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ARD Nord, West, Süd und Ost

Startbeitrag von pfennigfuchser am 25.11.2016 06:36

Focus berichtet darüber, dass man die Regionalisierung von 9 auf 4 Anstalten reduzieren will. Ich find, es ist eine gute Idee. Hier der Link zum Artikel: http://www.focus.de/kultur/kino_tv/ambitionierte-fusions-plaene-ard-nord-sued-ost-und-west-die-ard-plant-die-groesste-reform-ihrer-geschichte_id_6251714.html

Sicherlich ist es ein langer Weg und die Politik muss auch darüber abstimmen. Betrachtet man jedoch die ganzen Kostensteigerungen, finde ich es auch notwendig, dass man fusioniert.

Die 50 interessantesten Antworten:

Nun ja, bei ARD Nord gäbe es nicht sooo viel zu tun. Nur der eigene RB würde verschwinden. Was ich allerdings nicht begrüßen würde. Viel eher irritiert mich in dem Beitrag, dass es dort heißt: "Das Erste scheint die tiefgreifendste Strukturreform seiner Geschichte zu planen." Und "Das Erste" ist halt nur das TV Programm. Meinen die vllt. eher die Werbung im Vorabend, dass diese nun mehr gebündelt wird? Was die Fusionen an sich angeht, falls das gemeint ist, kann ich mir das kaum vorstellen, dass das schmerzfrei passieren kann. Denn eigentlich müsste man dann den SWR wieder auseinandernehmen. Logischerweise wären ja RP, Saarland, Hessen, NRW = ARD West und BW, BY = ARD Süd. Wenn man nach Geographie ginge. Aber das wird nie passieren.

von Jens1978 - am 25.11.2016 06:49
Wenn man etwas weiter sucht wird man mit einem Bild-Plus-Inhalt, also kostenpflichtiger Web-Inhalt des Bild-Online Angebotes, fündig. Ich glaube hier eher an ein Zitierkartell: Bild veröffnetlicht "irgendwas", Inhalt und Richtigkeit lassen wir jetzt bewußt einmal außen vor, und Focus bringt diesen Artikel frei zugänglich um seine Auflage / Zugriffe zu erhöhen.
Andererseits: So kann man auch eine Debatte anschüren. Das Rundfunk noch immer Ländersache ist sollte man auch sagen. Die ARD selbst und alleine kann erst mal gar nichts. Aber: Beim SWR waren es auch die beiden Anstalten die dann, sicher unter einem politischen Wohlwollen im Vorfeld von sich, oder sollte man besser schreiben von Peter Voß getriggert, aus damit anfingen.

von Thomas (Metal) - am 25.11.2016 07:02
Zitat
Nordi
Focus ist sehr wirtschaftsfreundlich, und somit gegen den öffentlichen Rundfunk. Daher der Artikel.

Sagen wir mal: Die Bildzeitung auf Hochglanzpapier für den fortgeschrittenen Wutbürger mit einem Pseudo-Wirtschaftsverstand :bruell: . Man sehe sich nur mal das Bild von Frau Wille an und interpretiere ob hier nicht eine gewisse Absicht vorliegt. Neutrale Bilder gäbe es sicherlich auch.

von Thomas (Metal) - am 25.11.2016 07:23
Zitat
pfennigfuchser
Focus berichtet darüber, dass man die Regionalisierung von 9 auf 4 Anstalten reduzieren will. Ich find, es ist eine gute Idee. Hier der Link zum Artikel: http://www.focus.de/kultur/kino_tv/ambitionierte-fusions-plaene-ard-nord-sued-ost-und-west-die-ard-plant-die-groesste-reform-ihrer-geschichte_id_6251714.html

Sicherlich ist es ein langer Weg und die Politik muss auch darüber abstimmen. Betrachtet man jedoch die ganzen Kostensteigerungen, finde ich es auch notwendig, dass man fusioniert.


Grundsaetzlich bin ich nicht dagegen.

Ich hoffe, dass die ARD Anstalten nicht vergessen, dass, wenn man reduziert, auch die Rundfunkgebuehr/GEZ/Haushaltsabgabe reduzieren soll und muss !

Weniger Angebot, niedrigerer Preis.

Leider wird dies hier mit ziemlicher Sicherheit vergessen werden !

von 102.1 - am 25.11.2016 08:28
Pressestelle der ARD:

Zitat

Die Spekulationen der Bild-Zeitung über Fusionen von ARD-Landesrundfunkanstalten entbehren jeder Grundlage. Die in dem Beitrag skizzierten angeblichen "Geheimpläne" sind blanker Unsinn und frei erfunden.


von BadestadtFM - am 25.11.2016 08:40
Ein Anfang waere ja wenn man gar nicht die Anstalten an sich zusammenlegt aber einzelne Programmbereiche und Programme in der Form einer Viererkonstellation betreibt. Dann behalten die 9 Anstalten jeweils eine Radiowelle fuer sich alleine und die regionale Sendung im Dritten. Faktisch, deutschlandweit gesehen, eine Reduzierung der Programmanzahl. Regional gesehen aendert sich fuer den Hoerer aber so gut wie nichts, ausser das wenn die Politik aufpasst er deutlch weniger fuer die Haushaltsabgabe zahlen muss.

von Nordlicht2 - am 25.11.2016 08:45
Was soll dieser Unsinn? Nach der "Lügenpresse" nun das "Lügenforum"?

Urheber des Geüchts ist nicht der Focus (Burda), sondern die BILD (Springer). Ausgerechnet die BILD! Steht auch so im Focus-Artikel: >> Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Insider berichtet, plane der Sender, die momentan neun verschiedenen regionalen Anstalten auf nurmehr vier zusammenzulegen. Das sei zumindest die Empfehlung einer im Februar eingerichteten Arbeitsgruppe. > Die ARD plant nach Informationen der Bild-Zeitung die Zusammenlegung mehrerer Landesrundfunkanstalten. Eine von den Ministerpräsidenten eingesetzte Arbeitsgruppe befürworte eine Bündelung zu vier größeren Anstalten, berichtet die Zeitung. Den Plänen zufolge wären das die Anstalten Süd, Nord, West und Ost. Wer mit wem im Einzelnen fusioniert werden solle, sei noch offen, heißt es in dem Bericht. Sicher wäre nur, dass etwa Radio Bremen Teil der ARD-Nord mit dem NDR und der rbb aus Berlin und Brandenburg zusammen mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zur ARD Ost würden.

Die ARD wies den Bericht gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als Spekulationen zurück: Er entbehre jeder Grundlage, sagt Sprecher Steffen Grimberg. Die angeblichen Pläne seien "blanker Unsinn".

von Manfred Z - am 25.11.2016 10:05
Naja. die Idee ist ja an und für sich gar nicht so schlecht. Nur gleich von 16 auf vier Anstalten ist doch etwas zu stark. Zumal Bayern eine so eigene Welt für sich ist, dass die mit Sicherheit nicht mit BW zusammengehen wollen, zumal vor der Haushaltsabgabe der BR neben dem WDR finanziell noch am Besten dastand. Wenn man schon über Fusionen nachdenkt, hier mein Gedankenspiel:

WDR und BR bleiben so wie sie sind, der NDR erhält Radio Bremen dazu.
hr fusioniert mit dem MDR (Hessen und Thüringen machen ja schon jetzt viel gemeinsam) oder mit dem SWR (wg. Rheinhessen, gewisse Überschneidungen mit Rheinland Pfalz), da ist mir selbst noch nicht klar, was organisatorisch sinnvoller wäre)
SR fusioniert mit dem SWR (wobei da schon jetzt nicht mehr allzu viele Synergien herauszuholen sind, verwaltungstechnisch wurden ja zum Beispiel schon die Archive zusammengeführt, von anderen Dingen rede ich gar nicht)
RBB fusioniert mit dem MDR

Gut, sind dann auch nur fünf statt vier Anstalten, aber immerhin.

von rolling_stone - am 25.11.2016 10:14
Solche Diskussionen und Gedankenspiele gab es schon immer, aktuell mal wieder befeuert durch einen Bildzeitungs-Schwachsinn. Die ARD kann gar nichts beschließen, da Rundfunk Ländersache ist.
Und ausgerechnet der Bayerische Landtag beschließt die Auflösung des BR. :joke:

von BadestadtFM - am 25.11.2016 10:34
Zitat
pfennigfuchser
Focus berichtet darüber, dass man die Regionalisierung von 9 auf 4 Anstalten reduzieren will. Ich find, es ist eine gute Idee.


Fände ich auch gut. Nur noch 4 Dritte TV-Programme mit gemeinsamen Mantelprogramm, sowie im Radio 1-2 Regionalsender pro Region, der Rest bundesweite Radiosender.

So spart man Geld, senkt den Rundfunkbeitrag, und stoppt die zig-fache Aussendung von Programmen mit ein und dem selben Inhalt.

von Cha - am 25.11.2016 15:19
Zitat
Cha
Zitat
pfennigfuchser
Focus berichtet darüber, dass man die Regionalisierung von 9 auf 4 Anstalten reduzieren will. Ich find, es ist eine gute Idee.


Fände ich auch gut. Nur noch 4 Dritte TV-Programme mit gemeinsamen Mantelprogramm, sowie im Radio 1-2 Regionalsender pro Region, der Rest bundesweite Radiosender.

So spart man Geld, senkt den Rundfunkbeitrag, und stoppt die zig-fache Aussendung von Programmen mit ein und dem selben Inhalt.

Ja genau... Alle müssen sparen, auch wenn sie das schon lange tun und von der Hand in den Mund leben, sagt der externe Betriebswirt ohne jede Unternehmenskenntnis. Koste es was es wolle. Und endlich könnte man noch mehr Geld für Sportrechte hochwertige Unterhaltung ausgeben :kotz: .

von Thomas (Metal) - am 25.11.2016 15:31
Zitat
Thomas (Metal)

Ja genau... Alle müssen sparen, auch wenn sie das schon lange tun und von der Hand in den Mund leben, sagt der externe Betriebswirt ohne jede Unternehmenskenntnis. Koste es was es wolle. Und endlich könnte man noch mehr Geld für Sportrechte hochwertige Unterhaltung ausgeben :kotz: .


Jupp... wie Unternehmensberater. Der erste spart durch Outsourcing, der zweite durch Rückholung. und so weiter.

Aber ich denke, der Artikel hat einen tieferen Sinn. Das Oligopol aus Springerpresse, Burda und Co versucht damit, eine Diskussion zu Lasten der ARD loszutreten.

Mich würde es nicht wundern, wenn bereits heimlich über Mittelsmänner eine Unterstütung von Feinden des nichtkommerziellen Medienbereichs, wie AfD, stattfindet...

von DH0GHU - am 25.11.2016 15:46
Zitat

Fände ich auch gut. Nur noch 4 Dritte TV-Programme mit gemeinsamen Mantelprogramm, sowie im Radio 1-2 Regionalsender pro Region, der Rest bundesweite Radiosender.

So spart man Geld, senkt den Rundfunkbeitrag, und stoppt die zig-fache Aussendung von Programmen mit ein und dem selben Inhalt.

Der Inhalt ist nicht der Selbe; er unterscheidet sich durch die Regionalität, die bei einer Zusammenlegung stark reduziert würde. Landespolitische Angelegenheiten schaffen es dann wahrscheinlich seltener in die Hauptnachrichten der nicht regionalisierten Programme. Ich fänd, das wär ein Rückschritt, da man ja normaler Weise nicht extra zum Nachrichtenhören das Programm wechselt.
Und in wiefern eine Reduzierung der Drittten Programme die Kosten senken würde, ist auch unklar. So wahnsinnig teuer ist die Verwaltung nun auch wieder nicht. Vom Bayerischen Rundfunkbeitrag gehen gerade mal 47ct für die Verwaltung (BR) drauf. Viele Sendungen in den Dritten Programmen werden zentral eingekauft und zeitverzögert auf den Dritten Programmen ausgestrahlt. Hier profitiert der Zuschauer von der Vielfalt, da er, wenn er beim ersten Sendetermin keine Zeit hatte, die Sendung später auf einem anderen Programm sehen kann. Und die anderen Leute, die in solchen Fällen lieber auf's Internet zurückgreifen, haben keinen Nachteil dadurch.
Dann gibt's natürlich noch regionale Inhalte (die bei einigen Dritten weit mehr als eine halbe Stunde pro Tag einnehmen) Ob die Reduzierung/Streichung exklusiven Angebots eine tolle Einsparungsmöglichkeit ist, wage ich zu bezweifeln. Hier werden teils auch regionale Künstler gefördert und auch die Existenz einiger Rundfunkorchester stünde bei der Fusion zahlreicher ARD-Anstalten auf der Kippe.

Aber da das ja anscheinend eh nicht ernst gemeint war, ist in die Richtung nichts zu befürchten.

von Zwölf - am 25.11.2016 15:46
Sollte eigenlich klar sein, dass die ach so feine "Springer Presse" massive Eigeninteressen im Medienbereich (durch eigenen TV Sender wie N24, und etliche Anteile an Privatradios) hat.

Deshalb ist es bei Springer gesetzt, möglichst bei jeder Gelegenheit Stimmung gegen den beitragsfinanzierten Rundfunk zu machen und gerade die "bildungsfernen Schichten", also Bild & Welt Leser, gegen diesen aufzuhetzen.

http://www.bildblog.de/83743/ard-fusions-irrsinn-bei-bild/

von vossi68 - am 25.11.2016 17:20
Bei der Gelegenheit dann noch das ZDF privatisieren und das Deutschland Radio auf einen Haupt-Sender reduzieren.... Die Dämmerung im linearen Rundfunk schreitet voran. Für mich wäre das nach der SDR/SWF Fusion die zweite Schock Novelle im ör. RNDFK. Ach ja, ARD Klassik, ARD Pop.... Tageshöhr24, Kotz..

von w_weinmann - am 25.11.2016 18:18
Zitat
vossi68
Deshalb ist es bei Springer gesetzt, möglichst bei jeder Gelegenheit Stimmung gegen den beitragsfinanzierten Rundfunk zu machen und gerade die "bildungsfernen Schichten", also Bild & Welt Leser, gegen diesen aufzuhetzen.


...und leider mit Erfolg. So wurde ich z.B. vor einiger Zeit mal von einem sehr "mittelmäßig gebildeten Wutbürger" (MGW®) als pervers betitelt, weil ich Arte als meinen Lieblingssender bezeichnete. :eek:

von Zintus - am 26.11.2016 02:45
Hallo zusammen,

warum es nicht einfach so machen, wie bei Aldi: ARD Nord und ARD Süd... :D

Wenn sich die Politik gleich noch für eine Privatisierung entscheidet, würde das Kürzel auch schon passen: Aldi Rundfunk Deutschland (die Albrecht-Familie hat ja jede Menge Geld). ;-)

Was das für unglaubliche Synergieeffekte gäbe:

- immer die neuesten Hits für die Aldi-Filialen

- wer für mindestens 50 Euro einkauft, darf sich einen Musiktitel wünschen

- die Aldi-Kassiererinnen können (wenn mal nix los ist) die Moderationen für die nächsten 3 Stunden Programm voicetracken

Und man könnte ganz neue Ansagen hören:

- "Herr Maier, bitte Studio 4, Storno!"

- "Vor Kasse 3 derzeit 20m stockender Verkehr. Achtung, das Stauende liegt direkt vor den Wühltischen!"

- "Vorsicht! Vor der Kühltheke Gefahr durch ein Kantholz einen ausgelaufenen Joghurtbecher! Bitte dieses Gebiet weiträumig umfahren! Eine örtliche Umleitung ist ausgeschildert!"

- "Achtung, liebe Kunden! In Reihe 2, zwischen Gewürzregal und Drogerieartikeln kommt Ihnen ein Falschfahrer entgegen! Bitte bleiben Sie stehen und kaufen Sie impulsiv ein! Wir melden, wenn die Gefahr vorüber ist!"

Mal schauen, welcher Unternehmensberatung ich dieses Konzept für teures Geld andrehen kann... :D:xcool:

cu talk

von talk - am 26.11.2016 16:54
Zitat
Digitaliban
Zitat
rolling_stone
Nur gleich von 16 auf vier Anstalten ist doch etwas zu stark.
Aha, interessant! 16 Anstalten - kannst Du bestimmt alle aufzählen?


Jaja, von der Zahl der Bundesländer auf die Anstalten zu schließen - da hat mich mein Hirn zwischendurch verlassen :D

https://www.youtube.com/watch?v=0aV_vHcunSQ

von rolling_stone - am 26.11.2016 17:17
Zitat
talk
Hallo zusammen,

warum es nicht einfach so machen, wie bei Aldi: ARD Nord und ARD Süd... :D

:bruell:
Und: Man hätte an der Ruhr und zum Osten hin die Grenze beider Gebiete. Der Osten könnte wieder Westsender hören und umgekehrt. Ach, und die Ruhr als Grenze bedeutet daß man im Ruhrgebiet zwei Rundfunkgebiete aufeinander treffen. Auf was warten wir noch; nein, sowas _darf_ erst gar nicht diffrenzierter betrachtet werden :undweg:
:bruell:

von Thomas (Metal) - am 26.11.2016 17:45
Zitat
rolling_stone
Zitat
Digitaliban
Zitat
rolling_stone
Nur gleich von 16 auf vier Anstalten ist doch etwas zu stark.
Aha, interessant! 16 Anstalten - kannst Du bestimmt alle aufzählen?


Jaja, von der Zahl der Bundesländer auf die Anstalten zu schließen - da hat mich mein Hirn zwischendurch verlassen :D

https://www.youtube.com/watch?v=0aV_vHcunSQ
Kann ja mal passieren!

Die ARD gehört dringend reformiert auch wenn ich denke dass aus genannten Gründen gerade Anstalten wie der BR einen Teufel tun werden und sich zerschlagen werden, jedoch gerade bei kleineren oder klammen Anstalten halte ich das Szenario durchaus für realistisch.

Ich wäre auch dafür die leider meist lieblosen geführten Klassik-Kultur- und Infodudler der Landesanstalten zu streichen und diese noch ausschließlich vom D-Radio bedienen zu lassen, welche dies bis auf wenige Ausnahmen (Bayern 2 etc.) auch besser tut und kann.

Ergäbe dann einen Bundesland-Programm, eine Bereichspopwelle (anders will man es in Doofland ja nicht) und den Rest dann eben bundesweit, DLF, DLF-Kult und DLF Nova wie es ja so "schön" bald heißt. :D

von Anonymer Teilnehmer - am 26.11.2016 17:58
DLF und B5aktuell usw. bedienen ja verschiedene Zielgruppen. Der DLF richtet sich eher an Leute die länger zuhören möchten und tiefer gehende Infos wollen. B5 usw. werden von Leuten gehört, die schnell darüber informiert werden möchten, was alles im Land, in Deutschland und der Welt los ist; dazu Wetter, Verkehr, Börse, Sport. Durch die Regionalisierung können die Infos dem Zuschauer noch effizienter vermittelt werden: Landespolitik/Sport/Wetter usw. aus dem eigenen Bundesland kann ausführlicher dargestellt werden, Ereignisse aus anderen Regionen können kurz gehalten werden.

Außerdem mache ich mir Sorgen, dass es bei einem zu starken Fokus auf bundesweitem Hörfunk manche Programmfarben schwer hätten. Z.B. ein Volksmusikprogramm wie BR Heimat, das in Bayern geht, aber im überwiegenden Teil Restdeutschlands kaum Hörer hätte.

von Zwölf - am 26.11.2016 18:21
@Zwölf: Bezüglich BR Heimat gebe ich dir Recht. Und gerade für dieses Programm wird in der Zielgruppe kräftig Werbung gemacht (so bei verschiedenen Volksmusikgruppen auf verschiedenen "Heimatabenden" erlebt). Das gibt nebenbei noch Werbung für DAB+ :D

von rolling_stone - am 26.11.2016 18:25
Zitat
Radiologe
Ganz einfache Darstellung einer neuen deutschen Rundfunklandschaft :xcool:
[attachment 8454 nosw.jpg]

Na, wenn wir hier eh relativ sinnbefreit, da bereits von der ARD dementiert, und ohne Grundlage, Bundesländer müßten entscheiden, unterwegs sind, greife ich doch mal das Bildchen auf und äußere Wünsche bezüglich maximalem Overspill:

Nord = BE / HH / NI / MV / SH
West = HB / NW / RP
Ost = BB / SN / ST / TH
Süd = BW / BY / HE / SL

von Thomas (Metal) - am 26.11.2016 18:59
Zitat
Digitaliban
Ja, das könnten dann ja wieder die jeweiligen Landesprogramme anbieten! Auch in diesem Forum ist der Föderalismus-Wahn noch stets ungebremst.

Wer normales Hitradio hören möchte, der schaltet nicht wegen regionaler Infos auf ein Oldieprogramm oder ein Volksmusikprogramm, sondern möchte das in seinem Programm haben und wenn ihm das die ARD nicht bietet, hört er halt Privatradio (sofern er die Wahl hat). Und ein Infoprogramm, auf dem ich nicht über landespolitische Ereignisse informiert werde, wäre für mich auch kein vollwertiges Infoprogramm. Ebensowenig möchte ich nicht mit Provinzereignissen aus irgendwelchen norddeutschen Bundesländern gelangweilt werden. Ich kann da inhaltlich schlicht keinen Mehrwert eines bundesweiten Antebots erkennen. In Österreich schlagen manche Bundesländer auf die Rundfunkgebühr einfach mal bis zu 5€ drauf für nichts (zumindest für nichts, was mit dem ORF zu tun hat). Und hier in DE wollen mache auch noch den letzten Cent raussparen. Die meisten Deutschen würden dabei keinen Unterschied merken, ob sie im Monat 10€ mehr oder weniger im Geldbeutel haben.
Meiner Meinung nach wäre es Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass niemand den Rundfunkbeitrag schmerzlich im Geldbeutel spürt, was durch die derzeitigen Regelungen teilweise noch nicht der Fall ist.

von Zwölf - am 26.11.2016 19:12
Zitat
Digitaliban
Zitat
rolling_stone
Zitat
Digitaliban
Zitat
rolling_stone
Nur gleich von 16 auf vier Anstalten ist doch etwas zu stark.
Aha, interessant! 16 Anstalten - kannst Du bestimmt alle aufzählen?


Jaja, von der Zahl der Bundesländer auf die Anstalten zu schließen - da hat mich mein Hirn zwischendurch verlassen :D

https://www.youtube.com/watch?v=0aV_vHcunSQ
Kann ja mal passieren!

Die ARD gehört dringend reformiert auch wenn ich denke dass aus genannten Gründen gerade Anstalten wie der BR einen Teufel tun werden und sich zerschlagen werden, jedoch gerade bei kleineren oder klammen Anstalten halte ich das Szenario durchaus für realistisch.

Ich wäre auch dafür die leider meist lieblosen geführten Klassik-Kultur- und Infodudler der Landesanstalten zu streichen und diese noch ausschließlich vom D-Radio bedienen zu lassen, welche dies bis auf wenige Ausnahmen (Bayern 2 etc.) auch besser tut und kann.

Ergäbe dann einen Bundesland-Programm, eine Bereichspopwelle (anders will man es in Doofland ja nicht) und den Rest dann eben bundesweit, DLF, DLF-Kult und DLF Nova wie es ja so "schön" bald heißt. :D


Kultur ist Ländersache. Ohen Klassik und Kulturwellen würden sich die LRA quasi abschaffen.

von DAB_Saar - am 26.11.2016 20:12
Heutzutage ist es doch technisch möglich, das Regionalprogramm (Inhalte) auf mehreren Wellen auszustrahlen.
Mich regt es auch immer auf, wenn man Regionales nur auf den Oldiewellen oder früher Schlager wellen bekommt.

von DAB_Saar - am 26.11.2016 20:14
Zitat
Digitaliban
Wenn es denn überhaupt Provinzereignisse gäbe, wo sind sie denn? Ich muss diese mit der Lupe suchen! Es tut mir leid aber solche Argumente sind lediglich Besitzstandsgehabe.

Mei, es hängt halt davon ab, wie viel gerade auf Landesebene los ist. Gerade eben kam z.B. in den Nachrichten, dass ein Landtagsabgeordneter sein Mandat niederlegt und aus der SPD austritt.
Oder man denke an eher regionale Themen wie der Skischaukel am Riedberger Horn zu der auch Oppositionspolitiker zu Wort kommen, oder das rechtliche Gerangel um Volksbefragungen in Bayern. Auch Bildungsthemen sind als Ländersache gelegentlich ein regionales Thema. Ist ja nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel, dass in den Nachrichten etwas bayernspezifisches kommt. Ich nehme mal an, dass es bei anderen ARD-Anstalten ähnlich sein wird.
Dazu kommen dann noch Wortsendungen mit regionaler Gewichtung (z.B. auf Bayern 2 und BR Heimat oder sonntags auf B5). Beispielsweise woher die bayerischen Rauten kommen. Auf einem bundesweiten Programm würde man so einem Thema wahrscheinlich keine ganze Stunde widmen.

von Zwölf - am 26.11.2016 21:23
Zitat
Radiologe
Ganz einfache Darstellung einer neuen deutschen Rundfunklandschaft :xcool:
[attachment 8454 nosw.jpg]


Das ist hart :joke:

Ich nehme an, der Punkt in der Mitte ist Kassel. Der NDR wird zweimal durchgehackt. Ostfriesland, Friesland und Emsland werden dem Westsender (formaly known as WDR) zugeschlagen.Genauso wie Teile Mecklenburg-Vorpommerns dem Osten (MDR/RBB) zugeschlagen werden. Hessen geht mit Bayern und Teilen Baden-Württembergs..

...ich mag das jetzt nicht zu Ende denken. Von den Mentalitäten her ist das zu extrem. Zwar mögen Ostfriesen westfälischen Humor, aber verortet sind sie mit den anderen Fischköpfen...

von Jupita - am 26.11.2016 22:03
Ja und am Ende sind sie doch alles nur eines: deutsch! Man mag regionale Identifikation fördern, da bin ich ja ganz bei Euch. Aber genauso wenig wie dies mit dem momentanen Modell angeboten wird, ist eben jenes auch nicht mehr vertretbar.

von Anonymer Teilnehmer - am 26.11.2016 23:18
Wenn Du das so siehst, braucht man nicht mal Nord, Süd, Ost und West, sondern nur den Deutschlandfunk. Alle ARD-Anstalten werden plattgemacht und die Frequenzen dann für eine Infowelle, eine Popwelle, eine Jugendwelle, eine 50+Welle und eine Kulturwelle benutzt. Über den Verkehrsfunk müßte man dann noch reden.

von Jupita - am 27.11.2016 11:35
Zitat
Jupita

...ich mag das jetzt nicht zu Ende denken. Von den Mentalitäten her ist das zu extrem. Zwar mögen Ostfriesen westfälischen Humor, aber verortet sind sie mit den anderen Fischköpfen...
Das gibt es ja heute schon. Was hat Südniedersachsen mit dem Rest des Norddeutschen Rundfunks zu tun?

von B.Zwo - am 27.11.2016 21:20
Warum muß man sich bei solchen Überlegungen, immer an den Grenzen von Bundesländern orientieren ? Man kann sich auch an Kulturräumen und Wirtschaftszentren halten bzw an Gegenden, die gut miteinander verbunden sind (Rhein-Main-Gebiet). Eine interessante Möglichkeit bietet die Postleitzahlenkarte in Deutschland.

von Radiologe - am 28.11.2016 05:50
Naja, gefühlt gibts ja auch ein Dutzend WDRs: Düsseldorf, Köln, Bielefeld, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel, Götzen-Brohda (muss ja ne ganz tolle Gegend sein, wo sie die Nachgeburten groß ziehen und die Babys in Arscheimer hauen)

von Bruder_M - am 28.11.2016 10:12
Zitat
Bruder_M
Naja, gefühlt gibts ja auch ein Dutzend WDRs: ... Castrop-Rauxel, Götzen-Brohda (muss ja ne ganz tolle Gegend sein, wo sie die Nachgeburten groß ziehen und die Babys in Arscheimer hauen)


Was soll der hier ausgekübelte Unrat? #@{}§%***&!

von Manfred Z - am 28.11.2016 10:33
Zitat
Radiologe
Warum muß man sich bei solchen Überlegungen, immer an den Grenzen von Bundesländern orientieren ? Man kann sich auch an Kulturräumen und Wirtschaftszentren halten bzw an Gegenden, die gut miteinander verbunden sind (Rhein-Main-Gebiet). Eine interessante Möglichkeit bietet die Postleitzahlenkarte in Deutschland.


Stimme zu. Ich habe das Landesgrenzen-Denken im Süden Sachsen-Anhalts elebt, da empfand ich es als Problem, Informationen aus dem nahen Sachsen und den kaum weiter entfernten Thüringen in den Medien zu bekommen. Und zwar Radio wie auch Zeitungen. Landesgrenze = Verbreitungsgrenze = regionaler Berichtshorizont.
Ein Sender und eine Zeitung für den Ballungsraum Halle-Leipzig und ca. 100km Umkreis wäre da besser gewesen. Aber man hat eben Sende- und Verbreitungsgebiete. Alles schön aufgeteilt.

von 2-0-8 - am 28.11.2016 13:38
Zitat
Bruder_M
Noch nie Das Boot gesehen?


Doch, schon mehrmals. Allerdings muß man nicht jedes Filmzitat überall anbringen.
Vor allem nicht, wenn es Westdeutsche trifft. Gegen Ostdeutsche darfst du natürlich jederzeit...

von 2-0-8 - am 28.11.2016 13:44
Zitat
Wrzlbrnft
Ich darf euch bitten, die Diskussion bundesweit wieder auf die Neuverteilung der ARD-Anstalten zu lenken und dabei gerne das Gesprächsniveau anzuheben.


Kann ich versuchen.
Ich halte die Diskussion allerdings für völlig sinnlos, weil niemand in Enscheidungspositionen interessiert, was die Bürger davon halten, solange man sie über Zwangsabgaben abmelken kann und keine wirklichen Konsequenzen befürchten muß.

Die dt.Rundfunklandschaft ist nicht mehr zeitgemäß und müßte neu organisiert werden. Das passiert aber garantiert nicht, da zu viele Leute mit Macht an der derzeitigen Situation verdienen.
Es geht wie gehabt weiter bis 5 nach 12, dann wird mit heißer Nadel ein neues System zusammengstrickt, das (mit einigen Schönheitskorrekturen) wieder bis 5 nach 12 läuft, usw. usf.

von 2-0-8 - am 29.11.2016 19:57
Zitat
2-0-8
Zitat
Radiologe
Warum muß man sich bei solchen Überlegungen, immer an den Grenzen von Bundesländern orientieren ? Man kann sich auch an Kulturräumen und Wirtschaftszentren halten bzw an Gegenden, die gut miteinander verbunden sind (Rhein-Main-Gebiet). Eine interessante Möglichkeit bietet die Postleitzahlenkarte in Deutschland.


Stimme zu. Ich habe das Landesgrenzen-Denken im Süden Sachsen-Anhalts elebt, da empfand ich es als Problem, Informationen aus dem nahen Sachsen und den kaum weiter entfernten Thüringen in den Medien zu bekommen. Und zwar Radio wie auch Zeitungen. Landesgrenze = Verbreitungsgrenze = regionaler Berichtshorizont.
Ein Sender und eine Zeitung für den Ballungsraum Halle-Leipzig und ca. 100km Umkreis wäre da besser gewesen. Aber man hat eben Sende- und Verbreitungsgebiete. Alles schön aufgeteilt.

Ähm, gerade dort ist doch die ARD länderübergreifend aufgestellt; im Radio mit MDR Jump, MDR Kultur, MDR aktuell und MDR Sputnik.

von Zwölf - am 29.11.2016 20:13
Früher oder später muß mal richtig aufgeräumt werden bei den ÖR. Die Agenda 2020 für den ÖR in der BRD sozusagen.

Dazu gehört, daß sowohl die ARD Anstalten deutliche reduziert werden (ob das 4 Anstalten Modell sinnvoll ist sein mal dahingestellt) als auch, daß die Parallelstruktur des ZDF durch Privatisierung oder Abschaltung abgeschafft wird.

Dazu gehört die ausufende Anzahl an Spartenkanälen und sonstigen Aktivitäten (Beispiel das von der grünen Politik durchsetzte FUNK Angebot für Judendliche) zu reduzieren bzw. abzuschaffen.

Dazu gehört, daß die Finanzierung teure Privatveranstaltungen wie Olympia und Bundesliga nicht dem GEZ Zahler zugemutet werden können. -> Hier gibt es erfreulicherweise einen ersten Schritt...

von raeuberhotzenplotz1 - am 30.11.2016 07:01
Was eine offensichtlich Ente alles für Diskussionen auslösen kann ... Genau aus diesem Grunde werden "Enten" gemacht: Um die Diskussion zu starten und so die eigentlich "Ente" in die Wirklichkeit zu überführen.

Ich seh's wie Sebastian:
Zitat
Sebastian Dohrmann
Vielleicht halten wir uns dann lieber daran: http://www.radioszene.de/98149/ard-fusion-dementi.html


Zitat
rauberhotzenplotz1
Dazu gehört, daß sowohl die ARD Anstalten deutliche reduziert werden (ob das 4 Anstalten Modell sinnvoll ist sein mal dahingestellt) als auch, daß die Parallelstruktur des ZDF durch Privatisierung oder Abschaltung abgeschafft wird.

Privatisierung hat ja auch schon so richtig gut bei den ehemaligen staatlichen Unternehmen Post, Bahn, Telekom usw. funktioniert ... sind jetzt alle deutlich effizienter und kundenorientierter :joke::rolleyes:

von Jens1978 - am 30.11.2016 07:45
Zitat
Jens1978
Privatisierung hat ja auch schon so richtig gut bei den ehemaligen staatlichen Unternehmen Post, Bahn, Telekom usw. funktioniert ... sind jetzt alle deutlich effizienter und kundenorientierter :joke::rolleyes:


Wieso Joke? Schau mal, wie lange Du früher auf einen Telefonanschluß gewartet hast, und wie rasant die DBP die Vorläufer des Internets (DFÜ gabs schon lange vorher...) eingeführt hat. Wenn ich heute eine Störung bei der Telekom melde, ist morgen der Techniker im Haus. Und ich muss vorher nichtmal selbstgekaufte Technik verstecken.
Der muffigen alten Behörden-Bummelbahn trauere ich auch nicht nach. Anfragen wurden bisher immer vom Serviceteam der DB bei Facebook binnen kürzester Zeit beantwortet.
Meine Postfilliale hat bis 20 Uhr geöffnet, seit sie von einem Supermarktbetreiber übernommen wurde. Und nicht wie früher schon zu, wenn ich endlich Feierabend habe...

von DH0GHU - am 30.11.2016 10:15
...und wie toll dann das alles wird wenn die Privatisierungen weitergehen. Zu ergänzen wäre da natürlich noch der Energiesektor, auch da gab es definitiv Gewinner, schließlich muß man den/die Shareholder ja auch zählen, nicht immer nur der der zahlt :bloed: . Und wie das dann erst beim Militär wird, das sind ja klasse Aussichten: Nicht immer wenn man einen Krieg anfängt ist das Land danach ein Stück kleiner. Man betrachte Blackwater etc., da rockt es! :rolleyes:

von Thomas (Metal) - am 30.11.2016 11:15
Zitat

Wieso Joke? Schau mal, wie lange Du früher auf einen Telefonanschluß gewartet hast, und wie rasant die DBP die Vorläufer des Internets (DFÜ gabs schon lange vorher...) eingeführt hat. Wenn ich heute eine Störung bei der Telekom melde, ist morgen der Techniker im Haus. Und ich muss vorher nichtmal selbstgekaufte Technik verstecken.
Der muffigen alten Behörden-Bummelbahn trauere ich auch nicht nach. Anfragen wurden bisher immer vom Serviceteam der DB bei Facebook binnen kürzester Zeit beantwortet.
Meine Postfilliale hat bis 20 Uhr geöffnet, seit sie von einem Supermarktbetreiber übernommen wurde. Und nicht wie früher schon zu, wenn ich endlich Feierabend habe...

OT
Post wird in manchen Gegenden Deutschlands nicht mehr an allen Tagen zugestellt (nein, keine Inseln). In vielen Gebieten kommt die Post erst am Nachmittag, die Briefträger wechseln häufig und haben schlechte Arbeitsverträge und -bedingungen. Die "Post"filialen in den Supermärkten haben erst kürzlich neue Bedingungen zum Betrieb ihrer Filialen bekommen, und natürlich nicht bessere.

Bei der Bahn wird die Infrastruktur an die Wand gefahren, da Investitionen zurückgefahren werden. Strecken werden dicht gemacht, Güterverkehr gibt es de facto fast nicht mehr. Neben den Gleisen werden die Bäume nicht mehr verschnitten und fallen - oh Wunder - regelmäßig bei starkem Wind auf die Gleise oder mindestens das Laub stört. Von Eis im Winter ganz zu schweigen. Auch hier: Arbeitsverträge schlechter geworden, die Preise nicht besser.

Was die Technik angeht, ja, die ist besser und schneller geworden, wäre sie aber auch ohne Privatisierung. Und was die Öffnungszeiten angeht: Das kannst du nicht vergleichen, damals hatten selbst die Geschäfte nur bis 18:30 offen. Selbst heute haben Rathäuser an mehreren Tagen der Woche lange offen um Behördengänge zu erledigen.

Ein anderes Beispiel wären die vielen mittlerweile privaten Krankenhäuser. Da muss man sich nicht wundern, dass auf dem Land die Häuser dicht gemacht werden und an Hygiene gespart wird. Das ist logisch, privat = profitorientiert, das verträgt sich eben nicht immer.

Nicht falsch verstehen, es war vieles verbesserungswürdig bei den überdimensionierten Behörden, aber Privatisierung ist auch kein Allheilmittel. Langfristig ist sie teurer.
/OT

von Jens1978 - am 30.11.2016 11:39
Zitat
Zwölf
Ähm, gerade dort ist doch die ARD länderübergreifend aufgestellt; im Radio mit MDR Jump, MDR Kultur, MDR aktuell und MDR Sputnik.


Da hast du zielsicher 2 1/2 unhörbare Sender aufgezählt.

MDR jump - Privater als jeder Privatsender. Habe ich in den 90ern gehört, bis sie immer jugendlicher sein wollten. Seitdem nur noch aus Versehen gehört.
MDR Kultur (eigentlich (MDR) Figaro) - Kein schlechter Sender, allerdings nicht mein Musikformat. Habe natürlich reingehört, bin aber nie "kleben geblieben".
MDR aktuell - Nach einer Stunde hat man die Meldungen durch. Nach meiner Erinnerung wenig regionales und wenn dann Nachschau. Ich will aber z.B. nicht wissen dass Saxonia Balloon Fiesta war, sondern dass sie demnächst sein wird.
MDR Sputnik - Definitiv ein Jugendsender, ist dann zum Kindersender mutiert. Außerdem (damals) schlecht empfangbar.

Möglicherweise waren die Informationen auf den MDR Landesprogrammen hörbar, allerdings fühlte ich mich für die Musikfarbe zu jung und diese Sender orientieren sich auch wieder an den Landesgrenzen.

Und da ist wieder die Schwäche des heutigen Systems (für mich): Entweder sind die Sender bundesweit und können kaum flächendeckend Regionalinformationen bieten oder sie sind regional und an der Landesgrenze ist Schluß. Und das betrifft leider auch Privatsender sowie Zeitungen.

von 2-0-8 - am 30.11.2016 20:10
Es ist nicht überall der Fall. Donau3FM fühlt beispielsweise sowohl für die baden-württembergische als auch die bayerische Seite des Ulmer Raums verantwortlich und ist glaube ich auch bei beiden Landesmedienanstalten gemeldet.

Die Einteilung nach Ländern ist durchaus sinnvoll in Bezug auf landespolitische Ereignisse usw. Teilweise sind Ländergrenzen auch was deckungsgleich mit regionalen Identitäten. Z.B. in historisch alten Ländern wie Bayern. In anderen Ländern wie Sachsen-Anhalt hat es auch in der Vergangenheit kaum eine regional abgegrenzte Identität gegeben die das ganze Bundesland umfasst aber auch nach außen abgegrenzt hätte. Ich vermute, dass einigen in ST die Grenzziehungen zu Brandenburg oder Thüringen relativ willkürlich vorkommen und nur als nüchterne Abrenzung verschiedener politischer Einflusszonen erscheinen. Von daher wäre für die mitteldeutschen Länder vlt. eine andere Lösung gut, als für Bayern. Es kursieren ja auch immer mal wieder Fusionsgedanken, aus den drei mitteldeutschen Ländern eines zu machen - dann würde es Rundfunkmäßig vlt. auch anders aussehen.

von Zwölf - am 30.11.2016 21:29
Zitat
Zwölf
Es ist nicht überall der Fall. Donau3FM fühlt beispielsweise sowohl für die baden-württembergische als auch die bayerische Seite des Ulmer Raums verantwortlich und ist glaube ich auch bei beiden Landesmedienanstalten gemeldet.

Die Einteilung nach Ländern ist durchaus sinnvoll in Bezug auf landespolitische Ereignisse usw. Teilweise sind Ländergrenzen auch was deckungsgleich mit regionalen Identitäten. Z.B. in historisch alten Ländern wie Bayern. In anderen Ländern wie Sachsen-Anhalt hat es auch in der Vergangenheit kaum eine regional abgegrenzte Identität gegeben die das ganze Bundesland umfasst aber auch nach außen abgegrenzt hätte. Ich vermute, dass einigen in ST die Grenzziehungen zu Brandenburg oder Thüringen relativ willkürlich vorkommen und nur als nüchterne Abrenzung verschiedener politischer Einflusszonen erscheinen. Von daher wäre für die mitteldeutschen Länder vlt. eine andere Lösung gut, als für Bayern. Es kursieren ja auch immer mal wieder Fusionsgedanken, aus den drei mitteldeutschen Ländern eines zu machen - dann würde es Rundfunkmäßig vlt. auch anders aussehen.


Die Bezirke und die alten Länder vor 1952 waren auch zum teil nicht identisch zu den heutigen landesgrenzen.

Hinzu kommt natürlich, dass über eine Grenzen ohne einen Regionalen unterschied aufgewachsen ist.

von DAB_Saar - am 30.11.2016 22:04
Früher hatten wir hier überwiegend zentralistischen Rundfunk aus der Nalepastrasse, Berlin Oberschöneweide. Es gab wochentags nur vormittags ein Regionalprogramm für ein paar Stunden auf Radio DDR2, hier bei uns war das UKW/Halle-Magdeburg und kam aus dem Waisenhausring Halle/S., hatte bis Mitte der 80iger nur die 94,6 Mhz Brocken und Dequede, für 2 Bezirke, es ging nur in mono eine Leitung von Halle zum Brocken raus, wie das Signal nach Dequede kam weiß ich nicht (Ballempfang vom Brocken?), später kam noch die Lokalfrequenz 100,8 für Halle in stereo dazu. Da alle DDR-Bürger nahezu arbeiten waren zur Regional-Sendezeit, war das Programm fast ohne Hörer, in der Region Zeitz hat man es gar nicht erst mal vernünfig empfangen können.

Wer zu Hause war, zu Regionalsendezeit, hatte zu 99% keinen DDR-Sender an. Es ging den DDR-Bürgern gar nicht darum Lokalsender zu hören, sondern Westsender, es ging hauptsächlich um Unterhaltung und Musik und politische, etwas ungefilterte Informationen.
Ein Großteil der Leute von heute wäre auch mit bundesweiten Programmen zufrieden, wenn sie gut sind, wenn sie Musik, Unterhaltung und Nachrichten bieten, die qualitätsvoll sind und nicht nach 20 Titeln von vorn anfangen die Playlist zu spielen, so wie heute.
Das Regionale halte ich einfach überschätzt, wieso hatte Radio Luxemburg über KW 6090kHz in den 70igern so einen Erfolg? Ganz einfach, weil es damals beste Unterhaltung war, die andern Sender steife Musik vor sich hinsendeten und das Wort überwiegte.
Natürlich haben Regionalprogramme bzw. Regionalinformationen und Nachrichtenprogramme ihre Berechtigung. Dank RDS im Auto wird man immer auch auf seinen Verkehrsfunksender im Auto geleitet, wenn man was anderes hören möchte.
Man könnte schon bundesweit Unterhaltungsprogramme auch zusammenfassen, das ist aber politisch nicht gewollt.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 01.12.2016 08:30
Büroarbeit war nicht so verbreitet wie jetzt. Bei anderen Berufen, konnte ich mir Radiohören weniger vorstellen, z.B. wegen des Lärms, wegen des Drecks, wegen Radio Hören in der Öffenlichkeit usw..

Wenn ich mal in der Vorfertigung war da lief schon immer mal ein Radio, aber nie das Regionalprogramm, Westradio wurde uns auf Arbeit verboten, wenn der Chef reinkam mussten wir sofort umschalten, falls das mal aus Versehen passiert war ;-). Bei der Messewelle (zu der Zeit lief ja viel mehr Westmusik als bei anderen Ostsendern) hatte er mal solange gewartet, bis die Stationskennung kam :D, weil sich das der Musik nach schon fast wie ein Westsender anhörte.

Bei Radio DDR1 kam mir immer die Wurst, Jürgen Walter, Dagmar Frederick, politischer Kommentar usw. rauf u. runter, da hatte ich lieber gar kein Radio.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 01.12.2016 12:12
Wisst Ihr eigentlich wie teuer ein Radio in der DDR war?
Meiner Erinnerung nach 1 Monatslohn. Da ich aber noch zu klein war habe ich welche von der Müllhalde geholt und probiert. Heute auf Arbeit baue ich immer noch aus vielen Teilen was zusammen.

von pomnitz26 - am 01.12.2016 17:51
Mein Monoradiorekorder, den ich 1980 zu Jugendweihe bekam, kostete 1160 Ostmark. Der UKW -Tuner war empfindlich, aber nicht sehr trennscharf, war zu der Zeit auch nicht wichtig. MW und
KW war vorhanden, einmal 49m mit Ferritantenne und dann noch mal KW 49-31m mit Teleskopantenne, LW fehlte.
Der Durchschnittsnettolohn Betrug 1980 in der DDR etwa 750 Ostmark.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 01.12.2016 19:31
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