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[Aktuell] Rundfunkbeitrag sinkt nicht!

Startbeitrag von Bruder_M am 28.10.2016 12:19

Wie die Chip aktuell mitteilt wird der Rundfunkbeitrag im kommenden Jahr nicht gesenkt und verbleibt bei 17,50 €: http://www.chip.de/news/Eilmeldung-GEZ-Schock-Rundfunkbeitrag-sinkt-nicht_102411644.html

Edit von NurzumSpassda (Moderator): Überschrift geändert.

Die 50 interessantesten Antworten:

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Es heißt nicht GEZ, sondern Rundfunkbeitrag.

Aus der Pressemitteilung:

>> Weitere wichtige Themen der Konferenz waren die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Flüchtlingspolitik. „Die Rundfunkanstalten müssen ab sofort effektiver werden und veraltete Mehrfachstrukturen der analogen Zeit abbauen. Zudem muss der Rundfunkbeitrag, wenn er schon nicht gesenkt wird, auch durch die Strukturanpassung langfristig stabil bleiben“, erklärte der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Reiner Haseloff. [...]

Das sind die wichtigsten Beschlüsse der Konferenz:

1.) Rundfunk

-- Der monatliche Rundfunkbeitrag bleibt bei stabil 17,50 Euro. Dadurch entstehende Mehrerträge sind von ARD, ZDF und Deutschlandradio in eine Rücklage einzustellen und für etwaige Mehrbedarfe in der Beitragsperiode 2021 bis 2024 zu verwenden.
-- Dafür erwarten die Länder im Gegenzug strukturelle Anpassungen, um die Beitragsstabilität auch langfristig zu sichern.
-- Außerdem verständigten sich die Länder auf Änderungen am Deutschlandradio-Staatsvertrag. Dabei sollen die Vorgaben aus einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum ZDF-Staatsvertrag umgesetzt werden. So wird die Zahl der staatlichen und staatsnahen Mitglieder des Hörfunkrates auf ein Drittel der gesetzlichen Mitglieder begrenzt. Dieser Anteil soll auch im Verwaltungsrat gelten. Außerdem werden verbindliche Vorgaben für eine paritätische Besetzung der Gremien durch Männer und Frauen gemacht und die Zahl der möglichen Amtszeiten auf drei begrenzt.

von Manfred Z - am 28.10.2016 13:10

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
DH0GHU
Dass die Chip allerdings handwerklich derart schlampt und auch noch polarisierende Schlagzeilen unterhalb der BLÖD-Zeitungs-Ebene bringt, ist hochnotpeinlich.


Nein, das hat System:
Chip = BURDA = Focus (Online) = RTL II = PrivatRadio

Bedeutet, hier wird, wie bei solchen Verlagen üblich (Springer macht das ja genauso) gerne Stimmung gegen den Rundfunkbeitrag gemacht, da nicht die Wahrheit zählt, sondern die wirtschaftlichen Eigeninteressen der jeweiligen Verlagsinhaber.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hubert_Burda_Media
TV- und Radiosender
Burda Broadcast Beteiligungen:
BB Radio 50,0 %
Donau 3 FM 50,0 %
Ostseewelle 47,2 %
Studio Gong-Gruppe 41,7 %
Radio Teddy 17,5 %
München TV 16,0 %
Radio Arabella 20,6 %
Radio Karlsruhe, Karlsruhe 13,9 % (betreibt die Radioprogramme Die neue Welle und AlternativeFM)
Radio Galaxy 10,5 %
bigFM, B-W 10,1 %
Hit Radio FFH 4,3 % (gehört zur Radio Tele FFH-Untergruppe, die auch planet more music radio und harmony.fm betreibt)
RTL II 1,1 %
Antenne Bayern 16 %

Die Studio Gong-Gruppe wiederum hält folgende Beteiligungen:
BB Radio 50,0 %
Donau 3 FM 50,0 %
Funkhaus Würzburg 50,0 %
Radio Fantasy 50,0 %
egoFM 44 %
Funkhaus Aschaffenburg 35,0 %
Ostseewelle 30 %
Radio Gong 96,3 42 %
Radio 107,7 26,7 %
Funkhaus Regensburg 75,0 %
Franken Fernsehen 23,1 %
Hitradio RTL Sachsen 22,5 %
Radio Chemnitz 22,5 %
Radio Dresden 22,5 %
Radio Görlitz 22,5 %
Radio Leipzig 22,5 %
Radio Zwickau 22,5 %
Antenne Niedersachsen 19,0 %
Radio Teddy 45 %
München TV 16,0 %
Radio Galaxy 15,8 %
Funkhaus Nürnberg 100 %
augsburg.tv 12,6 %
Top FM (Radio FFB) 10,8 %
Radio Karlsruhe, Karlsruhe 8,6 % (betreibt die Radioprogramme Die neue Welle und die ROCKwelle)
Antenne Bayern 7 %
Radio Hitwelle 6,6 %
Hit Radio FFH 2,5 %
RPR1 1,0 %

Über die Focus TV Produktions GmbH werden folgende Fernsehformate produziert (in Klammern die Sender, auf denen die Formate laufen):
Faszination Leben (RTL)
Focus TV (ProSieben)
Focus TV spezial (VOX)
Focus TV Reportage (SAT.1)
future TREND (RTL)
GRIP – Das Motormagazin (RTL 2)
K1 Magazin (Kabel 1)

von vossi68 - am 28.10.2016 21:25

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
Kay B
@ vossi68
Und das ist schlimmer als die Tatsache, daß bei den Öffentlich-Rechtlichen immer noch regierungsnahe Personen mitmischen und dort ihre Interessen vertreten?


..und auch das ist nichts als Propaganda, da der Einfluss von Parteien auf 1/3 der Sitze in den Rundfunkräten begrenzt ist, 2/3 also von Vertretern von Kirchen, Gewerkschaften, Verbänden etc besetzt werden.
Es besteht also die Möglichkeit der öffentlichen Kontrolle der Sender, sowie deren Entscheidungen.
Jeder kann zudem Eingaben an die Sender richten, wenn ihm etwas am Programm nicht passt.

Anders ist es bei den Verlagen:
Diese gehören privaten Eigentümern. In Wahrheit gehören alle wichtigen Zeitungen in Deutschland 5 Milliadärsfamilien, die auch keinerlei Kontrolle unterliegen.
Einige Verleger geben auch die Tendenz der Berichterstattung in ihren Zeitungen vor.
Bei Springer z.B. ist gesetzt, dass über den Staat Israel positiv berichtet werden soll.
Meinungsvielfalt? Fehlanzeige. Sowas wäre bei ARD & ZDF unmöglich.

Es gibt Gegenden in Deutschland, da kann man zwar verschiedene Zeitungen kaufen, alle gehören jedoch dem selben Verleger, teilweise sind sogar die Redaktionen zusammengelegt.
Also nur Pseudo-Vielfalt.

Im Privat-TV gibt es faktisch ein Duopol aus zwei Senderfamilien, auch keine Vielfalt.

Und genau deswegen gibt es ARD & ZDF.
Sieht die Politik so und auch das Verfassungsgericht.

von vossi68 - am 29.10.2016 15:29

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
Kay B
@ vossi68

Zitat

Bedeutet, hier wird, wie bei solchen Verlagen üblich (Springer macht das ja genauso) gerne Stimmung gegen den Rundfunkbeitrag gemacht, da nicht die Wahrheit zählt, sondern die wirtschaftlichen Eigeninteressen der jeweiligen Verlagsinhaber.


Und das ist schlimmer als die Tatsache, daß bei den Öffentlich-Rechtlichen immer noch regierungsnahe Personen mitmischen und dort ihre Interessen vertreten?


Die Regierung und die ihnen nahen Personen wurden aber von uns gewählt. Die Verleger nicht!

von iro - am 29.10.2016 16:22

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

@ vossi68

Zitat

(...) da der Einfluss von Parteien auf 1/3 der Sitze in den Rundfunkräten begrenzt ist, 2/3 also von Vertretern von Kirchen, Gewerkschaften, Verbänden etc besetzt werden.


Und das soll besser sein, als ein Rundfunkrat, der sich von parteilosen, unabhängigen und neutralen Mitgliedern zusammen setzt?


Zitat

Im Privat-TV gibt es faktisch ein Duopol aus zwei Senderfamilien, auch keine Vielfalt.


Und wieso ziehst du hier die Privaten jetzt mit rein? Das sollte den meisten Leuten sein, daß bei denen Interessen dahinter stehen.

Es geht jetzt aber darum, daß bei den Öffentlich-Rechtlichen keine Beeinflussungen statt finden. Und da sind Vertreter von Parteien, Verbänden, Kirchen oder sonstwem gerade verkehrt. Sonst mögen diese Einrichtungen die Öffentlich-Rechtlichen bitte auch finanzieren, und nicht die privaten Haushalte.

von Kay B - am 29.10.2016 16:37

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
Kay B
Vertreter von Parteien, Verbänden, Kirchen oder sonstwem

Und woraus bestehen Parteien, Verbände und die Kirche? Aus Bürgern! Sie sind Teil der Gesellschaft - und damit auch angemessen mit zu berücksichtigen (mehr allerdings auch nicht!).
Es ist doch keinem damit gedient, jetzt Stammtischprolet Heinz Meier aus Kleinkleckersdorf und den parteipolitisch ungebundenen verbandsfreien Atheisten Prof. Dr. Dr. Kurt Müller aus Groß-Wedelburg in den Rundfunkrat zu... ja, was denn... wählen? Wer stellt die beiden zur Wahl auf? Wer wählt sie? Wie soll überhaupt gewählt werden? Wollen und können das Heinz Meier und Kurt Müller überhaupt?

Gibt es überhaupt so etwas wie ein "neutrales" Mitglied? Jeder hat doch eine eigene Meinung. Ist er dann überhaupt als neutral zu werten? Darf er überhaupt wählen gehen oder ist er dann schon zu gewählten Partei zu zählen, obwohl er nicht Mitglied ist?

Irgendein Verfahren/Konzept zur Wahl von Rundfunkräten muss man ja schon haben, da ist die Berücksichtigung von "gesellschaftlich relevanten" Kräften mit existierenden Entsendestrukturen nicht ganz falsch.
Darüber, daß in der Vergangenheit bei dieser Angelegenheit Parteien als ebenfalls "gesellschaftlich relevanten" Kräfte zu starkt vertreten waren, können wir uns aber wohl einigen. Und ein Gerichtsurteil, daß dieses abzuändern ist, gibt es auch bereits.

von iro - am 29.10.2016 17:07

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

http://www1.wdr.de/nachrichten/rundfunkrat-neumitglieder-100.html

http://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/gremien/rundfunkrat/rundfunkrat-mitglieder-102.html

Da ist doch für alle was dabei.

Zitat
http://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/gremien/rundfunkrat/rundfunkrat_zusammensetzung_anforderungen100.html
Im Rundfunkrat vertretene gesellschaftliche Gruppen, Vereine, Institutionen, Verbände, Parteien

Bis zur Neukonstituierung am 2. Dezember 2016 setzt sich der Rundfunkrat gemäß den Regelungen des WDR-Gesetzes in der Fassung vom 25. Juni 2015 zusammen. Danach wählt der Landtag 13 Mitglieder des Rundfunkrats, dabei soll jede Fraktion des Landtags mit mindestens einem Mitglied im Rundfunkrat vertreten sein. Wegen zweier weiterer Fraktionen entsendet der Landtag aktuell 15 Mitglieder. Bis zu neun Mitglieder dürfen dem Europäischen Parlament, dem Bundestag oder einem Landtag angehören.

Zudem entsenden folgende 21 relevanten Gruppen und Institutionen in NRW jeweils ein Mitglied des Rundfunkrats:

die Evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen
die Katholische Kirche
die Landesverbände der jüdischen Gemeinden von Nordrhein und Westfalen und Synagogen-Gemeinde Köln
der Deutsche Gewerkschaftsbund, Landesbezirk Nordrhein-Westfalen
der Deutsche Beamtenbund, DBB-Landesbund Nordrhein-Westfalen
die Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände Nordrhein-Westfalen e.V.
der Nordrhein-Westfälische Handwerkstag e.V.
der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband e.V. und der Rheinische Landwirtschafts-Verband e.V.
der Städtetag Nordrhein-Westfalen, der Nordrhein-Westfälische Städte- und Gemeindebund und der Landkreistag Nordrhein-Westfalen
die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen
die Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände in Nordrhein-Westfalen und der Frauenrat Nordrhein-Westfalen
der Landessportbund Nordrhein-Westfalen
die Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
die nach § 12 Landschaftsgesetz Nordrhein-Westfalen anerkannten Vereine
der Landesjugendring Nordrhein-Westfalen
der Lippische Heimatbund e.V., der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. und der Westfälische Heimatbund e.V.
der Sozialverband Deutschland, Landesverband Nordrhein-Westfalen, und der Sozialverband VdK, Landesverband Nordrhein-Westfalen
die Vereinigung der Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen e.V.
der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) und der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. (eco)
der Verband Freier Berufe im Lande Nordrhein-Westfalen e.V.
die Familienunternehmer – ASU e.V. Landesbereich Nordrhein-Westfalen und Wirtschaftsjunioren Nordrhein-Westfalen e.V.
Zehn weitere Mitglieder aus den Bereichen Publizistik, Kultur, Kunst und Wissenschaft entsenden folgende Organisationen:

die Gewerkschaft ver.di, Landesbezirk Nordrhein-Westfalen, Fachgruppe Literatur-Verband Deutscher Schriftsteller (VS)
die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, Landesverband Nordrhein-Westfalen
der Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen e.V.
die Gewerkschaft ver.di, Landesbezirk Nordrhein-Westfalen, Fachgruppe Medien, Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion (dju)
der Deutsche Journalisten-Verband, Gewerkschaft der Journalisten, Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.
die Gewerkschaft ver.di, Landesbezirk Nordrhein-Westfalen, Fachgruppe Medien, Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk, Betriebsverband Nordrhein-Westfalen
das Filmbüro Nordrhein-Westfalen e.V. und der Verband der Fernseh-, Film- und der Videowirtschaft Nordrhein-Westfalen e.V. und der Film- und Fernseh- Produzentenverband Nordrhein-Westfalen
der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V., Landesverband Nordrhein-Westfalen
der Landesverband der Volkshochschulen von Nordrhein-Westfalen
die Landesrektorenkonferenz Nordrhein-Westfalen und die Landesrektorenkonferenz der Fachhochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen
Je ein weiteres Mitglied wird entsandt aus dem Kreis

der älteren Menschen durch die Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen,
der Menschen mit Behinderung durch den Landesbehindertenrat e.V.,
der Menschen mit Migrationshintergrund durch die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen (LAGA NRW).


Edit: Ein muslimischer Verband fehlt.

von Japhi - am 29.10.2016 18:10

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!


Das kommt meinem "Stammtischproleten Heinz Meier aus Kleinkleckersdorf und den parteipolitisch ungebundenen verbandsfreien Atheisten Prof. Dr. Dr. Kurt Müller aus Groß-Wedelburg" ja schon mal sehr entgegen. Da können sie sich also bewerben.
Aber wer wählt dann diese beiden aus. Und warum? Und wer hat die auswählenden ausgewählt? Ist das denn dann irgendwie demokratisch legitimiert? Irgendwo muss vor diesem Wahlvorgang doch bereits eine ganze Kette von "jemandem Vertrauen schenken" stehen. Und eigentlich beißt sich die Katze dort auch schon wieder in den Schwanz, da das gleiche auch bei Vertretern von Parteien/Verbänden/Kirche steht... Denen hat auch zuvor jemand das Vertrauen "geschenkt", sei es per Wahl durch den Bürger, verbandsinterner Wahl o.ä.
Dieses "Vertrauen" gibt es sowieso immer erstmal "geschenkt" oder als "Vorschuss", das Vertrauen auch zu erfüllen ist dann Sache des Beschenkten und auch nicht immer der Fall. Ab da wird es eine Sache persönlicher Verantwortung des Beschenkten und Gewissenssache. Falls Parteien/Verbänden/Kirche "aus Gründen" charakterlose & dumme A...er entsenden würden, wäre das natürlich eher in deren Verantwortung. Auch hier könnte man die Kette weiterziehen... (falls sie selber bereits diese "charakterlose & dumme A...er" wären)

Wenn jetzt die Rundfunkräte direkt vom zahlenden Rundfunkvolk gewählt würden, könnte eigentlich keiner mehr meckern. Mal abgesehen von der Undurchführbarkeit dieser (oder zumindest sehr teuren) Angelegenheit, würden es auch bei einer solchen Wahl im Vorfeld parteipoltische, verbands- oder weltanschaulich getriebene Wählervereinigungen geben. Ob das dann wirklich sehr anders aussehen würde?

Hat jemand schonmal an diesen Sozialversicherungswahlen teilgenommen und hatte er dabei auch nur den Hauch einer Ahnung, wer da zur Wahl stand? Hat aber trotzdem gewählt?

von iro - am 29.10.2016 19:02

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
Kay B
@ vossi68

Zitat

(...) da der Einfluss von Parteien auf 1/3 der Sitze in den Rundfunkräten begrenzt ist, 2/3 also von Vertretern von Kirchen, Gewerkschaften, Verbänden etc besetzt werden.


Und das soll besser sein, als ein Rundfunkrat, der sich von parteilosen, unabhängigen und neutralen Mitgliedern zusammen setzt?

Also Mitglieder ohne politische Meinung. Also Leute, die sich mit dem Hier&Jetzt nicht auseinandersetzen. Sonst könnten sie nicht neutral sein.
Unrealistische Tagträumerei, mehr nicht.


Die einzige Interessengruppe, die derzeit mit voller demokratischer Legitimation Bürgerinteressen in Rundfunkräten vertreten können, sind Parteien. Alles andere sind Vertreter von Verbänden, die Partikularinteressen vertreten. Gleichwohl lehrt uns die Geschichte, wie wichtig dieser Gegenpol zur Politik ist, Stichwort Populismus gefolgt von Totalitarismus.

von DH0GHU - am 31.10.2016 08:09

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

@ DH0GHU

Zitat

Also Mitglieder ohne politische Meinung. Also Leute, die sich mit dem Hier&Jetzt nicht auseinandersetzen.


Es sollten für die Mitglieder des Rundfunkrates die selben Maßstäbe gelten wie für einen Journalisten (objektiv, neutral und unvoreingenommen). Diese Kriterien schließen eine Beschäftigung mit dem "Hier & Jetzt" nicht aus.


Zitat

Die einzige Interessengruppe, die derzeit mit voller demokratischer Legitimation Bürgerinteressen in Rundfunkräten vertreten können, sind Parteien.


Wobei sich die Öffentlich-Rechtlichen in ihren journalistischen Tätigkeiten kritisch mit den Parteien auseinander setzen sollten. Quasi als außenstehende Instanz. Wie soll das uneingeschränkt möglich sein, wenn die Parteien selbst de fakto ein Teil der Öffentlich-Rechtlichen sind?

von Kay B - am 31.10.2016 16:21

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
Kay B
Wobei sich die Öffentlich-Rechtlichen in ihren journalistischen Tätigkeiten kritisch mit den Parteien auseinander setzen sollten. Quasi als außenstehende Instanz. Wie soll das uneingeschränkt möglich sein, wenn die Parteien selbst de fakto ein Teil der Öffentlich-Rechtlichen sind?


Du nimmst es doch schon vorweg:
Zitat

Maßstäbe gelten wie für einen Journalisten (objektiv, neutral und unvoreingenommen).

Nicht der Rundfunkrat macht das Programm, es sind die Journalisten. Die sind als Nicht-Rundfunkratsmitglieder doch bereits wieder "außenstehende Instanz". Der Rundfunkrat hat ja keinen direkten Draht zu den Journalisten, um sie ggf. zu rüffeln. Nur den indirekten über deren Chefs/Intendanz.

von iro - am 31.10.2016 16:36

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zur Zeit wird wieder heftig über die Höhe des Rundfunkbeitrags diskutiert, Bei den Anstalten sind Kommissionen zur Ermittlung von Einsparmöglichkeiten eingerichtet worden.

Anfang nächsten Jahres erscheint der 21. KEF-Bericht, diesmal ein sogenannter Zwischenbericht.

Bei InfoDigital gibt es eine Übersicht zum Stand der Diskussion in der Politik:

>> Diskussion um den Rundfunkbeitrag - Die Einschätzungen der Länder

(dpa) - Über die Höhe des Rundfunkbeitrags wird längst diskutiert. Bis 2020 ist er auf 17,50 Euro pro Haushalt im Monat festgelegt. Aber danach? Soll er so bleiben, wie er ist? Oder können ARD, ZDF und Deutschlandradio mit einem Zuschlag rechnen? Aus dem Kreis der Öffentlich-Rechtlichen wird auf steigende Kosten verwiesen.

von Manfred Z - am 21.12.2017 10:14

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
Manfred Z
(dpa) - Über die Höhe des Rundfunkbeitrags wird längst diskutiert. Bis 2020 ist er auf 17,50 Euro pro Haushalt im Monat festgelegt. Aber danach? Soll er so bleiben, wie er ist? Oder können ARD, ZDF und Deutschlandradio mit einem Zuschlag rechnen? Aus dem Kreis der Öffentlich-Rechtlichen wird auf steigende Kosten verwiesen.


Natürlich wird der Rundfunkbeitrag nach 2020 ansteigen, warum auch nicht?
Alles wird halt teurer, Preissteigerungen von ca. 1,6% pro Jahr sind ja statistisch belegt.
Aber man sollten den Schreihälsen im I-Net dann auch einfach mal 4 Jahre hintereinander keine Gehaltserhöhung zahlen. Vielleicht führt das dann mal zum Nachdenken.

Übrigens scheint es ja im Privat-TV Bereich jährliche Preissteigerungen zu geben.
Das zahlt auch jeder Bürger, direkt an der Supermarktkasse, ohne das er die Kostensteigerungen bemerkt...und mittlerweile stolze 13 Mrd. € pro Jahr für Privat-TV & Radio.

siehe:

http://www.vprt.de/thema/marktentwicklung/marktdaten/ums%C3%A4tze/werbeums%C3%A4tze/werbeums%C3%A4tze-tv/content/brutto-werbeerl?c=0

von vossi68 - am 21.12.2017 10:37

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Ich weiß nicht, wie du auf 9€ bis 13€ kommst? 17,50€ für 20 TV- und 80 Radioprogramme, plus Internetangebote (auch Mediatheken), plus Terr. und Sat-Versorgung, plus Zwangsabgaben an die großen Kabelanbieter,...das wird man in der jetzigen Qualität nicht für den halben Preis bekommen können.
Ich möchte mich nicht alternativ in die Hände von Sat1, RTL und Sky begeben, das wird viel teurer, jeden Tag an der Supermarktkasse + HD Aufschlag ohne Wahlmöglichkeit.

Trotzdem glaube auch ich, dass 17,50€ für Geringverdiener schon ein großer Brocken sind, hier sollte es Tatsächlich "Rabatt" geben. Wenn die Öffis dann im Bereich Unterhaltung wenigstens teilweise den Weg von Netflix und Co mitgehen würden und auch ein bißchen auf´s Binge-Watching von guten Serien setzen würden (auf ARTE, NEO und ONE gibt es das ja manchmal!), wäre ich ganz zufrieden...

stefsch

von stefsch - am 21.12.2017 11:03

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
stefsch
Ich weiß nicht, wie du auf 9€ bis 13€ kommst? 17,50€ für 20 TV- und 80 Radioprogramme, plus Internetangebote (auch Mediatheken), plus Terr. und Sat-Versorgung, plus Zwangsabgaben an die großen Kabelanbieter,...das wird man in der jetzigen Qualität nicht für den halben Preis bekommen können.
Ich möchte mich nicht alternativ in die Hände von Sat1, RTL und Sky begeben, das wird viel teurer, jeden Tag an der Supermarktkasse + HD Aufschlag ohne Wahlmöglichkeit.

Trotzdem glaube auch ich, dass 17,50€ für Geringverdiener schon ein großer Brocken sind, hier sollte es Tatsächlich "Rabatt" geben. Wenn die Öffis dann im Bereich Unterhaltung wenigstens teilweise den Weg von Netflix und Co mitgehen würden und auch ein bißchen auf´s Binge-Watching von guten Serien setzen würden (auf ARTE, NEO und ONE gibt es das ja manchmal!), wäre ich ganz zufrieden...

stefsch


Ich halte den monatlichen Betrag zwischn 9 und 13 Euro fuer Jedermann relativ vertretbar und auch nicht zu hoch. Mit 17.50 Euro liegt Deutschland da eher im Spitzenfeld, selbst die BBC kriegt das guenstiger hin.

Viele Leute oder auch manche Leute interessieren diese Mediatheken und das Angebot einfach nicht, auch wenn es vielleicht nicht Deine Meinung ist.

Warum zahlen was man nicht braucht oder vielleicht auch nicht will.

Ich sehe das Thema Rundfunkgebuehren aehnlich wie die ehemalige Wehrpflicht.

Man muss, weil es das Gesetz so will. Man kann es moegen, es verstehen, oder auch teilweise verstehen, oder auch komplett nicht, aber man muss, weil es das Gesetz so will.

Und aehnlich zur damaligen Wehrpflicht, und im Vergleich zu anderen Laendern bekommen dies Diese auch freiwillig hin, NPR in den USA, etwa, nur diese Meinung wird nicht gerne gehoert.

Manche Dinge koennen dafuer sprechen, andere dagegen, und nicht jeder hat Verstaendnis dafuer.
Und so Mancher wird argumentieren mit "Jeder hat heutzutage....." Und so Mancher wird antworten, "Jeder hat oder will heutzutage eben nicht, dies oder das..."

von 102.1 - am 21.12.2017 11:32

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
stefsch
. Wenn die Öffis dann im Bereich Unterhaltung wenigstens teilweise den Weg von Netflix und Co mitgehen würden

Du weißt, dass ihnen das untersagt wurde? Inhalte dürfen sie nur kurze Zeit im Web zu Verfügung stellen.

Ansonsten: Seid ihr denn dann auch dafür, dass Mitarbeiter der "Öffis" keine Gehaltserhöhungen mehr bekommen? Wie wärs gleich mit Versklavung? Oder Massenkündigung? Trifft ja nicht den, der es fordert, sondern nur "dieda"...

Sehr entlarvend, solche Haltungen.

Dann wohl noch arüber meckern, dass man nicht oft genug eine Gehaltserhöhung bekommt, wo doch alles teurer wird. Anderen das dann aber am besten vorenthalten.

von DH0GHU - am 21.12.2017 12:08

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
102.1
Warum zahlen was man nicht braucht oder vielleicht auch nicht will.


Weil das in einer Solidargemeinschaft, also z.B. einem Staat wie die Bundesrepublik Deutschland, eben so ist daß alle bezahlen - selbst wenn sie nicht alle Leistungen in Anspruch nehmen, welche der Staat ihnen bietet.

Mit deinen Steuergeldern werden ja auch z.B. Schulen und Kindergärten finanziert, selbst wenn du selbst gar keine Kinder hast. Oder Straßen gebaut, welche du niemals benutzt, etc.....

Ein nicht unerheblicher Anteil deines Einkommens fließt in die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Wenn du Glück hast und nie ernsthaft erkrankst wirst du niemals eine Gegenleistung dafür erhalten, für das viele Geld was du dein ganzes Arbeitsleben lang einbezahlt hast. Andere Menschen haben vielleicht nicht so viel Glück und benötigen eine teure lebensrettende OP und anschließend ein Leben lang schweineteure Medikamente, deren Kosten das Einkommen eines normalen Arbeiters bei weitem überstreigen, etc...

Die Liste ließe sich fortsetzen.

von Loger - am 21.12.2017 16:29

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
DH0GHU
Du weißt, dass ihnen das untersagt wurde? Inhalte dürfen sie nur kurze Zeit im Web zu Verfügung stellen.
Nein ich weiß nicht was ihnen untersagt wurde! Das Binge-Watching? Ich meinte damit das lineare Senden (bzw. Zurverfügungstellen) von mehreren Folgen einer "hochwertigen" Serie (nicht: Bergpfarrer, Flachlanddoktor, Küstenpolizist und andere Demenzserien. :eek: ), wie es teilweise ja auch auf Arte passiert. Diese dämlichen Zeitregeln sind ja schon in der Diskussion und von vielen Politikern/Parteien auf die Abschussliste gesetzt. Damit müsste die "Jugend" nicht ganz zu Netflix und Co. abwandern, nur noch die Hardcore-Binger :xcool:.
Und die Öffimitarbeiter will ich nicht versklaven, nur weil ich sage, ~20€ sind für Geringverdiener schon ´ne Hausnummer...eine Anlehnung an den Steuertarif wäre nicht das Dümmste.....

stefsch

von stefsch - am 21.12.2017 16:43

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
Loger
Zitat
102.1
Warum zahlen was man nicht braucht oder vielleicht auch nicht will.


Weil das in einer Solidargemeinschaft, also z.B. einem Staat wie die Bundesrepublik Deutschland, eben so ist daß alle bezahlen - selbst wenn sie nicht alle Leistungen in Anspruch nehmen, welche der Staat ihnen bietet.

Mit deinen Steuergeldern werden ja auch z.B. Schulen und Kindergärten finanziert, selbst wenn du selbst gar keine Kinder hast. Oder Straßen gebaut, welche du niemals benutzt, etc.....

Ein nicht unerheblicher Anteil deines Einkommens fließt in die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Wenn du Glück hast und nie ernsthaft erkrankst wirst du niemals eine Gegenleistung dafür erhalten, für das viele Geld was du dein ganzes Arbeitsleben lang einbezahlt hast. Andere Menschen haben vielleicht nicht so viel Glück und benötigen eine teure lebensrettende OP und anschließend ein Leben lang schweineteure Medikamente, deren Kosten das Einkommen eines normalen Arbeiters bei weitem überstreigen, etc...

Die Liste ließe sich fortsetzen.


Alles schoen und gut, nur passt fuer mich dieser Vergleich halt nicht. Im Gegenstz zur Krankenversicherung, oder dem Kindergarten, oder was auch immer Du hier nennst, oder auch der Feuerwehr, meinetwegen, sind das oeffentliche Themen, die eigentlich jede Gesellschaft braucht.

Einen aufgeblasenen oeffentlich-rechtlichen Rundfunk wuerde ich hier niemals als Vergleich ziehen. Der wird weder Dir noch der Solidargemeinschaft bei der Behandlung von Krankheiten, oder der Kinderbetreuung helfen.

Fuer mich bleibt der oeffentlich-rechliche Rundfunke eine Art Zwangsabo einer Zeitung, die man nicht lesen will. Der Eine liest sie halt gerne, der andere will sie nicht, beide muessen Zahlen. Solange eine Mehrheit darann glaubt, funktioniert das, wie jede Regierungsform.

Mir ist leider bewusst, dass hier jegliche Argumentation meinerseits sinnolos ist. Es ist eine Meinung, die man mehrheitlich nicht will. Zudem kann man immer mit dem Gesetz drohen, oder mit dem Unterordungsdrang "Bei uns ist da so", ohne ihn gross zu hinterfragen.

Wuerde der Rundfunkbeitrag mal 20 oder 25 Euro im Monat erreichen, denke ich, wird bei vielen die Schmerzgrenze ueberschritten sein.

Derzeit reden wir von knapp ueber 200 Euro im Jahr, in anderen Laendern reden wir eher ueber 160 oder 170 Euro. Frankreich, Italien, Tschechien oder Belgien machen das deutlich guenstier, oft bei aehnlichem Angebot.

von 102.1 - am 21.12.2017 17:55

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat

Ich weiß nicht, wie du auf 9€ bis 13€ kommst? 17,50€ für 20 TV- und 80 Radioprogramme, plus Internetangebote (auch Mediatheken), plus Terr. und Sat-Versorgung, plus Zwangsabgaben an die großen Kabelanbieter


Wozu braucht man aber dermaßen viele Angebote? Allein schon die immense Zahl von 80 Radiosendern sollte Stirnrunzeln hervorrufen, da gefühlt 2/3 aller Radioprogramme untereinander austauschbar sind. Ein "Jugendradio" wie N-JOY oder 1LIVE kann wie eine Nonstop-Newsschleuder oder ein Klassikprogramm bundesweit einheitlich sein und muss nicht von mehreren Anstalten einzeln produziert werden. Lieber sollte dann bei den reduzierten Programmen mehr Wert auf Qualität gelegt werden. Wenn man in unsere Nachbarstaaten schaut und sieht, wie viele öffentlich-rechtliche Radiosender es dort jeweils nur gibt, kann einem beim hiesigen Programmhaufen regelrecht schwindelig werden. "Popelanstalten" wie SR, RB oder hr verstärken den Eindruck des Überflusses nur noch.

Beim Fernsehen ist es schwerer, da die Dritten für die regionale Berichterstattung zuständig sind, allgemein muss es aber nicht (wie weiter oben schon erwähnt) acht senile Vorabendkrimis, zwölf Talkshows oder 15 Quizshows geben. Gehaltvollerer Content ist auch hier wünschenswert. Ich definiere meine Wünsche als nicht besonders Speziell, aber ÖR Fernsehen gibt mir fast nie einen grund einzuschalten da man sich immer 40 Jahrzehnte zu jung dafür fühlt.

Unter diesen Gesichtspunkten halte ich eine weitere Erhöhung der Gebühren für nicht gerechtfertigt.

von Dr. Antenne - am 21.12.2017 18:41

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Vergleich mal die Einschaltquoten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frankreich oder Italien mit dem in Deutschland. Bezogen auf die Nutzungsdauer (und die Angebote) sind dort dann 100 oder 150 € verdammt viel Geld... Länder wie Tschechien mit ihrem immernoch deutlich niedrigeren Einkommensniveau bieten sich als Vergleich sowieso nicht an.


Nebenbei: Ich habe auch ein Zwangs-Abo für Renten- und Arbeitslosenversicherung. Das einzige, was ich ernsthaft brauche, nämlich eine ordentliche Berufsunfähigkeitsversicherung, muß ich privat abschließen. Ich meckere auch nicht darüber. Ich bin sogar in der GKV geblieben - aus politischer/sozialer Überzeugung, nicht weil ich das brauche.
"Wenn der Rundfunkbeitrag mal 20 €" pro Monat erreicht, dann sind 20 € wohl nicht mehr so viel wert wie heute. Ich fordere ja garnicht, dass die Realhöhe der Haushaltsabgabe steigen soll, mir reicht schon ein Inflationsausgleich. Auch, weil ich erwarte, dass Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen fair entlohnt werden.

Dazu kommt noch, dass kommerzielle Anbieter in Deutschland nun schon 30 Jahre lang bewiesen haben, dass sie NICHT in der Lage sind, ernsthafte Alternativen zur öffentlich-rechtlichen Kernkompetenz zu entwickeln.


@stefsch: ich habe keine Ahnung, was Binge ist. Ich kenne Bingen, das liegt am Rhein.

von DH0GHU - am 21.12.2017 18:42

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
DH0GHU
Vergleich mal die Einschaltquoten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frankreich oder Italien mit dem in Deutschland. Bezogen auf die Nutzungsdauer (und die Angebote) sind dort dann 100 oder 150 € verdammt viel Geld... Länder wie Tschechien mit ihrem immernoch deutlich niedrigeren Einkommensniveau bieten sich als Vergleich sowieso nicht an.


Nebenbei: Ich habe auch ein Zwangs-Abo für Renten- und Arbeitslosenversicherung. Das einzige, was ich ernsthaft brauche, nämlich eine ordentliche Berufsunfähigkeitsversicherung, muß ich privat abschließen. Ich meckere auch nicht darüber. Ich bin sogar in der GKV geblieben - aus politischer/sozialer Überzeugung, nicht weil ich das brauche.
"Wenn der Rundfunkbeitrag mal 20 €" pro Monat erreicht, dann sind 20 € wohl nicht mehr so viel wert wie heute. Ich fordere ja garnicht, dass die Realhöhe der Haushaltsabgabe steigen soll, mir reicht schon ein Inflationsausgleich. Auch, weil ich erwarte, dass Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen fair entlohnt werden.


Lass es einfach sein. Wir kommen nicht zusammen. Mich hat bisher noch niemand gezwungen eine Jahreskarte oder Monatskarte fuer den Nahverkehr zu zahlen, dennoch fahre ich mit dem Privat PKW herum. Es gibt Existenzfragen und Non-Existenzfragen. Die Arbeitslosenversicherung hat da mit dem oeffentlich-rechtlichen Rundfunk absolut nichts zu tun. Mir ist der oeffentlich-rechtliche Rundfunk einfach zu aufgeblasen, eine ueberzahlte Fuehrungsebene mit Rentenanspruechen, zig aehnliche Programme auf Landesebene, Jugendwellen, die im Grunde alle gleich klingen, Popwellen, und Klassik die dennoch zu kurz kommt. Der SWR bringt offenbar kein vergleichbares Programm wie BR Klassik zusammen.

Wir beide haben nur eines gemeinsam, beide von uns zahlen.

Dir gefaellts, mir gefaellts nicht. Du findest es gerechtfertigt, ich nicht. Das unterschiedet uns.

Oesterreich zahlt noch mehr, obwohl das Gehaltsniveau dort nicht umbedingt besser ist, als Deutschland.

von 102.1 - am 21.12.2017 19:23

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
iro
Zitat
102.1
Mich hat bisher noch niemand gezwungen eine Jahreskarte oder Monatskarte fuer den Nahverkehr zu zahlen.

Dich nicht. Aber Studenten werden dazu gezwungen. In den Semestergebühren ist das Nahverkehrs-Ticket automatisch enthalten, auch wenn Du immer mit dem Auto fährst, zahlst Du es trotzdem.


Vergleiche mal die Semestergebuehren mit Unis in UK oder den USA. Oft sind es 10.000 USD pro Semester, ohne Unterkunft ! Zwar ist das von Dir beschriebene Thema auch eine Art Bevormundung, allerdings bei den Semestergebuehren die man in Deutschland zahlt, eher vertretbar. Studis haben meist kein Auto, und haben sie eines, haben ihnen dies ihre Eltern ermoeglicht.

von 102.1 - am 21.12.2017 21:00

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Zitat
DH0GHU
....@stefsch: ich habe keine Ahnung, was Binge ist. Ich kenne Bingen, das liegt am Rhein.
In Bingen würde man wohl eher Koma-Saufen, vielleicht nach der Weinernte ;).
Ich meinte das "Binge Watching" oder "Koma-Glotzen", also das Anschauen von mehr als einer Serien-Folge (siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Binge_Watching ). Das ist im Unterhaltungsbereich wahrscheinlich der Punkt, der die jüngeren Zuschauer einerseits von den Öffis und andererseits vom linearen TV abgebracht hat, also mit der größte Fehler im Bereich Kundenbindung ("Generationenabbruch" der Jüngeren)...

von stefsch - am 22.12.2017 10:03
Ich habe einige jüngere Kollegen auf Arbeit, knapp unter 30, die sich gar nicht mehr erinnern, wann sie das letzte Mal echtes lineares TV geschaut hatten. Ich bekam zur Antwort, die Antenne ist am TV gar nicht angeschlossen, wir schauen nur Netflix und Prime, sonst nichts. Diese Leute bezahlen auch Rundfunkbeiträge nutzen es aber überhaupt nicht mehr. ARD+ZDF senden 90% tatsächlich nur für Rentner, darauf haben sie die letzten 25 Jahre voll hingearbeitet, da nützen auch Alibisachen wie "Funk" gar nichts, das kennen meine Netflix/Primekollegen gar nicht und interessiert die auch nicht, als ich danach fragte, sagten sie, wir sind ausgelastet mit Streaming.
Wieso gibt es eigentlich kein offizielles Funk-App für Fire-TV-Geräte?
Die tausende Schmunlzelkrimis bei ARD/ZDF sind voll auf die Seniorengeneration ü 70 ausgelegt, ich habe das Gefühl, dass sowas in Hälfte der Zeit tagsüber bei den ÖR läuft, neben den Schnulliserien für die gleich Generation.
Vor Jahren wollte ARD/ZDF mal jünger werden, ich habe nichts bemerkt davon.
Ohne "Heuteshow, "Extra3", ZDFinfo/Neo, 3sat/ Arte und ausgewählte geschichtliche Sendungen im MDR hätte ich auch schon fast nichts mehr, was ich im ÖR-TV ausser Nachrichten noch gut fände.
Filme schaue ich auch komplett fast gar nicht mehr im linearen TV, da reicht mir Prime vollkommen aus. Gute Musiksachen kaufe ich mir immer noch als Bluray/DVD. Privatsender habe ich so gut wie seit 15 Jahren nie länger als 30min am Stück ausgehalten, abgesehn mal von Eurosport vielleicht, bei Snooker... .

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 23.12.2017 11:19
@ UM74



In dem Artikel geht es aber nur um die Tagesschau und nicht die Akzeptanz der Öffentlich-Rechlichen allgemein. Oder stimmt der Link nicht?



@ DLR-Fan Sachsen-Anhalt

So wie du es beschreibst, kann ich es aus meinem Umfeld bestätigen. Da stellt sich um so mehr die Frage, ob die ganzen Spartenkanäle, die in den 90er Jahren dem Privatsenderboom entgegengesetzt wurden, noch gerechtfertigt sind.

Und sollte one nicht der "junge" Kanal der ARD sein? Letztens liefen da uralte Folgen der Lindenstraße. Was soll das?

Bei der hohen Anzahl der öffentlich-rechtlichen TV- und Radioprogramme, speziell der ganzen "Parallelangebote" seitens der verschiedenen Landesrundfunkanstalten, besteht noch viel Einsparpotenzial.

von Kay B - am 23.12.2017 12:52
Ich bin nicht für die Abschaffung der Öffentlich Rechtlichen. Aber dass, im TV gefühlt 90% nur
Programm für meine Eltern gesendet wird, das finde ich nicht in Ordnung. Mit knapp 52 fühle ich mich zu wenig mit Unterhaltungssendungen, Filmen und Musiksendungen angesprochen. Ich mag eher Rockmusik und kein Helene Fischer Zeug und Semino Rossi, da muss ich entnervt abschalten. Für die Mittelalten wird fast gar nichts an Musik gesendet, nur mal was von 3Sat und Arte, gelegentlich. Die Mittelalten sollen auch die Einser-Radioprogramme hören, das ist mir aber mit ausgelutschten, seichten Oldies viel zu langweilig, viel zu kleine Playlist. Bin ich einfach nur zu anspuchsvoll, wieso gibt's keine Unterhaltungsprogramme ähnlich wie hr3 in den 80igern war? Man könnte bei den Radioprogrammen wirklich zusammenfassen, das würde schon noch etwas bringen. Fast jede ÖR Rundfunkanstalt leistet sich einen Jugendsender und einen angeblich für junge Erwachsene, wo die Schnittmenge der Playlist gefühlte 80% ist.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 23.12.2017 15:39

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Ich kenne den BR und den ORF. Die sind auf gleichem Niveau. Beide auf ihre Art sehr gut. Wo ich sofort den Stecker ziehen würde wäre der SWR :kotz: Aber das ist eben Geschmackssache. Was ich so gehört habe ist allerdings die GIS noch teurer als die GEZ?

Zuerst solle man in der BRD die ganzen Aufsichtgremien (Rundfunkrat) demokratisch direkt vom Volk bzw. den Beitragszahlern wählen lassen (mit aktivem und passivem Wahlrecht). Tatsächlich wird das von der Politik im Hinterzimmer ausgekungelt. Entsprechend parteiisch ist dann das Programm... Hilfe jetzt werde ich gleich wieder gesperrt ;)

Wer zahlt soll auch über die Inhalte und die Ausrichtung bestimmen!

von raeuberhotzenplotz2 - am 23.12.2017 16:33

Re: [Aktuell] GEZ sinkt nicht!

Die Diskussion dreht sich um Unterhaltung und jetzt kommt wieder die angebliche politische Einflussnahme?!? Sorry, aber wo ist da jetzt der Zusammenhang?

Die Rundfunkräte sind in der bestehenden Form Schein-Institutionen, denen die Inhalte zu 90% vollkommen egal sind und die sowieso keine Ahnung von der Materie haben. Zweifelsohne sollte sich da etwas ändern. Aber eine direkte Wahl durch die Bevölkerung? Ich weiß nicht so recht. Das wird dann so enden, dass die Masse bestimmt und für Minderheiten nichts mehr übrig bleibt. Das ist dann alles andere als öffentlich-rechtlicher Rundfunk.

von DigiAndi - am 23.12.2017 16:52
Die Nachrichtenkompetenz stufe ich persönlich bei den ÖR als recht hoch ein, allerdings ist mir das ZDF zu nah an der Regierungslinie, ARD, DLF, MDR berichten etwas neutraler, finde ich. Nachrichten im Privat-TV sind nicht mein Ding, bei Privatradio finde ich nur die Verkehrsmeldungen etwas besser als beim MDR, die Privaten haben die schnelleren Blitzermelder;). Insgesamt bin ich natürlich froh keine amerikanischen Verhältnisse im Free-TV hier zu haben. Der Wasserkopf der ÖR sollte allerdings wirklich mal etwas schrumpfen, zu viele Ausschüsse zu viele hochbezahlte in den Cheffetagen. Die ganze beamtenmässige verkrustete Struktur bedarf einer gewaltigen Reform.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 23.12.2017 18:06
Die Frage ist doch, ob man das überhaupt braucht und will. Sind nicht 5 ARD-TV und 20 Radioprogramme auch völlig ausreichend? Wer braucht rund 15 TV Kanäle und mehr als 60 Hörfunkwellen, darunter etliche Digitalstreams? Öffentlicher Rundfunk, Ja - keine Frage. Aber nicht um jeden Preis mit dem derzeitigen, an Quote orientierten Programmangebot.

Im TV reichen doch
- ein bundesweites Regionalprogramm (also eine ARD mit Vorabendfenstern wie früher)
- ein bundesweites Unterhaltungsprogramm (entspricht in etwa dem heutigen ZDF)
- ein bundesweites Informationsprogramm (entspricht Tagesschau 24, dieses sollte sich aber eher an BBC World orientieren)
- ein bundesweites Kulturprogramm (3sat)
- ein bundesweites Kinder/Jugendprogramm (tagsüber Kika, abends von mir aus Zdf Neo)
völlig aus. Dazu gäbe es ja dann noch die übergreifenden Angebote von Arte / ARD Alpha und den Parlamentskanal Phoenix. Die 3. Programme wiederholen sich ohnehin nur untereinander, gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit sehr gut zu beobachten (Andre Rieu, Adventsfest, Aschenbrödel... auf zig Sendern)

Dazu kommt der nationale Hörfunk mit seinen Angeboten
DLF (Information), DLF Kultur, DLF nova (Musik / Unterhaltung)
die sicherlich niemand aufgeben möchte sowie pro Bundesland 2 zusätzliche Kanäle, einer für Sonderveranstaltungen (Landtag, Sport) und einer für gehobene Popmusik. Dabei schwebt mir eher ein Vollprogramm mit anspruchsvoller Musik der 50er bis 90er Jahre vor.

Mehr als das hier aufgezählte Angebot kann eine Durchschnittsfamilie am Tag doch gar nicht hören und sehen.

Es ist überdies nicht Aufgabe der ARD, Programmangebote mit Chartmusik wie HR3, Bayern 3, SWR 3 usw. zu veranstalten. Dafür gibt es zahlreiche Privatanbieter, die diese Aufgabe exzellent ausfüllen (mehr aber auch nicht) und sich selbst gut vermarkten. Die Nachrichtenkompetenz liegt ganz klar auf Seiten der ARD Radiowellen.

Natürlich gehört die Werbung bei ARD und ZDF generell komplett abgeschafft. Nur dann kann man überhaupt um eine Senkung oder Steigerung der Gebühren diskutieren. Vorher ist das völlig weltfremd! Werbung zu zeigen, das ist Aufgabe der privaten Veranstalter. Und wenn man ihnen dabei entgegenkommt, dürfte auch dem Wunsch von ARD und ZDF,
Fremdware und eigene Produktionen länger in der Mediathek bereitzustellen oder ihr Netzangebot auszubauen, nichts mehr im Wege stellen.

Mit dem derzeitigen Angebot erreicht man hingegen keine jungen Leute. Siehe "Funk" das kürzlich eine Internetserie produziert hat. Diese läuft unterhalb der Wahrnehmungsschwelle irgendwann nachts, werktags im ZDF. Für wen?

Gruß M. Kraus

von MICHAELKRAUS - am 23.12.2017 18:24
Zitat
Kay B
@ UM74



In dem Artikel geht es aber nur um die Tagesschau und nicht die Akzeptanz der Öffentlich-Rechlichen allgemein. Oder stimmt der Link nicht?


Der Link ist korrekt.

Die Tagesschau ist das Nachrichten-Flagschiff der ÖR in Deutschland.Würden deren Quoten nachhaltig zurück gehen,hätte zumindest die ARD ein Riesenproblem.
Die Akzeptanz der Nachrichtensendung aus Hamburg lebt quasi von der Gläubwürdigkeit,die ihr die Zuschauer entgegen bringen.
Und daher ist die Meldung auch ein guter Gradmesser der Akzeptanz der ÖR in D.
Ganz einfach.

Die Tagesschau hat heute eine bessere Quote als vor der Einführung des Privatfernsehens.
Und ehrlich gesagt,freut mich das sehr.

von UM74 - am 23.12.2017 21:24
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
ARD+ZDF senden 90% tatsächlich nur für Rentner, darauf haben sie die letzten 25 Jahre voll hingearbeitet, da nützen auch Alibisachen wie "Funk" gar nichts, das kennen meine Netflix/Primekollegen gar nicht und interessiert die auch nicht, als ich danach fragte, sagten sie, wir sind ausgelastet mit Streaming.
Wieso gibt es eigentlich kein offizielles Funk-App für Fire-TV-Geräte?
Die tausende Schmunlzelkrimis bei ARD/ZDF sind voll auf die Seniorengeneration ü 70 ausgelegt, ich habe das Gefühl, dass sowas in Hälfte der Zeit tagsüber bei den ÖR läuft, neben den Schnulliserien für die gleich Generation.
Vor Jahren wollte ARD/ZDF mal jünger werden, ich habe nichts bemerkt davon.
Ohne "Heuteshow, "Extra3", ZDFinfo/Neo, 3sat/ Arte und ausgewählte geschichtliche Sendungen im MDR hätte ich auch schon fast nichts mehr, was ich im ÖR-TV ausser Nachrichten noch gut fände.
Filme schaue ich auch komplett fast gar nicht mehr im linearen TV, da reicht mir Prime vollkommen aus. Gute Musiksachen kaufe ich mir immer noch als Bluray/DVD. Privatsender habe ich so gut wie seit 15 Jahren nie länger als 30min am Stück ausgehalten, abgesehn mal von Eurosport vielleicht, bei Snooker... .


Der Rentnerbezug von ARD und ZDF ist fuer mich auch unuebersehrbar geworden, und in den Privatsendern aus Deutschland habe ich auch nie etwas fuer mich gefunden. Lineares TV habe ich seit 15 Jahren nichtmehr, das Internet hat das fuer mich gaenzlich ersetzt.

von 102.1 - am 24.12.2017 10:04
Zitat
Kay B
@ UM74

Zitat

Die Tagesschau ist das Nachrichten-Flagschiff der ÖR in Deutschland.Würden deren Quoten nachhaltig zurück gehen,hätte zumindest die ARD ein Riesenproblem.
Die Akzeptanz der Nachrichtensendung aus Hamburg lebt quasi von der Gläubwürdigkeit,die ihr die Zuschauer entgegen bringen.
Und daher ist die Meldung auch ein guter Gradmesser der Akzeptanz der ÖR in D.
Ganz einfach.


Du kannst aber nicht aus der Akzeptanz einer Sendung auf die Akzeptanz der Öffentlich-Rechtlichen generell schließen.

Wenn diese Senndung die Kernkompetenz der ÖR betrifft,ist ein Zusammenhang kaum zu verneinen.

von UM74 - am 24.12.2017 19:13
Zitat
MICHAELKRAUS
Die Frage ist doch, ob man das überhaupt braucht und will. Sind nicht 5 ARD-TV und 20 Radioprogramme auch völlig ausreichend? Wer braucht rund 15 TV Kanäle und mehr als 60 Hörfunkwellen, darunter etliche Digitalstreams? Öffentlicher Rundfunk, Ja - keine Frage. Aber nicht um jeden Preis mit dem derzeitigen, an Quote orientierten Programmangebot.

Im TV reichen doch
- ein bundesweites Regionalprogramm (also eine ARD mit Vorabendfenstern wie früher)
- ein bundesweites Unterhaltungsprogramm (entspricht in etwa dem heutigen ZDF)
- ein bundesweites Informationsprogramm (entspricht Tagesschau 24, dieses sollte sich aber eher an BBC World orientieren)
- ein bundesweites Kulturprogramm (3sat)
- ein bundesweites Kinder/Jugendprogramm (tagsüber Kika, abends von mir aus Zdf Neo)
völlig aus. Dazu gäbe es ja dann noch die übergreifenden Angebote von Arte / ARD Alpha und den Parlamentskanal Phoenix. Die 3. Programme wiederholen sich ohnehin nur untereinander, gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit sehr gut zu beobachten (Andre Rieu, Adventsfest, Aschenbrödel... auf zig Sendern)

Dazu kommt der nationale Hörfunk mit seinen Angeboten
DLF (Information), DLF Kultur, DLF nova (Musik / Unterhaltung)
die sicherlich niemand aufgeben möchte sowie pro Bundesland 2 zusätzliche Kanäle, einer für Sonderveranstaltungen (Landtag, Sport) und einer für gehobene Popmusik. Dabei schwebt mir eher ein Vollprogramm mit anspruchsvoller Musik der 50er bis 90er Jahre vor.

Mehr als das hier aufgezählte Angebot kann eine Durchschnittsfamilie am Tag doch gar nicht hören und sehen.

Es ist überdies nicht Aufgabe der ARD, Programmangebote mit Chartmusik wie HR3, Bayern 3, SWR 3 usw. zu veranstalten. Dafür gibt es zahlreiche Privatanbieter, die diese Aufgabe exzellent ausfüllen (mehr aber auch nicht) und sich selbst gut vermarkten. Die Nachrichtenkompetenz liegt ganz klar auf Seiten der ARD Radiowellen.

Natürlich gehört die Werbung bei ARD und ZDF generell komplett abgeschafft. Nur dann kann man überhaupt um eine Senkung oder Steigerung der Gebühren diskutieren. Vorher ist das völlig weltfremd! Werbung zu zeigen, das ist Aufgabe der privaten Veranstalter. Und wenn man ihnen dabei entgegenkommt, dürfte auch dem Wunsch von ARD und ZDF,
Fremdware und eigene Produktionen länger in der Mediathek bereitzustellen oder ihr Netzangebot auszubauen, nichts mehr im Wege stellen.

Mit dem derzeitigen Angebot erreicht man hingegen keine jungen Leute. Siehe "Funk" das kürzlich eine Internetserie produziert hat. Diese läuft unterhalb der Wahrnehmungsschwelle irgendwann nachts, werktags im ZDF. Für wen?

Gruß M. Kraus


Einige Anmerkungen dazu:

-Es geht nicht um ein ÖR-System um jeden Preis,sondern € 17,50 monatl.

-In Zeiten fast unzäliger Privat-TV-Programme jetzt die ÖR so radikal zu kürzen will mir nicht einleuchten.Gerade Phoenix oder zdf.info oder arte bieten einen erheblichen Mehrwert.

-Klar sind ARD/ZDF (auch) an der Quote orientiert.Einen ÖR-Sender,ohne Zuschauer/Hörer braucht niemand.

-Die 3.Programme sind in erster Linie für die Regionalberichterstattung zuständig.Das man einen Teil der Unterhaltungsprogramme austauscht ist naheliegend.Ausserdem ist es sehr unwahrscheinlich das eine Landesregierung der Einstellung "ihres" regionalen 3.Programms zustimmt.

-Gerade zu Weihnachten/Silvester erzielen die oft wiederholten Programme (Aschenbrödel,Dinner for one usw.) die besten Quoten,auch bei den jungen Zuschauern.
Nicht umsonst sind die 3. in dieser Zeit oft Marktführer.

-Wenn man auch jüngere Leute erreichen soll,braucht es auch Sender mit aktueller Musik.Mit der Musik der 50er bis 90er lockst du die kaum jüngere hinterm Ofen hervor.Und gerade die Popwellen tragen sich durch die Werbung teilweise oder komplett selbst.

-Durch die Werbung spart der Gebührenzahler rund € 1,50 monatl.Das ist bei maximal 20 Minuten Werbung/Tag je TV-Hauptprogramm doch auszuhalten.

-Man kann zu funk stehen wie man will,aber 256 Millionen Abrufe im 1.Jahr
sind nicht "keine jungen Leute"

von UM74 - am 24.12.2017 20:17
@ UM74

Zitat

Wenn diese Senndung die Kernkompetenz der ÖR betrifft,ist ein Zusammenhang kaum zu verneinen.


Das mit der Berichterstattung als Kernkompetenz soll ja auch nicht bestritten werden.

Aber eine 15-minütige Sendung als Messlatte für die generelle Akzeptanz duzender Fernseh- und Radioprogramme heranzuziehen, ist echt sehr gewagt.

Das wäre so, als würde man die Verkaufszahlen norddeutschen Fisches als Messlatte für die Beliebtheit Norddeutschlands in Europa heranziehen.

Die Quoten der Tagesschau rechtfertigen noch lange nicht das, was die Öffentlich-Rechtlichen sonst abseits der von dir angesprochenen Kernkompetenz so verzapfen. (Und das ist in diesem Faden ja schon von anderen angesprochen worden.)

von Kay B - am 24.12.2017 22:29
Zitat
Kay B
@ UM74

Zitat

Wenn diese Senndung die Kernkompetenz der ÖR betrifft,ist ein Zusammenhang kaum zu verneinen.


Das mit der Berichterstattung als Kernkompetenz soll ja auch nicht bestritten werden.

Aber eine 15-minütige Sendung als Messlatte für die generelle Akzeptanz duzender Fernseh- und Radioprogramme heranzuziehen, ist echt sehr gewagt.

Das wäre so, als würde man die Verkaufszahlen norddeutschen Fisches als Messlatte für die Beliebtheit Norddeutschlands in Europa heranziehen.

Die Quoten der Tagesschau rechtfertigen noch lange nicht das, was die Öffentlich-Rechtlichen sonst abseits der von dir angesprochenen Kernkompetenz so verzapfen. (Und das ist in diesem Faden ja schon von anderen angesprochen worden.)


Es ist eine Messlatte für die Glaubwürdigkeit ohne die ein ÖR-System aufgeschmissen wäre.Ich möchte manche hören,wenn die Quoten der Tagesschau unter 3 Millionen sinken würde.Da wäre der Zusammenhang sofort da.

Dein Fisch-Vergleich erscheint mir merkwürdig...

Ich sehe das eher so:
Wenn der Ruf der S-Klasse einer bestimmten Automarke aus Stuttgart ruiniert würde,hätten sie auch Schwierigkeiten mit ihren anderen Modellen.

Das bei den ÖR manches schief läuft habe ich nie bestritten.Und natürlich müssen sie aufpassen das sie ihre Glaubwürdigkeit nicht verspielen.Es gab da Beispiele in letzter Zeit (z.B.gefakter Beitrag bei Aktenzeichen XY) wo es einem graust.

von UM74 - am 24.12.2017 23:55
Momentan gibt es den Trend alles im Medienbereich in Frage zu stellen. ARD & ZDF kann weg, die Landesmedienanstalten können weg. Die Tagespresse zieht sich aus der Fläche freiwillig zurück, weil angeblich nicht mehr finanzierbar und die Auflagen sinken. Die Frage sollte lauten, wer profitiert davon? Bis jetzt haben uns viele Länder um unser System beneidet.

Schaut man sich die Anzahl der Streaming-Sessions bei dem öffentlich-rechtlichen Hörfunk an, dann stehen die ARD-Anstalten nicht schlecht dar:
http://www.radiowoche.de/ma-2017-audio-iv-1live-wieder-vor-swr3/

Auch im Vergleich ARD-Sender und Privatfunk ist der Unterschied nicht so groß:
http://www.radioszene.de/wp-content/uploads/2017/10/ma-2017-Audio_Pressetabellen.pdf

Also noch einmal die Frage, was soll die Reduzierung bringen. Das teuerste in der Berichterstattung sind die Regionalnachrichten. Bei den großen TV-Show mit internationalen Stars kann die ARD jetzt schon nicht mithalten, weil sie nach 20 Uhr keine Werbung ausstrahlen darf und ihr damit ein Baustein der Refinanzierung wegfällt.

Die Berichterstattung der Privaten wird doch nicht besser, wenn man ARD und ZDF abschafft. Die Menschen werden doch nicht ein Zeitungsabo abschließen, wenn alle plötzlich 17,50 Euro mehr im Monat in der Tasche haben. Für 17,50 Euro erhalten sie die Zeitung nur 3 Wochen und nicht einen Monat. Einerseits wollen die Menschen sich die 17,50 Euro sparen, anderseits erwarten sie, dass bei jedem Pups, den sie von sich geben, der Pressefotograf auf Türschwelle steht und die Menschen ablichtet und bei großen Events die ARD mit ihren Reportern vorfährt. Die Vorstellungen einiger Menschen und die Realität liegen Meilenweit auseinander.

Erklärt doch mal woher die Idee kommt, alles Niederreißen zu wollen, wen ein Sandkorn im Getriebe ist. Woher kommt die Idee alles reduzieren zu wollen, wenn mal aufgedeckt wird, dass irgendwo ein Fehler passiert ist. Wenn man dieses Prinzip stets verfolgt, dann bleibt am Ende nichts mehr übrig. Wer dieses Bestreben ständig hegt, kann nach Syrien gehen, dort ist an einigen Orten nichts mehr übrig.

von Seltener Besucher - am 25.12.2017 02:02
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Für die Mittelalten wird fast gar nichts an Musik gesendet, nur mal was von 3Sat und Arte, gelegentlich. Die Mittelalten sollen auch die Einser-Radioprogramme hören, das ist mir aber mit ausgelutschten, seichten Oldies viel zu langweilig, viel zu kleine Playlist. Bin ich einfach nur zu anspuchsvoll, wieso gibt's keine Unterhaltungsprogramme ähnlich wie hr3 in den 80igern war?


Dem kann ich nur zustimmen! :spos:
Die Einstellung von ZDF Kultur kann ich nach wie vor nicht nachvollziehen - und wenn ich mir ansehe in welche Richtung sich der Bayerische Rundfunk gerade mit seinen Radioprogrammen bewegt...
Ich finde das eigentlich nur noch absolut peinlich wie man versucht die private Konkurrenz nachzuäffen ("Und jetzt kompakt und zuverlässig das Wetter"). Sogar Thomas Gottschalk macht sich in seiner monatlichen Show jedes mal lustig darüber und weigert sich diesen Quatsch mitzumachen. Das sollte die Verantwortlichen mal zum Nachdenken anregen. Als man bei Bayern 1 "die minutengenaue Stauzeitmessung" einführte bekam die private Konkurrenz aus Ismaning sicher einen Lachkrampf.
Ja, und die Playlist wird tagsüber auch immer kleiner und ausgelutschter, absolut nicht mehr zu ertragen. Wo soll das noch hinführen? Wollen die Hörer das tatsächlich so? Schwer vorstellbar.

von Loger - am 25.12.2017 08:51
Zitat
Felix II
Was schreibst du denn da ? Es ging weiter vorn um eine Reduzierung und nicht um eine Abschaffung. Ich denke der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen sollte dir klar sein ?


Bei den vielen Streichlisten, die hier erscheinen werden ARD und ZDF auf die Hälfte kastriert. Scheint bei einigen nur der erste Schritt zu sein. Vielleicht würdet ihr erst vergleichen und nicht nach dem Motto verfahren: ich brauche es nicht, dann kann es weg.

Niederlande: 17,0 Mio. Einwohner
NRW: 17,9 Mio. Einwohner

TV Landesweit
NPO: 3 TV-Programme, 7 Spartenprogramme
vs.
NRW: 1 TV-Programm für NRW (WDR Fernsehen), 1/8 TV-Programme (1/16 Das Erste + 1/16 ZDF)
Spartenprogramme: 9/16 Programme von ARD und ZDF

TV Regional:
NPO: 12 Regionalprogramme unterschiedlicher Länge, die kürzesten wie beim WDR, andere mehrere Stunden am Tag
WDR: 11 Fensterprogramme von 30 Min. + 10 Min. (nur montags bis freitags)

NRW hat keinen Auslandssender, auch in dem Fall nur 1/16!

Hörfunk:
NPO: 13 landesweite Programme und 12 Regionalprogramme
WDR: 7 Programme + 1 Programm in Kooperation mit Radio Bremen und RBB + 1 WDR Event das nur sporadisch sendet


Ich versuche auch mal den Vergleich mit Polen:
Polen: 38 Mio. Einwohner
Deutschland: 83 Mio. Einwohner

TVP: 2 landesweite Programme, 16 Regionalprogramme und 8 Spartenprogramm + 1 im Internet
ARD & ZDF: 2 bundesweite Programme, 9 Regionalprogramme und 9 Spartenprogramme + 1 im Internet

Hörfunk:
BR: 9 Programme
hr: 6 Programme
mdr: 8 Programme
ndr: 8 Programme
rb: 4 Programme
SR: 5 Programme
SWR: 6 Programme
WDR: 8 Programme
RBB: 6 Programme
DRadio: 3 Programme
64 Programme

Es gab 288 private Hörfunkprogramme im Jahr 2016 in Deutschland (Quelle: VPRT)

Vergleich zu Polen:
Polskie Radio:
Landesweit: 7 Programme
Regional: 17 Regionalprogramme, 6 Stadtsender und 3 Regionalsender
33 Programme + 48 Spartensender nur im Internet

Zieht man den Bevölkerungsanteil als Maß zum Vergleich heran, ist die ARD im Vergleich zu den Nachbarn unterrepräsentiert und bietet ein kleineres Angebot an als teilweise kleinere oder ärmere Länder an.

von Seltener Besucher - am 25.12.2017 12:50
@ UM74

Zitat

Dein Fisch-Vergleich erscheint mir merkwürdig...


Dann eben dein S-Klasse-Vergleich. Der Erfolg der S-Klasse repräsentiert noch lange nicht den Erfolg des ganzen Konzerns, der dahinter steht oder gar, wie weltweit die Akzeptanz dieses Konzerns ist.

Misst man die Akzeptanz der Öffentlich-Rechtlichen insgesamt nur an der 15-minütigen Tagesschau, dann könnte man im Umkehrschluss das Programm der Öffentlich-Rechtlichen auf einen einzigen Tagesschau-Kanal reduzieren. Wäre also Unsinn.


Zitat

Und natürlich müssen sie aufpassen das sie ihre Glaubwürdigkeit nicht verspielen.


Selbstverständlich. Aber selbst die gläubwürdigste Tagesschau wird nichts daran ändern, dass die unzähligen "Rentner-Krimis" und "Silbereisens" nur ältere Generationen anlocken. Hätte die Tagesschau den Stellenwert, den du beschreibst, dann wären die Durchschnittsalter der Zuschauerzahlen bei den Öffentlich-Rechtlichen insgesamt deutlich niedriger.



@ Seltener Besucher

Zitat

Also noch einmal die Frage, was soll die Reduzierung bringen.


Eine Vermeidung der Erhöhung der Haushaltsabgabe. Sicherlich kann man sich über ein paar Euro mehr im Monat streiten. Die einen juckt es kaum, andere gehen auf die Barrikaden. Durch dieses Finanzierungsmodell der "Zwangsabgabe" haben sich die Öffentlich-Rechtlichen nunmal zur Zielscheibe gemacht.

Mit dem alten Modell der Rundfunkgebühr konnte man noch so argumentieren, dass jene, die zahlen, auch hinter den Öffentlich-Rechtlichen stehen. Durch die gezwungenermaßen zu zahlende Haushaltsabgabe wird eben nun von vielen Seiten sehr argwöhnisch geschaut, was die Öffentlich-Rechtlichen mit ihren steuerähnlichen Einnahmen genau machen. Erstrecht, wenn es darum geht, diese Haushaltsabgabe noch zu erhöhen.


Zitat

Bei den großen TV-Show mit internationalen Stars kann die ARD jetzt schon nicht mithalten, weil sie nach 20 Uhr keine Werbung ausstrahlen darf und ihr damit ein Baustein der Refinanzierung wegfällt.


Sind diese Samstag-Abend-Shows, bei der die ganze Familie wie in den 1970ern gemeinsam vor dem Fernseher hockt, überhaupt noch gefragt oder hat sich das nicht schon längst abgelutscht? Der Medienkonsum ist zwischen den Generationen doch so unterschiedlich, dass kaum noch die ganze Familie zusammen ein Programm gemeinsam schaut. Auch ohne diese Samstag-Abend-Shows könnte die ARD schon viel reißen, wenn sie in der Prime-Time statt Silbereisen, "Rentner-Krimis" oder Schnulzenfilmen für die "reiferen Frauen" mal die Blockbuster zeigen würde, die dann nachts um 1 Uhr laufen.


Zitat

Die Menschen werden doch nicht ein Zeitungsabo abschließen, wenn alle plötzlich 17,50 Euro mehr im Monat in der Tasche haben.


Mit der gedruckten Presse ist das auch so ein Ding. Dass da die Politik noch nicht auf die Idee gekommen ist, den gegenwärtigen Stand mit der gedruckten Zeitung durch eine Haushaltsabgabe "einzufrieren" und jedem ein Zeitungsabo "zum Schutz der Demokratie" vorzuschreiben.

von Kay B - am 25.12.2017 15:55
Zitat
Kay B
@ UM74

Zitat

Dein Fisch-Vergleich erscheint mir merkwürdig...


Dann eben dein S-Klasse-Vergleich. Der Erfolg der S-Klasse repräsentiert noch lange nicht den Erfolg des ganzen Konzerns, der dahinter steht oder gar, wie weltweit die Akzeptanz dieses Konzerns ist.


Nicht alleine,aber sehr wichtig.Du kannst ja mal in Stuttgart anrufen und fragen,warum man so viel Geld und Know how in die S-Klasse steckt...Ist eben das Vorzeigeprodukt.

Zitat

Misst man die Akzeptanz der Öffentlich-Rechtlichen insgesamt nur an der 15-minütigen Tagesschau, dann könnte man im Umkehrschluss das Programm der Öffentlich-Rechtlichen auf einen einzigen Tagesschau-Kanal reduzieren. Wäre also Unsinn.


Wie schon wiederholt gesagt: Die Tagesschau ist zweifellos die wichtigste Marke der ÖR in D.Ihr Erfolg strahlt auf das ganze System aus.Die Akzeptanz der ÖR misst man nicht nur an der Tagesschau,aber sie ist ein elementarer Einzelbaustein.Und im normalen Tagesprogramm des "Ersten" taucht die Tagesschau alleine 10x auf (ohne Tagesthemen und Morgenmagazin).

Zitat

Selbstverständlich. Aber selbst die gläubwürdigste Tagesschau wird nichts daran ändern, dass die unzähligen "Rentner-Krimis" und "Silbereisens" nur ältere Generationen anlocken. Hätte die Tagesschau den Stellenwert, den du beschreibst, dann wären die Durchschnittsalter der Zuschauerzahlen bei den Öffentlich-Rechtlichen insgesamt deutlich niedriger.

Ich bin bestimmt kein Krimi-Freund,aber die dt.Zuschauer sind offensichtlich verrückt danach.Ich kenne Krimis die am Sonntagabend sämtlichen Shows oder Spielfilme in ZDF und Privatsendern quotenmässig keine Chance lassen,auch bei den jüngeren Zuschauern.

Manchmal frage ich mich auch,wenn die Zuschauer endlich mal genug von den Krimis im Fernsehen haben.Aber noch scheint es nicht so weit zu sein.Und das beileibe nicht nur bei den Rentnern.

Und im Vergleich zu früher ist der Anteil der "Silbereisen-Volksmusik" im Programm deutlich zurück gegangen.Hr.Silbereisen kommt jetzt noch 4-5 mal im Jahr im,Ersten.Das sollte man aushalten.

von UM74 - am 25.12.2017 18:34
Wie ist denn die Altersverteilung in der Gesellschaft? ;-) Schaut euch mal die Quoten an, die echten und nicht nur die von 14-49*

Davon ab: Ich finde locker 80% der Öffiprogramme überflüssig. Andere Menschen aber nicht. Und daher freue ich mich doch über die 20%, die mir gefallen. Einfach das Wegstreichen, was einem gefällt funktioniert nicht. Würde das jeder tun, dann wären wir bei dem oben genannten nichts.

Edit:
* http://m.quotenmeter.de/mn/97477/der-tv-markt-im-november-zdf-dominiert-immer-klarer-prosieben-knackt-die-zehn-prozent

November 2017:
ZDF 13,5%
Das Erste 11,3%
RTL 9,0%
Sat.1 6,6%
VOX 5,2%
Pro7 4,8%

Eindeutig, oder? ;-)

von Japhi - am 25.12.2017 20:42
Zitat
Kay B
@ UM74

Zitat

Ich kenne Krimis die am Sonntagabend sämtlichen Shows oder Spielfilme in ZDF und Privatsendern quotenmässig keine Chance lassen,auch bei den jüngeren Zuschauern.


Auch wenn du die Beispiele nicht verrätst, scheinen sie trotzdem am Durchschnittsalter der Zuschauer öffentlich-rechtlicher Programme insgesamt nicht besonders viel zu ändern.


Die Beispiele für die Krimis am Sonntagabend kennt jeder hier,auch ohne Namensnennung.

In einem Land indem die Bevölkerung das zweithöchste Durschnittsalter der Welt hat,haben auch die ÖR,die zwangsläufig auch mit eher trockenen Themen wie Politik,Kultur oder Nachrichten aufwarten, eher ein Pubikum mit höherem Durschnittsalter.

von UM74 - am 25.12.2017 22:36
Zitat
Felix II
Zitat

Scheint bei einigen nur der erste Schritt zu sein. Vielleicht würdet ihr erst vergleichen und nicht nach dem Motto verfahren: ich brauche es nicht, dann kann es weg.

interpretierst du nur selbst in das Geschriebene hinein, denn das steht da nicht...


Es ist die 100-ste Diskussion was abzuschaffen wäre. Es scheint keine anderen Themen zu geben oder einige Leute wandern vom Forum zum Forum und setzen immer das gleiche Thema erneut. Fakt ist, der Rundfunkbeitrag ist schon von 17,98 € auf 17,50 € gesunken und die Öffentlich-Rechtlichen setzen seit Jahren den Rotstift beim Personal und der Produktion an.

Für 17,50 € komme ich nur einmal ins Kino rein und das völlig allein, im Theater bekomme ich für das Geld nur einen mittelmäßigen Platz und ein Zeitungsabonnement der Regionalzeitung kann ich mir nur drei Wochen leisten, die F.A.Z oder die SZ kosten über 60 Euro im Monat. Dann habe ich nur ein Medium. Das Versprechen die Privaten könnten genauso gutes Programm anbieten haben sie weder im Hörfunk noch im Fernsehen eingelöst.

Ich kann mich nur Japhi anschließen, ich habe keinen Fernseher und von den ARD-Hörfunkprogrammen nutze ich regelmäßig nur drei Wortwellen. Trotzdem sehe ich den gesellschaftlichen Mehrwert und wie wichtig das Fernsehprogramm für meine Nachbarn ist, für sie ist es das Fenster zu Welt.

von Seltener Besucher - am 25.12.2017 23:28
Zitat
Kay B
Zitat

Also noch einmal die Frage, was soll die Reduzierung bringen.

Eine Vermeidung der Erhöhung der Haushaltsabgabe. Sicherlich kann man sich über ein paar Euro mehr im Monat streiten. Die einen juckt es kaum, andere gehen auf die Barrikaden. Durch dieses Finanzierungsmodell der "Zwangsabgabe" haben sich die Öffentlich-Rechtlichen nunmal zur Zielscheibe gemacht.


In 13 Jahren ist der Preis für ARD und ZDF um 2,75 % gestiegen. Strom pro Kilowattstunde kostet mich 25 % mehr als 2005 aber nur weil ich ständig den Anbieter wechsle. Im gleichen Zeitraum ist der Preis für mein ÖPNV-Ticket um 56 % gestiegen. Der Preis für Butter hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Macht es tatsächlich Sinn über 2,75 % bei ARD und ZDF zu diskutieren statt mal zu schauen, wo es sonst ein Optimierungspotential gibt? Viele Menschen haben den Stromanbieter noch nie gewechselt. Die Deutsche Post Telekom und später die Deutsche Telekom war Jahrzehnte davon überzeigt, dass die Kunden keine Internet- und auch keine Telefon-Flatrate haben wollen. Die Diskussion um den Rundfunkbeitrag erinnert mich stark daran, dass einige glauben, wenn man alles nur nach Verbrauch abrechnet, dass es dann tatsächlich billiger wird.

GEZ war eine Zwangsabgabe, der Rundfunkbeitrag ist eine Zwangsabgabe. Wo ist der Unterschied? Sollen wieder mehr Vermeidungsmöglichkeiten geschaffen werden? In Wien gibt es eine Zwangsabgabe für den ÖPNV und die Unternehmer machen da gerne mit. Sind die vielleicht blöd?

Zitat
Kay B
Mit dem alten Modell der Rundfunkgebühr konnte man noch so argumentieren, dass jene, die zahlen, auch hinter den Öffentlich-Rechtlichen stehen. Durch die gezwungenermaßen zu zahlende Haushaltsabgabe wird eben nun von vielen Seiten sehr argwöhnisch geschaut, was die Öffentlich-Rechtlichen mit ihren steuerähnlichen Einnahmen genau machen.


Viele Vorschläge hier im Forum sind reine Streichlisten. Der Nutzen der Angebote wird nicht hinterfragt. Die Argumente sind häufig so: Ich nutze es nicht, also kann es weg.

Zitat
Kay B
Zitat

Bei den großen TV-Show mit internationalen Stars kann die ARD jetzt schon nicht mithalten, weil sie nach 20 Uhr keine Werbung ausstrahlen darf und ihr damit ein Baustein der Refinanzierung wegfällt.


Sind diese Samstag-Abend-Shows, bei der die ganze Familie wie in den 1970ern gemeinsam vor dem Fernseher hockt, überhaupt noch gefragt oder hat sich das nicht schon längst abgelutscht?


Von mir nicht. Iich mochte zuletzt noch Elsners „Wetten Dass“, den Gottschalk mochte ich noch nie und für „Bios Bahnhof“ bin ich zu jung. Ich habe diese Frage schon in Diskussionsrunden mit den Programmverantwortlichen gehört. Die Antwort war, dass die Privaten durch Produktplacement und Werbung noch internationale Stars einladen können, aber ARD und ZDF nicht mehr benötig werden, um neue Filme oder Datenträger von berühmten Musikern bekannt zu machen. Früher mussten diese in eine Fernsehshow um auf ihre neue Schallplatte aufmerksam zu machen und traten dort gerne auf. Heute wollen sie Geld für ihren Auftritt haben und ARD und ZDF fehlt die Kohle. Junge Menschen versorgen sich mit neuen Content im Internet.

von Seltener Besucher - am 26.12.2017 00:11
Zitat
Seltener Besucher


In 13 Jahren ist der Preis für ARD und ZDF um 2,75 % gestiegen. Strom pro Kilowattstunde kostet mich 25 % mehr als 2005 aber nur weil ich ständig den Anbieter wechsle. Im gleichen Zeitraum ist der Preis für mein ÖPNV-Ticket um 56 % gestiegen. Der Preis für Butter hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Macht es tatsächlich Sinn über 2,75 % bei ARD und ZDF zu diskutieren statt mal zu schauen, wo es sonst ein Optimierungspotential gibt?


Mensch, Du reimst Dir was hier zusammen.

Ja, es macht tatsaechlich Sinn darueber zu diskutieren. Zu GEZ-Zeiten kostete es knapp ueber 5 Euro im Monat, wenn man nur ein Radio hatte, und wirklich keinen Fernseher. Die Zahlung war quartalsweise, um die 15 Euro.

Heute gibts die GEZ in dieser Art nicht, auch die Wahl zwischen Radio und Fernshen gibts auch nicht mehr. Die Preise schnellten in meinem Fall nun von 5 Euro auf 17.50 Euro hoch, also mehr als das Dreifache!. Von 2,75 % kann kaum die Rede sein. Und nein, nicht "jeder hat Fernsehen".

Fernsehen habe ich immer noch nicht, zahlen muss ich dennoch viel, fuer etwas was ich schlicht und ergreifend nicht will und nie will. Oft haette ich einfach keine Zeit dafuer.

Religionsfreiheit gibts zwar, meine Kirchensteuer geht auch an jene Kirche, derer ich angehoere, und ja, ich kann sogar austreten, wenn ich will. Beim Fernshen geht das alles nicht, es ist Zwang.

Und, nein Rundfunk ist keine Solidaritaet, wie die gesetzliche Krankenversicherung oder die Rente.

von 102.1 - am 26.12.2017 16:20
Zitat

ARD & ZDF kann weg, die Landesmedienanstalten können weg.


Die ARD soll doch bitte bleiben und gestärkt werden, aber das ZDF kann als gebührenfinanzierter Sender weg. Der Meinung bin ich. Was rechtfertigt das ZDF als gebührenfinanzierter Sender ? Welche Aufgabe nimmt das ZDF wahr, die die ARD Anstalten nicht wahrnehmen / wahrnehmen können ?

Sehr vielen in der Diskussion geht es nicht um die Abschaffung des ÖR und auch nicht um die Einstellung von Inhalten.
Sondern um die Ausgestaltung des Systems. Man muss ein System, das im Jahr über 8 Milliarden Euro kostet schon hinterfragen dürfen. Was kostet es, was leistet es.
Nicht mit dem Ziel es abzuschaffen, sondern es intelligent zu reformieren und damit langfristig auf eine breite Akzeptanzbasis zu stellen.
Das ist meines Erachtens wohlwollender gegenüber dem ÖR, weil es ihm langfristig die Existenz sichert, als ständig zu sagen: es muss doch alles genauso bleiben wie es ist. Nichts darf sich ändern, jede Änderung ist schlecht. Das ist starr - und gefährdet den ÖR wesentlich mehr, als ihn zu reformieren.

von Terranus - am 26.12.2017 17:37
@ UM74

Zitat

Die Beispiele für die Krimis am Sonntagabend kennt jeder hier,auch ohne Namensnennung.


Genaue Bezeichnungen und Zahlen wären aber trotzdem nicht schlecht.


Zitat

In einem Land indem die Bevölkerung das zweithöchste Durschnittsalter der Welt hat,haben auch die ÖR,die zwangsläufig auch mit eher trockenen Themen wie Politik,Kultur oder Nachrichten aufwarten, eher ein Pubikum mit höherem Durschnittsalter.


Schön und gut. Wie sieht es aber mit den heranwachsenden Generationen aus? Haben die überhaupt noch eine so hohe Bindung an die Öffentlich-Rechtlichen und an lineares Radio und Fernsehen allgemein, sodass die Programmzahl zementiert werden muss?



@ Seltener Besucher

Zitat

Strom pro Kilowattstunde kostet mich 25 % mehr als 2005 aber nur weil ich ständig den Anbieter wechsle. Im gleichen Zeitraum ist der Preis für mein ÖPNV-Ticket um 56 % gestiegen.


Hier herrscht kein rechtlich festgelegter Zwang, diese Angebote zu nutzen und zu bezahlen.


Zitat

Macht es tatsächlich Sinn über 2,75 % bei ARD und ZDF zu diskutieren statt mal zu schauen, wo es sonst ein Optimierungspotential gibt?


Das kann jeder für sich entscheiden.


Zitat

GEZ war eine Zwangsabgabe, der Rundfunkbeitrag ist eine Zwangsabgabe.


Wer Radio oder Fernsehen nicht nutzte, wurde zu keiner Abgabe gezwungen.


Zitat

In Wien gibt es eine Zwangsabgabe für den ÖPNV und die Unternehmer machen da gerne mit. Sind die vielleicht blöd?


Wer behauptet hier, daß jemand blöd sei? Man kann es für gut befinden, wenn Menschen zu irgendetwas gezwungen werden. Andere befinden es halt nicht für gut.


Zitat

Viele Vorschläge hier im Forum sind reine Streichlisten. Der Nutzen der Angebote wird nicht hinterfragt. Die Argumente sind häufig so: Ich nutze es nicht, also kann es weg.


Habe ich das hier irgendwo geschrieben, daß ich das Program x nicht nutze und es deshalb abgeschafft werden sollte? Bitte keine Unterstellungen. Ich bin einfach nur der Meinung, dass Doppelt- und Mehrfachangebote seitens der Öffentlich-Rechtlichen zusammengefasst werden sollten, anstatt dass jede Anstalt nochmal das produziert, was die anderen Anstalten auch schon produzieren.

Auch ist es meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß, dass es mit der ARD, dem ZDF und den Deutschlandradios drei unabhängige öffentlich-rechtliche Anstalten mit eigenen Intendanten, eigenem Verwaltungsapparaten, eigenen Korrespondentennetzen usw. geben muss.

Einsparpotential wäre meiner Meinung nach noch vorhanden durch die Zusammenfassung der ARD, des ZDF und der Deutschlandradios in einer Anstalt und die Zusammenfassung inhaltlich gleicher Programme.


Zitat

Junge Menschen versorgen sich mit neuen Content im Internet.


Eben. Deswegen sollte man auf die Zementierung der linearen Angebote nicht beharren.

von Kay B - am 26.12.2017 17:59
@Kay B

OK,wenn du meinst...

Der ARD-"Rentner-Krimi" schlägt wieder zu...;)

http://www.t-online.de/unterhaltung/tv/id_80674046/-tatort-einschaltquoten-lassen-the-voice-kids-alt-aussehen.html

https://www.gala.de/lifestyle/film-tv-musik/tatort-erneut-eine-top-quote-fuer-muensteraner-duo-21476838.html

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ard-tatort-stau-folge-aus-stuttgart-holt-bestwerte-bei-quote.1145e276-9042-4e8d-875a-ff3c66e22e79.html

http://www.faz.net/aktuell/sport/confed-cup-finale-mit-tv-top-quote-im-sportjahr-2017-15349727.html

Diese Liste lässt sich fast beliebig verlängern...


Bei den jungen hat Fernsehen nicht mehr den Stellenwert wie bei vorausgehenden Generationen,wird aber deshalb kaum verschwinden.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/fernsehgewohnheiten-berieseln-lassen-ist-auch-ganz-nett-15103228.html

Und wie gesagt,es wurden bereits 2 ÖR-TV-Angebote eingestellt und "Funk" bemüht sich um die junge Zielgruppe.

von UM74 - am 26.12.2017 21:44
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