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Özdemir will Radioprogamm Richtung Türkei

Startbeitrag von BadestadtFM am 07.11.2016 15:24

Zitat
satellifax.de
Cem Özdemir, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen spricht sich für ein türkischsprachiges Hörfunkprogramm aus, das von Deutschland aus Richtung Türkei gesendet wird: "Ich finde, wir müssen schauen, was können wir aus Deutschland, was können wir aus Europa tun, um Berichterstattung in türkischer Sprache für die Türkei zu verbreiten. Das haben wir ja früher auch gemacht Richtung Osten. Das halte ich für sehr wichtig, damit die Menschen in der Türkei eine Möglichkeit haben, aus anderen Informationsquellen sich zu informieren, sagte Özdemir im Deutschlandfunk.

Früher wurden für solche Ausstrahlungen in erster Linie Mittelwellensendeanlagen genutzt. Vor allem auf hohen Frequenzen wären solche Rundfunk-Ausstrahlungen abends und nachts auch in der Türkei zu hören. Allerdings sind fast alle für solche Zwecke geeignete Mittelwellen-Sendeanlagen in Deutschland inzwischen verschrottet und die Sendetürme gesprengt worden. Das Internet fällt wegen der Möglichkeit einer Zensur als Alternative aus, denkbar wäre maximal noch eine Satelliten- oder Kurzwellenverbreitung.


Wann wurden denn Mittelwellensender für Fremdsprachenprogramme genutzt? Was ist das für ein Blödsinn? Vor Urzeiten gab es mal Mittelwellensendungen des DLF über Mainflingen und Neumünster für die Nachbarländer.
Die Türkei kann man zuverlässig nur über Kurzwelle erreichen. Derartige Sendungen kann man jederzeit über Nauen aufnehmen.
Allerdings, welche Bedeutung hat denn die Kurzwelle noch in der Türkei? Würden diese Programme überhaupt gehört? :gruebel:

Antworten:

Sinn wuerde machen, in Deutschland zu produzieren, aber dies von Bulgarien aus zu senden, etwa an der Schwarzmeerkueste.

Ich weis nicht, ob diese Blaw-Knox Anlagen dort noch stehen? Bulgarien hatte an der Kueste relativ leistungsstarke Sender. Ob die heute noch sind, und wie aktuell div. Quellen im Internet zu diesen Sendern sind, weis ich nicht.

von 102.1 - am 07.11.2016 15:28
Das ist natürlich nur teilweise ("in erster Linie") Blödsinn.

DW: Cyclops/Malta, 1557 kHz, 600 kW (gut, nicht in D)

Außerdem gab es einen Mittelwellensender von RFE/RL in Valley (Holzkirchen). (ok, in Bayern, nicht in D ;) ).

von DH0GHU - am 07.11.2016 15:32
Einen Zusammenhang herzustellen zwischen in Deutschland abgebauten Sendeanlagen und der Versorgung der Türkei mit einem türkischsprachigen Programm, ist doch vollkommen abwegig.
Die wären eben nicht "für solche Zwecke geeignet". :wall:
Außerdem könnte man die Frequenzen wunderbar jammen.

von BadestadtFM - am 07.11.2016 15:35
Malta ist nicht Deutschland und das ist auch ewig her. Und von Holzkirchen bis in die Tschechoslowakei war es nicht sooo weit.

von BadestadtFM - am 07.11.2016 15:37
Das wäre ein klassischer Fall für die Deutsche Welle auf 6075kHz gewesen.

von Marc_RE - am 07.11.2016 15:51
Ist auch nach wie vor möglich. In Nauen würde man sich freuen, endlich mal wieder was zum senden.
Aber welche Bedeutung hat denn die KW noch in der Türkei? Kann das jemand einschätzen?

von BadestadtFM - am 07.11.2016 15:54
Zitat

Allerdings, welche Bedeutung hat denn die Kurzwelle noch in der Türkei? Würden diese Programme überhaupt gehört?

Welche Bedeutung wird die Kurzwelle zukünftig wieder bekommen? Könnte man genauso fragen.
Internet ist keine Option, zur Not stellt Erdogan das ja auch mal komplett ab statt nur fb/twitter/etc. zu sperren.
Und warum nur auf türkisch, warum nicht auch in einer kurdischen Sprache?
Auf Zypern/1233kHz gibt es auch noch einen starken MW-Sender, wo man sich einmieten könnte. Könnte natürlich sein, daß Erdogan daraufhin dort einmaschiert... er beansprucht jetzt ja auch schon einige griechische Inseln für sich.

von iro - am 07.11.2016 16:09
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die klassischen AM-Bereiche in der Türkei noch eine große Bedeutung haben. Auch dort hat das Internet Einzug gehalten, und Radio findet überwiegend auf UKW statt.

Befindet sich ein Land ernsthaft im Krieg (wie z.B. Syrien), mag die Situation eine andere sein, denn dann fällt gängige Infrastruktur wie Handynetze oder Internet z.T. weg, und dann sind die Leute auch aktiv auf der Suche nach alternativen Informationen. Dann könnte ich mir durchaus vorstellen, dass man über Mittel- oder Kurzwelle eine nennenswerte Zahl von Leuten erreicht, weil die Leute sich auch aktiv drum bemühen, entsprechende Geräte bereit zu halten.

Wenn ich aber nur (wie derzeit in der Türkei) einer Propaganda eine Gegenpropaganda entgegensetzen möchte, dann muss ich die Leute über die gängigen Wege erreichen, und das wäre beim Radio in erster Linie UKW und dann das Internet. Auf UKW kann man nur in Grenzgebieten was erreichen.

Vielleicht noch ein Satellitenradioprogramm? Aber wenn die - wie ich annehme - alle auf Türksat schauen, wird es da wohl auch schwierig.

von Habakukk - am 07.11.2016 16:17
Wüsste da schon nen sehr geeigneten Sender, wenn auch nicht in D....

ORS - Sender Moosbrunn

ORS - Sender Moosbrunn 2

(Es war Atemberaubend mit diesem riesigen Teil Technikgeschichte eine Runde zu drehen.)

Für Ungarn dann auch gleich ne Stunde freiräumen und Russland ebenfalls.

von Scrat - am 07.11.2016 16:18
Das einzige, ernstzunehmene Medium wäre ein attraktiver, türkischsprachiger Fersehsender via Satellit. Alles andere würde die Zielgruppe nicht erreichen.

von WellenJäger - am 07.11.2016 16:21
Zitat
WellenJäger
Das einzige, ernstzunehmene Medium wäre ein attraktiver, türkischsprachiger Fersehsender via Satellit. Alles andere würde die Zielgruppe nicht erreichen.


Wielange sind Sat-Schüsseln noch erlaubt in TR?

von Scrat - am 07.11.2016 16:22
Es wäre ein Angebot für eine Minderheit die an sowas Interesse hat und dafür auch KW nutzen würde. Für eine Massennutzung fehlt möglicher Weise die Dringlichkeit aus Sicht der Meisten.

von Zwölf - am 07.11.2016 16:24
Zitat
Scrat
Zitat
WellenJäger
Das einzige, ernstzunehmene Medium wäre ein attraktiver, türkischsprachiger Fersehsender via Satellit. Alles andere würde die Zielgruppe nicht erreichen.


Wielange sind Sat-Schüsseln noch erlaubt in TR?


Unabhängig davon sind wohl alle Schüsseln auf Türksat ausgerichtet, und darüber wird man sicherlich nie westliche Gegenpropaganda ausgestrahlt bekommen, egal ob Radio oder TV.

von Habakukk - am 07.11.2016 16:31
Es mangelt nicht an Sendekapazitäten, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man über Kurzwelle eine nennenswerte Anzahl von Hörern erreicht.

von BadestadtFM - am 07.11.2016 16:36
Zitat
102.1
Bulgarien hatte an der Kueste relativ leistungsstarke Sender. Ob die heute noch sind, und wie aktuell div. Quellen im Internet zu diesen Sendern sind, weis ich nicht.


Diese Sendeanlagen waren schon vor 15 Jahren, als die meisten noch in Betrieb waren, in einem ziemlich wartungsintensiven Zustand. Alles 30 bis 50 Jahre alt. Seit Jahren sind sie stillgelegt. Nur Vidin erhielt einen neuen Sender.

Zitat
iro
Auf Zypern/1233kHz gibt es auch noch einen starken MW-Sender, wo man sich einmieten könnte.


Diese Anlage wird für Syrien gebraucht und hat auch eine Richtantenne dafür.

von Wasat - am 07.11.2016 16:37
Zitat
Habakukk
Zitat
Scrat
Zitat
WellenJäger
Das einzige, ernstzunehmene Medium wäre ein attraktiver, türkischsprachiger Fersehsender via Satellit. Alles andere würde die Zielgruppe nicht erreichen.


Wielange sind Sat-Schüsseln noch erlaubt in TR?


Unabhängig davon sind wohl alle Schüsseln auf Türksat ausgerichtet, und darüber wird man sicherlich nie westliche Gegenpropaganda ausgestrahlt bekommen, egal ob Radio oder TV.


"Alle Schüsseln" stimmt allerdings nicht. Gerade im Osten des Landes (Kurdistan) habe ich bei den Sat-Schüsseln mindestens zwei Positionen beobachtet, von denen der Türksat (42°E) nur eine und Eutelsat (7°E) eine andere ist. Der Eutelsat Hotbird 13°E mit Kurdsat wird offenbar auch hier und da empfangen (zwei Schüsseln, Multifeeds habe ich keine gesehen). Türksat ist unter Staatskontrolle, und da werden bei der derzeitigen Hexenjagd sicher keine unabhängigen Informationen mehr geduldet. Aber bei Eutelsat sieht das anders aus.

Die Kurz- und Mittelwelle mag in der Türkei hier und da noch gehört werden, bemerkt habe ich das aber nirgends. Eine nennenswerte Zuhörer-/Zuschauerzahl ohne staatliche Einflussnahme wird man also nur noch über Satellit erreichen. Eine Sat-Schüssel sieht man auf fast allen Häusern.

73 de Uli

von ulionken - am 07.11.2016 17:42
Von den griechischen Inseln aus könnte man sehr gut auch per UKW in die Türkei senden. die Westküste könnte man damit abdecken, ein Teil der Südküste mit einem starken Sender auf Zypern. Das Binnenland müsste über MW vesorgt werden. Das könnte am besten auch von Griechenland, oder auch von Bulgarien aus erfolgen.

Trotz alledem: Die Entwicklungen in der Türkei mahnen uns, dass ein Umstieg auf IP-basierte Übertragung eine Sackgasse ist. Das Internet kann kontrolliert werden, Rundfunkwellen passieren Grenzen!

von Peter Schwarz - am 07.11.2016 18:43
Ich verstehe den Sinn überhaupt nicht. Was würde so ein Programm nützen? Pure Geldverschwendung.

von DX OberTShausen - am 07.11.2016 18:55
Je nachdem wie man so ein Programm aufzieht, könnte das auch bei deutschen Türken ganz beliebt sein.

Der Sinn eines solchen Programmes bestünde in erster Linie darin, interessierten Menschen in der Trükei die Möglichkeit zu geben sich neutral zu informieren. Ob dies über einen popuplären oder weniger populären Verbreitungsweg geschieht ist da erstmal zweitrangig; auch wenn es natürlich wünschenswert wäre von möglichst vielen Türken wahrgenommen zu werden.

von Zwölf - am 07.11.2016 19:01
Ein Seesender wieder aktivieren vor der türkischen Küste :cool: wie damal die Voice of Peace die von staatlichen Mitteln finanziert wurde, oder irre ich mich da:gruebel:

von DJ Taifun - am 07.11.2016 20:06
https://de.wikipedia.org/wiki/Voice_of_Peace

von Onkel Peter - am 07.11.2016 20:34
Die Voice of Peace war wohl privat finanziert. Außerdem dürfte es deutlich einfacher sein, Israel zu versorgen als die Türkei.
Das Schiff ins schwarze Meer zu setzen, dürfte auch keine gute Idee sein, wenn man da nochmal weg möchte. Da ist die Versorgung von außen wohl sinnvoller.

von Marc_RE - am 07.11.2016 20:42
Zitat
Marc_RE
Das wäre ein klassischer Fall für die Deutsche Welle auf 6075kHz gewesen.

Eher 9545kHz ;-) Aber natürlich ist die Mittelwelle für sowas völlig ungeeignet. Aber so wie ich das lese, kam diese Info auch nicht vom Özdemir sondern von satellifax.

von Jens1978 - am 07.11.2016 20:52
Einen Satelliten auf 42,5°O oder 41,5°O schieben und ein Paket mit Propagandasender aufschalten ... Tadaaa, schon sind die Programme im Zielgebiet mit den breiten Öffnungswinkeln der 60cm Türksatteilen zu sehen. Nicht gesetzeskonform? :joke: So sollte man heute angreifen ;-)

von Jens1978 - am 07.11.2016 20:56
Dann schau dir mal an, was da noch frei ist. Da sind jede Menge Kapazitäten für Feeds ausgewiesen.
Und im Ernstfall wird man da schnell einen Störträger setzen.

von Marc_RE - am 08.11.2016 06:41
Klar, 42°O ist ja wie bei uns 19°O, da ist das Band schon nahezu voll belegt. Der Hinweis war ja auch nicht gaaanz so ernst gemeint ;-) Aber Unruhe würde man da trotzdem so reinkriegen.

von Jens1978 - am 08.11.2016 06:52
Zitat
Peter Schwarz
Von den griechischen Inseln aus könnte man sehr gut auch per UKW in die Türkei senden. die Westküste könnte man damit abdecken, ein Teil der Südküste mit einem starken Sender auf Zypern. Das Binnenland müsste über MW vesorgt werden.


Nicht ganz ernst gemeint: UKW und TV könnten doch auch von einem Zeppelin oder einer Drohne ausgestrahlt werden. Dann würde man auch das Binnenland erreichen. Praktiziert wurde so etwas bereits, Zitat Wikipedia Radio and TV Martí:

Zitat

Seit August 2004 wurde bis Mai 2013 von einem speziell ausgerüsteten Flugzeug des Typs Lockheed C-130 gesendet, das im US-amerikanischen Luftraum flog und das Sendesignal auf UHF und VHF in Richtung Kuba abstrahlte. Aufgrund von Budgetkürzungen durch den US-Kongress wurden die Flüge jedoch eingestellt.


von Klaus Wegener - am 08.11.2016 07:55
Leute, glaubt ihr ernsthaft, in der Türkei steht noch in jedem Haushalt ein KW-Radio? Da stehen die gleichen Küchenbrüllwürfel wie bei uns. In den Autos stecken die gleichen Werksradios oder Clarions, Kenwoods und Panasonics wie bei uns.
Die Menschen dort erreicht man, sofern sie das überhaupt wollen (Erdogan hat eine große Zustimmung in der Bevölkerung!) über TV, UKW, IP und dann weit abgeschlagen Mittelwelle. Noch viel weiter dahinter kommt dann irgendwann KW.
Die nächtliche Single-Hop-Distanz auf MW beträgt maximal 3000 km. Große Teile der Türkei sind von Mitteleuropa sehr gut via MW erreichbar, aus der Mittelmeerregion natürlich viel besser. Schaut euch nur mal an, wie die Balkan-Sender hier jeden abend reinbollern. So stark wäre ein starker MW-Sender aus Mitteleuropa am schwarzen Meer ebenfalls. Natürlich ist ein MW-Sender in einem Balkanland noch besser. Ob dort aber immer die reine Lehre von Humanismus und Demokratie gepredigt würde, sei dahingestellt, wenn man an Beispiele wie Mazedonien oder Ungarn und das Verhalten vieler Ost-EU-Länder in humanistischen Fragen denkt....

von DH0GHU - am 08.11.2016 08:08
Zitat
DH0GHU
..... MW-Sender in einem Balkanland noch besser. Ob dort aber immer die reine Lehre von Humanismus und Demokratie gepredigt würde, sei dahingestellt, wenn man an Beispiele wie Mazedonien oder Ungarn und das Verhalten vieler Ost-EU-Länder in humanistischen Fragen denkt....


Dachte, das mit der reinen Lehre übernimmt dabei der Özdemir, der kennt sich damit voll aus.

von RichtungBerlinRadiohörenderSachse - am 08.11.2016 14:35
Jau, das wäre der Einsatz für den Heißluftballon, von dem dxbruelhart immer schwärmte...alles abgedeckt :joke:

von Peter Schwarz - am 08.11.2016 15:41
Aber ob der lange am Himmel bleibt?

In der Türkei ist doch auch die Bundeswehr stationiert. Die Jungs könnten bei sich doch den UKW-Sender installieren und betreiben.... :xcool:

von Klaus Wegener - am 08.11.2016 15:46
Die Forderung ist doch die nach klassischem Auslandsrundfunk. Hier ist in der Tat aus oben genannten Gründen die Mittelwelle die beste Möglichkeit, da UKW und IP einen lokalen Zugang erfordern und KW noch weniger verbreitet ist. Aber eine MW-Taste dürften bsp. fast alle Autoradios und viele KBWs haben. Von daher ist Zypern auf 1233 eine gute Möglichkeit. Vielleicht könnrn sich ja einige europäischen Anstalten wie DW, RFI etc. darauf einigen, ein gemeinsames türkisches Programm von drei oder vier Stunden zu produzieren und abends und morgens über MW auszustrahlen und zusätzlich im Netz als Podcast (vielleicht sogar via P2P-Filesharing) zur Verfügung zu stellen.

von Alqaszar - am 08.11.2016 15:46
Mag ja alles stimmen, aber nichts ist einfacher, als einen MW-Sender zu stören. Vielleicht gibt es noch DDR-Restbestände in Oberschöneweide.

von BadestadtFM - am 08.11.2016 16:02
Egal welchen Übertragungsweg man nimmt: Entweder es wird gestört, gewaltsam abgeschaltet oder keiner kriegt's mit.

von Cha - am 08.11.2016 16:08
Kurdische Rundfunkprogramme nutzen allerdings weiterhin die Kurzwelle in großem Umfang. Ganz bedeutungslos kann sie da also wohl nicht sein.
http://www.radioeins.de/programm/sendungen/medienmagazin/radio_news/beitraege/2014/denge_kurdistane.html

von Max1 - am 08.11.2016 16:11
Zitat
Cha
Egal welchen Übertragungsweg man nimmt: Entweder es wird gestört, gewaltsam abgeschaltet oder keiner kriegt's mit.


Deswegen ist es besser, ein derartiges Programmangebot gleich über mehrere Wege zu verbreiten. So kann man bei Ausfall/Störung eines Verbreitungswegs auf eine Alternative zurückgreifen. Eine gute Kombination wäre meines Erachtens Internet und Kurzwelle, und falls noch zusätzliche Mittel bereitgestellt werden können, eventuell ergänzend Mittelwelle und UKW.

Ich kann mir schon vorstellen, dass heute in der Türkei (Kurdistan einmal ausgenommen) nur wenige Menschen die Kurzwelle einschalten - ganz einfach deswegen, da es derzeit kaum Hörfunkangebote in türkischer Sprache in diesem Wellenbereich gibt. Neben religiösen Stationen sind dies die Stimme Armeniens, Radio Cairo :rolleyes:, die Stimme der Islamischen Republik Iran, Radio Saudi International sowie China Radio International.

Ein Angebot aus Deutschland bzw. Westeuropa hätte als einziges KW-Hörfunkangebot aus einem westlichen, demokratischen Land ein Alleinstellungsmerkmal und würde den einen oder anderen vielleicht sogar dazu bewegen, sich ein einfaches, günstiges Kurzwellenradio zuzulegen - sei es auch nur für den Fall, dass die Internetverbreitung des Programms eines Tages gekappt werden könnte.

von Felsberg - am 08.11.2016 16:26
Um welches Medium es sich dabei handeln soll, wird leider nicht mitgeteilt.

von BadestadtFM - am 09.11.2016 16:34
Zitat
DX OberTShausen
Ich verstehe den Sinn überhaupt nicht. Was würde so ein Programm nützen? Pure Geldverschwendung.


Der Sinn: Özdemir wollte auch mal was sagen.
Nutzen des Programms: Zweifelhaft. Aber man hätte "was gemacht".
Geldverschwendung: Na klar, aber es ist ja ncht das Geld von Özdemir.

von 2-0-8 - am 09.11.2016 20:01
Wieso Geldverschwendung? Die Türkei rutscht gerade in eine Diktatur ab mit Verboten von praktisch allen nicht regierungsnahen Medien und mit teilweiser Blockierung des Internets. Ein Radioprogramm kann solche Zensurversuche umgehen und zumindest denen helfen, die nicht nur die staatliche Propaganda hören und lesen wollen. Das bisschen Geld, das ein solches Program inklusiver technischer Verbreitung auf mehreren Wegen (Satellit, Mittelwelle, Internet) kostet, das stecken die westlichen Demokratien in Europa doch locker weg.

Hat sich denn schon mal einer überlegt, was es kosten würde, wenn sich all die derzeit politisch Verfolgten in der Türkei auf den Weg nach Nordwesten machen würden und dort um Asyl bitten würden?

73 de Uli

von ulionken - am 09.11.2016 20:45
Es gibt als Vorbild schon das European Radio for Belarus, das u.a. über Satellit sendet.

http://euroradio.by/en

Jedoch wäre die mediale Konkurrenz für ein solches Programm in der Türkei ungleich größer.

von Saarländer (aus Elm) - am 09.11.2016 21:26
Zitat
Saarländer (aus Elm)
Es gibt als Vorbild schon das European Radio for Belarus, das u.a. über Satellit sendet.

http://euroradio.by/en


Meinst Du "European Program" über Hotbird? Die haben manchmal ganz interessante Musik, aber leider furchtbare Tonqualität.

von Cha - am 10.11.2016 11:08
Nein. Dieses Programm lief zwar auch mal auf Hotbird, jetzt aber nur noch auf 5° Ost.

http://www.lyngsat.com/radiochannels/by/Euroradio-FM.html

European Program, unter diesem Namen fällt mir nur der europäische Audiokanal vom saudischen Auslandsrundfunk ein. Aber den gibt's doch auf Hotbird eigentlich auch nicht mehr. Kann's momentan auch nicht checken.

von Saarländer (aus Elm) - am 10.11.2016 12:04
Zitat
ulionken
Wieso Geldverschwendung? Die Türkei rutscht gerade in eine Diktatur ab mit Verboten von praktisch allen nicht regierungsnahen Medien und mit teilweiser Blockierung des Internets. Ein Radioprogramm kann solche Zensurversuche umgehen und zumindest denen helfen, die nicht nur die staatliche Propaganda hören und lesen wollen. Das bisschen Geld, das ein solches Program inklusiver technischer Verbreitung auf mehreren Wegen (Satellit, Mittelwelle, Internet) kostet, das stecken die westlichen Demokratien in Europa doch locker weg.


Das ist so typisches westeuropazentriertes Denken aus dem kalten Krieg.

DIe Welt hat sich weitergedreht, Information (und Desinformation) findet via TV und Internet statt, Kommunikation via Telefon und Internet. Wenn man da keinen Weg findet und aufs Radio setzt, erreicht man nur eine Handvoll Leute.

Zitat
ulionken
Hat sich denn schon mal einer überlegt, was es kosten würde, wenn sich all die derzeit politisch Verfolgten in der Türkei auf den Weg nach Nordwesten machen würden und dort um Asyl bitten würden?


Deine Steuern, deine Rente, deine Wohnung?

von 2-0-8 - am 10.11.2016 20:00
Zitat
2-0-8
Zitat
ulionken
Wieso Geldverschwendung? Die Türkei rutscht gerade in eine Diktatur ab mit Verboten von praktisch allen nicht regierungsnahen Medien und mit teilweiser Blockierung des Internets. Ein Radioprogramm kann solche Zensurversuche umgehen und zumindest denen helfen, die nicht nur die staatliche Propaganda hören und lesen wollen. Das bisschen Geld, das ein solches Program inklusiver technischer Verbreitung auf mehreren Wegen (Satellit, Mittelwelle, Internet) kostet, das stecken die westlichen Demokratien in Europa doch locker weg.


Das ist so typisches westeuropazentriertes Denken aus dem kalten Krieg.


Nein, das hat mit kaltem Krieg nichts zu tun, sondern es ist eine Einschätzung, wie man die Zensurversuche von Diktatoren durch pluralistische Informationsangebote unterlaufen kann.

Zitat

DIe Welt hat sich weitergedreht, Information (und Desinformation) findet via TV und Internet statt, Kommunikation via Telefon und Internet. Wenn man da keinen Weg findet und aufs Radio setzt, erreicht man nur eine Handvoll Leute.


Es reicht doch, wenn man ein paar erreicht. Den Rest erledigt die Mundpropaganda. Sonst würden sich die Chinesen nicht die Mühe machen, alle unliebsamen Radioprogramme zu jammen.


Zitat

Zitat
ulionken
Hat sich denn schon mal einer überlegt, was es kosten würde, wenn sich all die derzeit politisch Verfolgten in der Türkei auf den Weg nach Nordwesten machen würden und dort um Asyl bitten würden?


Deine Steuern, deine Rente, deine Wohnung?


Ebenso wie Deine und von uns allen im bequemen Westeuropa. Wobei die Effekte auf die Rente wohl eher positiv wären, wenn sich Verfolgte aus der arbeitenden Oberschicht auf den Weg machen würden.

73 de Uli

von ulionken - am 10.11.2016 20:16
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