl=0
https://www.dropbox.com/s/kvntz2clsl34he8/Pocket2.mp4?dl=0
https://www.dropbox.com/s/5rhbrt3xtrxfl7s/Erste%20Eindr%C3%BCcke%201%20gro%C3%9F.mp4?dl=0
https://www.dropbox.com/s/as68a66ocn6eszd/Erste%20Eindr%C3%BCcke%202%20gro%C3%9F.mp4?dl=0

Eine Anmeldung bei dx-unlimited.eu empfehle ich dennoch, denn hier sind alle versammelt, auch die die früher beim Wellenforum (eingegangen) waren.

von dxbruelhart - am 29.01.2017 12:47
Zitat
dxbruelhart

Eine Anmeldung bei dx-unlimited.eu empfehle ich dennoch, denn hier sind alle versammelt, auch die die früher beim Wellenforum (eingegangen) waren.


Dabei sollte man auch ewähnen das man bei der Anmeldung seine Komplette Adresse Angeben muss!:sneg:

Daher hat sich die Anmeldung für mich erledigt.

von _Yoshi_ - am 29.01.2017 15:29
Danke Brühli! :spos:

Zitat
_Yoshi_
Dabei sollte man auch ewähnen das man bei der Anmeldung seine Komplette Adresse Angeben muss!:sneg:

Daher hat sich die Anmeldung für mich erledigt.


Ja, das ist für mich auch ein absolutes No go! Und eine Phantasieadresse möchte ich auch nicht unbedingt angeben.

von DX-Fritz - am 29.01.2017 16:32
Sie wurden eine Zeitlang von Trollen überschwemmt, deshalb wollen die wissen, mit wem sie es zu tun haben, und verlangen auch (neuerdings) die Adresse.

von dxbruelhart - am 30.01.2017 08:13
Zitat
hg
Meiner kam gestern an - hab natürlich die Version mit UKW und DAB+ :D


Von DAB+ sehe ich auf der Webseite nichts? da würde mich mal die Performance interessieren. Davon abgesehen wäre für mich die Tablet-große Variante wohl die Interessantere, da man dort gleich noch einen (QRP-)Sender ZUSÄTZLICH als Option bekäme....

von DH0GHU - am 30.01.2017 12:53
Zitat
dxbruelhart
Sie wurden eine Zeitlang von Trollen überschwemmt, deshalb wollen die wissen, mit wem sie es zu tun haben, und verlangen auch (neuerdings) die Adresse.


Ob die Idee so gut ist mag ich mal bezweifeln.
Nicht jeder mag seine genaue Anschrift in irgend ein Forum angeben.
Gerade dies lockt Hacker an die dann versuchen an die Datenbank zu kommen.

Und wie wollen die denn Prüfen ob die eingegebene Adresse überhaupt richtig ist?
Um das zu Prüfen müssten die per Post einen Freischaltcode senden um seinen Account zu aktivieren.
Würde dem Betreiber sicherlich Teuer werden wenn sich viele dort Registrieren.

von _Yoshi_ - am 30.01.2017 17:51
Die Adresse kann man im Netz recherchieren, im Telefonbuch finden sich praktisch alle Adressen.

von dxbruelhart - am 31.01.2017 08:27
Ich stehe in keinen Telefonbuch.
Und das wegen den ganzen Coldcalls (Lottocallcenter, Versicherungen, Stromanbieter u.s.w.) die einen versuchen irgend welche Verträge aufzuschwatzen.

von _Yoshi_ - am 31.01.2017 15:59
Wenn ich das Video und die Bedienungsanleitung richtig interpretiert habe, geht das Radio in den DAB-Betrieb, wenn man auf eine Frequenz oberhalb 151 MHz abstimmt. Dann wird offenbar ein Suchlauf durchgeführt und man kann die gefundenen Programme durchschalten. Ob es auch einen manuellen Suchlauf gibt, erschließt sich mir noch nicht.

Leider ist im DAB-Betrieb die Spektrumsanzeige deaktiviert, d.h. man sieht leider nicht die 1,5 MHz breiten DAB-Träger.

Ansonsten scheint das Pocket wie erwartet recht empfangsstark zu sein und wohl auf UKW schon an der mitgelieferten Teleskopantenne eine ordentliche Figur zu machen. Für die AM-Bereiche wird offenbar eine vom Gerät abgesetzte Antenne empfohlen.

von Habakukk - am 31.01.2017 16:25
Bei DAB ist laut Webseite wohl einfach ein DAB-Modul verbaut, das über einen Bandpass und Vorverstärker an der Antenne hängt. Die Reuter-Hardware ist bei DAB-Empfang inaktiv.

von DH0GHU - am 31.01.2017 17:36
Mein Pocket ist nun am Wochenende eingetroffen.

Erste Eindrücke (was man nach so kurzer Zeit bereits sagen kann):

Das Gerät ist sehr einfach und intuitiv zu bedienen. Ein paar Dinge könnte man sicher noch optimieren, aber man kommt in jedem Fall schnell zurecht, ganz ohne die Bedienungsanleitung lesen zu müssen.

Die Akkulaufzeit mit 3-4 Stunden kommt hin, danach ist aber auch wirklich Schluss und man muss das Pocket an irgendeine Spannungsquelle hängen. Akkuwechsel ist in dem Sinn keiner vorgesehen, die sind erst mal fest verbaut. Das mitgelieferte Kabel hat auf der anderen Seite zwei Bananenstecker, ist also eher für 12-14V-Labornetzteile ausgelegt, das steht aber so auch in der Doku. Laut dieser gibt es auch ein richtiges Netzteil, das man aber wohl separat ordern muss.

Die Anzeige mit diversen Diagrammarten bis hin zum Wasserfalldiagramm ist natürlich spitze, v.a. auch mobil. Man sieht den kompletten AM-Bereich auf einen Blick, ebenso das komplette UKW-Band. Es ist ganz interessant anzusehen, wie weit die jeweiligen Standorte "hinaus spitzen".

Den Empfang kann ich bisher nur mit der mitgelieferten Teleskopantenne bewerten. Wichtig: für niedrige Frequenzen die Impedanz auf unendlich schalten, sonst hat man dort kaum Empfang. Dann ist der Empfang im Bereich der Lang- und Mittelwelle nicht mal schlecht. Aber klar, dass hier mit einer Rahmenantenne natürlich deutlich mehr geht. Etwas bessere Weltempfänger mit eingebauter Ferritantenne sind hier ebenfalls besser geeignet. Die Teleskopantenne ist da ganz klar nur eine Art Provisorium.

Im Kurzwellenbereich schlägt sich der Pocket sehr gut, gerade mit dem AM-E-Filter bekommt man einen angenehm röhrenartigen Klang. Wobei auch hier die mitgelieferte Teleskopantenne nicht optimal zu sein scheint. Es gibt zumindest nichts, was mein Grundig G5 (Degen 1103-Klon) nicht auch vergleichbar gut zu Gehör bringt. Einzig Fading ist im G5 deutlich nerviger, das regelt der Pocket wirklich gut aus.

Der Empfang im UKW-Bereich mit der mitgelieferten Teleskopantenne ist auch sehr gut, die verschiedenen Filter arbeiten gut, man würde sich nur manchmal noch eine Filterstufe zwischen 80kHz und 230kHz wünschen. Allerdings muss ich auch sagen, dass mein mit 56+80kHz-Filtern modifizierter Grundig G5 zumindest in Sachen Empfindlichkeit hier noch eine Schippe drauf legt. Die wirklich ganz schwachen UKW-Signale bringt dieser deutlich klarer zu Gehör (wenn auch wegen der schmalen Filter immer leicht verzerrt). Dafür hat natürlich der Grundig G5 so manches Mischprodukt, das es beim Pocket nicht gibt. Nichtsdestotrotz hätte ich da etwas mehr erwartet, schließlich tritt ja der Grundig G5 auch nur mit Teleskopantenne an. Klar, diesen kann man nicht wie den Reuter an eine Yagi hängen, dafür ist dieser nicht ausgelegt. Aber gerade weil der Pocket ja auch für den mobilen Einsatz gedacht ist, ist das ein klein wenig schade. Trotz allem würde ich die Empfindlichkeit besser als z.B. bei den Tecsuns oder einem Sangean ATS909 einstufen.

Beim RDS bin ich auch noch etwas zwiegespalten. Der PI-Code scheint erst bei relativ starken Signalen zu kommen, da ist mein modifizierter Sangean ATS909 etwas flotter. Schade auch, dass RDS bei Monosignalen nicht funktioniert. Ansonsten natürlich praktisch, gerade weil mein Grundig G5 keinerlei RDS hat.

Bei der DAB-Funktion bin ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Es ist tatsächlich so, dass man eigentlich keinerlei Einflussmöglichkeiten hat. Es gibt nur den automatischen Suchlauf und dann bekommt man eine Liste von Programmen. Kein manueller Suchlauf, und leider auch keinerlei Information zu dem Programm, das man gerade hört. Es steht dann nur "Play DAB " und eine Programmnummer oben links in der Frequenzanzeige, das war's. Kein Programmname, kein Kanal, von Dynamic Label usw. gar nicht zu sprechen. Auf die Art hat man keinerlei Ahnung, was man da jeweils hört. Ich habe auch einige Programmnummern, bei denen nichts kommt. Es ist mir auch noch nicht gelungen, in der Programmliste ein Programm aus dem Münchner Ensemble 11C zu finden. Der 11C geht hier mit guten Radios wie dem Microspot in den allermeisten Ecken unserer Wohnung aussetzerfrei (und am Fenster sowieso mit gutem Signal). Ich fürchte fast, der DAB-Empfang gehört nicht zu den Stärken des Pockets, selbst wenn man die Benutzeroberfläche nochmal aufpimpt.

Das erstmal zu meinen ersten Eindrücken. Wie gesagt, diese sind alle mit der mitgelieferten Teleskopantenne entstanden. Natürlich ist das Pocket eigentlich drauf ausgelegt, an ordentlichen Antennen zu betrieben werden, aber gerade weil es eben auch auf den Mobilbetrieb schielt, hätte ich eine etwas bessere Performance an diesem einfachen Setup erhofft. Wer natürlich eh immer mit der Yagi unterwegs ist, könnte mit dem Pocket seine Freude haben, weil es wohl eher darauf ausgelegt ist. Natürlich ist auch nicht ausgeschlossen, dass es in den diversen Einstellmöglichkeiten noch Möglichkeiten gibt, die Empfindlichkeit für die Teleskopantenne zu tunen. Deshalb ist das hier Geschilderte erst mal nur unter Vorbehalt zu sehen. Einfach erster Eindruck nach sehr kurzer Zeit.

Mein persönliches Highlight ist, das komplette UKW-Band mit einem Blick zu sehen. Das hat schon etwas...

von Habakukk - am 05.02.2017 16:39
Mal ein paar Bilder vom Display noch...

Hier das komplette UKW-Spektrum, man sieht die starken Ortssender Wendelstein, Hochries, Gaisberg und Hochberg/Traunstein ganz gut. Ist schon beeindruckend, das auf einen Blick zu sehen.
[attachment 8757 FM.png]

Hier mal der Bereich von 99,4 bis 101,1 als Wasserfalldiagramm. man erkennt ganz gut FM4 auf 99,9, dann 2 x DLF (100,1 und 100,3), dann noch 2 x BR-Klassik (100,7 und 100,9). Dazwischen noch paar schwächere Sender.
[attachment 8758 FM2.png]

Dann noch die recht spartanische Anzeige im DAB-Modus:
[attachment 8759 DAB.png]

von Habakukk - am 05.02.2017 20:19
Dann der AM-Bereich, hier mal Lang- und Mittelwelle auf einen Blick. Wie man sieht, geht das ganz ordentlich, trotz nur Teleskopantenne. Selbst die allabendlichen griechischen Piraten oberhalb von 1600kHz gehen recht deutlich rein:
[attachment 8760 AM1.png]

Und hier noch am Beispiel eines Kurzwellensenders, wie schön man das AM-Filter einstellen kann, sodass es gerade nicht mehr fiept:
[attachment 8761 AM2.png]

von Habakukk - am 05.02.2017 20:22
Noch eine interessante Sache, die jetzt weniger mit dem Pocket zu tun hat: der Lang- und Mittelwellenempfang ist außerhalb der Wohnung mit der Teleskopantenne richtig gut. Das ist ein Riesenunterschied, ob man drinnen oder draußen ist. Ganz anders, als ich das von meinen bisherigen Weltempfänger mit Ferritantenne gewohnt bin, wo man praktisch keinen Unterschied am Pegel bemerkt, ob man drinnen oder draußen ist.

Das heißt, dass der magnetische Anteil dieser Signale wohl deutlich besser in Wohnungen eindringt als der elektrische Anteil, der hier wohl doch deutlich gedämpft wird. Dieser Unterschied war mir bisher tatsächlich gar nicht so bewusst.

Auf dem Balkon habe ich mit dem Pocket und der Teleskopantenne im Lang- und Mittelwellenbereich entsprechend wirklich deftige Signale selbst der schwachen Sender. Das schlägt dann jeden meiner bisherigen Weltempfänger mit Ferritantenne um Längen. In der Wohnung dagegen sieht die Welt anders aus, da sind meine bisherigen Weltempfänger einen Tick besser. Und freilich fehlt die gewohnte Richtwirkung ein wenig. Und Störungen durch LEDs etc. machen sich mit Ferritantenne deutlich weniger bemerkbar. Da habe ich paar so Dinger, die sich in der halben Wohnung bemerkbar machen.

von Habakukk - am 07.02.2017 08:29
Interessant wäre jetzt ein direkter Vergleich des Lang- und Mittelwellenempfangs mit einem auf Stabantenne umgestellten Degen 1103.

von Harald Z - am 07.02.2017 09:50
@Harald Z:
Damit kann ich leider nicht (mehr) dienen. Mein Grundig G5 ist zwar vom Innenleben her ein Degen 1103-Klon, lässt sich aber auf die bekannte Art nicht auf Stabantenne umstellen.

von Habakukk - am 07.02.2017 09:53
Das erinnert mich an das Autoradio im alten Käfer. Das hatte einen Trimmer um die Teleskopantenne an die Mittelwelle anzupassen. Wenn man in die Garage fuhr war der Empfang deutlich schlechter. Draußen hingegen richtig gut.

von B.Zwo - am 08.02.2017 21:36
Mit dem Update auf Software Version 2.05 wurde der DAB-Bereich etwas verbessert. Man sieht nun wenigstens, was man da gerade hört.

So sieht die Ansicht direkt nach dem Suchlauf aus, der jedes mal automatisch 1x aktiviert wird, wenn man in den DAB-Bereich schaltet. D.h., wer DAB hören will, muss jedes mal erst mal warten, wenn er in diesen Bereich wechselt. Warum man hier dem Suchlauf nicht einfach eine Taste spendiert hat, über die man ihn explizit anwerfen kann, erschließt sich mir nicht. Eine manuelle Kanalauswahl oder dergleichen (was beim DAB-DXen ein Muss ist) sucht man ebenfalls immer noch vergebens.

Nach dem Suchlauf läuft dann offenbar zuerst das Programm mit der niedrigsten Service ID im niedrigsten Kanal, also Schwarzwaldradio.
[attachment 8905 dab1.png]

Hier nochmal die Ansicht, wenn man dann auch ein Programm gewählt hat. Toll ist hier, dass man Service ID, Datenrate und Samplerate angezeigt bekommt, sowie den PTY (auch wenn er offenbar falsch angezeigt wird).
Es scheint auch ein Fenster für die Slideshow vorgesehen zu sein, nur tut sich da nix. Man braucht wohl laut Doku ein externes Plugin, nur woher? Scheint Zukunftsmusik zu sein.
[attachment 8906 dab2.png]

Man sieht jetzt, dass das Reuter Pocket also auch die Datendienste in die Programmliste mit aufnimmt. Das waren also die vielen stummen Programme, die ich ohne Displayanzeige nicht zuordnen konnte.

Mit Display kann man auch das Empfangsergebnis an der Teleskopantenne beurteilen: es ist leider äußerst ernüchternd. Ich bekomme nur 5C, 10D und 11D mit Audio, also die ultimativen Ortssender vom Wendelstein. Vom 11C München, der in vielen Ecken der Wohnung mit Audio geht, bekomme ich mit Mühe die Kennungen eingelesen. Der 11A Ingolstadt, der zumindest am Fenster ein recht gutes Signal erreicht und ebenfalls in einigen Ecken der Wohnung störungsfreies Audio erreicht, wird noch nicht mal eingelesen. Über 9C Augsburg (am Fenster mit Audio) und 12A/8A München (reicht gerade so für die Kennungen am Microspot 318) reden wir besser nicht.

Der Empfang wird auch massiv schlechter, sobald ich das Gerät an der Unterseite anfasse, oder auf den Knien ablege. Genau dann kommen im UKW-Bereich diverse Störträger dazu, da machen sich Störungen durch das Display bemerkbar. Die scheinen den DAB-Empfang massiv zu beeinträchtigen, selbst bei den eigentlichen Ortssendern kann es dann zu Aussetzern kommen. Also das ist schon sehr ernüchternd, v.a. angesichts des Preises des Geräts. Wenn ich mir überlege, dass ich beim Mircospot schon lange suchen muss, um 5C/10D/11D hier in der Wohnung zu einem Aussetzer zu bekommen (selbst mit eingezogener Antenne).

Ich komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass das Reuter eigentlich nur mit externen Antennen eine gute Figur macht. So ist für mich aber der eigentlich Zweck, nämlich der Portabelbetrieb, nicht mehr so recht gegeben.

Edit: Ach so: und ich habe auch noch keine Möglichkeit gefunden, aus dem DAB-Modus wieder heraus zu kommen. Momentan behelfe ich mir dadurch, das Gerät auszuschalten, und beim nächsten Einschalten schnell nach unten zu tunen, bevor nach ca. 1s wieder der Suchlauf losläuft.

von Habakukk - am 08.03.2017 21:02
Es scheint als sei das Gerät nicht über den Status eines Prototyps hinaus gekommen.

von B.Zwo - am 08.03.2017 21:45
Es wurde nun für die Displaysteuerung die sog. "Spread-Spectrum-Modulation". Diese bewirkt tlw. eine leichte Verminderung der Displaystörungen. In den meisten Fällen wird dadurch aber nur aus den diskreten Störträgern ein gleichwertig störendes erhöhtes Rauschen. Die Verbesserung oder Verschlechterung hängt dann stark davon ab, ob der Störträger ausgerechnet auf der Nutzfrequenz liegt, oder leicht daneben.

Was bei mir allerdings nun wirklich was bringt, ist die automatische Abschaltung des Displays nach x-Sekunden. Bisher gab es da keinen Unterschied, aber nun wird offenbar "hart" abgeschaltet, entsprechend verschwindet der Störteppich mit der Abschaltung des Displays komplett. Der Unterschied ist im UKW-Bereich wirklich gravierend. Damit werden nun an der Teleskopantenne auch Stationen klar hörbar, die vorher nur stark verrauscht zu vernehmen waren. Nichtsdestrotrotz kitzelt mir der Grundig G5 (Degen 1103-Klon, modifiziert mit 53+80kHz-Filtern) auch jetzt immer noch einen Tick mehr aus dem UKW-Band als der Reuter Pocket. An der Teleskopantenne, wohlgemerkt.

Mit ordentlichen externen Antennen ist der Reuter Pocket allerdings eine Granate, da gibt es wenig Diskussion. Inwiefern das Pocket auf UKW aber an einer Yagi einen modernen trennscharfen DSP-Tuner oder Tunerklassiker wie Sony XDR F1HD, Onkyo T-4970/9900 oder andere schlägt, muss sich auch erst noch zeigen. Den Vergleich kann ich momentan leider nicht liefern.

von Habakukk - am 02.05.2017 11:56
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