Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
79
Erster Beitrag:
vor 4 Monaten, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 2 Wochen, 4 Tagen
Beteiligte Autoren:
Manfred Z, Habakukk, Nordlicht2, Chris_BLN, Thomas (Metal), DH0GHU, Chief Wiggum, Japhi, Max1, raeuberhotzenplotz1, ... und 16 weitere

Media Broadcast will sich von UKW-Geschäftsfeld trennen

Startbeitrag von Sebastian Dohrmann am 15.02.2017 07:39

So berichtet es radioszene.de.

Offenbar will MB sämtliche UKW-Sender und -Antennen verkaufen.

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
Habakukk
Oha, das wird jetzt echt spannend. Jetzt geht der Wettbewerb wohl erst richtig los.

Nicht unbedingt. Die Mitbenutzung wird weiterhin der Regulierung unterliegen. Anders wäre es wenn man einen Standort hätte wo von verschiedenen Wettbewerbern Antennensysteme für gleiche Bereiche, Strahlungs-Charakteristiken und Höhen montiert wären. Das schließt sich im Grunde schon fast aus.

von Thomas (Metal) - am 15.02.2017 09:05
Link zu Divicon: http://diviconmedia.com/#1

-------------------------

Der Wettbewerb gegen MB hat ´bereits im Januar 2016 begonnen. Der andere Hauptwettbewerber UPLINK Network GmbH betreibt inzwischen über 150 UKW-Frequenzen bzw. hat über 10% Marktanteil.

News von UPLINK Network GmbH: http://www.uplink-network.de/blog/

Hinter Uplink stehen u.a. der frühere Postminister Christian Schwarz-Schilling sowie Helmut Markwort.

http://www.uplink-network.de/unternehmenfuehrung/

Interview des Fachdebattenportals Meinungsbarometer.info mit dem Geschäftsführer der UPLINK Network GmbH, Michael Radomski im August 2016:

>> Die Marktöffnung läuft gut an. UPLINK hat bereits mehrere z. T. landesweite Rundfunknetze umstellen können, u. a. in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. In den ersten 12 Wochen des Jahres haben wir 100 UKW-Sender umgestellt, insgesamt bislang knapp 150 – bis auf 2 Sonderfälle halten wir dafür auch direkt die Frequenzzuteilungen. > Es gibt etwa 2.900 UKW-Frequenzen in Deutschland, davon werden aktuell schätzungsweise 1.350 Frequenzen noch von Media Broadcast, etwa 150 von UPLINK, knapp 120 von weiteren neuen Anbietern, teilweise auch im Eigenbetrieb, verantwortet. Die übrigen knapp 1.300 Frequenzen werden von den Landesanstalten der ARD und durch Einzelbetreiber ausgesendet. > Die Übernahme des Sendernetzbetriebs von 24 UKW-Frequenzen im NRW-Lokalfunk durch die UPLINK NETWORK GmbH ist am vergangenen Freitag, den 8. Juli erfolgreich und störungsfrei abgeschlossen worden. Seit Mitte Mai 2016 wurden sukzessive die UKW-Frequenzen aus den Sendegebieten Düren, Euskirchen, Leverkusen, Neuss, Ennepe-Ruhr, Hagen, Hochsauerlandkreis und Borken vom bisherigen Sendernetzbetreiber MEDIA BROADCAST zum neuen Vertragspartner UPLINK NETWORK übertragen.

von Manfred Z - am 15.02.2017 09:33
Hier ist eine wesentlich ausführlichere Meldung mit Kommentierung von W&V::

http://www.verlag.wuv.de/medien/media_broadcast_verkauft_ukw_netz

Kommentar von Uplink am Ende der Meldung:

>> Die Entwicklung zeigt, wie schwer es für einen ehemaligen Monopolisten ist, sich in so kurzer Zeit an den Wettbewerb zu gewöhnen. Der Markt wurde ja erst im letzten Jahr liberalisiert. Interesse an der Übernahme von Sendestandorten besteht auf jeden Fall. Über Einzelheiten der Größenordnung und Finanzierung kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Nur soviel: Uplink wird die UKW-Grundversorgung langfristig sicherstellen. > MEDIA BROADCAST ordnet Geschäftsfelder neu

Köln, 15. Februar 2017 – MEDIA BROADCAST hat ihre Geschäftsfelder im Hinblick auf die Herausforderungen der Digitalisierung und ihre zukünftigen Erträge analysiert und neu bewertet. In diesem Zusammenhang hat sie beschlossen, sich auf digitale Wachstumsfelder und Serviceleistungen zu konzentrieren. Deshalb wird sich das Unternehmen bis zum 30. Juni 2018 von seinen analogen UKW-Antennen und -Sendern trennen. Für die Hörer von UKW-Programmen ändert sich durch dieses Verfahren nichts. Alle Programme können wie bisher empfangen werden.

Wolfgang Breuer, CEO der MEDIA BROADCAST, sagt zu diesem Schritt: „In Zukunft werden wir gemeinsam mit unserer Eigentümerin der freenet Group, eine klare Digital-Strategie verfolgen. Hierzu gehören insbesondere die Wachstumsfelder DVB-T2 HD und DAB+ als digitale Technologien zur TV- und Radio-Verbreitung. Wir werden auch nach der Trennung von unseren UKW-Infrastrukturen weiter Serviceleistungen im Bereich von Sendertechnik, Antennenwartung und Netzdienstleistungen anbieten. Somit bleiben wir für unsere Kunden auf allen Geschäftsfeldern ein verlässlicher Partner. Bestehende Verträge mit Sendern werden wir natürlich erfüllen.“

Ein störungs- und unterbrechungsfreier Sendernetzbetrieb sowie ein reibungsloser Übergang hat höchste Priorität für MEDIA BROADCAST. Deshalb sieht das Unternehmen folgenden geordneten und transparenten Veräußerungsprozess für die UKW-Infrastrukturen vor:

-- Um der besonderen Verantwortung gegenüber bestehenden Kunden gerecht zu werden, wird MEDIA BROADCAST in den nächsten Wochen mit allen Nutzern der UKW-Antennen und -Sender sprechen, die daran interessiert sind, diese zu übernehmen.
-- Wird dies von den Nutzern nicht gewünscht, wird MEDIA BROADCAST in der zweiten Jahreshälfte 2017 die UKW-Antennen und -Sender in einer offenen Auktion mit einem Mindeststartpreis anbieten.
-- Nach dem Verfahren nicht mehr benötigte UKW-Antennen und -Sender werden abgebaut.

Bereits in der Vergangenheit ist MEDIA BROADCAST von verschiedenen Seiten angesprochen worden, ob sie UKW-Infrastrukturen verkaufen möchte. MEDIA BROADCAST geht daher davon aus, dass genügend Interessenten zur Verfügung stehen.

von Manfred Z - am 15.02.2017 09:51
Das UKW-Band ist gesättigt, der UKW-Markt ist gesättigt, man kann beim Senderbetrieb nicht mehr von 'Wachstum' sprechen, die jahrzehntelange Monopolsituation, von der man bisher leben konnte, ist auch flöten gegangen, und man kriegt auch noch eine Preiserhöhung nicht genehmigt.
In so einer Sitation zieht jedes betriebswirtschaftlich agierende Unternehmen die Notbremse.
Wobei damit ja schon T-Systems angefangen hat mit dem Verkauf an TDF.

Mit Wachstum angeben kann man jetzt nur noch bei DAB+ und DVB-T2, wobei man bei DVB-T2 auch schon besser nicht mehr länger als 10 bis 15 Jahre plant.

von Saarländer (aus Elm) - am 15.02.2017 09:59
Zitat
Japhi
Aber genau das ist ja aus Kostengründen schon passiert. In Langenburg und Hamburg-Rahlstedt wurde eine neue, eigene Antennenanlage von Divicon aufgebaut, um die MB-Anlage nicht mehr nutzen und zahlen zu müssen. An vollen Türmen geht das aber vermutlich nicht.

Und da wäre zunächst die Frage: Gibt es jetzt zwei solcher Anlagen? Wenn ja, hängt eine tiefer. Ansonsten wäre hier auch wieder eine Mitbenutzung erforderlich wenn man jetzt mit einer entsprechenden Frequenz auf den Turm wollte.
Das ist nach meiner Meinung kein echter Wettbewerb da auch hier wieder die Regulierung greifen müßte. Aber die schauen offenbar nicht nach Standorte, sondern nur nach Marktanteile der Marktteilnehmer. Überspitzt: Man kann in einem Schlachthaus kaum Brötchen backen.

von Thomas (Metal) - am 15.02.2017 09:59
MB pokert ja auch ganz schön hoch. Niemand weiss wie es mit DAB weitergeht und ob das Wachstum dort weiterhin anhält. Es besteht ja immer noch die Möglichkeit des Scheiterns. Bei DVB-T2 weiss man auch noch nicht genau wie das anläuft und ob es angenommen wird. Ich gehe zwar davon aus, dass beide Systeme nicht scheitern werden, aber zu 100% sicher ist das ja alles noch nicht.

von zerobase now - am 15.02.2017 10:19
Zitat
Thomas (Metal)
Zitat
Japhi
Aber genau das ist ja aus Kostengründen schon passiert. In Langenburg und Hamburg-Rahlstedt wurde eine neue, eigene Antennenanlage von Divicon aufgebaut, um die MB-Anlage nicht mehr nutzen und zahlen zu müssen. An vollen Türmen geht das aber vermutlich nicht.

Und da wäre zunächst die Frage: Gibt es jetzt zwei solcher Anlagen? Wenn ja, hängt eine tiefer. Ansonsten wäre hier auch wieder eine Mitbenutzung erforderlich wenn man jetzt mit einer entsprechenden Frequenz auf den Turm wollte.
Das ist nach meiner Meinung kein echter Wettbewerb da auch hier wieder die Regulierung greifen müßte. Aber die schauen offenbar nicht nach Standorte, sondern nur nach Marktanteile der Marktteilnehmer. Überspitzt: Man kann in einem Schlachthaus kaum Brötchen backen.


Ja, da gibt es zwei Antennenanlagen, die von Divicon hängt tiefer. Einen echten Wettbewerb gäbe es erst, wenn es kein Quasi-Monopol (Ö-R und DFMG) mehr auf Funktürme gäbe. Eine Flächenversorgung ist nicht durch Hochhausdächer und Minimasten zu machen. Aber es lohnt sich vermutlich auch nicht für Uplink, Divicon und co eigene Türme zu bauen oder aufzukaufen. Wie die ganze Liberalisierungsgeschichte ungefähr ablaufen kann, kann man sich in den Niederlanden anschauen, wo schon 1990 das Nozema-Monopol fiel.

von Japhi - am 15.02.2017 10:27
Pressemitteilung der BNetzA zu Media Broadcast von gestern:

>> Entgelte für die UKW-Rundfunkübertragung vorläufig untersagt

Ausgabejahr 2017
Erscheinungsdatum 14.02.2017

Die Bundesnetzagentur hat heute dem Unternehmen Media Broadcast GmbH vorläufig untersagt, gegenüber einigen Radioveranstaltern neue Entgelte für die Übertragung von UKW-Rundfunksignalen einzuführen.

Verstoß gegen gesetzliche Entgeltmaßstäbe

Nach den bisherigen Ermittlungen verstoßen 14 der insgesamt 102 verschiedenen Entgelte offenkundig gegen das Verbot eines Preishöhenmissbrauchs zu Lasten der betroffenen Programmveranstalter.

Weitere 40 Entgelte beeinträchtigen die Wettbewerbsmöglichkeiten anderer Anbieter von UKW-Übertragungsleistungen, weil sie gegen das Verbot sog. Preis-Kosten-Scheren verstoßen. In diesen Fällen reicht die Spanne zwischen dem Entgelt für die Antennen(mit)benutzung und den Entgelten für die Ausstrahlung der UKW-Rundfunksignale offenkundig nicht aus, um einem effizienten Unternehmen die Erzielung einer angemessenen Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu ermöglichen.

Verfahren der nachträglichen Entgeltkontrolle

Aufgrund einer Regulierungsvorgabe hatte die Media Broadcast der Bundesnetzagentur vor zwei Wochen die Entgelte angezeigt, die sie ab dem 1. April 2017 von den Programmveranstaltern für die Ausstrahlung von deren UKW-Hörfunkprogrammen verlangen wollte.

Wegen des offenkundigen Verstoßes der angezeigten Entgelte gegen die gesetzlichen Entgeltmaßstäbe ist ein Verfahren der nachträglichen Entgeltkontrolle eingeleitet worden, in dessen Rahmen die Entgelte nunmehr im Einzelnen geprüft werden. Die vorläufige Untersagung der angezeigten Entgelte gilt bis zu einer Entscheidung in diesem Verfahren.

von Manfred Z - am 15.02.2017 10:34
Zitat
Japhi
Einen echten Wettbewerb gäbe es erst, wenn es kein Quasi-Monopol (Ö-R und DFMG) mehr auf Funktürme gäbe. Eine Flächenversorgung ist nicht durch Hochhausdächer und Minimasten zu machen. Aber es lohnt sich vermutlich auch nicht für Uplink, Divicon und co eigene Türme zu bauen oder aufzukaufen. Wie die ganze Liberalisierungsgeschichte ungefähr ablaufen kann, kann man sich in den Niederlanden anschauen, wo schon 1990 das Nozema-Monopol fiel.


Inklusive zweier Funkturmbrände mit einem vollendeten und einem Beinahe-Einsturz.

Die Funktürme und -masten fallen nicht unter das Telekommunikationsrecht und können daher nicht durch die BNetzA reguliert werden. Hier ist das Kartellamt zuständig.

>> Verfahren gegen die Deutsche Funkturm nach Anpassungen der Preisgestaltung eingestellt

von Manfred Z - am 15.02.2017 10:44
Zitat
Saarländer (aus Elm)
Das UKW-Band ist gesättigt, der UKW-Markt ist gesättigt, man kann beim Senderbetrieb nicht mehr von 'Wachstum' sprechen, die jahrzehntelange Monopolsituation, von der man bisher leben konnte, ist auch flöten gegangen, und man kriegt auch noch eine Preiserhöhung nicht genehmigt.
In so einer Sitation zieht jedes betriebswirtschaftlich agierende Unternehmen die Notbremse.


Naja, Wachstum hin oder her: wenn ich den Geschäftsbereich aufgebe, der mir auch noch viele weitere Jahre zumindest eine solide Basis erwirtschaftet hätte, müssen die anderen (neuen) Bereiche DVB-T2/DAB+ aber ordentlich wachsen, um das zu kompensieren, was da weg bricht.

Und ganz ehrlich: wenn bei DAB+ dann alle großen Netze wieder bei Media Broadcast landen, haben wir ja wieder die gleiche Monopolsituation wie wir sie bei UKW gerade los werden. Ist doch scheiße sowas! Entsprechend müsste man fairerweise auch die DAB-Netze entsprechend an verschiedene Anbieter verteilen, womit sich das Wachstum für Media Broadcast auch wieder eher im Rahmen halten dürfte.

von Habakukk - am 15.02.2017 15:58
Wie die Billiganbieter UKW abstrahlen kann ich in MV bewundern (Paradiso). Total platt komprimiert ohne Bass um ja nicht zu laut zu werden und strafen zu riskieren und Dank Internetzufuehrung mit bis zu 5s Laufzeitunterschieden zwischen einzelnen Standorten dazu hin und wieder Aussetzer. Naja, wer billig will bekommt eben billig, wie ueberall.

von Nordlicht2 - am 15.02.2017 21:53
Ist anderswo anders. Einer der beiden großen Konkurrenten führt z.B. mit 384 kbps eAPT-x zu (das ist eine "amtliche" Maßnahme) und sichert diese IP-Zuführung noch mit einem Fallback auf 64 kbps HE-AAC, offenbar via automatische ISDN-Einwahl im Fehlerfall. Kann man heute elegant in einer 19" 1HE-Kiste kaufen. Sender sind genauso wie RDS-Coder doppelt vorhanden. Redundanter geht kaum noch (ok, der Codec ist nur einmal da...). Processing ist bei den von mir gemessenen Programmen beinahe linealglatt an der 0-dBr-Marke entlang, also aufs letzte Zehntel dB ausgereizt. Das hat kein Pfuscher eingestellt, sondern ein Profi (der im Sinne von heftig bearbeiteten Popwellen gehandelt hat).

Diese 384er Zuführung wäre auch Kulturradio-tauglich. Was anderes hat man bei den Öffis teils auch nicht. Und RBB-Popwellen klingen definitiv beschissener als dieser Privatfunk.

Wer macht denn die Abstrahlung für Paradiso?

von Chris_BLN - am 15.02.2017 23:03
Zitat
Nordlicht2
Wie die Billiganbieter UKW abstrahlen kann ich in MV bewundern (Paradiso). Total platt komprimiert ohne Bass um ja nicht zu laut zu werden und strafen zu riskieren und Dank Internetzufuehrung mit bis zu 5s Laufzeitunterschieden zwischen einzelnen Standorten dazu hin und wieder Aussetzer. Naja, wer billig will bekommt eben billig, wie ueberall.

Das liegt aber letztendlich nicht am "Billiganbieter", sondern am Kunden umd was er wünscht. Wenn er natürlich nur das billigste Angebot bucht, kommt sowas bei raus.

von Chief Wiggum - am 16.02.2017 01:41
Was man bisher völlig in der Diskussion außen vor läßt: Mitarbeiter
Was wird aus denen wenn, zumindest nach meiner Ansicht, ein veritabler Anteil des Geschäftes auf- und abgegeben wird? Die Aussagen zu Versteigerungen lassen nicht darauf schließen daß hier Betriebsübergänge nach BGB in größerer Anzahl geplant sind. :-( . Da wird ver.di, sonst hält sicher keiner eine schützende Hand darüber, viel zu tun bekommen...

von Thomas (Metal) - am 16.02.2017 07:35
Die Hochries-Frequenz war doch ursprünglich (Genf84) für Wendelstein koordiniert, oder irre ich mich?
Das wäre also kein Problem, aber: warum?
Zugspitze/Ismaning wäre auch denkbar, aber dann hat ABY keine Frequenz mehr in GAP.

Davon abgesehen hätte sich MB auch bisher schon beim BR einmieten können, an anderen Standorten macht man das ja auch.

Noch ein Punkt: MB gibt UKW ja nicht komplett auf. Servicedienstleistungen will man ja weiterhin anbieten. Durchaus ein lukratives Feld. Autohäuser verdienen ja auch nicht unbedingt viel Geld am Auto-Verkauf, sondern vor allem an Kundendienst & Reparaturen. Wenn morgen Hitradio Antenne FM seinen Sender selbst betreibt, braucht es dazu einen Techniker. Den in Vollzeit einzustellen ist viel zu teuer, also wird man auf einen Externen zurückgreifen. Da selbständige Techniker mit Rundfunksendetechnikfachwissen nun nicht unbedingt Lagerware bei Amazon sind, wird man wohl eher auf einen -neudeutsch- Serviceprovider zurückgreifen. Für MB könnte das ausgesprochen lukrativ sein. Man hat den ganzen Ärger mit regulierten Preisen für Monopolleistungen und mit Standortmonopolisten vom Hals, und kann sein Know-How vermarkten.

von DH0GHU - am 16.02.2017 09:19
Zitat
DH0GHU
Zugspitze/Ismaning wäre auch denkbar, aber dann hat ABY keine Frequenz mehr in GAP.

Auch die Zugspitz-Frequenz ist immer noch im Genfer Wellenplan für Ismaning eingetragen. Die Frequenz für Garmisch wäre dann die 102,9, die wegen 102,7 Zugspitze derzeit nicht nutzbar ist. Es gab auch mal die 98,2 Oberammergau, die für Antenne Bayern vorgesehen war. Auch die könnte man reaktivieren, anstatt sie brach liegen zu lassen.

Aber ich vermute mal, dass es ja nicht nur der Genfer Wellenplan ist, der relevant ist, sondern sicherlich auch darüber hinaus andere Abkommen, von denen wir gar nichts wissen. Ob man also so ohne weiteres den Zustand des Genfer Wellenplans herstellen kann, wage ich zu bezweifeln.

Letztendlich ist das hier eh nicht Thema. Bis auf ganz wenige Standorte gehört Media Broadcast doch sowieso keiner der Sendemasten. Ob sich dann also Media Broadcast bei der DFMG einmietet, oder Uplink oder wer auch immer, ist dann auch schon egal. Ich erwarte mir da keine großartigen Änderungen.

von Habakukk - am 16.02.2017 10:52
Ein meinen Augen ein typischer BWL-"Experten" Fehler: Der BWL-Fuzzi sieht in seiner Excel-Tabelle, dass die Anzahl der UKW-Sender stagniert, bzw. sinkt. Die Einnahmen steigen kaum. Er sieht in der gleichen Tabelle, dass die Zahl der DAB+ und DVB-T2-Sender seit Jahren steigt, sogar in zweistelligen Prozentzahlen. Also sagt er mit der Logik eines Roboters, dass DAB+ die Zukunft gehört. Er sieht nicht, dass auch bei DAB+ und DVB-T2 der Markt bald gesättigt ist, bzw. das ist dann nicht sein jetziges Problem. Von der Praxis keine Ahnung, nur die Zahlen im Auge. Das sind die gleichen Leute, die vor einigen Jahren dafür sorgten, dass plötzlich alle Monitore nur noch in "glossy" zu haben waren, weil die Nachfrage Anfangs in Prozent stark wuchs, dass da aber gar keine große Nachfrage insgesamt bestehen könnte, wurde nicht gesehen. Das gleiche vor einigen Jahren mit den seltsamen nach innen gekrümmten Fernsehern, die ein paar Early Adopter gekauft haben, aber letztendlich keiner wollte.

Warum laufen die so offenbar ins Unglück? Der Zwang des mittleren Managements, immer nur Wachstumszahlen vorlegen zu müssen, und einen Firmenspitze, die keine Ahnung hat wäre ein Grund. Möglich wäre auch Absicht, um die Wachstumszahlen für die Aktionäre zu schönen, weil man die Bude verkaufen will. So oder so würde ich keinen Pfifferling mehr auf Media Broadcast setzen. Es sieht so aus, als würden die einen auf Nokia machen und freiwillig aus eigener Doofheit vom Markt abtreten.

von Bolivar diGriz - am 16.02.2017 16:24
Zitat
Bolivar diGriz
Warum laufen die so offenbar ins Unglück?

Das hast du ja schon schön erklärt. Weil dort an verantwortlicher Stelle vermutlich nur noch irgendwelche Leute mit Heuschreckenmentalität sitzen, die aufgrund irgendwelcher Excel-Tabellen Urteile fällen, die vielleicht kurzfristig Kohle bringen, die aber keinerlei Ahnung von der Materie haben, um die es in diesem Konzern geht, und denen die langfristige Sicht total am Arsch vorbei geht, weil sie dann schon längst wieder zur nächsten Firma weiter gezogen sind. Habe ich alles so schon erlebt, ist absolut nichts Neues.

von Habakukk - am 16.02.2017 17:21
Schön beschrieben. Das eigentliche Problem sind Leute, die keine Ahnung von der (hier. technischen) Geschäftsgrundlage haben.
Die BWL-Typen übersehen das gerne.
Ein Restaurant kann noch so einen guten BWLer als Chef haben, das wird nix, wenn kein guter Koch da ist.
Eine Elektronikfirma kann noch so einen guten BWLer als Chef haben (und noch so nen guten Vertriebler, ne noch so günstige Produktion etc), wenn keiner da ist, der Produkte entwickelt, die der KUNDE haben will, wird das nix.
ETC.

Aber - im Fall MB ist einfach auch der Punkt zu sehen, dass der Regulierer unternehmerische Spielräume einschränkt.
Übertragen auf die Elektronikfirma heißt das: Ich kann ein Produkt herstellen, das 10 mal besser und 10 mal langlebiger ist als das marktübliche 100-€-Produkt. Wenns aber 120 € in der Herstellung kostet, der Regulierer mir aber nur 100 € als Preis zuläßt, dann lohnt sich das Geschäft nicht. Also lasse ich es.

von DH0GHU - am 16.02.2017 22:21
Zitat
DH0GHU
Aber - im Fall MB ist einfach auch der Punkt zu sehen, dass der Regulierer unternehmerische Spielräume einschränkt.
Übertragen auf die Elektronikfirma heißt das: Ich kann ein Produkt herstellen, das 10 mal besser und 10 mal langlebiger ist als das marktübliche 100-€-Produkt. Wenns aber 120 € in der Herstellung kostet, der Regulierer mir aber nur 100 € als Preis zuläßt, dann lohnt sich das Geschäft nicht. Also lasse ich es.


@DH0GHU:
Ich weiß nicht recht, ich glaub das nicht. Media Broadcast hat ja nun eher den Ruf einer Apotheke unter den Netzbetreibern, so wie nebenan in Österreich die ORS. Und wenn ich das richtig verstanden habe, geht es ja nicht darum, dass die Bundesnetzagentur die heutigen Preise massiv drücken will, sondern dass massive Preiserhöhungen, die die Media Broadcast angekündigt hat, so nicht durchgewunken wurden.

In Österreich kriegen das andere Anbieter alternativ zur ORS auch für deutlich geringere Tarife genauso gebacken und verdienen trotzdem noch ganz gut dran.

Wenn Media Broadcast mit dem UKW-Sendernetzbetrieb nichts verdient, obwohl sie Apothekerpreise verlangen und zumindest derzeit noch den großen Teil der Programmanbieter vertraglich gebunden haben, dann muss irgendwas falsch laufen. Dann können höchstens noch die Standortmieten der Deutschen Funkturm viel zu hoch sein. Aber da sage ich halt: selber schuld, wenn man alles, was man mal unter einer Hand hatte, in einzelne Konzerne auslagert.

von Habakukk - am 16.02.2017 22:32
Da wäre auch die Frage zu stellen welche Schulden man als MB noch aus den Übernahmen zu tragen und zu tilgen hat. Es wäre nicht selten so daß ein übernommener Betrieb eben die Kosten der eigenen Übernahme tragen muß, das sollte bei der Handlungsweise sogenannter Heuschrecken bekannt sein. Das vorausgesetzt verteuert auch entsprechend.Man muß also das ganze aus dem Free-Cash-Flow auch noch bedienen. Und wenn dann eine eingeplante Margenerhöhung, das dürfte das gewesen sein was letztlich die BNetzA abgelehnt hat, nicht möglich ist legt man drauf.

[Halb-OT]
Eines noch zum Thema "Markt und Moral": Man kann ggf. die Mitarbeiter unterstützen in dem man Mitglied in einer Gerwerkschaft wird und so deren Position stärkt. Ja, es sind übrigens auch Betroffene hier im Forum unterwegs!

von Thomas (Metal) - am 17.02.2017 07:20
Meinungsbarometer:

>> UPLINK WILL UKW-GRUNDVERSORGUNG ÜBERNEHMEN
Erster Sendernetzbetreiber drängt in aufgegebenes Geschäftsfeld der Media Broadcast

Nach dem Paukenschlag, dass die Media Broadcast ihre UKW-Sendernetze bis 2018 abgibt, stehen die Bewerber um das Erbe des einstmaligen Monopolistens bereits Schlange. Wie Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH, exlusiv in der Debatte auf Meinungsbarometer.info sagte, "treten wir an Stelle der Media Broadcast gerne in die Pflicht, die deutsche UKW-Grundversorgung langfristig sicherzustellen". Denn UKW sei überhaupt kein Auslaufmodell. Vielmehr ließe sich mit UKW nach wie vor als großer Betreiber gutes Geld verdienen. > SENDERNETZBETREIBER WARNT VOR DIGITALRADIO-MONOPOL
Warum die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden dürfen

Der Sendernetzbetreiber DIVICON MEDIA sieht UKW auf absehbare Zeit nicht als Auslaufmodell an. "Deshalb investieren wir auch weiter in innovative Lösungen – sozusagen in UKW 2.0." Das sagt Mike Lehmann, Sprecher der Geschäftsführung DIVICON MEDIA. Gleichzeitig werde aber auch DAB+ weiter wachsen, weshalb wir uns auch hier engagieren. Enorm wichtig sei jetzt schon, "dass wir alle – und ich spreche da Radioveranstalter, Dienstleister und Regulierungsbehörden an – nicht euphorisiert von der Abschaffung eines UKW-Monopols sehenden Auges bei DAB+ in das nächste Monopol geraten." > MEDIA BROADCAST WEIST RUF NACH DAB+ REGULIERUNG ZURÜCK
Unternehmen widerspricht Vorwurf des verantwortungslosen Handelns

MEDIA BROADCAST hat ihre Geschäftsfelder im Hinblick auf die Herausforderungen der Digitalisierung neu bewertet und den Ausstieg aus den UKW-Geschäftsfeld bis zum 30. Juni 2018 angekündigt. Den Vorwurf des verantwortungslosen Handelns gegenüber den Nutzern und Radiobetreibern widerspricht der Sendernetzbetreiber. Genauso entbehre der geäußerte Ruf nach Regulierung von DAB+ jeglicher Grundlage, so Holger Meinzer, Chief Commercial Officer B2B (CCO B2B) MEDIA BROADCAST.

von Manfred Z - am 19.02.2017 15:31
Zitat
Manfred Z

Nach dem Paukenschlag, dass die Media Broadcast ihre UKW-Sendernetze bis 2018 abgibt, stehen die Bewerber um das Erbe des einstmaligen Monopolistens bereits Schlange. Wie Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH, exlusiv in der Debatte auf Meinungsbarometer.info sagte, "treten wir an Stelle der Media Broadcast gerne in die Pflicht, die deutsche UKW-Grundversorgung langfristig sicherzustellen". Denn UKW sei überhaupt kein Auslaufmodell. Vielmehr ließe sich mit UKW nach wie vor als großer Betreiber gutes Geld verdienen.


von raeuberhotzenplotz1 - am 20.02.2017 07:47
InfoDigital (ex InfoSat) schreibt gestern:

>> Divicon Media: Abbau der alten, abgeschriebenen Antennen statt überteuerter Verkauf

Divicon Media fordert in seiner Stellungnahme gegenüber der Bundesnetzagentur endlich einen wirkungsvollen Schritt hin zu einer fairen Regulierung, teilte der Sendernetzbetreiber am 2. März mit. Anlass der Stellungnahme seien die von der Media Broadcast am 31. Januar 2017 angezeigten Entgelte für die Verbreitung von UKW-Signalen sowie der kurz darauf angekündigte Verkauf von UKW-Antennen und UKW-Sendertechnik, hieß es.

von Manfred Z - am 03.03.2017 09:31
Genau. Und dann schön pfuschen beim Neuaufbau und dann...

https://www.youtube.com/watch?v=Uj5SXwZyvEI

http://thomastepe.de/blog/2014/01/untersuchungen-zu-den-branden-sender-smilde-und-lopik/

Das kann ja lustig werden in den kommenden Jahren. Sollte man es nicht gleich bleiben lassen und den linearen Rundfunk beerdigen? Dieses Land wirkt auf mich zunehmend nicht mehr in der Lage, die Grundversorgung mit letztlich Allem zu gewährleisten, vom gewohnten Umfang der vergangenen Jahrzehnte ganz zu schweigen. Gier frißt halt alles auf.

von Chris_BLN - am 03.03.2017 10:16
Zitat
Manfred Z
InfoDigital (ex InfoSat) schreibt gestern:

>> Divicon Media: Abbau der alten, abgeschriebenen Antennen statt überteuerter Verkauf

Divicon Media fordert in seiner Stellungnahme gegenüber der Bundesnetzagentur endlich einen wirkungsvollen Schritt hin zu einer fairen Regulierung, teilte der Sendernetzbetreiber am 2. März mit. Anlass der Stellungnahme seien die von der Media Broadcast am 31. Januar 2017 angezeigten Entgelte für die Verbreitung von UKW-Signalen sowie der kurz darauf angekündigte Verkauf von UKW-Antennen und UKW-Sendertechnik, hieß es.


von Jassy - am 03.03.2017 10:44
Zwei Fragen:
Warum soll eine Antenne schlecht sein die nur abgeschrieben und/oder alt ist? Mein Standpunkt zur Ressourcenschonung sagt mir derartiges grundsätzlich weiter zu betreiben.
Wurden beim Beispiel der beiden Sendeanlagen in den Niederlanden keine Abnahmen / jährlichen Begehungen durch den Standortinhaber gemacht?

von Thomas (Metal) - am 03.03.2017 11:46
@DH0GHU:
Umgekehrt kann ich es aber auch verstehen, dass man für alte gebrauchte Antennenanlagen keine horrenden Preise bezahlen möchte. Ich stelle mir das sehr schwierig vor, da einen Kompromiss zu finden. Media Broadcast möchte logischerweise noch nöglichst viel Kohle aus dem ganzen raus holen. Divion und Co. wiederum möchten das alles möglichst kostengünstig übernehmen. Das wird noch sehr spaßig...

von Habakukk - am 03.03.2017 12:07
Zitat
Habakukk
Die Privaten sind ja das eine, aber wer übernimmt eigentlich die vielen vielen Sender des Deutschlandradios? Ist hier vielleicht gerade im Bereich der vielen Funzeln evtl. mit Veränderungen zu rechnen?


Werden wir abwarten müssen. Man wird da gewiss derzeit gemeinsam am Tisch sitzen und die Szenarien durchgehen. Von Komplettübernahme bis Aufgabe von Funzelstandorten.

Auch das Zuführungsthema wird ja dann interessant. Derzeit wird DLF / DKultur über 23,5° Ost zugeführt, auf 2 unterschiedlichen Wegen. Nun hat DigiAndi ja festgestellt, daß DKultur auf dem neuen Schmalbandtransponder mit 384 kbps als zweiter Stream aufgetaucht ist. Ob das bereits eine Folge der aktuellen Entwicklung ist oder schon länger geplant war - keine Ahnung. Ob ein ggf. anderer Betreiber diese Vorleistung der Media Broadcast nutzen wird (dann wird es bizarr, der Receiver gehört der MB, das was dahinter kommt aber wem anderes) oder einen anderen Zuführungsweg schalten wird, wird spannend.

Zitat
Thomas (Metal)
Zwei Fragen:
Warum soll eine Antenne schlecht sein die nur abgeschrieben und/oder alt ist? Mein Standpunkt zur Ressourcenschonung sagt mir derartiges grundsätzlich weiter zu betreiben.


Ressourcenschonung interessiert fast niemanden, solange die Branche nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht oder sogar direkt mit solchen Themen punkten kann. Die einzige Ressource, die geschont bzw, vermehrt werden soll, ist das Kapital. Wir leben im Kapitalismus, es sollte niemanden verwundern.

Solange Antennen mechanisch auf mehrere Jahre noch die Stabilität eines Neuproduktes erwarten lassen und die elektrischen Verbindungen fehlerfrei sind, würde ich sowas auch nicht wechseln. Ich vermute, es geht teils ums Prinzip, man will einen "besenreinen" Antennenträger und die Rückbaukosten soll die MB tragen (statt noch Geld zu bekommen). Andererseits könnten auch Haftungs-Themen eine Rolle spielen. Beim Verkauf müßte die MB wohl gewisse Gewährleistungen geben, was das Thema noch komplizierter macht.

von Chris_BLN - am 03.03.2017 12:29
Zitat
Chief Wiggum
Zitat
DH0GHU
Divicon hat einfach keine Lust, Geld an MB zu zahlen, sondern will den Steuerzahler neue Antennen mitbezahlen lassen.

Warum soll der Steuerzahler dafür aufkommen? Erklär mir mal bitte.

Weil Divicon dann neue Antennen aufbaut, die dann abgeschrieben werden können. Entsprechend reduziert sich die Steuerlast von Divicon.

von DH0GHU - am 03.03.2017 12:30
Zitat

Weil Divicon dann neue Antennen aufbaut, die dann abgeschrieben werden können. Entsprechend reduziert sich die Steuerlast von Divicon.

Diese neuen Antennen müssen aber erstmal gebaut und gekauft werden, wobei natürlich die Märchensteuer gezahlt werden muss. Unterm Strich zahlt nicht der Steuerzahler, sondern das Finanzamt kassiert!

Würde MB die (abgeschriebenen) Antennen verkaufen, wäre der Erlös als Einnahme zu verbuchen, die ebenfalls versteuert werden muss.
Wenn die Antenne noch nicht komplett abgeschrieben ist, könnte der restliche Buchwert als Ausgabe gebucht werden, der Erlös muss auch hier komplett versteuert werden.

von iro - am 03.03.2017 13:03
Neues zum Streit zwischen Divicon Media und Media Broadcast.

Medieninformation von Divicon: http://diviconmedia.com/#5

oder hier: https://www.infosat.de/entertainment/divicon-media-fordert-eindeutige-klarstellung-der-media-broadcast

>> Im Rahmen der andauernden Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Akteuren des UKW-Marktes mit der Media Broadcast, fordert der Sendernetzbetreiber Divicon Media nun eine sofortige und eindeutige Klarstellung seitens des bisherigen Monopolisten hinsichtlich der geplanten Verkäufe von Sendeanlagen.

von Manfred Z - am 18.03.2017 08:17
Tja, das ist nun mal so, dass der Besitzer eines Guts auch darüber entscheiden darf, ob er es verkauft oder nicht verkauft... ;-) Ein Unternehmen wird bei der Aufgabe von "Fillialen" auch immer die verkaufen, die am wenigsten Profit einfahren, und nicht die, die am profitabelsten sind.

Alles andere wäre bescheuert. Auf die Dummheit der Konkurrenz zu setzen ist wiederum auch kein gutes Geschäftsmodell :)

von DH0GHU - am 18.03.2017 09:17
Wie gut die Billigloesungen funktionieren, kann man schon mal gut bei Paradiso, Teddy und Co. in MV bewundern. Standorte nicht synchron, was beim Umschalten des RDS im Auto nervt und Aktuell laeuft auf der 103,6 in Stralsund ein 0,3 Sekunden Loop. Ich zappe aeusserst selten auf UKW rein aber habe schon unzaehlige Male Stoerungen auf diesen Frequenzen mitbekommen. Vor paar Jahren hatte man sich hier im Forum noch ueber die kleinen Privatsender in Denemark gewundert, wenn die tagelang keinen Ton sendeten, nun, Deutschland entwickelt sich also auch in diese Richtung.

von Nordlicht2 - am 25.03.2017 09:50
Inzwischen mischen sich auch die Medienanstalten in den Streit mit Media Broadcast ein. [Die Mitbewerber wollen für die Übernahme der überwiegend abgeschriebenen Sendeanlagen und Antennen nur den Schrottwert bezahlen.]

Aus der PM zur Sitzung des Medienrates der SLM vom 22. Mai 2017:

>> Positionierung des Medienrates der Sächsischen Landesmedienanstalt zum angestrengten Verkauf der UKW-Infrastruktur durch den Netzbetreiber Media Broadcast

Der Medienrat der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) hat sich in seiner Sitzung am 22. Mai 2017 mit dem angestrengten Verkauf der UKW-Infrastruktur durch den Netzbetreiber Media Broadcast befasst. Er stellt hierzu fest, dass ein etwaiger Eigentumsübergang keinesfalls zu Sendeunterbrechungen führen darf. Sollte es in der zweiten Phase zur Versteigerungen von Sendeanlagen kommen, ist die Sächsische Landesmedienanstalt zwingend zu beteiligen. Ein Verlust lokaler Versorgung kann nicht hingenommen werden. Abschließend weist der Medienrat alle potentiellen Investoren darauf hin, dass über die Programme, die von den Sendern abgestrahlt werden, die Sächsische Landesmedienanstalt entscheidet. > Mitteldeutsche Landesmedienanstalten begrüßen die Forderung der Länder nach Regulierung beim geplanten UKW-Sendernetzverkauf der Media Broadcast GmbH --
Forderung nach Zugangsregulierung und unterbrechungsfreier Rundfunkversorgung


Die Arbeitsgemeinschaft der drei mitteldeutschen Landesmedienanstalten (AML) – Medienanstalt Sachsen-Anhalt, Thüringer Landesmedienanstalt und Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien betonen, dass der angestrengte Verkauf des UKW-Sendernetzes die bestehende und von privaten Radioanbietern mit aufgebaute angebots- und meinungsvielfältige Radiolandschaft nicht gefährden darf und insbesondere die unterbrechungsfreie Versorgung der Bevölkerung mit Hörfunk gewährleistet bleiben muss.

Die AML bedauert, dass private Radioveranstalter durch den engen Verkaufszeitplan der Media Broadcast kaum in der Lage sind, die für den Erwerb des UKW-Sendernetzes notwendigen betriebswirtschaftlichen Bewertungen und Berechnungen vorzunehmen und auch keinen zeitlichen Vorlauf für eine finanzielle Vorsorge haben.

Sofern es zu keinen Kaufverträgen mit den Rundfunkveranstaltern kommt und der Verkauf durch „offene Auktion mit einem Mindeststartpreis“ erfolgt, erwartet die AML, dass dabei sowohl auf die Bindung der Senderanlagen zur Verbreitung der von den Landesmedienanstalten zugewiesenen Radioprogramme als auch auf weitere regulative Vorgaben hingewiesen wird.

Vor diesem Hintergrund begrüßt die AML die Aufforderungen des Vorsitzlandes der Rundfunkkommission an die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt, den Verkaufsprozess regulativ zu begleiten und insbesondere eine auf den einzelnen Senderstandort bezogene telekommunikations- und auch kartellrechtliche Marktbetrachtung/Zugangsregulierung zu prüfen.

Ergänzend bittet die AML die Bundesnetzagentur zu prüfen, wie im Rahmen des Frequenzzuteilungsverfahrens die Sicherstellung des Sendernetzbetriebs auch während der sich abzeichnenden längeren Vertragsverhandlungen zwischen den Veranstaltern und potentiellen Erwerbern gewährleistet werden kann.

von Manfred Z - am 04.06.2017 06:53
"die bestehende und von privaten Radioanbietern mit aufgebaute angebots- und meinungsvielfältige Radiolandschaft"

:bruell: :bruell: :bruell: :bruell:

:bloed: :bloed: :bloed: :bloed:

In welcher Blase leben die denn? Abgesehen von paar Sendungen auf irgendwelchen Bürgerfunkern wüßte ich nicht, was seit 1.1.1992 in den 3 "Mitteldeutschen" Ländern an vielfältigem und relevantem Inhalt im Rundfunk produziert worden sein könnte.

von Chris_BLN - am 04.06.2017 07:28
Ich frage mich warum eine Unterbrechung der Versorgung befuerchtet wird.
Sobald jemand kauft, uebernimmt er auch bestehende Vertraege und der Kaeufer duerfte ein sehr grosses Interesse haben, den Sendebetrieb noch fuer ein paar Jahre aufrecht zu erhalten. Wie will er sonst mit dem gekauften sein Geld zurueck 'verdienen'.

Eine Erklaerung waere, dass bei einem Verkauf bzw. vor allem bei einem Teilverkauf, die Monopolstellung der MB verloren geht und es keine UKW Regulierung mehr geben wuerde. Der Kaeufer also dann die Preise fuer die Kunden erhoehen koennte.
Auch wird vielleicht befuerchtet, dass auf Grund der absehbaren Restlaufzeit fuer UKW keine Investitionen mehr getaetigt werden, was zu Ausfaellen fuehren koennte.
Weiterhin besteht so ein UKW Netz auch aus Zufuehrungsleitungen, die nicht mitverkauft werden koennen, da sie ueber das MB eigene Datennetz laufen. Die Zufuehrung muss dann vom Kaeufer gemietet oder neu aufgebaut werden.
Bisher haben sich MB Mitbewerber die Rosinen rauspicken koennen und bestehende Infrasruktur zum regulierten Preis mitnutzen koennen. Bei einem kompletten Verkauf sieht die Rechnung hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, fuer den Kaeufer natuerlich ganz anders aus.

Aus diesen Gruenden scheint man den Verkauf regulatorisch begleiten zu wollen.

von Nordlicht2 - am 04.06.2017 08:54
Zitat
Chris_BLN
"die bestehende und von privaten Radioanbietern mit aufgebaute angebots- und meinungsvielfältige Radiolandschaft"

:bruell: :bruell: :bruell: :bruell:

:bloed: :bloed: :bloed: :bloed:

In welcher Blase leben die denn? Abgesehen von paar Sendungen auf irgendwelchen Bürgerfunkern wüßte ich nicht, was seit 1.1.1992 in den 3 "Mitteldeutschen" Ländern an vielfältigem und relevantem Inhalt im Rundfunk produziert worden sein könnte.


:cheers: Nicht nur in Mitteldeutschland. Auch hier in BaWü gibt es für mich, außer vielleicht Radio Seefunk, keinen hörenswerten Privatsender. Bundesweit schätze ich, als absoluter Befürworter und Fan des ÖR-Rundfunks, jedoch Absolut relax und Klassik Radio.

von wolfgangF - am 04.06.2017 13:54
Aus der Sicht von Media-Broadcast wurde der Restwert der Sendeanlagen beim jüngsten noch nicht sehr lang zurückliegenden Verkauf des Unternehmens festgelegt. Und der war sicherlich nicht null Euro, steuerrechtliche Abschreibung hin oder her. Der betriebswirtschaftliche Wert richtet sich nach den zu erwartenden Einnahmen im Betrieb abzüglich der Aufwendungen für den Unterhalt und abzüglich der Demontagekosten.

Die Presseerklärungen der Divicon Media hatten vermutlich den Zweck, den Verkauf der Sendeanlagen an die Programmveranstalter zu torpedieren.

Und was haben die Landesmedienanstalten damit zu tun? Die befürchten offenbar, dass Media-Broadcast Verträge kündigt, die Anlagen zurück baut und die Mietplätze an jemanden weitergibt, der ganz andere Pläne hat. Sehr komisch.

von Ingo-GL - am 04.06.2017 15:11
Denen passt einfach nicht, dass die MB als quasi ex Monopolist keine Zukunft mehr im UKW Sendebetrieb sieht und dies auch ganz offen deutlich macht. Dabei sind sie ueber die Bundesnetzagentur und der Regulierung selbst Schuld an der Tatsache, dass sich das Geschaeft nicht mehr rechnet und nun abgestossen werden soll.
Nach deren Theorie muesste doch aber alles gut sein, mehr Wettbewerb, guenstigere Preise fuer den Endverbraucher usw. Nun, scheinbar haben paar Wirtschaftsleute klar gemacht, dass dem nicht so sein wird und man hat nun Angst bekommen, dass das UKW Geschaeft als solches unwirtschaftlich wird, schneller als erwartet. Zumindest das mit grossen teuren Hochleistungssendeanlagen in der Provinz.
Uebrigens hat zeitgleich auch die Telekom angekuendigt, Anteile an der Deutschen Funktum abzustossen. Ob als Folge des geplanten MB Austiegs oder auf Grund gleicher wirtschaftlicher Analysen zu zukuenftigen Gewinnen durch terrestrische Rundfunkaussendungen?

von Nordlicht2 - am 04.06.2017 15:39
Zitat
Nordlicht2
Auch wird vielleicht befuerchtet, dass auf Grund der absehbaren Restlaufzeit fuer UKW keine Investitionen mehr getaetigt werden, was zu Ausfaellen fuehren koennte.


Da hätte den Landesmedienanstalten doch ein Blick auf ihre eigenen großen Privatprogramme genügen können, um zu sehen, daß sehr wohl investiert wird. Die neuen Dienstleister bauen komplett neu mit neuen Zuführungsstrecken, Codecs, RDS-Codern, Sendern und Filtern und legen dabei vieles auch noch 1+1-redundant aus (N+1-Redundanz wird halt bei N=1 zu genau dem) - bis hin zum Leistungssender der 100-kW-ERP-Klasse. Einer der dies beauftragenden Privatsender wirkt auf mich glücklich mit dieser Lösung, es wäre kundennäher, transparenter und zuverlässiger als beim einstigen Monopolisten, der es offenbar kraft seiner Monopolstellung mit diesen Punkten nicht allzu genau nahm.

Angst könnte ich mir vielleicht an der Stelle vorstellen, daß man um die wenigen Funzeln mit Bürgerfunk etc. fürchtet. Das, was da gefordert wird, könnte im Notfall die Tür zum Konstrukt "Anlagen im Besitz der Medienanstalten, die die Wartung dann bei wem-auch-immer (Freenet?) beauftragt" offenhalten. Andererseits hörte ich aus Bürgerfunk/OK-Kreisen schon vor Jahren die Befürchtung, man könne von der LMA ins Internet abgeschoben werden. Ja, wa swollen sie künftig mit den Bürgerfunkern eigentlich machen?

Zitat
Nordlicht2
Weiterhin besteht so ein UKW Netz auch aus Zufuehrungsleitungen, die nicht mitverkauft werden koennen, da sie ueber das MB eigene Datennetz laufen. Die Zufuehrung muss dann vom Kaeufer gemietet oder neu aufgebaut werden.


...was z.B. intern bei einem Programmveranstalter auch als "stabiler und klanglich besser" sowie offenbar auch kostengünstiger gefeiert wurde als die bisherige MB-Lösung. Aufgebaut wurde da eine neue IP-basierte Anbindung mit 384 kbps eAPTX und 64 kbps HE-AAC via Einwählverbindung als Backup. Erreicht werden mußten u.a. Standorte, die man wegen ihrer Bedeutungslosigkeit (teils 1-Frequenz-Standorte, keiner mit nennenswert Sendeleistung) zuvor via Sat und noch früher via DAB (!) gespeist hatte. Man kommt also wenn man will auch in entlegene Winkel und es scheint sich zu rechnen.

Zitat
Nordlicht2
Bisher haben sich MB Mitbewerber die Rosinen rauspicken koennen und bestehende Infrasruktur zum regulierten Preis mitnutzen koennen. Bei einem kompletten Verkauf sieht die Rechnung hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, fuer den Kaeufer natuerlich ganz anders aus.


...was inzwischen ja schon sogar zu neu gebauten Antennenfeldern geführt hat. Offenbar war nichtmal das eine Verzweiflungstat.

von Chris_BLN - am 04.06.2017 20:46
Wo hat denn ein Mitbewerber auch neue Sendeantennen der 100kW ERP Klasse montiert? Ich wuesste keinen. Stattdessen nutzen die Mitbewerber die Antennen der MB, zum regulierten Preis, welche die MB aber auch jederzeit nach Ablauf der Vertraege demontieren oder verkaufen kann, es heisst ja Mitbenutzung. Und dann wird's teuer fuer die Mitbewerber, bzw. sie muessen sogar mehr Geld verlangen, als es die MB mit den 'abgeschriebenen' Anlagen tut, die eben trotzdem teure Mieten an die Deutsche Funkturm kosten. Denke jedenfalls, dass genau das die Befuerchtung ist.
Hamburg Hoeltigbaum war das in der Presse bekannt gewordene Negativbeispiel aus der BNA Regulierungspreisliste, bei 30kW jetzt 40kW ERP. Diesen Preis zu unterbieten, war sicherlich nicht so schwierig, trotz Montage einer neuen Antenne am ansonsten leeren Mast.

Das ein privater Programmanbieter die neue Zufuehrung als klanglich besser feiert ok, aber dem stimmst du nicht wirklich zu oder? :-)

Irgendwie muessen sie es sich schoen reden, auch wenn's schlechter (leiser) klingt weil keine Dynamik mehr vorhanden, Standorte untereinander Zeitversatz haben (weil zwischen gepuffert werden muss) und oefters mal ein kurzer Loop kommt, weil die Zufuehrung ganz abgeschmiert ist. Alles regelmaessig bei Paradiso Nord und Radio Teddy auf UKW in MV zu beobachten und ich zappe da noch nicht mal oft hin. Bei Alsterradio stelle ich aber keinen Unterschied zu vorher fest, nach wie vor typischer Optimod Privatradio Klang.

Schauen wir mal, die Panik der Landesmedienanstalten muss ja irgendwo her kommen. Da geht es sicherlich nicht nur um paar kleine Funzelleistungen, fuer die noch relativ schnell und kostenguenstig Ersatz geschaffen werden koennte.

von Nordlicht2 - am 04.06.2017 22:02
Die "100-kW-Klasse" bezog sich auf neue luftgekühlte Sender, die an ostdeutschen Großsendeanlagen wassergekühlte, klobige "Behördengeräte" arbeitslos gemacht haben. Bei 60 kW ERP stellt man dann halt einfach ein kleines Rack hin mit zwei (Redundanz) Elenos-Sendern zu je 5 kW (einer auf standby) - macht an Großsenderantenne schonmal 60 kW ERP. Was in der 100-kW-Klasse installiert wird, sehen wir z.B. hier im Falle der Uplink Network und Antenne MV am Standort Helpterberg: http://www.uplink-network.de/uplink-schaltet-100-ukw-antenne-auf/ - das sind Ecreso-Module. Einfach Neukauf und fertig. Das MB-Zeugs lässt man unbeachtet liegen.

Eine neue Antennenanlage gab es immerhin in der 40-KW-ERP-Klasse - für Asterradio 106,8 am Standort HH-Rahlstedt, die hast Du ja selbst erwähnt. Da wäre die Nutzungsgebühr für die MB-Antenne viel zu teuer gewesen, vgl. https://www.radioeins.de/programm/sendungen/medienmagazin/radio_news/beitraege/2017/alsterradio.html .

Klanglich? Was die Hamburger betrifft, habe ich keine Ahnung. Ich kenne das, was Divicon in Thüringen raushaut (Antenne Thüringen und Top 40), ob dort Divicon auch als Gesamtdienstleister auftritt und das Processing übernimmt, weiß ich nicht. Mikrofone nasal dumpf-topfig, Modulation klebt dauerhaft zwischen 0 und -0,5 dBr, Spitzenhub irgendwo bei 50 kHz. Ja, sie sind eindeutig die lautesten, wenn man durchzappt. Das können sie wirklich richtig konsequent umsetzen. Klingt aus der Erinnerung raus sogar erträglicher als die RBB-Wellen, aber halt auch richtig scheiße.

von Chris_BLN - am 05.06.2017 13:19
Am komplett neuen Standort Rostock Krummendorf wurden Wasser gekuehlte Rohde & Schwarz Sender der neuesten Generation aufgebaut. Ausgangsleistung im Betrieb 3kW bis 5kW. Es passen 2 Sender in ein Rack. Spart Platz und laesst die Waerme ausserhalb des "Senderraumes'. Ist auch leise. Will hier keine Wertung abgeben, was besser ist, nur aufzeigen, dass Luft gekuehlt nicht unbedingt mit modern gleichzusetzen ist. Je kleiner die Technik wird, bei gleichbleibender Leistung, desto weniger sieht man Luftkuehlung. Ist in der ganzen IT Branche so. Die alten Sender am Helpterberg waren sicher noch von Anfang der 90er. Glaube 92 wurden die alten Tesla Roehrensender aus Ostzeiten ersetzt. Die alten Sender aus den 90ern sind laut Aussage der MB inzwischen auch sehr stoeranfaellig geworden. Was bei den wenigen Servicetechnikern im laendlichen MV ein echtes Problem darstellt. Die haette ich als Uplink auch nicht uebernommen. Wer weiss welche Subfirma die jedes mal in die Spur schicken muessen oder wo der naechste eigene Techniker wohnt.

von Nordlicht2 - am 05.06.2017 16:34
Zitat
Nordlicht2
Die alten Sender am Helpterberg waren sicher noch von Anfang der 90er. Glaube 92 wurden die alten Tesla Roehrensender aus Ostzeiten ersetzt. Die alten Sender aus den 90ern sind laut Aussage der MB inzwischen auch sehr stoeranfaellig geworden. Was bei den wenigen Servicetechnikern im laendlichen MV ein echtes Problem darstellt. Die haette ich als Uplink auch nicht uebernommen.

Und da sind wir dann eher beim der eigentlichen Relevanz ;-) : Meantime to Repair oder Meantime between Failure. Darauf kommt es doch an. Damit zeigt sich ob der gerantierte Service erbracht werden kann.
Auch klar: Jemand neues kommt und muß einen Betrieb aufziehen. In gewissem Umfang wird sicherlich das bestehende Equipment übernommen. Was aber wenn der Buchwert inzwischen 0 ist? Damit sollte auch klar sein daß die neue Hardware nur der Betriebsübernahme geschuldet ist. Der weitere Betrieb wird ganz sicher auch so laufen daß man irgendwann abgeschriebenes Zeug weiterbetreibt solange man dem SLA gerecht werden kann. Das gilt dann natürlich nicht nur für die Sender.

Nachtrag

Zitat
Nordlicht2
Wer weiss welche Subfirma die jedes mal in die Spur schicken muessen oder wo der naechste eigene Techniker wohnt.

Nein. Ganz einfach: Die Mitarbeiter bekommen Ziele auf sowas. Man bildet ein Jahreszielgehalt, behält z. B. 10% davon ein. Die restlichen 10% gibt es im Jahr drauf ausgezahlt wenn die Ziele erreicht wurden.
Keinw weiteren Fragen...

von Thomas (Metal) - am 05.06.2017 16:45
Die Sender sind immer als N+1 aufgebaut. Damit wird die SLA fuer den Kunden immer erreicht. Nur muss halt unter Umstaenden jemand eine Tagesreise unternehmen, um das fehlerhafte Modul zu tauschen und das kostet zusaetzliches Geld.
Bei kleinen Funzelsendern kleiner 100W Ausgangsleistung ist aber oftmals keine N+1 vorhanden.

Also ich denke, die MB wird bezueglich der grossen Antennen sagen, ihr wollt sie kaufen, ok, kostet Summe xy. Wollt ihr nicht, kein Problem bauen wir ab.
Genau dabei entsteht das Risiko von Unterbrechungen, was die Landesmedienanstalten wohl erkannt haben. Eine 2. neue Antenne kann mangels Platzes am Mast nicht parallel installiert werden. Hoeltigbaum in Hamburg ist da ein Sonderfall, wenn man mal so die Senderfotos von Grossendeanlagen durchgeht.
Die Frage ist, kann ein Privatunternehmen gezwungen werden, etwas zu billiger verkaufen anstatt es einfach abzubauen, wenn das Unternehmen keinen Vertrag mit einem Kunden hat, was es zum weitersenden verpflichten wuerde?
Das ganze hat, sollte es so laufen, sicher moralisch gesehen schon auch den Beigeschmack von Erpressung oder eben dem Ausnutzen einer sehr guten Verhandlungsposition.

von Nordlicht2 - am 05.06.2017 17:02
WIe war das den in den Niederlanden als Zerobase kam und viele Sendemasten umgerüstet wurden. Komplett andere Antennensysteme etc.? Ich vermute mal, wenn der Fall auftritt ein neues Antennensystem aufzubauen, ist doch schon geschehen z.B. auch in Baden Württenberg, werden doch irgendwie Notantennen angebracht über denen dann die Programme laufen.

von DJ Taifun - am 05.06.2017 17:08
In den Niederlanden ist es ueblich Antennen einfach ineinander zu bauen. Da nimmt man es mit den Strahlungsdiagrammen nicht ganz so genau.:D

Notantennen sind sicher eine Loesung. Deren Montage, Verkabelung und Demontage kostet aber auch wieder extra Geld, das man dann auch gleich der MB geben koennte. Ausserdem ist das, je nachdem um wieviele Standorte es sich in welcher Zeit handelt, nicht unbedingt durchfuehrbar. Das genau wird wohl Teil der Regulierung sein, die den durchgehenden Sendebetrieb garantieren soll. Nur auf welcher rechtlichen Grundlage?

von Nordlicht2 - am 05.06.2017 17:17
Sind die Krummendorf-Sender von R&S inzwischen teilweise arbeitslos geworden durch Wechsel zu Wettbewerbern?

Ähnliches dürfte u.a. in Thüringen am Inselsberg passiert sein. Wenn ich jetzt nicht alles durcheinanderhaue, wurden dort auch vor nicht allzu langer Zeit uralte Köpenick-Sender durch neue R&S ersetzt. Nun sind da oben aber 2 Programme, die wohl bei Wettbewerbern sind. AThü auf jeden Fall (Divicon), bei der Landeswelle vermute ich Uplink. Stehen da nun neue Sender ungenutzt herum?

Luftkühlung ist erstmal nur "moderner", wenn man das ganze so betrachtet: keine Klempnerei beim Anschluss und keine Sauerei im Fehlerfall. Das wars dann aber auch. Die Kisten sind laut und der Kühlungsaufwand wird auch nur verlagert - nämlich in den Betriebsraum. Das muß nun dessen Klimatisierung wegstecken und da dürfte die Deutsche Funkturm auch mitzureden haben. Unbegrenzt weitere Last auf die Raumklimatisierung zu packen geht auch nicht.

Zitat
Nordlicht2
Die Sender sind immer als N+1 aufgebaut.


Wenn du als Betreiber nur eine Frequenz am Standort hast (auch da sist ein Unterschied zu früher, wo alles in einer Hand war und am Ende der Reihe mit Schränken die Redundanz-Anlage stand), wird aber aus N+1 eben 1*1 = 2. Und so wird dann auch gebaut von den neuen Playern am Markt. Geht gar nicht anders. Offenbar rechnet es sich trotzdem für die Programmanbieter.

Zitat
Nordlicht2
Die Frage ist, kann ein Privatunternehmen gezwungen werden, etwas zu billiger verkaufen anstatt es einfach abzubauen, wenn das Unternehmen keinen Vertrag mit einem Kunden hat, was es zum weitersenden verpflichten wuerde?


Aus meiner Sicht kann man das nicht - deshalb haut Freenet ja auch bei UKW in den Sack.

Zitat
Nordlicht2
In den Niederlanden ist es ueblich Antennen einfach ineinander zu bauen. Da nimmt man es mit den Strahlungsdiagrammen nicht ganz so genau.:D


Unsere Freunde im Nordwesten nehmen es auch mit der Kabelanschließerei nicht ganz so genau...

https://www.youtube.com/watch?v=zLFAeMZzZKw

und mit der Statik auch nicht. Solange es dabei keine Menschenleben zu beklagen gibt, ists immerhin jedes mal wieder hoher Unterhaltungswert.

https://www.youtube.com/watch?v=VmLEF8FAWOI

von Chris_BLN - am 05.06.2017 18:46
Zitat
Chris_BLN
Eine neue Antennenanlage gab es immerhin in der 40-KW-ERP-Klasse - für Asterradio 106,8 am Standort HH-Rahlstedt, die hast Du ja selbst erwähnt. Da wäre die Nutzungsgebühr für die MB-Antenne viel zu teuer gewesen, vgl. https://www.radioeins.de/programm/sendungen/medienmagazin/radio_news/beitraege/2017/alsterradio.html .

Ich möchte noch den Sender Langenburg in Baden-Württemberg ergänzen, an dem für Antenne 1 eine neue Antennenanlage installiert wurde, weil die Nutzung der bisherigen MB-Anlage zu teuer war.
Sind immerhin 50kW ERP.
http://www.radiowoche.de/einzigartige-neue-antenne-am-antenne-1-senderstandort-langenburg-1001-mhz/

von Habakukk - am 06.06.2017 08:10
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.