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[Schweden] Rettung im Einsatz unterbricht zukünftig analogen UKW-Rundfunk

Startbeitrag von MPDX - UnterkärntenDX am 18.01.2017 12:27

....gerade auf DRadio Wissen gehört!

Link zum Thema:
http://de.engadget.com/2017/01/17/schweden-krankenwagen-unterbrechen-automobile-beschallung/

Antworten:

Und was ist mit den CD, MP3, Internetradio...-Hörern?

von Kasuppke - am 18.01.2017 12:52
Noch'n Link: http://www.digitaltrends.com/cars/ambulance-driver-alert/

Zitat

Und was ist mit den CD, MP3, Internetradio...-Hörern?
Die werden wohl das auch zu hören bekommen, sofern CD, MP3, Internetradio über das eingebaute Autoradio gehört wird. Auch früher wurde ja bei vielen Geräten die Kassettenwiedergabe unterbrochen für Verkehrsfunk - sofern man diese Funktion aktiviert hatte.

Das obige Verfahren kann doch eigentlich nur auf dem höchstpriorisierten PTY-31 basieren. Wenn auch eine Anzeige im RDS-Display durchläuft und man eine Ansage zu hören bekommt, muss das Radio ja auf die Sendefrequenz des Krankenwagens umschalten, egal welcher Sender gerade eingeschaltet ist.

Was dann allerdings wieder ein Problem wäre, da PTY-31 wegen der vielfachen missbräuchlichen Nutzung durch italienische Sender in vielen neueren Empfängern teilweise nicht mehr implementiert wird.

von iro - am 18.01.2017 13:09
Dazu muss das Autoradio die Pty31-Aussendung erstmal mitbekommen. Dazu müßte jeder Sender im betroffenen Gebiet Pty31 übertragen, das wird wohl kaum möglich sein. Wenn dann ein Krankenwagen auf dem Mittleren Ring in München fahren will, müßten Ismaning und Wendelstein auf allen Programmen pty31 aussenen, und Radiohörer zwischen Augsburg und Berchtesgaden und hoch bis Landshut würden alle betroffen sein. Und in dem Gebiet ist garantiert immer irgenwo mindestens ein Krankenwagen unterwegs.

Oder der Sender im Krankenwagen müßte alle Kanäle gleichzeitig belegen, was dank Drittelkanälen (100-kHz-De-Facto-Raster) technisch garnicht geht. Oder aber man müßte über alle Sender der Region drübersenden.

Vermutlich also nur eine gut gemeinte Idee von ein paar Studenten, die die Softwarebene gut kennen, aber die Hardware- und Funknetzebene vergessen haben. Passiert nicht nur Studenten...

von DH0GHU - am 18.01.2017 13:26
Hier die Mitteilung der Ausgründung der Hochschule selbst: http://evamsystem.com/

Auf der Seite steht aber rein gar nichts verwertbares.

Mir ist noch völlig unklar, wie das funktionieren soll. Wollen die in den Rettungswagen alle regional gern genutzten UKW-Frequenzen jammen und sich somit Gehör verschaffen? Da auch unteschiedliche Vorwarnzeiten angepriesen werden ("Unlike lights and sirens, the warning system anticipates how far in advance messages need to be heard depending on the speed of local traffic. On a highway, for example, the signal will broadcast earlier than in slow city traffic."), kann das kaum mit dieser Methode realisiert werden, siehe https://www.kth.se/en/forskning/artiklar/now-drivers-can-hear-ambulances-no-matter-how-loud-their-music-is-playing-1.699714 .

Bliebe das Aussenden über den jeweiligen Sender selbst - aber da kann man den Ort, den es betrifft, ja nicht adressieren.

Edit: hier steht noch was: http://www.ices.kth.se/newsletter.aspx

"The system is called EVAM and is installed in the emergency vehicle. No installation is needed in the other cars."

von Chris_BLN - am 18.01.2017 13:46
Wolle man es zentral machen, also über die Sender selbst, dann müsste die Einsatzleitstelle das koordinieren. Das Programm aller Sender im Einsatzgebiet würde unterbrochen und die Durchsage durchgereicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Programmveranstalter das mit sich machen lassen. Zudem könnte man den ganzen Durchsagen durch Hören von CDs, Kassetten oder anderen Speichermedien bei abgeschaltetem Verkehrsfunk entgehen.

Andere Wege gingen verschiedene Projekte mit ähnlicher Zielstellung. Hier spricht das Einsatzfahrzeug die anderen Fahrzeuge in naher Umgebung direkt über Near Field Communication an. Das setzt aber voraus, dass auch jedes Fahrzeug diese Aussendungen empfangen kann. In künftige Fahrzeuggenerationen sicherlich integrierbar, unzählige Altfahrzeuge in Schweden werden damit aber auch in 20 Jahren noch nicht erreichbar sein.

von PowerAM - am 18.01.2017 13:54
Wenn es nicht in Schweden wäre, hätte ich gewettet, dass man die Unterbrechung nur auf UKW macht und nicht auf DAB (um die Leute zum Umsteigen zu überreden ...)

von andimik - am 18.01.2017 13:57
Wie genau funktioniert PTY31 denn?

Wikipedia sagt: "PTY-31 bietet theoretisch eine automatische Ein- und Umschaltlösung für Notfall- und Katastrophenmeldungen, wird in neueren Empfängern jedoch teilweise nicht mehr implementiert, da es zumindest in Europa nie oder nur missbräuchlich genutzt wurde. RAI, die öffentliche Sendeanstalt Italiens, sprach diesbezüglich einige Verwarnungen gegen Privatsender wegen „Station Kidnapping“ aus. Die verwarnten Radiosender hatten Radiogeräte zwangsweise mittels PTY-31-Signal auf ihr Programm umgeschaltet, da PTY-31 höchste Priorität besitzt und die Empfänger automatisch und vom Hörer ungewollt umschaltet."

In dem Fall kann doch einfach das Einsatzfahrzeug das gleiche tun wie die Privatsender: Ein UKW-Signal auf beliebiger Frequenz aussenden und "kidnappen".


Ich frage mich aber auch, wie man sicherstellen will, dass stationäre Geräte nicht betroffen sind. Wer an einer vielbefahrenen Kreuzung oder neben einer Feuerwehrwache wohnt, wird zukünftig im heimischen Wohnzimmer auf Radiogenuss verzichten wollen.

von Kuli11 - am 18.01.2017 14:06
Zitat
DH0GHU
Dazu muss das Autoradio die Pty31-Aussendung erstmal mitbekommen. Dazu müßte jeder Sender im betroffenen Gebiet Pty31 übertragen, das wird wohl kaum möglich sein.


Zitat
wikipedia
RAI, die öffentliche Sendeanstalt Italiens, sprach diesbezüglich einige Verwarnungen gegen Privatsender wegen „Station Kidnapping“ aus. Die verwarnten Radiosender hatten Radiogeräte zwangsweise mittels PTY-31-Signal auf ihr Programm umgeschaltet, da PTY-31 höchste Priorität besitzt und die Empfänger automatisch und vom Hörer ungewollt umschaltet.


Ich habe keine Ahnung, wie dieser PTY-31 wirklich funktioniert, aber obiger Hinweis, der in allen spärlichen Infos zum PTY-31 auftaucht, lässt doch darauf schließen, daß die RAI diesen PTY-31 eben NICHT ausgestrahlt hat, sondern nur die Privatsender, auf die dann zwangsumgeschaltet wurde.

Das würde dann aber auch heißen, daß die betroffenen Radios den auf anderen Frequenzen als der aktuell eingestellten gesendeten PTY-31 irgendwie mitbekommen müssten. Bei einem dauerscannnenden Doppeltuner wohl nicht das Problem. Aber wer hat schon derartige Radios... und warum funktioniert das auch bei anderen Empfängern? Funktioniert es überhaupt bei anderen Empfängern? Fangen die nicht erst dann an, nach einer RDS-AF zu suchen, wenn der Empfang zu schwach wird, oder suchen die evtl. regelmäßig, ob es nicht ein stärkeres Signal als das aktuell empfangene gibt (welches dann aber ja kurz unterbrochen werden müsste).

Es gibt einen alten Thread zum PTY-31 im Forum. Aber auch da wusste damals wohl keiner näheres zur Funktionsweise.

Weiß es heute jemand?

von iro - am 18.01.2017 14:38
Ich vermute (!), betroffene Tuner ließen sich nicht mehr umschalten auf andere Frequenzen, sobald sie einen PTY31 empfangen hatten. Also nicht ohne weiteres, damit reichte kurzzeitiges Empfangen der Station mit PTY31 aus, um die Hörer dort "festzunageln".

Ich muss das mal bei uns in der Kopfstelle probieren. PTY kann ich ja frei einstellen bei den Programmen, die ich von Sat hole und die selbst keinen PTY ausstrahlen. Kandidaten gibt es da einige, angefangen von DWissen über Klassikradio bis zu Paloma und B2. Habe einen Sony-Tuner in der Kopfstelle, mal sehen, was der dann tut.

von Chris_BLN - am 18.01.2017 17:15
Zitat
Kuli11
Wie genau funktioniert PTY31 denn?


PTY31 Funktioniert genauso wie PTY "NEWS" auch. Man könnte auch sagen Funktioniert im grundegenommen wie Verkehrsfunk. Was der Empfänger dann macht, ist verschieden. Mache werden wie beim Verkehrsfunk nur lauter, andere fagen zusätzlich zu blinken an "Alarm". Andere zeigen im wechsel PS Name und "Alarm" an. Ältere Blaupunks werden lauter und zeigen die TP/TA symbole an. Mache laßen sich noch bedienen, andere sind Stur, wiederrum andere kann man auf "Abrechen" drücken. Auch ist je nach Empfänger versschieden ob sie von Programm A ohne PTY31 zu Programm B mit der PTY31 Ausstahlung umschalten oder nicht. Einfacher tuner können es nicht (wie auch?) und bekommen es nur mit wenn auf das Programm geschalten wird oder gefunden wird (Suchlauf), Doppeltunner können es mit bekommen, aber auch nicht 100%.

von Kohlberger91 - am 18.01.2017 18:04
In Wikipedia steht glaube ich, dass italienische Private das zum Festnageln der Hörer gemacht haben.

von andimik - am 19.01.2017 06:04
Hallo, mein Sohn arbeitet seit sechs Jahren im Großraum Stockholm und ist dort auch mit dem Auto unterwegs. Ich habe ihm gerade mal den Link geschickt und gefragt ob er dort davon schonmal was gehört oder gelesen hat. Er spricht inzwischen auch halbwegs schwedisch.

Und schwups hat er auch schon geantwortet und davon noch nie was gehört oder gelesen. Er könnte sich aber durchaus vorstellen das die Schweden das ausprobieren "so sind sie halt, die Schweden".

Er selbst beschalt sich im Auto mit musik vom USB-Stick und hat glaube ich nicht mal einen schwedischen Sender in seinem deutschen A4 abgespeichert.

von Kunos-Radiothek - am 19.01.2017 19:16
Es funktioniert einfach nicht wie bei Tunnelanlagen. Jedenfalls nicht mit TYP31 einfach zu senden. Denn dazu müßte das Radio vorhab auf die Frequenz des RTWs eingestellt sein oder der RTWs auf sämtliche ortsübliche Frequenzen mit dem richtigen PI-Code der örtlichen Sender herumsenden (also Radiosender wegballern, was je nach Region und Sendermastnähe nicht so ohne weiters toll klappen dürfte).

Was ich mir vielleicht vorstellen könnte wäre , anderseite aber auch wieder nicht, wenn Rettungsleitstellen und Netzberteiber zusammen arbeiten würden und dann am next örtlichen Sendemasten auf alle dort ausgestahlten Radiosender über ihr RDS-EON den Typ31 verweiß und die Frequenz des RTW mitgeteilt würde (Nach dem Motto, Achtung auf soso MHz mit dem PI-code soso lauft eine wichtige Durchsage, schalte dort um). Aber ob das so funktioniert, ich glaube nicht. Da springen die Radios die nicht gleich im RTW Frequenzradus sind um, finden nix und gehen wieder zurück. Der RTW kommt angerasst, das Radio interessiert sich aber nicht mehr dafür. Beim Verkehrsfunk hat man das auch wenn die RDS-Feldstärke des VF-Sender nicht ausreicht. Da macht es bei DKultur eine kurze unterbrechung und geht wieder zurück (das Radio findet das VF-Programm nicht). weitere Versuche bleiben aus. Einen erneuten versuch gibt es erst wieder wenn das EON von DKutur es neu Signalisiert.

von Kohlberger91 - am 19.01.2017 19:45
Die erste Methode würde vielleicht schon gehen.
Sagen wir mal, der RTW hat 10 FM-Transmitter drin. Er scannt kontinuierlich das Band und merkt sich die 10 stärksten Frequenzen. Idealerweise von jedem PI-Code nur die stärkste.
Was er sich auch noch merken kann ist die Empfangsstärke. Daraus kann er dann errechnen, mit welcher Leistung er pro Frequenz senden muss, um diese in einem Umkreis (oder sogar nach vorne gerichtet) von xx Metern zu überlagern.
Auf diesen Frequenzen wird dann ein zuvor eingespielter Text in Endlosschleife gesendet, mit PTY31-Kennung.
Sobald der RTW außer Reichweite ist, wird automatisch wieder das zuvor eingestellte Programm empfangen.

Hat aber wie bereits oben erwähnt den Nachteil, dass hiervon auch stationäre Geräte betroffen wären.

von Kuli11 - am 20.01.2017 06:53
Zitat:
Sagen wir mal, der RTW hat 10 FM-Transmitter drin.

So etwas war auch mein erster Gedanke. Einfach die ortsüblichen Programme lokal direkt vom Rettungswagen aus stören und überlagern. Sowas braucht ja nicht weit zu gehen.
Ansonsten würde ich die Maßnahme eher als Schwedens Beitrag zur kompletten UKW-Abschaltung sehen. Nur mit dem Unterschied zu Norwegen, dass sie kein DAB+ haben... (Denn wie schon gesagt: Irgendwo ist immer ein Rettungswagen unterwegs).

von delfi - am 20.01.2017 07:08
Zitat
delfi
Zitat:
Sagen wir mal, der RTW hat 10 FM-Transmitter drin.


Viel zu kompliziert, einfach einen SDR an Board und du kannst gleichzeitig über das ganze Band senden....

von MPDX - UnterkärntenDX - am 20.01.2017 09:03
Aus dem zweiten Lin:

"Working at the KTH Royal Institute of Technology, the student’s system involves a radio transmission from the ambulance to nearby FM tuners equipped with Radio Data System (RDS)."
-> Es läuft schon mal via RDS

"The signal is sent over the FM band along with the transmission of a text message that appears in the tuner display. It can also lower the music’s volume and put out an audible voice message via the speakers, warning the driver to take extra care."
-> Im ganzen Band ausgestrahlt? Wie kann es die Lautstärke der Musik verringern? Wenn, dann wird die Musik ersetzt ODER es wird über die bestehenden Programme drübergeblendet, was alles andere als Radio ausschließen würde.


"“Often drivers have only a few seconds to react and give way to emergency vehicles,” says industrial engineering student Mikael Erneberg, one of EVAM’s designers. “The optimal warning time is at least 10 to 15 seconds.”

Erneberg adds: “We want to catch motorists’ attention at an early stage, and mitigate stress that impairs road safety.”

More: It’s not just miles traveled – something else causes rising U.S. vehicle deaths

The warning system also takes into account the speed of traffic in the vicinity, so on a highway, for example, the alert will broadcast earlier than in slower city traffic."

-> Es muss also auch VOR dem Vorbeifahren des Rettungswagens die Durchsage gesendet werden. Also kein Sender an Bord des RTW.


"As for downsides, not all cars are equipped with RDS – the team estimates EVAM will work with two-thirds of all vehicles on Swedish roads – and some drivers don’t have their music systems on the whole time while they’re driving. With cars getting smarter all the time, an alternative solution would be to fit external audio sensors, which, when the siren of an emergency vehicle is detected nearby, can automatically activate the music system to alert the driver. Though of course, once vehicles become truly autonomous, such issues should be a thing of the past."

Also eher per RDS-EON verlinkte UKW-Stadtsender, auf die dann alle anderen Sender schalten (Ich meine in Schweden wären auch die Privaten mit EON ausgestattet?!).

von Japhi - am 20.01.2017 09:47
Zitat
Japhi
-> Es muss also auch VOR dem Vorbeifahren des Rettungswagens die Durchsage gesendet werden. Also kein Sender an Bord des RTW.
Wie kommst du darauf? Auch wenn der RTW hinter mir ist, empfange ich doch dessen Signale. Idealerweise strahlt er stark gerichtet nach vorne, damit die Durchsage beendet ist, wenn er an mir vorbei ist.

Zitat
MPDX - UnterkärntenDX - OE8MPR
Viel zu kompliziert, einfach einen SDR an Board und du kannst gleichzeitig über das ganze Band senden....
Lassen sich damit auch verschiedene Sendeleistungen realisieren? Während ich auf der einen Frequenz gegen den 200m entfernten 100kW-Brummer ansenden muss, komme ich auf einer freien Frequenz damit bis ins Nachbardorf.

von Kuli11 - am 20.01.2017 10:17
Früher war das 'Problem' z. B. in Italien pragmatisch recht einfach gelöst worden: Vor ca 35 Jahren fuhr ich als 'Lernfahrer' durch Norditalien (Treviso) und zwar zu langsam über eine Brücke auf eine Kreuzung zu. Da 'kratzte' es plötzlich laut - und erschreckend - über mein Autoradio: 'avanti, avanti ...' Ein Blick in den Rückspiegel löste das Rätsel: Ein grüner Alfa Romeo (Carabinieri :-) ) war der zweite hinter mir. Sie sendeten - wie sich später zeigte - auf den damals üblichen Zwischenfrequenzen (10.7 MHz und irgendwo um 470 kHz) und das Problem war gelöst.

von audion - am 20.01.2017 10:37
Zitat
Kuli11
Zitat
Japhi
-> Es muss also auch VOR dem Vorbeifahren des Rettungswagens die Durchsage gesendet werden. Also kein Sender an Bord des RTW.
Wie kommst du darauf? Auch wenn der RTW hinter mir ist, empfange ich doch dessen Signale. Idealerweise strahlt er stark gerichtet nach vorne, damit die Durchsage beendet ist, wenn er an mir vorbei ist.

Zitat
MPDX - UnterkärntenDX - OE8MPR
Viel zu kompliziert, einfach einen SDR an Board und du kannst gleichzeitig über das ganze Band senden....
Lassen sich damit auch verschiedene Sendeleistungen realisieren? Während ich auf der einen Frequenz gegen den 200m entfernten 100kW-Brummer ansenden muss, komme ich auf einer freien Freq


Stell dir vor der RTW fährt am Nacka-Turm in Stockholm vorbei. Drückt der dir die 60kW-Brummer weg? Eher nicht. Abgesehen davon, dass es utopisch ist, hunderte bis tausende RTWs mit mehreren UKW-Sendern auszustatten, die dann noch normkonform eine hohe Leistung abstrahlen.
Das Wegdrücken würde auch mit Nicht-RDS-Radios funktionieren (wenn es denn funktioniert).

Die Warnhinweise werden logischerweise entweder direkt über die Grundnetzsender ausgestrahlt, was ich den Schweden sogar zutrauen würde, oder eben über spezielle Warnsender, auf die dann per EON umgeschaltet wird.

Auflösen wird man das Rätsel aber nur durch Beobachtung oder genauere Informationen von dort.

Edit: Die ZF-Zünder-Variante finde ich ja spannend :D Ob das heute noch mit allen Radios funktioniert? Stichwort DSP.

von Japhi - am 20.01.2017 10:39
Zitat
Japhi
Edit: Die ZF-Zünder-Variante finde ich ja spannend :D Ob das heute noch mit allen Radios funktioniert? Stichwort DSP.


Ja, das ist wirklich eine sehr elegante Lösung. Dürfte aber im DSP-Zeitalter tatsächlich nicht mehr funktionieren.

Ansonsten müsste man wohl das gesamte UKW-Band platt bügeln, oder gezielt die jeweiligen Ortsfrequenzen übertönen. Den Rest erledigt dann RDS mit PTY31.

von Habakukk - am 20.01.2017 13:19
Zitat
Japhi
Die Warnhinweise werden logischerweise entweder direkt über die Grundnetzsender ausgestrahlt, was ich den Schweden sogar zutrauen würde, oder eben über spezielle Warnsender, auf die dann per EON umgeschaltet wird.


Mit Verlaub, das ist doch... unwahrscheinlich. Soll eine ganze Stadt und Region Warnhinweise wegen fahrender Krankenwagen erhalten? Da hört die Durchsage doch nie mehr auf und bringen würde es auch nichts, viel zu weitläufig. Das ist mehr als mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Die Lösung muss irgendwo lokal begrenzt liegen, ein Zünder im RTW wäre eher das logische. Die oben erwähnten Kosten sind Peanuts im Vergleich zu was der Wagen kostet. Auch die erwähnten betroffenen Standgeräte zu Hause werden kaum davon beeinträchtigt, wird der Großteil doch nicht mal RDS auswerten. Interessante Variante übrigens, diese italienische Methode.

von CBS - am 20.01.2017 23:48
Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht, nicht wahr?! Sind den Schweden die Martinshörner zu altmodisch oder langweilig geworden? Und außerdem funktioniert das auch nur, wenn alle Autofahrer das Autoradio auch eingeschaltet haben. Ich habe meines nämlich meistens aus, weil mich das bei der Fahrt nervt. (Mal angesehen davon, dass meine Antenne seit Jahren abgebrochen ist, und ich damit nur noch ein paar stärkere Sender empfange.)

von PhanTomAs - am 22.01.2017 15:23
Zitat
Link aus Posting #1
In Schweden wurde ein System entwickelt, das Krankenwagen bei Blaulichtfahrten die Aufmerksamkeit von Autofahrern sichern soll, die ob ihrer eigenen Musikbeschallung die Sirenen überhören könnten


;-)

von Japhi - am 22.01.2017 16:04
Zitat
PhanTomAs
Sind den Schweden die Martinshörner zu altmodisch oder langweilig geworden?


Zitat
verlinkter Artikel aus dem Eingangsposting
In Schweden wurde ein System entwickelt, das Krankenwagen bei Blaulichtfahrten die Aufmerksamkeit von Autofahrern sichern soll, die ob ihrer eigenen Musikbeschallung die Sirenen überhören könnten:


In Deutschland ist es sowieso verboten, so laut Musik im Auto zu hören, daß man ein Martinshorn überhören könnte...

EDIT: Japhi... Du schon wieder ;)

von iro - am 22.01.2017 16:06
Nicht jeder hat den Verkehrsfunk auch aktiviert. Wenn ich mp3 höre, hat mein Radio jedenfalls noch nie die Musik für eine Verkehrsdurchsage unterbrochen. Vielleicht liegt es aber auch nur an der quasi fehlenden Antenne.

von PhanTomAs - am 23.01.2017 18:37
Zitat
PhanTomAs
Nicht jeder hat den Verkehrsfunk auch aktiviert. Wenn ich mp3 höre, hat mein Radio jedenfalls noch nie die Musik für eine Verkehrsdurchsage unterbrochen. Vielleicht liegt es aber auch nur an der quasi fehlenden Antenne.


Es soll über RDS-TYP:31 (Alarm- , Notfall- und Katastrophenmeldungen,) ausgelöst werden. Das hat mit dem Verkehrsfunk nichts zu tun. Wenn dein Radio Typ-31 unterschützt und dieses Signal mitbekommt, schalt es von mp3 auf dem Sender der diese Programmkennzeichung austahlt, um. Ganz egal ob dun nun den Verkehrsfunk aktivert hast oder nicht.

von Kohlberger91 - am 23.01.2017 19:42
Wir haben vor Jahren mal diverse Geräte bezüglich ihres PTY-31 Verhaltens getestet. Keines hat darauf reagiert, eines ist hoffnungslos abgestürzt ...

Ich glaube nicht, dass das in irgend einer Richtung kommerziellen Erfolg haben kann.

von LordWhopper - am 24.01.2017 13:11
Zitat
PowerAM
Andere Wege gingen verschiedene Projekte mit ähnlicher Zielstellung. Hier spricht das Einsatzfahrzeug die anderen Fahrzeuge in naher Umgebung direkt über Near Field Communication an. Das setzt aber voraus, dass auch jedes Fahrzeug diese Aussendungen empfangen kann. In künftige Fahrzeuggenerationen sicherlich integrierbar, unzählige Altfahrzeuge in Schweden werden damit aber auch in 20 Jahren noch nicht erreichbar sein.


==>
http://evamsystem.com/home/contact/

"....We saw a need for an efficient way of communicating vehicle to vehicle (V2V) to improve traffic safety in situations of changed traffic conditions. These situations includes everything from emerging emergency vehicles to road constructions where motorists needs to be alerted by the changed conditions."

"...Today we are a team of six that all have been or are students at KTH (Royal Institute of Technology) and have strong connections to the academia and the research in the field of V2V (V2X) communication and ITS technologies..."

Ich kann hier nix von "FM" oder "RDS" oder "PTY31" lesen.
Ja, wenn alle Autoradios ein UKW-Doppeltuner-Konzept hätten, wenn PTY31 vernünftig implementiert wäre. Wenn, wenn.....
Hier geht es um Nahfeldkommunikation zwischen Fahrzeugen, also noch ziemlich futuristisch.
Wer die Sirenen in Verbindung mit dem Blaulicht nicht mitbekommt ist sowieso irgendwie "fahruntauglich".
Demnächst erfinden Studenten auch noch Transponder für Fußgänger, um Fahrzeuge an Zebrastreifen zwangsbremsen zu können.....

roger

von UKW-Fan Sachsen-Anhalt - am 26.02.2017 10:56
Zitat
UKW-Fan Sachsen-Anhalt
Ich kann hier nix von "FM" oder "RDS" oder "PTY31" lesen.
Ja, wenn alle Autoradios ein UKW-Doppeltuner-Konzept hätten, wenn PTY31 vernünftig implementiert wäre. Wenn, wenn.....
Hier geht es um Nahfeldkommunikation zwischen Fahrzeugen, also noch ziemlich futuristisch.


Dagegen heisst es aber auf der Startseite:

We can reach 2/3 of all vehicles. [...] Motorists do not need to install anything in their vehicles. No receiver is needed and warning message is always received.

Alles sehr, sehr schwammig. Konkrete Informationen über die Funktionsweise des Systems sucht man vergebens. Meine ehrliche persönliche Meinung: Ich halte das Ganze für unseriös.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 26.02.2017 12:06
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger

Dagegen heisst es aber auf der Startseite:

We can reach 2/3 of all vehicles. [...] Motorists do not need to install anything in their vehicles. No receiver is needed and warning message is always received.
.


Auf der Startseite steht auch:

"HIGHLY COMPATIBLE
Our technology enables V2V communication in a highly compatible way. We can reach 2/3 of all vehicles. The remaining 1/3 is very likely to be noticed due to the pack like behavior in traffic."


Könnte auch noch stehen:

"HIGHLY CREDIBLE"
These messages from the future enables communication in a highly compatible way and are believed by 2/3 of all readers. The remaining 1/3 think: what 2/3 believe can not be wrong."

oh my goodness...
roger

von UKW-Fan Sachsen-Anhalt - am 26.02.2017 13:10
Ein bisschen kann man hier ab Minute 25 nachhören: https://soundcloud.com/user-778506161/ausgabe-februar-2017-26022017

von Shortwaveservice - am 26.02.2017 13:38
Zitat
Shortwaveservice
Ein bisschen kann man hier ab Minute 25 nachhören: https://soundcloud.com/user-778506161/ausgabe-februar-2017-26022017


Also doch der Alarm-PTY? Will man auf allen Frequenzen, die üblicherweise am jeweiligen Ort gehört werden, Störsignale aussenden? Oder nur auf der Frequenz des jeweils "wichtigsten" Programms? Und woher würde das System die passende(n) Frequenz(en) kennen?
Funktioniert sicher prächtig in abgelegenen Gebieten weitab des nächsten Senders. Aber auch bei den üblicherweise ordentlichen Feldstärken in Städten? Ich bezweifle es. Und wie sieht es mit der Zukunftssicherheit aus? Das Nachbarland hat gerade angefangen, UKW abzustellen, aber Schweden will ein auf UKW basierendes System neu einführen?

Zu viele Fragen bleiben offen. Wie gesagt, das Projekt wirkt auf mich irgendwie unseriös. Aber gut... warten wir mal die für März angekündigten Praxistests ab.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 26.02.2017 18:32
Ich glaube es passt nicht ganz zu der Thematik hier, aber ich habe gerade ein Video eines PTY31-Tests in Schweden gefunden. Der PTY31 wird dann auf allen(!) Programmen gesetzt, auch auf den Privaten.

https://youtu.be/Ojum1is7_T8

On-Topic: Nach dem, was ich Google noch so entlocken konnte wird ein Modul inkl. Antenne im Rettungswagen verbaut, was ein UKW-Signal aussendet und das RDS-Radio veranlasst auf dieses Signal umzuschalten (PTY31?). Es kommt eine Ansage und es wird eine Textnachricht (via RDS-PS?) angezeigt.
Also nicht viel neues zu erfahren.

von Japhi - am 14.06.2017 21:44
Theoretisch könnte es nur funktionierten wenn man bei allen Sendern über EON zum Rettungswagen verweißt. Dabei darf das Signal zur Umschaltung nicht einmal gesetzt werden sondern immerwieder. Sonst würden die Radios die noch außerhalb der Rechweite des RTWs noch sind, einmal umschalten, nichts finden und dann zurückkehren. Bei älteren Radios dürfte allerdings es dann das gehörte Programm unhörbar werden, weil es dann ständig wechselt, RTW nicht findet,zurück geht und dann dort wieder veranlasst wird auf die Frequenz des RTW zu gehen.

Das Signal zur Umschaltung einmalig Dauerhaft zu setzen, hätte die konsequenz das der RTW nur am Anfang seiner Anfahrt in dem Umkreis seiner Reichweite über einfache Radios (Sigeltuner) gehört werden könnte. Die noch außer Reichweite sind, finden nichts, gehen zurück und gegebenenfalls haben die paar Minuten später den RTW ohne UKW Warnung trotzdem in der Heckschutzscheibe. Vielleicht geht es bei Dopplttunern die ständig das Band absuchen und auch dabei PTY auswerten und es auch noch programmiert haben wie bei TYP31 zu verfahren ist.

von Kohlberger91 - am 15.06.2017 04:38
Wuerde es nicht reichen das eingestellte Programm nur fuer ein paar Millisekunden zu ueberlagern um das Radio zum Umschalten zu bewegen? Dann koennte ein entspreched starker Stoersender, welcher nur den PTY aussendet ueber das gesamte FM Band 'wobbeln'. Kann eigentlich nur so gedacht sein, denn als Voraussetzung ist nur RDS Empfang erforderlich aber keine das ganze Band scannende Diversity System, welches eh viel zu traege waere.

von Nordlicht2 - am 15.06.2017 08:32
Zitat
Nordlicht2
Wuerde es nicht reichen das eingestellte Programm nur fuer ein paar Millisekunden zu ueberlagern um das Radio zum Umschalten zu bewegen? Dann koennte ein entspreched starker Stoersender, welcher nur den PTY aussendet ueber das gesamte FM Band 'wobbeln'. Kann eigentlich nur so gedacht sein, denn als Voraussetzung ist nur RDS Empfang erforderlich aber keine das ganze Band scannende Diversity System, welches eh viel zu traege waere.


Wenn dafür RDS braucht, dann kann nan gleich fest auf die Frequenzen von die Radiosender funken, dann würden es auch die mitbekommen die gar kein RDS Radio haben oder bei denen das typ31 nicht ausgewertet wird. Funktioniert aber alles nur solang man das Signal wirklich überlagern kann (Bei 100kW brummer in der nähe wohl schwierig) und wahrscheinlich dann auch nich 100%. Es muß der PI-Code passen, sonst verfallen paar erstmal in den "SCAN" modus oder Wechseln auf einer AF, ebenso beim überlagern selbst. Man braucht es nur selbst mal testen. Überlagert mal ein Programm, soblad es nur bissen aufrauscht, zack, neue Frequenz, ohne das überhaipt euer RDS durchgekommen ist von eurem Störsender.

von Kohlberger91 - am 15.06.2017 08:55
Nee, das meinte ich anders. Kurzes senden / ueberlagern des PTY stoert den Empfang kaum oder gar nicht hoerbar aber Radios die die Funktion unterstuetzen schalten um.
Paar Millisekunden reichen dafuer, denn beim RDS Umschalten machen nicht Diversity Systeme, also eben die ganz normalen RDS Radios nichts anderes. Sie pruefen fuer ein paar Millisekunden durch scannen auf der Alternativfrequenz ob diese mit ausreichend Pegel geht und ob auf der Frequenz auch das richtige Programm mit dem richtigen PI Code sendet. Es gibt oder gab Radios, die den PI nicht so schnell 'im Hintergrund' auslesen konnten. Bei denen war dann fuer den Bruchteil einer Sekunde das falsche Programm zu hoeren.
Jedenfalls zeigt das auf, dass es eben genuegt, auf jeder Frequenz nur mal ganz kurz das PTY zu senden und nur das, keinen Ton dazu. Durch schnelles durchwobbeln des Senders im gesamten UKW Band oder idealerweise nur auf Frequenzen auf denen auch was zu empfangen ist, braucht es nur einen einzigen Sender / FM Modulator um ein Umschalten von allen empfangbaren UKW Frequenzen zu bewirken.

von Nordlicht2 - am 15.06.2017 20:51
Je mehr man darüber nachdenkt, umso unlogischer erscheint die Technik. Pferfefuß dürfte sein, dass viele Radios RDS anders implementierr haben, als es vielleicht gedacht ist.

Klar ist, dass das Signal, welches ein Radio gerade empfängt, vom Pegel her überlagert werden muss. Da aber an einem Ort mehr als ein Sender zu empfangen ist, müssen alle in Frage kommenden Frequenzen überlagert werden.

In Berlin wären dazu enorme Pegel nötig. In Rom müssten mindestens 40 Frequenzen überlagert werden.

Dann stellt sich die Frage, mit welchem Signal.

Ideal wäre ein reines UKW-Mono-Signal mit möglichst hohem Hub. Dann aber geht die bisher geführte Febatte los: Wie viele Radios suchen sixh daraudhin eine neue Frequenz?

Und wenn mit RDS-Signal überlagert wird, dann geht es nur mit identischem PI-Code, um sicherzustellen, dass möglichst alle Radios auf der Frequenz bleiben. Mit grdetztem TA-Bit kann man unter Umständen mehr Aufmerksamkeit erzeugen.

Man sieht also, die RDS-Problematik ist beherrschbar.

Aber ich stelle mir die folgende Frage:

Das Signsl vom Einsatzfahrzeug muss einigermaßen stark sein. Wie groß ist dann der Radius, in dem bei "Unbetriligten" Störungen auftreten?

An einer viel befahrenen Straße in einer Großstadt kann esvorkommen, dass Eondatzga mehrmals pro Stunde vorbei kommen. Wenn ich da in der Nähe wobne -- kan ich da noch sinnvoll Radio hören?

von Alqaszar - am 18.06.2017 15:27
Nur so als Notitz (es hat nichts mit dem aktuellen Thema zu tun):
Irgendwo auf https://www.klaus-paffenholz.de/bos-funk/index.html (die genaue Stelle weiß ich leider auch nicht mehr, finde ich auf Anhieb auch nicht mehr und ganz so sicher ob die Seite die Quelle war bin ich mir gerade doch nicht mehr...) wurde mal erwähnt, dass es wohl mal vorgesehen war, dass die BOS-Funkgeräte einen "Sonderkanal" auf 87,6 MHz zu Warnzwecken bekommen sollten.

von WiehengeBIERge - am 09.07.2017 11:40
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