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Bruder_M, DJ Taifun, raeuberhotzenplotz1, WiehengeBIERge, carkiller08

(Leicht OT) UHF-Antennen an Bahnübergangs-Schalthäuschen (3 Bilder))

Startbeitrag von Bruder_M am 23.10.2016 15:30

Crossposting zu: http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?3,7974439

Moin,

ich habe das heutige gute Wetter genutzt, um zu photographieren.
Eigentlich wollte ich nur den Bahnübergang an der Walther-Jacobs-Straße in Bremen (Befahrer der A1 werden die Stelle sicher erkennen) dokumentieren wegen der interessanten Verkehrsführung: Der "Bahnübergang" ist eine Gleisverschlingung mit einer Kfz-Spur, um so unter der Autobahn durchzukommen.
Link zu Google-Streetview.

Dabei fiel mir auf, dass an dem Schalthäuschen, in dem die Elektronik für die Signal-Anlagen untergebracht ist, an einem Mast eine UHF-Antenne mit vier Schmetterlings-Dipolen vor einem Reflektor angebracht ist. Die Antenne erinnert ein bisschen an eine UHF-Fernsehantenne, ist aber vertikal polarisiert.

[attachment 8244 P1310887.jpg]

[attachment 8245 P1310943.jpg]

Diese Antenne am Walther-Jacobs-Straße ist stumpf nach Norden ausgerichtet, nicht mal auf die Autobahn-Unterführung.

Von Mobilfunk ist man ja eher Yagis oder Log-Periodics gewohnt. Die Bahn selbst verwendet an ihren Schalthäusern Groundplane-Antennen, die zudem auch noch in Kunststoff-"Radomen" untergebracht sind. Zudem sind diese Radome direkt auf dem Schalthaus montiert, wie z.B. in unmittelbarer Nähe das Schalthaus an der Europaallee zeigt.

Verfolgt man die Schienen über die Zufahrts-Kurve Richtung Mahndorf findet man am Bahnübergang am Autobahnzubringer Hemelingen ebenfalls so ein Schalthaus mit der gleichen UHF-Antenne. Diese ist aber stumpf nach Westen ausgerichtet, folgt also nicht mal der Schienen-Kurve!
Street-View.

[attachment 8246 P1310940.jpg]

Ich wundere mich sehr, denn solche Antennen habe ich noch nie an den BÜ-Häuschen gesehen. Zudem sind diese beiden Antennen weder aufeinander ausgerichtet, noch überhaupt auf einen gemeinsamen Punkt. Die Hauptstrahlungs-Keulen haben gar keinen gemeinsamen Schnittpunkt!

Wer weiß also, wozu diese Antennen dienen könnten und was darüber übertragen wird? Von den Abmessungen würde ich auf 500 bis 600 MHz tippen.

Beste Grüße, Marek

Antworten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zugfunk


Unterband (Fahrzeugsendefrequenz) 457,450 bis 458,300 MHz
Oberband (Fahrzeugempfangsfrequenz) 467,450 bis 468,300 MHz
Duplexabstand 10 MHz

Modulationsart: Schmalband-FM

Es lassen sich dort auch Datenübertragungen empfangen (z.B. mit SDR/PC)

von carkiller08 - am 23.10.2016 15:44
Ich weiß nicht ob es das noch gibt, aber vor einigen Jahren gab es in den gleichen Frequenzbereichen auch analogen Sprechfunk der Bahn. Gesendet wurde dort dauerhaft, wenn keine sprach, lief dort ein 1kHz oder 300 Hz-Ton.

von WiehengeBIERge - am 23.10.2016 16:27
...und ich dachte der Schrankenwärter will auch fernsehen :cheers:

Man sieht entlang der Bahnstecken auch viele VHF Yagis... UHF ist mir eher nicht aufgefallen. Wobei das oben gezeigte Produkt wie eine billige WISI Flächenantenne aussieht...

von raeuberhotzenplotz1 - am 23.10.2016 18:13
Moin,

vielen Dank für die zahlreiche Beteiligung.

Zugbahnfunk würde ich fast ausschließen, da es für die Kommunikation vom Stellwerk zum Fahrzeug dient. Das hierfür zuständige Stellwerk wäre Bremen Mahdorf. Das liegt östlich von den beiden Standorten. Somit wäre die eine Antenne nur mit der Rückkeule im Einfallsbereich und die andere allenfalls mit einem kleinen Seitenzipfel.
Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich hier um vier gestockte Dipole handelt, so dass das Vertikaldiagramm extrem schmal ausfällt.
Nachtrag: Das Gleis ist in Hemelingen angebunden.
Damit ist die Ausrichtung der Antenne an der Walther-Jacobs-Straße nach Norden plausibel, um über die Autobahn zum Stellwerk Hemelingen zu kommen.

Außerdem macht Sprechfunk bei einem Schalthaus keinen Sinn.
Normalerweise befinden sich auf den Schalthäusern Antennenen für die Fernwirkanlage, um den Bahnübergang ferngesteuert auszulösen.
Diese Antennen sind aber erstens Rundstrahlantennen und zweitens in einem vandalismusgeschützen Gehäuse ("Radom") untergebracht mit gepanzerter Kabelführung, Typenschild, Prüfsiegel, pipapo.
[attachment 8251 radom.jpg]

Die von mir gefundenen Antennen kann aber aber ja nun wirklich mit einem nassen Handtuch runterholen. Auch das Kabel (RG58?) sieht extrem gefrickelt aus, hängt einfach so in der Gegend rum, immerhin ist das Mastrohr mit einer seperaten PE-Leitung (auch sehr frickelig) verbunden.

Ja, Zugbahnfunk im 70 cm-Band und das Gepiepe kenn ich. Ich weiß aber nicht, ob das schon vollständig durch GSM-R ersetzt wurde. Außerdem, die haben doch sicher ihre 6 W EIRP ausgeschöpft, ich wohnte damals ca. 5 km Luftlinie vom Stellwerk entfernt und das Signal war stabil.
Ich habe selber mal Versuche angestellt im auf 70 cm: Mit 20 mW ließen sich per Handfunkgerät im Bebauten Gebiet locker 600 m überbrücken. Die Schalthäuser befinden sich hier ebenfalls nur ein paar 100 m auseinander. Im Norden und Westen befindet sich nur der Inlandshafen Bremen. Da gibts sonst nichts, was als Gegenstelle in Frage käme.

Nein, irgendwas stimmt hier nicht!

Beste Grüße, Marek

von Bruder_M - am 23.10.2016 19:56
Eventuell eine Fernwirksteuerung im UHF Bereich für die Schranken. Ähnliches mit Yagi Antennen gibts auch am größeren Stromhäusern oder auch sogar wo Strassenlaternen sich befinden.

von DJ Taifun - am 23.10.2016 20:12
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