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Aus für das Tablet am Steuer - gilt das auch für Funkgeräte?

Startbeitrag von raeuberhotzenplotz1 am 21.11.2016 13:36

Das dürfte ja schon bekannt sein:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Aus-fuer-das-Tablet-am-Steuer-ohne-Wenn-und-Aber-3492144.html

Unklar ist mir, ob dies mit der Novelle auch für Funkgeräte gilt. Diese waren bisher ausgenommen, da ja z.B. auch die Polizei während der Fahrt funken können muß... :xcool:

Antworten:

Polizei, Zoll usw. kann man mit einer überarbeiteten gesetzlichen Regelung auch ausnehmen. Die StVO sieht schon heute Sonderrechte vor, die über Sondersignal und Wegerecht hinaus gehen. Es bliebe dann noch offen, ob man die z. B. CB-Funkgeräte auch verbietet. Das würde dann u. a. auch Funkamateure treffen. Im Gespräch war ja ebenso, das Bedienen von Navigationsgeräten während der Fahrt zu verbieten.

von PowerAM - am 21.11.2016 13:46
In vielen neuen Autos sind Tablets quasi schon Bestandteil des Fahrzeugs und fest in die Mittelkonsole verbaut. Darf man die etwa auch nicht bedienen?

von Cha - am 21.11.2016 13:48
Ich denke das gilt auch heute schon. Alles was fest verbaut ist und auf Fahrbetrieb augelegt ist darf auch benutzt werden....

Aber mit der Handgurke zu fahren macht schon Spaß, wäre schade wenn das verboten würde. Wir auch von Fahrzeugherstellern bei Versuchsfahren intensiv gebraucht...

von raeuberhotzenplotz1 - am 21.11.2016 16:11
Zitat
Cha
In vielen neuen Autos sind Tablets quasi schon Bestandteil des Fahrzeugs und fest in die Mittelkonsole verbaut. Darf man die etwa auch nicht bedienen?

§23 StVO besagt folgendes:

"(1a) Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist."

Ist eine entsprechende Halterung vorhanden (oder ist es fest eingebaut), darf das Gerät auch während der Fahrt bedient werden!

von Rosti 2.0 - am 22.11.2016 11:53
Spassig: Es geht gar nicht um die Ablenkung, sondern darum, dass man nur eine Hand frei hat :D

von Japhi - am 22.11.2016 12:03
Du darfst ja auch ein Selfie mit der Digitalkamera während der Fahrt machen. Machst Du es aber mit der Smartphone-Kamera ist es verboten!

von iro - am 22.11.2016 12:07
iro, mit einer herkömmlichen Digitalkamera darfst du straffrei bei Autobahntempo Landschaftsbilder machen. Ich meine, sofern dir das noch ohne Verwackeln gelingt und dabei nichts schief geht. Knallt es nämlich, dann ist egal, was für den Augenblick der Unaufmerksamkeit verantwortlich war und es steigert bei ggf. anteiliger Schuldaufteilung im Un-Fall deinen Schuldanteil.

Rosti, das ist die bisherige Fassung. Sie verbietet Mobiltelefone eben nicht generell zu bedienen oder zu benutzen, sondern nur in der Hand des Fahrzeugführers. Steckt das Ding in einer Halterung oder liegt in einer Ablage, dann ist nichts dagegen zu sagen. Du dürftest bislang sogar darauf herumtippen oder vom Display ablesen.

Manches macht in meinen Augen Sinn und ist vertretbar, anderes nicht. Beispielsweise darfst du dein Funktelefon gern als Navigationsgerät benutzen, davon Musik hören oder aufregende/ablenkende Krisengespräche führen. Es darf nur nicht in die Hand genommen werden.

Ich habe einige Entwürfe und Vorschläge von so genannten "Experten" gehört/gelesen. Einige forderten ein generelles Bedienverbot. Das erinnert mich an den vorauseilenden Gehorsam des Navigeräts eines guten Freundes, das die Navi-Oberfläche in der Bewegung sperrt. Man kann sich damit weder eine überhörte Ansage nochmal wiederholen lassen, noch die Navigation abbrechen oder verändern.

Klar ist alles das geeignet, um den Fahrer abzulenken. Das ist die Bedienung des Autoradios u. U. bereits. Oder essen, trinken, rauchen. Oder aber Gespräche mit Mitfahrern. Wer ab und an mitfahrende Kinder im Auto hat, der wird hierzu sicher ebenso etwas zu erzählen haben! Und selbst wer den Blick ein wenig in die Landschaft schweifen lässt, der ist u. U. auch bereits abgelenkt. Bei manchen Fahrzeugen müsste im Betrieb schon die Bedienoberfläche der Klimaautomatik gesperrt werden, denn selbst sie ist geeignet, die Aufmerksamkeit des Fahrers von der Straße zu lenken.

von PowerAM - am 22.11.2016 13:11
So eine allgemeine Regelung würde ja (mal ganz abgesehen von BOS), dann nicht nur die angesprochenen Versuchsfahrer (da ich an solchen Fahrten selbst schon teilgenommen haben habe , meiner Meinung nach auch notwendig) treffen, sondern auch alle anderen Arten von Funk wie z.B. Betriebsfunk oder auch Taxi-Funk.

von Seegi - am 22.11.2016 14:33
Zitat
Cha
In vielen neuen Autos sind Tablets quasi schon Bestandteil des Fahrzeugs und fest in die Mittelkonsole verbaut. Darf man die etwa auch nicht bedienen?


Genau das habe ich mich auch gefragt. Tablets soll man nicht mehr am Steuer bedienen dürfen, aber die in vielen aktuellen Automodellen eingebauten großen Touchscreens darf man während der Fahrt bedienen, oder wie?

von Winnie2 - am 22.11.2016 14:49
Eigentlich sollten die Bedienoberflächen von in Fahrzeugen verbauten Geräten so gestaltet sein das sie ohne großartig abzulenken bedient werden können. Ganz im Gegensatz zu den kleinen frickeligen Bedienelementen eines Smartphones.

Dieses Gesetz zur Bedienung von Geräten während der Autofahrt ist genauso Banane wie damals, und sogar teilweise heute noch, das Urheberrechtsgesetz. Das ist irgendwie zusammengestückelt und total unlogisch.

von Spacelab - am 22.11.2016 16:46
Touchscreens an sich bewegenden und dabei vibrierenden Bedienorten sind ansich nervig. In einem Fahrzeug erwarte ich, ähnlich wie in einem Flugzeug, Schalter, Regler und Taster mit eindeutigem Druck/Schaltpunkt, d.h. mechanischer Rückmeldung, und zusätzlich mechanischer Erkennbarkeit (durch Tasten).
An meinem alten Autoradio (bis 2008) konnte ich sogar die Programme ohne hinzuschauen auswählen - dank vorbelegter Programmtasten.
Ein guter Kompromiß ist immerhin noch eine Lenkradfernbedienung für die wichtigsten Funktionen. Sinnvoll wären auch Headup-Displays.

Sinnvolle, EU-weit oder besser weltweit harmonisierte Ergonomierichtlinien für die Hersteller von KFZ-HMIs wären sinnvoller als ein Paragraphenjungle für den Endanwender.

von DH0GHU - am 22.11.2016 17:44
Naja, Navi kann man doch auch über Sprache steuern, da braucht man also nicht unbedingt rumzufummeln. Was die "echten" Nutzer von Mobilfunk während der Fahrt, also BOS, Taxi usw. angeht, dürften die mit Sicherheit davon nicht betroffen sein.
Aber seien wir doch mal ehrlich. Ich sehe regelmäßig Leute selbst auf der Autobahn beim Überholen, dass sie wild mit ihren Tables, Smartphones usw. rumfummeln und dabei leichte Schlangenlinien fahren. Das das alles nicht immer extrem wichtig sein kann, dürfte auch jedem klar sein.

von Jens1978 - am 22.11.2016 18:26
Zitat
DH0GHU
Touchscreens an sich bewegenden und dabei vibrierenden Bedienorten sind ansich nervig. In einem Fahrzeug erwarte ich, ähnlich wie in einem Flugzeug, Schalter, Regler und Taster mit eindeutigem Druck/Schaltpunkt, d.h. mechanischer Rückmeldung, und zusätzlich mechanischer Erkennbarkeit (durch Tasten).

Mein aktuelles Autoradio ist zwar gut zu bedienen, aber das Vorgängernavi hatte auch fast alles und war vollständig über die Drehregler mit Druckknopf zu bedienen. Jetzt ist der Druckknopf in manchen Einstellungen funktionslos. Dafür über ein teilweise trägen Touchscreen. Naja, habe schon Frauen gesehen die damit auch umgehen können.

von pomnitz26 - am 22.11.2016 21:15
Ganz ehrlich:
Ich wäre sogar für ein generelles Telefonierverbot im Auto, also auch über Freisprecheinrichtungen (welcher Art auch immer).
Denn auch wenn viele es nicht wahr haben wollen, abstreiten oder kleinreden, aber auch telefonieren über eine Freisprecheinrichtung lenkt ganz gehörig ab!
Was leider auch nicht verboten ist: Essen während der Fahrt (als Fahrer ;-))!
Das ist fast genau so schlimm wie "handheld" zu telefonieren!

Aber genug OT ;-).

von WiehengeBIERge - am 26.11.2016 15:07
Absolut! Was ebenfalls verboten sein sollte ist das Niesen am Steuer, todgefährlich und absolut rücksichtslos. Den Fahrer am besten gleich vom Rest des Innenraums separieren und mit unbedingtem Hinweisschild während der Fahrt den Piloten nicht anzusprechen. Augen geradeaus!

von Anonymer Teilnehmer - am 26.11.2016 19:57
Rauchen am Steuer ist nicht verboten, aber hochgefährlich! :bloed: Nicht viel weniger können beförderte Kinder ablenken bzw. gefährden.

von PowerAM - am 26.11.2016 21:00
Zitat
PowerAM
Rauchen am Steuer ist nicht verboten, aber hochgefährlich! :bloed:

Dürfen nur noch Deutschlandweite Programme gehört werden? Spielen am Radio kann auch ablenken.
Zitat
PowerAM
Nicht viel weniger können beförderte Kinder ablenken bzw. gefährden.

Sollten sie Gefahrgut nur auf den Anhänger transportiert werden?

Für am gefährlichsten halte ich meine Fahrweise bei Übermüdung. Ich traue mir zu behaupten das schlägt Alkohol. Also am besten vor Fahrtantritt seine eigenen Sinne mit einpacken.

von pomnitz26 - am 27.11.2016 05:05
Naja, also nicht jede Ablenkung während der Fahrt führt gleich zu einer gefährlichen Situation. Auch schreiende Kinder auf dem Rücksitz sehe ich jetzt nicht als Gefahr - wer als Vater wochenlang schlaflose Nächte hatte, weil die Kleine gerade die Zähne bekommt, der kommt auch mit so einer Situation klar :) Solange nicht irgendwelche Gegenstände (z.B. Spielzeug) nach Vorne fliegen ist das gar kein Thema.
Auch niesen oder kurzes blenden der tief stehenden Sonne kann kurzzeitig ablenken, läßt sich aber wohl nicht vermeiden.

Ich bin auch jahrelang mit einem Funkgerät an Bord unterwegs gewesen und hatte dabei nie Probleme, die Ablenkung ist meines Erachtens dabei vergleichbar mit einem Beifahrer. Auch mit dem Mikrofon in der rechten Hand konnte ich das Fahrzeug jederzeit ohne Einschränkungen bedienen, also schalten, beidhändig lenken, den Blinker bedienen...
Wenn man aber nur noch eine Hand zur verfügung hat weil die andere dazu benötigt wird sich ständig ein Telefon ans Ohr zu halten dann sieht die Sache jedoch schon ganz anders aus! Ich habe mich vor einigen Jahren, nach den ersten Versuchen in dieser Richtung, freiwillig dazu entschlossen nicht mehr am Steuer zu telefonieren. Sich mit der rechten Hand das Telefon ans Ohr zu halten und dabei gleichzeitig mit der rechten Hand zu schalten geht halt nicht, und wenn die linke Hand am Steuer bleiben muß wird es z.B. auch schwierig mit dem Blinken. Auch schnelle Aktionen am Lenkrad (z.B. Ausweichen) sind mit einer Hand fast unmöglich. Wenn man dabei gerade dabei ist z.B. das Autoradio zu bedienen dann ist das kein Problem, die zweite Hand hat man, wenn es sein muß, sehr schnell wieder am Lenkrad. Wenn man aber dabei noch ein Gerät in der Hand hält, welches man zuvor erst noch weglegen muß, dann wird das schon schwierig.

Auch während der Bedienung des Gerätes, also z.B. bei der Wahl eines Eintrags aus dem Telefonbuch oder gar dem Lesen einer SMS, muß man den Blilck für mehrere Sekunden lang von der Straße weg auf das Gerät richten - und das ist während der Fahrt sehr gefährlich. Innerhalb von mehreren Sekunden kann so einiges vor dem Fahrzeug passieren!

von Loger - am 27.11.2016 09:33
Niesen ist sogar wirklich gefährlich, aber im Gegensatz zum Telefonieren und Essen nicht vermeidbar ;-).
Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass telefonieren auch über eine Freisprecheinrichtung zu sehr ablenkt (wegen Empfangsaussetzern oder allgemein schlechter Sprachqualität muss man "in das Signal reinkriechen" oder mehrmals nachfragen bis man es verstanden hat), irgendwie viel mehr als eine Unterhaltung mit dem Beifahrer, deshalb telefoniere ich gar nicht mehr im fahrenden Auto.

von WiehengeBIERge - am 27.11.2016 10:05
Alles was den Blick des Fahres von der Fahrbahn lenkt ist gefährlich. Display eine Smartphones, eines Tablets aber meiner Meinung nach auch ein eingebautes Navigationsgerät. Bei USA Navis kann man während der Fahrt nicht die Zeileingabe ausfähren, es sei denn man hat das Sprachbedienungspaket!

Ein Mikrofon eines Funkgeräts oder auch eine Handgurke ohne Display lenken meiner Meinung nach nicht den Blick ab...

von raeuberhotzenplotz1 - am 27.11.2016 10:06
Ein Schlüssel heißt Mitwirkungspflicht. Diese ist aber stark eingechränkt, weil sich niemand selbst belasten muß.
So muß auch für den granatenvollen Fahrer ein Richter sein Okay für eine Blutprobe geben. Ebenso wird man ein Mobiltelefon beschlagnahmen können. Angaben um dies zu entsperren oder gar Aussagen ob man dies zur relevanten Zeit in Betrieb hatte müssen aber nicht gemacht werden.
Seien wir ehrlich: Das alte Handyverbot entstammt einer Neiddebatte. Eine Konkretisierung auf die neu aufgekommenen Smartphones ist nicht erfolgt. Richtig dürft da auch sein, daß es noch viele andere Dinge gibt die den Fahrer genauso in seiner Primärtätigkeit einschränken. Funkgeräte und Radios dürften leider auch dazugehören. Allerdings wird der geübte Funker kaum einen Blick mehr für die Bedienung benötigen, ganz im Gegensatz zu einem "G'schmarrifon". Auch das wird, sofern es soweit kommt, in der öffentlich geführten Debatte vollkommen untergehen.

Nachtrag:
Gehen wir dochmal gute 20 Jahre zurück: Da waren teilweise sogar Radios in Dienstfahrzeugen von Behöreden verboten. Weniger wegen Ablenkung durch Musik, sondern weil dafür keine GEZ abgeführt wurde. Dies führte dann vielfach dazu daß diese mobil vorgehalten, also bei Fahrtantritt auf die Mittelkonsole gelegt wurden.
Dennoch sollte man vielleicht überlegen, ob man Ablenkungen bei geschäftlich genutzten Fahrzeugen wenn sie bewegt werden deutlich einschränkt, stark einschränkt oder verbietet. Ich meine damit jetzt ausdrücklich nicht Radio oder Funkgerät. So würde vielleicht der eine oder andere 40-Tonne noch rechtzeitig vor einem Stauende zum Stehen kommen. Auch über Mitwirkungspflichten sollte man in diesen Fällen eine offene Debatte führen. Klar: Wer sich dem widersetzt hat vorsätzlich gehandelt.

von Thomas (Metal) - am 27.11.2016 11:04
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