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ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia (und nun auch an die Champions League)

Startbeitrag von Spacelab am 28.11.2016 12:02

Eben lief ein Bericht darüber im Radio. Mittlerweile kann man es aber auch in verkürzter Form HIER nachlesen.

Auf DWissen gab es noch ein Interview mit einem Sprecher von Discovery. Dort hörte sich das nicht so harmlos an wie in dem Artikel auf GMX. In dem Gespräch hieß es das die Highlights zwar weiter im Free-TV auf Eurosport 1 gezeigt werden. Aber das können durchaus zum größten Teil auch Aufzeichnungen sein. Wirklich 100% Live dabei sei man über Eurosport 2 und vor allem über den Eurosport Player. Auch DMAX soll zum Olympia Sender werden.

Edit von NurzumSpassda: Überschrift erweitert.

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Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Vielleicht merkt ja dann auch das IOC endlich mal, dass es den Bogen überapannt. Und wie kann man europäische Rechte an einen amerikanischen Konzern geben? Okay, eine Senderfamilie von denen hat die magischen Vorsilben Euro im Namen. Aber dass die überzogene Forderungen beim Weiterverkauf stellen, ist doch klar. Sind halt Amis. Damit ist Microsoft groß geworden, damit halten alle Apple für was Tolles, nur weil es teuer ist, dank Bambi verwechselt man mal gerne Rehe und Hirsche, und dank der zugegebenermaßen kindgerechten Version von das Dschungelbuch gibt es gemüztiche menschenfreundliche Bären im Dschungel, und jeder Nichtdeutsche hält doch beim ersten Besuch von Neuschwanstein diesen Bau für das Disney-Schloss. Danke, ARD und ZDF, dass ihr das nicht mitgegangen seid. Wir schimpfen hier ja teilweise oft genug über die Inkonsequenz beim Sparen, aber hier war es ausnahmsweise an der richtigen Stelle.

Wenn sich jemand über meine Vergleiche wundert: Hier geht es mir um Ver**schung, die nach gewisser Zeit für bare münze genommen wird. Eurosport, äh Discovery, wird uns demnächst sicher noch verkaufen, dass die olympischen Spiele der Neuzeit erst durch die von us-amerikanischen Organisatore und Konzernen betriebene Kommerzialisierung zu einem Erfolg geworden ist.

von rolling_stone - am 28.11.2016 16:14

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Ich bin auch der Meinung, dass ARD und ZDF nicht jeden Krampf mitmachen müssen. Die Gelder, die für Sportrechte inzwischen angesagt werden, sind horrend. Und ich befürworte es auch durchaus, das Geld in sinnvollere Programminhalte zu investieren.

Klar, Sport ist oft Quotenbringer. Aber die Ausgaben für Sportrechte stehen bald in keinem Verhältnis mehr. Was nun Eurosport/Discovery daraus machen wird, wird interessant zu beobachten sein. Vor allem was das Verhältnis der Übertragungen auf ESP1 und ESP2 betrifft.
Ob sich allerdings nur wegen der Olympischen Spiele zahlreiche Zuseher für ein PayTV-Abo oder für den Eurosport Player entscheiden werden, lass ich mal dahingestellt.
Bei Vodafone Kabel Deutschland läuft ESP2 im teuersten PayTV-Paket, und das auch nur in SD-Qualität. Und dafür 20 Euro pro Monat extra zahlen???

Der Eurosport Player ist zwar aufs Jahr gesehen deutlich günstiger, aber ich bin halt so altmodisch, und möchte das Programm auch wirklich am TV ansehen. Klar, der Eurosport Player ging auch als App am Smart TV, bis im Spätsommer diesen Jahres der Service eingestellt wurde. Über Chromecast z. B. würde ich das mutmaßlich immer noch auf den Fernseher kriegen. Für die paar Mal, die ich reinschaue, lohnt sich es aber auch nicht.

Und außerdem gibt es noch ein Leben draußen. Der Fernseher wird mir zumindest immer unwichtiger. ;-)

von Bengelbenny - am 28.11.2016 17:10

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat
UM74
Kann ich nicht ganz so entspannt sehen:

Dieser Rechteverlust dürfte auch ARD/ZDF deutlich schaden,immerhin überträgt man Olympia nun schon seit Jahrzehnten.
Sätze wie "Wofür zahle ich die Haushaltsabgabe" ,"Wozu brauche ich dann noch ARD/ZDF"
"Ich will mein Geld zurück" oder gar "ÖR abschaffen" werden deutlich zunehmen.Dazu kann
man sich manche Bild-Schlagzeile schon vorstellen.


Ja natürlich ist es schade, wenn ein Content auf Grund von Verschlüsselung oder sonstigen Hürden nicht mehr zur Verfügung steht. Genau so wie es schade ist, dass es die Bundesliga nicht mehr auf 90elf bzw. sport1.fm auf DAB+ gibt, bzw. nächstes Jahr nur noch im Payradio via Amazon Prime gibt. Aber das Problem sind doch nicht die ÖR, oder in meinem Beispiel 90elf, sondern viel mehr die Verbände, die Senderechte an Anbieter vergeben, von denen sie genau wissen, dass sie den Content dann hinter Paywalls verschwinden lassen, und ich werde einen Teufel tun, dass auch noch mit meinem Geld, durch Abschluss eines Abos, zu unterstützen. Und übrigens: Wären die ÖR auf die Wucherforderungen von Discovery eingegangen, hätte Bild auch gehetzt.

von FrankSch - am 29.11.2016 04:17

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Presseschau:

DIE ZEIT: >> Kein Olympia bei ARD und ZDF > Die Olympischen Spiele werden künftig ohne die Liveübertragungen von ARD und ZDF stattfinden. Zum Glück. Es ist eine Riesenchance für die öffentlich-rechtlichen Sender. > Nische statt Hauptattraktion: Olympia droht zu einem wenig beachteten Sportereignis zu werden. Schon die nächsten Winterspiele werden deutsche Fernsehzuschauer allein in Spartensendern verfolgen können. > Schwimmer, Turner und Radrennfahrer, Golfer, Triathleten und Ruderer haben vorgesorgt und ihre Europameisterschaften 2018 in Glasgow zusammengelegt. Gemeinsam mit der EM der Leichtathleten in Berlin ergibt dies ein attraktives Fernsehprogramm für zwölf Tage; eine Art Schmalspur-Olympia. Diese European Championships sollen alle zwei Jahre stattfinden; die öffentlich-rechtlichen Sender haben bereits zugegriffen. Fehlt nur noch die Anerkennung von Europameisterschaften als sportliches Ziel im neuen Spitzensportkonzept. > Senken ARD und ZDF jetzt den Rundfunkbeitrag?

Von Olympia in Rio sendeten ARD und ZDF noch 1000 Stunden Bilder. Künftig sind die Wettbewerbe nur noch bei Eurosport zu sehen. Wie kam es dazu – und was bedeutet das für die Zuschauer? FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

von Manfred Z - am 29.11.2016 06:20

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat
Spacelab
Gerade die Olympiaübertragungen hätten ARD und ZDF immer recht hohe Quoten beschert. Man hätte sich nun entschlossen doch wieder aktiv auf Discovery zuzugehen und erneut zu verhandeln. Vielleicht könne man wenigstens wichtige Teile von Olympia ins Öffentlich Rechtliche Fernsehen holen.


Kein Wunder, es lief ja auch 4 Wochen von morgens bis spät in die Nacht nichts anderes. Das der ein oder andere dann auch mal da hängenbleibt, ist doch klar. Olympia muss auch nicht zwingend im öffentlich-rechtlchen TV laufen. Der sportliche Wert ist bei diesem Ereignis sowieso eher gering, oder kann sich noch jemand an die deutschen Olympiasieger in Rio erinnern? Ich nicht mehr so wirklich und sooo lange ist es ja noch nicht her.
Erneut verhandeln ist ja schön und gut, aber wenn der Drops gelutscht ist, dann soll auch gut sein. Offensichtlich lag die Differenz bei 100 Millionen. Ein stolzes Sümmchen. Vermutlich wird man sich dann bei 250 Millionen einigen und alle sind glücklich und die ARD kann sich dann auf die Schulter klopfen, dass sie ja 50 Millionen "eingespart" hat.

von zerobase now - am 29.11.2016 12:31

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat
DLRFSA
wahrscheinlich dann trotzdem ganz D dann via T2 ohne Olympia, da wohl in T2 Eurosport und Dmax fehlen werden.

Freenet TV hat ja noch nicht alle geplanten Sender genannt!

http://www.dehnmedia.de/?page=dvbt2&subpage=plattform
"Auf einem Vortrags-Chart von Freenet von Anfang Juli 2016 ist das Logo von Tele5 zu sehen. Die Programmseite der Freenet-Website zeigt das Logo von DMaxHD. Letzteres könnte frühere Vermutungen über eine Beteiligung der Discovery-Gruppe bestätigen. Sie ist mit Eurosport und TLC bzw. DMAX in einigen DVB-T Regionen vertreten. Strategiechef Alberto Horta hatte schon 2014 Interesse bekundet: „Wir glauben fest an die terrestrische Verbreitung und unterstützen dies von Beginn an“. "

Eurosport und DMAX könnten also durchaus dabei sein. Allerdings nur gegen Geld.

Zitat
DLRFSA
Gibts den hier soviele Terrestrik Zuschauer als einzigsten Empfangsweg?

In Bremen sind es 25% Terrestrik-Zuschauer, also ziemlich viel. Allerdings besagt diese Zahl nicht, daß diese 25% die Terrestrik als einzigen Empfangsweg nutzen.

Anmerkung: Ein Wort "einzigste/r" existiert in der deutschen Sprache nicht.

von iro - am 29.11.2016 14:28

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat
zerobase now
Zitat
Spacelab
Gerade die Olympiaübertragungen hätten ARD und ZDF immer recht hohe Quoten beschert. Man hätte sich nun entschlossen doch wieder aktiv auf Discovery zuzugehen und erneut zu verhandeln. Vielleicht könne man wenigstens wichtige Teile von Olympia ins Öffentlich Rechtliche Fernsehen holen.


Kein Wunder, es lief ja auch 4 Wochen von morgens bis spät in die Nacht nichts anderes. Das der ein oder andere dann auch mal da hängenbleibt, ist doch klar.


Natürlich. Knapp 85 Millionen Deutsche empfangen nur drei Programme, von denen zwei Programme sich "Das Erste" und "ZDF" nennen. Da bleibt der gesamten Bevölkerung auch nichts anderes übrig, als Olympia zu gucken. Ist bei großen Fußball-Events übrigens genauso.


OMG. Eine Runde Hirnschmalz an den Niederrhein, bitte!

von Mc Jack - am 29.11.2016 14:29

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat
Spacelab
Eben auf DKultur meinte Thomas Bellut (sinngemäß) das es einen ordentlichen Shitstorm gegeben hätte. Die Zuschauer und Gebührenzahler seien aufgebracht. Zuerst seien immer mehr wichtige Fußballspiele ins Privat-TV abgewandert, dann das Debakel mit der Handball WM und jetzt auch noch das Megaereignis Olympia... Gerade die Olympiaübertragungen hätten ARD und ZDF immer recht hohe Quoten beschert. Man hätte sich nun entschlossen doch wieder aktiv auf Discovery zuzugehen und erneut zu verhandeln. Vielleicht könne man wenigstens wichtige Teile von Olympia ins Öffentlich Rechtliche Fernsehen holen.

Das wundert mich nicht; unter den zahlreichen Sportfans dürfte es einige geben, die HD+ und Co. boykottieren möchten oder terrestrisch schauen (und sei es nur am Zweitgerät). Für sie bedutet das einfach eine Verschlechterung, die auch nicht durch zusätzliche Shows oder Spielfilme ausgeglichen werden kann. Einige befürchten wahrscheinlich auch, dass sie auf Eurosport 1 mit viel Werbung genervt werden und einige attraktive Übertragungen nur auf Eurosport 2 zu sehen sein werden. Wenn ESP1 2023 zusammen mit den großen Privatsendern SD über Sat abschaltet, wird Olympia 2024 wohl nur noch gegen Geld zu sehen sein. Und dann gibt's natürlich noch die Leute, die selbst Randsportarten betreiben und fürchten, dass ihre Sportarten durch eine Übertragung bei Eurosport weniger öffentliche Aufmerksamkeit erhalten und sie so längerfristig u.U. stärkere Nachwuchsprobleme bekommen werden.

Ich persönlich weine Olympia keine Träne nach, aber ich sehe es mit einer gewissen Besorgnis, wenn ARD und ZDF ein Massen-Highlight nach dem anderen aus den Händen geben (müssen). Langfristig wird das dem ö.r. Rundfunk nicht gut tun.

von Zwölf - am 29.11.2016 16:27

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

War klar das die ÖR nicht ohne deutliche Schrammen aus dieser Sache herauskommen.

Ausgerechnet die finanzstärksten ÖR-Sender können/wollen sich die Olympiaübertragungen nicht mehr leisten,wärend andere ÖRs das anscheinend ohne grössere Probleme schaffen.

Wir erleben gerade eine fortschreitende Entwertung der Haushaltsabgabe,gerade für sportaffine Zuschauer.Das werden die sich nicht ewig gefallen lassen.Niemand zahlt gerne ohne ausreichende Gegenleistung.
Keine Ahnung in wieweit hier auch die europaweite FTA-Ausstrahlung eine Rolle gespielt hat,einfacher hat sie es sicher nicht gemacht.

Dadurch dürften die ÖR bei den kommenden Rechtevergaben für WM oder EM ordentlich unter Druck geraten.Verliert man auch diese Rechte ist Feuer unterm Dach.

von UM74 - am 29.11.2016 21:52

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat
UM74
Ausgerechnet die finanzstärksten ÖR-Sender können/wollen sich die Olympiaübertragungen nicht mehr leisten,wärend andere ÖRs das anscheinend ohne grössere Probleme schaffen.

Wir erleben gerade eine fortschreitende Entwertung der Haushaltsabgabe,gerade für sportaffine Zuschauer.Das werden die sich nicht ewig gefallen lassen.Niemand zahlt gerne ohne ausreichende Gegenleistung.
Keine Ahnung in wieweit hier auch die europaweite FTA-Ausstrahlung eine Rolle gespielt hat,einfacher hat sie es sicher nicht gemacht.

Discovery hat bei der Versteigerung ARD und ZDF überboten - das zusätzliche Geld will Discovery natürlich wieder reinholen + Gewinn. In Deutschland leben sehr viele Leute und durch die Sat-Ausstrahlung kann ganz Europa so Olympia in HD sehen; in den Nachbarländern verstehen sogar noch viele die Sprache. Von daher haben wohl auch schon in der Vergangenheit ARD+ZDF den größten Brocken der Kosten getragen, sodass eine prozentuale Umlegung die dt. Anstalten auch am härtesten trifft. Wenn die Kosten für ARD/ZDF um ca. 50Mio. steigen, entspräche dies auf die Einwohnerzahl Österreichs heruntergerechnet für den ORF nur noch 5 Mio. - wahrscheinlich noch weniger, da man über Sat verschlüsselt.
Beim Standard hieß es sogar, der Preis hielt sich im Rahmen der üblichen Olympia-Rechte-Kosten des ORF. (siehe: http://derstandard.at/2000038838263/ORF-kaufte-Olympia-Rechte-fuer-2018-und-2020-von-Discovery)
Die Lage der anderen Länder kann man also nicht so einfach auf DE übertragen. Wären ARD/ZDF mitgegangen hätte es wahrscheinlich gehießen: "In vielen anderen Ländern wurde kaum mehr für die Olympia-Rechte ausgegeben als bisher, aber ARD und ZDF nehmen Olympia um jeden Preis und verursachen damit Rekord-Kosten - Sparen: Fehlanzeige"

von Zwölf - am 29.11.2016 22:51

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat
Zwölf
Zitat
UM74
Ausgerechnet die finanzstärksten ÖR-Sender können/wollen sich die Olympiaübertragungen nicht mehr leisten,wärend andere ÖRs das anscheinend ohne grössere Probleme schaffen.

Wir erleben gerade eine fortschreitende Entwertung der Haushaltsabgabe,gerade für sportaffine Zuschauer.Das werden die sich nicht ewig gefallen lassen.Niemand zahlt gerne ohne ausreichende Gegenleistung.
Keine Ahnung in wieweit hier auch die europaweite FTA-Ausstrahlung eine Rolle gespielt hat,einfacher hat sie es sicher nicht gemacht.

Discovery hat bei der Versteigerung ARD und ZDF überboten - das zusätzliche Geld will Discovery natürlich wieder reinholen + Gewinn. In Deutschland leben sehr viele Leute und durch die Sat-Ausstrahlung kann ganz Europa so Olympia in HD sehen; in den Nachbarländern verstehen sogar noch viele die Sprache. Von daher haben wohl auch schon in der Vergangenheit ARD+ZDF den größten Brocken der Kosten getragen, sodass eine prozentuale Umlegung die dt. Anstalten auch am härtesten trifft. Wenn die Kosten für ARD/ZDF um ca. 50Mio. steigen, entspräche dies auf die Einwohnerzahl Österreichs heruntergerechnet für den ORF nur noch 5 Mio. - wahrscheinlich noch weniger, da man über Sat verschlüsselt.
Beim Standard hieß es sogar, der Preis hielt sich im Rahmen der üblichen Olympia-Rechte-Kosten des ORF. (siehe: http://derstandard.at/2000038838263/ORF-kaufte-Olympia-Rechte-fuer-2018-und-2020-von-Discovery)
Die Lage der anderen Länder kann man also nicht so einfach auf DE übertragen. Wären ARD/ZDF mitgegangen hätte es wahrscheinlich gehießen: "In vielen anderen Ländern wurde kaum mehr für die Olympia-Rechte ausgegeben als bisher, aber ARD und ZDF nehmen Olympia um jeden Preis und verursachen damit Rekord-Kosten - Sparen: Fehlanzeige"


Die Hintergründe sind mir klar.

Die Lösung dieses Problems wird in jedem Fall ordentlich Geld kosten:
Entweder ARD/ZDF bezahlen in Zukunft (noch) mehr für entsprechende Rechte oder
man schränkt seine europaweite Empfangbarkeit deutlich ein.

Eine dritte Möglichkeit (die aber eigentlich keine ist): Die ÖR verzichten in Zukunft auf massenattraktive Sport-Übertragungsrechte.Inklusive Ärger/Bedeutungsverlust v.ARD/ZDF in D.

Diese Geschichte dürfte in den ÖR-Chefetagen noch ganz schön die Köpfe rauchen lassen.

von UM74 - am 30.11.2016 15:06

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Es gäbe noch Möglichkeit 4: Die Lizienzvergabe für die Ausstrahlung in DE wird bei Großereignissen daran gekoppelt, dass ein genau definierter Mindestumfang zu einem Fixpreis im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen werden darf. (Die restlichen Senderechte könnten normal versteigert werden) Dazu müssten sich die Politiker allerdings mit der Frage auseinandersetzen, die Übertragung welcher Sportlichen Ereignisse auf diese Weise förderungswürdig wären.
Das wäre natürlich ne größere Sache, die irgendeine Partei mal anstoßen müsste. Wahrscheinlich bräuchte es dafür auch Rahmenbedingungen auf EU-Ebene, damit nicht irgendwelche Programmveranstalter versuchen die Sache zu umgehen, indem sie ein deutschsprachiges Tochterprogramm im Ausland gründen, das Olympia dann über 19,2° Ost ausstrahlt.

von Zwölf - am 30.11.2016 16:03

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat
Zwölf
Zitat
UM74
In diese Sackgasse hat man sich bei den ÖR aber sehenden Auges manövriert.

Wie meinst du das? Warum sind die ÖR schuld, dass ein amerikanischer Anbieter bereit ist für die Olympia-Rechte mehr auf den Tisch zu legen als die ÖR sich dem Beitragszahler zuzumuten trauen?


Sind die Verantwortlichen bei ARD/ZDF tatsächlich davon ausgegangen so teure und begehrte Live-Sportrechte tatsächlich immer für den kompletten europäischen Kontinent einkaufen zu können ?

War doch klar das denen das irgendwann finanziell über den Kopf wachsen würde.Amerikanischer Anbieter hin oder her.Andere Sender die ihr Sendegebiet vorsorglich eingegrenzt haben sind ja auch nicht blöd.

ARD/ZDF sind nunmal keine paneuropäischen Sender sondern eigentlich nur für D zuständig.

von UM74 - am 30.11.2016 20:24

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat
UM74
Zitat
Zwölf
Zitat
UM74
In diese Sackgasse hat man sich bei den ÖR aber sehenden Auges manövriert.

Wie meinst du das? Warum sind die ÖR schuld, dass ein amerikanischer Anbieter bereit ist für die Olympia-Rechte mehr auf den Tisch zu legen als die ÖR sich dem Beitragszahler zuzumuten trauen?


Sind die Verantwortlichen bei ARD/ZDF tatsächlich davon ausgegangen so teure und begehrte Live-Sportrechte tatsächlich immer für den kompletten europäischen Kontinent einkaufen zu können ?

War doch klar das denen das irgendwann finanziell über den Kopf wachsen würde.Amerikanischer Anbieter hin oder her.Andere Sender die ihr Sendegebiet vorsorglich eingegrenzt haben sind ja auch nicht blöd.

ARD/ZDF sind nunmal keine paneuropäischen Sender sondern eigentlich nur für D zuständig.

ARD/ZDF haben die Rechte für ganz Europa eingekauft und dann Sublizenzen an die anderen Anstalten verkauft. Die Differenz sind dann die Kosten für ihre eigene Verbreitung. Aus langjähriger Erfahrung können sie abschätzen, was man bei den anderen Anstalten so holen kann. Als Discovery mitgeboten hat, sind sie irgendwann ausgestiegen, als ihnen klar wurde, dass die Differenz die für die dt. Ausstrahlung an Kosten übrig bliebe zu hoch wäre. Discovery will min. diese Differenz aber natürlich auch von ARD/ZDF, sonst wäre es ja ein Verlustgeschäft.

Man darf die FTA-Ausstrahlung von ARD/ZDF auch nicht überbewerten: Das ganze ist in deutscher Sprache und auf deutsche Sportler fokussiert. Es wird im Ausland nur sehr wenige geben, die sich das anschauen wollen im Vgl. zu der Anzahl Zuschauer in DE. (Olympia dürfte in (fast) ganz Europa im frei empfangbaren Inlandsfernsehen zu sehen sein)

Und letztlich ist es doch so, dass Discovery auch nicht weniger geboten hätte, wenn ARD/ZDF verschlüsselt wären. Und die Anstalten der anderen Länder hätten auch nicht mehr gezahlt, nur weil ARD/ZDF verschlüsselt gewesen wären.

von Zwölf - am 30.11.2016 21:01

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat
Zwölf

ARD/ZDF haben die Rechte für ganz Europa eingekauft und dann Sublizenzen an die anderen Anstalten verkauft. Die Differenz sind dann die Kosten für ihre eigene Verbreitung. Aus langjähriger Erfahrung können sie abschätzen, was man bei den anderen Anstalten so holen kann. Als Discovery mitgeboten hat, sind sie irgendwann ausgestiegen, als ihnen klar wurde, dass die Differenz die für die dt. Ausstrahlung an Kosten übrig bliebe zu hoch wäre. Discovery will min. diese Differenz aber natürlich auch von ARD/ZDF, sonst wäre es ja ein Verlustgeschäft.


Das höre ich das erste mal.Bisher kauften ARD/ZDF viele Übertragungsrechte über die EBU ein.Da die EBU nun diverse Rechte nicht mehr bekommen hat,verhandelt man direkt mit den Rechtehändlern.War auch schon z.B. bei einigen WM-Rechten so.

Zitat

Man darf die FTA-Ausstrahlung von ARD/ZDF auch nicht überbewerten: Das ganze ist in deutscher Sprache und auf deutsche Sportler fokussiert. Es wird im Ausland nur sehr wenige geben, die sich das anschauen wollen im Vgl. zu der Anzahl Zuschauer in DE. (Olympia dürfte in (fast) ganz Europa im frei empfangbaren Inlandsfernsehen zu sehen sein)

Die Sprache spielt bei Sportübertragungen keine so grosse Rolle.Und zumindest theoretisch können ARD/ZDF in ganz Europa mit einem besseren Backlech/LNB+Receiver empfangen werden.

Zitat

Und letztlich ist es doch so, dass Discovery auch nicht weniger geboten hätte, wenn ARD/ZDF verschlüsselt wären. Und die Anstalten der anderen Länder hätten auch nicht mehr gezahlt, nur weil ARD/ZDF verschlüsselt gewesen wären.

Wie ich das sehe hatten Sender mit Verschlüsselung oder Spotbeam bisher deutlich weniger Probleme beim aktuellen Olympia-Rechteerwerb (BBC/ORF/SRF).

Die Rechtehändler können eben keinem z.B.spanischen Sender irgendwelche Exklusivrechte verkaufen,wenn ARD/ZDF überall reinsenden.Meiner Ansicht nach hat das durchaus Einfluss auf den Preis den ARD/ZDF auf den Tisch der Rechteinhaber legen müssen.
Schlimmstenfalls gibts keine Rechte siehe Handball-WM (da war der Grund ja ausdrücklich die FTA-Satverbreitung) oder jetzt Olympia.

von UM74 - am 30.11.2016 22:56

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat

Wie ich das sehe hatten Sender mit Verschlüsselung oder Spotbeam bisher deutlich weniger Probleme beim aktuellen Olympia-Rechteerwerb (BBC/ORF/SRF).

Die Rechtehändler können eben keinem z.B.spanischen Sender irgendwelche Exklusivrechte verkaufen,wenn ARD/ZDF überall reinsenden.Meiner Ansicht nach hat das durchaus Einfluss auf den Preis den ARD/ZDF auf den Tisch der Rechteinhaber legen müssen.
Schlimmstenfalls gibts keine Rechte siehe Handball-WM (da war der Grund ja ausdrücklich die FTA-Satverbreitung) oder jetzt Olympia.

Naja, in den angesprochenen Ländern leben aber auch deutlich weniger Leute als in DE. Ob man in DE die AT-Rechte mitkauft macht wohl meist kaum einen Unterschied; andersrum wäre der Unterschied aber beträchtlich. Zudem hat man bei kleineren Ländern ein schlechteres Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der Produktion (auch für Eurosport selbst) Und wenn es in den entsprechenden Ländern an Konkurenz unter potentiellen Übertragungspartnern fehlt, kann man die Preise nicht übermäßig hoch ansetzen, sonst geht man am Ende leer aus. Discovery hat auch nicht die Kapazitäten um für zig europäische Länder eine auf die jeweiligen Länder zugeschnittene in Landessprache ausgeführte Übertragung auf die Beine zu stellen. Für ein Land (und da nimmt man am besten das Größte), kann man das aber natürlich schon machen. Ich vermute, dass man deshalb mit ARD/ZDF am härtesten verhandelt. Wenn ARD/ZDF einlenken hat man ein gutes Geschäft gemacht, wenn nicht, schafft man es vlt. durch Olympia seine Programme, die bei ca. 1% Marktanteil in DE rumdümpeln, im wahrscheinlich größten TV-Markt Europas zu etablieren. Ob das funktioniert bleibt abzuwarten; meines Wissens fallen die Fußball-Übertragungen auf Sport 1 quotenmäßig um einiges niedriger aus als Übertragungen auf ARD/ZDF, ähnlich könnte es Eurosport ergehen. Hinzu kommt, dass einige Wettbewerbe wohl in der europäischen Nacht statt finden werden und hier kaum Zuschauer generieren können werden - und es von daher auch entsrechend niedrige Werbeerlöse geben wird.

Im Fall von Olympia senden doch ARD/ZDF eh nur eine kleine Auswahl noch dazu mit Deutschland-Bezug; da bleibt praktisch gesehen noch genug exklusives Material für andere Länder.
Im Fall einer WM ist es etwas anders; dort werden ja gerne auch Partien ohne deutsche Beteiligung ausgestrahlt - da ist der potentielle Mehrwert für Ausländer gleich ein Stück größer.

von Zwölf - am 01.12.2016 00:09

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Also ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich überhaupt sich trauer, dass die Öffis Olympia nicht mehr übertragen. Versteht mich nicht falsch. Ich bin leidenschaftlicher Sportgucker. ABER die öffentlich rechtlichen übertragen Sport wie eine Karre Mist.
Guckt man sich mal die Übertragungen von Sky an. Die Moderatoren, jünger, experimenteller und vor allem die Kommentatoren. Die sind doch bei ARD/ZDF eine Katastrophe. Vor allem beim Fußball. Die WM/EM sind für mich kaum guckbar dort und auch Handball. Da ist der Reporter von ZDF (Ich kenn leider nicht seinen Namen) ein Totalausfall.
Hört man bei der Handball CL auf Sky Karsten Petrzika ist das doch im Verhältnis ein Traum.
Ich finde, dass es dem Sport von der Seite gut tut, dass es erstmal nicht bei den öffis läuft. Die fühlen sich nämlich selbst immer so auf, als ob sie die allerbesten Sportübertragungen machen.

von Jasst - am 02.12.2016 08:11
600 Millionen ist auch mal ne Hausnummer. Da ist klar, dass da ARD und ZDF nicht mitbieten können und natürlich auch nicht dürfen. Das wäre ja dem Gebührenzahler kaum zu vermitteln, dass man mit Gebührengeldern noch den hochbezahlten Stars auch noch das Geld hinterherwirft, damit deren Gehälter und Ablösesummen noch weiter steigen können. Was wir hier erleben ist wohl auch erst der Anfang. Sollten sich die Big-Player wie Amazon oder auch Google mal um die Rechte bemühen, dann dürfte selbst Sky nicht mehr mitbieten können.

Schade ist der Verlust der CL im Free-Tv allemal. Bietet doch eigentlich nur die CL Spitzenfussball auf allerhöchstem Niveau. Durch die Verwässerung und Aufstockung von EM und WM ist da doch meist bis zum Viertelfinale das grosse Gähnen angesagt und die Bundesliga bietet leider auch nur bestenfalls biedere Unterhaltung. Hochklassigen Fußball bekommt man dort nur noch selten zu sehen.

Danke an NurzumSpassda für die Ergänzung des Thread-Titels. :spos:

von zerobase now - am 14.06.2017 06:19
Hochklassigen Fußball "zum Anfassen" bekommst du ggf. auch beim Verein deines Heimatortes oder deiner Heimatstadt. Je bodenständiger, je mehr kümmert man sich um seine Fans. Bei Heimspielen wird für Publikum und Spieler gegrillt, es gibt gekühlte Getränke :drink: und wenn die Junioren spielen, dann gibt es im Sommer auch mal Eis. Erschreckend ist nur, dass die Spieler meines Alters inzwischen die "alten Herren" stellen.

Wenn die Champions League weiter kommerzialisiert werden muss, dann sollen es die Beteiligten machen. Ich finde es gut, dass ARD/ZDF die sich immer schneller drehende Preisspirale im Sinne der Allgemeinheit verlassen hat. Welche Zweitverwertungsrechte es trotzdem gibt, das werden wir sehen. Kann gut sein, dass auch bewegte Bilder nicht mehr erlaubt sind und man sich auf das schlichte Nennen der Ergebnisse beschränken muss. Und selbst wenn: "Dann ist das eben so!"

Es wäre nur wünschenswert, wenn das ZDF zeitgleich mehr als eine aus dem Archiv gekramte Guido Knopp-"History" zu bieten hätte.

von PowerAM - am 14.06.2017 07:00
Mir sind die, auf TV-Gebühren pro Haushalt umgemünzten, 15 oder 20 €, die die ÖRs allein für die CL hätten ausgeben müssen, jedenfalls zu viel. Wenn man dann noch Bundesliga, Europaleague, EM, WM, Qualis, sonstige Spiele dazu nimmt, kommt man auf noch viel gigantischere Summen.

Von 600 Mio. € könnte man ganze Armeen investigativer Journalisten finanzieren, Verbraucherprodukttests, Kultursendungen, Musikfestivals, Klangkörper, etc.
Wer für kommerzialisierten Fußball unbedingt Geld ausgeben will, soll das mit seinem Geld tun, nicht mit meinem. ÖRs sollten sich primär auf nicht kommerziell lukrative Bereiche (Kultur!) oder Bereiche, die wirtschaftlich unabhängig sein müssen (Journalismus!) konzentrieren. Das war und ist ihre Stärke.

Für ein Kurzzeit-Sky-Abo für eine WM oder EM würde ich sogar ein paar € ausgeben. Aber eben nicht fü die ganzen Firmenspiele.

von DH0GHU - am 14.06.2017 08:42
Zitat

Aber wer ist der richtige Empfänger? Die UEFA? Sky / DAZN? Die Fußballvereine? Die Spieler?

Man könnte auch sagen: Der Gesetzgeber. Schließlich könnte er im Rundfunkstaatsvertrag den Umfang der CL, der im FreeTV übertragen werden muss vergrößern. Evtl. könnte man sogar verfügen, dass der Verkauf der Lizenzen an Unternehmen im deutschen Markt nur zulässig ist, wenn der Gewinner der Auktion Sublizenzen in einem definiertem Umfang zu begrenzten Preisen an die ö.r. abtritt. Damit könnte man auch verhindern, dass ARD oder ZDF unverhältnismäßig hohe Preise bezahlen müssen, was den Beitragszahlern entgegen käme. Aber geht natürlich nicht, weil es im freien Markt wichtiger ist, dass ein paar Reiche Millionenprofite machen als dass Millionen Menschen was davon haben.

von Zwölf - am 14.06.2017 11:14

Re: ARD und ZDF verlieren Rechte an Olympia

Zitat
Cha
Auf Sky Sport News HD wird sicherlich das ein oder andere wichtige Spiel laufen. ;)


Genau dieses Szenario wird laut Wirtschaftswoche im Unternehmen Sky derzeit diskutiert:

Zitat
Die "Wirtschaftswoche" berichtet darüber hinaus, dass Sky durchaus auch einige Spiele im Free-TV zeigen könnte. "Wir können uns sehr gut vorstellen, dass wir auf Sky Sport News einzelne Spiele der Champions League zeigen werden", zitiert das Magazin aus Unternehmenskreisen.


https://www.dwdl.de/nachrichten/61929/champions_league_wie_kompliziert_wirds_fr_die_kunden/

SRF2 überträgt - im Gegensatz zu ORF1 - weiterhin am Dienstag und Mittwoch CL-Spiele. Offiziell ist SRF2 via Hotbird eigentlich verschlüsselt. Aber es soll einfache Mittel geben, um diese Codierung zu umgehen.....;)

von transponder - am 14.06.2017 16:20
Vielleicht ist es mal ganz gut, dass die UEFA sieht, dass mit horrenden Preisen auch ganze Länder teilweise ausgeschlossen werden können - und das nur wegen der Gier weniger Leute. Dass dadurch aber auch ein Werbemarkt wegbricht oder zumindest auf wenige Menschen reduziert wird, dürfte (wenn bei gewissen Menschen auch erst später) klar werden.

Aber es passt ja ins Bild: Schon heute sind bei "großen Spielen" wie Finals, bei WM und EM auch die Eintrittspreise mittlerweile so hoch, dass nur noch eine gewisse Oberschicht angesprochen wird. Am "kleinen Fan" von nebenan geht das Interesse schon seit Jahren vorbei.

Ich würde mir ja irgendwie wünschen, dass sich die Menschen sagen, dass man die CL gar nicht unbedingt braucht und möglichst kein Sky-Abo nur wegen der Spiele abschließt. Dann könnte es für Sky und letztlich für die UEFA schon nach einer Saison eng werden. Allein mir fehlt der Glaube daran. ;-)

von NurzumSpassda - am 14.06.2017 20:30
600 Millionen! Nicht zu fassen.Und vom ZDF natürlich nicht zu bezahlen.Auch die ARD wäre da ausgestiegen.
Auch eine Verschlüsselung hätte hier nicht viel geholfen...entscheidend war einfach viel Geld.:-(

Wohl nur noch eine Frage der Zeit bis die ÖR die verbleibenden Fussballrechte (WM,EM,Bundesliga-Zusammenfassungen) auch noch verlieren.Da hat man ja künftig die gleichen Konkurrenten am Hals.
Man wird da bei ARD/ZDF schon zusammenkratzen was an finanziellen Mitteln da ist,aber diese Summen sind eigentlich nicht zu verantworten.

Für mich eine echte Entwertung der Haushaltsgebühr.Da gibt es künftig noch manchen Shitstorm+ schleichender Bedeutungsverlust für ARD+ZDF.Nicht gut.

von UM74 - am 15.06.2017 01:10
Im ZDF hat man sicher abgewogen - die CL bringt Leute dazu sich überhaupt für diesen Sender wieder zu interessieren - und am Ende festgestellt, dass es den Kostenrahmen sprengen würde.

Vereinsfussball in den hohen Spielklassen ist nur Kommerz, das war und ist so - leider speist das Ganze zumeist den durchaus noch spannenden Länderspielbetrieb - hier ist, zum Glück für die Öffentlichen, eh geregelt, dass die Spiele im freien Fernsehen übertragen werden müssen, dadurch ist der Preis geringer und ARD/ZDF können die Rechte sicher noch lange halten.

Spannend ist natürlich, wie sich im absoluten Free-TV Land Deutschland die Zuschaueranzahl verändert, gehen die Einnahmen zurück weil dann doch nicht soviel Leute ein Abo abschliessen sind die Preise bei der nächsten Vergaberunde automatisch wieder moderater - Marktwirtschaft eben.

von elchris - am 15.06.2017 12:29
Zitat

Dabei sollten sich die Menschen ins Gedächtnis rufen, dass die Champions League (und ja auch die Bundesliga) schonmal in den Händen der Privaten lagen. Und das hat ARD und ZDF auch nicht umgebracht.

Naja, aber ARD/ZDF haben immernoch eher wenig was die junge Masse anspricht. Fußball ist generationenübergreifend. Nach dem die WM-Qualifikationsspiele an RTL verloren wurden bleibt an regelmäßigen Fußballspielen unter dem Jahr eigentlich nur noch der DFB-Pokal. Aber vielleicht kommt das ZDF ja an die EL ran. Nachdem Sky für die CL so viel geboten hat und das ZDF Geld "übrig" hat dürften die Chancen wohl gar nicht so schlecht stehen. Irgendwo hat Sky ja auch Grenzen; wenn sie die Abopreise zu hoch schrauben verlieren sie auch viele Zuschauer.

von Zwölf - am 15.06.2017 13:02
Zitat
NurzumSpassda
UM74, Du beschreibst das Dilemma. Wenn es danach geht, können die Öffentlich-rechlichen nur verlieren. Hätten sie es bezahlt, wäre der Aufschrei groß, wie man so viel Geld dafür ausgeben kann. Jetzt, wo sie es nicht bezahlt haben, ist der Aufschrei groß und es stellt sich die Frage nach der Daseinsberechtigung. Dabei sollten sich die Menschen ins Gedächtnis rufen, dass die Champions League (und ja auch die Bundesliga) schonmal in den Händen der Privaten lagen. Und das hat ARD und ZDF auch nicht umgebracht.


Bei CL und Bundesliga hast du natürlich Recht,hingegen wurden die Olympiarechte bisher immer von ARD/ZDF erworben.
Die werden ARD/ZDF in der Zuschauerbilanz schon schmerzlich fehlen.

Und so Kommentare wie "Nichtmal das kann das Staatsfernsehen mehr" kommen sicher.
Die nächste Erhöhung der Haushaltsgebühr kommt ja auch.
Mehr Geld für weniger Leistunmg (zumindest aus Sicht vieler Zuschauer) kommt nie gut an.

von UM74 - am 15.06.2017 15:23
Zitat
UM74
Mehr Geld für weniger Leistunmg (zumindest aus Sicht vieler Zuschauer) kommt nie gut an.
Und wenn schon. Die Sportfans sollen ruhig auch mal zu spüren bekommen, wie es ist, wenn sie für ihre Gebühren die Programminhalte, die sie interessieren, nicht mehr bekommen.

Als ARD und ZDF in den 90ern sämltliche US-Serien aus ihren Programmen warfen und durch deutsche Produktionen ersetzten, mussten Serienfans auch eine sehr lange Durststrecke überstehen. Ich bekam für meine Gebühren, die ich genau so bezahlen musste wie die Sportfans, seinerzeit keine angemessene Gegenleistung mehr. Das, was ich sehen wollte, lieferten mir dann Sat.1, RTL, PRO7 & Co.

Das war dann wohl in Ordnung, aber wehe der geheiligte Sport wird angetastet...

von grmbl - am 15.06.2017 16:41
Zitat
grmbl
Zitat
UM74
Mehr Geld für weniger Leistunmg (zumindest aus Sicht vieler Zuschauer) kommt nie gut an.
Und wenn schon. Die Sportfans sollen ruhig auch mal zu spüren bekommen, wie es ist, wenn sie für ihre Gebühren die Programminhalte, die sie interessieren, nicht mehr bekommen.

Als ARD und ZDF in den 90ern sämltliche US-Serien aus ihren Programmen warfen und durch deutsche Produktionen ersetzten, mussten Serienfans auch eine sehr lange Durststrecke überstehen. Ich bekam für meine Gebühren, die ich genau so bezahlen musste wie die Sportfans, seinerzeit keine angemessene Gegenleistung mehr. Das, was ich sehen wollte, lieferten mir dann Sat.1, RTL, PRO7 & Co.

Das war dann wohl in Ordnung, aber wehe der geheiligte Sport wird angetastet...

Das Problem ist eher, dass es zu einem großen Teil die selben Leute sind. Erst wurden ihnen die Serien weggenommen und jetzt auch noch Sport.

von Zwölf - am 15.06.2017 17:11
Zitat
UM74
Warfen ist gut,die Serien wurden ihnen von den Privatsendern schlicht weggekauft.Manchmal inmitten der laufenden Serie.Star Trek ist da so ein Fall.
Das stimmt nur zum Teil. Tatsächlich hat das ZDF seinerzeit recht überstürzt die ganzen Importserien im Vorabendprogramm durch deutsche Serien ersetzt. Grund: EIN SCHLOSS AM WÖRTHERSEE erzielte bei der Wiederholung höhere Quoten als bei der Erstausstrahlung. Was für RTL gut war, konnte für das ZDF doch nicht schlecht sein.

Und wo flog RAUMSCHIFF ENTERPRISE - DAS NÄCHSTE JAHRHUNDERT urplötzlich aus dem Programm und wurde die DIE FLIEGENDEN ÄRZTE ersetzt, die ihren angestammten Platz am Donnerstag an eine deutsche Serie abgeben mussten. Erst nach einem Dreivierteljahr versendete das ZDF weitere TREK-Folgen freitags um 16.05. Die Mainzelmänner hatten zwischenzeitlich das Interesse an der Serie verloren, und so griff Sat.1 natürlich zu. Die letzten 16 fürs ZDF synchronisierten Folgen wurden dann nochmals aufgespart und erst später an die Wiederholungen, die wochentags gegen 16.09 kamen, angehängt.

Dass ARD und ZDF über Jahre hinweg nichts aus den USA zeigten, lag weniger an den Privaten, sondern schlich am Unwillen. So hat CBS zunächst versucht, CSI ans ZDF zu verkaufen, aber in Mainz lehnte man mit der Begründung ab, man zeige keine US-Serien mehr. Also griff RTL zu und zeigt CSI in allen Variationen auf (fast) allen Kanälen.

Für die Champions League wollte man bis an die Schmerzgrenze gehen, aber bei US-Serien war man lieber sparsam. Aber auch sonst ist man nicht verlegen darum, die Zuschauer zu vergraulen. Von KOMMISSAR REX sind immer noch etwa 60 Folgen nicht bei uns gelaufen (in Österreich sieht's noch schlechter aus). So kann man die fehlenden Folgen zwar in der Schweiz sehen, aber nicht in Deutschland, und die Ausstrahlungen in der Schweiz erfolgen natürlich in französischer bzw. italienischer Sprache. Bei GEORGE GENTLY hat man nicht vor, die weiteren Folgen zu zeigen, aber die letzte in Deutschland ausgestrahlte Episode hatte ein offenes Ende! Aber wenn weniger Sport läuft, soll die Welt untergehen?

Übrigens läuft die Champions League in anderen Ländern ebenfalls (fast) komplett im Pay-TV. Hier findet also letzten Endes lediglich eine internationale Angleichung statt.

von grmbl - am 15.06.2017 17:38
Zitat
grmbl
Zitat
UM74
Warfen ist gut,die Serien wurden ihnen von den Privatsendern schlicht weggekauft.Manchmal inmitten der laufenden Serie.Star Trek ist da so ein Fall.
Das stimmt nur zum Teil. Tatsächlich hat das ZDF seinerzeit recht überstürzt die ganzen Importserien im Vorabendprogramm durch deutsche Serien ersetzt. Grund: EIN SCHLOSS AM WÖRTHERSEE erzielte bei der Wiederholung höhere Quoten als bei der Erstausstrahlung. Was für RTL gut war, konnte für das ZDF doch nicht schlecht sein.

Und wo flog RAUMSCHIFF ENTERPRISE - DAS NÄCHSTE JAHRHUNDERT urplötzlich aus dem Programm und wurde die DIE FLIEGENDEN ÄRZTE ersetzt, die ihren angestammten Platz am Donnerstag an eine deutsche Serie abgeben mussten. Erst nach einem Dreivierteljahr versendete das ZDF weitere TREK-Folgen freitags um 16.05. Die Mainzelmänner hatten zwischenzeitlich das Interesse an der Serie verloren, und so griff Sat.1 natürlich zu. Die letzten 16 fürs ZDF synchronisierten Folgen wurden dann nochmals aufgespart und erst später an die Wiederholungen, die wochentags gegen 16.09 kamen, angehängt.

Dass ARD und ZDF über Jahre hinweg nichts aus den USA zeigten, lag weniger an den Privaten, sondern schlich am Unwillen. So hat CBS zunächst versucht, CSI ans ZDF zu verkaufen, aber in Mainz lehnte man mit der Begründung ab, man zeige keine US-Serien mehr. Also griff RTL zu und zeigt CSI in allen Variationen auf (fast) allen Kanälen.

Diese Version höre ich so zum ersten Mal.Wenn das so zutrifft,arbeiteten damals beim ZDF-Programmeinkauf auch nicht gerade die hellsten Köpfe.Fällt mir schwer zu glauben.

Zitat

Für die Champions League wollte man bis an die Schmerzgrenze gehen, aber bei US-Serien war man lieber sparsam. Aber auch sonst ist man nicht verlegen darum, die Zuschauer zu vergraulen. Von KOMMISSAR REX sind immer noch etwa 60 Folgen nicht bei uns gelaufen (in Österreich sieht's noch schlechter aus). So kann man die fehlenden Folgen zwar in der Schweiz sehen, aber nicht in Deutschland, und die Ausstrahlungen in der Schweiz erfolgen natürlich in französischer bzw. italienischer Sprache. Bei GEORGE GENTLY hat man nicht vor, die weiteren Folgen zu zeigen, aber die letzte in Deutschland ausgestrahlte Episode hatte ein offenes Ende! Aber wenn weniger Sport läuft, soll die Welt untergehen?


Bei den Summen die hier herumgeistern,hatte das ZDF tatsächlich nichts mehr zu melden.
Soweit ich weiss handelt es sich bei den fehlenden Kommissar Rex-Folgen um eine Coproduktion mit der RAI,mit deutlichen Veränderungen im Vergleich zu den früheren Folgen (Schauplatz,Schauspieler).Die Quoten reichten dem ZDF wohl nicht. Glaube nicht das man da nennenswert Zuschauer vergrault hat.

Zitat

Übrigens läuft die Champions League in anderen Ländern ebenfalls (fast) komplett im Pay-TV. Hier findet also letzten Endes lediglich eine internationale Angleichung statt.


Eine Angleichung zu Ungunsten der Zuschauer.Und da gibt's auch Gegenbeispiele denen diese Angleichung egal zu sein scheint.

von UM74 - am 15.06.2017 21:11
Zitat

Diese Version höre ich so zum ersten Mal.Wenn das so zutrifft,arbeiteten damals beim ZDF-Programmeinkauf auch nicht gerade die hellsten Köpfe.Fällt mir schwer zu glauben.

Da hätte ich noch ein weiteres Beispiel. Die Serie "Fringe" war in einem FOX Rechtepaket enthalten dass das ZDF damals eingekauft hat. Statt diese Serie auch zu versenden verscherbelte man sie für ganz wenig Geld an ProSieben weil man solches Mystery/SciFi US Zeugs nicht im Programm haben wollte. Außerdem gab man der Serie eh keine große Zukunft. Das diese in den USA schon längst eine große Fangemeinde und hohe Einschaltquoten hatte übersah man geflissentlich. Und wie sollte es anders kommen, auch im deutschen TV wurde die Serie ein erfolg. Das ging damals groß durch die Presse weil das gerade zu einer Zeit passierte als mal wieder die Diskussion aufkam das die deutschen Öffis am Publikum vorbei senden würden.

Auch jetzt schon ein absoluter Klassiker: Breaking Bad im ZDF! Die Serien platzierte man mitten in der Woche weit nach 23 Uhr. Man begann mit der ersten Folge der zweiten Staffel. Wer die erste nicht gesehen hatte konnte gar nicht folgen. Die zweite Folge strahlte man gar nicht aus sondern brachte nach der ersten, gleich die dritte Folge. Nach 3 oder 4 Folgen wurde Breaking Bad dann von jetzt auf gleich abgesetzt mit der Argumentation "Will keiner sehen". Sorry ZDF, aber mehr kann man ja wohl auch nicht mehr falsch machen.

von Spacelab - am 15.06.2017 21:59
Es war wirklich so, unsere Öffis hatten keine großen Ambitionen eingekauften Content entsprechend zu präsentieren, die Öffis synchronisierten nur Teile, wandelten Namen und Inhalt ab, versendeten zu unmöglichen Zeiten, die sind selber schuld, dass sie in der MTV Generation quasi nicht existieren. Das ZDF war im Besitz der Simpsons und Sailor Moon (zwei der größten Erfolge der 90er) und sendete nicht weiter, da die Serien nicht den Qualitätsstandards entsprachen.

Heute im Programm noch Glanzlichter zu finden wird schwierig - sowas wie "Dr. Klein" (geniales Drehbuch, tolle Dialoge, super Darsteller, hochwertige Produktion) ist ganz selten - im Privatfernsehen noch mehr aber die brauchen ja auch nur Einkaufen.

Aber zurück zum Spocht:

Man hat sich damals ganz leicht die Bundesliga abluchsen lassen - Sat1 hatte damals sicher wesentlich geringere finanzielle Möglichkeiten als die ARD. Sport ist für ARD/ZDF so teuer weil sie sich zwar mittlerweile die Technik teilen aber trotzdem zwei betreuende Redaktionen haben.

von elchris - am 15.06.2017 22:49
Zitat
Spacelab
Nach 3 oder 4 Folgen wurde Breaking Bad dann von jetzt auf gleich abgesetzt mit der Argumentation "Will keiner sehen". Sorry ZDF, aber mehr kann man ja wohl auch nicht mehr falsch machen.


Was hat das ZDF denn falsch gemacht?
Es ist nun mal Fakt, die amerikanische Serien im deutschen TV nicht wirklich funktionieren.
Diese Zeiten sind vorbei.
Alles, was da zuletzt, auch bei Netflix oder Amazon von den Krtitikern hoch gelobt wird, floppte im deutschen Free-TV. ( z.B. "House of Cards", oder auch "Orange is the new Black").
"Breaking Bad" lief zuerst bei arte und später meine ich, noch mal bei RTL Nitro.

Ganz generell, warum mit deutschen Beitragsgeld Jobs in Hollywood sichern?

Schaut man sich die Einschaltquoten bei RTL oder Pro7 um 20.15 an und vergleicht diese dann mit den Zuschauerzahlen bei ARD/ZDF, wenn da zur selben Zeit europäische Eigenproduktionen also Fernsehfilme oder Krimis laufen, wird jedem klar warum dort so gehandelt wird.
Die Zuschauerzahlen sind meist doppelt so hoch.

von vossi68 - am 16.06.2017 15:09
Zitat
elchris
Es war wirklich so, unsere Öffis hatten keine großen Ambitionen eingekauften Content entsprechend zu präsentieren, die Öffis synchronisierten nur Teile, wandelten Namen und Inhalt ab, versendeten zu unmöglichen Zeiten, die sind selber schuld, dass sie in der MTV Generation quasi nicht existieren. Das ZDF war im Besitz der Simpsons und Sailor Moon (zwei der größten Erfolge der 90er) und sendete nicht weiter, da die Serien nicht den Qualitätsstandards entsprachen.

Heute im Programm noch Glanzlichter zu finden wird schwierig - sowas wie "Dr. Klein" (geniales Drehbuch, tolle Dialoge, super Darsteller, hochwertige Produktion) ist ganz selten - im Privatfernsehen noch mehr aber die brauchen ja auch nur Einkaufen.

Aber zurück zum Spocht:

Man hat sich damals ganz leicht die Bundesliga abluchsen lassen - Sat1 hatte damals sicher wesentlich geringere finanzielle Möglichkeiten als die ARD. Sport ist für ARD/ZDF so teuer weil sie sich zwar mittlerweile die Technik teilen aber trotzdem zwei betreuende Redaktionen haben.


OK.Leute ihr habt mich überzeugt.Man lernt nie aus.

von UM74 - am 16.06.2017 21:29
Diese Entwicklung wird sich wohl immer weiter fortsetzen, dass die Premium-Sportrechte ins Bezahlfernsehen oder zu Streaming-Diensten wandern werden. Und es ist auch gut so, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten in Deutschland wenigstens noch halbwegs verantwortungsvoll mit den Gebührengeldern umgehen und nicht jeden Schritt mitgehen.
Mir war eigentlich schon bei der Vergabe der Olympia-Rechte klar, dass es in Zukunft für ARD/ZDF ziemlich schwierig werden wird, Zuschläge für diverse Sportrechte zu bekommen. Der Aufschrei war ja schon groß, als Olympia zu Discovery gewandert ist. Aber das ist noch das kleinere Übel, weil die immerhin über drei FreeTV-Ableger (Eurosport1, DMAX und TLC) verfügen, über welche Olympia gezeigt werden kann. Einschränkend muss man natürlich sagen, dass für die HD-Versionen auch Geld genommen wird.

Den immensen Druck des Bezahlfernsehens und der Streaming-Dienste bekommt man ja nicht nur bei uns in Deutschland, sondern auch in Österreich beim ORF zu spüren. Die CL-Rechte sind jetzt genauso futsch, und es wurde ja auch schon mehrmals angekündigt, dass man auf die Formel1-Übertragungen nach Ablaufen des Vertrags 2020 auch verzichten möchte, da die angesagten Kosten für die Sportrechte in keinem Verhältnis mehr stünden. Die Rechte an der Europa League liegen aktuell im Privatfernsehen (Puls4), und der ORF hat offensichtlich kein Angebot für die EL ab 2018/19 abgegeben. Ich vermute mal, weil der Wettbewerb zu unattraktiv ist, um entsprechende Quoten zu generieren, und die Rechte wahrscheinlich auch nicht gerade billig zu haben sein werden.

Was bleibt den öffentlich-rechtlichen in beiden Ländern? Sicherlich der Wintersport. Der bringt in Deutschland gute Quoten und dürfte in Österreich für den ORF auch oberste Priorität haben. Und man wird sich wohl bemühen, zumindest die großen Fußball-Turniere weiterhin im Programm zu halten, wenn man schon die Rechte an die Quali-Spielen an RTL verloren hat. In Österreich sind diese Rechte auch noch beim ORF, und dort laufen auch noch die Olympischen Spiele 2018 und 2020.

Vielleicht findet aber generell ein Umdenken statt. Es gibt schon Sportarten, denen aber außerhalb von Großereignissen kaum Beachtung geschenkt wird, die aber vielleicht vernünftige Quoten bringen könnten. Freilich werden Einschaltquoten wie beim Fußball außer Reichweite liegen.

von Bengelbenny - am 17.06.2017 06:39
Wenn amerikanische Serien in Deutschland tatsächlich schlecht laufen würden, müssten bei den Privaten die mit Abstand inkompetentesten Programmplaner aller Zeiten arbeiten, da dort sehr viel davon läuft. Warum hat RTL mit RTL Nitro einen Ableger gestartet, der über Stunden hinweg nichts anderes bringt als US-Serien? Warum hat RTL plus am Samstag die Wiederholungen alter RTL-Fernsehfilme eingestellt und durch Wiederholungen von MAGNUM ersetzt? Warum laufen die Simpsons bei PRO7 rauf und runter?

Zitat

Soweit ich weiß, handelt es sich bei den fehlenden Kommissar Rex-Folgen um eine Coproduktion mit der RAI, mit deutlichen Veränderungen im Vergleich zu den früheren Folgen (Schauplatz, Schauspieler). Die Quoten reichten dem ZDF wohl nicht. Glaube nicht, dass man da nennenswert Zuschauer vergrault hat.
Da muss ich entschieden widersprechen. Es gibt genügend Zuschauer, die man durch die kommentarlose Absetzung vergrault hat. Wenn man dann noch bedenkt, dass die meisten Drehbücher der ersten beiden fehlenden Staffeln ganz oder teilweise von deutschen Autoren verfasst wurden, wird die Sache noch erbärmlicher. Dass die RAI die Handlung von Wien nach Rom verlegt hat, liegt auf der Hand. Das ZDF hätte die weiteren Folgen auch ohne Beteiligung an der Produktion zeigen können. So produziert also eine deutsche Firma (Beta Film GmbH) eine Serie, die nahezu weltweit ausgestrahlt wird (ich habe die meisten dieser Folgen auf Französisch gesehen), aber ausgerechnet in Deutschland darf man sie nicht sehen.

Zitat
jug
In Zukunft werden ARD und ZDF nur noch Eigenproduktionen senden können, weil sie nicht verschlüsseln. Keine Verschlüsselung = keine neuen Filme und zu hohe Preise = kein Sport.
Die öffentlichen Sender müssen sich endlich diesem Thema stellen! Sie sollten auch verschlüsseln, wenn die Privaten die SD Ausstrahlung einstellen.
Was die Verschlüsselung angeht - die spanischen Inlandsprogramme waren über Sat noch nie frei empfangbar. Trotzdem finden internationale sportliche Großereignisse dort fast ausschließlich im Pay-TV statt. Dass das ZDF die Champions League verliert, hat mit der unverschlüsselten Sat-Ausstrahlung nichts zu tun. Dass ARD und ZDF die nächsten olympischen Spiele nicht zeigen können, liegt in erster Linie daran, dass Discovery zuviel verlangt hat. Die Verschlüsselungs-Fanboys sollen andernfalls doch mal genau sagen, ab wann Eurosport und DMAX, wo Discovery olympische Wettbewerbe übertragen will, verschlüsselt werden.

Die Fußballfans müssen übrigens keine längere Durststrecke durchstehen, jetzt gibt's den Confederations Cup und die U21-EM, die auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern läuft (zusammen mit Sport 1). Auch ohne Champions League läuft in der heutigen Zeit doch deutlich mehr Fußball als in der "guten alten Zeit" vor Einführung kommerzieller Fernsestationen und Pay-TV.

von grmbl - am 17.06.2017 10:58
Also, ich bin schon aus der Tatsache heraus, dass ich 25 Jahre Schiedsrichter war, eng mit dem Fußball verbunden. Natürlich finde ich es schade, wenn die Mittwochsspiele ab Herbst 2018 nicht mehr frei empfangbar sind. Aber andererseits sage ich mir: Was soll's, die Dienstagspiele sind ohnehin schon seit Jahren verschlüsselt und es hat mich wenig gestört. Irgendeine Zusammenfassung wird schon irgendwo im unverschlüsselten TV zu sehen sein. Und falls nicht, kann ich auch damit leben. Ist ohnehin alles nur noch Kommerz. Eigentlich bin ich froh, dass ich SKY Bundesliga zum Monatsende wieder los bin. Die Werbung, auch während des Spiels mit Rahmeneinblendung, hat mich seit einiger Zeit nur noch genervt. Gestern hätte ich sogar noch ein verbilligtes Angebot für die Bundesliga bekommen (17,99 € mtl.), nein danke!

von DX-Fritz - am 17.06.2017 12:06
Zitat
grmbl

Zitat

Soweit ich weiß, handelt es sich bei den fehlenden Kommissar Rex-Folgen um eine Coproduktion mit der RAI, mit deutlichen Veränderungen im Vergleich zu den früheren Folgen (Schauplatz, Schauspieler). Die Quoten reichten dem ZDF wohl nicht. Glaube nicht, dass man da nennenswert Zuschauer vergrault hat.
Da muss ich entschieden widersprechen. Es gibt genügend Zuschauer, die man durch die kommentarlose Absetzung vergrault hat. Wenn man dann noch bedenkt, dass die meisten Drehbücher der ersten beiden fehlenden Staffeln ganz oder teilweise von deutschen Autoren verfasst wurden, wird die Sache noch erbärmlicher. Dass die RAI die Handlung von Wien nach Rom verlegt hat, liegt auf der Hand. Das ZDF hätte die weiteren Folgen auch ohne Beteiligung an der Produktion zeigen können. So produziert also eine deutsche Firma (Beta Film GmbH) eine Serie, die nahezu weltweit ausgestrahlt wird (ich habe die meisten dieser Folgen auf Französisch gesehen), aber ausgerechnet in Deutschland darf man sie nicht sehen.

Sendungen mit zu wenig Zuschauern fliegen aus dem Programm,das ist mittlerweile auch bei den ÖR in A und D so.Evtl.hätte man die Serie noch im Morgenprogramm versenden können.

Zitat
jug
I Dass ARD und ZDF die nächsten olympischen Spiele nicht zeigen können, liegt in erster Linie daran, dass Discovery zuviel verlangt hat. Die Verschlüsselungs-Fanboys sollen andernfalls doch mal genau sagen, ab wann Eurosport und DMAX, wo Discovery olympische Wettbewerbe übertragen will, verschlüsselt werden..

Das der Verlust der Olympiarechte nichts mit der fehlenden Verschlüsselung zu tun hat halte ich für eine Spakulation.Ausgerechnet ÖRs mit Verschlüsselung/Spotbeam konnten zumindest einen Teil der Rechte erwerben.Und was die unverschlüsselte Verbreitung auf Eurosport und DMAX angeht...Mal abwarten wie Umfangreich die im Vergleich zu bisher sind,und wie hoch der LIVE-Anteil sein wird.Da wird genau abgewogen was sie europaweit FTA (in SD) live senden und was nicht.
Mehr als gesetzl.vorgeschrieben wohl kaum.
Zitat
grmbl
Die Fußballfans müssen übrigens keine längere Durststrecke durchstehen, jetzt gibt's den Confederations Cup und die U21-EM, die auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern läuft (zusammen mit Sport 1). Auch ohne Champions League läuft in der heutigen Zeit doch deutlich mehr Fußball als in der "guten alten Zeit" vor Einführung kommerzieller Fernsestationen und Pay-TV.

Mit ernüchternder Zuschauerbeteiligung.Kein Wunder.

von UM74 - am 18.06.2017 22:20
Zitat
Optimierer
Wer in aller Welt abonniert eigentlich dieses DAZN? Ich kann mir nicht vorstellen, daß es Leute gibt, die Geld dafür ausgeben, Fußballspiele in schlechter Qualität auf kleinen Computerbildschirmen über aussetzerbehafteten Webstreams anzusschauen. Wo bekommt dieser unbekannte Verein soviel Geld her, daß er alteingesessene Sender wie ARD oder ZDF überbieten kann?

Wer sagt denn was von überbieten? Ich vermute mal, dass DAZN für den deutschen Markt eher uninteressante Rechte bekommen wird an denen ARD und ZDF kein Interesse haben. DAZN zeigt ja z.B. die Premier League - dazu würden CL-Spiele der britischen Clubs sehr gut passen. Die deutschen Clubs werden hingegen wahrscheinlich (fast) ausschließlich bei Sky kicken.

von Zwölf - am 18.06.2017 23:16
Zitat
Optimierer
Ich kann mir nicht vorstellen, daß es Leute gibt, die Geld dafür ausgeben, Fußballspiele in schlechter Qualität auf kleinen Computerbildschirmen über aussetzerbehafteten Webstreams anzusschauen.


Woher willst du wissen, dass die Qualtiät schlecht ist und viele Aussetzer hat? Ausserdem kann man die Streams auch ganz bequem über den TV abrufen. Nach deiner Logik dürfte auch niemand Geld für Netflix oder Amzon Prime ausgeben.
Wenn DAZN ein interessantes Angebot anbietet und wem Sky zu umständlich und zu teuer ist, der dürfte mit DAZN eher glücklich werden. Einfach nach Lust und Laune ohne lange Vertragsbindung Guthaben kaufen und dann kann man jederzeit einfach aussteigen, da ja dort keine Abo-Verpflichtung besteht, wenn man keinen Bock mehr hat oder die Qualität zu wünschen übrig lässt.

von zerobase now - am 19.06.2017 06:56
Statt zu mutmaßen kann man sich das ganze ja auch mal selbst anschauen. ;-) DAZN läuft auf allen Android basierten Geräten. Also Mediareceivern, TV Boxen, Chrome Cast kompatiblen Geräten und so weiter... Außerdem gibt es DAZN auf einigen SmartTV Plattformen.

Die Bildqualität schwankt zwischen "Brillant" und "Naja". Man fährt Datenraten mit bis zu 8MBit/s. Bei ruhigen Bildern sieht das 1080p Bild echt gut aus. Bei schnellen bewegten Bildern hingegen wird es dann doch ziemlich matschig und verschwommen. Hier reichen dann die maximal 8MBit/s nicht mehr aus. Aussetzer oder ähnliches gibt es absolut keine. DAZN kann man übrigens auch als ganz normales TV Programm im digitalen Kabelnetz von Norderstedt (WilhelmTel) sehen. Diesen Verbreitungsweg möchte man in den nächsten Monaten weiter ausbauen.

DAZN hat ganz andere Probleme. Vor ein paar tagen gab es im DLF ein Interview mit einem Menschen von DAZN. Dieser sprach auch ganz offen über die Probleme die so eine Plattform hat. Eine davon ist eben genau dieses nicht vorhandene Abomodell. Man befürchtet, und das zeigt sich bereits jetzt schon, das die Leute nur für die Highlights bezahlen und dann nichts mehr. Einen Knaller nach dem nächsten im Programm zu haben damit die Leute dauerhaft für DAZN bezahlen und nicht nur für den einen Monat in dem irgendwelche Finale oder Endspiele sind, sei alleine schon finanziell völlig unmöglich. Auch müsse man, wie so ziemlich jeder Streaminganbieter, noch eine starke Durststrecke überstehen. Denn bis man eine kritische Masse an zahlenden Kunden noch nicht überstiegen habe, würde man noch mehr Geld ausgeben als einnehmen.

Hinter DAZN steht die britische "Perform Group" hinter der wiederum mehrere gestandene international agierende Unternehmen stehen. Die "Perform Group" selbst ist Betreiber mehrer Sportwettplattformen und der Betreiber der größten Sportdatenbank der Welt (Opta Sports). Da steht also schon was dahinter.

von Spacelab - am 19.06.2017 07:43
Zitat
Spacelab

DAZN hat ganz andere Probleme. Vor ein paar tagen gab es im DLF ein Interview mit einem Menschen von DAZN. Dieser sprach auch ganz offen über die Probleme die so eine Plattform hat. Eine davon ist eben genau dieses nicht vorhandene Abomodell. Man befürchtet, und das zeigt sich bereits jetzt schon, das die Leute nur für die Highlights bezahlen und dann nichts mehr. Einen Knaller nach dem nächsten im Programm zu haben damit die Leute dauerhaft für DAZN bezahlen und nicht nur für den einen Monat in dem irgendwelche Finale oder Endspiele sind, sei alleine schon finanziell völlig unmöglich.


Ja, das ist in der Tat schwierig, daher solle man das sportliche Angebot sehr weit streuen und nicht nur auf Fußball setzen. Auch andere Sportarten wie Tennis, Handball, Eishockey, Basketball, Formel 1, Golf usw. könnten durchaus interessant sein. Dann besteht allerdings die Gefahr, dass die Rechte zu teuer werden und man die Kosten dann auf die Kunden umlegen muss und dann ist man vielleicht schon in Bereichen die auch ein Sky-Abo kostet. Das dürfte ein schwieriger Spagat werden.

von zerobase now - am 19.06.2017 10:13
Die Sportmafia bekommt noch mehr Geld und den Hals nicht mehr voll

RICHTIG, daß das ZDF diesen Geldpoker jetzt beendet hat!

Da wollte das ZDF nicht mehr mitgehen
.Man sendet ja NICHT nur für Fußballfans/Sportfans und hat einen Etat und einen Auftrag ausgewogen zu sein auch im Bezug auf eingesezte Gebührengelder zu jeweiligen Sendungen.

Wenn Sky die Summe zahlen kann, bitte, gerne.
Es wird sich zeigen inwieweit SKY Abos ansteigen , nur wegen Championsleague.
Der Werbewirtschaft im Fußball wird der Deal weit weniger schmecken, haben sie dann doch wahrscheinlich im MARKT Deutschland auf einmal viel weniger pot. Zuschauer für ihre Werbung im Sport.

von Starsailor001 - am 19.06.2017 17:51
Zitat
Alqaszar
Übrigens streamt DAZN laut eigener Aussage auch in 1080p. Also wie Netflix, nur eben mit Sport.

Die Frage ist eben nach dem Bezahlmodell: Einen monatlichen Betrag würde ich beispielsweise nicht zahlen, sicherlich aber einzelne Spiele oder auch einen Preis für eine Fußball-WM, die ich dann überall streamen kann. Das beste: Ich bin nicht auf die Clowns vom linearen TV angewiesen.

Aber gerade diese Rosinenpickerei dürfte für DAZN nur schwer refinanzierbar sein. Außer vlt. man überträgt die restlichen Spiele dann ohne Kommentar oder so und hofft, dass die Lizenzen nicht allzu teuer werden.

Das sie die Rechte für die WM bekommen glaube ich jetzt erstmal nicht. Und ich habe auch Zweifel, ob sich das lohnen würde, da sich ARD/ZDF sicherlich genauso streamen lassen, oder bist du einer der Wenigen, die die Spiele zeitversetzt ansehen möchten?

von Zwölf - am 20.06.2017 05:33
Zitat
Cha
Zitat
Noch'n Saarländer
Die izalienischen Kommissar-Rex-Folgen laufen (liefen) doch auf Deutsch auf diesem EO, also dem Abenprogramm von RIC nachgerade bis zum Erbrechen....
Wollte ich auch gerade schreiben. Auf eoTV läuft Kommissar Rex sehr oft. Ich kenne ich mich mit der Serie nicht wirklich aus, aber vllt. findet man dort irgendwann bisher fehlende Folgen.
Dass du dich mit der Serie nicht auskennst, merkt man. eo.tv ist ein Kleinstsender mit minimalem Budget, der die ersten drei (von acht) italienischen Staffeln in einer Endlosschleife wiederholt. Nach der letzten ZDF-Folge geht's wieder von vorne los. Mir geht's jedoch um die fehlenden Folgen, die weitaus besser sind als vieles, was öffentlich-rechtlicher, aber auch private Sender bei uns so aufs Publikum loslassen. Insgesamt wären dies 58 Folgen à 45 Minuten und eine Doppelfolge in Spielfilmlänge. eo.tv hat wohl kaum das Geld für 58 Episoden eine Übersetzung und Vollsynchronisation zu finanzieren - sonst hätte man sich schon längst rangewagt. Man zeigt nicht einmal die Doppelfolge, die tatsächlich in deutscher Sprache vorliegt (Co-Produktion ORF/RAI). Entweder weiß man von der Existenz nichts, man bekommt die Rechte vom ORF nicht, oder man findet das Südtirol-Special einfach schlecht, weil es - im Gegensatz zu den übrigen Folgen - dem Geist der Originalserie in keinster Weise mehr gerecht wird.
Zitat
Spacelab
Meine Stammkneipe ist eigentlich eine Fußballkneipe, die so ziemlich alles, was mit dem Rasensport zu tun hat, auf mehreren Fernsehern und großer Leinwand zeigt. Aber dieser seltsame Confed Cup, von dem eigentlich niemand weiß, was er davon halten soll, löst nur desinteressiertes Kopfschütteln aus. Und die U21 Spiele verbreiten, meiner Meinung nach völlig zu Unrecht, nur großes Gähnen.Also an die Champions League können Confed Cup und U21 noch nicht ansatzweise tippen.
Seltsam. Normalerweise generieren WM und EM das größte Zuschauerinteresse - dort schalten sogar Leute ein, die mit Bolzen sonst rein gar nichts am Hut haben, während es bei der Champions League doch nur um popeligen Vereinsfußball geht.

Der Confederations Cup ist letzten Endes ja eine WM im Kleinformat. Allerdings war das mediale Interesse in der Vergangenheit eher dürftig, was mit eine Ursache für das eher geringe Interesse danach sein dürfte.

Das ZDF hatte für die Champions League ohnehin keinen besonders guten Vertrag, denn pro Woche durfte nur ein Spiel gezeigt werden. Daher hält sich der Verlust doch arg in Grenzen.

Was Olympia angeht: Zahlreiche Wettbewerbe finden parallel statt, aber ARD und ZDF haben alles auf einen Kanal gequetscht. Ein Moderator im Studio guckt bedeutungsschwanger in die Kamera, befragt die teuer eingekauften Experten, die zu jedem Scheiß ihren Senf dazugeben müssen, es gibt Berichte über Land und Leute, Interviews, aber die Wettbewerbe kommen nur in Auszügen auf den Bildschirm. Wer mehr sehen will, wird lapidar auf die Streams im Internet verwiesen. Und diesem Übertragungschaos soll man nachtrauern???

von grmbl - am 20.06.2017 12:15
Zitat
Optimierer
Wer in aller Welt abonniert eigentlich dieses DAZN? Ich kann mir nicht vorstellen, daß es Leute gibt, die Geld dafür ausgeben, Fußballspiele in schlechter Qualität auf kleinen Computerbildschirmen über aussetzerbehafteten Webstreams anzusschauen.


Andersrum ausgedrückt: Wieviele Fußball-Fans (die auch Sky für Buli/CL/EL besitzten) haben DAZN nicht abboniert? Wenige, denn die Hemmschwelle ist dank guter Verfügbarkeit und günstigem Preis ziemlich niedrig.
Geschaut wird fast immer über Fire-TV Sticks und in Kombination mit Sky-Komplett hat man für 29,98€ die volle Palette an Sport.
(und noch mehr Stress mit der Frau :D ).

Für einen "Web-Only" Stream kann sich die Qualität echt sehen lassen und liegt mindestens auf Augenhöhe mit den - immernoch - 720p Öffis.

von Aquarium - am 20.06.2017 16:26
Zitat
DX-Fritz
Zitat
Aquarium
Wieviele Fußball-Fans (die auch Sky für Buli/CL/EL besitzten) haben DAZN nicht abboniert? Wenige, denn die Hemmschwelle ist dank guter Verfügbarkeit und günstigem Preis ziemlich niedrig.


Es wäre wirklich interessant zu wissen, wieviele des angesprochenen Personenkreises DAZN schon abonniert haben. Ich kann mir nicht vorstellen, das das ein nennenswerter Prozentsatz ist. Dafür ist DAZN noch viel zu wenig bekannt!

Jeder hat nur eine begrenzte Zeit an Freizeit. Und die meisten wollen nicht die volle Zeit mit fernsehen verbringen. Von daher werden die meisten Fußball-Fans die bereit sind Geld auszugeben Sky abonnieren um die deutschen Clubs/den Lieblingsverein zu sehen. Die, die kein/wenig Geld ausgeben wollen, werden sich mit Sportschau, Länderspielen und Fußballübertragung bei Radiosendern zufrieden geben. Aber ausländische Ligen schauen? - Dürfte wohl eher ein Minderheiteninteresse sein. Davon abgesehen haben nicht alle die technischen Voraussetzungen, um DAZN am TV-Gerät empfangen zu können oder wissen nicht wie es geht.

von Zwölf - am 24.06.2017 08:55
Es gibt weiterhin Champions League Livespiele bei der SRG:

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/Als-einzige---SRG-zeigt-die-Champions-League-16912063

Zitat
20min
Als einziger Free-TV-Sender in Europa: SRF zeigt auch in Zukunft Spiele der Champions- und Europa League. Wie das Schweizer Fernsehen in einer Mitteilung schreibt, werden die SRG-Sender an 31 Abenden pro Spielzeit Livepartien der Champions League und auch der Europa League übertragen.
[...]
Vorwahlrecht bei Mittwoch-Spielen
[...]
Bei der Auswahl der Partien für den Mittwoch hat die SRG gegenüber Teleclub das Vorwahlrecht. Das bedeutet, dass die Zuschauer im Free-TV entweder die Spiele mit Schweizer Beteiligung zu sehen bekommen oder wenn kein Schweizer Club beteiligt ist, das internationale Topspiel. Auch nach einem Aus der Schweizer Teilnehmer wird die SRG ein Spiel pro Runde live zeigen.
[...]
Neben dem Vorwahlrecht hat die SRG auch die Nachverwertungsrechte an allen Mittwochspielen und auch an vielen Dienstagspartien erworben. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass man Partien zeitversetzt in voller Länge ausstrahlen kann.


Da wird der Antennenempfang entlang der Grenze für Fußballfans wieder richtig wertvoll. zumindest Mittwochs darf man wohl weiter mit regelmäßigen Spielen rechnen.

Nachtrag:
Originalmeldung hier: http://www.srf.ch/sport/mehr-sport/in-eigener-sache/champions-league-und-europa-league-weiter-live-bei-der-srg-ssr

von CBS - am 06.07.2017 11:30
Also was den Empfang der Schweizer per Antenne angeht könnte diese Thread interessant sein: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?11947,1239791,page=1
Erst im laufe der Zeit wurde klar, was damit bezweckt wurde.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die DVB-T Sender der Schweiz nicht sehr weit nach Deutschland reichen. Die Sendeleistung wurde rigoros zurückgefahren. Dank der dafür robusten FEC klappt der Empfang trotzdem noch einigermaßen auch bei geringeren Pegeln, aber diese sind schnell erreicht. In Freiburg geht schon nichts mehr. Von der Bodenseeseite herkommend dürfte es nicht so viel anders sein. Im Kabel sind die Schweizer entlang der Grenze noch drin, wobei (bezugnehmend auf den o.verl. Zeitungsartikel) Freiburg schon ein Zugeständnis sein dürfte. Digital wurden die Sender bei Champions League Spielen letztes Jahr im Kabel ausgeblendet, wird dieses Jahr eventuell auch der Fall sein. Die Zahl der Zaungäste dürften dementsprechend sehr gering ausfallen.

von CBS - am 06.07.2017 13:35
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