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[KW] DXing heute. Welch ein Schock

Startbeitrag von Th.Baier am 06.11.2016 19:11

Hallo. Vor Tagen habe ich auf einer Baustelle ein Baustellenradio gesehen und staunte nicht schlecht - Ein Satellit 700. So weit ist es also schon gekommen, dachte ich... Lange Rade, für paar Euro kaufte ich das Gerät dem Bauherren ab, reinigte es und seither habe ich mein altes Hobby wieder entdeckt. Ich habe ja gewusst, dass die MW in Deutschland abgeschaltet ist, auch wusste ich, dass große Stationen nicht mehr auf KW senden, aber dass es so tot ist hätte ich niemals gedacht. Welch ein Schock. Heute Morgen 05:30 UTC Radio Kuba reinbekommen, paar Sender aus dem Islamischen Raum im 31er Band und zwei, drei Sender im Europaband.
Ähnliches am Vorabend 17:30 UTC. 75mtr Band - eine Stadion, 60 mtr auch, sieben (!!) Stationen im 49 mtr Band, drei im 41 mtr Band und eine im 31 mtr Band.

Gut, wir haben zwar noch Sonnenfleckenmaximum, doch die Sonne hat einen extrem schlechten Zyklus. Waren es bis vor Jahren 150 bis 200 Sonnenflecken, sind es derzeit nur noch knapp 70. Sagt das Internet.

Jedenfalls werde ich mir wieder die Sony AN-1 zulegen und mir S&F 2017 zulegen. Alte Liebe rostet nicht. Wollte mich halt mal wieder melden (Keine Ahnung wer mich hier noch kennt?) Grüße aus dem Saarland. Th. Baier

Antworten:

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Es stimmt schon, dass die Anzahl der in Europa empfangbaren Auslandsdienste auf Kurzwelle abgenommen hat.

Heutzutage ist zumindest nahezu jederzeit eine Sendung von Radio China International empfangbar, auf Chinesisch oder in einer der dutzenden Fremdsprachen. Abends sind die Sendungen von KBS World Radio aus Südkorea und Radio Taiwan International gut über die Relaisstation Wooferton (Großbritannien) zu empfangen. Direktsendungen aus dem asiatischen Raum gibt es von der Stimme Vietnams sowie der nordkoreanischen Stimme Koreas.

Der Sendeplan der Stimme der Islamischen Republik Iran (u. a. auch auf Deutsch) wurde Ende März 2016 etwas eingeschränkt, zudem weisen die KW-Sendungen eine etwas leise Modulation auf. Die Stimme der Türkei ist sowohl auf Türkisch als auch in mehreren Fremdsprachen (u. a. Deutsch) täglich zu hören.

Radio Tirana aus Albanien sendet auch weiterhin auf der Kurzwelle (abends auch auf Deutsch), allerdings sind die Ausstrahlungen aufgrund eines Senderdefekts mit einem starken Brummton überlagert, welcher die Verständlichkeit stark beeinträchtigt. Radio Vatikan sendet noch ausgewählte Sendungen via Kurzwelle u. a. auch für Europa, allerdings wird der KW-Betrieb wahrscheinlich demnächst beendet.

Die Stimme Griechenlands sendet auch weiterhin mehrere Stunden am Tag auf der KW (sowohl morgens als auch abends/nachts) auf Griechisch sowie morgens mehrere Nachrichtenblöcke in Fremdsprachen. Eingesetzt werden die Frequenzen 9420 kHz sowie entweder 9935 kHz oder 11645 kHz als Zweitfrequenz. Radio Österreich International lebt als morgendliche Übernahme des Ö1-Morgenmagazins von 7:00-8:20 MEZ auf 6155 kHz via Moosbrunn (Zielgebiet: Europa) weiter. Dabei werden die Sendungen mit dem Jingle von RÖI (6:59-7:00 MESZ) eingeleitet! :xcool:

Einige Auslandsdienste nehmen die Dienste des Shortwaveservice in Anspruch, um ihre (deutschsprachigen) Auslandssendungen weiterhin in (Mittel-)Europa auf KW zu verbreiten, derzeit u. a. der Schweizer Rundfunk SRF (mit Übernahmen des Inlandsdienstes) sowie Radio Slowakei International, Polskie Radio, Radio Belarus, Radio Bulgarien und Voice of Mongolia (auf Englisch).

Die BBC, RFI, die Deutsche Welle sowie Radio Exterior de España senden nur noch für außereuropäische Zielgebiete auf der Kurzwelle, insbesondere für Afrika und (Süd-)Asien bzw. im Falle der Sendungen aus Spanien für die Seefahrt.


In europaweit (und sogar darüber hinaus) einzigartiger Weise ist der Auslandsdienst des Rumänischen Rundfunks, Radio Rumänien International (RRI), nach wie vor ohne jegliche Einschränkung auf der Kurzwelle präsent. Sendungen des rumäischsprachigen 24h-Kanals werden im Umfang von 10 Stunden täglich auf KW ausgestrahlt, hinzu kommt die KW-Aussendung aller fremdsprachigen Programme (auf Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Serbisch, Spanisch, Ukrainisch sowie im aromuischen Dialekt) mehrmals täglich.
Die drei eingesetzten Sendeanlagen (Galbeni, Săftica, Țigănești) wurden erst 2008 überholt und mit moderner Sendetechnik des amerikanischen Herstellers Continental Electronics ausgestattet. Auch im Bereich des digitalen KW-Rundfunks zeigt man großes Engagement: Bislang gab es täglich 7,5 DRM-Stunden aus Rumänien, mit Beginn der Winterperiode 2016/17 sind es 10,5 DRM-Stunden. Neben RRI sendet nur noch die BBC einige wenige Sendungen sowie der indische Auslandsdienst All India Radio (AIR) DRM-Sendungen auf KW im Regelbetrieb. Ansonsten wird die digitale Kurzwelle - abgesehen von einigen Testausstrahlungen (z. B. von RFI) - derzeit nur von Radio Neuseeland International zur Übertragung von Programmen an Partnerstationen im Pazifik verwendet.
Hier der aktuelle KW-Sendeplan von Radio Rumänien International, gültig im Zeitraum 30.10.2016 - 25.03.2017, als PDF-Dokument: KLICK!



Das Bild zeigt die Sendestation Țigănești, über die Programme von Radio Rumänien International ausgestrahlt werden.

von Felsberg - am 06.11.2016 20:53

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Im 49m-Band gibt es erfreulicherweise regelmäßige Sendungen aus Deutschland auf 6005 kHz, 6070 kHz und 6150 kHz. Einfach mal tagsüber reinhören.
Ansonsten sieht es aber auf den AM-Bereichen zunehmend schlecht aus, das stimmt. Dafür, dass wir uns im Jahr 2016 befinden, finde ich die Senderauswahl z.B. auf Langwelle trotzdem noch beachtlich.

von ScheichManfred - am 06.11.2016 21:44

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Und die 6085 aus der Eifel nicht zu vergessen:)

von DJ Taifun - am 06.11.2016 21:56

Re: DXing heute. Welch ein Schock

LW: Es ist aber vom Standort abhängig. Tagsüber ist auf LW "nur" 2 Franzosen und die BBC empfangbar. Immerhin noch! Auf MW gehen bei Einbruch der Dunkelheit eine ganze Menge Sender, wo sich das Abscannen lohnt. Ich sehe es eher als Vorteil, da man nun "im Dunkeln" Radiostationen hören kann, die man sonst nicht hören konnte. KW ist wie hier schon erwähnt interessanter geworden. Tagsüber gehen einige Sender sogar recht gut (mobil).

von pfennigfuchser - am 07.11.2016 06:43

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Nachts ist auf Mittelwelle immernoch jede Frequenz belegt. Nur nicht jede 4-fach oder 5-fach, sondern ganz wenige auch störenden Hintergrund und viele nur 2-fach.
Auf LW ist tags auch noch einiges zu hören: Rumänien, Frankreich, Luxemburg, Tschechien, Polen...

Das Sonnenfleckenmaximum haben wir übrigens vor ca. 3 Jahren gehabt. Die gemittelte Sonnenfleckenrelativzahl pendelt in letzter Zeit bei 25, der Flux bei unter 90. Im Maximum waren es deutlich höhere Werte, aber weit unter dem vorigen Zyklus:
http://www.solarham.net/averages.htm

von DH0GHU - am 07.11.2016 07:12

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Zitat
Th. Baier
dass große Stationen nicht mehr auf KW senden, aber dass es so tot ist hätte ich niemals gedacht. Welch ein Schock. Heute Morgen 05:30 UTC Radio Kuba reinbekommen, paar Sender aus dem Islamischen Raum im 31er Band und zwei, drei Sender im Europaband.
Ähnliches am Vorabend 17:30 UTC. 75mtr Band - eine Stadion, 60 mtr auch, sieben (!!) Stationen im 49 mtr Band, drei im 41 mtr Band und eine im 31 mtr Band.

Montagsgerät aus der Portugal-Fertigung erwischt?
1 x neu abgleichen bitte ;)
Meiner war auch bereits ab Werk taub...

von iro - am 07.11.2016 08:41

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Zitat
iro
Zitat
Th. Baier
dass große Stationen nicht mehr auf KW senden, aber dass es so tot ist hätte ich niemals gedacht. Welch ein Schock. Heute Morgen 05:30 UTC Radio Kuba reinbekommen, paar Sender aus dem Islamischen Raum im 31er Band und zwei, drei Sender im Europaband.
Ähnliches am Vorabend 17:30 UTC. 75mtr Band - eine Stadion, 60 mtr auch, sieben (!!) Stationen im 49 mtr Band, drei im 41 mtr Band und eine im 31 mtr Band.

Montagsgerät aus der Portugal-Fertigung erwischt?
1 x neu abgleichen bitte ;)
Meiner war auch bereits ab Werk taub...


Sind die Sat700 denn nicht alle in Portugal gefertigt worden? Wo noch außer Portugal?

von Florian-L - am 07.11.2016 09:56

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Zitat
Florian-L
Zitat
iro
Zitat
Th. Baier
dass große Stationen nicht mehr auf KW senden, aber dass es so tot ist hätte ich niemals gedacht. Welch ein Schock. Heute Morgen 05:30 UTC Radio Kuba reinbekommen, paar Sender aus dem Islamischen Raum im 31er Band und zwei, drei Sender im Europaband.
Ähnliches am Vorabend 17:30 UTC. 75mtr Band - eine Stadion, 60 mtr auch, sieben (!!) Stationen im 49 mtr Band, drei im 41 mtr Band und eine im 31 mtr Band.

Montagsgerät aus der Portugal-Fertigung erwischt?
1 x neu abgleichen bitte ;)
Meiner war auch bereits ab Werk taub...


Sind die Sat700 denn nicht alle in Portugal gefertigt worden? Wo noch außer Portugal?

Weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß das am Typenschild erkennbar sein soll und meiner der unabgeglichenste Sat700 ist, der das Werk verlassen hat...
Nach dem Neuabgleich war das dann ein ganz anderes Gerät.

von iro - am 07.11.2016 10:09

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Guten Morgen,

nach rund 20 Jahren muss JEDES Radio vollständig durchgeprüft und natürlich neu abgeglichen werden. Das gilt nicht nur für Baustellenradios ;-)

Gruß aus der Radiowerkstatt
Jürgen Martens

von Jürgen Martens - am 07.11.2016 10:26

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Ich hätte einen gebrauchten aber von mir nie benutzten Satellit 700 rumliegen ...

von andimik - am 07.11.2016 11:14

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Zitat
Jürgen Martens
Guten Morgen,

nach rund 20 Jahren muss JEDES Radio vollständig durchgeprüft und natürlich neu abgeglichen werden. Das gilt nicht nur für Baustellenradios ;-)

Gruß aus der Radiowerkstatt
Jürgen Martens


Das gilt aber nur für Radios mit entsprechend "billiger" (billig-Cs, Billigtrimmer, etc) und zudem alter Technik. Darüber hinaus allenfalls noch für Referenzoszillatoren, die heutzutage aber meist nicht abgleichbar sind, und darüber hinaus vor allem in den ersten Jahren altern, danach nicht mehr.

In modernen Empfängern gibts kaum bis keine Abgleichmöglichkeiten ;-) Heutzutage bekommst Du Bauteile wie Spulen und Kondensatoren mit 1% Toleranz...Statt Abgleich nimmt man dann lieber 1-2 dB Serienstreuung der betroffenen Empfängerparameter in Kauf - abgeglichen wird nur noch wenig.

von DH0GHU - am 07.11.2016 12:11

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Es ist richtig, dass in neueren Radios deutlich weniger Abgleichelemente vorhanden sind. Eine breitbandigere Auslegung des Eingangsteils
(mit Bandpässen oder auch nur einem 30 MHz-Tiefpass) erübrigt den Gleichlauf (neudeutsch: tracking)- Abgleich und wenn ein oder zwei
Spulen-ZF-Filter etwas weglaufen fällt das kaum auf.
Es gibt aber in einem Radio nicht nur Abgleichelemente, die altern oder ausfallen können, z.B. in der Mechanik oder den Bedienelementen.
Eine eingehende Überprüfung, speziell des Inneren, ist auch bei sog. "gepflegten Geräten" ein Muss für jeden Käufer von Gebrauchtgeräten.
Nach 20 Jahren muss man eigentlich froh sein, wenn Radios überhaupt noch funktionieren ;-)

von Jürgen Martens - am 07.11.2016 17:15

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Das gute Stück wurde zum Jahreswechsel 91/92 hergestellt, das sehe ich an der Seriennummer. Besitzer war die ganzen Jahre ein US-Amerikaner, der das Teil wohl nur zum Hören von US Sendern nutzte. Das sah ich an den wenigen programmierten Sendern und den kaum bzw nicht vorhandenen Abnutzungserscheinungen rund um das Tuningrad.

Irgendwie komme ich mir vor, wie einen alten Porsche fast geschenkt bekommen zu haben, aber es gibt kein Benzin mehr...Na ja, vielleicht produziert die Sonne mal wieder mehr Flecken..
vy 55, 73 Thomas

von Th.Baier - am 07.11.2016 18:10

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Früher war die Technik halt auch im Consumerbereich noch robust. Heute ist sie hochgradig fragil. Entweder es funktioniert oder es ist ganz kaputt. Dann heißt es "Reparatur lohnt nicht mehr". Mechanische Teile gibt es sowieso kaum mehr und die Elektronik ist zunehmend integriert. Diskrete Bauteile auf ein Minimum beschränkt...Bestückung kostet Zeit und damit Geld. Den schwäbischen Zustand "halber hee" gibt's also nur noch beim Menschen (vielleicht nach dem Reparaturversuch), aber nicht mehr beim Gerät. Bei den alten, robusten Geräten steht oder fällt es mit der Lieferbarkeit von Ersatzteilen. Als letzter Weg kann man dann noch aus zwei kaputten Geräten ein ganzes machen...

von Peter Schwarz - am 07.11.2016 21:38

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Ein Satellit 700 von Grundig? Ja das hatte ich auch mal. Nach ca. 3-4 Jahren war das Ding kaputt LMK tot. Lief dann nur noch auf UKW, irgendwann ist die Antenne abgebrochen und dann ist es ganz verschrottet worden.

Ein Kollege von mir hatte einenen ähnlichen Satellt (Modell weiß ich nicht mehr genau). War auch nach kurzer Zeit kaputt. Ging immer nach 5 Minuten automatisch aus. In der Fachwerkstatt hat sich jeder Mitarbeiter mal daran austoben dürfen, keiner hat es hinbekommen. :mad:

Die Fa. Grundig ist nicht ohne Grund kaputtgegangen - schlechte Qualität und immer mehr zurückhinkende Innovationen. Ich will jetzt gar nicht von meinen HIFI Komponenten Made in Portugal anfangen :kotz:

Die Erinnerung malt mit goldenem Pinsel :rolleyes:

von raeuberhotzenplotz1 - am 08.11.2016 19:13

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Och nö... meiner läuft jetzt seit den 80er Jahren. Immer noch!
Aber: ab Werk war der nicht abgeglichen und immer deutlich tauber als andere Sat700, wie ich immer wieder auf DX-Camps feststellen musste.
Nach einem aufwendigen Abgleich war der Empfang dann aber top! Für viele Jahre.
Vor ca. 4/5/6... Jahren kamen dann aber Probleme, das Display fing an zu spinnen. Jürgen Martens hat das dann in Ordnung gebracht, außerdem noch 3x110 kHz Filter für UKW eingebaut und das Gerät wieder auf Vordermann gebracht.

Ein weiteres Problem des Geräts konnte aber auch er nicht in Ordnung bringen (hat er aber auch vorher schon gesagt). Beim Batterie bzw. Akkubetrieb darf das Gerät - wenn man es denn überhaupt eingeschaltet bekommt - auf keinen Fall bewegt werden. Ansonsten verlischt das Display teilweise, der Ton geht aus, das Gerät selber aber nicht unbedingt. Vielleicht ein Haar-Riss in der Platine. Muss ich mit leben ...mal geht's, meistens aber nicht. Der Betrieb per Netzteil dagegen ist kein Problem.
Und daher schleppe ich jetzt mobilerweise neben dem Sat700 immer noch einen 12V-Bleigelakku mit herum, der dann an der Netzteilbuchse angeschlossen wird. Und mit 12V läuft er eh besser als mit 6V.

Ansonsten: alle Regler und Tasten funktionieren immer noch einwandfrei und ohne Spiel, sogar die Beschriftung auf den Tasten hält trotz vielfachen Gebrauchs bis heute.
Der silberne Schriftzug Satellit 700 ist allerdings fast komplett abgefallen... S A und T hängen da noch so rum.

von iro - am 08.11.2016 19:51

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Kurze Frage; was ist denn mit dem Hörfahrplan (Deutsch) der ADDX los? Versuchte gestern RSI (Slowakei), Radio Kairo und spät abends Radio Belarus in Deutsch zu empfangen - nichts, gar nichts.

P.S. Da wir hier noch einige Satellit 700 Freunde haben, speichert doch mal 528kHz ab, z.Bsp auf Bank1, Platz 1. Dann 1.612 kHz eintippen (kleinste KW Frequenz), anschließend 1 - Store - CL drücken und herunter Tunen. Das Gerät empfängt dann mit dem KW-Teil die Mittelwelle !! Das Pfeifen auf 1.575 ist, um ein Beispiel zu geben, dadurch komplett weg. Bei 1.575 im MW Modus hingegen bekomme ich es nicht weg.

von Th.Baier - am 09.11.2016 01:58

Re: DXing heute. Welch ein Schock

@Th.Baier: ein guter Weltempfänger auf der Baustelle und der Bauherr hat DIr freiwillig das Radio verkauft. Das bekommt man nicht alle Tage, fast wie ein großer Lottogewinn:spos:

von DJ Taifun - am 09.11.2016 19:40

Re: DXing heute. Welch ein Schock

@Felsberg. Ausgerechnet Rumänien, eins der ärmsten Länder Europas, während sich das reiche Deutschland KW nicht mehr leisten kann... tz tz tz.

PS. Was höre ich derzeit auf 3.930? Ist das Achims Free Radio?

von Th.Baier - am 13.11.2016 00:55

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Zitat
Th.Baier
@Felsberg. Ausgerechnet Rumänien, eins der ärmsten Länder Europas, während sich das reiche Deutschland KW nicht mehr leisten kann... tz tz tz.


Dies gilt auch für die anderen AM-Wellenbereiche (LW/MW): Auch dort sendet der Rumänische Rundfunk ohne Einschränkungen weiter. Die Sendeanlagen wurden im Jahre 2004 mit moderner Sendetechnik des amerikanischen Herstellers Harris ausgestattet.

Der staatliche rumänische Sendernetzbetreiber Radiocom betreibt im Auftrag der Öffentlichen Rumänischen Radiogesellschaft SRR (Societatea Română de Radiodifuziune) derzeit 41 Mittelwellen-Sender sowie 1 Langwellen-Sender folgender Leistungsklassen:

MW: 7 * 400 kW + 1 * 200 kW + 11 * 50 kW + 1 * 30 kW + 2 * 25 kW + 15 * 15 kW + 4 * 10 kW
LW: 1 * 200 kW

Folgende SRR-Programme werden über LW/MW verbreitet:
- das "Hauptprogramm" Radio România Actualități
- das Programm für die Landbevölkerung Antena Satelor ("Dorfantenne"), nahezu exklusiv über AM-Frequenzen (landesweit über LW, zusätzlich einige Mittelwellen)
- die sechs Regionalstudios Radio Timișoara, Radio Cluj, Radio Târgu Mureș, Radio Oltenia-Craiova, Radio Iași, Radio Constanța

Nachfolgend eine Übersicht der rumänischen LW-/MW-Sender. Auf der letzten Seite dieser Übersicht sind auch die privaten MW-Sender in Rumänien verzeichnet. 8 dieser insgesamt 11 Kleinsender (Sendeleistung jeweils 1 kW) strahlen das Programm des religiösen Radio Vocea Speranței aus. *** Übersicht LW/MW Rumänien ***

Zum rumänischen Langwellen-Sender gibt es auch einen Wikipedia-Artikel: Sender Bod.

In Deutschland gibt es ja auch noch einen aktiven LW-Rundfunksender :) ; die neue Sendetechnik wurde hier erst am 19. Oktober 2015 in Betrieb genommen: Wikipedia-Artikel Sender Felsberg und zugehöriger Radioeins-Artikel.

von Felsberg - am 13.11.2016 11:21

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Auf FB entdeckt:
https://www.facebook.com/groups/48638249355/permalink/10155748629019356/?comment_id=10155748762034356&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R1%22%7D

Zitat

Keith Perron: People outside of Europe might not know the German chain MediaMarkt.
I know the head of the international sales team based in Ingolstadt. Last year I asked him over lunch about shortwave radios. He told me over a 24 month period they sold 4. Not at one location. But rather 24 our of their over 900 + locations.
The other major electronics chain Saturn also sold about the same amount.
I asked him why they even have them in stock. The reason is the distributers want to get rid of them so they basically supply them free.
A few years ago Tecsun has been in talks with the Hong Kong International Airport and Changi Airport in Singapore to open a Tecsun Shop. They pulled the plug on this in 2015.
Even Taoyuan Airport here in Taiwan hasn't had any shortwave radios for almost 6 years now.


von iro - am 31.10.2017 16:47

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Wer sich ernsthaft für KW interessiert, wird sich gleich einen richtigen Empfänger kaufen, und kein 50-€-AM/UKW-Radio....

von DH0GHU - am 31.10.2017 21:14

Re: DXing heute. Welch ein Schock

...und die bekommt man gebraucht hinterhergeschmissen. Heißt aber klar: dieses vielbeschworene Publikum, welches am Strand in Rimini deutsches Radio per KW hören möchte, ist auch nicht mehr vorhanden. Es sind nur noch wenige, die die KW nicht schon längst vergessen haben.

von iro - am 01.11.2017 00:47

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Mit DAB und DVB-T2 kann man Menschen begeistern, mit AM selbst bei gutem Empfang kommt nur das es weg soll. Selbst fadendes UKW wird nicht mehr akzeptiert.

von pomnitz26 - am 01.11.2017 07:26

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Zitat
pomnitz26
Mit DAB und DVB-T2 kann man Menschen begeistern, mit AM selbst bei gutem Empfang kommt nur das es weg soll. Selbst fadendes UKW wird nicht mehr akzeptiert.


Wenn es um Radio auf KW geht würde ich jetzt nicht unbedingt DAB und DVB-T2 als Beispiel nehmen. Für Internationales Radio würde ich eher auf Sat oder Internet setzen.

von Winterkönig - am 01.11.2017 08:43

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Zitat
DH0GHU
Nachts ist auf Mittelwelle immernoch jede Frequenz belegt. Nur nicht jede 4-fach oder 5-fach, sondern ganz wenige auch störenden Hintergrund und viele nur 2-fach.

Sehe ich auch so. Für mich ist Mittelwelle hören inzwischen wieder interessanter als dies lange Zeit der Fall war. Da auf vielen Frequenzen sogar nur ein Sender hereinkommt, macht nun auch das Zuhören wieder mehr Spass, z.B. bei Radio Dechovka auf 1233 kHz.

Zitat
Jürgen Martens
nach rund 20 Jahren muss JEDES Radio vollständig durchgeprüft und natürlich neu abgeglichen werden.
Nach 20 Jahren muss man eigentlich froh sein, wenn Radios überhaupt noch funktionieren

Mein HF-225 habe ich 1995 oder 1996 als Gebrauchtgerät erworben, es hat also diese 20 Jahre schon längst hinter sich. Ich habe das Gefühl, dass dieser Empfänger immer noch einwandfrei läuft, auch kratzen keine Potis und der Drehschalter zum Einstellen der Betriebsart rastet ebenfalls problemlos ein. Was nun den Abgleich betrifft, so kann ich dies natürlich mangels geeignetem Mess-Equipment nicht überprüfen, ob der notwendig sei. Falls ja, stellt sich allerdings die Frage, wer so etwas machen könnte. Das Fachgeschäft «Funktechnik» in der Berner Länggasse, wo ich den Empfänger einst gekauft habe, existiert schon seit gut 10 Jahren nicht mehr…

von Adrian Böhlen - am 01.11.2017 08:59

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Zitat

Falls ja, stellt sich allerdings die Frage, wer so etwas machen könnte

Die Antwort liegt ganz nahe... ;) Der Jürgen Martens, den Du zitiert hast, macht genau sowas. Meinen Satellit 700 hat er auch zu meiner Zufriedenheit wieder fit gemacht.
Hier sind die Kontaktdaten: http://www.addx.de/addx/klubdienst.php

von iro - am 01.11.2017 09:55

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Zitat
iro
Die Antwort liegt ganz nahe... ;) Der Jürgen Martens, den Du zitiert hast, macht genau sowas. Meinen Satellit 700 hat er auch zu meiner Zufriedenheit wieder fit gemacht.
Hier sind die Kontaktdaten: http://www.addx.de/addx/klubdienst.php

Merci,aber da müsste ich erstmal abklären, was der zweimalige Versand (CH -> D und zurück) kostet. Der HF-225 ist ja nicht nur ein kleines Kofferradio.

von Adrian Böhlen - am 01.11.2017 10:00

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Dadurch, dass sich viele Menschen Störungen freiwillig ins Haus holen - hier spielt auch oft die Frau eine Rolle, die ein DSL-Kabel störend empfindet und lieber per Powerline vernabelt sein will - stellen sie auch fest, dass auf den AM-Bereichen scheinbar nichts mehr los ist.
Wer in NL-Nähe wohnt, hat mittlerweile eine große Auswahl. Kurzwelle ist heute ergiebiger als je zuvor, nur eben mit etwas Empfangsaufwand verbunden. Ich behaupte aber : Wer sich
für 1000 Euro ein China-Telefon kaufen kann, hat auch 1 Euro für Draht übrig !

Leider ist es so, dass der normale Hörer in Rimini am Strand eben lieber "lustige" Bilder hochlädt oder verwackelte Videos mit Grüßen an die Liebsten verschicken möchte ( früher schrieb man Postkarten ala ' wir sind gut angekommen und alles ist prima ' ). Nachrichten aus der Heimat kann sich der geneigte Hörer auch direkt per Web kommen lassen. Wo ist da für die Kurzwelle Platz ?
Der Touri wird allenfalls abends im Hotel seinen hochwertigen "BilligTec"-Weltempfänger einschalten, niedergebrummt werden und spätestens, wenn Frau Liebchen auftaucht, heisst es nur "Mach doch das Gerausche aus." Familienkrach bevorzugen ?

Der Hörer hat das Radiohören nun mal verlernt, weil er sich selbst die Probleme bereitet, die ihn am Radiohören jetzt hindern. Das nennt man auch Fortschritt. Freuen wir uns also daram, dass es auf MW und KW immer noch viel , vielleicht sogar viel mehr als früher zuhören gibt. Und wer abends eben lieber RTL schauen möchte, der soll es auch tun.

von sup2 - am 01.11.2017 11:36

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Zitat

Freuen wir uns also daram, dass es auf MW und KW immer noch viel , vielleicht sogar viel mehr als früher zuhören gibt.

Das ist ja nun definitiv NICHT so. Dem Hörer von Auslandsdiensten bleiben statt 50 nur noch ca. 10 Sender in deutscher Sprache übrig. Auch die Auswahl desjenigen, der der englischen Sprache mächtig ist, wurde mächtig ausgedünnt. Von ca. 1000 Tropenband-Sendern Anfang der 1980er Jahre sind im Jahr 2016 noch gerade einmal 138 übrig geblieben. Tendenz weiter stark sinkend.

Das einzige, was sich positiv geändert hat: die verbliebenen Stationen sind meistens weniger durch andere Sender gestört (müssen aber erstmal durch den zunehmenden lokalen Störnebel durchkommen). Das gilt vor allen für die Mittelwelle, in den Tropenbändern ist ja leider kaum wirklich interessantes mehr verblieben. Mittlerweile ist man ja schon froh, wenn man AIR oder die Chinesen empfängt...
Für Transatlantik MW-DX sind dagegen goldene Zeiten angebrochen, die wohl noch einige Jahre anhalten werden. Bis auch auf der anderen Seite des Atlantiks die Mittelwellen ausgeknipst werden...

Zitat

Wer in NL-Nähe wohnt, hat mittlerweile eine große Auswahl.
...aber NL ist nicht wirklich DX. Genausowenig wie Empfänge via Kall.

von iro - am 01.11.2017 11:56

Re: DXing heute. Welch ein Schock

Zitat
iro
...und die bekommt man gebraucht hinterhergeschmissen. Heißt aber klar: dieses vielbeschworene Publikum, welches am Strand in Rimini deutsches Radio per KW hören möchte, ist auch nicht mehr vorhanden. Es sind nur noch wenige, die die KW nicht schon längst vergessen haben.


Für die viel geliebte Bulikonferenz am Sa nachm. am Strand im Ausland...zB Italia:.

bleibt also nur WLAN am Strand, (hat da jemand Erfahrung?),

Falls das nicht geht , WLAN (oder TVSky?? Receiver mitbringen?) im Hotel,

oder aber Handy ,neuerdings ohne Roamingkosten

von satjay - am 01.11.2017 17:20
Ich habe das Thema mal um den Wellenbereich KW ergänzt, da es ja insbesondere darum geht (auf UKW beispielsweise ist ja bekanntermaßen noch recht viel Aktivität).

Viel Spaß beim weiteren Austausch! :cheers:

von NurzumSpassda - am 02.11.2017 20:09
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