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Smart Meter und Radiostörungen

Startbeitrag von Randfunker am 28.08.2016 19:34

Wer hat bei sich schon die sogenannten "intelligenten Stromzähler" im Haus? Und wenn ja, mit welcher Kommunikationstechnik: Stromkabel/PLC, Funk o.a.? Bei uns sollen solche Dinger demnächst auch eingeführt werden. Hat jemand damit schon schlechte Erfahrungen gemacht in Sachen AM-Empfang, oder sind etwaige Störungen durch die gepulste Strahlung nur begrenzt auf einzelnen Frequenzen ein Problem?
Schon jetzt ist bei mir durch irgendwas (Nachbarschaft?) ein ständiges Piepsen und Zwitschern im gesamten Kurzwellen-Band :( - aber gottseidank noch nicht auf MW/LW.

Antworten:

SmartMeters haben meist eine SIM-Karte und werden über minimalen Datentransfer via SMS abgefragt. Zähler die nicht im.Funknetz erreichbar sind (Betonkeller) können über eine SIM im Verteilkasten indirekt abgefragt werden. Die Kommunikation findet dabei meist nur einmal täglich statt, so lange nicht auf die aktuellen Daten im WebInterface zugegriffen wird. Nur dann erfolgen ggf. Spontanabfragen zusätzlich

von lindau42 - am 28.08.2016 19:58
In Österreich eingesetzte HW wird mit CDMA 450 (OFDM) und einem eigenen Netz versorgt.

M.

von Cyberjack - am 28.08.2016 22:41
Weiß jetzt nicht, welches Datenübermittlungssystem bei uns genutzt werden soll. Der zuständige Minister sagte auf geäußerte Bedenken in Sachen Strahlenschutz irgendwas von "geht alles über Kabel", wobei man bei einem Politiker da nicht weiß, ob er selbst weiß, ob es sich um ein separates Kabelsystem für diesen Zweck handelt oder aber um die bestehenden (unabgeschirmten) Stromkabel, die quasi den ganzen, permanent gesendeten Pulssalat weitersenden (System wie PLC). Ein solches Verfahren müsste man aus Funkstörungs- und Gesundheitsschutzgründen eigentlich ablehnen können ...

von Randfunker - am 29.08.2016 21:00
Bei meinen Eltern ist ein Smart-Meter installiert worden (Regionalwerk Bodensee). Nicht nur die bösen Atomkonzerne installieren sowas. Wie das Teil funktioniert / kommuniziert keine Ahnung :rolleyes: . Weißer Kasten mit LCD Display und ein paar blinkenden LEDs??? Jedenfalls stört jetzt niemand mehr mit Stromablesen. Nur ärgerlich, daß ich die Installation nicht mitbekommen habe. Ansonsten hätte ich denen den schönen alten schwarzen Zähler abgeschweißt... Der ist jetzt weg :mad:

Das Haus habe ich schon zuvor ohnehin mit devolo Powerline Adaptern vernetzt. PLC Backbone vom Keller ins EG und OG wor dann jeweils auf WLAN umgesetzt wird. Tadellose Internetversorgung im ganzen Haus & Garten bei minimalem Installationsaufwand. Was war das noch für ein Theater als ich stundenlang mit der Schlagbohrmaschine georgelt habe um einen S0-Bus vom Keller bis ins OG zu verlegen samt Installation der Kabel & Dosen :wall:

Was soll ich sagen: es gibt keinerlei Beeinträchtigungen von DVB-T, DAB, UKW, WLAN oder GSM/LTE! Tut alles wie gewohnt. Das PLC stört nicht und vom Smartmeter bekommt man auch nix mit.

von raeuberhotzenplotz1 - am 30.08.2016 05:36
Zitat
raeuberhotzenplotz1
es gibt keinerlei Beeinträchtigungen von DVB-T, DAB, UKW, WLAN oder GSM/LTE! Tut alles wie gewohnt. Das PLC stört nicht und vom Smartmeter bekommt man auch nix mit.


Damit hast du nun brav die Bereiche aufgezählt, die (noch) nicht von PLC zugemüllt werden :-)

von Marc_RE - am 30.08.2016 06:37
Zitat
raeuberhotzenplotz1
Nur ärgerlich, daß ich die Installation nicht mitbekommen habe. Ansonsten hätte ich denen den schönen alten schwarzen Zähler abgeschweißt... Der ist jetzt weg


No Chance! Von jedem Zählerhersteller muss von jeder Charge eine bestimmte Anzahl im Labor getestet werden, um zu prüfen, ob die Zählwerke noch genau genug laufen.

Der Zählerwechsler ist also verpflichtet, den alten mitzunehmen. Entweder, weil er für eine Stichprobe herangezogen wird, oder weil eine der Chargen verbaut ist, die ungenau wurde. Im letzteren Falle muss dann geprüft werden, ob dem Kunden ein erheblicher Nachteil entstanden ist. Zumeist - so verriet mir mein Zählerwechsler - gehen die Dinger im Alter jedoch zu langsam.

Allerdings habe ich beim Tausch auf ein mechanisches Zählwerk bestanden und auch bekommen. Mein alter wurde nicht für eine Stichprobe herangezogen, sondern gehörte zu einer der Chargen, die ungenau wurde. Er musste also gewechselt werden, ging zur Analyse ins Labor. Hab nie wieder was gehört, also ging er wohl zu langsam...

Aber wenn es nur um den Zähler geht: Man kann doch generalüberholte, geeichte Zähler käuflich erwerben. Auch mit mechanischem Zählwerk.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 30.08.2016 08:37
Zitat
Marc_RE
Zitat
raeuberhotzenplotz1
es gibt keinerlei Beeinträchtigungen von DVB-T, DAB, UKW, WLAN oder GSM/LTE! Tut alles wie gewohnt. Das PLC stört nicht und vom Smartmeter bekommt man auch nix mit.


Damit hast du nun brav die Bereiche aufgezählt, die (noch) nicht von PLC zugemüllt werden :-)


Ja genau so ist PLC ja auch entwickelt worden. Ich weiß, daß AM DXer das ganz anders sehen, aber auch MW und die meisten KW-Bänder sind ausgenommen.


Der alte Zähler war Baujahr 1968 wie das Haus... Hätte ich gerne als Erinnerungsstück gehabt. :-(

Zu dem neuen hat man aber auch keine Unterlagen bekommen. Smart scheint der nur für das Regionalwerk zu sein, nicht für den Kunden.

von raeuberhotzenplotz1 - am 30.08.2016 10:08
Da, nachdem die Stadt jetzt überall LED Straßenlaternen mit eingebauten Solarzellen aufgestellt hat, fast das ganze AM Band tagsüber mit sirren und tickern, und nachts mit Rauschen, zugemüllt wird, hab ich mein Elternhaus auch mit PLC ausgerüstet. Jetzt gibts, dank mehrer WLAN Sender die vom PLC Sender gespeist werden, perfekten WLAN Empfang bis in die letzte Kellerecke und bis ins Gartenhaus. :spos:

Welches System dein Stromanbieter benutzt kann nur dieser dir sagen. Da gibt es die unterschiedlichsten Systeme. Yello Strom benutzt, je nach gewähltem Tarif, PLC vom Zähler bis zum DSL Anschluss des Kunden. Unser Grundversorger benutzt Zähler mit eingebauter SIM Karte (eSIM). Wobei dieser, laut einem großen Zeitungsbericht, gerade mit einem speziellen PLC System herumexperimentiert. Dabei werden die Daten über die Stromleitung bis zum Trafohäuschen transportiert, dort gebündelt, und dann über das gerade am besten verfügbare System weitergeleitet. Das kann laut einem Techniker den man im Gespräch hatte DSL, GSM oder Funk sein. Auch eine Kommunikation der "Trafohäuschen" untereinander ist möglich wenn an einem Standort kein System zufriedenstellend funktioniert. Man teste dieses neue System da man mit den eSIM Zählern nicht zufrieden ist. Teuer und oftmals sehr unzuverlässig.

von Spacelab - am 30.08.2016 10:31
Für die Datenübertragung der Stromzähler (Smartmeter) wird allerdings üblicherweise Schmalband-PLC (NB-PLC bzw. G3-PLC) genutzt. Und diese Übertragungen nutzen den Frequenzbereich 100 bus 500 kHz auf den Stromleitungen.
Niedrigere Datenraten aber größere Reichweite auf den Leitungen, so dass die Informationen bis zur nächsten Trafostation gelangen können.

Während die sonst üblichen Powerline-Systeme Frequenzen oberhalb 1,6 MHz auf den Stromleitungen nutzen u. eine kürzere Reichweite haben.

von Winnie2 - am 30.08.2016 11:07
Mein Zähler war von 1986 - als das Haus von Dachständer auf Erdkabel umgerüstet wurde. Aus diesem Jahr ist auch der original verplombte HÜP des Kabelanschlusses.

Trotz LED-Straßenlaternen (dank derer kann man nun auch locker im dunkeln Pi...en gehen, so hell sind die) tickert und tackert nix im AM-Band.

Diese digitalen Stromzähler habe ich schon öfter gesehen, ob Sie bei uns smart sind - keine Ahnung. Ich bestand - wie schon gesagt - auf ein mechanisches Zählwerk.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 30.08.2016 12:42
Viele AM Störungen werden PLC zugeschrieben und in Wahrheit sind dann oft billige oder teilweise defekte Schaltnetzteile verantwortlich. Ich habe ein Netzteil für eine externe Festplatte. Wenn ich dieses in besagter Hausverkabelung einstecke fällt das PLC in diesem Geschoß großflächig aus. Auch zwei Klappferrite am Netzkabel zu diesem Netzteil haben nichts daran geändert. Scheint eine schöne Gegentaktstörung aufs Netz zu bringen...

von raeuberhotzenplotz1 - am 31.08.2016 06:06
Hab auch irgendwo gelesen, dass die PLC-artige Datenübertragung von Smartmetern nicht so zuverlässig sei wie über Funk z.B., da der Datenfluss im Stromnetz von der Nutzung der unterschiedlichsten Geräte beeinflusst bzw. gestört werden kann. Eigentlich demnach keine so effiziente Technik, wenn man die strahlentechnischen Nebenwirkungen, die man ja samt AM-Störungen im ganzen Haus bekommt, dazurechnet. Mir wäre ein sauber abgeschirmtes eigenes Datennetz des Stromanbieters (oder z.B. Glasfaser) deutlich lieber. Oder halt Mobilfunk, der sich auf hohe MHz-Frequenzen beschränkt. PLC ist wahrscheinlich billiger. Aber die Frage ist, ob man als radiohörender Bürger noch ein Recht auf möglichst ungestörten AM-Empfang hat. Ich meine Ja, aber das scheint keinen mehr zu interessieren ...

von Randfunker - am 31.08.2016 14:22
Zitat

Aber die Frage ist, ob man als radiohörender Bürger noch ein Recht auf möglichst ungestörten AM-Empfang hat. Ich meine Ja, aber das scheint keinen mehr zu interessieren ...

Ja, hast Du. Du musst die Störung schon melden, damit sich jemand dafür interessiert...:
http://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Verbraucher/Funkstoerungen/funkstoerungen-node.html
https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Allgemeines/Bundesnetzagentur/Publikationen/service/HilfeFunkstoerungen.pdf?__blob=publicationFile&v=7

Die kommen dann (für Dich kostenfrei, sofern Du nicht selber der Störer bist) mit dem Messwagen vorbei und ziehen zur Not Deinem Nachbarn seinen neuen Plasmafernseher aus dem Verkehr.

von iro - am 31.08.2016 14:39
Fuer diese Smart Meter ist ja sicher ein Datum gesetzt, wann dies jeder in Deutschland haben muss. Und wenn nicht, mit der ueblichen Androhung von Strafen.

Bis zu welchem Datum muss man dieses Smart Meter haben?

von 102.1 - am 31.08.2016 18:34
Niemand unter 6.000 kWh/a muss einen Smart Meter haben. Punkt.

von PhanTomAs - am 31.08.2016 18:49
Wenn unser Grundversorger mit seinem Rundschreiben nicht alle Kunden angelogen hat dann muss jeder bis 2019 einen Smartmeter haben. Denn der Gesetzgeber schreibt das im erneuerbaren Energiegesetz vor um intelligente Stromnetze zu fördern. Punkt.

von Spacelab - am 31.08.2016 19:00
Letzter Stand ist ein "befürworteter Gesetztentwurf" mit dem Ziel , dass
ab 2020 bei einem Jahresverbrauch von über 6000 kWh Einbaupflicht besteht.

Quelle: http://heise.de/-3248056

Im EEG steht nichts über eine Smartmeter-Pflicht ab 2019.

EDIT: Link zum Gesetzentwurf beim bmwi :
Klick

( dort unter §31 Angaben zu beabsichtigten Einführungszeitpunkten)

EDIT2:
Knackpunkt könnte dann §29 (2) werden :

Zitat
GzDdE
2) Grundzuständige Messstellenbetreiber können, soweit dies nach § 30 technisch
möglich und nach § 31 wirtschaftlich vertretbar ist, Messstellen an Zählpunkten bei Letztver-
brauchern mit einem Jahresstromverbrauch bis einschließlich 6 000 Kilowattstunden mit
intelligenten Messsystemen ausstatten.

und damit
§31 (3)
Zitat
GzDdE
Die optionale Ausstattung einer Messstelle bei einem Letztverbraucher mit einem
intelligenten Messsystem nach § 29 Absatz 2 Satz 1 ist wirtschaftlich vertretbar, wenn vom
grundzuständigen Messstellenbetreiber
1. ab 2020 Messstellen an Zählpunkten mit einem Jahresstromverbrauch über 4 000 bis
einschließlich 6 000 Kilowattstunden mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet
werden und dabei für den Messstellenbetrieb für jeden Zählpunkt nicht mehr als 60
Euro brutto jährlich in Rechnung gestellt werden,
2. ab 2020 Messstellen an Zählpunkten mit einem Jahresstromverbrauch über 3 000 bis
einschließlich 4 000 Kilowattstunden mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet
werden und dabei für den Messstellenbetrieb für jeden Zählpunkt nicht mehr als 40
Euro brutto jährlich in Rechnung gestellt werden,
3. ab 2020 Messstellen an Zählpunkten mit einem Jahresstromverbrauch über 2 000 bis
einschließlich 3 000 Kilowattstunden mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet
werden und dabei für den Messstellenbetrieb für jeden Zählpunkt nicht mehr als 30
Euro brutto jährlich in Rechnung gestellt werden,
4. ab 2020 Messstellen an Zählpunkten mit einem Jahresstromverbrauch bis einschließ-
lich 2 000 Kilowattstunden mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet werden
und dabei für den Messstellenbetrieb für jeden Zählpunkt nicht mehr als 23 Euro brut-
to jährlich in Rechnung gestellt werden.
(4) Zur Bemessung des Jahresstromverbrauchs an einem Zählpunkt nach Absatz 1 und
Absatz 3 ist der Durchschnittswert der jeweils letzten drei erfassten Jahresverbrauchswerte
maßgeblich. Solange wie noch keine drei Jahreswerte nach Satz 1 vorliegen, erfolgt eine
Zuordnung zur Verbrauchsgruppe nach Absatz 3 Nummer 4.
(5) Sind bei einem Anschlussnutzer mehrere Messstellen innerhalb eines Gebäudes mit
intelligenten Messsystemen auszustatten, gelten die Vorgaben aus Absatz 1 und 2 mit der
Maßgabe, dass dem Anschlussnutzer für den Messstellenbetrieb insgesamt nicht mehr als
die höchste fallbezogene Preisobergrenze jährlich in Rechnung gestellt werden darf. Ent-
sprechendes gilt, wenn ein Zählpunkt von mehr als einem Anwendungsfall der Absätze 1
und 2 erfasst wird.


von carkiller08 - am 31.08.2016 21:20
Ich sag ja nur was der hiesige Energieversorger in seinem Rundschreiben rausgehauen hat. Und da steht halt kurz zusammengefasst drin das die rigoros alle alten analogen Zähler austauschen. Alleine schon um eine höhere Messgenauigkeit zu erreichen und den Ausbau von intelligenten Stromnetzen zu fördern.

von Spacelab - am 01.09.2016 07:03
Richtig smart ist an den Dingern momentan gar nichts. Es sind meistens einfach nur digitale Zähler die ggf. genauer sind und die per Fernwartung abgelesen werden können. Mehr nicht. Von dem Szenario des intrelligenten Stromnetzes, das bedarfs- und angebotsorientiert die Waschmaschine laufen lässt, das Laden des Autos steuert und dem Kunde die Möglichkeit gibt Geld zu sparen wenn gerade Strom im Überfluß da ist usw. ist man meilenweit entfert. Sollte das irgendwann mal wahr werden, dann können sie die ganzen Zähler gleich wieder tauschen. :hot:

Das muß dann auch kein "Zähler" im engeren Sinne mehr sein, sondern eher eine Art "Energie Router" der das Bindeglied zwischen Stromnetz und Erzeuger auf der einen und dem Verbraucher und alle seinen Geräten auf der anderen Seite darstellt. Alles muß dazu vernetzt sein und gibt es ja auch schon den Standard "HomePlug Green PHY" dafür. Aber das einzige Szenario wo dieser Standard momentan zur Anwendung kommt ist das Laden leketrischer Autos wo der Ladevorgang zwischen Ladeseule und Fahrzeug darüber gesteuert wird. Nur lokal...

Ich denke es ist richtig in diese Richtung weiter zu entwickeln und zu investieren. Aber mich stört daran, daß der Verbraucher dabei als "dummer Junge" behandelt wird. Eventuell geschieht das aber auch deshalb, weil Anspruch und Wirklichkeit bei diesem Thema momentan weit auseinanderklaffen und unser Staat seine finanziellen Ressourcen ja momentan lieber in ganz anderen Unsinn als in unsere Infrastruktur "investiert".

von raeuberhotzenplotz1 - am 01.09.2016 11:12
Niemand wird mit den Dingern Geld und Energie sparen.
Kein Mieter wird nachts Wachmaschine oder Trockner unbeaufsichtigt laufen lassen und dabei andere Mieter mit Lärm belästigen.
Niemand wird einen E-Herd erst dann einschalten, wenn der Strom billig ist.
Um ein sparsameren Kühlschrank anzuschaffen, braucht man so ein Smartmeter auch nicht,
denn man erfährt damit nicht mal eben, was der alte Kühlschrank alleine verbraucht.

Auf den höheren wiederkehrenden Kosten werden alle Endverbraucher sitzen bleiben.

Und ob das E-Auto über eine Schalteinrichtung zukünftig wirklich dauerhaft mit günstigen Strom aufgeladen werden kann, wage ich zu bezweifeln.
Notfalls wird dieser Strom über die Schalteinrichtung dann steuerlich anders bewertet (analog der heutigen Unterscheidung von steuerbegünstigten Heizöl und mineralölbelasteten Diesel).

Appropos E-Auto-Aufladung: Mit der Ladesäulenverordnung hat der Gesetzgeber
eine andere viel kritisierte Verordnung geschaffen, indem er EU-Minimalforderungen in Maximalforderungen umgedeutet hatinkl, fragwürdigen Engriffen in privates Eigentum.

Wikipedia Ladesäulenverordnung

von carkiller08 - am 01.09.2016 14:27
Zitat
carkiller08
Niemand wird mit den Dingern Geld und Energie sparen.

Da stimme ich dir zu :)
Zähler zählen. Nicht mehr, nicht weniger. Egal ob alter Ferraris-Zähler oder "smarter" eHZ.

Zitat
carkiller08
man erfährt damit nicht mal eben, was der alte Kühlschrank alleine verbraucht.

Stimmt. Aber man könnte aus einer Aufzeichnung des Stromverbrauchs herrausrechnen was der Kühlschrank sich regelmäßig genehmigt. Immer wenn der Kompressor im Kühlschrank anspringt sieht man eine spitze im Verbrauch. Andere StandBy-Geräte verursachen keine regelmäßigen spitzen. (Schwieriger wird es dann schon wenn man noch weitere Geräte wie Kühltruhe oder Heizungsanlage über den gleichen Zähler betreibt.)

Zitat
carkiller08
Und ob das E-Auto über eine Schalteinrichtung zukünftig wirklich dauerhaft mit günstigen Strom aufgeladen werden kann, wage ich zu bezweifeln.

NEW Energie bietet (im Rahmen eines Pilotprojektes?) in seinem Netzbereich derzeit einen Tarif für Elektroautos an. Der Tarif erfordert einen (Mehrtarif)zähler sowie eine sogenannte „unterbrechbare Verbrauchseinrichtung“. Geben tut es so etwas also schon, ob es sich durchsetzt ist die Frage.
16,60 ct zahlt man dann pro kWh. Klingt schon mal verlockend.
Zum Vergleich: Derzeit liegt der Strompreis für Normalverbraucher so bei 21-28ct / kWh

https://www.new-energie.de/strom/elektromobilit%C3%A4t/new-e-mobilityhome


Zitat
carkiller08
Mit der Ladesäulenverordnung hat der Gesetzgeber eine andere viel kritisierte Verordnung geschaffen [...] inkl. fragwürdigen Engriffen in privates Eigentum.

Habs mal kurz überflogen. Da mein Recht Platzverweise/Hausverbote zu erteilen dadurch nicht beeinträchtigt wird, sehe ich da vorerst kein riesiges Problem.

von sn0 - am 01.09.2016 20:48
Zitat
sn01
Da mein Recht Platzverweise/Hausverbote zu erteilen dadurch nicht beeinträchtigt wird, sehe ich da vorerst kein riesiges Problem.


leicht OT:

Genau dieses Recht wird leider bewußt ausgehebelt, wenn der Gesetzgeber folgendermaßen argumentiert.:


Zitat

Die Regelung definiert den Begriff „öffentlich zugänglicher Ladepunkt“ im Sinne dieser
Verordnung.
Dabei soll entsprechend den Vorgaben in Artikel 2 Nummer 7 der Richtlinie 2014/94/EU
jedermann diskriminierungsfrei Zugang zu öffentlich zugänglichen Ladepunkten gewährleistet
werden. Ob ein Ladepunkt öffentlich zugänglich im Sinne dieser Verordnung ist, richtet sich nach der Zugänglichkeit zum
Parkplatz, auf dem sich der Ladepunkt befindet.
Nutzungsbezogene Aspekte, wie zum Beispiel das gewählte Abrechnungssystem, sind für die
Begriffsdefinition ohne Bedeutung. Dabei ist entscheidend, dass der Parkplatz, auf dem sich der
Ladepunkt befindet – gleich, ob im öffentlichen Straßenraum oder auf privatem Grund – von
einem unbestimmten oder nach allgemeinen Kriterien bestimmbaren Personenkreis befahren
werden kann (zum Beispiel Geschäftshaus- oder Kundenparkplätze).
Eine etwaige Notwendigkeit des vorherigen Erwerbs einer Zutrittsberechtigung schließt die
öffentliche Zugänglichkeit eines Ladepunktes nicht aus, sofern die Möglichkeit des Erwerbs der
Zutrittsberechtigung dem Grunde nach jedem eröffnet ist. Auch kann sich der Betreiber nicht
den Anforderungen dieser Verordnung entziehen, indem er
unterschiedliche Arten der
Authentifizierung, Nutzung und Bezahlung wählt oder anderweitige Maßnahmen ergreift, die
ausschließlich oder überwiegend dazu bestimmt sind, anderen Fahrern von Elektromobilen den
Zugang zum Ladepunkt zu verwehren


Quelle :http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/V/verordnung-ladeeinrichtungen-elektromobile-kabinettbeschluss,property=pdf,bereich=bmwi2016,sprache=de,rwb=true.pdf

Zurecht wurde dies von EU-Seite als nicht rechtskonform bewertet .

/leicht OT

von carkiller08 - am 01.09.2016 23:45
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