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Warum sind Deutsche Sender so leise und französische Sender brutal laut?

Startbeitrag von RadioZombieCH am 28.07.2016 13:00

Wieso??

Antworten:

In Frankreich gibt es andere Grenzwerte.

von DX OberTShausen - am 28.07.2016 13:08
In Frankreich kommt ein größerer FM-Hub zum Einsatz.

von Kay B - am 28.07.2016 16:56
Frankreich: "C'est bon."

Deutschland: "Mimimimi! Das entspricht aber nicht den Vorschriften! Da! Das hab ich genau geseen! Das RDS-PS hat sich verändert! Das ist aber in der Norm 345/0815strichrömisch3 nicht erlaubt!!eins111!!! Das habe ich alles hier in meinem Leitz-Ordner ausgedruckt und abgeheftet! Mimimimi!"

von Alqaszar - am 28.07.2016 19:45
Und was ist mit den Holländern? R.I.P Ohren

von RadioZombieCH - am 28.07.2016 20:06
Die wollen sollen ab 2017 die Hub-Grenze einhalten ( lach ).
Sie werden den Hub sicherlich einhalten, aber mit anderem dBr.
Nur die Deutschen machen mimimi.....und nicht nur im Radiobereich.

edit. Hub ist das Eine, Leistung das andere.

von sup2 - am 28.07.2016 20:48
Lustig.
In diesem Thema kann es gar nicht laut genug sein, "böse Beamte verhindern das Ausbluten unserer Ohren, Skandal!!!!" ... und im nächsten Thread wettern alle gegen den furchtbaren Loudness War. Keine Dynamik mehr, Sender klingen schrecklich, Hauptsache laut, alle doof, Skandal.

Es lebe das Sommerloch. :)

von Raptor68m - am 28.07.2016 21:06
Habe gerade ein Hubmessgerät hier. Es sind durchaus einige deutsche Programme an 0 dBr MPX-Power rangeklatscht und kommen kaum davon weg. FFN beispielsweise, MDR 1 Sachsen-Anhalt, SAW, auch Top 40 und Antenne Thüringen. Weitere Messungen werde ich die kommenden Tage machen.

Wieviel MPX-Power gönnt man sich in Frankreich? +2 dBr? Noch mehr? Soo viel lauter wird das dann gar nicht mehr. Man bekommt das vor allem durch Plattkompromieren hin und entsprechend scheiße klingt das alles dann auch. Knapp 0 dBr MPX und ein Spitzenhub von gerade mal knapp 60 kHz sagt alles.

Da lobe ich mir Programme wie DKultur mit irgendwas um -3 ... - 4dBr MPX-Power und Spitzenhub von ca. 70 kHz, dazu anständiger Klang.

von Chris_BLN - am 28.07.2016 22:58
Zitat
sup2
Die wollen sollen ab 2017 die Hub-Grenze einhalten ( lach ).
Sie werden den Hub sicherlich einhalten, aber mit anderem dBr.
Nur die Deutschen machen mimimi.....und nicht nur im Radiobereich.


Seit auch die Tschechen den Hub auf deutsches Niveau runter gefahren haben, halte ich nichts für unmöglich. Schauen wir mal, ob die Franzosen nächstes Jahr auch noch so laut sind.

von Habakukk - am 29.07.2016 08:58
Selbst wenn man den Hub einhalten muss, muss nichts so totkomprimiert klingen wie z.B. MDR1 Sachsen-Anhalt, bei diesem Audiokompressor bluten einem echt die Ohren, man kann nur noch entnervt wegschalten, SAW und Brocken haben da deutlich mehr Dynamik, auch wenn die immer noch Scheiße klingen.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 30.07.2016 05:44
Zitat
Chris_BLN
Wieviel MPX-Power gönnt man sich in Frankreich? +2 dBr? Noch mehr?


Leg mal noch 6 dBr drauf. Als ich vor 3 Jahren im Elsass unterwegs war, hatte ich NRJ auf dem Analyzer - mit +8 dBr!! Aber 75 kHz Hub - das geht schon irgendwie. Ein Genuss ist das natürlich nicht.

von .:. - am 30.07.2016 06:00
Alqaszar hat die Mentalitätsunterschiede richtig beschrieben. In dem Fall bin ich aber ausnahmsweise mal in der Sache auf "deutscher Seite". Denn der französische Bollersound ist eine Beleidigung für meine Ohren. Zudem ist es beim DX nervig. Mit schmalen Filtern hörst Du nix mehr ausser Krach und und die Nachbarkanäle werden "zugespratzt". Die drei landesweiten Radio France-Programme gehen noch. Aber schon France Bleu Alsace zerrt und pumpt, dass es keine Freude mehr ist.
Und sogar beim DX in Italien fielen mir ein paar Programme auf, die noch lauter und komprimierter sind als alle anderen...na klar, das waren Franzosen! Saubere Höhen bekommen sie auch nicht hin.
Die Holländer sind auch derbe laut (und halten dabei die 75kHz Hub peinlich ein), sie klingen dabei aber besser als die Franzosen. Das liegt zum Teil auch an den Soundprocessoren, die dort eingesetzt werden. Was mich besonders stört, ist dieser polternde Mikrofonsound. Das scheint im französischsprachigen Raum "schick" zu sein.

Abgesehen davon ist es so, dass man sich in Sachen Lautstärke und Sound gerne an den Marktführern orientiert. Das pendelt sich dann auf ähnlichem Niveau ein. Mir fiel z.B. auf, dass die Sender im Tessin alle lauter sind als in der Deutschschweiz...kein Wunder, sonst könnten sie sich gegen die einstrahlenden Italiener kaum durchsetzen. SRF1 findet man beim Durchscannen denn auch sofort...die Frequenz, auf der man kaum was hört...:D

von Peter Schwarz - am 30.07.2016 07:21
Es wäre ja schon mal gut, wenn wenigstens deutsche Sender nicht alle unterschiedlich laut klingen würden. Wenn bei DAB+ durch die gut 60 Sender durchschalte, klingt der eine total leise und beim nächsten fliegen fast die Membranen raus. Selbst Sender aus der gleichen Sendergruppe klingen unterschiedlich laut, oder wie lässt es sich erklären, dass DLF quasi im Stealthmode dahinflüstert und DWissen wie ein F-104G jault?

von PhanTomAs - am 30.07.2016 10:43
Ich kann Peter Schwarz nur in allen Punkten beipflichten. Die Franzosen sind nur laut. Gut klingen tut das aber nicht. Das böllert, rumpelt und muffelt ohne Ende. Vor allem die Mikros sind extrem nervig. Ich bin ja was so etwas angeht echt schon nervlich robust gebaut. Aber eine Reportage oder eine Gesprächsrunde im französischen rumpel Radio geht gar nicht. Die klingen irgendwie immer wie diese HipHopper die sich auf der Bühne das Mikro fast in den Hals stecken. Außerdem haben die Franzosen echt ein Problem mit den Höhen. Das klingt immer alles sehr belegt und verhangen. So als hätte man ein Tuch vor den Lautsprecher gehängt.

Was mich aber besonders ärgert ist das die französischen Sender die Nachbarkanäle noch gleich mit zurotzen.

von Spacelab - am 30.07.2016 12:31
Die Polen und Tschechen haben wahrscheinlich selbst gemerkt, dass sie so viel besser klingen. Denn auch die Polen haben weitestgehend den Hub runtergefahren.

von Terranus - am 30.07.2016 12:53
Nö, dort wurde die neue EU-Richtlinie schon umgesetzt. Die westlichen Nachbarn kommen auch noch dran. Das bringt aber wenig, wenn sie die Soundeinstellungen nicht ändern. Dann rumpelt und muffelt es halt leiser...die Tschechen waren auch tierisch laut, klangen aber nie so krank wie die Franzmänner.

von Peter Schwarz - am 30.07.2016 15:44
Zitat
.:.
Leg mal noch 6 dBr drauf. Als ich vor 3 Jahren im Elsass unterwegs war, hatte ich NRJ auf dem Analyzer - mit +8 dBr!! Aber 75 kHz Hub - das geht schon irgendwie. Ein Genuss ist das natürlich nicht.


Krass. Daß das überhaupt noch als Musik und Sprache erkennbar ist.

Hier mal eine Stunde Antenne Thüringen von heute Mittag:

[attachment 7780 Antenne_Thueringen_Gera_98_3.png]

Ist schon auf Anschlag justiert, maximal 0 dBr. Gesamthub maximal 59 kHz, abzüglich Pilot und RDS ca. 50 kHz. Wenn wir das auf 75 kHz Gesamthub bringen wollen, können wir uns ca. 66 kHz Audio-Hub gönnen. Damit haben wir noch Reserve für 20 log 66/50 = 2,4 dB. Dann sind wir in den Spitzen bei 75 kHz Hub und in der MPX-Leistung "nur" bei +2,4 dBr. Jetzt noch 5,6 dB Kompression drauf - das wird doch Gleichstrom. :D

Zitat
PhanTomAs
Es wäre ja schon mal gut, wenn wenigstens deutsche Sender nicht alle unterschiedlich laut klingen würden. Wenn bei DAB+ durch die gut 60 Sender durchschalte, klingt der eine total leise und beim nächsten fliegen fast die Membranen raus. Selbst Sender aus der gleichen Sendergruppe klingen unterschiedlich laut, oder wie lässt es sich erklären, dass DLF quasi im Stealthmode dahinflüstert und DWissen wie ein F-104G jault?


Die EBU-Aussteuerungsempfehlung R128 sollte das Problem beseitigen. Damit würden die Programme alle auf -23 LUFS gebracht oder auch in Anlehnung an die für UKW ausgekäste Distributionslautheit auf -18 LUFS. Aber nichts passiert in diese Richtung. Da es im Digitalen keine mit der HF begründbare Grenzen gibt, wird halt auch gerne auf Anschlag gefahren. Eine freiwillige Selbstbeschränkung der Privaten halte ich für illusorisch und die Öffis werden sich fragen müssen, ob sie freiwillig dagegen "untergehen" wollen.

DWissen hatte bei einer Messung vergangenen Herbst auf DVB-S eine Loudness von -14,8 LUFS, also 3,2 LU zu laut verglichen mit UKW-Distributionslautheit. Dimmt man das um 3 dB (also auf ca. -18 LUFS) und schickt es mit ansonsten normkonform kalibriertem Modulator auf UKW, kommt das hier raus:

[attachment 7781 D-WissenviaDVB-SmittelsBlankomSTR821aufUKWmitNF-Korrektur-3dB.png]

Das ist von der MPX-Leistung her im Maximum durchaus auf UKW-Popwellen-Niveau bzw. 1,5 dB leiser als die härtesten Randalierer. Durch die hohe Loudness Range geht aber die Gesamt-Lautheit runter. Müßte man nun analysieren, ob das durch die gespielte Musik aufgrund hoher Loudness-Range innerhalb der Einzeltitel kommt oder ob hier nicht lautheitskonform ausgesteuert wird. Im ersteren Fall wäre es ein Qualitätsmerkmal, im zweiteren ein Makel.

Aber der Hub geht bei der Moderation bis 120 kHz! Das Sat-Signal ist nicht für UKW aufbereitet (warum auch?) und gerät völlig aus dem Ruder. Das spuckt dann, wenn man schmale Filter hat. Um das durch Pegelung wegzubekommen, müßte man zu den bereits 3 dB "Dimmung" noch ca. 4 dB zusätzlich wegnehmen. Danach wäre das Programm mit ca. -22 LUFS auf dem Niveau einer öffentlich-rechtlichen Kulturwelle. Würde man dezent die Peaks bearbeiten (nahezu unhörbar), käme man auch ohne diese Maßnahme ans Ziel.

Schauen wir uns den DLF auf UKW doch noch direkt an, und zwar von der 96,6 Wiederau:

[attachment 7782 DLF_Wiederau_96_6.png]

Mal 1 kHz Hub draufdenken, die fahren nur 1,6 kHz RDS-Hub. Dann sind seltene Spitzen also bei 70 kHz, da bleibt nur noch ca. 0,7 dB Luft und die MPX-Leistung wäre dann bei ca. -3 dBr im Mittel und -2,1 dBr im Maximum. Der DLF ist also durch den Spitzenhub begrenzt, nicht durch die MPX-Leistung. Popwellen sind es bei der heutigen Musik wohl immer in der MPX-Leistung und werden höchstens durch sehr dynamische Mikrofonwege im Hub begrenzt.

von Chris_BLN - am 30.07.2016 18:43
Zitat
Peter Schwarz
Nö, dort wurde die neue EU-Richtlinie schon umgesetzt. Die westlichen Nachbarn kommen auch noch dran. Das bringt aber wenig, wenn sie die Soundeinstellungen nicht ändern. Dann rumpelt und muffelt es halt leiser...die Tschechen waren auch tierisch laut, klangen aber nie so krank wie die Franzmänner.

Immerhin kommt bei den Tschechen RDS immernoch sehr zügig. Dafür kann man hier jetzt aus CR1 auf der 89,1 schön durch entsprechende ZF-Einstellung gegen den Ortssender auf der 88,9 trennen. Es hat sich gelohnt!
Bliebe noch die grundsätzliche Frage: Wäre mit einer derartigen Vergewaltigung überhaupt ein originalgetreues Abbild auf UKW möglich? Ich behaupte nein, nicht in Ansätzen. Und das ist nicht mimimi ;-) , sondern um das worum es doch gehen sollte: Dem Teilnehmer das wiederzugeben wie es tatsächlich war und ist.

von Thomas (Metal) - am 30.07.2016 18:44
Zitat
Thomas (Metal)
Bliebe noch die grundsätzliche Frage: Wäre mit einer derartigen Vergewaltigung überhaupt ein originalgetreues Abbild auf UKW möglich? Ich behaupte nein, nicht in Ansätzen. Und das ist nicht mimimi ;-) , sondern um das worum es doch gehen sollte: Dem Teilnehmer das wiederzugeben wie es tatsächlich war und ist.


Wenn Du das willst, kommst Du noch unterhalb der Lautheit von Programmen wie BR Klassik raus, denn auch die Kulturwellen müssen bearbeitet werden für UKW. Mit heutigem Hochtongehalt kommt man durch die Preemphasis in Pegelbereiche, bei denen man eingreifen oder sehr leise drehen muß. Zum Glück geht Eingreifen über weite Bereiche durchaus nahezu "unhörbar". Die Kulturwellen beweisen es ja.

Das Thema "Spuckeffekt" ist dabei so alt wie der UKW-Rundfunk. Mir liegt eine Arbeit zu diesem Thema aus den 1960er Jahren vom "DDR-IRT" (RFZ Adlershof) vor, wo die Möglichkeiten diskutiert wurden. U.a. dabei: eine höhenbewertete Aussteuerungsanzeige (machts nur leise, dann hört man das Rauschen) und - richtig - Regelverstärker.

Die Autorin von damals lebt noch, total fit wirkende betagte Dame, habe sie Letztens auf der Geburtstagsfeier der 90-jährigen Raumakustikerin des DDR-Rundfunks kennengelernt. Die alten Rundfunk-Helden also... :D

von Chris_BLN - am 30.07.2016 18:57
Zitat
Chris_BLN
Zitat
Thomas (Metal)
Bliebe noch die grundsätzliche Frage: Wäre mit einer derartigen Vergewaltigung überhaupt ein originalgetreues Abbild auf UKW möglich? Ich behaupte nein, nicht in Ansätzen. Und das ist nicht mimimi ;-) , sondern um das worum es doch gehen sollte: Dem Teilnehmer das wiederzugeben wie es tatsächlich war und ist.


Wenn Du das willst, kommst Du noch unterhalb der Lautheit von Programmen wie BR Klassik raus, denn auch die Kulturwellen müssen bearbeitet werden für UKW. Mit heutigem Hochtongehalt kommt man durch die Preemphasis in Pegelbereiche, bei denen man eingreifen oder sehr leise drehen muß. Zum Glück geht Eingreifen über weite Bereiche durchaus nahezu "unhörbar". Die Kulturwellen beweisen es ja.

Nein, natürlich nicht. Es ist schon klar, daß man hier Kompromisse machen muß. Ansonsten gibt es digitale Übertragungsalternativen wenn es wirklich in diese von mir angestrebte Richtung gehen soll, z. B. DVB-S. Aber es ist die Frage an welchem Punkt man sich da treffen möchte. Außer bei den Kulturprogrammen sehe ich den Schwerpunkt doch sehr gegen die Qualität verschoben. Das muß nicht sein. Da lobe ich mir doch die veränderten Bedingungen bei AFK-MAX in Nbg!

von Thomas (Metal) - am 30.07.2016 19:31
In Polen wurde zwar größtenteils der Hub gesenkt, jedoch sind die meisten Programme immer noch lauter als die deutschen Sender.

von Cha - am 01.08.2016 10:39
Das ist ja nun auch wirklich keine Kunst. Der Brüllhub der Franzosen ist zwar wirklich nicht nachahmenswert aber dieses muffige, leise und platte Deutsche ist in meinen Ohren noch schröklicher!

von Anonymer Teilnehmer - am 01.08.2016 10:40
Zitat
Digitaliban
Der Brüllhub der Franzosen ist zwar wirklich nicht nachahmenswert aber dieses muffige, leise und platte Deutsche ist in meinen Ohren noch schröklicher!


Ich finde das Sounddesign sollte zur Musikrichtung passen. Für Dance, House, Electro darf es für meinen Geschmack ein kräftigeres Processing sein. Für Klassik, Jazz, o.ä. finde ich eher einen ruhigeren Sound passend.

Radio FG hat z.B. als Dance-Sender einen basslastigen, flotten Sound. Virgin Radio hingegen übertreibt es mit dem Soundprocessing. Die Spitze ist natürlich Skyrock, als Komplettpaket der Musikverstümmelung. :D

von Cha - am 01.08.2016 10:58
Ich kann hier ja beide Vergleichen.

Ein Mittelding zwischen franzosen und Deutschen wäre genau richtig.

Ein weiterer Vorteil bei den Franzosen ist auch das RDS-Signal, kommt wesentlich früher bei nicht so sauberen Signalen.

von DAB_Saar - am 01.08.2016 11:02
Richtig, zudem funktioniert beispielsweise dynamisches RDS in Deutschland überhaupt nicht vernünftig, es ist so selten das ich es erlebe dass das Label einmal vollständig durchläuft.

Und das obwohl beispielsweise NDR 2 absoluter Ortssender ist, auch vorige Woche im hr-Land fiel dies wieder auf.

von Anonymer Teilnehmer - am 01.08.2016 11:24
Man darf auch nicht vergessen, dass RDS-PS niemals dafür vorgesehen war, sondern der Radio Text.

Viele Autoradios haben das leider nicht implementiert und war sogar in einigen Ländern verboten, da es die Autofahrer ablenken würde.

Laut Spezifikation, darf sich das RDS "PS" eigentlich nicht verändern.

von DAB_Saar - am 01.08.2016 12:54
Außerdem sieht das bei Autoradios die den Namen des Programms statt der Speichernummer anzeigen richtig blöd und verwirrend aus. Ich Verweise da immer wieder gerne auf den Twitter Post von Holger Klein: >KLICK!

von Spacelab - am 01.08.2016 13:06
Sehe ich ganz genauso, auch nervig zum Beispiel bei einigen Werksradios welche dann die Senderliste stets aktuell berücksichtigen.

Bei einigen Mercedes Modellen würde es so ein Glücksspiel bis man den gewünschten Sender gefunden hatte, NDR, Radio Hamburg, Oldie 95/HH Zwei und Alster/917xfm waren dann meistens auf gut Glück nur anhand der Schreibweise der Titel zu entziffern seitdem sie zudem fast alle dieselbe Musik spielen!

von Anonymer Teilnehmer - am 01.08.2016 13:32
Ich lebe hier im Grenzgebiet Deutschland-Frankreich.
Ich finde auch, dass die deutschen Sender, selbst die Pop-Stationen, sehr mickrig und blass klingen, da braucht man gar nicht mit frz. Sendern zu vergleichen. Auch so muss man in Deutschland das Radiogerät laut einstellen, um einigermaßen gut hören zu können. Wenn man dann auch noch mit einem frz. Sender vergleicht, glaubt man wirklich in Deutschland wird im Radio geflüstert... ;-)
Also es muss ja nicht gleich wie Radio FG klingen (in der Tat etwas übertrieben von der Dynamik) aber etwas mehr "Kraft" muss doch in Deutschland selbst bei Einhaltung der Grenzwerte drin sein. Dass das Wortprogramm DLF schwach rüberkommt, ok, aber bei Sendern wie SWR3, Regenbogen oder selbst Big FM fragt man sich, warum die beim Sound so leise sind.
War das nicht früher mal auch anders in Deutschland? Ich meine, dass der Sound von N-Joy Radio in den ersten Sendejahren in den den 90ern viel stärker rüberkam als z.B. ffn oder andere Sender.
Kann aber auch nur ein Eindruck gewesen sein...
Und ja, deutsche Sender sind im Vergleich zu den Nachbarländern die leisesten. Habe mich neulich auch mal bei der Fahrt durch das Alpengebiet gewundert, wie kräftig Ö3 oder selbst Schweizer Stationen im Gegensatz zu unseren (Bayern 3 oder SWR3) klingen...

von Radioman2014 - am 02.08.2016 07:50
Macht sich positiv bemerkbar, wenn man gerne ausländische Sender hört. Die Störungen, die von deutschen Sendern ausgehen, sind dann kaum bemerkbar.
Andersrum jedoch, wenn man einen deutschen Sender hört, der nicht grad Ortssender ist, und dann brüllt ständig ein Franzose rein: unerträglich.

von Kuli11 - am 02.08.2016 08:06
Nein, von der Lautstärke her hat sich N-Joy Radio auch in den Anfangsjahren nicht von übrigen deutschen Sendern unterschieden. Das einzige, was hörbarer rüberkam, war das Soundprocessing, welches auf sehr breiten Stereo und Dynamikausgleich gesetzt hat. Mir persönlich gefiel es, man darf es aber nicht mit CD-Qualität vergleichen.


Die Lautstärkeunterschiede zwischen deutschen und niederländischen Sendern existieren schon seit mindestens 1987. Damals bin ich mit WDR 2 angefangen und entdeckte als Siebenjähriger dann Radio 3 (heute 3FM). Da konnte man sich schon wegen der Lautstärkedifferenz erschrecken. :D Für Cassettenaufnahmen war es natürlich besser, da der Rauschabstand gerade bei schlichteren Geräten größer wurde.

von NurzumSpassda - am 03.08.2016 08:55
Jessas. Das N-Joy-Soundprocessing? Das war damals so krank...ich hatte beim NDR angerufen und gefragt, ob da bei der Überspielung zum Satellit was kaputt sei, weil es so gezerrt hatte. Ich hatte den Techniker an der Leitung, der mir sinngemäß antwortete: "Bei mir rennen Sie offene Türen ein. Wir hatten es zuerst vernünftig eingestellt. Aber der Programmchef meinte "lauter, wir müssen lauter sein" und als dann nur noch Matsch kam, ging der Daumen nach oben".

von Peter Schwarz - am 03.08.2016 09:44
Zitat
Radioman2014
Also es muss ja nicht gleich wie Radio FG klingen (in der Tat etwas übertrieben von der Dynamik)


Die Bässe klingen bei Radio FG (im Falle des 128 kbit/s Streams des Pariser 98.2 MHz Programms) seit einiger Zeit sehr übersteuert. Die Bässe sind sehr verzerrt. Das ist so schlimm, dass man das Programm nicht wirklich mehr hören kann...

von Klaus Wegener - am 03.08.2016 13:51
Zitat
Peter Schwarz
Jessas. Das N-Joy-Soundprocessing? Das war damals so krank...ich hatte beim NDR angerufen und gefragt, ob da bei der Überspielung zum Satellit was kaputt sei, weil es so gezerrt hatte. Ich hatte den Techniker an der Leitung, der mir sinngemäß antwortete: "Bei mir rennen Sie offene Türen ein. Wir hatten es zuerst vernünftig eingestellt. Aber der Programmchef meinte "lauter, wir müssen lauter sein" und als dann nur noch Matsch kam, ging der Daumen nach oben".


Die Ankündigungsschleife, die vor dem Sendestart am 4.4.94 einige Tage lief, liegt vor. Sie ist makellos. Der Rotz begann mit dem regulären Start. Das zerrte, wie damals sonst höchstens noch auf MDR Life.

Ein gutes Beispiel dafür, daß Programmleute niemals Zugriff auf die Technik bekommen dürfen. Das war früher stets so geregelt, das war im Reichsrundfunk so, das war im DDR-Rundfunk so. Seitdem jeder kulturell perverse Pfuscher nicht nur die Inhalte, sondern auch die Darreichung ruinieren kann, ist der Rundfunk vollumfänglich kaputt.

von Chris_BLN - am 03.08.2016 15:02
Die meisten können oder wollen sich doch gar keine extra Tontechnik mehr leisten. Da dreht der Chef morgens am Küchenradio und denkt "Nanu! Warum klingt denn unser Sender zwischen den anderen Programmen so dünn und leise? Da muss ich gleich mal bescheid geben!" Dann wird eine externe Firma beauftragt die den Klangverbieger so einstellt wie Chef das haben möchte und sei es AM Telefonsound. Denn die bekommen ihr Geld wenn der Senderchef zufrieden ist. Egal wie es am Ende klingt.

Manche wollen auch auf biegen und brechen "besonders / einzigartig" klingen. Und/oder es soll auf den billigen Werksautoradios, Koffertröten, billigsten Plastik Küchenradios... besonders fett und wuchtig klingen. Wenn man sich das dann aber mal auf einer Anlage anhört mit einem Gegenwert von mehr als 20 Euro klingt es verrotzt, verzerrt... Ein Sender will lauter und fetter klingen als der nächste und mittlerweile hat man sich total vergaloppiert. Es ist aber natürlich auch keiner dabei der freiwillig zurück rudert und sagt "Wir machen den ersten Schritt und senden wieder leiser und weniger verbogen".

von Spacelab - am 03.08.2016 15:18
Zitat
Spacelab
Manche wollen auch auf biegen und brechen "besonders / einzigartig" klingen. Und/oder es soll auf den billigen Werksautoradios, Koffertröten, billigsten Plastik Küchenradios... besonders fett und wuchtig klingen. Wenn man sich das dann aber mal auf einer Anlage anhört mit einem Gegenwert von mehr als 20 Euro klingt es verrotzt, verzerrt... Ein Sender will lauter und fetter klingen als der nächste und mittlerweile hat man sich total vergaloppiert. Es ist aber natürlich auch keiner dabei der freiwillig zurück rudert und sagt "Wir machen den ersten Schritt und senden wieder leiser und weniger verbogen.


Sehr gut getroffen. Eine Situation, wie sie sich bei den dänischen Lokalradios eingebürgert hat, und es wird von Jahr zu Jahr gefühlt extremer. Gepaart mit willkürlichen Leistungserhöhungen einzelner Frequenzen ist man inzwischen auf einem katastrophalen Level angelangt. Generelle Verzerrungen und Stereorauschen bei Ballempfängern sind keine Seltenheit. Man hat den Eindruck, dass sich manche Sender im Krieg gegeneinander befinden. Häufiges Beispiel ist "The Voice", die mit sehr breitem und lautem Signal versuchen an Reichweite zu gewinnen, dabei aber andere Programme weiträumig in Mitleidenschaft ziehen (z.B. Thisted 106.2 vs. Radio Alfa 106.3 oder Aalborg 100.2 vs. 24syv 100.3).

von Dr. Antenne - am 03.08.2016 16:00
Hier sind eben die dafür zuständigen Behörden , sofern es sie gibt, gefragt entsprechend regularisch einzugreifen, sollten die jeweils gültigen übertragungstechnischen Richtlinien nicht eingehalten werden.

Nachbarkanalstörungen durch zu großen Frequenzhub geht eigentlich gar nicht.

Wie das Soundprocessing der jeweiligen Sender ist, wenn es scheppert, verzerrt klingt oder sonst was ist das deren Sache.

CU

von Neutraler Beobachter - am 03.08.2016 16:11
Ich erinnere mich gerne an den perfektesten Sound, den ich auf UKW je gehört habe: Star*Sat Radio in der Grünwalder Zeit, also das von Jo Lüders, und zwar über Kabel-UKW. Dad est von CD-Qualität fast bicht zu unterscheiden, trotz der UKW-Limitationen gegenüber einer sauber produzierten CD.

Persönlich mag ich den Klang der Niederländer nicht, Hub hin oder her. Hingegen gefällt mir beispielsweise Classic 21 vom RTBF sehr gut. Der ist auch lauter als die deutschen Sender -- was gut ist, denn die Signalstärke hier im Auto ist mehr DX als beifahrertauglich.

Die "leise" aber nach Hifi-Norm modulierten Sender führen dazu, dass sie im Küchenradio oder im Auto lauter gedreht werden müssen -- was Störungen umso mehr hervortreten lässt.

Man darf nicht vergessen, dass Rundfunk ursprünglich für die Dachantenne gedacht war, heute aber vir allen im portablen und mobilen Betrieb genutzt wird. Da muss der Sound fetter sein.

Mir ist aufgefallen, dass sich dir Unterschiede bri DAB+ fortdetzen. Im NRW-Mux klingt Domradio auf meinem Pure Siesta Mi "lauter" als die anderen Programme. Da sind also ähnliche Gründe am wirken.

von Alqaszar - am 03.08.2016 16:21
Ohne jetzt ein Experte in der Technik zu sein, gibt es zwei Ansätze, bei denen man den Ton "frisieren" kann - in der Stereobreite sowie in der Dynamik (also leise Töne anheben, während laute angeglichen werden).

In den frühen 90ern fingen viele Sender an, hiermit zu experimentieren. Ich habe zu der Zeit viel Radio über die Pioneer-Anlage meines Vaters gehört. Dank der "Stereo-Wide"-Funktion konnte ich genau hören, womit es die deutschen Sender übertrieben haben (beim Stereo). Die Niederländer waren mehr an der Dynamik interessiert, der Klang war aber sonst nicht so übel.

Besonders übel war es bei N-Joy Radio (der sowohl im Stereo als auch bei Dynamikangleichung wohl auf Maximum gesetzt hat) und Antenne (Niedersachsen). ffn klang ziemlich blechern, hat aber wenig an der Dynamik verändert. Der Effekt wirkte sich besonders mobil aus, wenn sich der Ortssender richtig mono verabschiedet hat. Da gabs gefühlt die halbe Lautstärke und gewisse Töne wurden unterdrückt. Genauso über Kopfhörer. Während N-Joy im Stereo teilweise fett klang (aus damaliger Sicht, ich war 16), war es in mono richtig einschläfernd und flach.

von NurzumSpassda - am 03.08.2016 19:56
War in den Ferien und habe bemerkt dass ein paar Sender schon unter 61db Signalstärke zu rauschen beginnen (Italien) Liegt das am Hub? Weil mein Radio zeigt nur max. 70db an.
(Dann gibt es noch dieses verzerrtes lautes Stereo-Rauschen)

von RadioZombieCH - am 04.08.2017 20:32
Das kann auch an der dichten Belegung des Bandes liegen. Wenn ein Sender mit 61 dB kommt, dahinter aber einer mit 58 dB liegt, dann rauscht es trotz der hohen Signalstärke.

von Alqaszar - am 04.08.2017 23:31
In Luxemburg hat ja jetzt kürzlich Radio 100,7 eine Zweitfrequenz für den Norden auf 95,9 in Betrieb genommen. Zu Anfang war der "Neue" im Verhältnis zum Hauptsender deutlich zu leise - etwa auf dem Hub deutscher Sender. Mittlerweile haben sie ihn lauter gemacht - zu laut, wie ich finde: Er liegt sogar leicht über der Düdelinger 100,7. Und die ist schon nicht gerade leise, hat aber einen exzellenten Klang und bleibt noch im Limit, d.h. kratzt nicht am Träger. Die 95,9 dagegen ist gerade eben so gehubbt, dass sie bei schrillerer Musik oder lauten Wortbeiträgen den Träger beschädigt - zumindest hört man das bei etwas schwächerem Empfang un schmaleren Filtern. Frage mich, ob die das noch mal hinkriegen ...

von Randfunker - am 06.08.2017 02:19
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