Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr
Beteiligte Autoren:
dr-gorgo, B.Zwo, Fredi63, Ingo-GL, DX OberTShausen

Berliner Rundfunk auf 82,75 MHz

Startbeitrag von dr-gorgo am 09.11.2016 22:34

Hallo,

ich habe seit einigen Wochen einen Weltempfänger der unter anderem bis auf 76MHz auf UKW runter geht, im Bereich bis 87.5 MHz aber bisher noch nie irgendwas empfangen. Heute, bzw. gerade eben nun war auf 82.75 MHz Berliner Rundfunk zu hören und auf 86.40 MHz BB-Radio (in Fürstenwalde/Spree nahe Berlin). Kommt sowas öfter vor? Woran könnte es liegen? Ist das eine Art Übersprung? Dort sollte doch eigentlich nicht gesendet werden dürfen und es würde ja auch nicht viel bringen...

Danke im Voraus und schöne Grüße,
Jens

Antworten:

Spiegelfrequenz?

von DX OberTShausen - am 09.11.2016 22:59
Spiegelfrequenzempfang:
82.75 + 21,4 = 104,15 ≈ 104,2 = Berliner Rundfunk, Sender Frankfurt (Oder)/ Booßen
86,4 + 21,4 = 107,8 = BB Radio, Sender Frankfurt (Oder)/ Booßen


21,4 MHz = 2 * 10,7 MHz = 2 * Mittenfrequenz des Zwischenfrequenzfilters.

Gewünschter Empfang:
(1a) Zwischenfrequenz = Überlagerungsoszillatorfrequenz - Gewünschte Empfangsfrequenz
(1b) Überlagerungsoszillatorfrequenz = Zwischenfrequenz + Gewünschte Empfangsfrequenz

Spiegelfrequenz-Empfang:
(2a) Zwischenfrequenz = Spiegelempfangsfrequenz - Überlagerungsoszillatorfrequenz
(2b) Spiegelempfangsfrequenz = Zwischenfrequenz + Überlagerungsoszillatorfrequenz

Ersetzt man in Gleichung 2b den Term "Überlagerungsoszillatorfrequenz" durch den Ausdruck 1b, ergibt sich:
Spiegelempfangsfrequenz = Zwischenfrequenz + Zwischenfrequenz + Gewünschte Empfangsfrequenz

Der Empfänger hat eventuell eine mitlaufende Vorselektion, die das Signal der gewünschten Empfangsfrequenz möglichst wenig geschwächt durchlassen, die Spiegelfrequenz jedoch unterdrücken soll. Das passiert aber nicht unbedingt perfekt, oder an Stelle einer mitlaufenden Vorselektion ist überhaupt nur ein unveränderliches Tiefpassfilter vorgesehen, das Frequenzen oberhalb von 108 MHz mehr oder weniger schwächt. Solange keine knapp oberhalb von 107,9 MHz arbeitenden Funkgeräte in der Nähe des Rundfunkempfängers betrieben werden, wird Spiegelempfang nur im Frequenzbereich unterhalb 87,6 MHz beobachtet.
Das gilt für das oben beschriebene Frequenzschema, bei dem die Frequenz des Überlagerungsoszillators 10,7 MHz oberhalb der gewünschten Empfangsfrequenz liegt. Es gibt allerdings Konstruktionen, bei denen Spiegelempfangsfrequenz und gewünschte Empfangsfrequenz vertauscht sind.

von Ingo-GL - am 09.11.2016 23:18
Aha, danke für die Erklärung! Ich kenne mich noch nicht so gut mit den ganzen Details aus, umso schöner ist die ausführliche Erklärung.

von dr-gorgo - am 10.11.2016 08:44
Auf diese Weise läßt sich mit einem alten Röhrenradio deshalb auch BBradio auf der 86,1 MHz empfangen (um die Ecke: Sender Berlin-Schäferberg 107,5 MHz).

von Fredi63 - am 12.11.2016 12:38
Alte Röhrenradios reichen zumeist nur bis ca 101 MHz. Aber man kann den Empfangsbereich verstellen. Ich habe das bei mir so gemacht das das Radio erst bei 89 MHz beginnt und bei ca 102 MHz endet. So kann ich den Brocken noch empfangen aber auch Hoher Meißner auf 101,7 MHz ;-)

von B.Zwo - am 13.11.2016 09:44
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.