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B.Zwo, Frankfurt, mittendrin, DLR-Fan Sachsen-Anhalt, dlf-fan, RheinMain701, Zwölf, BadestadtFM, Jens1978, OlaP, Thomas (Metal), Klaus Wegener

ehemalige Sender an der innerdeutschen Grenze

Startbeitrag von B.Zwo am 25.11.2016 19:23

Wenn man sich die analogen Fersehsender für das 1. Programm der ARD ansieht fällt auf das man im Norden auf UHF (Bungsberg, Dannenberg) in der Mitte auf VHF III (Harz-West, Hoher Meißner) und im Süden auf VHF I (Kreuzberg, Ochsenkopf) gesetzt hat. Ist das Zufall oder hat das vielleicht einen Grund? Politisches Ziel war bekanntermaßen möglichst weit in die DDR zu strahlen. Da hätte man wohl mit Band I die besten Chancen gehabt. In diesem Zusammenhang stellt sich daher die Frage warum der hr den Kanal 2 auf der Sackpfeife betrieben hat und nicht auf dem Hohen Meißner?

Antworten:

Das Band I hat seine Stärken hauptsächlich im Hoch-/Mittelgebirge. Davon gibt es im Süden reichlich, der Norden hingegen ist Flachland und da bieten sich Band I und UHF nicht viel. Dafür gibt es im Sommer Störungen durch Es die für DXer grandios sind, für den Normal-DDR-Zuschauer der eigentlich nur unzensierte Westnachrichten schauen will und dafür auf einmal den RÚV auf Isländisch auf dem Schirm hat nicht so.

von RheinMain701 - am 25.11.2016 19:29
Möglicher Weise wurden Band I-Frequenzen auch in der nördlichen DDR oder Polen genutzt, sodass man darauf auf BRD-Seite entsprechend Rücksicht nehmen musste. Auch wenn BRD-Nachbarländer wie Dänemark Band I-Kanäle verwendeten, musste ja entsprechende Sicherheitsabstände eingehalten werden.

von Zwölf - am 25.11.2016 19:36
Am Bungsberg war kein VHF-Kanal mehr frei, bei der Koordinierung mussten schließlich auch die Interessen der Nachbarländer Schweden und Dänemark berücksichtigt werden. Band I wurde in der DDR noch bis Anfang bzw. Mitte der 80er Jahre genutzt, als da wären Helpterberg, Kanal 3 und Calau, Kanal 4.

von dlf-fan - am 25.11.2016 19:56
Dann zählen wir doch mal für den Bungsberg aus:

E3 hätte auf Grund von Helpterberg keine Verbesserung gebracht, zudem hätte es sicherlich Einzüge gegeben.
E4 war in Flensburg in Betrieb
E2 war in Steinkimmen in Betrieb.

von Thomas (Metal) - am 25.11.2016 21:30
E3 war auch in Dänemark in Betrieb (Sonder Höyrup). Und E4 wurde in Kopenhagen eingesetzt.

von RheinMain701 - am 25.11.2016 21:45
Kiel Kanal 5 spielte für die Versorgung der DDR quasi keine Rolle.
Hamburg Kanal 9 hatte eine sehr gute Reichweite und wurde auch genutzt.
An der Ostseeküste hatte man sogar den Vorteil, dass man mit 2 UHF-Antennen
das Erste, Zweite und Dritte Nord empfangen konnte und nur eine kleine VHF
für DDR brauchte.

von OlaP - am 26.11.2016 16:23
Flensburg Kanal 4 hätte man eigentlich mehr ins Zonenrandgebiet verlegen können. Kiel K5 war m.W. zu schwach. Dafür war die ARD dank Flensburg in Dänemark fast überall im Kabel

von Frankfurt - am 27.11.2016 09:43
Ich denke auch Kanal 2. Entweder von Steinkimmen oder von der Sackpfeife. Oder wollte vielleicht nur der BR möglichst weit in die DDR strahlen und den anderen ARD Sendern war das nicht wichtig?

von B.Zwo - am 27.11.2016 21:01
Zitat
B.Zwo
Oder wollte vielleicht nur der BR möglichst weit in die DDR strahlen und den anderen ARD Sendern war das nicht wichtig?

Bestimmt nicht.
Leipzig(Zentrum)-Ochsenkopf 151km K4 Fußpunkt 1013m
Leipzig(Zentrum)-Harz/West 137km K10 Fußpunkt 820m
Standard-Ausrichtung in Leipzig war eher K10 Harz für Westempfang, weil besser.
Meine Erinnerung: In Hamburg/Hannover ist man eher mal auf Magdeburg/Halle/Leipzig/Erfurt eingegangen als in München.
Freundliche Grüße

von mittendrin - am 27.11.2016 21:42
Zitat
mittendrin
Meine Erinnerung: In Hamburg/Hannover ist man eher mal auf Magdeburg/Halle/Leipzig/Erfurt eingegangen als in München.

Wobei Technik und Programminhalte ja nicht in die gleiche Richtung gehen müssen. In Hamburg/Hannover (wie im Großteil des NDR-Gebietes) lag die DDR praktisch vor der Haustür und es es gab von daher dort wohl auch besonders viele Leute mit Verwandten im Osten.
In München war selbst die italienische Grenze um einiges näher als die DDR. Ich kann mir gut vorstellen, dass der BR damals sein Programm eher der südbayerischen und weniger der fränkischen Situation entsprechend gestaltet hat. Eine hohe technische Reichweite in den Osten hingegen war wahrscheinlich auch eine Art Aushängeschild und hatte von daher für den BR wahrscheinlich einen höheren Stellenwert.

von Zwölf - am 28.11.2016 01:47
Wurden eigentlich für die DDR Zuschauer wichtige Inhalte dediziert auf die weiter reichenden VHF Frequenzen sprich ARD "geschoben" ?

von Frankfurt - am 29.11.2016 08:15
Ab 4.9.1961 gab es über die Sender Berlin, Bungsberg, Torfhaus, Hoher Meißner, Rimberg, Kreuzberg und Ochsenkopf ein Vormittagsprogramm für die DDR, ab 1966 dann gemeinsam mit dem ZDF.
Die DDR setzte um diese Zeit dann immer Spielfilme dagegen, z.B. die Feuerzangenbowle.

von BadestadtFM - am 29.11.2016 08:30
Zitat
Frankfurt
Wurden eigentlich für die DDR Zuschauer wichtige Inhalte dediziert auf die weiter reichenden VHF Frequenzen sprich ARD "geschoben" ?


Beim TV weiß ich es nicht, aber Ende letzten Jahres, als die DLF Mittelwellen abgeschaltet wurden, gab es div. Sendungen zum Thema, wo u.a. berichtet wurde, dass z.B. bei Wunschkonzerten die Wünsche der Hörer im Osten erst nach Einbruch der Dunkelheit ausgesendet wurden, da die Mittelwellen dann weiter reichten.

von Klaus Wegener - am 29.11.2016 09:52
Es gab auch Gebiete wo das ZDF besser zu empfangen war als die ARD, siehe Bungsberg.
ARD war meistens etwas linksorientierter als ZDF (was ja mal als Regierungsfernsehen vorgesehen war).
Das ZDF-Magazin war der Gegenpol vom schwarzen Kanal, es gab keine Austrahlungen davon via VHF, war trotzdem auch für DDR-Bürger bestimmt.

Es gab aber Unterhaltungssendungen des ZDF, wie z.B. Disco und ZDF-Hitparade, oft Samstag vormittags wiederholt von den grenznahen ARD-Sendern, das war sicherlich für die DDR-Bürger ohne ZDF-Empfang.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 29.11.2016 11:52
Zitat
BadestadtFM
Ab 4.9.1961 gab es über die Sender Berlin, Bungsberg, Torfhaus, Hoher Meißner, Rimberg, Kreuzberg und Ochsenkopf ein Vormittagsprogramm für die DDR, ab 1966 dann gemeinsam mit dem ZDF.
Die DDR setzte um diese Zeit dann immer Spielfilme dagegen, z.B. die Feuerzangenbowle.

Interessant, dass in der Liste Hamburg K9 fehlt, denn der spielte ja zwischen Bungsberg und Harz eine bestimmt große Rolle, neben Dannenberg. Was war mit Berlin?

von Jens1978 - am 30.11.2016 08:00
Berlin K7 deckte ein sehr großes Feld ab und gehört eigentlich mit in die Liste.
Welche Bedeutung Hamburg überhaupt hatte beim Westempfang in der DDR hatte, das weiß ich nicht, kenne keine Leute in innerdeutscher Grenznähe die diesen speziell angepeilt hatten.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 30.11.2016 09:12
Berlin steht doch in der Liste. Genau müsste es Berlin-Scholzplatz (Kanal 7) heißen.
Hamburg war, so weit ich weiß, nicht dabei.
Der Rimberg kam auch erst später dazu (Kanal 57), der hat nie auf VHF gesendet. In diversen Publikationen wird 1957 als Bauzeit für den Sender angegeben. Das ist definitiv falsch. Ich habe den Bau des Mastes selbst beobachtet, und das war in den 60er Jahren.

von BadestadtFM - am 30.11.2016 09:21
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Welche Bedeutung Hamburg überhaupt hatte beim Westempfang in der DDR hatte, das weiß ich nicht, kenne keine Leute in innerdeutscher Grenznähe die diesen speziell angepeilt hatten.

Doch, doch. Die ganze schweriner Gegend und möglicherweise der nördlichste Norden Sachsen-Anhalts. Ich erinnere mich an einen Streit unter uns Kindern Anfang der 60er Jahre im Ferienlager
("K10 ist Westen, K9 ist DDR" - "Du spinnst, K9 ist Westen!") Das ganze war an der Ostsee.
An UHF war da noch nicht zu denken, Konverter (Für Jüngere: Set-Top-Boxen) gab es offiziell erst ab 1969 mit Einführung des 2. Programms. Eigenbauten natürlich wesentlich eher für den ZDF-Empfang so ab Mitte der 60er Jahre (AF139 aus dem Westpaket vorausgesetzt).
Insofern scheiden Dannenberg K43 und Rimberg K57 für das Erste von vornherein aus.

von mittendrin - am 30.11.2016 09:40
Was deckt Rimberg im Osten ab was Hoher Meißner oder Kreuzberg nicht abdecken würden?

von B.Zwo - am 30.11.2016 18:16
Ich erinnere mich, dass "damals" in Teilen Eisenachs hr3 besser (sauberer) auf der 97,7 ging. Ob das auch TV-mäßig relevant war, weiß ich nicht...

von dlf-fan - am 30.11.2016 18:52
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