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Der andere Sendemast auf dem schwarzwälder Feldberg

Startbeitrag von dxbruelhart am 12.09.2004 08:23

Ich habe mich auf der emf.regtp.de mal umgeschaut, was eigentlich mit dem dritten Sendemast auf dem schwarzwälder Feldberg los ist; das ist ja jener, der noch hinter dem SWR-Sendemast auf dem Feldberg-Gipfel steht. Vom Seebuck-Turm kommt ja mittlerweile nichts mehr.

Der dritte Sendemast steht vielleicht 150 m nordwestlich des neuen SWR-Masts auf dem Gipfel.

Die genaue Standortbezeichnung ist Franz-Klarmeyer-Weg.
http://emf.regtp.de/gisinternet/regtp/standort.aspx?FID=14714

Aussergewöhnlich ist der Sicherheitsabstand des einen Senders auf 25m Höhe auf diesem Mast: 7151 m Sicherheitsabstand! :eek:
Von diesem Sendemasten senden 18 Funkdienste.

Welches Radar sendet von diessem Masten mit dieser extrem hohen Leistung, sodass über 7 km Sicherheistabstand gewahrt werden sollten???

Antworten:

Du meinst diesen hier? Würde mich auch interessieren, was da alles gesendet und empfangen wird...





von Rolf, der Frequenzenfänger - am 12.09.2004 08:34
Genau, dieser ist's!



von dxbruelhart - am 12.09.2004 08:35
Radar stimmt, steht ja auf http://emf.regtp.de/gisinternet/regtp/teilbereich.aspx?FID=14714 . Ein Foto auf dem man die Radarstation zumindest erahnen kann habe ich auf http://www.dxradio.cz/jidxc/feldberg.jpg gefunden. Was der genau für eine Aufgabe hat, konnte ich aber nirgendwo finden. Einen so großen Sicherheitsabstand finde ich aber eigentlich bei einer Radaranlage auch nicht so verwunderlich, wenn man sich die ganzen Berichte über Radaropfer bei der Bundeswehr z.B. ansieht.



von Kroes - am 12.09.2004 08:38
Kroes:

Die Bundeswehr-Radaropfer sollen eher Opfer der Senderöhren geworden sein, die starke Röntgenstrahlung emittierten und keine ausreichende Abschirmung hatten.

Radar:

Radars hauen prinzipbedingt mehrere MW schlagartig an Leistung heraus (gut, schief ausgedrückt), was man dann natürlich mitteln kann und so auf einen gar nicht mal soooooo hohen Wert kommt. Radar muss ja gepulst arbeiten, um das reflektierte Signal empfangen zu können, zudem dreht sich der Spiegel meistens bis immer auch noch. Ich habe nun keine Ahnung, wer dieses Radar betreibt - aber außer DFS (Deutsche Flugsicherung) und Bundeswehr fällt mir direkt keiner ein. Eine Anfrage bei der DFS sollte das also eigentlich klären können.

von -Ole- - am 12.09.2004 09:33
@Ole: Danke erstmal für die Infos. Zu den Sicherheitsabständen in der Datenbank ist dann aber zu sagen, dass eben nicht der Mittelwert als Ausgangspunkt für den Abstand gewähl wird, sondern - um wirklich sicher zu gehen - die maximale Strahlungsleistung. Selbst dann, wenn diese nur für wenige Sekunden rausgefeuert wird. Und dann dürfte man wohl schon auf so hohe Werte kommen.



von Kroes - am 12.09.2004 09:47
Was von diesem Turm gesendet oder dort empfangen wird, weiß ich auch nicht, aber als ich vor etwa 25 Jahren mal dort oben war, ist auch mir dieser Turm aufgefallen.

Deshalb fragte ich einen Einheimischen, ob er wisse wofür dieser Turm genutzt würde. Der etwas ältere Herr meinte die französische Besatzungsmacht hätte dort in der Nachkriegszeit auf dem bereits vorhandenen Turm einen Horchposten zur Überwachung des internationalen Funkverkehrs aufgebaut, den sie dann später an die Bundeswehr übergeben hätte.

Wie zuverlässig diese Aussage war, kann ich nicht beurteilen. Von außen sah die Anlage auch wie ein im Kalten Krieg nicht unüblicher militärischer Horchposten aus. Und da gab es außer "Betreten verboten" natürlich auch keine Hinweisschilder... ;)

von Manager. - am 12.09.2004 16:48
In den 80er-Jahren standen dort oben noch ganz andere Dinger, hab leider keine Fotos parat, aber da waren Reflektoren mit einem Durchmesser von geschätzten knappen 100 Metern dabei. Alles Lauschanlagen von NATO und Co, alles bewacht mit Uniformierten und Hunden etc.

von PeterSchwarz - am 12.09.2004 21:01
Hallo,

den Turm auf dem Foto habe ich vor ein paar Jahren besichtigt. Es ist eine Wetterstation des DWD, und es gibt dort ein Wetterradar...

Die "anderen Dinger" (d.h. die grossen Lauschohren) wurden von den US-Amerikanern betrieben, die am Standort des heutigen SWR-Masts eine Horchstation hatten (Radar und anderes). Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde dies alles abgebaut.

Grüsse
Uli

von ulionken - am 14.09.2004 04:13
Die grossen Lauschohren haben auch ein sehr starkes Signal abgestrahlt, den NATO-Link, der auf ca. 886 oder 888 MHz ein breitbandiges Signal über die Alpen zu einer Gegenstation in Italien sandte. So um 1996 herum wurde dieses Signal abgestellt.
Dieses Signal muss mit Gigawatt-Stärke abgestrahlt worden sein.



von dxbruelhart - am 14.09.2004 06:42
Jetzt habe ich gerade Internet-Seiten gefunden mit Fotos und Infos zu diesem Nato-Link, der im Glarnerland damals wirklich mit sagenhaft starkem Signal zu empfangen war:
http://people.freenet.de/ACEHighStationFeldberg/
http://people.freenet.de/ACEHighStationFeldberg/NATOFeldbergTroposcatterLink.htm
Das Signal wurde also typischerweise mit 316 MW - 1580 MW ERP abgestrahlt zur Gegenstation am Gardasee, Dosso dei Galli.



von dxbruelhart - am 14.09.2004 06:58
Zum Deutschen Wetterdienst habe ich folgende Links gefunden:
http://www.dwd.de/de/wir/Geschaeftsfelder/Hydrometeorologie/a_href_pages/RADOLAN/radarstandorte.htm
http://www.dwd.de/de/FundE/Fern/Radar/index.htm
Die Radarstation hat also die Koordinaten 08E00 17/47N52 33

von Analogiker - am 14.09.2004 08:01
@Analogiker: Gute Übersicht über alle Radarstandorte des DWD. Es scheint wohl so, als haben Radaranlagen wirklich immer sehr hohe Sicherheitsabstände. Essen habe ich gerade mal rausgesucht, das sind auf http://emf.regtp.de/gisinternet/regtp/standort.aspx?FID=8959 auch immerhin mehr als 3000 Meter.



von Kroes - am 14.09.2004 08:10
Bei gutem Wetter kann ich übrigens von mir zu Hause aus mit dem Feldstecher sehr gut die drei Türme erkennen (rund 75 km entfernt)! Nur weiss ich nicht von welchem aus UKW gesendet wird!?!

Ist es der Höchste in der Mitte, wenn man die Türme von Südosten her betrachtet?



von radiohead - am 14.09.2004 10:58
@radiohead: Von Südosten her müssten die drei Türme fast in einer Linie erscheinen - wenn es mehr südlich als östlich ist dann müsste ganz links der oben gezeigte Radaturm zu sehen sein, direkt daneben der neue SWR-Turm und etwas weiter rechts der alte Turm auf dem Seebuck. Neuer und alter Turm müsste dabei fast gleich hoch sein (70 bis 80 Meter), allerdings ist der Fußpunkt des neuen Turms ca.50m höher als der des Alten - entsprechend dürfte er auch größer wirken.



von Kroes - am 14.09.2004 11:28
dxbruelhart: Genau diese NATO-Anlage habe ich gemeint. Bei meinem damaligen Besuch auf dem Feldberg (ich war 14 Jahre alt) hat mich die Anlage sehr beeindruckt. Es wurde einem fast mulmig, wenn man drunter stand. Ich hatte natürlich keine Ahnung, was damit genau empfangen wurde, ich dachte eher an Aushorchen des "Feindes" etc. Daß damit Tropo-Scatter nach Italien betrieben wurde, überrascht mich daher umso mehr. Sowas wäre doch DIE Anlge für nen Dxer, oder? ;-)
Mittlerweile ist ja alles abgebaut (die Franzosen und die Amis hatten auch noch was da droben) was dem Erscheinungsbild des ohnhein von Solifluktion und auch von Erosion aufgrund Querfeldeinfussgängern und Skifahren malträtierten Berges nicht gerade geschadet hat!

von PeterSchwarz - am 14.09.2004 21:18
Das war ja mal ein tolles Antennenfeld. Das erinnert doch an die Sendeantenne des Pizzo Gropperas, oder?



von frequenzfreak - am 15.09.2004 12:43
So, jetzt habe ich im Web noch mehr Informationen zu diesem Nato ACE-High Sendersystem gefunden, da gabs doch etliche Stationen, vor allem in England und in Italien:
http://www.sigtel.com/tel_hist_acehigh_index.html
http://www.subbrit.org.uk/rsg/features/ace_high/index5.html
http://www.subbrit.org.uk/rsg/features/ace_high/index4.html

Weiss jemand, was/wo dieser Mont Florentin ist? Kennt jemand noch eine dieser anderen Stationen dieses Netzes, die inzwischen wohl alle abgebaut wurden?



von dxbruelhart - am 19.09.2004 16:34
Mittlerweile finden sich weit mehr Informationen im Netz über dieses gigantische Richtfunknetz Ace-High der Nato, und auf anderen Seiten als vor 10 Jahren.
Das Stichwort gab die Baraque de Fraiture, im Thread der NRW-Radiotreffs, und auch die Baraque de Fraiture war eben eine Ace-High Station.

Und zunächst frage ich doch in die Runde: Wer hat dieses extrem starke Signal damals auch aufgefangen? Der Feldberg sendete eben auf 886,000 MHz.

https://sites.google.com/site/afezfeldberg/
http://home.arcor.de/willibert-wilkens/
http://www.usarmygermany.com/units/signal/Version%20C%206.2.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/ACE_High

von dxbruelhart - am 18.06.2014 14:57
Und jetzt kommts:
Gemäss Google Earth stehen gewisse Ace High Stationen noch:
- Dosso dei Ghalli - die Gegenstation des Feldbergs in den norditalienischen Alpen zwischen dem Lago d'Iseo und dem Lago d'Idro steht muss auf jeden Fall noch stehen 45°51'13.66"N 10°22'32.28"O 2174 m

Und auch die Ace High Station auf der Baraque de Fraiture scheint noch zu stehen; wer weiss da näheres?

von dxbruelhart - am 18.06.2014 15:12
Auf dieser Seite gibts auch eine .kmz Datei für Google Earth, die solche Überhorizontnetze sowohl des Westens als auch des Ostens darstellen kann:

http://rammstein.dfmk.hu/~s200/tropo.html#ace

Auch unsere damaligen "Gegner" im Osten hatten solche Netze; man findet teils sogar Fotos der Anlagen. U.a. gabs auch Scatterverbindungen von der UdSSR nach Indien...

von DH0GHU - am 18.06.2014 16:02
Hi mein Arbeitskollege hat dort früher dienst absolviert wenn Interesse besteht frage ich mal.

von 13WB131 - am 19.06.2014 18:26
13WB131:
Ja, sehr gerne, frag ihn mal nach weiteren Fakten und Details.
Und ich hätte auch gerne die Frequenz bestätigt, war es wirklich 886,000 MHz oder etwas daneben?

von dxbruelhart - am 19.06.2014 19:50
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