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Sat Radio auf UKW Radio umsetzen

Startbeitrag von Tim01012009 am 15.01.2017 11:55

Sat Radio auf UKW Radio Umsetzen.

Hallo! Ich habe mal eine Frage an euch Experten!
Und zwar geht es in einen Mehrparteien haus um eine Sat Radio zu UKW Radio Umsetzung, da es viele dort wünschen!

Nun habe ich bei den einschlägigen SAT Herstellern mal recherchiert und bin irgendwie nicht so richtig fündig geworden, den bei Technisat z.B. gibt es anscheinend nur SAT zu PAL oder SAT zu Quam Umsetzung aber nicht für UKW.

Über einer Liste mit SAT zu UKW umsetzter wäre ich sehr dankbar.

Die 50 interessantesten Antworten:

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Beispiel ASTRO

X8 twin oder X5 twin oder X2 Grundeinheit (bei Gebraucht-Teilen bitte SW-Version beachten)
bestückt mit X-DVB-S/FM duo oder X-DVB-S/FM quad oder X-DVB-S/FM octopus Umsetzer-Karten

Für die Programmierung wird noch eine Software oder ein Hand-Programmiergerät benötigt.
Letzteres geht aber nicht bei allen Karten bzw. kann nicht alle Funktionen einstellen (Bedienungsanleitung hierzu unbedingt vorher konsultieren)

Übersicht unter
http://katalog.astro-kom.de/de/service/betriebsanleitungen/kopfstelle

Wenn von vornherein 16 Programme umgesetzt werden sollen, wäre es vieleicht günstiger, gleich eine
ASTRO QAM Box zu nehmen. Die setzt aber dann auch Transponder mit TV-Programmen nach QAM mit um.

von carkiller08 - am 15.01.2017 12:30

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Man beachte bitte auch neben den Anschaffungskosten die Betriebskosten, also vor allem Strom!
Konkret: Vermutlich wird für das Mehrparteienhaus der Umstieg auf eine SAT-Anlage gewünscht, während eine UKW-Versorgung, vielleicht wie gewohnt aus dem Kabelanschluß, beibehalten werden soll. Hier wären nähere Informationen wünschenswert. Es muß nicht der Mercedes sein wenn man damit nur Brötchen holt.
So könnte ich mir vorstellen daß eine UKW-Yagi, z. B. Körner 9.2 die nun wirklich für billiges Geld zu bekommen ist, eventuell bereits die Wünsche zu mehr als 90% abdeckt. Einen bei solchen Anlagen häufig zu sehenden Kreuz- oder Ringdipol (die letzen Jahre wurden einige Wohnanlagen hier in Oberasbach entsprechend umgerüstet) würde ich auf Grund der UKW-Empfangsqualität, man erwartet ja einwandfreien Stereo-Empfang, nicht verwenden. Wer mehr möchte kann sich für dann noch für ab 30 € einen zusätzlichen SAT-Receiver für das Radiohören kaufen.
Zusätzlich könnte man neben der UKW-Antenne noch eine VHF-III- und UHF-Antenne ebenfalls zuführen. Damit wären auch noch DAB und DVB-T(2) in der gesamten Anlage verfügbar.

von Thomas (Metal) - am 15.01.2017 13:18

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
Tim01012009
Also in diesen Haus ist bereits schon seit letzten Jahres SAT Empfang vorhanden. Leider ist in der Wohngegent die UKW Versorgung mehr schlecht als recht (somit kommt auch keine Ringpol UKW Antenne in Frage oder ähnliches). Die Leute würden halt wieder wie gewohnt mit Ihre Streoanlage wie früher mit den Kabelanschluss Radiohören können.

"mehr schlecht als recht" gibt es in der Republik eigentlich nicht. Zumindest die Sender der zuständigen ö. r. Landesrundfunkanstalt sind immer irgendwie mit einer Yagi rauschfrei in Stereo empfangbar. Alles andere sind äußerst seltene Einzelfälle oder, vielmehr, Legenden.
Ich kann von meinem QTH2 sprechen: Da geht außer dem Lokalsender aus der Nachbarstadt nicht mit einere Teleskopantenne in rauschfreiem Stereo. Und das im 1. OG. Damals eine 8-Elemante Yagi unter Dach montiert: Geht. Bayern1-5, Antenne Bayern, (damals 1992 noch) Gong WÜ, DLF, sowie Programme aus zwei Nachbarbundesländern. Alle in Stereo, alle praktisch so rauschfrei daß sie mit einem Kabelanschluß mithalten konnten. Mit einer Antennenausrichtung ohne drehen zu müssen.
Will heißen: Es käme einmal auf einen Test an. Oder auch für einen groben Überblick FMSCAN mal fragen mit welchen Pegeln man überhaupt rechnen könnte.

von Thomas (Metal) - am 15.01.2017 13:47

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Was auf jedenfall wünschenswert wäre, wenn alle Kulturwellen auf UKW wären und das ist eben mit einer Terestrischen UKW Antenne nicht möglich. Also eine UKW Antenne fällt auf jedanfall flach nur SAT kommt in frage.
Gibt es den auser die alten Astro Umsetzter den keine modernen nach DVB-S2 Standart?
Habe gesehen, die Kathrein können auch nur DVB-S.

In nächster Zeit werden nämlich immer mehr und mehr Transponter auf DVB-S2 umgestellt und da will man auch nicht die Katze im Sack kaufen.

PS: Und einer der will unbedingt SWR3 hören und Terestrisch ist SWR3 auch nicht machbar.

von Tim01012009 - am 15.01.2017 15:35

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Habe hier was gefunden: https://www.maintech.de/produkte/ip-cores/digitale-fm-modulation/

Allerdings blicke ich da nicht so richtig durch, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass mit nur einer Kassette bis zu 48 UKW Programme erzeugt werden können. Das wäre ja zu schön um war zu sein.

Ist da nur eine Software, die man auf beliebigen Kassetten aufspielen kann?

von Tim01012009 - am 15.01.2017 15:52

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Maintech ist Anbieter von Basislösungen für die Industrie. Kunden sind z.B. die KFZ-Industrie, die mit solchen Geräten das Verhalten von UKW-Empfängern testen kann, ohne sich in Schwarzwaldschluchten begeben zu müssen. Da geht es um nahtlose Übernahme einer alternativen Frequenz, da geht es um Störungen durch nahe Nachbarprogramme, ...

UKW-Modulatoren gibt es mindestens von Blankom (STR 821, 6 x UKW aus 2 x DVB-S, kein DVB-S2), Kathrein (UFO 313, 8 x UKW aus 2 x DVB-S, kein DVB-S2), Grundig GSS (HDTV 1000 FM, 12 x UKW aus 2 x DVB-S oder S2), Astro (X-DVB-S/FM duo, X-DVB-S/FM quad, X-DVB-S/FM octopus, 2 / 4 ( 8 x UKW aus je 2 x DVB-S, kein DVB-S2). Dazu gibt es noch modulare Lösungen, bei denen Empfang und Aussendung getrennt sind und dazwischen z.B. IP oder ASI läuft, was die Sache noch teurer macht, aber auch flexibler für Großkopfstellen. Beispiele wären die Wisi Chameleon oder das Appear TV-System.

In jedem Fall braucht man die Grundgeräte der jeweiligen Systeme, teils ist das ein Gehäuse mit Netzteil und Programmierinterface, das die eigentlichen UKW-Module aufnimmt, teils ist das ein separates Gerät, teils ein ganzes Rack nebst Kommunikationsinterface. Das treibt die Kosten massiv nach oben.

Blankom ist zudem insolvent und meines Wissens nach in Liquidation, was ein Jammer ist, da deren Konzept mit zu den besten gehörteund z.B. saubere PI-Code-Umsetzung unterstützt. Wir haben 5 Stück STR 821 am Laufen und kabeln damit derzeit 29 x UKW aus. Nummer 30 war Radio Top40, die nicht mehr auf Astra sind und durch rotzschlechten terrestrischen Empfang an der Kopfstelle ersetzt werden mußten. Ich habe da auch viele Kulturprogramme reingenommen.

DVB-S-only-Lösungen sind 100%ig nicht zukunftssicher, denn wenn ARD-Transponder 93 und der ZDF-SD-Transponder verschwinden werden, wandern die Radioprogramme sehr wahrscheinlich auf DVB-S2-Transponder. Damit ists dann dunkel. Möglicherweise läßt sich mit dem zweckentfremdeten Einsatz einer ohnehin "halbkriminellen" Technik (GSS SMCIP 401, eigentlich zur zentralentschlüsselung voN ORF oder SRF gedacht) als Vorsatzkonverter was retten, kostet aber dann nochmal viel Geld.

Also ist DVB-S2 zwingend für UKW-Umsetzer. Problem kann aber werden: es ist unklar, ob künftig überhaupt noch die ARD-Radios in MP2 angeboten werden. Gut möglich, daß man auf AAC geht und dann (Modell Norwegen") mit 64 kbps HE-AAC oder ähnlichen Sauereien arbeitet. Damit sind alle (!) DVB-UKW-Umsetzer am Ende, keiner decodiert AAC. Ich habe aus diesem und aus anderen Gründen Horror vor dieser Version, aus der Welt ist sie auf keinen Fall.

Ich empfehle die Astro QAM-Box. 16 x UKW aus maximal 16 DVB-S/S2-Frontends aus maximal 4 Sat-Ebenen bietet eine größtmögliche Flexibilität. Es ist aber auch hier das Risiko einer Entwertung vorhanden, denn AAC kann die QAM-Box nicht. Und es ist jammerschade, sie nur für UKW einzusetzen. Dann könnte man gleich noch die 16 TV-Kanäle aktivieren und 16 Transponder auf DVB-C umsetzen (so sich das nicht mit den Wunsch-Transpondern für Radioumsetzungen beißt). In eine Sat-Verteilung kann ich das doch mit einspeisen und TV-Geräte ohne Sat-Tuner haben damit bitgenau identischen Zugriff auf die Programme.

Problem wird das terrestrische UKW-Radio. Will man darauf nicht verzichten, bekommt man das Problem, wie man saubere Frequenzen für die Auskabelungen der UKW-Umsetzer findet. Diese Programme einfach irgendwo "dazwischenzulegen" will gut geplant sein, um sich keine Störungen einzuhandeln. Man braucht freie Bereiche. Idealerweise läßt man sich einen mehrfach-Bandpass bauen, der die terrestrisch gewünschten UKW-Programme durchlässt und ansonsten breit sperrt. Auch sowas kostet Geld. Ideal ist natürlich eine UKW-Kanalaufbereitung für die Terrestrik, dann kommt nur das ins Netz, was ins Netz soll. Der Aufwand ist so teuer, daß da schon ein größeres Kabelnetz dahinterhängen sollte.

Ein Beispiel, fiktiv, aus meiner alten Unistadt Jena. Wäre dort z.B. eine Wohnanlage mit UKW zu versorgen, müsste man sich terrestrisch holen:

MDR Thüringen (auf Sat falsche Regio)
Antenne Thüringen (gar nicht au Sat)
Landeswelle Thüringen (gar nicht auf Sat)
Radio Top 40 (gar nicht auf Sat)
Offener Kanal (gar nicht auf Sat)

Man bräuchte damit schon 3 Twin-Umsetzer Terrestrik. Gibt es, vielleicht sogar ab und an mal gebraucht, z.B. von Blankom (mehrere Versionen) und Astro. Kostet aber Geld, Platz und Strom.

Auch noch zu beachten: vor allem bei den Kulturprogrammen sind manche auf DVB ohne UKW-Schutzlimiter unterwegs. Das ist super für den digitalen Direktempfang mit DVB-S/C-Receiver, aber eklig für UKW-Umsetzungen. Vor allem bei Sprache (Nachrichten!) "spucken" dann z.B. Frauenstimmen. Man muss diese Umsetzungen dann in der Aussteuerung so niedrig pegeln, daß der FM-Hub nicht nennenswert überschritten wird. Auf 75 kHz muss man nicht begrenzen, ist ja nur im Kabel und nicht terestrisch, aber mehr als vielleicht 85 kHz sollte man nie erreichen.

Betroffen sind aus meiner Erinnerung:

D-Radio Kultur (habe nach wenigen Tagen deswegen von DVB-S auf UKW als Quelle gewechselt, ging zum Glück empfangstechnisch)
D-Radio Wissen
MDR Klassik
WDR 3
SWR 2
BR Heimat
Bayern +

Absolut gutmütig sind BR Klassik und hr 2, die offenbar die UKW.Aufbereitung drinhängen haben und dennoch anständig klingen.

Es gibt da also viel zu beachten.

Gib doch bitte mal den Ort des ganzen an, wegen der UKW-Situation.

von Chris_BLN - am 15.01.2017 16:30

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Standort ist 97483 Eltmann. Hier gehen wirklich nur B1 - B5 und das nichtmal komplet rauschfrei.
Ein Grundrauschen ist immer im Hintergrund. Selbst im Auto ist der Empfang nicht einwandfrei.

Das nichtmal die Grundig Kassetten obwohl diese DVB-S2 können aber kein AAC decotieren können ist sehr entdäuschent. Da müssen die Hersteller mal in die Gänge kommen.

von Tim01012009 - am 15.01.2017 17:27

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
Tim01012009
Standort ist 97483 Eltmann. Hier gehen wirklich nur B1 - B5 und das nichtmal komplet rauschfrei.
Ein Grundrauschen ist immer im Hintergrund. Selbst im Auto ist der Empfang nicht einwandfrei.


Also ich fahre jeden Tag durch Eltmann. Das kann ich nicht bestätigen.
B1-B5, Antenne Bayern, Radio Bamberg, Radio Primaton, sowie sämtliche MDR Sender vom Bleßberg kann ich dort mit meinem Autoradio in rauschfreiem Stereo empfangen.

von March - am 15.01.2017 18:32

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

@ Chris_BLN
Wie immer ein klasse Beitrag!

Unterm Strich lese ich zwischen den Zeilen zusammen:
- Zukunftssicherheit offen mit der Möglichkeit sich vor allen anderen die Finger zu verbrennen
- Einrichtungs- und Planungsaufwand hoch
- Hohe Beschaffungskosten

Vielleicht dann doch so: SAT durchreichen und die ortsüblichen Sender auf UKW/DAB empfangen und durchreichen. Von den eingesparten Kosten kann man überall wo notwendig DVB-S Receiver kaufen.
Ich gehe davon aus daß das Kabelnetz von Eltmann an Schweinfurt hängt. Dort hat man neben den zuständigen Sendern noch den BR, hr, mdr und SWR drin. Mit einfachen Mitteln ist ein solches Angebot über UKW in Eltmann sicher nicht für eine Mehrteilnehmeranlage, also parallel, heranzuholen.

von Thomas (Metal) - am 15.01.2017 18:57

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
March
Zitat
Tim01012009
Standort ist 97483 Eltmann. Hier gehen wirklich nur B1 - B5 und das nichtmal komplet rauschfrei.
Ein Grundrauschen ist immer im Hintergrund. Selbst im Auto ist der Empfang nicht einwandfrei.


Also ich fahre jeden Tag durch Eltmann. Das kann ich nicht bestätigen.
B1-B5, Antenne Bayern, Radio Bamberg, Radio Primaton, sowie sämtliche MDR Sender vom Bleßberg kann ich dort mit meinem Autoradio in rauschfreiem Stereo empfangen.


Das wäre auch mein Eindruck, bekannt leider nur von der A70, sowie von Umleitungen. Fragt man FMSCAN, so kann man den SWR direkt zu den Akten legen, das ist Bastelei für Interessierte, bei einer Mehrteilnehmeranlage den anderen nicht zumutbar. Wo sollte auch der BR herkommen wenn man die Antenne nach Südwesten ausrichtet? Würzburg ist dort bereits abgeschattet und bei gutem Empfang eher ein Glückstreffer. Probleme wird wohl auch Hessen machen. Der Heidelstein wird einerseits noch durch Bamberger Sender bedrängt, andererseits sind die Pegelunterschieden zu den bayerischen Sendern aus der Rhön erheblich. Auch hier wieder das Problem der Mehrteilnehmeranlage mit entsprechend einzuhaltenden Pegeln. Möglicherweise wäre dennoch eine Yagi nach Nord interessant. Dort könnte Rhön, Inselsberg, ggf. noch innerhalb des Öffnungswinkels Bleßberg und Suhl empfangen werden. Die andere Option wäre nach Südost. Damit sollte natürlich Bamberg, sowie die Lokalsender von dort, aber auch noch im Öffnungswinkel der DLF vom Ochsenkopf gehen. Mit viel Glück gäbe es noch die Lokalsender auf Fmt Nürnberg in einwandfreiem Mono oben drauf. Für DAB wäre eine solche Ausrichtung sicherlich die erste Wahl.

von Thomas (Metal) - am 15.01.2017 19:06

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Dann hat aber mein Berlingo ein ziemlich schlechtes Original Autoradio. Denn störungsfreier Empfang ist nicht hinzubekommen erst wenn man zu Eltmann herausfährt Richtung Bamberg, erst dann ist störungsfreier Empfang möglich.
Den MDR Empfang und den Radio Bamberg Empfang kann ich zumindest total vergessen auser in Bamberg da ist es gut.Ich glaube ich brauche ein neues Autoradio. :gruebel:

Das einfachste wäre wirklich dann wieder den Kabelanschluss mit auf das SAT Kabel mit drauf zu legen, aber dann fallen ja wieder die Kosten an und die wollten sich die Mieter ja sparen, deswegen haben wir eine Jultec Unicable Anlage Installiert.
Nach einiger Zeit kamen dann plötzlich anfragen wegen des fehlenden UKW Empfangs aus den Antennedosen.

von Tim01012009 - am 15.01.2017 21:19

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Also das Umsetzen von DVB-S auf UKW Kabel ist doch viel zu teuer um ein paar Mietern wieder Radio aus der Antennendose anzubieten. Und das Risiko das man das teure Geld in den Sand setzt weil früher oder später von DVB-S auf S2 mit AAC Ton umgeschaltet wird gibt es auch noch. Das rechnet sich doch hinten und vorne nicht. Ich finde den Vorschlag von Japhi am besten. Einen Ringdipol aufs Dach und für weitere Programme auf das extra angeschaffte Satsignal verweisen. Für ältere oder technisch nicht so versierte kann man ja seine Hilfe anbieten um den Sat-Receiver eventuell mit der Stereoanlage zu verbinden. Bei allem anderen passt das KostenNutzen Verhältnis einfach nicht. Rechne alleine mal durch was das kosten würde nur weil ein einziger Hansel SWR3 über den UKW Anschluss seiner Antennendose hören möchte. :rolleyes:

von Spacelab - am 15.01.2017 21:41

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Gerade mal FMscan bemüht. Wäre da eine Kopfstelle zu bauen und (obwohl wir 2017 haben) noch UKW reinzunehmen, sähe ich da schon 3 UKW-Antennen, vorbehaltlich vor-Ort-Prüfung der Sinnhaftigkeit:

ca. 115°:
BR 1, 2, 3, BR Klassik via Geisberg
ABy Bamberg via Buttenheim
Radio Bamberg, Galaxy via Bamberg-Rothof

24°:
MDR Thüringen, Kultur, Jump, DKultur, Antenne Thüringen, Landeswelle Thüringen via Blessberg

320°:
B5 aktuell via Kreuzberg
DLF, hr 1, hr 3, hr 4, FFH via Heidelstein

Der hr sowie FFH wären schon grenzwertig. Man bekäme vom Heidelstein z.B. schon den hr ca. 18 dB schwächer als den DLF. Das macht kein UKW-Tuner freiwillig mit, so er nicht eine schaltbare HF-Vordämpfung hat. Ansonsten rauscht entweder der hr (zu schwach) oder der DLF (Übersteuerung). Da bieten sich Kabel-Umsetzer prima an, die stellt man halt so ein, daß hinten für alle einheitlicher Pegel rauskommt.

Für ein einzelnes Wohnhaus ist das Overkill. Und 3 UKW-Antennen kann man auch nicht einfach zusammenschalten. Da bietet sich dann der Ringdipol an, doch mit dem bekommt man natürlich keine Reflexionsfreiheit. Ich kenne die Gegebenheiten vor Ort nicht. Auf der Anhöhe wäre das sicherer als z.B. im Tal, unten muss man mit Gezwitscher rechnen.

Falls Ringdipol: an den Dosen sollte UKW-seitig ca. 63 dB µV rauskommen. Dann bekommt man noch das S/N-Maximum mit den allermeisten Tunern und kann, sollte es bereits zuviel sein, mit einem einstellbaren Dämpfungsregler (Amazon, 5 EUR) präzise justieren. Ein knappes Dutzend Programme könnte pegelmäßig grob im Zielkorridor liegen (die ersten 11 der Liste), also nur wneige dBµV auseinander. Je nach verbauten Dosen (Auskoppel- und/oder Durchgangsdämpfung) und vermutlich heftig vielen dB Dämpfung der Unicable-Matrix (steht bei Jultec drauf) könnte es zur Notwendigkeit einer UKW-Vorverstärkung kommen.

Energiebedarf einer Astro QAM-Box laut Datenblatt ca. 62 Watt. Macht im Jahr ca. 150 EUR Stromrechnung. Eine QAM-Box! Ist völlig egal, wenn da 1000 Haushalte dranhängen. Ist nicht mehr egal, wenns ein einzelnes Wohnhaus ist.

Terrestrisch kommst Du nicht an viele Kulturprogramme. BR Klassik geht noch, aber bald bekanntlich nicht mehr! Dürfte dort am heftigsten wehtun. Dann bleiben nur noch Bayern 2, DLF, DKultur und MDR Kultur. hr 2 und SWR 2 sind, wie weiter oben schon beschrieben, was für Freaks und vermutlich nicht beifahrertauglich kulturradiotauglich. BR Heimat fehlt. Bayern + fehlt.

Ich schließe mich, so sehr mich das auch wegen "hilfe, noch eine hässliche Kiste!" schmerzt, dem Vorschlag an, Satreceiver zu nutzen. Die müssen freilich Unicable können. Nutzt ihr alle Möglichkeiten, die moderne Jultec-Kaskaden bieten (JESS, EN 50607, bis 32 Tuner) oder begnügt ihr euch mit den ersten Umsetzungen (EN 50494, bis 8 Tuner)? Entsprechend wäre die Auswahl der Receiver vorzunehmen, wobei JESS-taugliche Geräte wohl noch nicht durchgängig erhältlich sind (mir fehlt da inzwischen völlig der Überblick).

Falls es um 43-cm-Stereoanlagen gehen sollte und alter Unicable-Standard genügt, wären z.B. einfach Technotrend TT select S845HD+ zu beschaffen, bei eBay, für 35 EUR - passen optisch gut zu 43er Anlagen. Haben manche Bugs, sind aber brauchbar. Ich nutze ein solches Gerät als Radio und bin zufrieden. Ob der Unicable-Modus sauber läuft, entzieht sich meiner Kenntnis. Man braucht aber einen Bildschirm, mindestens zur Ersteinrichtung, bei Wunsch der Aufnahme in Originalqualität auf USB (mach das mal mit nem UKW-Tuner...) braucht man den Bildschirm dauerhaft. Dafür gibt es kleine, effiziente Lösungen.

Da steht er, der S845 (mit "Play" im Display, dummerweise, da lief gerade was vom Stick), und obendrüber steht der Monitor.



Und schon hat man eine sauber klingende Lösung ohne jedes UKW-Rauschen. Bis, ja bis AAC kommt. Dann bleibt auch dieser Receiver stumm. Ich hoffe immer noch auf MP2 auch in Zukunft. Ansonsten kann man das Thema Radio nämlich gleich komplett vergessen.

von Chris_BLN - am 15.01.2017 23:57

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Ich lese immer wieder Ringdipol ;-) . Meine Erfahrungen ergaben bisher eine solche Antenne wenn möglich zu vermeiden.
Nochmal QTH2: Dort war früher ein Ringdipol für UKW-Empfang in Betrieb. Später hatte ich an fast gleicher eine 8-Elemente Yagi auf dem Dach, aber auch eine 4-Elemente Yagi testweise unter Dach. Der Ringdipol konnte, was hoffentlich hier niemand überrascht gegenüber der beiden anderen nicht in Ansätzen mithalten. Da (bis 1984) ging allenfalls ein Kreuzberg, stärkster einfallender Standort aber mit Mehrwegeempfang, Programm einwandfrei in Stereo. Feldberg oder Bleßberg waren deutlich angerauscht. Selbst die 4-Elemente-Yagi unter Dach brachte dann einerseits andere bayerische Standorte als Ausweich (Pfaffenberg, Bamberg, Würzburg), sowie Feldberg und Bleßberg schon praktisch einwandfrei in Stereo. Die 8er war natürlich noch eine Ecke besser.
1984 wurde der Ringdipol ab- und an anderer Stelle in der gleichen Gemeinde aufgebaut. Auch dort, obwohl in deutlich besserer Empfangslage, würde ich den Empfang nur als extended Teleskopantenne beschreiben. Rimberg und Biedenkopf gingen zwar gut aber eben noch leicht angerauscht. Eine 3-Elemente Yagi beseitigte dann das letzte Rauschen. Und der Kreuzberg? Kam dort ausgerechnet auf der 96,3 verzerrt an (93,1 und 98,3 einwandfrei), obwohl man dort eigentlich kein Mehrwegeempfangsproblem hatte. Dies soll verdeutlichen daß auch bei einem Ringdipol Aufbauort und Ausrichtung entscheident sein können.
Meine Empfehlung bezüglich UKW: Was gescheites. Körner 9.2. Idealerweise auf einem Rotor montiert dessen Steuergerät sich dort befindet wo auch die anderen SAT-Verteiler/Multiswitches sind. Warum? Bevorzugte Sender, abgestrahlte Sender, aber auch Ausbreitungsbedingungen ändern sich, eine Ewigkeitsgarantie gibt es nicht und die Ewigkeit kann schon nur wenige Jahre sein. So hat man, oder der versierte Techniker, direkt die Möglichkeit ohne großen Aufwand nach Bedarf anzupassen.

von Thomas (Metal) - am 16.01.2017 07:10

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Du bist ja witzig! Das ein Ringdipol einer Yagi nicht das Wasser reichen kann sollte ja wohl klar sein. Aber wenn du ein X Parteien Haus hast und jeder will "sein Programm" empfangen und jedes kommt aus einer anderen Richtung bleibt dir nichts anderes übrig als eine Antenne zu nehmen die aus allen Richtungen gleich empfängt. Vor allem wenn du finanziell und/oder vom Aufwand her die Kirche im Dorf lassen musst.

von Spacelab - am 16.01.2017 07:40

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Nein, teuer wird das keinesfalls. Ringdipol ca. 20 €, Körner 9.2 ca. 80 €, Antennenrotor (Conrad) 60 €. Da hat schon manch einer an einem Abend mehr versoffen ;-) . Ernsthaft: Man stelle doch bitte auch die Einsparungen (Kabelfernsehen) gegenüber. Oder gegenüber einer Umsetzung SAT-Radio auf UKW-Radio.
Ich kann zudem die Ansicht nicht teilen daß einerseits ein Ringdipol alles empfängt und daher allen Parteien gerecht wird. Es wird irgendwas empfangen, aber was nützt es wenn man für einen ordentlichen Empfang der nicht Ortssender dann doch auf SAT zurückgreifen muß? Ebenso stimmt es nicht daß eine Yagi immer nur einen Sender gut empfängt. So halte ich dort bei einer Nordausrichtung durchaus die Kombination Bayern + Thüringen + Primaton (Lokalsender) für realistisch.

von Thomas (Metal) - am 16.01.2017 08:04

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Ich fände ein Rotor-Steuergerät in jeder Wohnung super. Und einen Duellierplatz im Keller, wenn sich die Nachbarn wieder gegenseitig das Sinfoniekonzert zerschossen haben. :D

Im Ernst: das Zusammenführen mehrerer UKW-Richtungen auf eine Ableitung ohne kanalselektive Aufbereitung ist heikel bis unmöglich. In der DDR (anderswo vielleicht auch) gab es dazu sogenannte "Stereoweichen" http://www.radiomuseum.org/r/haberle_stereo_weiche_s_w_1sw.html .

Das ist ein Konstrukt mit 2 Antenneneingängen. Der eine ist breitbandig, zieht aber mit Sperrkreis eine Frequenz raus. Der andere ist ein "Kanal-Pass", lässt nur diese eine Frequenz durch. Kanalselektiv war das freilich nicht, 1 MHz wird als Sperrbreite / Durchlassbreite angegeben. Damit holte man sich von einem UKW.Standort "alles" und von einem zweiten nur eine Frequenz.

Im Falle unseres Beispieles wäre z.B. eine Richtantenne nur für den DLF Heidelstein nett - aber das scheitert schon an daran, dass dessen 103,3 nur 400 kHz neben der BR Klassik / bald PULS 102,9 vom Geisberg liegt. Und das trennt eine solche Konstruktion nicht sauber. Das gleiche, falls man versuchen sollte, DKultur vom Blessberg zu holen (94,2) und mit einem breitbandigen Signal vom Geisberg zusammenzuführen. Da ist die 94,8 Bayern 1 im Wege und würde weitgehend plattgemacht. Ebenso mit der 95,2 von MDR Kultur: auch nur 400 kHz neben Bayern 1.

Solche Steilheiten und Stabilitäten bekommt man vermutlich auf HF-Ebene nicht hin, dazu muss man in die ZF-Lage umsetzen, also Kanalumsetzer verwenden. Somit scheiden solche Lösungen leider auch aus. Deshalb bin ich ja so froh, im Falle meiner Eltern auf eine anständige Kopfstelle zurückgreifen zu können und dort richtig aufwendig Programme heranholen und auskabeln zu können. Bei ohnehin vorhandener Technik und ca. 1300 angeschlossenen Haushalten ist das halt möglich.

Wegen Körner in Nordostausrichtung: schau Dir nochmal das Diagramm der Körner 9.2 an:



Der -3-dB-Punkt liegt bei ca. +/- 30°. Macht 60° insgesamt. Wir haben hier fast 90° Versatz, damit bekommst du schon 6-8 dB Dämpfung.

Was mich mal sowieso interessieren würde: ruiniert man sich außer dem Gewinn noch etwas beim seitlichen Empfang? Der Dipol steht dann doch nicht mehr senkrecht zur Ausbreitungsrichtung, greift also die Wellenfront auch nicht mehr ansatzweise (Krümmung der Wellenfront vernachlässigen) zeitgleich ab, sondern mit einem Ende immer zeitiger als mit dem anderen, bei z.B. 30° beträgt der Versatz zwischen einem Ende des Dipols und dem anderen genau die halbe Länge des Dipols, also Lambda/4. Holt man sich damit u.U. schon die typischen Mehrwegeempfangstörungen?

von Chris_BLN - am 16.01.2017 08:11

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat

Man stelle doch bitte auch die Einsparungen (Kabelfernsehen) gegenüber. Oder gegenüber einer Umsetzung SAT-Radio auf UKW-Radio.

Eben! Und deshalb die einfachste Kombination von Standard UKW Einspeisung der ortsüblichen (Regional-)Programme und die Nutzung von eh schon vorhandenem Sat Direktempfang. Ich weiß gar nicht wo da das Problem liegt?

von Spacelab - am 16.01.2017 08:15

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Das Problem liegt im veränderten Nutzerverhalten. UKW out-of-the-box ist halt wesentlich einfacher, als mit mehreren Empfangsgeräten hantieren zu müssen. Wobei das bei ausdrücklichem Wunsch nach vor allem Kulturprogrammen wiedeurm einfacher ist: man nutzt dann sowieso nur noch den Satreceiver. Ich hätte aber bei meinen Eltern (ca. 80 Jahre alt sind sie beide) z.B. keine Chance gehabt, dort mit Satreceiver aufzurüsten. Es wäre mir verboten worden wegen Optik und Bedienbarkeit.

So sieht es da aus:



Meine Eltern hätten mir was gehustet mit zusätzlichem Satreceiver. Es stünde auch kein TV im Wohnzimmer, auf dem man mal das Menü zeigen könnte.

von Chris_BLN - am 16.01.2017 08:27

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
Chris_BLN
Was mich mal sowieso interessieren würde: ruiniert man sich außer dem Gewinn noch etwas beim seitlichen Empfang? Der Dipol steht dann doch nicht mehr senkrecht zur Ausbreitungsrichtung, greift also die Wellenfront auch nicht mehr ansatzweise (Krümmung der Wellenfront vernachlässigen) zeitgleich ab, sondern mit einem Ende immer zeitiger als mit dem anderen, bei z.B. 30° beträgt der Versatz zwischen einem Ende des Dipols und dem anderen genau die halbe Länge des Dipols, also Lambda/4. Holt man sich damit u.U. schon die typischen Mehrwegeempfangstörungen?

Das sollte ich mal aufarbeiten für einen Artikel zum Thema 9.2 (also nicht für "Sat Radio...") . Ich habe sowas aktiv. Bei mir, QTH1, steht die Antenne normalerweise etwa zum Ochsenkopf und empfängt seitlich gerade noch Nbg, während Dillberg teilweise schon zerrt. Genau da wird es dann mit Verzerrungen interessant die dann wiederum frequenzabhängig sind. Aus der anderen Richtung kommt aber sogar noch der Inselsberg brauchbar rein, bevor man dann aus der Hauptkeule rausgeht.

von Thomas (Metal) - am 16.01.2017 08:31

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

So ähnlich ablehnend waren meine Eltern auch gegenüber einem zusätzlichen Gerät. Darauf hin kam dann von mir ein "Entweder so oder gar nicht". Ich kann keine Programme irgendwo her zaubern und schon gar nicht in rausch und zwitscherfreiem Stereo wie es einem Konzert würdig wäre. Also bekamen sie einen Satempfänger hingestellt bei dem ich nur für die erste Einrichtung kurz einen Fernseher anschließen musste und fertig war der Fisch. Heute schaltet er den Satreceiver genauso selbstverständlich ein wie damals seinen UKW Receiver.

Ich hab ja echt Verständnis dafür wenn man keine zusätzlichen Geräte möchte. Aber man muss das auch mit Relation und Augenmaß sehen und nicht verlangen das sich jemand krumm macht und für 4 stellige Beträge eine Umsetzerbatterie und Antennen installiert nur damit ich mir ein Zusatzgerät für 50 Euro spare.

von Spacelab - am 16.01.2017 08:38

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Der o.g. Antennenrotor von Conrad ist schon einige Zeit raus ausm Sortiment und auch schon Ewigkeiten vergriffen. Mittlerweile wird der nicht mal mehr gelistet.

Internetradio kommt vermutlich nicht in Frage? Die Geräte dazu gibt's ja in jeder Größe, auch HiFi- Maß 43,5cm.
So könnte jeder das hören, was er möchte, und die Anschaffungskosten sind extrem gering im Vergleich zu UKW/SAT- Umsetzung und Verteilung.
Aber klar, das ist dann ein zusätzliches Gerät, das will auch wieder keiner haben und früher war ja sowieso alles besser :D

von HAL9000 - am 16.01.2017 09:55

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Also, ich hänge ja auch sehr an meinen UKW-Tunern, vor allem an meiner Braun-regie-Anlage im Wohnzimmer. Und will die auch so lange nutzen, wie es noch UKW terrestrisch gibt.

Habe auch ewig mit dem Gedanken gespielt, was ich denn nun beim Einzug ins erste eigene EFH machen soll. Gedankenspielereien wie eine kleine Aufbereitung mit UKW und 8-16 PAL-Programmen waren da noch geplant.

Was ist daraus geworden?

Ein Mast mit UKW-Kreuzdipol an der Spitze (in ca. 8 Meter Höhe) liefert mir meine Wunsch-Programme in rauschfreiem Stereo. Empfangen werden können Raichberg, Hornisgrinde (DLF), Degerloch und (wichtig für hr) der Hardberg. Ketrichhof und Weinbiet (SWR RLP) gehen auch, sofern die Frequenzen nicht durch was anderes geplättet werden.

Eine ganz nette Ausbeute, wie ich finde. Es ginge sicher noch viel mehr, wenn nicht so viele Kamp-Koordinierungen mir vor allem Säntis und Pfänder fast zur Gänze plätten würden.

Allerdings wäre ich als Kulturliebhaber doch arg aufgeschmissen, zumindest aus Hessen wurde knallhart auf Jugendprogramm umgestellt. Aber mein Geschmack wird mit SWR4 und hr4 bedient, auch die sonst ortsüblichen Sender sind vorhanden und auch die 102,3 geht für die angelsächsichen Familienmitglieder ohne Stereo-Rauschen (vom MPEG-Geklirre mal abgesehen ;) )

Lediglich eine kleine Umsetzung für Radio Paloma auf UKW wäre nett, wurde aber bislang nie realisiert.

Nur höre ich immer weniger gerne Radio, denn die Qualität, was da an völlig kaputt-komprimierter Musik senderseitig rausgeht, schmerzt mir einfach nur in den Ohren. Grade wenn man als Vergleich die originale LP-Pressung von damals hat...

Wolfgang

von Wolfgang R - am 16.01.2017 10:13

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
TobiAC
Wenn der Stromverbrauch keine Rolle spielt und was gebasteltes OK ist, dann kann man einen Receiver durchlaufen lassen und dahinter einen HQ-Stereo-UKW-Prüfgenerator SUP2 von ELV betreiben. :xcool:


Das ist eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit, die sehr gut funktioniert (auch wenn Profis jetzt vielleicht die Kriese bekommen ;) ). Hatte ich eine Zeit lang so bei meinen Eltern installiert um ein nicht ausgekabeltes SAT Programm mit an Bord zu haben. Für 2-3 Programme sollte der Aufwand in Ordnung gehen, zumal die Prüfsender genau wie ein einzelner SAT Receiver günstig und einzeln zu ersetzen sind.

von Dr. Antenne - am 16.01.2017 10:59

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
Thomas (Metal)
Vielleicht dann doch so: SAT durchreichen und die ortsüblichen Sender auf UKW/DAB empfangen und durchreichen.


Apropos: Gibt's denn Umsetzer, die DAB+ Signale auf UKW verbreiten können?

Zitat
Tim01012009
Dann hat aber mein Berlingo ein ziemlich schlechtes Original Autoradio. Denn störungsfreier Empfang ist nicht hinzubekommen erst wenn man zu Eltmann herausfährt Richtung Bamberg, erst dann ist störungsfreier Empfang möglich.
Den MDR Empfang und den Radio Bamberg Empfang kann ich zumindest total vergessen auser in Bamberg da ist es gut.Ich glaube ich brauche ein neues Autoradio.


Und Du hast kein UKW-Radio daheim als Referenz?

Zitat
Spacelab
Also bekamen sie einen Satempfänger hingestellt bei dem ich nur für die erste Einrichtung kurz einen Fernseher anschließen musste und fertig war der Fisch. Heute schaltet er den Satreceiver genauso selbstverständlich ein wie damals seinen UKW Receiver.


Eben, ich versteh nicht, warum da immer so ein Theater gemacht werden muss. Ist doch egal, ob da ein UKW-Tuner mit Senderspeichertasten, oder ein SAT-Tuner mit Senderspeichertasten an die Lautsprecher angeschlossen ist. Bei vorher nach Vorlieben sortierter Senderliste ist der Prozess des Programmumschaltens ja nun wirklich keine Kunst.

von Cha - am 16.01.2017 11:36

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
Spacelab
Darauf hin kam dann von mir ein "Entweder so oder gar nicht".


Dann wäre bei meinen Eltern ein "gar nicht" gekommen. Irgendwann (zumindest ist das hier so) kommen sie dir dann mit "sterbe ja eh bald". Und selbst ich ertappe mich seit längerem dabei, absolute Unlust zu entwickeln, bestimmte Dinge heute noch "mitzumachen". Schlimm wird es nur, wenn da Dinge dabei sind, zu denen man letztlich verpflichtet ist, mitzumachen. Rundfunk gehört nicht dazu, aber wenn bestimmte Verwaltungsdinge gefälligst online zu erfolgen haben, geht es schon los.

Zitat
HAL9000
Internetradio kommt vermutlich nicht in Frage? Die Geräte dazu gibt's ja in jeder Größe, auch HiFi- Maß 43,5cm.
So könnte jeder das hören, was er möchte, und die Anschaffungskosten sind extrem gering im Vergleich zu UKW/SAT- Umsetzung und Verteilung.


Erstens klingt Internetradio bei den ARD-Kulturwellen scheiße. 128 kbps MP3 sind nicht geeignet, UKW zu ersetzen. Meines Wissens nach bietet nur WDR 3 einen 256er Stream an, dessen reale Qualität kenne ich aber nicht.

Zweitens gibt es genug Haushalte, in denen kein Internet existiert. Bei meinen Eltern ist das so (ich leide hier darunter, laufe auf nem UMTS-Stick), bis vor kurzem wäre hier nichtmal welches möglich gewesen, weder über das OPAL-Telefonnetz noch über das ebenfalls in den 90er Jahren via Glasfaser (!) realisierte heutige KDG-Netz. Das hat wohl immer noch keinen Rückkanal und ist bei 470 MHz zuende.

Drittens - und da wird es bizarr - kenne ich sogar Leute in meinem Alter (Anfang 40), die Akademiker sind (z.B. eine Dr. med.), zwar formal Internet haben, aber WLAN kategorisch verweigern (Sicherheitsgründe) und das CAT5-Kabel nur so lange in das Laptop stecken, wie zum Mail-Download und zum Virenscanner-Update nötig. Danach kommts sofort wieder raus, man weiß ja nie. (Und auf dem Rechner läuft XP :D ). Aber da kann man dann wirklich nicht mehr helfen.

Mir ist sogar jemand bekannt (promovierter Physiker), der hat das Internet daheim komplett wieder abgeschafft, weil seine Kinder (damals im knapp-Erwachsenen-Alter) mit Tauschbörsen-Aktivitäten eine Anwaltsrechnung fabriziert hatten. Da wurde dieses Haus halt offline gesetzt, der Mann hielt sowieso nicht viel von dieser bösen Technik aus der Hölle des Kulturimperialismus. :D

Zitat
Wolfgang R
Was ist daraus geworden?

Ein Mast mit UKW-Kreuzdipol an der Spitze (in ca. 8 Meter Höhe) liefert mir meine Wunsch-Programme in rauschfreiem Stereo. Empfangen werden können Raichberg, Hornisgrinde (DLF), Degerloch und (wichtig für hr) der Hardberg. Ketrichhof und Weinbiet (SWR RLP) gehen auch, sofern die Frequenzen nicht durch was anderes geplättet werden.


Glückskind! Wenn es so läuft, ist natürlich alles top.

Zitat
Cha
Apropos: Gibt's denn Umsetzer, die DAB+ Signale auf UKW verbreiten können?


Ich kenne keine "schlüsselfertigen". Wenn Kosten egal sind, dann... DAB > ASI-Umsetzer http://www.qbit.de/Transcoders/Q567-DAB-DVB-Transcoder::13.html und dann ASI auf UKW-Umsetzer. Die gibt es, z.B. von Blankom, Grundig GSS und Astro. Das wird dann noch teurer als Sat->UKW und klingt wenigstens bei den meisten Programmen auch lausig. ;)


Zitat
Cha
Und Du hast kein UKW-Radio daheim als Referenz?


Offenbar zumidnest keine gescheite Antenne...


Zitat
Cha
Eben, ich versteh nicht, warum da immer so ein Theater gemacht werden muss. Ist doch egal, ob da ein UKW-Tuner mit Senderspeichertasten, oder ein SAT-Tuner mit Senderspeichertasten an die Lautsprecher angeschlossen ist.


Du kennst einen Satreceiver mit Senderspeichertasten? Da kenne ich nur die Soundbox von Bemondis mit den eingebauten Lautsprechern. Gibt es da noch mehr?

Gründe der Ablehnung gibt es einige, je nach Mentalität der Leute
- sieht scheiße aus
- sieht anders aus als die restliche Anlage (siehe obiges Foto)
- kein Platz vorhanden, bei dem nicht sofort auffallen würde, daß hier was gefrickelt wurde und optisch stört (ebenfalls siehe Foto)
- kein Line-Eingang mehr frei
- läuft nicht mit der Systemfernbedienung der restlichen Anlage
- Angst vor unbekannter Technik (vor allem bei Senioren)

Manches muß nicht rational verständlich sein. Ich habe in Berlin einen Fall, da steht bei einer 80-jährigen Jura-Professorin und ihrem eine Etage tiefer wohnenden Sohn (ebenfalls promovierter Jurist) ein 2015 gekaufter 42"-Philips. Der läuft an Zimmerantenne (ne hübsch teure Oehlbach-Antenne wurde ihnen ca. 7 km vom Alexanderplatz entfernt aufgeschwatzt, immerhin "sieht doch gut aus") mit Augenkrebs-DVB-T. Nun kommt die Umstellung auf T2 und der Philips hat freilich keinen HEVC an Bord. Die Frau fragte mich, was zu tun wäre. Ich antwortete, der seit vielen Jahren unbenutzte Antennenmast auf dem Dach des EFH ist so oder so ein Blitz-Einschlags-Risiko. Also kann man auch die alten UHF-Rechen da runternehmen und eine Satschüssel ranmontieren und hoffen, daß die alten Kabel noch funzen. Mit Unicable könnte man ja sowieso die niedrigste Userband-Frequenz nehmen, um es zu stabilisieren. Antwort: nein, eine Satschüssel kommt nicht in Frage, sowas kommt hier nicht aufs Haus! Also werden sie ab Frühjahr wieder mit separatem Receiver und zweiter Fernbedienung herumsitzen und fürs Gelegenheitsgucken der Privaten monatlich zahlen. Ist halt so.

von Chris_BLN - am 16.01.2017 12:13

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
Chris_BLN
Zitat
Cha
Eben, ich versteh nicht, warum da immer so ein Theater gemacht werden muss. Ist doch egal, ob da ein UKW-Tuner mit Senderspeichertasten, oder ein SAT-Tuner mit Senderspeichertasten an die Lautsprecher angeschlossen ist.


Du kennst einen Satreceiver mit Senderspeichertasten? Da kenne ich nur die Soundbox von Bemondis mit den eingebauten Lautsprechern. Gibt es da noch mehr?


Nein, ich mein ja nur: Sowohl bei einem UKW-Tuner, als auch bei einem SAT-Receiver kann man Programme Nummern zuweisen, dass dann eben eine Liste herauskommt, wie:
01 Bayern 1
02 Bayern 2
... usw.

von Cha - am 16.01.2017 12:34

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Ein Anfang ist ja schon getan, wenn man beim Kauf auf einen Satellitenempfänger mit alphanumerischem Display achtet. Das war mir vor etwas mehr als einem Jahr auch überaus wichtig, da ich mehr Radio vom Orbiter höre. Damit ist das Gerät auch ohne einen Fernseher oder Monitor bedienbar und man braucht diesen eigentlich nur zur Ersteinrichtung bzw. ab und an mal zur Pflege der Senderlisten.

von PowerAM - am 16.01.2017 12:55

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
Chris_BLN
...und dann fummelt man ewig mit der Fernbedienung herum, statt 1-10 oder so drücken zu können.


Wie gesagt, bei einer anfangs persönlich eingerichteten Senderliste (auf Wunsch auch noch auf Papier verewigt) versteh ich nicht, wo da das Problem liegen sollte. Es gibt die Tasten P+/P-, sowie Zifferntasten zur Programmwahl.

Und Frequenzwechsel oder Abschaltungen von Programmen über Astra sind bei den etablierten deutschen Radioprogrammen nun auch sehr selten (radio top40 ist da mal eine Ausnahme).

von Cha - am 16.01.2017 12:58

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Eben. Die Zifferntasten sind völlig ausreichend. Und notfalls noch ein Receiver mit Alphanumerischer Anzeige. Das zu bedienen kann sogar ein 3 jähriger mit verbundenen Augen.

Viele "Senioren" und welche die sich gerne mal dazu zählen schieben ihre "Keinen Bock auf gar nix" Einstellung auf ihr Alter. Wir sind doch sooo alt und sind doch schon mit 2 Knöpfen überfordert". Mein Vater war genau so einer. Den Zahn hab ich ihm aber relativ schnell gezogen.
"Entweder so oder gar nicht."
"Dann gar nicht."
"Ok. Du willst das Programm hören. Nicht ich."
3 Wochen später: "Kannst du nicht doch mal..."
Jetzt hat er doch nen Satreceiver an seiner Anlage angeschlossen und statt den Einschalter des UKW Tuners drückt er den Einschalter des Satreceivers. Die Stationstastenbelegung 1-6 (mehr hatte der UKW Tuner nicht) sind mit der Belegung der Sat Fernbedienung identisch und danach kommen die Wunschprogramme. Also noch einfacher geht es nun wirklich nicht. Wenn sie das nicht gereiht kriegen muss man echt mal fragen was als nächstes kommt. Soll ich ihnen bei der Suppe noch den Löffel halten?

Also versteht mich jetzt nicht falsch. Ich finde manchen Fortschritt und die damit zusammenhängende Entwicklung auch bedenklich. Aber wenn manche Leute meinen man müsse die Welt anhalten nur weil sie keinen Bock haben eine zweite Fernbedienung auf den Tisch zu legen, dann tut es mir leid. Dann haben sie halt Pech gehabt und sie werden von der Zeit abgehängt. Oder sie haben so viel Geld übrig das sie es sich leisten können. Dann ist das ganze natürlich wieder ein spannendes Thema. Ein Arbeitskollege von mir hat auch schon in ein 3 Generationen Haus eine Umsetzeranlage im Gegenwert eines neuen Kleinwagens installiert nur damit Omma ihre eh schon altersschwache Röhrenglotze und ihr UKW Kurbelradio das nur bis 104MHz geht noch weiter benutzen kann.

von Spacelab - am 16.01.2017 13:31

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Wieso wäre denn ein DAB+ Empfänger bei euch im Ort keine Alternative für die Mitbewohner, die Radio hören wollen? Insgesamt wäre es doch preiswerter, wenn sich jeder, bei dem UKW angeblich rauscht, einen DAB+ Empfänger kauft. Dann gibt es alle Programme in bestem Stereo. Notfalls, wenn jemand unbedingt sein UKW-Radio behalten will, kann er doch einen DAB+ Radio mit eingebautem FM-Transmitter oder (was besser wäre) mit Anschlusskabel für das alte Radio kaufen. Das wäre billiger und hübscher als ein SAT-Receiver nur zum Radiohören.

von Bolivar diGriz - am 16.01.2017 13:40

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
Spacelab
Ein Arbeitskollege von mir hat auch schon in ein 3 Generationen Haus eine Umsetzeranlage im Gegenwert eines neuen Kleinwagens installiert nur damit Omma ihre eh schon altersschwache Röhrenglotze und ihr UKW Kurbelradio das nur bis 104MHz geht noch weiter benutzen kann.


Sowas sind für mich klassische Kabelkunden, denen ich auch knallhart Kabel empfehle. Mal sehen, was passiert, wenn KabelBW Unitimedia ernst macht und analog abschaltet...dann braucht es in den Häusern wohl doch noch so QAM-PAL Umsetzungen. 16 Sender reichen für diese Kandidaten völlig und endlich wären MDR, BR auch wieder da.

Wobei viele mittlerweile mit einem DVB-C/S/T-Flachbildfernseher und Seniorenfernbedienung mit extra großen Tasten klarkommen, die Fernbedienung wird bei Fernseh-Tausch einfach übernommen.

Klappt bei lernbaren Senioren-FB übrigens auch super mit externen Receivern. Die FB schaltet Fernseher an/aus sowie Laut/Leise am Fernseher, der Rest geht auf den Receiver. Der sollte halt durchlaufen oder an einer schaltbaren Steckdosenleiste hängen. Auch schon bei Senioren erfolgreich umgesetzt :)

Zitat
Bolivar diGriz
Wieso wäre denn ein DAB+ Empfänger bei euch im Ort keine Alternative für die Mitbewohner, die Radio hören wollen? Insgesamt wäre es doch preiswerter, wenn sich jeder, bei dem UKW angeblich rauscht, einen DAB+ Empfänger kauft. Dann gibt es alle Programme in bestem Stereo. Notfalls, wenn jemand unbedingt sein UKW-Radio behalten will, kann er doch einen DAB+ Radio mit eingebautem FM-Transmitter oder (was besser wäre) mit Anschlusskabel für das alte Radio kaufen. Das wäre billiger und hübscher als ein SAT-Receiver nur zum Radiohören.


Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass in dem besagten Haus indoor DVB+ Empfang problemlos möglich wäre, wenn schon UKW solche Probleme macht und keiner eine vernünftige UKW-Antenne installiert hat, die wenigstens den nächstgelegenen UKW-Grundnetzsender mit den ortsüblichen öR störungsfrei empfängt. Auf vielen älteren Häusern hängt wenigstens noch eine Dachantenne, dort würde DAB+ an der TV-Buchse gehen, wenn noch eine VHF-Antenne oben ist (die teilw. falsche Polarisation stört aus Erfahrung nicht so extrem).

Das Gefrickle mit DAB+ - Tunern und den Modulatoren und Weiternutzung des UKW-Tuners bringt auch nix: Das ganze Zusatzequipment muss - wenn dann überhaupt - unsichtbar irgendwo sein. Senderumschaltung muss wie gehabt am UKW Tuner gehen.

Also 8 DAB+ Tuner mit 8 FM-Modulatoren irgendwo im Schrank? Das wird aber schön warm werden und die Stromrechnung wird auch sehr hoch ausfallen....

Wolfgang

von Wolfgang R - am 16.01.2017 14:28

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
Bolivar diGriz
Wieso wäre denn ein DAB+ Empfänger bei euch im Ort keine Alternative für die Mitbewohner, die Radio hören wollen? Insgesamt wäre es doch preiswerter, wenn sich jeder, bei dem UKW angeblich rauscht, einen DAB+ Empfänger kauft. Dann gibt es alle Programme in bestem Stereo.


Eben nicht. Gewünscht werden die Kulturwellen. Das komplette bayern-Angebot sollte problemlos empfangbar sein, damit beschränkt sich die Auswahl auf BR Klassik, Bayern 2, D-Kultur und DLF. Mit etwas Glück bekommt man MDR mit rein und hat noch MDR Kultur und MDR Klassik. Das wars dann aber. Und klanglich top ist nur BR Klassik, die anderen immerhin leidlich erträglich. Da ist man mit dem ohnehin vorhandenen Sat wesentlich besser dran - und egal wie, es wären so oder so neue Geräte fällig.

von Chris_BLN - am 16.01.2017 14:42

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

So bin wieder zuhause! Da hat sich ja mächtig was getan!

Wohne im Erdgeschoss und da ist wirklich kein guter UKW Empfang möglich. Drausen im Garten ist alles OK.

Zu DAB+ kann ich nur sagen außer mir kennt das keiner, dass es so was überhaupt gibt. Der Empfang ist auch nur in der obersten Etage und teilweise noch in der Mitte aber nur teilweise möglich und unten gar nichts da muss man schon das Radio direkt ans Fenster stellen um Signal zu bekommen! Auch keine befriedigende Lösung ich hoffe das bessert sich, denn hinten im Garten kriege ich sogar die MDR Programme einwandfrei sobald ich ins Haus gehe ist Feierabend.

Zum Thema Internet: Fast keiner hat Internet außer mir und noch einer! Alles sehr betagte Leute die hier wohnen. Also Internetradio mag ich so überhaupt nicht! Diese lausigen Internetstreams sind wirklich nicht zu ertragen. Da klingt selbst Kassette besser.
Und die Störanfälligkeit dieser Streams ist auch nicht ganz unerheblich. Man bedenke einer hört ein Wagnerstück und mittendrin bricht plötzlich der Stream ab, das muss nicht sein siehe der Stream der Handball EM. Man bekommt einfach kein Ruckelfreies Bild, da verzichte ich lieber ganz auf die EM. Ja so isses.

Zum Thema Receiver und HQ-Stereo-UKW-Prüfgenerator SUP2 von ELV: Keine schlechte Idee aber 1. viel zu unpraktisch und auch nicht ganz Billig.
Wenn man mit 16 UKW Programmen Rechnet dann braucht man
16 x 50 € für Receiver = 800 €
16 x 45 € für UKW SUP2 = 720€ (Dann muss man ja noch alle zusammenlöten und hoffen das es funktioniert)
1 x 383 € für 16 Fach Multischalter:
und dann noch der Strom und die hässliche Verkabelung dieser 16 Receiver machen zusammen 1903€.

Wenn man bedenkt für 1300 € mehr bekämme man ja gleich eine Astro QUAM Box und hat zudem noch 16 QUAM Umsetzungen und alles in einen Gehäuse was man an die Wand dübeln kann. Ich glaube das wäre ein Kompromiss diese QUAM Box.

Habe mir mal die QUAM Box genauer angesehen und habe das ungute Gefühl dass der UKW Bereich dieser BOX nur DVB-S kann und kein DVB-S2 oder liege ich da falsch?
Freilich könnte man dann noch die GSS SMCIP 401 vor die QUAM Box schalten um DVB-S2 Programme wieder in DVB-S zu transcodieren aber bei so teuerer Hardwäre muss das doch nicht sein.

Und nochwas was ist eigendlich ASI? SAT zu ASI -> ASI zu UKW?

von Tim01012009 - am 16.01.2017 15:01

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
Spacelab
Das zu bedienen kann sogar ein 3 jähriger mit verbundenen Augen.

Kinder sind eben unkompliziert und anpassungsfähig. Erwachsenen bringt man das einfach nicht mehr bei. Das scheitet schon wenn der Receiver nicht den TV mit einschalten kann. Die wissen nicht mal für was der Receiver da ist, die Fernbedienung wird immer zu TV gerichtet. Der Receiver wird nur akzeptiert weil er auch als Uhr dient. Manchmal ist es eben schwierig. Ich selber verbreite auch ein Programm des 5C über 2 Autotransmitter auf UKW an meinem Wohnort. Persönlich habe ich außer Stromkosten und ein UKW SFN auf einer Frequenz nichts davon.

von pomnitz26 - am 16.01.2017 16:00

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Soweit mir bekannt, zieht die QAM-Box alle Radioprogramme, die in den Transportströmen der 16 Tuner drin sind, in den Pool. Aus diesem Pool kann man sich dann bedienen. Also geht sehr wahrscheinlich auch DVB-S2. Wenn es Dir wirklich wichtig sein sollte, frage ich einen der Gebietsvertreter von Astro, den ich bissl kenne.

Das Haus, in dem Du da wohnst... ist das ein Stahlbeton-Bunker? ;)

(Sorry, aber daß selbst in oberen Stockwerken der Empfang so übel sein soll, während er im Garten geht, das muß ja ein Haus für Elektrosmogallergiker sein..)

Ein Runddipol für UKW würde gewiss generell nicht schaden (auch wenn angesichts der sicher derben Dämpfung des terrestrischen Eingangs der Jultec-Matrix möglicherweise ein UKW-Verstärker fällig werden sollte), bringt aber bald auch kein BR Klassik mehr. Und Senioren... frag sie mal, ob sie mit BR Heimat was anfangen könnten. Also Brauchtum, Blasmusik, et cetera.

ASI ist ein Datenprotokoll, mit dem DVB-Transportströme (also der Datenstrom z.B. eines Sat-Transponders) übertragen werden kann. Es gibt modulare Sat-Tuner, die geben den Transportstrom komplett als ASI aus oder man pickt sich aus den im Sat-Transportstrom enthaltenen Services die gewünschten raus und leitet sie per ASI weiter. Dann gibt es Komponenten, die nehmen ASI entgegen und machen daraus z.B. QAM fürs Kabelnetz oder eben auch UKW. Ode sie nehmen ASI aus mehreren Tunern entgegen und muxen daraus einen größeren Transportstrom oder verschlüsseln manche Programme oder oder oder...

Die Trennung wirkt aufwendig, hat aber Vorteile in großen Kopfstellen. So kann man z.B. ein oder zwei Tunermodule in "warmer Reserve" als Redundanz bereithalten. Fällt ein aktiver Tuner aus, routet man (oder routet das Kopfstellenmanagementsystem automatisch) einen der Reserve-Tuner auf die entsprechende Sat-Ebene, deaktiviert den defekten Tuner und schaltet den Reserve-Tuner auf die Senken. Dabei ist es dann unerheblich, ob es sich bei der Senke um einen QAM-Modulator, einen PAL-Modulator oder einen UKW-Modulator handelt.

Wer von Blankom z.B die ASI-Version des 6-fach-UKW-Umsetzers gekauft hat, konnte auch ab 29.2.2016 die SRF-Radioprogramme auf UKW umsetzen (beliebt: Swiss Pop, Swiss Jazz, Swiss Classic), obwohl sie auf DVB-S2 umgezogen sind. Das ging, solange der vorgeschaltete Sat-Tuner mit ASI-Ausgang S2-tauglich war. War er es nicht, konnte man ihn gegen einen solchen ersetzen. Wer die Sat-Version des UKW-Umsetzers hat, bekommt die Schweizer nur noch mit Vorschalten eines S2>S-Konverters.

Wie schauen denn die Leute im Haus Fernsehen? Haben die alle schon moderne Fernseher mit eingebautem Sat-Receiver oder nutzen sie teils separate Receiver? Schau doch mal, ob Du da bei separaten Receivern eine Audioverbindung zur alten Stereoanlage hinbekommst. Das tut nicht nur dem TV-Ton gut, sondern man kommt auch an die Radioprogramme ran.

Oder geht es gar auch ums Küchenradio? Wäre da Kabelbuchse vorhanden, wären da noch Unicable-Adressen frei? Es gibt sogar ein Sat-taugliches standalone-"Radio" (das rein zufällig auch ein vollwertiger Satreceiver mit TV und Aufnahmefunktion ist und auch Internetradio kann):



von Chris_BLN - am 16.01.2017 16:08

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Zitat
pomnitz26
Kinder sind eben unkompliziert und anpassungsfähig. Erwachsenen bringt man das einfach nicht mehr bei. Das scheitet schon wenn der Receiver nicht den TV mit einschalten kann.


Mein Vater war Hochfrequenzingenieur und begnadeter Bastler:

[attachment 8678 Eigenbau-Stereoanlage.jpg]

(DDR-Komponenten, Tape und Tuner herausnehmbar, Gehäuse und Konzept sind Eigenkreation)

Mit 14, kurz nach dem Krieg, hat er die Radios in der ganzen Nachbarschaft repariert oder selbst welche gebaut, wenn Teile greifbar. Er hat sich mit der Digitalisierung letztlich "aus dem Leben" verabschiedet, wollte oder konnte sich dem nicht mehr stellen. Ein Freund von ihm, noch ein Jahr älter, hackt heute noch mit 84 wie irre auf aktuellen Computern herum, dreht und schneidet Videos mit Öffi-TV-sendefähiger Bildqualität für die Kirchgemeinde und recherchiert seine medizinischen Probleme selbst im Netz. Mein Vater sitzt im Sessel und schläft. Wenn er das nicht tut, sitzt er teils mit der mechanischen Schreibmaschine (passende Farbbänder sind auch son Thema...) vor dem Fernseher und tippt den Videotext ab, weil er glaubt, die Zettelchen mit allerlei belanglosen Infos wären von Interesse. Immerhin kann er den Videotext aufrufen.

Was er nicht kann, ist die Aufnahme am nur dafür danebengestellten Receiver zu programmieren. Zu VHS-Zeiten stand er halt nachts um 2 mit Wecker auf, drückte den Einschaltknopf am VCR und saß 90 Minuten im Bademantel vor der Kiste, um danach wieder auszuschalten. Seitdem da ein DVB-C-PVR steht, ist es aus, trotz kinderleichter Bedienung via EPG. Vater hat es schon geschafft, mich nachts gegen 3 Uhr aus dem Bett zu klingeln (*schock*), um mir die Aufnahme des MDR-Thüringenjournals um 4 Uhr oder so zu befehlen. Ich habe in Berlin nur einen Stick am Satreceiver, da ich nur Radio aufnehme. Ich nehme aber immer die PVR-Platte meiner Eltern mit zu mir (sie könnens ja eh nicht bedienen) und habe dafür ein Zweitgerät mit kompatibler Software/Dateiformat. Also räume ich dann nachts das Zweitgerät hin, kabele es an, programmiere die Aufnahme und gehe wieder ins Bett.

Mutter anzulernen, Aufnahmen zu programmieren, war auch aussichtslos. Sie rannte jedesmal schon vor Beginn der "Schulung" weinend aus dem Zimmer. Und als die Batterien der Senioren-Fernbedienung leer waren, war es nur Glücksfall, daß Mutter beiläufig am Telefon erwähnte, daß man den Kundendienst kommen lassen müsse, der Fernseher wäre kaputt. Letztens kam ich nicht rechtzeitig: den Telekom-Mann haben sie geholt, weil das Zweit-Telefon nachts ab und zu klingeln würde. Das Zweit-Telefon ist wie das Haupt-Telefon ein analoger drahtgebundener Apparat, der im Untershcied zum Haupt-Telefon aber zweipolig mit einem "amtlichen" Telekom-Aufputzdosen-Schalter hart deaktiviert ist. Ein zweipolig getrenntes Telefon kann nicht klingeln. 79 EUR für die Telekom und empörte Eltern: wie kann es sein, daß sowas Geld kostet?

Es geht einfach nicht. Punkt.

Vater kann nicht Bus fahren - er hat Angst vor dem Ticketautomaten. Andererseits glaubt er, ich könne auf Knopfdruck alles "aus dem Internet leiern". Teils hat er so kranke Ansinnen, daß ich sie nicht erfüllen kann, da er sich nicht bewußt ist, was es heißt "alles über xy" zu beschaffen. Er will es ja vor allem auch noch sauber aufbereitet und ausgedruckt.

Ich habe im Umfeld meiner Eltern genug Leute, die ähnlich drauf sind. Teils haben sie Internetanschluss (seit Jahren, damals OPAL-Pilotprojekt), benutzen es aber nie, weil Internet ja böse und gefährlich ist. Teils lassen sie sich den Wünschelrutengänger kommen, weil sie in ihrem Haus so Blutdruck-Schwankungen haben. Im gleichen Personenkreis hat man dann die mit der völkischen Rassenlehre und der Panik vor allem, was sie nicht kennen. Ich sehe hier auf sehr tiefer Ebene einen Zusammenhang: Lernfähigkeit und Anpassungsfähigkeit an das Leben beendet.

von Chris_BLN - am 16.01.2017 16:23

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Du musst aber zugeben dass das schon... Ich suche gerade nach einer freundlichen Bezeichnung... Besonders harte Sonderfälle sind. Ich hab ja schon besonders bockige lernunwillige erlebt. Aber deine schießen echt den Vogel ab. Man kann es ja auch wirklich übertreiben. :rolleyes:

Jedenfalls würde ich keinesfalls von denen auf andere schließen. Mit Seniorenfernbedienung (blöde Bezeichnung, ich kenne auch viele nicht Senioren die so etwas gerne benutzen) und Receiver mit gutem Display ist das durchaus voll Senioren tauglich.

von Spacelab - am 16.01.2017 16:36

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Ja, sags ruhig. Das ist wie "Westflügel der geschlossenen Abteilung", nur mit einem entscheidenden Unterschied: dort hat das Pflegepersonal abends wenigstens ansatzweise die Chance, nach Hause zu gehen und außer einem "arme Schweine" nichts von drinnen mitzunehmen. Diese Chance habe ich als nächster Angehöriger nicht.

Hier wird auch schon mal 5 Jahre wegen eines nicht diebstahlsicheren Briefkastens (Entleerung über die gleiche Klappe, über die eingeworfen wird) diskutiert - und ein anständiger, nicht-Eigenbau-Kasten am Ende kategorisch verweigert. Hier sitze ich, seit ich mich erinnern kann, in der Küche unter einer nackten Leuchtstoffröhre mit abartig krankem Flimmerlicht. Es gab noch keine heutige Leuchte, die den Segen bekommen hätte. Und der Austausch der oben gezeigten Stereoanlage gegen die ganz oben gezeigte war auch ein harter Kampf. Der Plattenspieler hat verhärtestes Reibrad und das Tape war dann auch irgendwann hinüber. Der davorgehängte Discman (via 2 Adapter am DIN-Eingang an der Front betrieben) hatte sich bei einem "Titelsprung vorwärts" verabschiedet, seitdem hört mein Vater, wenn er Title 17 hören will, die ganze CD durch, denn der Knopf mit dem ">|" drauf führt ja zur Zerstörung des CD-Player...

Ich erlebe ähnliches aber generell in der Verwandtschaft. Nicht nur bei meinen Eltern.

von Chris_BLN - am 16.01.2017 16:45
Ich bleibe dennoch dabei: Ein Ringdipol ist ein Mofa. Manch einem reicht das, keine Frage. Und für manche Aufgabe auch und es ist da viellicht sogar der wirtschaftlichste Einsatz. Dennoch sollte man sehen was der Daimler noch an weiteren Vorzügen bringt und was er im Vergleich dazu mehr kostet. Und dabei darf man ruhig auch zukünftige Entwicklungen einbeziehen. Deshalb: Körner 9.2 mit Roter und natürlich nur einer Steuerung die nicht allgemein zugänglich bei der gesamten Technik steht.
Ich fahre bekannterweise Renault :p

Allerdings lese ich hier raus daß wohl mit solch einer UKW-Antenne vielleicht Teilaspekte abgedeckt werden könnten. Als Stichworte wäre hier die BR-Klassik-Abschaltung auf UKW und jetzt schon nicht über UKW verfügbaren Programme Bayern+ und BR-Heimat aufzuführen. Somit: Kann eine UKW-Antenne, wie die auch immer aussieht, überhaupt den Erwartungen wenigstens ein Stück weit gerecht werden. Gut, für mich wäre da für den Ton-Rundfunkempfang eine zusätzliche VHF-III (DAB)-Antenne auch noch obligatorisch.

von Thomas (Metal) - am 16.01.2017 20:11
Ich befürchte ja auch, daß die UKW-Antenne nicht das bringt, was gewünscht wird. Schon gar nicht nach der Umschaltung Klassik - PULS. Behutsames Vorgehen mit Satreceivern halte ich für angemessen. Es müssen vorsichtig aber konseuqent vorher die nötigen Dinge geklärt werden:

- In welchen Räumen soll gehört werden, gibt es dort freie Sat-Anschlüsse mit freiem Userband?

- Gibt es einen Line-In an der vorhandenen Stereoanlage?

- Wieviel Platz ist vorhanden? Sind es 43er Komponenten oder Midi?

- Ist ein TV gleich dort (Menü!) oder wenigstens in der Wohnung (zur Ersteinrichtung)?

Ich wollte sogar mal für eine Familie im Alter meiner Eltern (um die 80) einen Pollin DR-HD 301 (ideales Bastelobjekt, da externes Netzteil und damit "haftungs-frei" für Netzspannungs-Gefahren) in das Gehäuse eines Grundig Fine Arts ST16 (ADR-Tuner mit TechniSat Astrastar-Innereien und damit definitiv wertlos) umtopfen. Hätte dazu noch nen separaten D/A-Wandler einbauen müssen, denn der onboard-Audioteil ist unsauber, da drückt die CPU durch. Es kam aber nicht dazu: dort gibt es im UKW-Kabel immerhin DLF, DKultur, BR Klassik, Bayern 2, MDR Kultur, hr 2, WDR 3 und NDR Kultur. Man ist damit trotz durchaus wahrnehmbaren Rauschens zufrieden und nutzt es, wenngleich nicht mehr so massiv wie vor 15 Jahren. Vor der Installation der Satantenne hatten sie auch regelrecht Horror.

von Chris_BLN - am 16.01.2017 22:16
Es kommt immer darauf an, wie man es angeht! Mein Opa wird 98 Jahre alt - geboren 1919! Der hat vom Detektorempfänger über die Göbbelsschnauze, die Röhren- und Transistorrradios von Sternradio Berlin bis zum Digitalradio schon eine Menge erlebt. Und: Bis heute hat er keine Angst vor seniorentauglich bedienbaren Geräten.

Sein Fernsehen kommt (noch) über DVB-T in seine Stube, Radio inzwischen über DAB. Seine Anforderungen an alle diese Geräte sind zwar anders als meine - aber absolut akzeptierbar. Das fängt bei den Fernbedienungen mit der Tastengröße und der Größe ihrer Beschriftung an. Zudem sollte die Bedienung nicht unnötig kompliziert sein. Beim Radio oder beim Schnurlostelefon ist ihm wichtig, dass deren Displays einen hohen Kontrast mit guter Hintergrundbeleuchtung sowie eine anständige Schriftgröße bieten können. Damit fallen u. a. blau beleuchtete LC-Displays aus. Das Schnurlostelefon muss für Hörgeräte tauglich sein. Radio und Fernsehen gehen mit für die Nachbarn erträglicher Lautstärke noch so. Das EPG des DVB-T Empfängers wird z. B. täglich benutzt, da das mit seiner Übersichtlichkeit und einer ordentlichen Schriftgröße weitaus praktischer ist, als in einer zu klein gedruckten Fernsehzeitschrift zu blättern.

Die Rücksichtnahme auf die durchaus anderen Ansprüche von Alten an technische Geräte sollte man grundsätzlich respektieren und auch versuchen, sie bestmöglich umzusetzen. Das Geld für ein dann oftmals deutlich teureres Gerät ist gewöhnlich da und man braucht prinzipiell nicht die billigste mögliche Lösung wählen. Das setzt natürlich voraus, dass das Interesse für Technik bzw. die durch sie ermöglichte Mediennutzung vorhanden ist. Da muss man dann u. U. auch darauf hinweisen, dass es ohne einen neuen Empfänger für DVB-T2 bereits in ein paar Wochen kein Fernsehen mehr geben wird. Beim Empfängerkauf, dem Aufbau und der Einrichtung kann man dann ja gern helfen.

von PowerAM - am 17.01.2017 06:33

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Off-Topic:

Ich wühle mich gerade durch Vaters Dias und reproduziere einige notdürftig durch simples Abfotografieren von der nach dem Hochwasser 2013 frisch verputzten und gekalkten Kellerwand (beste Leinwand ever), weil ich sie sofort brauche für ein in der Familie anstehendes Fest. Da sind ganze Diakästen dabei mit Repros aus West-Zeitschriften: Architektur und Gebrauchsdesign. Hat er jahrzehntelang verschlungen, wenn es ihm in die Hände fiel (Bruder lebte in Westdeutschland). Er besuchte die Kunst- und Designausstellungen, die es in der DDR gab, er war Fan des Bauhaus' Dessau, bei ihm stehen meterweise entsprechende Bücher in den Regalen, er liebte das Design der Braun-Stereoanlagen.

Für die eigene Wohnung (= mein Elternhaus) entwarf er teils die Möbel, z.B. das auf Seite 2 hier ansatzweise zu sehende Sideboard, das sich die gesamte Wohnzimmerwand entlang erstreckt. Gebaut hat es dann nach diesen Zeichnungen eine Schreinerei. der runde Tisch, auf dem die weiße Anlage steht, ist auch Eigenkonstruktion mit 2 Sätzen an Füßen - als Couchtisch" und als Esstisch, Umbau binnen 1 Minute.

Es entstand auch eine große Lampe für den Garten, inspiriert durch ein in der DDR erschienenes USA-Designbuch, es entstand eine Brunnenfigur für das Goldfischbecken im Garten, es wurde sogar eine spezielle Armatur für das Badezimmer gebaut und dann irgendwo "unter der Hand" verchromt. Im Arbeitszimmer gibt es eine ebenfalls Designpreis-verdächtige Stehlampe aus Stahl/Glas. Es entstanden ein teleskopgefederter einrädriger Fahrradanhänger zum Transport einer kompletten Zeltausrüstung und weitere bemerkenswerte Unikate - fast immer absolut professionell, teils genial, nie Pfusch.

Es ist schon traurig, wie viel ihm davon das Alter genommen hat. Er hat tatsächlich Angst vor allem Neuen (Menü-Bedienung, mehrfachbelegte Tasten, die ganze "Denke" moderner Geräte).

von Chris_BLN - am 17.01.2017 11:09

Re: Sat Radio auf UKW Radio umestzen

Klar. Das beste war das Phonolaufwerk "Sonate" / "Sinfonie" von Ehrlich aus Pirna. Bleischwerer ausgewuchtter Teller, feinstes Tonarmlager (vorbereitet für 1/2"), Subchassis. Aber eben auch Reibradantrieb - das Rad ist inzwischen völlig verhärtet.

In den Eingeweiden des Gerätes ist auch noch die Endstufe und wohl das NF-Teil einer RK8 von Heli versteckt. Das Netzteil ist extern (Holzkasten, so groß wie 2 1-Liter-Tetrapacks), Verbindung mit steckbarem Vielpolkabel, über das - aua - auch die Netzspannung zum Schalter am gerät geführt ist.

Die kleinen roten und grünen Kontrolleuchten sind abgesägte Kappen der Leuchten vom Sonett.

Tuner und Tape sind freilich nur Mono. Stereoteile gab es keine passenden und mein Vater ist seit einer entzündlichen Erkrankung am linken Ohr in seinen frühen 40ern eh nur noch Mono-Hörer gewesen...

Die Anlage ist freilich erhalten, die kommt nicht weg.

von Chris_BLN - am 17.01.2017 12:01
@ Chris_BLN: Ich hatte mich schon gewundert, warum er so viele Mono-Komponenten darin verbaut hat. Auf das Plattenlaufwerk kann man nahezu alles draufbauen. Ich hatte schon stereophone Umbauten von nachweislich original nur monophon tönenden Plattenspielern gesehen.

Mein Vater hatte einen polnischen Unitra-Plattenspieler, so ich mich recht entsinne. Direkt angetrieben und angesichts einer ebenfalls sehr üppigen Schwungmasse brauchte der auch eine gefühlte Ewigkeit zum Hochlaufen. Aber der Kasten war stereophon, machte keine hörbaren Rumpelgeräusche und dank einstellbarem Auflagegewicht waren auch noch Platten mit kleinen Schäden durchspielbar. Um zur Mitte der 1980er gekauften HMK 100 zu passen, bekam der Plattendreher noch eine sandgestrahlte Alu-Frontblende.

von PowerAM - am 18.01.2017 06:30
Zitat
pfennigfuchser
Gibt es eigentlich schon Umsetzer von Satradio auf DAB(+), so dass man sich eigene Pakete zusammenstellen kann? Eine UKW-Variante scheint ja recht teuer zu sein und man kann nur wenige Programme umsetzen.


Ist mir nicht bekannt. Mitte der 90er gab es einen Prototypen, der konnte 4 DAB-Muxe aus Band III empfangen und als 4 Blöcke auf anderem Kanal wieder ausgeben. Kam vom Blankom, war für DAB-Kabeleinspeisungen gedacht: www.tlm.de/tlm/aktuelles_service/publikationen/tlm_schriftenreihe/tlm3.pdf

Im letzten Sommer sollen ähnliche Gerätesysteme wieder aufgetaucht sein, ich weiß aber nicht, von wem.

Eine Sat->DAB-Umsetzung ist Hardcore und wäre vermutlich nochmal deutlich teurer als Sat->UKW. Die 320er ARD-MP2-Streams kann man nicht verwenden, sie würden einzeln betrachtet wegen CPU-Überlastung viele DAb-Empfänger zum Einfrieren bringen, auch wenn es prinzipiell möglich wäre. Es würde aber fast nichts mehr in den Mux passen, auch bei niedrigstem Fehlerschutz nicht. Man bräuchte eine Vielzahl an Recodern, die das ankommende MP2 in ein MP2 mit niedrigerer Bitrate (Kompatibilitötsmodus mit alten DAB-Empfängern) bzw. in AC umsetzen. Alleine die Konfiguration wäre für viele Netzbetreiber überfordernd, für Häuslebauer erst recht. Ich erwarte auch einige Watt je umgesetztes Programm und massiv kostenintensive Rechenpower.

Klar wäre das cool: eine Kiste mit z.B. 8 Sat-Tunern drin und der Möglichkeit, 4 DAB-Blöcke mit beliebigen Umsetzungen aus den von Sat empfangenen Radioprogrammen zu füllen. Da kann man die Kulturprogramme mit 144 LC fahren und die Unterhaltungswellen mit meinetwegen 128 LC oder 112 HE. oder man baut kompatible "alt-Muxe" mit 192 kbps MP2.

Letztlich kann man sich sowas natürlich zusammenkonfigurieren, die Technik ist vorhanden:
https://www.facebook.com/opendigitalradio
https://www.facebook.com/opendigitalradio/photos/a.162042413910718.33802.145325422249084/725883530859934/?type=3
https://www.facebook.com/opendigitalradio/photos/a.162042413910718.33802.145325422249084/768795156568771/?type=3

Zitat
PowerAM
@ Chris_BLN: Ich hatte mich schon gewundert, warum er so viele Mono-Komponenten darin verbaut hat. Auf das Plattenlaufwerk kann man nahezu alles draufbauen. Ich hatte schon stereophone Umbauten von nachweislich original nur monophon tönenden Plattenspielern gesehen.


Der Plattenspieler ist ja stereo, der hat ein MS16SD als Tonabnehmer, das hatte er aber von Anfang an. Tape und Radio sind halt mono. Es bot sich mit diesen Geräten an, Anfang/Mitte der 80er so zu bauen.

von Chris_BLN - am 18.01.2017 12:08
Eine DAB/DAB+ Umsetzung auf eine andere Frequenz ist kein Hexenwerk. Man nehme gewöhnliche TV-Umsetzer die auch DVB-T umsetzen können und tausche die OFW Filter auf die entsprechenden DAB Bandbreiten. Wichtig ist nur, daß die Mischoszillatoren ein geringes Phasenrauschen haben, also bitte nicht mit alten PAL Umsetzern probieren, die schreddern das OFDM SIgnal förmich mit ihrem Jitter.

In DVB-S/S2 ünertragene Programme in DAB umzusetzen ist mir kein fertiges Gerät / Modul bekannt. Ich halte das nicht für besonders schwierig, aber der gesamte DVB Transportstrom müßte zerlegt werden, die Audiosignale müßten recodiert werden und schließlich in einem neuen DAB+ Multiplex zusammengefaßt werden. Mit einem FPGA / DSP kann man diese Aufgabe sicher durchführen. Man wird dazu eventuell einige lizenzpflichtige IPs einkaufen müssen. Und man wird auch eher einen teuren Chip brauchen der in der Größenordnung eines Intel Xeons liegen dürfte. Der Stromverbrauch wird ähnlich sein. Also nichts was sich für ein kleine Mehrfamilienhaus lohnen würde...

Ich habe gerade Interesse an einer DAB+ in UKW Umsetzerlösung, tanze aber noch um den heißen Brei und suche gerade ein geegnetes EvlKit um das Basisbandsignal zu erzeugen. Man draucht einen guten DAC. ENtsprechende Boards liegen schnell bei mehreren tausen Euro :-(

von raeuberhotzenplotz1 - am 19.01.2017 12:19
Zitat
raeuberhotzenplotz1
Eine DAB/DAB+ Umsetzung auf eine andere Frequenz ist kein Hexenwerk. Man nehme gewöhnliche TV-Umsetzer die auch DVB-T umsetzen können und tausche die OFW Filter auf die entsprechenden DAB Bandbreiten


Funktioniert nur dann gut (also universell), wenn die PLL auf "beiden Seiten" des Mischers in entsprechend feinen Schritten einstellbar ist, um die DAB-Kanalmitten zu treffen. Mit "250 kHz" als Pauschalwert ist es da nicht getan.

Bei uns erfolgt eine (nicht von mir konstruierte) Gleichkanal-Umsetzung von 2 DAB-Paketen mit Wisi OH45 und originaler 7-MHz-Bestückung. Es geht, aber es ist nicht Sinn der Sache.

von Chris_BLN - am 19.01.2017 18:24
Habe gesehen, dass es von AXING neue SAT UKW Umsetzer gibt. Diese sind sogar DVB-S2 und MPEG4 tauglich. Zu Programmierung wird nur ein Internet Browser benötigt also kein zusätzliches Programmiergerät.

https://axing.com/produkt/skf04000m/

Mit 2 dieser Module (32 Programme) könnte man ein schönes Programmangebot bereitstellen.

Bei amazon kann man diesen Umsetzer bereits für 1688€ vorbestellen.

https://www.amazon.de/Axing-SKF-40-00-Quattro-Kassette-DVB-S2/dp/B01HNKG13Y/ref=sr_1_18?ie=UTF8&qid=1493940492&sr=8-18&keywords=skf+40-00

Kenn jemand schon diesen Umsetzer?
Hoffe, dass diese bald verfügbar sind, denn das wäre meiner Meinung nach das zukunftssicherste System was es bis jetzt gibt.

von Tim01012009 - am 04.05.2017 23:31
Ich kenne sie nicht, allerdings wirkt die Einstellerei nicht sonderlich umfangreich. Wäre sehr gespannt, welcherart das RDS ist. Da man nichtmal PI-Codes einstellen kann und von den meisten Anstalten (außer MDR, Rock Antenne und wohl auch Antenne Bayern) kein PI-Code übertragen wird, ist schon spannend, ob PI-Code irgendwelcher Art notdürftig erzeugt wird (aus der Nummer des Kanalzuges beispielsweise, also rein fiktiver PI-Code, hauptsache, es steht was technisch gültiges drin). Ohne PI-Code z.B. nichtmal ein RDS-PS bei manchen Sony-Tunern. Auch wäre RDS-RT-Umsetzung interessant, ob vorhanden oder nicht.

Und vor allem zu den Audio-Werten steht gar nix dort. NF-Klirrfaktor, Tiefpass-Filterkurve etc.
MPEG4 wäre schon interessant, ob tatsächlich normgerecht LC-AAC und HE-AAC unterstützt wird. Wer was rausfindet, gerne hier posten!

von Chris_BLN - am 05.05.2017 06:59
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