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Media Broadcast will sich von UKW-Geschäftsfeld trennen

Startbeitrag von Sebastian Dohrmann am 15.02.2017 07:39

So berichtet es radioszene.de.

Offenbar will MB sämtliche UKW-Sender und -Antennen verkaufen.

Die 50 interessantesten Antworten:

Link zu Divicon: http://diviconmedia.com/#1

-------------------------

Der Wettbewerb gegen MB hat ´bereits im Januar 2016 begonnen. Der andere Hauptwettbewerber UPLINK Network GmbH betreibt inzwischen über 150 UKW-Frequenzen bzw. hat über 10% Marktanteil.

News von UPLINK Network GmbH: http://www.uplink-network.de/blog/

Hinter Uplink stehen u.a. der frühere Postminister Christian Schwarz-Schilling sowie Helmut Markwort.

http://www.uplink-network.de/unternehmenfuehrung/

Interview des Fachdebattenportals Meinungsbarometer.info mit dem Geschäftsführer der UPLINK Network GmbH, Michael Radomski im August 2016:

>> Die Marktöffnung läuft gut an. UPLINK hat bereits mehrere z. T. landesweite Rundfunknetze umstellen können, u. a. in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. In den ersten 12 Wochen des Jahres haben wir 100 UKW-Sender umgestellt, insgesamt bislang knapp 150 – bis auf 2 Sonderfälle halten wir dafür auch direkt die Frequenzzuteilungen. > Es gibt etwa 2.900 UKW-Frequenzen in Deutschland, davon werden aktuell schätzungsweise 1.350 Frequenzen noch von Media Broadcast, etwa 150 von UPLINK, knapp 120 von weiteren neuen Anbietern, teilweise auch im Eigenbetrieb, verantwortet. Die übrigen knapp 1.300 Frequenzen werden von den Landesanstalten der ARD und durch Einzelbetreiber ausgesendet. > Die Übernahme des Sendernetzbetriebs von 24 UKW-Frequenzen im NRW-Lokalfunk durch die UPLINK NETWORK GmbH ist am vergangenen Freitag, den 8. Juli erfolgreich und störungsfrei abgeschlossen worden. Seit Mitte Mai 2016 wurden sukzessive die UKW-Frequenzen aus den Sendegebieten Düren, Euskirchen, Leverkusen, Neuss, Ennepe-Ruhr, Hagen, Hochsauerlandkreis und Borken vom bisherigen Sendernetzbetreiber MEDIA BROADCAST zum neuen Vertragspartner UPLINK NETWORK übertragen.

von Manfred Z - am 15.02.2017 09:33
Hier ist eine wesentlich ausführlichere Meldung mit Kommentierung von W&V::

http://www.verlag.wuv.de/medien/media_broadcast_verkauft_ukw_netz

Kommentar von Uplink am Ende der Meldung:

>> Die Entwicklung zeigt, wie schwer es für einen ehemaligen Monopolisten ist, sich in so kurzer Zeit an den Wettbewerb zu gewöhnen. Der Markt wurde ja erst im letzten Jahr liberalisiert. Interesse an der Übernahme von Sendestandorten besteht auf jeden Fall. Über Einzelheiten der Größenordnung und Finanzierung kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Nur soviel: Uplink wird die UKW-Grundversorgung langfristig sicherstellen. > MEDIA BROADCAST ordnet Geschäftsfelder neu

Köln, 15. Februar 2017 – MEDIA BROADCAST hat ihre Geschäftsfelder im Hinblick auf die Herausforderungen der Digitalisierung und ihre zukünftigen Erträge analysiert und neu bewertet. In diesem Zusammenhang hat sie beschlossen, sich auf digitale Wachstumsfelder und Serviceleistungen zu konzentrieren. Deshalb wird sich das Unternehmen bis zum 30. Juni 2018 von seinen analogen UKW-Antennen und -Sendern trennen. Für die Hörer von UKW-Programmen ändert sich durch dieses Verfahren nichts. Alle Programme können wie bisher empfangen werden.

Wolfgang Breuer, CEO der MEDIA BROADCAST, sagt zu diesem Schritt: „In Zukunft werden wir gemeinsam mit unserer Eigentümerin der freenet Group, eine klare Digital-Strategie verfolgen. Hierzu gehören insbesondere die Wachstumsfelder DVB-T2 HD und DAB+ als digitale Technologien zur TV- und Radio-Verbreitung. Wir werden auch nach der Trennung von unseren UKW-Infrastrukturen weiter Serviceleistungen im Bereich von Sendertechnik, Antennenwartung und Netzdienstleistungen anbieten. Somit bleiben wir für unsere Kunden auf allen Geschäftsfeldern ein verlässlicher Partner. Bestehende Verträge mit Sendern werden wir natürlich erfüllen.“

Ein störungs- und unterbrechungsfreier Sendernetzbetrieb sowie ein reibungsloser Übergang hat höchste Priorität für MEDIA BROADCAST. Deshalb sieht das Unternehmen folgenden geordneten und transparenten Veräußerungsprozess für die UKW-Infrastrukturen vor:

-- Um der besonderen Verantwortung gegenüber bestehenden Kunden gerecht zu werden, wird MEDIA BROADCAST in den nächsten Wochen mit allen Nutzern der UKW-Antennen und -Sender sprechen, die daran interessiert sind, diese zu übernehmen.
-- Wird dies von den Nutzern nicht gewünscht, wird MEDIA BROADCAST in der zweiten Jahreshälfte 2017 die UKW-Antennen und -Sender in einer offenen Auktion mit einem Mindeststartpreis anbieten.
-- Nach dem Verfahren nicht mehr benötigte UKW-Antennen und -Sender werden abgebaut.

Bereits in der Vergangenheit ist MEDIA BROADCAST von verschiedenen Seiten angesprochen worden, ob sie UKW-Infrastrukturen verkaufen möchte. MEDIA BROADCAST geht daher davon aus, dass genügend Interessenten zur Verfügung stehen.

von Manfred Z - am 15.02.2017 09:51
Meinungsbarometer:

>> UPLINK WILL UKW-GRUNDVERSORGUNG ÜBERNEHMEN
Erster Sendernetzbetreiber drängt in aufgegebenes Geschäftsfeld der Media Broadcast

Nach dem Paukenschlag, dass die Media Broadcast ihre UKW-Sendernetze bis 2018 abgibt, stehen die Bewerber um das Erbe des einstmaligen Monopolistens bereits Schlange. Wie Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH, exlusiv in der Debatte auf Meinungsbarometer.info sagte, "treten wir an Stelle der Media Broadcast gerne in die Pflicht, die deutsche UKW-Grundversorgung langfristig sicherzustellen". Denn UKW sei überhaupt kein Auslaufmodell. Vielmehr ließe sich mit UKW nach wie vor als großer Betreiber gutes Geld verdienen. > SENDERNETZBETREIBER WARNT VOR DIGITALRADIO-MONOPOL
Warum die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden dürfen

Der Sendernetzbetreiber DIVICON MEDIA sieht UKW auf absehbare Zeit nicht als Auslaufmodell an. "Deshalb investieren wir auch weiter in innovative Lösungen – sozusagen in UKW 2.0." Das sagt Mike Lehmann, Sprecher der Geschäftsführung DIVICON MEDIA. Gleichzeitig werde aber auch DAB+ weiter wachsen, weshalb wir uns auch hier engagieren. Enorm wichtig sei jetzt schon, "dass wir alle – und ich spreche da Radioveranstalter, Dienstleister und Regulierungsbehörden an – nicht euphorisiert von der Abschaffung eines UKW-Monopols sehenden Auges bei DAB+ in das nächste Monopol geraten." > MEDIA BROADCAST WEIST RUF NACH DAB+ REGULIERUNG ZURÜCK
Unternehmen widerspricht Vorwurf des verantwortungslosen Handelns

MEDIA BROADCAST hat ihre Geschäftsfelder im Hinblick auf die Herausforderungen der Digitalisierung neu bewertet und den Ausstieg aus den UKW-Geschäftsfeld bis zum 30. Juni 2018 angekündigt. Den Vorwurf des verantwortungslosen Handelns gegenüber den Nutzern und Radiobetreibern widerspricht der Sendernetzbetreiber. Genauso entbehre der geäußerte Ruf nach Regulierung von DAB+ jeglicher Grundlage, so Holger Meinzer, Chief Commercial Officer B2B (CCO B2B) MEDIA BROADCAST.

von Manfred Z - am 19.02.2017 15:31
Zitat
Habakukk
Die Privaten sind ja das eine, aber wer übernimmt eigentlich die vielen vielen Sender des Deutschlandradios? Ist hier vielleicht gerade im Bereich der vielen Funzeln evtl. mit Veränderungen zu rechnen?


Werden wir abwarten müssen. Man wird da gewiss derzeit gemeinsam am Tisch sitzen und die Szenarien durchgehen. Von Komplettübernahme bis Aufgabe von Funzelstandorten.

Auch das Zuführungsthema wird ja dann interessant. Derzeit wird DLF / DKultur über 23,5° Ost zugeführt, auf 2 unterschiedlichen Wegen. Nun hat DigiAndi ja festgestellt, daß DKultur auf dem neuen Schmalbandtransponder mit 384 kbps als zweiter Stream aufgetaucht ist. Ob das bereits eine Folge der aktuellen Entwicklung ist oder schon länger geplant war - keine Ahnung. Ob ein ggf. anderer Betreiber diese Vorleistung der Media Broadcast nutzen wird (dann wird es bizarr, der Receiver gehört der MB, das was dahinter kommt aber wem anderes) oder einen anderen Zuführungsweg schalten wird, wird spannend.

Zitat
Thomas (Metal)
Zwei Fragen:
Warum soll eine Antenne schlecht sein die nur abgeschrieben und/oder alt ist? Mein Standpunkt zur Ressourcenschonung sagt mir derartiges grundsätzlich weiter zu betreiben.


Ressourcenschonung interessiert fast niemanden, solange die Branche nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht oder sogar direkt mit solchen Themen punkten kann. Die einzige Ressource, die geschont bzw, vermehrt werden soll, ist das Kapital. Wir leben im Kapitalismus, es sollte niemanden verwundern.

Solange Antennen mechanisch auf mehrere Jahre noch die Stabilität eines Neuproduktes erwarten lassen und die elektrischen Verbindungen fehlerfrei sind, würde ich sowas auch nicht wechseln. Ich vermute, es geht teils ums Prinzip, man will einen "besenreinen" Antennenträger und die Rückbaukosten soll die MB tragen (statt noch Geld zu bekommen). Andererseits könnten auch Haftungs-Themen eine Rolle spielen. Beim Verkauf müßte die MB wohl gewisse Gewährleistungen geben, was das Thema noch komplizierter macht.

von Chris_BLN - am 03.03.2017 12:29
Inzwischen mischen sich auch die Medienanstalten in den Streit mit Media Broadcast ein. [Die Mitbewerber wollen für die Übernahme der überwiegend abgeschriebenen Sendeanlagen und Antennen nur den Schrottwert bezahlen.]

Aus der PM zur Sitzung des Medienrates der SLM vom 22. Mai 2017:

>> Positionierung des Medienrates der Sächsischen Landesmedienanstalt zum angestrengten Verkauf der UKW-Infrastruktur durch den Netzbetreiber Media Broadcast

Der Medienrat der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) hat sich in seiner Sitzung am 22. Mai 2017 mit dem angestrengten Verkauf der UKW-Infrastruktur durch den Netzbetreiber Media Broadcast befasst. Er stellt hierzu fest, dass ein etwaiger Eigentumsübergang keinesfalls zu Sendeunterbrechungen führen darf. Sollte es in der zweiten Phase zur Versteigerungen von Sendeanlagen kommen, ist die Sächsische Landesmedienanstalt zwingend zu beteiligen. Ein Verlust lokaler Versorgung kann nicht hingenommen werden. Abschließend weist der Medienrat alle potentiellen Investoren darauf hin, dass über die Programme, die von den Sendern abgestrahlt werden, die Sächsische Landesmedienanstalt entscheidet. > Mitteldeutsche Landesmedienanstalten begrüßen die Forderung der Länder nach Regulierung beim geplanten UKW-Sendernetzverkauf der Media Broadcast GmbH --
Forderung nach Zugangsregulierung und unterbrechungsfreier Rundfunkversorgung


Die Arbeitsgemeinschaft der drei mitteldeutschen Landesmedienanstalten (AML) – Medienanstalt Sachsen-Anhalt, Thüringer Landesmedienanstalt und Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien betonen, dass der angestrengte Verkauf des UKW-Sendernetzes die bestehende und von privaten Radioanbietern mit aufgebaute angebots- und meinungsvielfältige Radiolandschaft nicht gefährden darf und insbesondere die unterbrechungsfreie Versorgung der Bevölkerung mit Hörfunk gewährleistet bleiben muss.

Die AML bedauert, dass private Radioveranstalter durch den engen Verkaufszeitplan der Media Broadcast kaum in der Lage sind, die für den Erwerb des UKW-Sendernetzes notwendigen betriebswirtschaftlichen Bewertungen und Berechnungen vorzunehmen und auch keinen zeitlichen Vorlauf für eine finanzielle Vorsorge haben.

Sofern es zu keinen Kaufverträgen mit den Rundfunkveranstaltern kommt und der Verkauf durch „offene Auktion mit einem Mindeststartpreis“ erfolgt, erwartet die AML, dass dabei sowohl auf die Bindung der Senderanlagen zur Verbreitung der von den Landesmedienanstalten zugewiesenen Radioprogramme als auch auf weitere regulative Vorgaben hingewiesen wird.

Vor diesem Hintergrund begrüßt die AML die Aufforderungen des Vorsitzlandes der Rundfunkkommission an die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt, den Verkaufsprozess regulativ zu begleiten und insbesondere eine auf den einzelnen Senderstandort bezogene telekommunikations- und auch kartellrechtliche Marktbetrachtung/Zugangsregulierung zu prüfen.

Ergänzend bittet die AML die Bundesnetzagentur zu prüfen, wie im Rahmen des Frequenzzuteilungsverfahrens die Sicherstellung des Sendernetzbetriebs auch während der sich abzeichnenden längeren Vertragsverhandlungen zwischen den Veranstaltern und potentiellen Erwerbern gewährleistet werden kann.

von Manfred Z - am 04.06.2017 06:53
Zitat
Nordlicht2
Auch wird vielleicht befuerchtet, dass auf Grund der absehbaren Restlaufzeit fuer UKW keine Investitionen mehr getaetigt werden, was zu Ausfaellen fuehren koennte.


Da hätte den Landesmedienanstalten doch ein Blick auf ihre eigenen großen Privatprogramme genügen können, um zu sehen, daß sehr wohl investiert wird. Die neuen Dienstleister bauen komplett neu mit neuen Zuführungsstrecken, Codecs, RDS-Codern, Sendern und Filtern und legen dabei vieles auch noch 1+1-redundant aus (N+1-Redundanz wird halt bei N=1 zu genau dem) - bis hin zum Leistungssender der 100-kW-ERP-Klasse. Einer der dies beauftragenden Privatsender wirkt auf mich glücklich mit dieser Lösung, es wäre kundennäher, transparenter und zuverlässiger als beim einstigen Monopolisten, der es offenbar kraft seiner Monopolstellung mit diesen Punkten nicht allzu genau nahm.

Angst könnte ich mir vielleicht an der Stelle vorstellen, daß man um die wenigen Funzeln mit Bürgerfunk etc. fürchtet. Das, was da gefordert wird, könnte im Notfall die Tür zum Konstrukt "Anlagen im Besitz der Medienanstalten, die die Wartung dann bei wem-auch-immer (Freenet?) beauftragt" offenhalten. Andererseits hörte ich aus Bürgerfunk/OK-Kreisen schon vor Jahren die Befürchtung, man könne von der LMA ins Internet abgeschoben werden. Ja, wa swollen sie künftig mit den Bürgerfunkern eigentlich machen?

Zitat
Nordlicht2
Weiterhin besteht so ein UKW Netz auch aus Zufuehrungsleitungen, die nicht mitverkauft werden koennen, da sie ueber das MB eigene Datennetz laufen. Die Zufuehrung muss dann vom Kaeufer gemietet oder neu aufgebaut werden.


...was z.B. intern bei einem Programmveranstalter auch als "stabiler und klanglich besser" sowie offenbar auch kostengünstiger gefeiert wurde als die bisherige MB-Lösung. Aufgebaut wurde da eine neue IP-basierte Anbindung mit 384 kbps eAPTX und 64 kbps HE-AAC via Einwählverbindung als Backup. Erreicht werden mußten u.a. Standorte, die man wegen ihrer Bedeutungslosigkeit (teils 1-Frequenz-Standorte, keiner mit nennenswert Sendeleistung) zuvor via Sat und noch früher via DAB (!) gespeist hatte. Man kommt also wenn man will auch in entlegene Winkel und es scheint sich zu rechnen.

Zitat
Nordlicht2
Bisher haben sich MB Mitbewerber die Rosinen rauspicken koennen und bestehende Infrasruktur zum regulierten Preis mitnutzen koennen. Bei einem kompletten Verkauf sieht die Rechnung hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, fuer den Kaeufer natuerlich ganz anders aus.


...was inzwischen ja schon sogar zu neu gebauten Antennenfeldern geführt hat. Offenbar war nichtmal das eine Verzweiflungstat.

von Chris_BLN - am 04.06.2017 20:46
Sind die Krummendorf-Sender von R&S inzwischen teilweise arbeitslos geworden durch Wechsel zu Wettbewerbern?

Ähnliches dürfte u.a. in Thüringen am Inselsberg passiert sein. Wenn ich jetzt nicht alles durcheinanderhaue, wurden dort auch vor nicht allzu langer Zeit uralte Köpenick-Sender durch neue R&S ersetzt. Nun sind da oben aber 2 Programme, die wohl bei Wettbewerbern sind. AThü auf jeden Fall (Divicon), bei der Landeswelle vermute ich Uplink. Stehen da nun neue Sender ungenutzt herum?

Luftkühlung ist erstmal nur "moderner", wenn man das ganze so betrachtet: keine Klempnerei beim Anschluss und keine Sauerei im Fehlerfall. Das wars dann aber auch. Die Kisten sind laut und der Kühlungsaufwand wird auch nur verlagert - nämlich in den Betriebsraum. Das muß nun dessen Klimatisierung wegstecken und da dürfte die Deutsche Funkturm auch mitzureden haben. Unbegrenzt weitere Last auf die Raumklimatisierung zu packen geht auch nicht.

Zitat
Nordlicht2
Die Sender sind immer als N+1 aufgebaut.


Wenn du als Betreiber nur eine Frequenz am Standort hast (auch da sist ein Unterschied zu früher, wo alles in einer Hand war und am Ende der Reihe mit Schränken die Redundanz-Anlage stand), wird aber aus N+1 eben 1*1 = 2. Und so wird dann auch gebaut von den neuen Playern am Markt. Geht gar nicht anders. Offenbar rechnet es sich trotzdem für die Programmanbieter.

Zitat
Nordlicht2
Die Frage ist, kann ein Privatunternehmen gezwungen werden, etwas zu billiger verkaufen anstatt es einfach abzubauen, wenn das Unternehmen keinen Vertrag mit einem Kunden hat, was es zum weitersenden verpflichten wuerde?


Aus meiner Sicht kann man das nicht - deshalb haut Freenet ja auch bei UKW in den Sack.

Zitat
Nordlicht2
In den Niederlanden ist es ueblich Antennen einfach ineinander zu bauen. Da nimmt man es mit den Strahlungsdiagrammen nicht ganz so genau.:D


Unsere Freunde im Nordwesten nehmen es auch mit der Kabelanschließerei nicht ganz so genau...

https://www.youtube.com/watch?v=zLFAeMZzZKw

und mit der Statik auch nicht. Solange es dabei keine Menschenleben zu beklagen gibt, ists immerhin jedes mal wieder hoher Unterhaltungswert.

https://www.youtube.com/watch?v=VmLEF8FAWOI

von Chris_BLN - am 05.06.2017 18:46
BMT will UKW-Netz in Bayern kaufen.

Aus der Rede von BLM-Präsident Schneider auf den Lokalrundfunktagen 2017 in Nürnberg:

>> ... die Ergebnisse der FAB [d.h. Funkanalyse BY], die gleich im Anschluss von Kantar TNS vorgestellt werden, belegen, dass sich der lokale Rundfunk trotz eines weiter zunehmenden Wettbewerbs erfolgreich behauptet. Dennoch liegen eine Reihe von sehr ernst zu nehmenden Herausforderungen vor uns. Im Hörfunk ist das vor allem der bevor­stehende Verkauf der UKW-Sendeanlagen durch die Media Broadcast. Wie Sie wissen, hat die Media Broadcast Mitte Februar bekannt gegeben, dass sie sich von allen UKW-Anlagen in Deutschland bis 30.6.2018 trennen will, d.h. bis dahin muss der UKW-Sendebetrieb in ganz Deutschland und damit auch in Bayern neu organisiert werden.

In der ersten Phase des Verkaufsprozesses konnten die heutigen UKW-Kunden bis Ende Mai Angebote für die von Ihnen genutzten Sendeanlagen abgeben. In Bayern ist die BMT der einzige Kunde und hat fristgerecht ein Angebot eingereicht. Auch wenn wir in DAB+ die Zukunft des terrestrischen Rundfunks sehen, müssen wir für die nächsten Jahre die heutige UKW-Senderstruktur sichern. UKW wird auch in den kommenden Jahren die Basis des wirtschaftlichen Erfolgs für die privaten Hörfunk-Anbieter in Bayern bleiben. Weitere Ziele sind, angemessene Preise und einen unterbrechungsfreien Betrieb sicherzustellen. Dem Angebot der BMT sind intensive Gespräche, u.a. mit den Verbandsvertretern der bayerischen Hörfunkanbieter vorausgegangen. Eine entscheidende Bedingung für die BMT ist, dass die Anbieter bereit sind, mit ihr für den UKW-Sendernetzbetrieb Verträge über fünf Jahre abzuschließen.

Die erste Verhandlungsrunde mit der Media Broadcast hat bereits stattgefunden. Beide Seiten sind bemüht, eine akzeptable Lösung zu finden. Aber die Verhandlungen können auch scheitern. In einem solchen Fall würde die Media Broadcast in einer zweiten Phase die Sendeanlagen in einer Auktion europaweit versteigern. Mehr lässt sich im Augenblick dazu nicht sagen. Klar ist, dass wir uns in den kommenden Wochen auf weitere schwierige Verhandlungen einstellen müssen.

In dieser Situation ist es erfreulich, dass laut aktueller FAB mittlerweile 20 Prozent der Personen ab 14 Jahren in Bayern über ein Digitalradio-Gerät verfügen, ein Wert, der sich seit dem vergangenen Jahr annähernd verdoppelt hat. ...

von Manfred Z - am 04.07.2017 13:59
Es spielt durchaus eine Rolle, an wen die "alten" Antennen nun gegangen sind, v.a. wie dieser neue Mitspieler kuenftig gedenkt, seine Tarife je Antennenanlage zu gestalten, immerhin wird aktuell trotz neuer Sendernetzbetreiber und tlw. neuer Sender ja weiterhin fleissig ueber die alten Antennen gesendet, eben im Rahmen der "Antennenmitbenutzung".

Wir haben ja bereits vergangenes Jahr gesehen, dass ueberzogene Tarife fuer die Antennenmitbenutzung durch die MB die neuen Sendernetzbetreiber tlw. dazu gebracht haben, eigene Anlagen aufzubauen, z.B. HH-Hoeltigbaum fuer die 106,8, oder Langenburg fuer die 100,1.

Sollte die Preisgestaltung durch die Milaco da also zu sehr ausufern, kann ich mir durchaus vorstellen, dass wir das heuer/die naechsten Jahre noch oefter sehen werden, dass neue Antennenanlagen installiert werden, oder dass vielleicht dort, wo es sinnvoll ist, vielleicht auch auf ARD-Standorte ausgewichen wird. Wenn ich z.B. an Heidelberg-Koenigstuhl denke, koennte die 50kW-Frequenz von Radio Regenbogen genausogut auch ueber die SWR-Anlage laufen.

In jedem Fall werden wir wohl heuer die eine oder andere Veraenderung erleben, durchaus auch reichweitentechnischer Natur. Denn es gibt ja z.B. Standorte mit mehreren Frequenzen, an denen fuer jede Frequenz aufgrund unterschiedlicher koordinierter Diagramme je eine eigene Antennenanlage existiert. Da koennte es aus Kostengruenden auch passieren, dass man mit Leistung/Reichweite in bestimmte Richtungen runtergeht, um dafuer Antennenanlagen zusammenfassen zu koennen (also statt 300W gerichtet ploetzlich nur noch 50W rund, wenn man dafuer ueber die Rundstrahlantenne einer anderen Frequenz senden kann).

DIVICON und UPLINK werden sich auf diese Situation wohl vorbereitet haben, nachdem sie offenbar selber an den alten Antennenanlagen nicht interessiert waren. Mal sehen, was da heuer so passiert.

von Habakukk - am 18.01.2018 12:54
http://www.satnews.de/mlesen.php?id=46a1b63d936f05cc29c7127df8bc9d16
Zitat

Übersicht: Alle Käufer der UKW-Antennen von Media Broadcast im Überblick
Zwar gibt es keine pressemäßige Verlautbarung, aber es ist absehbar, welche Unternehmen im abgeschlossenen Verkaufsprozess (SatelliFax berichtete) Antennen von der Media Broadcast erworben haben. Dazu gehören laut einer Auflistung des Privatradioverbandes APR:

- die Audio Media Service Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG (AMS), Bielefeld
- die Niedersachsen Broadcast GmbH, Hannover
- die NiedersachsenRock21 GmbH & Co. KG, Hannover
- Radio RocklandPfalz GmbH & Co. KG, Mainz
- die SBW Sendernetzbetrieb Baden-Württemberg GmbH, Stuttgart
- Aeos Infrastruktur GmbH, Solingen
- Baum Broadcast GmbH i.G., Köln
- Deutsche UKW Infrastruktur- und Vermarktungs GmbH, Bad Kreuznach
- KIO Vermögensverwaltungs GmbH, München
- MILACO GMBH, Köln
- diverse private Lokalradios
- Landesmedienanstalten für nicht-kommerzielle Lokalradios

Laut früheren Angaben gehört auch das bayerische Unternehmen Bayerische Medien Technik (BMT) zu den Antennen-Käufern, wird jedoch vom APR nicht aufgeführt.

Eine Liste, wer welche Antenne erworben hat - als Ergänzung der Standort-/Frequenz-Liste aus dem Regulierungsverfahren der Bundesnetzagentur - gebe es nicht. Die Erwerber von Infrastruktur würden sich, so werde allgemein erwartet, unmittelbar mit den bisherigen Kunden der Media Broadcast in Verbindung setzen. Das sind entweder die Programmveranstalter, wenn direkte Endkundenverträge bestanden. Oder das sind die Senderbetreiber, die bislang Vorleistungen nachfragten.



http://www.satnews.de/mlesen.php?id=9357c3d39b9cc8e90528b865044d3587

Zitat

aeos energy kauft UKW-Antennen von Media Broadcast
Die Beteiligungsgsgsellschaft aeos energy aus Solingen hat von der Media Broadcast ein Paket von 120 UKW-Sendeantennen in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen erworben, unter anderem auf dem Berliner Alexanderplatz sowie in Wuppertal im Bergischen Land. Bis Ende März 2018 soll die Übergabe der technischen Anlagen erfolgen. Über die Konditionen der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Die bisherigen Geschäfstfelder der aeos energy sind Windenergie, Solarenergie und Immobilien.


von Habakukk - am 25.01.2018 12:14
Beim Fernsehen sind heute 30-40 Programme das Minimum was die Menschen empfangen können.
Analog gab es 6 Programme über Antenne, bei der Einführung von DVB-T steig die Anzahl der Programme auf 24 also das Vierfache.

Beim Hörfunk sind es in einigen Regionen gerade mal 10 Programme auf UKW zu empfangen, digital verdoppelt sich die Anzahl. So richtig überzeugen ist das nicht wirklich. In Bayern stellt sich keiner die Frage ob DAB+ Sinn macht, weil die Anzahl der Programme tatsächlich gestiegen ist.

TV:
analoges Fernsehen -> analoges Satellitenfernsehn -> DVB-S -> DVB-S2
analoges Fernsehen -> analoges Kabelfernsehen -> DVB-C ( -> DVB-C2)
analoges Fernsehen -> DVB-T -> DVB-T2

Die alte Technologie wurde nach einer Übergangszeit abgeschaltet, die neue Technik überzeugte durch mehr Vielfalt oder besseres Bild.

Es gab immer eine Diskussion, die nach einer Zeit abebbte. Das Produkt überzeugte die Konsumenten, sie investierten in neue Technik.
Beim Hörfunk gab es doch auch mehre Umstiege:

1. Mittelwelle + Langwelle + Kurzwelle (bis 1949)
2. Mittelwelle + Langwelle + Kurzwelle + Ultrakurzwelle bis 100 MHz
3. Mittelwelle + Langwelle + Kurzwelle + Ultrakurzwelle bis 104 MHz
4. Mittelwelle + Langwelle + Kurzwelle + Ultrakurzwelle bis 108 MHz (mit RDS)

Mittelwelle + Langwelle + Kurzwelle spielten zunehmen keine Rolle mehr und wurden langsam abgeschaltet. Der Parallelbetrieb dauerte aber immer viel zu lange. Die Hörer wurden nicht daran gewöhnt, dass alle paar Jahre etwas Neues kommt. Das wurde auch schlecht kommuniziert. Zwischen 1949 und 1995 war die neue Technik immer Abwärtskompatibel. DAB(+) macht da einen Bruch.

5. Ultrakurzwelle bis 108 MHz mit RDS + DAB
6. Ultrakurzwelle bis 108 MHz mit RDS + DAB oder Internetradio
7. Ultrakurzwelle bis 108 MHz mit RDS + DAB+ + Internetradio

Hier wird der Unterschied deutlich: Bei TV wagte man die Abschaltung, beim Hörfunk eben nicht. Man schleppt die alte Technik immer weiter. Das rächt sich jetzt.

Ich kann anderseits die Senioren verstehen. Sie vermissen ihr Schlagerprogramm. Ihnen hat man etwas genommen, den anderen Hörern ihr Lieblingsprogramm gelassen. Dann soll der MDR konsequent sein und allen Hörern etwas nehmen. Die Konsequenz wäre Zeitpartagierung auf UKW: Sputnik wird mit der Klassikwelle zusammengelegt und JUMP mit der Schlagerwelle. Stündlich wird gewechselt. Stündlich gibt es dann den Hinweis „Hören sie ohne Unterbrechung ihre mdr Schlagerwelle auf DAB+“. Der Intendant wird zwar nach einer Zeit gehen müssen, die Anzahl der DAB+-Empfänger wird auf jeden Fall steigen.

Vielleicht unterschätzen wir, dass viele Menschen sich ihren Empfänger auf dem Flohmarkt gekauft haben.

Chris, auch deine Eltern konsumieren nicht die Technik, sondern die Inhalte. Wenn die Inhalte stimmen, holt man sich die Technik, die zum Empfang nötig ist. Deine Eltern haben sich an die Inhalte gewöhnt. Chris, kauf deinen Eltern Amazon echo, dann müssen sie keine Fernbedienung lernen.

Ich weiß nicht was an einer Fernbedienung kompliziert sein soll. Eine Fernbedienung fürs Radio hat Tasten 0-9, da speichert man die Lieblingssender ab. Du suchst immer den Raum aus, wo es tatsächlich etwas umständlich sein kann. Fang doch mal mit den Empfängern in der Küche, dem Schlafzimmer (Radiowecker), dem Hobbyraum oder Büro an. Die Vorteile neuer Technik muss man erleben, nur die eigene Erfahrung überzeugt. Ich erlebe häufig ältere Menschen, denen die Kinder einreden, sie könnten etwas nicht. Kein Wunder, dass die Menschen es irgendwann mal glauben.

von Seltener Besucher - am 04.03.2018 00:38
Zitat
Seltener Besucher
Beim Fernsehen sind heute 30-40 Programme das Minimum was die Menschen empfangen können.
Analog gab es 6 Programme über Antenne, bei der Einführung von DVB-T steig die Anzahl der Programme auf 24 also das Vierfache.


In den DVB-T-alt-Regionen sind ca. 12 Programme das, was, was man empfangen konnte und auch noch kann. Ich kenne einige Leute, die hatten nur DVB-T (auch Akademiker mit Familie und Kindern). Da war nichts mit "30-40 Programmen". Und wenn dort auf DVB-T2 umgestellt wird (wie in Jena letztes Jahr bereits geschehen), sind es dann ca. 17 Programme, nämlich die Öffis. Die Privaten kosten ja extra, das Werbefernsehen will ja bezahlt werden.

Realität seit DVB-T2: Freunde in Jena (2 Familien mit Kindern) haben gar kein klassisches TV mehr, weil DVB-T ja nicht mehr geht und sie nicht einsehen, DVB-T2 anzuschaffen. Familie 1 ist damit komplett TV-frei, Familie 2 hat nun ein Tablet und streamt darauf ausgewählte Sendungen des KiKa für die 6-jährige Tochter (die auf manches nicht verzichten will) aus dem Internet.

Verwandte in Berlin (80, Jura-Professorin, Eigenheim, Geld spielt keine Rolle) nebst in der Wohnung untendrunter lebendem Sohn (prom.Jurist) hat DVB-T2 nachgerüstet am einzigen Fernseher des Hauses. TV leider bissl zu früh gekauft, deshalb nun externer Receiver. Könnte Freenet, haben sie aber nicht dazugenommen, da ist wohl nichtmal die Testphase benutzt worden.

Zitat
Seltener Besucher
Beim Hörfunk sind es in einigen Regionen gerade mal 10 Programme auf UKW zu empfangen, digital verdoppelt sich die Anzahl.


... und das je nach Anspruch der betroffenen Person mit Programmen, auf die sie gut und gerne verzichten kann, sprich: auf die sie nicht gewartet hat. Wer die Öffis hört und da "gehobenes" Programm, hat dann z.B. im MDR-Kerngebiet nur MDR Klassik zusätzlich - das lockt nicht viele hinter dem Ofen vor. Auf Sputnik, Schlagerwelt und die Dudler aus dem BuMu kann man ja verzichten.

Wer freilich Schlager und nichts als Schlager hören will, "verunendlichfacht" sich mathematisch gesehen in dieser Region: von Null auf 2 (MDR Schlagerwelt, Schlagerparadies).

So gibt es wieder keine einheitliche Aussage.

Zitat
Seltener Besucher
In Bayern stellt sich keiner die Frage ob DAB+ Sinn macht, weil die Anzahl der Programme tatsächlich gestiegen ist.


Lebte ich in Bayern, hätte ich in guter (!!!) UKW-Empfangslage auch nicht viel von DAB: Bayern 2 und BR Klassik bekäme ich via UKW, dazu ggf. den DLF auch. DLF Kultur wäre dann meist wohl das einzige für mich inzukommende Programm.

Auch hier sind Pauschalaussagen also nicht möglich.

Zitat
Seltener Besucher
TV:
analoges Fernsehen -> analoges Satellitenfernsehn -> DVB-S -> DVB-S2
analoges Fernsehen -> analoges Kabelfernsehen -> DVB-C ( -> DVB-C2)
analoges Fernsehen -> DVB-T -> DVB-T2

Die alte Technologie wurde nach einer Übergangszeit abgeschaltet, die neue Technik überzeugte durch mehr Vielfalt oder besseres Bild.


Sehe ich exakt auch so. Das ist aber nicht auf Radio übertragbar. Nur eine Minderheit der Radio-Nutzer wählt zwischen mehreren Programmen. Bei den meisten läuft über meist viele Jahre ein Programm, das irgendwann mal gewechselt wird, wenn es einen unpassenden Relaunch hat oder man "herausgewachsen" ist. Beim TV wird aber massiv gezappt. Da wird mit einer gewissen Vielfalt an Programmen ein Mehrwert verbunden.

Programmwechsel beim Radio kenne ich eigentlich nur von engagierten Kulturradio-Hörern oder von Radio-Freaks. Erstere sind für nur ca. 5% der Hörfunknutzung verantwortlich, letztere versammeln sich hier im Forum. ;)

Und DAB+ überzeugt eben meist nicht durch besseren Ton, sondern durch schlechteren. Der Unterschied zu gutem UKW-Empfang ist doch deutlich zu hören. Das ganze Geschabe und Geklirre von HE-AAC hat man dort nicht. Formal hat UKW den deutlich höheren Klirrfaktor, die deutlich schlechtere Kanaltrennung und das schlechtere S/N - in der Praxis konnte mich bislang nur BR Klassik auf DAB überzeugen. Was hier in Mitteldeutschland abgeht (MDR Kultur in 88 kbps HE-AAC und solche Schoten) kann man doch nicht ernsthaft als "Qualitätsverbesserung" anbieten. Das ist, als wäre man vom analogen TV auf 480 Zeilen und schwarzweiß zurückgegangen.

Und die modernen Audiogeräte, die vielleicht mit UHD-TV vergleichbar wären von der formalen Qualitätssteigerung her, nutzt man dann halt HighRes-Streaming und eben nicht das olle Radio.

Zitat
Seltener Besucher
Beim Hörfunk gab es doch auch mehre Umstiege:

1. Mittelwelle + Langwelle + Kurzwelle (bis 1949)
2. Mittelwelle + Langwelle + Kurzwelle + Ultrakurzwelle bis 100 MHz
3. Mittelwelle + Langwelle + Kurzwelle + Ultrakurzwelle bis 104 MHz
4. Mittelwelle + Langwelle + Kurzwelle + Ultrakurzwelle bis 108 MHz (mit RDS)


...wovon 1->2 eine drastische Qualitätssteigerung brachte und deshalb ein voller Erfolg war. 2->3 sowie 3->4 brachten viel später mehr Programme und lösten schon keine "Muss ich haben!"-Reaktion mehr aus. Die Geräte, die man in den Jahrzehnten nachkaufte, hatten dann halt den erweiterten Frequenzbereich. Teils waren sie viel eher im markt als die Angebote in diesem Bereich überhaupt starteten. 104-108 MHz startete so richtig erst seit 1990, da waren selbst in Ostdeutschland die Neugeräte schon seit einigen Jahren durchgängig bis 108 MHz tauglich.

Und Du hast Stereo vergessen, auch eine drastische Neuerung in den 60er Jahren, die nochmal den letzten qualitativen Meilenstein im terr. Hörfunk setzte und zu bewussten Neukäufen führte, zumindest bei den Wohnzimmeranlagen. Monoradios dudeln dafür bis heute an unterprivilegierter Stelle vor sich hin.

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Seltener Besucher
Die Hörer wurden nicht daran gewöhnt, dass alle paar Jahre etwas Neues kommt.


Es ist auch nicht nötig, dass immer was neues kommt - solange das Alte gut genug ist. Ich kann mich auch an keinen Fall eirnnern, in dem die Wasserleitungen in einem Haus vor ABlauf ihrer natürlichen Lebensdauer herausgerissen werden mussten (abgesehen von der Bleirohr-Sanierung), weil das Wasserwerk der Meinung war, nur noch neues "Wasser+" anzubieten, für das man neue Leitungen bauchte. Diese Wegwerf-und-Neumach-Mentalität ist auch nicht zukunftsfähig, sie ist "enkelfeindlich" und produziert nur irrsinnig Müllberge und verursacht Ressourcenverbrauch. Auch schafft sie Scheindebatten und Schein-Gefechte, die von den wirklichen Themen ablenken.

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Seltener Besucher
Hier wird der Unterschied deutlich: Bei TV wagte man die Abschaltung, beim Hörfunk eben nicht. Man schleppt die alte Technik immer weiter. Das rächt sich jetzt.


Das analoge terr. TV war bereits vor Einführung des ersten DVB-T mausetot. Gekillt durch die Vorteile, die Sat-TV (analog!) und Kabel-TV (analog!) boten: mehr Programme, oft besseres Bild. Beim Radio gab es keine Vorteile mehr seit der Einführung von UKW-Stereo, die die Menschen wirklich massenhaft zum Umstieg aus Eigeninitiative gebracht hätten. Sieht man an den auch heute noch beeinruckenden UKW-Nutzungszahlen. Das kann man gar nicht abschalten, wenn man noch ein kleinwenig Realitätsbezug wahren will.

Spannend wäre: was hätte Radio gebraucht, damit die Menschen von sich aus das neue System annehmen und das alte künftig missachten?

Ich behaupte: mehrheitlich bei dieser Realbevölkerung wäre gar nichts möglich gewesen: der UKW-Dudel reicht. Und reicht immer noch. Die Kulturfreunde haben sich genau wie beim TV andere Empfangswege gesucht und mit Sat und Kabel gefunden. Das sind Minderheiten.

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Seltener Besucher
Ich kann anderseits die Senioren verstehen. Sie vermissen ihr Schlagerprogramm. Ihnen hat man etwas genommen, den anderen Hörern ihr Lieblingsprogramm gelassen. Dann soll der MDR konsequent sein und allen Hörern etwas nehmen.


Hat er doch schon längst: es gibt im MDR-Gebiet seit Bestehen des MDR kein intelligentes, lebensbejaendes Radio mehr. Selbst MDR Kultur ist weitgehend eine dröge Plätscherwelle, über die anderen MDR-Wellen mit Ausnahme von MDR Aktuell hüllen wir mal den mantel des Schweigens.

Es gibt seit Ende von DT64 keine Sendungen mehr für Metal, Rock, Punk, Ska, Oi, Indie allgemein, Blues (in Thüringen einst sehr bedeutsam!), es gibt keine spannenden Wortsendungen mehr, es gibt keine intelligenten Magazinsendungen. Und nun halt auch keinen Schlagerdudel mehr.

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Seltener Besucher
Die Konsequenz wäre Zeitpartagierung auf UKW: Sputnik wird mit der Klassikwelle zusammengelegt und JUMP mit der Schlagerwelle. Stündlich wird gewechselt.


Sehr geil! Dann wäre der MDR nämlich weg vom Fenster. Die Mehrheit (ca. 85% der Radionutzung), von der derzeit noch ca. 35% beim MDR sind, würde komplett zu den UKW-Privaten wechseln. Jump-Hörer auf Antenne THüringen, PSR und SAW, auf Top40 und Energy und 89.0RTL. MDR-1-Hörer auf Landeswelle, R.SA und Radio Brocken.

Und die paar Kulturhörer wechseln auf DLF Kultur.

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Seltener Besucher
Chris, auch deine Eltern konsumieren nicht die Technik, sondern die Inhalte. Wenn die Inhalte stimmen, holt man sich die Technik, die zum Empfang nötig ist. Deine Eltern haben sich an die Inhalte gewöhnt. Chris, kauf deinen Eltern Amazon echo, dann müssen sie keine Fernbedienung lernen.


Meine Eltern haben einen internetfreien Haushalt. Also nix Amazon Echo. Und sie würden, wenn ich ihnen sagen würde, dass dieses Gerät ihre Stimme abhört und auswertet, ein Aufstellverbot verfügen. So geht es mir schon mit 40-jährigen, so geht es mir mit mir selbst und so ginge es mir mit meinen Eltern.

Aber es stimmt schon: es werden Inhalte genutzt. Deshalb sind im DVB-C-TV an einem Kabelnetz mit mehreren 100 Programmen nur ca. 3 Programme in Nutzung: Dienstag abend der NDR wegen "Visite", dazu Das Erste und MDR wegen des Videotext (den nutzt mein Vater bzw. nutzte, er kann es seit kurzem krankheitsbedingt nicht mehr) und einst auch MDR wegen des Thüringen Journal. Das wars dann auch beinahe schon in den vergangenen Jahren. Zu analogen Zeiten schaute mein Vater noch arte wegen Jazz-Sendungen, später interessierten ihn manche Kriegs-Dokus auf "ZDF irgendwas".

Im Küchenradio lief MDR Thüringen wegen der "Heimatnachrichten". Nach einigen Jahren hatten die ihr Soundprocessing so vergurkt, dass das verzerrte Gewummer meinem Vater nicht mehr akustisch verständlich war (er hörte fast stündlich Nachrichten). Ich sollte ein neues Radio kaufen, das vorhandene wäre kaputt. Ich wusste freilich, woran es wirklich lag, erklärte es ihm (er verstand es nur halb bzw. konnte es nicht nachvollziehen) und ich stellte den DLF ein. Seitdem ist das Thema erledigt. Als ich letztens mal am Senderknopf drehen wollte (Radio von ca. 1982), stellte ich fest: Skalentrieb festgeklebt, Skalenseil rutscht. DLF ist nun "Festsender". Reicht auch in der Küche.

Im Wohnzimmer habe ich in der Stereoanlage im Speicher DLF, DLF Kultur, Bayern 2, BR Klassik, MDR Kultur, MDR Klassik, hr 2, SWR 2, WDR 3, OE1, NDR Info, BR Heimat und MDR Aktuell. Zugriff über 2 Tasten hoch/runter. Fernbedienung wird nicht gebraucht, liegt nur herum. Einfacher gehts nicht, aber das kann schon nur noch Mutter bedienen, Vater (einst Hochfrequenzingenieur und Radiobastler) hat Angst vor neuer Technik und geht gar nicht erst ran.

Klang deutlich besser als alles, was hier auf DAB geht (UKW-Umsetzungen aus dem Radiotransponder, dazu DLF, DLF Kultur, MDR Kultur und MDR Aktuell terr. UKW-Umsetzungen). Kein Bedarf für Änderungen, zumal dieses Netz UKW nicht 2018 abschalten wird, es sei denn, Thüringen erlässt auch ein Radio-Enteignungs-Gesetz.

Das Foto hatte ich schonmal verlinkt:



Da noch irgendwas draufzustellen / anzuflanschen würde mir schon aus optischen Gründen verboten. Alleine diese Anlage war ein zäher Kampf. Die DDR-Eigenbau-Anlage meines Vaters, für die das Regal passgenau hergestellt war (wegen des Plattenspielers und der Holzbalkendecke war eine Anlagenaufstellung auf einem Sideboard nicht möglich) war nun platt, außer UKW ging nichts mehr. Ich musste lange suchen und selbst diese Version des mich technisch absolut nicht befriedigenden Project-Plattenspielers war eine Sonderedition, von der ich durch Zufall an ein Restexemplar direkt beim Vertrieb kam. Weiß gab es sie mit 78 UpM (Schellack-Sammlung!) und Phono-Pre nämlich sonst gar nicht.

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Seltener Besucher
Ich weiß nicht was an einer Fernbedienung kompliziert sein soll. Eine Fernbedienung fürs Radio hat Tasten 0-9, da speichert man die Lieblingssender ab. Du suchst immer den Raum aus, wo es tatsächlich etwas umständlich sein kann. Fang doch mal mit den Empfängern in der Küche, dem Schlafzimmer (Radiowecker), dem Hobbyraum oder Büro an.


Küche: Fernbedienung verdreckt und verfettet, ist alsbald nicht mehr benutzbar. Ok, programmiert man sich das Zeugs auf eine Seki-Care. Aber wo liegt die nun wieder? Unter dem Zeitungsstapel? Hinter dem geputzten Salat?

Und ohne Fernbedienung: hatte letztens wegen Verspätung in Leipzig etwas Aufenthalt und ging nach Jahren mal wieder in einen Elektrogroßmarkt (Saturn im Hbf). Erstal Schock wegen der vielen riesigen Fernseher und der dort heute möglichen Bilddynamik / Leuchtkraft. Sensationell - nur mit normalem TV ohnehin nicht qualitativ ausnutzbar. Dann nahm ich mir die umfangreiche DAB-Ecke vor. Ziel: mal nach nem in der Küche benutzbarem Radio schauen. Ich habe nichts gefunden. Lautstärke via Tipptasten (die genauso klein waren wie ein Dutzend weiterer Tasten, dazu auch mitten zwischen ihnen versteckt) oder Lautstärke via Multi-Select-Drehencoder. Alle Geräte mit Standby, teils mit Steckernetzteil. Ich erwarte von einem Küchenradio: Netzschalter mit vollständiger Netztrennung sowie soliden Drehknopf für die Lautstärke und ggf. 4-1 Speichertasten. ist das so schwer, liebe Geräteindustrie?

Schlafzimmer: dort sind wegen meiner Mutter netzstrom-betriebene Geräte verboten (sie hat Angst vor "Elektrosmog", meine Eltern sind auch massiv von Krankheiten gezeichnet). Das dortige Radio ist ein UKW-Sony mit abgebrochener Teleskopantenne, betrieben von 2 AA-Batterien, die monatelang auch Vaters Schwerhörigkeit beschallen. Und der Wecker ist separat. ;)

Hobbyraum: da steht meine alte SC1800, eingestellt auf MDR Kultur. Ein Druck auf den schwarzen Knopf links oben und es spielt. Und zwar "UKW perfekt", mitm Stück Draht. DAB klänge schlechter, es sei denn, ich würde mich auf DLF Kultur beschränken und die SC1800 als Verstärker nebst Lautsprechern dafür weiternutzen. Dann kann ich sie auch gleich als Tuner nehmen. Viel mehr Auswahl als MDR Kultur, DLF und DLF KUltur hätten wir da auch nicht. Wird auch nicht gewünscht.

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Seltener Besucher
Die Vorteile neuer Technik muss man erleben, nur die eigene Erfahrung überzeugt. Ich erlebe häufig ältere Menschen, denen die Kinder einreden, sie könnten etwas nicht. Kein Wunder, dass die Menschen es irgendwann mal glauben.


Ich erlebe ältere Menschen (seit vielen Jahren), denen ich einreden wollte, sie bräuchten für ihre kulturellen Ansprüche z.B. einen DVB-C-Receiver als Radio am ohnehin für TV genutzten Kabelnetz bzw. sie bräuchten ein Audiokabel vom ohnehin einst vorhandenen Satreceiver zur 50 cm daneben stehenden Stereoanlage. Oder sie bräuchten ein 3 m Antennenkabel zur Kabelanlage statt der verwendeten Wurfantenne. Und das wäre alles absolut einfach, ich stelle alles ein. Antworten: "zu aufwendig". "Lass mal, reicht mir.", "Lohnt nicht mehr, bin doch schon alt."

Da werden teils lieber Katastrophen-Lösungen statt was sinvollem Neuen bevorzugt. Die Nachbarin (damals 70) mit dem ollen kleinen Röhren-TV bekam nach weitgehender Analog-Abschaltung im April 2012 in diesem Netz nur noch Das Erste, ZDF und MDR. Ein jahr lang begnügte sie sich damit, obwohl ich sie ca. monatlich darauf hinwies, sich mal nen neuen TV mit DVB-C zu kaufen. Dann bestellte sie das parallel ins Haus eingeführte Kabel Deutschland: man drückte ihr das volle Abo auf inkl, Receiver und allen Zusatzprogrammen außer Sky. Im Haus gab es gar keine Verkabelung dafür, keinen Hausanschlussverstärker, nichts. Am HÜP endete das Kabel von KD. Und die Linie war in der Straße sowieso deaktiviert (wusste ich von Messungen im Haus gegenüber), da es niemand nutzte. Es wäre auch an OPAL rangeflanscht gewesen, bei 470 MHz zuende und damit sogar viele Öffis fehlend. Dafür hätte es das 3,5-fache gekostet. Den "guten Rat" hatten ihr Verwandte aus der Innenstadt gegeben, die kannten nichts anderes. Schnellstmöglich storniert, neuen TV gekauft, die ca. 30 freien relevanten Digitalprogramme eingestellt und sortiert - die Frau war glücklich.

Und in einem (!) Fall ist es mir geglückt, DSR nebst Verstärker und Lautsprechern in einen Haushalt zu bringen bei damals ca. 60-jährigen. Das stellte ihren Tagesplan komplett auf den Kopf: sie wurden Kulturradio-süchtig. Konzert zum Frühstück, Lesung am Vormittag, ... nach DSR-Aus dann Downgrade auf Kabel-UKW, dort glücklicherweise mit mehreren Kulturprogrammen, aber nicht sehr rauscharm. Das läuft seitdem bis heute so. Mehrere Versuche, sie schon des TV wegen auf Sat zu bringen, scheiterten: "zu aufwendig".

von Chris_BLN - am 04.03.2018 10:45
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2-0-8
Netzschalter mit vollständiger Netztrennung muss du dir selbst basteln, aber sonst finde ich das TechniSat DigitRadio 20 ziemlich nah an deiner Wunschliste. Das Steckernetzteil bleibt bei mir eiskalt. Drei Direktspeichertasten und eine, mit der man eine 10er-Speicherliste aufrufen kann. Ein Knopf für Lautstärke und einer für den Rest.


Besten Dank für den Hinweis! Das Radio sah ich tatsächlich im Laden, ich empfand die Tastenanordnung (Ein/Aus und die Speichertasten) so merkwürdig "willkürlich" - aber damit kann man sich vielleicht arrangieren. Es ist aber ein Unterbauradio. Wie klingt das denn, wenn man es einfach hinstellt (das wäre die Anwendung bei meinen Eltern)?

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Cha
Ich weiß nicht, warum Du UKW-Stereo als so großen Meilenstein des terrestrischen Rundfunks heraushebst. Ehrlich gesagt kotzt mich Stereo auf UKW meistens ziemlich an. Auf meiner Stereo-Anlage schalte ich oft auf Mono, da mich das Stereo-Gezischel stört.


Mein Vater ist, seit er ca. 40 Jahre alt war, auf einem Ohr erkrankungsbedingt taub. Entsprechend brauchte er - eigentlich Musikliebhaber - nie Stereo und baute selbst die "Stereoanlage" in den frühen 1980er Jahren mit einem Mono-Radio und einem Mono-Kassettenrecorder auf. Nur der Plattenspieler war Stereo (und der Verstärker freilich auch), aber den Plattenspieler nahm ich als damaliger Westradio-Pophörer im jungen Teenie-Alter damals kaum wahr.

Dann stand ich, 12 Jahre alt, 1986 (?) bei meinem beim DDR-Rundfunk in der Hörspielproduktion arbeitenden Patenonkel in Ostberlin im Wohnzimmer und vor mir ein Sony-Tuner ST-JX5 nebst Verstärker TA-AX4, für die er im staatlichen DDR-An-und-Verkauf-Laden ("AV-Laden" könnte man auch ganz anders übersetzen entsprechend der dort gekauften Dinge) eine Summe hingeblättert hatte, die andere in ihr Auto steckten. Ich bekam Kopfhörer auf und zappte mich durch die damalige Berliner UKW-Landschaft. Irgendwo landete ich direkt im Anfang von "Forever Young" von Alphaville und bekam den Mund nicht mehr zu. Geil, geil, geil! Stereo! Haben wollen!

Und so blieb es bis heute. Radio doch bitte schon in Stereo. Meine ab 1987 in Stereo mit mieser Automatikaussteuerung und vor allem ab 1990 mit manueller Aussteuerung und DDR-Dolby-B-Nachbau aufgenommenen Kassetten belegen noch heute, dass selbst in Thüringen an einer nicht allzu kanalselektiven DDR-Gemeinschaftsantenne Stereoempfang ohne viel Rauschen möglich war.

Gezischel bekam ich erst, als ich als Schüler 1991 kurz vorm Abi im Rahmen eines Wohnheim-Umzugs nebst Zusammenzug mit meinem besten Schulfreund die SC1800 ins Wohnheim mitnahm und fortan mit einer Wurfantenne hören musste. Ausgerechnet DT64 ging kaum, da das Wohnheim vom Berg abgeschattet war und die Empfänge aus östlicher Richtung zu holen waren. Das war eine eklige Antennen-Fummelei. Daheim bei meinen Eltern lief inzwischen ein Pioneer F-656 an der Gemeinschaftsantenne und holte mir anständigen Empfang.

Mit Umbau der Anlage auf Kanalaufbereitung kam 1994 viel Frust durch Rauschen (!), auch auf den von Astra analog und später von ADR zugeführten Programmen. Da hörte ich aber bei meinen Eltern schon via Sat, Antenne im Sommer 1993 wegen MDR Sputnik an die Wand geschraubt. Der feine Pioneer-Tuner steht heute noch in Berlin in meiner Wohnung und hängt nun nur noch an einer Wurfantenne, da ich das KDG-Schrottkabel nie gebucht habe. Ich nutze ihn nicht mehr (Schande!), da ich ausschließlich via DVB-S höre. In meinem Elternhaus hatte ich irgendwann Sat wieder abgebaut, da DVB-C genug Auswahl bot (dBox 1) und ich nur noch selten dort war.

2015 hatte ich die Gelegenheit, das inzwischen mit viel DVB-S-Umsetzungen ergänzte UKW-Kabelangebot im Netz bei meinen Eltern umzubauen. Erst da wurde mir klar, woher die ganzen Jahre das Rauschen kam: miese Frequenzplanung mit massenhaft Eigenstörungen durch Intermodulation in den Tunern - zig Belegungen aufeinander folgend mit je 300 oder je 400 kHz Abstand. Ich habe das dann händisch so zurechtgefummelt, dass solche Probleme nicht mehr auftreten sollten. Eigentlich gibt es Planungssoftware für sowas, damit wären vielleicht noch bessere Belegungen machbar gewesen, aber für 44 Programme bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Es gibt kein Gezischel mit einer Onkyo CR-L5 (Foto oben), mit einem Studer A764, mit einem ollen polnischen "MC Watts" AS 641, mit dem Antennenmessgerät KWS AMA310 und wenn ich die HF entsprechend dämpfe auch nicht mit dem zickigen Sony ST-S361, der bei uns in der Kopfstelle als RDS-Kontrolltuner steht. Der räuschelt dann leider nur etwas mehr "statisch", zischelt aber nicht. Die STEREO hatte den mal für "sehr gut" befunden und zum Testsieger einer handvoll Tuner gekürt - entweder ist unserer im Frontend vergurkt oder der Test taugte nichts.

Hier ein Beispiel, Bayern 2 von Sat auf UKW umgesetzt am Studer A764. https://we.tl/zTt3kkxqhJ

Das Audio ist geschnitten, auch die Musik ist geschnitten (wollte die volle Dynamik zeigen, kann aber nicht mehr als 30 Sekunden Musik einbinden). Das ist UKW, in einem mit 44 Programmen gefülltem Kabelnetz. Wer es nicht glaubt: Audiospektrum anschauen, der 19-kHz-Pilotton ist drin. Mit einem einfacheren Onkyo CR-L5 ist es letztlich nahezu identisch, nur etwas weniger Brillanz in den Höhen und vielleicht geringst mehr Hintergrundrauschen.

Hier weitere UKW-Kabel-Beispielaufnahmen: https://we.tl/Dv6PkPtemJ

Wenn da was scheiße klingt (siehe das fiese Klirren bei egoFM oder der rotzige Gleichstrom-Sound bei Radio Eins), dann nicht wegen der UKW-Umsetzung, sondern wegen des Soundprocessings. Und SWR 2 hat beispielsweise kein UKW-Processing auf DVB-S, das muss man extrem vorsichtig aussteuern, sonst spuckt es. Also für UKW auch kein "ideales" Signal. Man bekommt es sauber, wenn man gründlich misst und pegelt. Ich hatte mir nen Pira-UKW-Analyzer geborgt, um den Hub unter Kontrolle zu halten.

Nun ist das Kabelempfang und kein terrestrischer Empfang, schon gar kein Mobilempfang. Für stationären Empfang empfehle ich freilich eine Richtantenne, so irgend möglich. Im Unterschied zu einer Kopfstelle hat man leider dabei Probleme, wenn man mehrere Senderstandorte anpeilen muss. Wir peilen 2 Senderstandorte an, ich will perspektivisch versuchen, den dritten, derzeit mit der zweiten Antenne mitempfangenen Standort separat zu versorgen, ggf. eine neue Antenne dafür tiefer an den Mast zu setzen in der Hoffnung, einen Störer 100 kHz neben einem Empfang besser ausblenden zu können.

Zitat
Cha
Radio Impuls (größter Privatsender in Tschechien) stellte vor etwa 2-3 Jahren alle seine UKW-Sender auf Mono um. Und das Programm ist nach wie vor das meistgehörte CZ.


Oh, heftig! Das wusste ich nicht. Hätte ich auch nie erwartet, dass sowas akzeptiert wird. Da konnten sie also paar wenige dB lauter senden...

Zitat
Cha
Etwas OT, aber da ich sowas schon öfter hier gelesen habe: Wie schafft man es eigentlich, bei den Radios ständig die Antenne abzubrechen? :confused:


In diesem Fall wohl dadurch, dass dieses Radio ca. 15 Jahre lang im Sommer im Reisegepäck an die Ostsee war und das restliche Jahr über zwischen Schlafzimmer und Keller (Bügelraum) hin- und hergeschleppt wurde. Die Antenne scheint intern nicht allzu solide befestigt zu sein. Sie wurde immer nur einen Stummel weit herausgezogen und ist nicht in sich, sondern im Bereich Scharnier / Befestigung im Gehäuse gebrochen. Ist so eins: https://www.radiomuseum.org/r/sony_icf_s22.html

Zitat
Cha
Gibt doch mittlerweile echt praktische Sachen: https://www.pearl.de/a-PX1832-1430.shtml


Grusel! Sowas hat mein Berliner Nachbar im Wohnzimmer-Schrank, offen sichtbar und leuchtend. Damit schaltet er dann manchmal seinen Vodafone-4-Tuner-Receiver aus. Klingt super, wenn dessen Festplatte notparkt. Aber immer noch besser, als die Kiste in Standby (nichtwissend, dass die Platte läuft) aus dem Schrank zu reißen... :D

Ich habe mehrfach sowas im Einsatz: https://www.buerklin.com/de/schuko-stecker-mit-schalter/p/05n933 - das Ding ist innen aufgebaut, als könne man damit einen Elektroschweiß-Trafo schalten. Und so klingt er auch beim Schaltvorgang. Trennt freilich 2-polig ab.

von Chris_BLN - am 04.03.2018 15:49
Nun sind schon 4 Antennenbesitzer aus der Frankfurter Erklärung ausgestiegen: KIO Vermögensverwaltungs GmbH, Deutsche UKW Infrastruktur- und Vermarktungs GmbH, Baum Broadcast GmbH i.G. und die Aeos Infrastruktur GmbH. Man schiebt Uplink und Divicon den schwarzen Peter zu.

http://www.radiowoche.de/ukw-infrasturkturbesitzer-verlassen-frankfurter-erklaerung/

Nun macht sich die Bundesnetzagentur langsam Sorgen, scheint aber derzeit keine Handlungsgrundlage zu haben:

http://www.satnews.de/mlesen.php?id=9dba91f62ede85a6406e2cdd0e6b1d2a

Zitat
satnews
[...] Der Beirat der Bundesnetzagentur sorgt sich um die Sicherung des fairen Wettbewerbs bei der UKW-Antennen(mit)benutzung. [...] Die bisherige Regulierung der Media Broadcast (Zugangsgewährung und Entgeltregulierung) greift nach dem Verkauf der Antennen "nicht mehr unmittelbar" - so die Einschätzung des Beirates.[...] Das bedeutet, dass die BNetzA sich kaum in der Lage sieht, zum 1. April 2018 eine Anordnung zu treffen, die auf der bisherigen Regulierung aufbaut. [...]
Der Beirat sieht, dass damit die Ziele der bisherigen - als positiv beschriebenen - Regulierung ins Leere zu laufen drohen. Er erkennt, dass die neuen Antenneneigentümer Entgelte deutlich über dem bisherigen Regulierungsniveau und mit Laufzeiten anbieten, die von den alternativen Betreibern als überhöht angesehen werden. [...]
Der Beirat äußert gegenüber allen Marktteilnehmern die Erwartung, die besonderen Belange des Rundfunks und die Interessen der Hörer zu berücksichtigen und eine unterbrechungsfreie Ausstrahlung der UKW-Hörfunkprogramme über den 31. März 2018 hinaus zu sichern. Die BNetzA soll Gespräche "mit Hochdruck" fortsetzen, um einvernehmliche Lösungen auf vertraglicher Grundlage zu ermöglichen. [...]


Mir fehlt da immer noch ein wenig der Überblick, wo es zum 1.4. hin wirklich knirschen könnte:

- Bayern vermutlich zu 99% nicht, da die Antennenanlagen entweder vom BR, oder der BMT betrieben werden, die das alte MB-Zeugs gekauft hat. Das Deutschlandradio könnte aber bei exklusiv von ihm betriebenen Antennen (hauptsächlich Funzeln) ein Problem haben.

- Baden-Württemberg vermutlich größtenteils nicht, da die meisten Anlagen entweder vom SWR betrieben werden, oder von der SBW Sendernetzbetrieb Baden-Württemberg GmbH (die mit den Privatradios verbandelt ist und die MB-Anlagen erworben hat)

- Rheinland-Pfalz: zumindest SWR und Rockland (hat anscheinend seine Antennen von MB erworben) sind wohl außen vor, bleibt RPR/bigFM.

- Niedersachsen vermutlich auch nahezu nicht, da hier wahlweise der NDR, die Niedersachsen Broadcast GmbH (verbandelt mit ffn und Antenne Niedersachsen), und die NiedersachsenRock21 GmbH & Co. KG (Radio 21) die Antennen besitzen. Die Antennen für die NKLs hat wohl die Landesmedienanstalt erworben.

- NRW: die AMS-Lokalradios (u.a. Radio Bielefeld) haben die von ihnen genutzten Antennen wohl selber erworben.

Auch einzelne andere Lokalradios bundesweit haben wohl noch Antennenanlagen erworben. Das war's dann aber auch schon. Der Rest wird wohl direkt (via Uplink/Divicon) oder indirekt (via Antennenmitbenutzung) mit einem der 5 als schwierig zu bewertenden Antennenbesitzern vorlieb nehmen müssen (auch die Milaco GmbH zähle ich neben den oben genannten dazu). Auch die oben genannten nutzen die Antennen an manchen Standorten nicht exklusiv, sind also u.U. an einzelnen Standorten dann doch wieder Untermieter bei einem der 5.

von Habakukk - am 13.03.2018 08:16
Ich weiß nicht warum plötzlich DAB+ eine Alternative sein sollte. Es geht um das Geldverdienen und dieses wird für Lokalradios und Regionalradios noch nicht auf DAB+ möglich sein. Die Privatfunker haben sich allerdings allein in diese Situation gebracht. Sie haben jahrelang auf Mobilfunk und Internet gesetzt. Die Versteigerung der UMTS-Frequenzen fand im Jahr 2000 statt. Schon damals sollte es das Internet richten. Hat es aber nicht getan. Die gleichen Argumente wurden von den Privatfunkverantwortlichen bei der Einführung von LTE vorgebracht und werden erneut bei 5G aus der Schublade geholt. Jeder der es hört, lacht sich kaputt. Wenn im Internet so viele Geld zu verdienen wäre, dann müssten die Internetradioproduzenten längst Millionäre sein.

Ich kann mir eher vorstellen, dass man auf Schornsteine und Hochhäuser ausweicht. Wir bekommen italienische Verhältnisse aus den 80er Jahren.

Es gibt Sender, die es richtig gemacht haben. In Bayern kaufte die BLM- und BR-Tochter die Antennen, in NRW kaufte die AMS die Antennen für ihre Lokalradios. Es stellt sich die Frage, warum andere nicht auf die gleiche Idee gekommen sind.

Ich glaube nicht, dass die BnetzA daran schuld ist. Uplink und Divicon haben hoch gepokert. Die neuen Antennen-Besitzer könnten genauso die Leistungen von Uplink und Divicon anbieten. Momentan wollen zu viele Anbieter an der gleichen Sache verdienen.

Gibt es eigentlich eine Übersicht welche Antenne von wem gekauft wurde?

Welche Optionen gibt es?

  1. Einigung zwischen Divicon, Uplink und den Antennenbesitzern: Die Radios spielen weiter.
  2. Keine Einigung zwischen Divicon und Uplink und den Antennenbesitzern: Die Radios verstummen an 1. April. Die Antennenbesitzer unterbreiten den Radiosendern ein Angebot und Divicon und Uplink sind raus, weil sie nicht liefern können.
  3. Keine Einigung zwischen Divicon und Uplink und den Antennenbesitzern: Da wo es geht, werden Divicon und Uplink ihre eigenen Antennen aufhängen. Dann sind die Antennenbesitzer raus. Vielleicht finden sie alternative Standorte auf Schornsteinen und Hausdächern. Sie könnten bei der BnetzA eine temporäre Versuchsausstrahlung beantragen. Gerade bei leistungsschwachen Frequenzen an abgelegenen Standorten ist auf den Türmen noch viel Platz. Dann kommt die Antenne für eine gewisse Zeit etwas tiefer. Die neuen Antennenbesitzer werden sich nicht leisten können die Antennen jahrelang auf den Türmen zu belassen, weil es eben auch Geld kostet.


Ich schätze mal, alles entscheidet sich im letzten Augenblick, so am 31. März.

von Seltener Besucher - am 14.03.2018 16:35
Zitat
Seltener Besucher
Ich weiß nicht warum plötzlich DAB+ eine Alternative sein sollte.

Ist es für die meisten auch nicht, das sehe ich genauso. Vielleicht in 5-10 Jahren, aber jetzt noch nicht. Vorstellen könnte ich mir aber, dass einzelne Anbieter wie Klassik Radio, die ja selbst in lukrativen Großstädten wie Frankfurt/Main schon UKW-Frequenzen ausgenipst haben, die eine oder andere Funzel zum 1.4. abschalten. Auch beim Deuschlandradio wäre es denkbar, dass die v.a. bei ihrem Funzelnetzwerk ein wenig ausdünnen. Und vielleicht ist mancher Füllsender ja doch entbehrlich... Der hr hat ja zum Jahreswechsel z.B. schon 2 Füllsender in Fulda und Limburg abgeschaltet.

Zitat
Seltener Besucher
Ich kann mir eher vorstellen, dass man auf Schornsteine und Hochhäuser ausweicht. Wir bekommen italienische Verhältnisse aus den 80er Jahren.

Naja, das mag bei Lokalradios und diversen Funzeln des Deutschlandradios oder von MDR Info noch ganz gut klappen, aber für Großsender im Flachland bräuchte man schon ordentliche Sendemasten. Da kann man im Westen vielleicht noch zum Masten der jew. ARD-Anstalt ausweichen, oder vielleicht am selben Masten auf die Antennenanlage der Öffentlich-rechtlichen wechseln, aber gerade in Ostdeutschland, wo die ARD-Anstalten vor dem gleichen Dilemma stehen wie die Privaten, wird das echt schwierig.

Zitat
Seltener Besucher
Es gibt Sender, die es richtig gemacht haben. In Bayern kaufte die BLM- und BR-Tochter die Antennen, in NRW kaufte die AMS die Antennen für ihre Lokalradios. Es stellt sich die Frage, warum andere nicht auf die gleiche Idee gekommen sind.

Hieß es nicht immer, man wolle nicht so viel Geld für den Kauf des alten Schrotts ausgeben? Nun muss man wohl noch viel mehr Geld für die Anmietung des alten Schrotts ausgeben.

Zitat
Seltener Besucher
Ich glaube nicht, dass die BnetzA daran schuld ist. Uplink und Divicon haben hoch gepokert.

Ja klar, die sind immer davon ausgegangen, dass der Betrieb ab 1.4. einfach irgendwie weiter geht, egal ob bis dahin mit Media Broadcast alles geregelt ist, und haben wohl nie damit gerechnet, dass auch neue Player ins Spiel kommen können, die da gnadenlos sind.

Zitat
Seltener Besucher
Gibt es eigentlich eine Übersicht welche Antenne von wem gekauft wurde?

Das würde mich auch mal interessieren.

Zitat
Seltener Besucher
Ich schätze mal, alles entscheidet sich im letzten Augenblick, so am 31. März.

Einen Plan B scheint man bei Uplink/Divicon nicht zu haben, drum glaube ich kaum, dass man binnen 2 Wochen für Hunderte von Antennenanlagen Ersatz finden wird, das dürfte weder vom Material, noch vom Personal her drin sein. Also bleibt nur: Einigung oder Abschaltung!

Einigung könnte auch heißen: man akzeptiert erst mal die höheren Preise, aber nicht die lange Laufzeit (Uplink/Divicon und auch die Bundesnetzagentur hatten ja beides bemängelt)..

von Habakukk - am 14.03.2018 17:39
Etwas historisch. rbb24 im November 2017 zur Versteigerung der Antennen:

>> Auktion von UKW-Antennen und Sendern - Die Fernsehturmspitze kommt unter den Hammer

30.11.17 | 07:49 Uhr

Ein Wahrzeichen Berlins steht in diesen Tagen zum Verkauf - zumindest ein paar Meter davon: Die UKW-Antenne des Fernsehturms wird bei einer Online-Auktion versteigert. Bis zu 300.000 Euro soll die Turmspitze kosten - und das ist nicht der einzige Haken.

Hunderte Antennen stehen seit dieser Woche online zum Verkauf, darunter auch Teile der markanten rot-weißen Spitze des Berliner Fernsehturms. In einer in dieser Form einmaligen Aktion versucht das Unternehmen Media Broadcast, sich von seiner UKW-Infrastruktur zu trennen.

Media Broadcast mit Sitz in Köln ist seit der Auflösung der Deutschen Bundespost mit der bundesweiten Übertragung der Radio- und Fernsehprogramme beauftragt. Der Sendestandard UKW wird bundesweit noch immer breit genutzt, allerdings gehört die Zukunft dem Digitalradio und dem aktuellen Standard DAB+, für dessen Verbreitung die UKW-Antennen nicht mehr benötigt werden.

Rund 700 Antennen und 900 Sender werden nun bis Ende des Jahres versteigert, darunter auch mehrere Anlagen in Brandenburg und Berlin. Die Sendernetze der ARD werden dabei nicht versteigert. [...] > aeos energy erwirbt 120 UKW-Sendeantennen von Media Broadcast

Im Rahmen des Verkaufs der UKW-Infrastruktur von Media Broadcast in Deutschland hat aeos energy ein Paket von 120 UKW-Sendeantennen in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfahlen erworben, unter anderem auf dem Fernsehturm am Berliner Alexanderplatz sowie in Wuppertal im Bergischen Land. Der Vollzug der Transaktion und die Übergabe der technischen Anlagen soll bis Ende März 2018 abgeschlossen sein. Über die Konditionen der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. > RADIO 21 und Rockland Radio erwerben UKW-Sender- und Antennen-Netz von der Media Broadcast

Die Sender des deutschen Städte-Networks, Radio 21 in Niedersachsen und Rockland Radio in Rheinland-Pfalz haben Ihre UKW-Sender und -Antennen von der Media Broadcast für einen knapp siebenstelligen Betrag erworben. > Seit Januar 2016 wandelt sich die Organisation des UKW Sendernetzbetriebs in Baden-Württemberg grundlegend. Sieben private Radioveranstalter stellen mit der neu gegründeten Gesellschaft „SBW Sendernetzbetrieb Baden-Württemberg GmbH“ einen der ersten Konkurrenten zum bisherigen Marktmonopolisten Media Broadcast.

Gesellschafter der SBW Sendernetzbetrieb Baden-Württemberg GmbH sind die baden-württembergischen Privatsender antenne 1, baden.fm, das neue radio neckarburg, Die Neue 107.7, Radio TON sowie Radio Seefunk und Radio 7. Der Großteil der Veranstalter haben bereits den Umstieg erfolgreich vollzogen. > ams betreibt das UKW-Sendernetz für Lokalradios der Region eigenständig

ams hat das UKW-Sendernetz vom bisherigen Betreiber Media Broadcast übernommen und organisiert den Sendebetrieb für die UKW-Frequenzen der Lokalradios fortan selbst. Die Übernahme ermöglicht den von ams vermarkteten Sendern deutliche Kostenvorteile, sowie Qualitäts- und Serviceverbesserungen.

Das Jahr 2017 begann für die ams-Technikabteilung mit einem gelungenen Projektabschluss: Insgesamt 20 bestehende UKW-Sender mitsamt des dazugehörigen terrestrischen Leitungsnetzes in Ostwestfalen-Lippe und im Kreis Warendorf gingen in den Besitz von ams über und wurden bis zum Jahreswechsel an den jeweiligen UKW-Senderstandorten erfolgreich in Betrieb genommen werden.

von Manfred Z - am 16.03.2018 16:39
Zitat
DH0GHU
Vor allem, was haben die sich versprochen? Es gibt in Deutschland nicht viele Standorte, die nicht der DFMG gehören. Damit war klar, dass ein Hauptkostenfaktor Antennenstandorte sind.

Sehe ich auch so. Ich frage mich halt manchmal, was für Erwartungen Divicon und Uplink da hatten, das ganze praktisch weitgehend ohne eigene Antennen-Infrastruktur durchziehen zu wollen, denn sie scheinen ja noch nicht mal im Ansatz damit geplant zu haben, selber was an die DFMG- oder andere Masten anzubringen.

Ich frage mich auch, was denn gewesen wäre, wenn die alten MB-Antennen an manchen Standorten gar niemand ersteigert hätte? Dann hätte MB die doch zum 1.4. vom Masten nehmen können und Uplink bzw. Divicon wären so doch auch erst mal ohne Infrastruktur dagestanden. Oder sie hatten genau auf den Fall spekuliert, um die alten Antennen dann in letzter Minute zum Schleuderpreis doch noch selber übernehmen zu können?

Zitat
DH0GHU
Wenn nun nicht mehr nur DFMG und MB am Senderbetrieb, sondern DFMG, mehrere Antennenkäufer und mehrere Sendernetzbetreiber sowie ggf. MB als Servicedienstleister verdienen wollen, und außerdem ggf. mehr Standorte nötig werden, wo soll denn da eine Kostensenkung herkommen?

Die Sonderkonditionen, die MB bei der DFMG wohl hatte, nicht vergessen! Ja, da müsste die Marge von MB schon sehr sehr groß gewesen sein, wenn man das billiger anbieten und trotzdem noch mit Gewinn rauskommen will.

Zitat
DH0GHU
Klar, durch Lohndumping, Kauf billigerer (schlechterer?) Technik etc. kann man sparen. Aber doch nicht so viel. Nicht ohne alternative Sendestandorte.

Ich habe den Eindruck, dass das weder Uplink noch Divicon wirklich vor hatten, sonst hätte sich doch an einigen Sendeanlagen im Vorfeld auch mal konkret was getan, zumindest an den wichtigsten. Wie du ja schreibst, das alles geht bei so vielen Standorten nicht von heute auf morgen, und der Stichtag 1.4.2018 war lange bekannt. Die haben also eindeutig drauf spekuliert, auch nach 1.4. über die alten MB-Antennen weiter senden zu können, egal wem die schlussendlich dann gehören.

Haben die vielleicht zu sehr daran geglaubt, dass sich schon alle (auch die neu ins Spiel kommenden Beteiligten) an diese Frankfurter Erklärung halten würden?

Und wahrscheinlich ging man davon aus, die Bundesnetzagentur werde das schon wie damals bei der Media Broadcast soweit regulieren, dass das nicht aus dem Ruder läuft. Dass der aber die Hände gebunden sein könnten, damit hat wohl niemand gerechnet.

Aus Sicht der Media Broadcast ist die ganze Angelegenheit freilich schon ein ziemlicher Clou geworden. Dass da manche so ihre Zweifel bekommen, ob das nicht von vornherein ein abgekartetes Spiel war, wundert mich da nicht.

von Habakukk - am 22.03.2018 17:24
Zitat
Habakukk
Uplink sieht keine Gefahr Anfang April
https://www.privatfunk.de/r18/10071.html
Zitat
Weblink zu privatfunk.de
Die Gefahr von Abschaltungen einzelner Antennen Anfang April bestehe nicht. Ohnehin müsse man dazu – gemeint ist wohl: unter Rechtsbruch – das Speisekabel des Senders kappen.

Ich stelle jetzt mal ein anderes Beispiel an: Privatparkplätze. Einen davon hat ein Bäcker gemietet und dort ein inzwischen abgemeldetes Verkaufsauto abgestellt. Der Verkauf läuft täglich zur allgemeinen Zufriedenheit es wird auch eine wichtige Versorgungslücke bedient, die Produkte wurden über die Jahre auf Billigware umgestellt.
Jetzt wechseln die Parkplätze den Beseitzer. Zuvor wird angeboten das man diese kauft, die Preise sind für die in die Jahre gekommenen Plätze schon mindestens im oberen Bereich. Der Bäcker greift nicht zu. Es wird eine Frist für den Eigentümerübergang gesetzt.
Die Zeit ist reif, zu lesen ist obiges Zitat. Ich würde mir Gedanken machen als Bäcker! Auch wenn der Verkaufswagen so groß, massig und stabil ist daß er ohne Beschädigung da nicht durch einen Abschlepper entfernt werden kann wird das ein klarer Rechtsbruch sein ihn einfach dort zu belassen und gar weiterzumachen. So interpretiere ich es zumindest. Es könnten entsprechende Maßnahmen eingelietet werden um das Eigentum frei zu bekommen. Die Kosten werden zunächst verauslagt, trägt aber dann der Besetzer.
Fügen wir noch an: Der Bäcker bezieht, weil es ja billig sein muß seine Rohlinge aus China. Dort sieht es aber auch keiner ein den Parkplatz zu kaufen. Und hier hinkt natürlich die Geschichte: Nicht der Bäcker wäre in Wirklichkeit der Interessent das da verkauft wird, sondern der Rohlinghersteller. Nunja, gemeinsam bleibt wohl daß die in der Masse Masse und billig wollen, löbliche Ausnahmen bestätigen die Regel.

von Thomas (Metal) - am 22.03.2018 19:46
Das mit dem Speisekabel ist tatsächlich eine interessante Sache, da habe ich mir bisher gar keine so genauen Gedanken gemacht.

Mal angenommen, es kommt doch hart auf hart und der eine oder andere Antenneneigentümer besteht darauf, dass zum 3.4. erst mal ausgeschaltet wird, bis die Verträge stehen, dann müsste die Abschaltung ja trotzdem durch die Senderbetreiber selber erfolgen. Die Antenneneigentümer können die Sender ja schlecht selber abschalten, die gehören ihnen ja nicht.

Wenn nun die neuen Netzbetreiber auf Verlangen aber nicht abschalten, bliebe den Antenneneigentümern ja nur übrig, bei jedem Standort vor Ort die Antennenkabel abzustöpseln oder gar zu kappen, um die Signale wirklich zum Verstummen zu bringen. Das Abschalten eines Senders geht sicherlich remote, da muss man wohl nicht mal vor Ort sein, entsprechend ginge das vermutlich tatsächlich in kurzer Zeit im großen Stil, aber Kabel abstöpseln kann man wirklich nur vor Ort, d.h. das würde wohl sicherlich länger dauern, viel Arbeit und Kosten verursachen, da stellt man sich schon die Frage, ob die das wirklich machen würden.

Wem gehören überhaupt die Speiseleitungen? Wie sieht es bei gemeinsam genutzten Antennen aus, wenn mehrere Speisekabel über Weichen zusammen geschaltet sind und nur noch ein Kabel rauf geht? Wem gehört da das eine gemeinsam genutzte Kabel, das zur Antenne rauf geht?

Sind die Speiseleitungen also den Antenneneigentümern zugeordnet?

Eine weitere Möglichkeit wäre vermutlich, die Abschaltung polizeilich zu erwirken. Dann müssten da wohl pro Standort beide Parteien hinfahren, und unter Aufsicht der Polizei müsste man dann aufs Aus-Knöpfchen drücken.

Also tatsächlich kommt mir die Situation so vor: wenn die Netzbetreiber ihre Sender nicht freiwillig abschalten, können die Antenneneigentümer erst mal tatsächlich gar nicht viel machen.

Umgekehrt: bleiben die Sender jetzt tatsächlich über den 1.4. hinaus auf Sendung, ohne dass Verträge zustande gekommen sind, stellt sich die Frage, wie dieser Übergangsbetrieb rechtlich zu bewerten ist und was das dann kosten soll. Man hat ja keinen Vertrag, also wird sich wohl erst hinterher rausstellen, was da im Nachhinein zu bezahlen ist. Wird man sich dann doch nicht einig, könnte das ja Schadensersatzforderungen der Antenneneigentümer für diesen Übergangsbetrieb nach sich ziehen...

Puh, ist das alles verworren....

von Habakukk - am 23.03.2018 12:54
Zitat
Seltener Besucher
Welche Dienstleistung erbringen Uplink und Divicon?


Teils Senderbereitstellung und Senderbetrieb, teils auch die Signalzuführung, teils sogar die Einrichtung des Soundprocessings bei Privaten.

Es sind teils sehr schräge Zuständigkeiten. Beispielsweise führt die Media Broadcast weiterhin via 23,5° Ost DLF und DLF Kultur zu, den Senderbetrieb macht aber künftig die Uplink. Und beim MDR wird via DisNet (Media Broadcast) zugeführt, den Senderbetrieb macht künftig die Divicon. Und die Antennen gehören wieder jemand anderem, mit etwas Pech je nach Standort sogar unterschiedlichen Eigentümern.

Wem Speiseleitungen und Antennenweichen gehören, kann ich nur vermuten: die gehören veerrutlich nun den neuen Eigentümern der Antennen.

Die Filter wiederum sind wohl vom Senderbetreiber gestellt.

Zitat
Seltener Besucher
Wo standen die 1500 Sender, die Media Broadcast verscherbelt hat?


Die Sender standen in den Sendergebäuden...

Zitat
Seltener Besucher
Mir ist klar, dass die öffentlich-rechtlichen wahrscheinlich doppelabgesichert waren, es standen im Osten und an wenigen Standorten im Westen die Sender doppelt da.


Nicht unbedingt. Ich kenne Sender-Reihen mit N+1-Redundanz: da liefen beispielsweise 5 Sender und ein sechster stand für die ganze Gruppe als Reserve. An Kleinstandorten sind teils gar keine Redundanzen gewesen, zumindest kenne ich das von DLF/DLFKultur-Standorten so. Dafür baute die Divicon gerne 1:1-Redundanz für die Privaten auf.

Ansonsten: zähl mal zusammen: http://radio-frequency.org/net3.php?r=f&m=s&itu=D

Alleine DLF und DLF Kultur in Summe 305 Frequenzen, also mindestens 305 Sender. MDR 173 Frequenzen (soweit ich mich erinnere liefen bislang schon eine über Divicon und eine oder zwei in Eigenregie). Dazu noch RBB außer Scholzplatz, NDR MeckPomm, massenhaft Private bundesweit... mag jetzt nicht zählen.

Was aus den teils erst vor ein, zwei Jahren erneuerten Sendern der MB wurde, würde mich aber schon mal interessieren. Stehen die jetzt abgeklemmt in den Sendergebäuden herum? Wer sollte die kaufen wollen?

von Chris_BLN - am 23.03.2018 17:49


interessanter Beitrag, der die Sache schon mal gut erklärt.

Hallo zusammen,
ich lese seit Monaten hier im Radioforum und nebenan im DAB Digitalradioforum mit - und jetzt muss ich mich auch mal äußern...

Wer spielt jetzt in diesem Pokerspiel eigentlich falsch und wer verar**** jetzt hier eigentlich wen?

Ist es MB, weil sie mit dem Coup, nur die Antennen zu verkaufen, den Markt vordergründig "entflochten" hat, so dass die Regulierung jetzt gar nicht mehr greift (muss diese Rechtsfolge eigentlich auch stimmen?)?

Hat MB die neuen Dienstleister (Divicon und Uplink) ausgetrickst, die ohne Antennen bzw. nur zu evtl. Mondpreisen für Antennen-Nutzung neben der MB einfach nichts mehr anbieten können? Divicon und Uplink haben den intransparenten Verkauf doch schon beklagt. Hat MB den Antennenkauf durch Divicon und Uplink verhindert, indem diese ominösen Antennenkäufer (reine Finanzinvestoren?) zum Zug kamen?

Hat MB die Antennenkäufer ausgetrickst, weil diese jetzt selbst sehen müssen, wie sie Ihre Investitionen refinanzieren können? Klar - so etwas muss ich mir als Investor zunächst immer selbst überlegen. Aber ich habe mich von Anfang an gefragt, was das für ein Geschäftsmodell sein soll, wo von der bisherigen Einheit (Sender - Mast - Antenne) nur die Antenne isoliert verkauft wird. Wie irre ist das denn? Kommt die Deutsche Bahn demnächst auf die Idee, alle ungeliebten Bahnübergänge zu verkaufen, womit die Erwerber dann hohe Maut verlangen können?

Sind es die Antennenkäufer (soweit nicht die LMA und vielleicht einzelne Radioanbieter gekauft haben), die glauben, ein so großes Druckpotential zu haben (der Begriff "Erpressung" ist irgendwo in den verlinkten Presseartikeln auch schon gefallen), dass sie die Radioanbieter oder Divicon und Uplink einfach zu evtl. unverschämten Preisen zum Vertragsschluss zwingen können?

Spielen MB und die Antennenkäufer damit vielleicht doch geheim miteinander zum Schaden der anderen Beteiligten?

Haben die Radioanbieter die Möglichkeit zum Erwerb verschlafen oder hatten sie wirtschaftlich oder tatsächlich überhaupt eine Chance zum Erwerb?

Wenn nur eine von den oben genannten Fragen mit Ja zu beantworten wäre, dann wäre das ein ganz übles Spiel, das hoffentlich von Politik und letztendlich der Rechtsprechung (ja, ich weiß: das dauert lange) irgendwann auch beendet werden muss. Aber bitte nicht, indem wieder ein öffentlich-rechtlicher Ausgleichsfonds auf Kosten der Steuerzahler aufgelegt wird

Was Ihr in den vorausgegangen Beiträgen ja schon zahlreich gesagt habt: Ich hoffe, dass die Priviatisierungswut in der Politik endlich beendet wird. Was wurde da nicht schon für Unfug angestellt - angefangen bei Post und Bahn. Nur mal so zur Erinnerung: da gab es in Bayern von der FDP vor einigen Jahren sogar den Vorschlag, die Gerichtsvollzieher zu privatisieren....

Meine persönliche Meinung: blöder geht´s nimmer.

(und Gleiches würde passieren, wenn die Öffentlich-Rechtlichen ganz oder "nur" der Rundfunkbeitrag abgeschafft werden würden!)

Liebe Grüße

von Oberfrankenpendler - am 07.04.2018 16:37
Zitat
Oberfrankenpendler


interessanter Beitrag, der die Sache schon mal gut erklärt.

Hallo zusammen,
ich lese seit Monaten hier im Radioforum und nebenan im DAB Digitalradioforum mit - und jetzt muss ich mich auch mal äußern...

Wer spielt jetzt in diesem Pokerspiel eigentlich falsch und wer verar**** jetzt hier eigentlich wen?

Ist es MB, weil sie mit dem Coup, nur die Antennen zu verkaufen, den Markt vordergründig "entflochten" hat, so dass die Regulierung jetzt gar nicht mehr greift (muss diese Rechtsfolge eigentlich auch stimmen?)?

Hat MB die neuen Dienstleister (Divicon und Uplink) ausgetrickst, die ohne Antennen bzw. nur zu evtl. Mondpreisen für Antennen-Nutzung neben der MB einfach nichts mehr anbieten können? Divicon und Uplink haben den intransparenten Verkauf doch schon beklagt. Hat MB den Antennenkauf durch Divicon und Uplink verhindert, indem diese ominösen Antennenkäufer (reine Finanzinvestoren?) zum Zug kamen?

Hat MB die Antennenkäufer ausgetrickst, weil diese jetzt selbst sehen müssen, wie sie Ihre Investitionen refinanzieren können? Klar - so etwas muss ich mir als Investor zunächst immer selbst überlegen. Aber ich habe mich von Anfang an gefragt, was das für ein Geschäftsmodell sein soll, wo von der bisherigen Einheit (Sender - Mast - Antenne) nur die Antenne isoliert verkauft wird. Wie irre ist das denn? Kommt die Deutsche Bahn demnächst auf die Idee, alle ungeliebten Bahnübergänge zu verkaufen, womit die Erwerber dann hohe Maut verlangen können?

Sind es die Antennenkäufer (soweit nicht die LMA und vielleicht einzelne Radioanbieter gekauft haben), die glauben, ein so großes Druckpotential zu haben (der Begriff "Erpressung" ist irgendwo in den verlinkten Presseartikeln auch schon gefallen), dass sie die Radioanbieter oder Divicon und Uplink einfach zu evtl. unverschämten Preisen zum Vertragsschluss zwingen können?

Spielen MB und die Antennenkäufer damit vielleicht doch geheim miteinander zum Schaden der anderen Beteiligten?

Haben die Radioanbieter die Möglichkeit zum Erwerb verschlafen oder hatten sie wirtschaftlich oder tatsächlich überhaupt eine Chance zum Erwerb?

Wenn nur eine von den oben genannten Fragen mit Ja zu beantworten wäre, dann wäre das ein ganz übles Spiel, das hoffentlich von Politik und letztendlich der Rechtsprechung (ja, ich weiß: das dauert lange) irgendwann auch beendet werden muss. Aber bitte nicht, indem wieder ein öffentlich-rechtlicher Ausgleichsfonds auf Kosten der Steuerzahler aufgelegt wird

Was Ihr in den vorausgegangen Beiträgen ja schon zahlreich gesagt habt: Ich hoffe, dass die Priviatisierungswut in der Politik endlich beendet wird. Was wurde da nicht schon für Unfug angestellt - angefangen bei Post und Bahn. Nur mal so zur Erinnerung: da gab es in Bayern von der FDP vor einigen Jahren sogar den Vorschlag, die Gerichtsvollzieher zu privatisieren....

Meine persönliche Meinung: blöder geht´s nimmer.

(und Gleiches würde passieren, wenn die Öffentlich-Rechtlichen ganz oder "nur" der Rundfunkbeitrag abgeschafft werden würden!)

Liebe Grüße


:spos:

von RudiP - am 07.04.2018 18:10
@Oberfrankenpendler:

Es verarscht keiner jemanden, es werden marktwirtschaftliche Regeln ausgespielt. Die Contentanbieter wollten Wettbewerb haben und sollen jetzt mit dem Wettbewerb klarkommen. Sie haben nicht beachtet, dass dieser Sektor besonders ist, weil man zwar ein Kernkraftwerk herunterfahren und für ein paar Wochen abschalten kann, aber einen Radiosender für ein paar Wochen abzuschalten geht so gar nicht.

Eine Gewinner-Verlierer-Rechnung kann nur nach dem Abschluss des ganzen Verfahrens aufgestellt werden.

Vom vera**chen kann keine Rede sein. Es gab Markkräfte die eine Aufteilung des Marktes haben wollten. Die haben zurecht auf die Monopolstellung eines französischen Anbieters (TDF) auf dem dt. Markt hingewiesen. Die BnetzA hat den Markt erfolgreich dereguliert. Jetzt stellen alle fest, dass der nicht regulierte Markt gut, der regulierte Markt noch besser war. Es sind zum größten Teil Anbieter aus der Marktwirtschaft in diesem Bereich tätig und ihnen sind die Spielregeln bekannt.

Der Punkt ist Divicon und Uplink haben vorgegaukelt, dass sie den Markt genauso beliefern können, wie es Media Broadcast es jahrelang nachweislich getan hat. Noch warten wir auf den Beweis. Wenn sie den Markt nicht beliefern können, kommt es zur Funkstille, Regressforderungen und neuen Verhandlungen zwischen den Contentanbietern und den Infrastrukturanbietern.

Kommt es zur einer Abschaltung, werden im Westen die ARD-Anstalten die Gewinner sein, denn diese können unterbrechungsfrei – bis auf einige Ausnahmen – ihre Leistung anbieten. Die ARD-Anstalten in Westen sind weniger Anfällig für Erpressung. Der MDR hätte seine Antenne selber kaufen sollen. Hier werden die Bundesländer die Nichterfüllung der Rundfunkverträge prüfen. Der MDR wird auf DAB+ hinweisen und die Versorgung ist gesichert. Auch der RBB hat nicht zufällig beim Ausbau seines DAB+ einen Zahn zugelegt.

Es sind keine Mondpreise. Es wird nicht alles teurer. Es gibt Standorte die billiger werden. Das Problem ist, dass viele Contentanbieter die Leistung in großen Paketen kaufen. Würden in NRW die Lokalradios für jedes Verbreitungsgebiet die Preise einzeln verhandeln, gäbe es Gewinner und Verlierer. Sie verhandeln aber nicht, sie haben damit einem Dienstleister beauftragt. 8 Lokalradios in NRW sind betroffen, 5 Lokalradios sind nur zum Teil betroffen. Da mag man sich fragen, warum haben die übrigen auf ein falsches Pferd gesetzt?

Die MB hat schon ein wenig getrickst, weil sie längst abgeschriebene Antennen zum „Mondpreisen“ veräußert haben. In einer Marktwirtschaft bestimmt die Nachfrage den Preis. Die Nachfrage war da, die Marktwirtschaft funktionierte.

Warum haben einige Contentanbieter ihre Antennen teilweise in großen Paketen gekauft und andere haben sich auf Dienstleister verlassen? Es war also möglich die eigenen Antennen vorzugsweise zu kaufen.

Eine Zusammenarbeit oder Beteiligung der Antennenkäufe und MB wird immer vermutet aber nicht nachgewiesen. Also sollten wir keine Vermutungen anstellen. Soweit ich mich nicht irre, hat auch MB auf die eigenen Antennen geboten, die es weiter im Auftrag einige Lokalradios betreiben soll. Bitte um Korrektur, wenn es falsch ist.

Die Radiosender hatten eine Möglichkeit zum Erwerb der Antennen, einige Beispiele:
sowohl als Organisation: bmt in Bayern
als auch als Radiodienstleister: AMS Bielefeld
als auch als Radiosender: Radio 21 und Rockland

Quellen:
http://www.radioszene.de/117256/milaco-ukw-antennen.html
http://www.radioszene.de/114990/radio-21-rockland-media-broadcast.html
http://www.radioszene.de/116967/sbw-baut-netzbetrieb-aus.html

Zitat
Thomas (Metal)
Der Welt-Artikel, zu sehen im Thema Artikel in der "Welt": UKW Blackout ab Mittwoch bezieht sicht ja nach meiner Lesart auf die verbliebenen MB-Anteile. Hier im Thema ging es zunächst global um die Abstoßung von Geschäftsanteilen (Einstellung Dienstleister für UKW als Generalunternehmer) was sich dann letztlich auf den Verkauf von Antennen konzentriert hat.


Nein, Media Broadcast hat angeboten die Antennen über den 1.4. hinaus weiter zu betreiben. Voraussetzung dafür war, dass ein neuer Vertrag mit MB für den Übergangszeitraum unterschrieben wird. Das haben nur 40 % der Betroffenen gemacht. Die Antennen sind in den Besitz der neuen Eigentümer übergegangen. Was soll MB machen, wenn nicht ein reibungsloser Übergang vom neuen auf den alten Besitzer stattgefunden hat.

Die Antennenbesitzer müssen einen Vertrag mit der Deutschen Funkturm oder einer ARD-Anstalt (bei Masten der ARD-Anstalten) unterschreiben, sonst werden diese gerichtlich gegen die Eigentümer vorgehen, damit der Platz auf den Türmen geräumt wird. Dann kann dieser – zu neuen Konditionen – neu vermietet werden.

Die neuen Antennenanbieter wollen die Vertragsunterzeichnung hinauszögern, solange sie ihre Antennen nicht weitervermietet haben. Also hängen an den Türmen Antennen ohne, dass dafür Verträge bestehen.

Das ist als würdest Du dir aufs Haus eine Mobilfunkanlage montieren lassen, kassierst dann für den Platz auf dem Dach. Die Anlage wird verkauft. Der neue Anbieter meldet sich nicht und unterschreibt mit Dir keinen Vertrag. Also gehst zum Rechtsanwalt und forderst die Entfernung gerichtlich an. Es ist nicht dein Eigenturm, Du darfst es nicht abmontieren. Es ist so ähnlich, wie mit einer vermieteten Wohnung. Du darfst die Möbel des Mieters auch nicht so einfach aus dem Fenster werfen. Es ist sein Eigentum.

von Seltener Besucher - am 08.04.2018 13:28
Zitat
Seltener Besucher
Zitat
Thomas (Metal)
Der Welt-Artikel, zu sehen im Thema Artikel in der "Welt": UKW Blackout ab Mittwoch bezieht sicht ja nach meiner Lesart auf die verbliebenen MB-Anteile. Hier im Thema ging es zunächst global um die Abstoßung von Geschäftsanteilen (Einstellung Dienstleister für UKW als Generalunternehmer) was sich dann letztlich auf den Verkauf von Antennen konzentriert hat.


Nein, Media Broadcast hat angeboten die Antennen über den 1.4. hinaus weiter zu betreiben. Voraussetzung dafür war, dass ein neuer Vertrag mit MB für den Übergangszeitraum unterschrieben wird. Das haben nur 40 % der Betroffenen gemacht. Die Antennen sind in den Besitz der neuen Eigentümer übergegangen. Was soll MB machen, wenn nicht ein reibungsloser Übergang vom neuen auf den alten Besitzer stattgefunden hat.

Die Antennenbesitzer müssen einen Vertrag mit der Deutschen Funkturm oder einer ARD-Anstalt (bei Masten der ARD-Anstalten) unterschreiben, sonst werden diese gerichtlich gegen die Eigentümer vorgehen, damit der Platz auf den Türmen geräumt wird. Dann kann dieser – zu neuen Konditionen – neu vermietet werden.

Die neuen Antennenanbieter wollen die Vertragsunterzeichnung hinauszögern, solange sie ihre Antennen nicht weitervermietet haben. Also hängen an den Türmen Antennen ohne, dass dafür Verträge bestehen.

Das ist als würdest Du dir aufs Haus eine Mobilfunkanlage montieren lassen, kassierst dann für den Platz auf dem Dach. Die Anlage wird verkauft. Der neue Anbieter meldet sich nicht und unterschreibt mit Dir keinen Vertrag. Also gehst zum Rechtsanwalt und forderst die Entfernung gerichtlich an. Es ist nicht dein Eigenturm, Du darfst es nicht abmontieren. Es ist so ähnlich, wie mit einer vermieteten Wohnung. Du darfst die Möbel des Mieters auch nicht so einfach aus dem Fenster werfen. Es ist sein Eigentum.

Danke!
D. h. man kann das vielleicht noch mit Erbpacht vergleichen. Auch dort kann ja weiterverkauft werden. Dieses Modell wollte ich persönlich auch niemals eingehen ;-) .
Worauf ich mich, sicherlich nur mit dem hier zu lesen war, in meiner Meinung stütze ist daß der Eigentümerübergang am 01.04. erfolgt sein soll. Sofern wie Antennen drüben beim neuen Besitzer sind könnte die MB eigentlich nicht weiterbetreiben, aber eben nur wenn es so ist. Alles weitere wird nicht zu beantworten sein ohne die Verträge zu kennen :-( .

von Thomas (Metal) - am 08.04.2018 14:56
Zitat
Manfred Z
Im Frühjahr 2005 lag der Marktanteil des terrestrischen TV deutschlandweit nur noch bei 10 %; ohne Zweit- und Drittgeräte sogar nur bei 8 %; in einzelnen Bundesländern sogar unter 5 % [Quelle: Digitalisierungsbericht 2005].
Da war die Abschaltung vieler Füllsender gerechtfertigt. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Anteil durch die Effekte der digitalen Ausstrahlung (Nutzung von Reflexionen; SFN-Gewinn, auch durch zusätzliche UHF-Standorte in Ballungszentren) nicht mehr benötigt worden ist.
Fazit: Vergleich mit FM-Abschaltung ist falsch: Dies Thema ist hier OFF-TOPIC.


Das ist absolut vergleichbar, weil es auf der gleichen Gesetzesgrundlage beruht. Die Anstalten können einzelne analoge Sender einfach abschalten und sie kommen mit DAB+ der gesetzlichen Versorgungspflicht trotzdem nach. Im Gesetz werden Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit hervorgehoben, nicht die Statistiken die von Euch bemüht werden. Sonst wäre ein Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 nicht möglich, weil keiner vorher einen DVB-T2-Empfänger hatte und es müsste eine Parallelausstrahlung stattfinden.

Staatsvertrag über die Errichtung einer gemeinsamen Rundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg

§ 4 Angebote
(5) Der Gleichwertigkeit der Versorgung steht nicht entgegen, dass der Rundfunk Berlin-Brandenburg die analoge terrestrische Versorgung ganz oder teilweise einstellt, um den Ausbau und die Zuweisung digitaler terrestrischer Übertragungskapazitäten zu ermöglichen.

(6)
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg kann seinem gesetzlichen Auftrag durch Nutzung geeigneter Übertragungswege nachkommen. Bei der Auswahl des Übertragungswegs sind die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten. Die analoge Verbreitung ausschließlich digital verbreiteter Rundfunkprogramme ist unzulässig. Die Durchführung von oder die Beteiligung an Pilotprojekten und Betriebsversuchen mit neuen Techniken und Angeboten ist zulässig.

NDR-Staatsvertrag

§ 6 Wahrnehmung des Programmauftrages, Sendekapazitäten
(2) Der NDR kann bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben in sendetechnischer, programmlicher und finanzieller Hinsicht ebenso wie die anderen Rundfunkunternehmen im Geltungsbereich des Grundgesetzes alle für Rundfunkunternehmen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen. Eingeräumte Übertragungskapazitäten sind, soweit möglich, nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit einzusetzen. Dabei sollen Doppel- und Mehrfachnutzungen vermieden werden.


Gesetz über den „Westdeutschen Rundfunk Köln“ (WDR-Gesetz)
In der Fassung vom 06.12.2016


§ 3 Aufgaben, Sendegebie

(7) Der WDR kommt seinem gesetzlichen Auftrag durch Nutzung geeigneter Übertragungswege nach. Bei der Auswahl des Übertragungsweges sind die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten. Er ist berechtigt, zu angemessenen Bedingungen die analoge terrestrische Versorgung schrittweise einzustellen, um Zug um Zug den Ausbau und die Zuweisung digitaler terrestrischer Übertragungskapazitäten zu ermöglichen. Die analoge Verbreitung bisher ausschließlich digital verbreiteter Programme ist unzulässig.

von Seltener Besucher - am 09.04.2018 08:56
Zitat
Cha
"Bis Dienstag" lese ich im Text. Also morgen, der 24.04.2018? Wie oft möchte man uns den UKW-Blackout jetzt noch versprechen, aber nicht einhalten? :D


Der Artikel ist vom 23.04.2018, darin steht:

Zitat

Doch der Friede ist brüchig. In Teilen von Sachsen könnten die Radios schon kommende Woche stumm bleiben.


Bedarf deine Aussage eines Kommentars?

Wieso überrascht es mich nicht, dass es Energy Sachsen ist? Will etwa Energy ein paar Frequenzen ausmisten? Wie viele Hörer mag es geben in Orten wie Grimma? Reicht es nicht in Chemnitz, Dresden und Leipzig auf Sendung zu sein. Den Rest wird versorgt über DAB+ und das Internet. Es ist nicht die letzte Meldung über Programme die verschwinden werden. Wahrscheinlich kommt UKW Abschaltung von Energy schneller als gedacht, Klassik Radio hat es schon vorgemacht. Wäre der zweie Bundesmux bereits im Äther, geben es wahrscheinlich weitere Wackelkandidaten.

Zitat
DH0GHU
Ein Konzern wie Energy sollte genug Eier in der Ho... pardon Kapital im Rücken haben, um die Abschaltung einzelner Standorte eine Zeit lang zu überdauern....


Energy wird an Standorten mit 0,3 - 0,5 kW Leistung in Orten mit nicht einmal 100 Tausend Einwohnern nicht viel verdienen. Wer das Programm mag, steigt schnell auf DAB+ um. NRJ testet mal schnell aus, wie schnell die Hörer zu neuen Empfangsgeräten greifen.

Ich könne mir vorstellen, dass das Wirtschaftsministerium, BkartA und BnetzA sich mit der Marktanalyse viele Zeit lassen. Was sollen die Aufsichtsorgane regulieren? Einen Markt von nicht unterschriebenen Verträgen? Im Wirtschaftsministerium knallen die Sektkorken. Der Markt regelt den Umstieg von UKW auf DAB+ selbst. Die Politiker können nicht zur Verantwortung gezogen werden. Die Wähler werden nicht auf Politikern ihren Frust auslassen. Die Hörfunksender wollten eine Liberalisierung des Marktes. Jetzt gibt es viele Antennenbesitzer, viele Dienstleister, die wichtige Infrastruktur – die Türme – sind weiterhin in teils staatlicher Hand. Alles ist OK.

von Seltener Besucher - am 23.04.2018 20:24
Zurück zur Mitteilung bei Heise über die BkartA. Das Schreiben der BkartA klärt uns über einen Sachverhalt nicht auf. Die Programmveranstalter hatten einen Vertrag über die Antennennutzung mit der Media Broadcast. Divicon und Uplink haben nur die Zuführung und den Sender betrieben, aber nicht die Antennen. Oder irre ich mich da?

Kam es bereits im letzten Jahr zu einer Änderung der Verträge und Divicon und Uplink haben die Antennen bei MB direkt angemietet? Hätten sie dann nicht ein Vorzugsrecht beim Kauf gehabt, wie die anderen Firmen? Oder haben die Programmveranstalter weiterhin diese Leistung direkt von Media Broadcast bezogen und deshalb kein Recht auf den Kauf der genutzten Antenne?

Falls die Programmveranstalter die Antennen bis 31.3.2018 über MB bezogen haben, können nur die Programmveranstalter die Antennen direkt bei den Antennenbesitzern zum alten Preis anmieten. Werden die Antennen von den Providern Divicon und Uplink angemietet, ist es doch ein ganz neues Vertragsverhältnis und die Preise können frei verhandelt werden. Können sich Divicon und Uplink tatsächlich auf ihre alten Verträge mit MB berufen, wie es BkartA suggeriert? Oder betrifft es nur wenige Programmveranstalter?

Des Weiteren haben wir doch eine merkwürdige Situation. Die Antennenbesitzer hatten zum 31. März teilweise noch keinen Vertrag mit der Deutschen Funkturm abgeschlossen gehabt. Da wäre es doch ganz leicht, wenn die Divicon und Uplink an die Deutsche Funkturm herangetreten wären, um den Platz zu übernehmen. Das Vertragsverhältnis mit der Media Broadcast wurde doch zum 1.4. aufgelöst.

Wenn ich eine Wohnung angemietet habe und mein Gerümpel bleibt nach dem Beenden des Vertragsverhältnisses weiterhin drin, weil der Nachmieter dieses übernehmen will, dann kann doch der Vermieter tätig werden, wenn der Nachmieter keinen Vertrag unterschreibt. Die Wohnung kann an einen Dritten vermieten und die Entsorgung auf Kosten des Vormieters veranlasst werden. Media Broadcast wirkt auf mich wie Wohnnomaden, die ihr Gerümpel hinterlassen haben.

Eine Diskussion über DAB+-Umstieg von nu auf gleich macht keinen Sinn. Das Problem ist, dass keiner bereit ist UKW aufzugeben und keiner bereit ist in UKW zu investieren. Die Situation hat sich festgefahren.

Einen besseren Schachzug hätte Media Broadcast als Besitzer der VHF III-Antennen für DAB+ nicht machen können. Ich gratuliere zu diesem Meisterstück. Man kann sagen, Media Broadcast sorgt für einen schnellen Umstieg zu DAB+. Die alten Antennen wurden in eine Art „Badbank“ verschoben. Sie wurden buchhalterisch mit Gewinn verkauft. Neue GmbHs haben die Antennen erworben und können jetzt pleitegehen. Wird jetzt so lange verhandelt, bis diese GmbHs pleitegehen? Der alte Monopolist ist der neue Monopolist.

Sind Divicon und Uplink aus der Antennen-Versteigerung ausgestiegen, weil sie sich ausgerechnet haben, dass weder der Kauf von alten Antennen, noch eine Neuanschaffung in den nächsten höchstens 10 Jahren nicht zu refinanzieren ist? Dass alle im Endeffekt lügen, wenn sie die lange Zukunft von UKW beschwören? Dass die CDU/CSU/SPD-Koalition tatsächlich in den nächsten 4 Jahren einen UKW-Ausstieg beschließen und Divicon & Uplink auf den Kosten sitzenbleiben?

Chief Wiggum hat es angedeutet, es kommt nicht auf die Planung und Materialbeschaffung an, auch nicht auf die Kosten die BnetzA für Koordinierung verlangen würde. Es kommt darauf an, ob es jemanden gibt, der bereit wäre zu investieren. Die Antwort ist erzwungen worden und fällt anscheinend negativ aus. Den gibt es nicht.

Ich glaube, dass man die Standorte schon um einige Kilometer verschieben kann. Es gibt zwei Beispiele aus den letzten Jahren: Rostock-Toitenwinkel und Warschau. Im beiden Fällen sind Sender mit 100 bis 120 kW um ca. 20 km verschoben worden. Gerade im Fall von Toitenwinkel hatte der Standortwechsel auch Zustimmung von Dänemark, Norwegen, Polen und Schweden bedurft. Es ist nicht die Frage ob es möglich ist, sondern wer will es bezahlen? Das Verfahren ist das Gleiche wie bei DAB+ und DVB-T2. Die Verfahren sind alle erprobt. Involviert wären: die Landesmedienanstalten, die ARD-Anstalten, die Staatskanzleien der betroffenen Bundesländer, die Ministerpräsidenten und die BnetzA. Unter 4-5 Monaten bei größeren Veränderungen läuft da gar nichts und das Verfahren hat noch nicht begonnen. Sicherlich ist es eine Sondersituation und es ließe sich einiges beschleunigen.

Würde die KEF irgendwelchen Investitionen der ARD-Anstalten zustimmen? Die ARD-Anstalten halten an DAB+ fest.

@jug:
Laufen vielleicht die kleine UKW-Sender von DRadio an einigen Standorten wo DAB+ noch unzureichend ausgebaut ist?

Es ist eine große Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Juristen und demnächst für Netzausrüster.

von Seltener Besucher - am 26.04.2018 23:16
Zitat
Seltener Besucher
Ich erinnere mich, dass Leipzig einen neuen Senderstandort bekommen hat und auch Rostock-Toitenwinkel einen Standort ersetzt hat.


Letzterer mit jahrelanger Vorlauf- und etwa einfähriger Bauzeit. Ersterer aufgrund seiner Bauweise für umfangreichere UKW-Antennenanlagen nicht geeignet.

Zitat
Seltener Besucher
Außerdem nehmen die Öffentlich-Rechtlichen an der Diskussion nicht teil, als wären sie nicht betroffen.


Deren juristische Abteilungen arbeiten intensivst im Hintergrund. Sie machen nur bei diesem Lobby-Geschrei der Privatfunker nicht mit.

Zitat
Seltener Besucher
Ich höre fast keine Klagen aus Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen.


Von den Öffis wirst Du dort auch nichts hören, da nicht betroffen (eigene Sendeanlagen). Die privaten in Bayern sind entweder beim BR auf den Anlagen (ABy) oder haben ihre Kleinstandorte via Landesmedienanstalt sichern lassen, sind also auch nicht betroffen.

Zitat
Seltener Besucher
In Chemnitz gibt es das Heizkraftwerk Chemnitz-Nord, der Schornstein hat 301,80 Meter Höhe. Das Heizkraftwerk Altchemnitz ist mit 225 m etwas niedriger. Der Schornstein des Stahl- und Hartgusswerk Bösdorf in Leipzig misst 205 m und ist ein beliebter Standort für Richtfunkstrecken.


Im Extremfall sind das dann tatsächlich mögliche Alternativen. In Gera wollte der MDR einst DVB-T auf einen der 3 Kraftwerksschornsteine ("3 Essen") in Gera-Nord an der Autobahn installieren, wie man es einst auch in Leipzig hatte. Die Stadt wollte die 3 Schornsteine aber abreißen, also wurde der Mast an der Autobahn aufgestockt: http://senderfotos-bb.de/gera.htm.

Zitat
jug
Bitte glaube mir, das Vorurteil, ältere Menschen wissen nichts mit DAB+ anzufangen, ist definitiv falsch.


In Ostthüringen tobte der Seniorenverband und schrieb gar dem Ministerpräsidenten (!), er solle darauf einwirken, dass wieder Schlager auf UKW laufe und nicht auf DAB. Das Thema ging medial vor paar Monaten groß durch die dortige Lokalpresse. Da wurde keine Chance zum sich-der-Lächerlichkeit-preisgeben ausgelassen.

Zitat
Felix II
Aber drei neue Fernseher kaufen, das geht...


Teils ja, teils auch klares nein. Ich habe dermaßen arme Menschen erlebt, die können nichtmal 25 EUR Einmal-Ausgabe zusätzlich stemmen. Natürlich wäre da interessant, mal paar Wochen lang in den Einkaufskorb zu schauen, was da ggf. ausgetauscht werden könnte...

Viele Fragen von @Seltener Besucher habe ich letztlich auch, da ist mir etliches unklar.

Zitat
jug
Zitat
lindau42
Die Hörer würden nicht auf Radio verzichten und aus die neue Technologie gehen.
Siehe Schweiz: 62% hören Radio über DAB und ab 2019 wird mit der Abschaltung UKW begonnen.
Warum sollte das im Osten nicht funktionieren ?


Volle Zustimmung, das D-Radio sollte die jetzige Chance nutzen und in Ost-Deutschland testen, wie schnell die Hörer von UKW auf DAB+ umsteigen würden


Angesichts der Einschaltquoten von ca. 2% DLF und teils "nicht messbar" (DLF Kultur) klärt sich das Problem wohl dann gleich restlos...

Ich erlebe bei Senioren (und bezüglich Radio auch bei deutlich jüngeren) vor allem: "dann eben nicht mehr!" Man ist teils wütend, hat aber keine Lust, "schon wieder" was neues zu kaufen und lässt es. Die jüngeren sind nichtmal wütend, die merken oft gar nicht mehr, dass es noch Radio gibt.

von Chris_BLN - am 27.04.2018 14:08
Zitat
Chris_BLN
Zitat
Seltener Besucher
Ich erinnere mich, dass Leipzig einen neuen Senderstandort bekommen hat und auch Rostock-Toitenwinkel einen Standort ersetzt hat.


Letzterer mit jahrelanger Vorlauf- und etwa einfähriger Bauzeit. Ersterer aufgrund seiner Bauweise für umfangreichere UKW-Antennenanlagen nicht geeignet.

Warum das? Ich könnte mir nur zu wenige Platz am geraden Mastteil unterhalb des GFK-Zylinders für die übliche 8-fach gestockte Anlage vorstellen.

Zitat
Chris_BLN
Zitat
jug
Bitte glaube mir, das Vorurteil, ältere Menschen wissen nichts mit DAB+ anzufangen, ist definitiv falsch.


In Ostthüringen tobte der Seniorenverband und schrieb gar dem Ministerpräsidenten (!), er solle darauf einwirken, dass wieder Schlager auf UKW laufe und nicht auf DAB. Das Thema ging medial vor paar Monaten groß durch die dortige Lokalpresse. Da wurde keine Chance zum sich-der-Lächerlichkeit-preisgeben ausgelassen.

Da fällt mir nur meine Nachbarin am QTH2 ein die mir mit über 90 Jahren zeigte wie der Bundesmux, und zu diesem Zeitpunkt war nur Würzburg aktiv, geht. Sie hatte darüber Radio Horeb gehört.
Bei anderen älteren Semestern war ich dann derjenige der Schlager/Volksmusik zurück ins Radio brachte. Zunächst mit hr4 (107,3) als Bayern1 nachgelassen hatte. Es sei noch angemerkt daß dort älteren Bewohner bis Ende der 80er praktisch fast alle (!) hr1 über 594 kHz hörten. Gut, einige 1017 und 576-Hörer (letzteres mußte ich mal zum Tapezieren ertragen...) gab es auch noch :bruell: , aber keine 520 oder 801, vielleicht auch weil die praktisch nicht gingen. Die waren damals gar nicht davon angetan daß abends die Gastarbeiterprogramme auf der 594 dann zu hören waren. Umschalten auf UKW? Die Herrschaften doch nicht ;-) , aber meckern, also so wie in Thüringen. Man muß allerdings, haber ich hier vielleicht auch schon zu häufig, daß das QTH2 je nach Lage ein Ort von extrem schlechtem Empfang sein kann. Wenn das Radio in der Werkstatt sonst nicht geht bleibt es eben auf dem Sender wo bisher was ging. Gerade bei UKW haben da wohl einige früher schlechte Erfahrungen gemacht, obwohl Bayern1 (98,3 + 95,6 + 90,9, seit 1991 auch 92,2) dort eigentlich überall zumindest in Mono ordentlich geht. Der hr (hr1 früher als Seniorenprogramm auf 91,3 + 94,4 ohne Heidelstein) ging noch etwas schwächer, es war aber ebenso machbar.
Jetzt hatte ich dann einigen wenigen auf Nachfrage DAB empfohlen; durch den Sender im Nachbarort auch erstklassig versorgt. Die sind durchaus von Bayern + und Heimat begeistert...und kommen auch mit den Gerätschaften zurecht. Aber auch hier dann die Frage: Geht damit auch hr4 ;-) , die ich leider verneinen mußte (DAB der dunkle Fleck was schon die direkten Nachbarn betrifft :sneg: ). Nach dem Südwestfunk (sic!) hat übrigens keiner gefragt.
Will heißen: Da ist zumindest Potential!

Zitat
Chris_BLN
Zitat
Felix II
Aber drei neue Fernseher kaufen, das geht...

Teils ja, teils auch klares nein. Ich habe dermaßen arme Menschen erlebt, die können nichtmal 25 EUR Einmal-Ausgabe zusätzlich stemmen. Natürlich wäre da interessant, mal paar Wochen lang in den Einkaufskorb zu schauen, was da ggf. ausgetauscht werden könnte...

Auch hier will ich nicht die alte Diskussion öffnen, muß aber dennoch die Frage stellen: Wenn dem Teilnehmer ein Empfangsweg abgeschaltet wurde und dies sogar politisch grundsätzlich der vorgegebene Weg ist (DAB allgemein, nicht jetzt den hier im Faden betrachteten UKW-Ausverkauf), so sollten entsprechende Gelder da sein um den Ärmsten zu helfen. Der muß sich das nicht vom Mund absparen! Alles andere ist einer Bundesrepublik Deutschland unwürdig.

[Nochmal ein Nachtrag]
Wie soll denn das mit der BNetzA auf dem Rechtsweg klappen? Gut, ich bin kein Jurist :D , aber wie will man eine Versorgung verargumentieren wenn man andere Empfangswege verfügbar hat. Künstlich einen Markt mit gleichen Bedingungen schaffen für ein Produkt wo die Politik einen Ausstiegswunsch erklärt hat. Obwohl: Man ersetze UKW einfach mit Diesel LOL
Um jetzt keinen falschen Eindruck zu erwecken: Ich nutze weiterhin gerne UKW und würde das auch in der Zukunft gerne tun! Ohne Abschaltdatum. Ohne Abschaltung.

von Thomas (Metal) - am 27.04.2018 19:30
Hier ist die Pressemitteilung der BNetzA zum Thema:

>> Bundesnetzagentur untersucht Marktverhältnisse im UKW-Markt

Homann: "Marktbeherrschende Unternehmen sind der Regulierung zu unterwerfen"

Ausgabejahr 2018
Erscheinungsdatum 27.04.2018

Die Bundesnetzagentur hat jetzt den neuen Eigentümern und Betreibern von UKW-Antennen sowie der Media Broadcast GmbH förmliche Auskunftsersuchen zugestellt, um die Marktverhältnisse im UKW-Markt zu ermitteln.

"Wir wollen zügig klären, ob und welche Anbieter für den Zugang zu UKW-Antennen über beträchtliche Marktmacht verfügen. Diese Anbieter wären einer Regulierung zu unterwerfen", erläutert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Wir werden darauf achten, dass der seit dem Verkauf der UKW-Antennen andauernde Streit über deren Nutzung nicht auf dem Rücken der Radiohörerinnen und –hörer ausgetragen wird. Der Gesetzgeber hat vor einigen Jahren entschieden, den UKW-Markt für den Wettbewerb zu öffnen. Der Wille des Gesetzgebers darf nicht durch den Antennenverkauf konterkariert werden. Deshalb habe ich die Erwartung, dass die Marktakteure parallel zu unseren Aktivitäten weiterhin gemeinsam konstruktiv nach einvernehmlichen Lösungen suchen. Sie haben es selbst in der Hand, ob und inwieweit wir am Ende Regulierungsentscheidungen treffen müssen."

Marktmacht als Voraussetzung für Regulierung

Die neuen Antenneneigentümer müssten dann reguliert werden, wenn sie in ihren jeweiligen Verbreitungsgebieten über beträchtliche Marktmacht verfügen. Ihnen könnte dann auferlegt werden, anderen Unternehmen einen diskriminierungsfreien Zugang zu ihren UKW-Antennen zu regulierten Entgelten zu gewähren. Das Auskunftsersuchen dient der Ermittlung der Marktverhältnisse.

"Wir werden uns bei unseren Ermittlungen das Agieren der einzelnen Akteure anschauen und dann entscheiden, ob und wie im konkreten Fall reguliert werden muss. Dabei haben wir im Blick, dass bis Ende Juni 2018 alle Entscheidungen vorliegen müssten, damit eine erneuter Drohung mit einer Abschaltung, wie sie die Media Broadcast Anfang April ausgesprochen hatte, nicht noch einmal vorkommt", so Homann abschließend. In Absatz 1 wird mit Blick auf die unterschiedlichen Zuständigkeiten bei der Zuteilung von Rundfunk-
frequenzen und der Erteilung der medienrechtlichen Genehmigung die Vorschrift neu gefasst. Bisher wird
dem Sendernetzbetreiber die Frequenz zur Übertragung des Rundfunkprogramms von der BNetzA zugeteilt.
Der Programmveranstalter erhält von der zuständigen Landesbehörde die medienrechtliche Genehmigung
zur Übertragung des Programms. Der Programmveranstalter ist nun gehalten, einen Vertrag mit
dem von der BNetzA ausgewählten Sendernetzbetreiber abzuschließen.

Die neue Regelung ermöglicht es dem Programmveranstalter, den für ihn wirtschaftlichsten Sendernetz-
betreiber auszuwählen. Dies ist grundsätzlich nicht auf analoge Frequenznutzungen beschränkt. Da sich
allerdings bisher bei digitalen Frequenznutzungen mehrere Veranstalter die Übertragungskapazität einer
Frequenz teilen, können während der Laufzeit der Frequenzzuteilung jederzeit Veranstalter ausscheiden
bzw. neue hinzukommen. Insoweit bleibt es bis auf Weiteres bei der bisherigen Aufgabenteilung, wonach
die BNetzA die Frequenz zur Übertragung des Rundfunkprogramms zuteilt, und der Veranstalter mit dem
entsprechenden Zuteilungsnehmer einen Vertrag abschließt.> MEDIA BROADCAST ordnet Geschäftsfelder neu

Köln, 15. Februar 2017 – MEDIA BROADCAST hat ihre Geschäftsfelder im Hinblick auf die Herausforderungen der Digitalisierung und ihre zukünftigen Erträge analysiert und neu bewertet. In diesem Zusammenhang hat sie beschlossen, sich auf digitale Wachstumsfelder und Serviceleistungen zu konzentrieren. Deshalb wird sich das Unternehmen bis zum 30. Juni 2018 von seinen analogen UKW-Antennen und -Sendern trennen. Für die Hörer von UKW-Programmen ändert sich durch dieses Verfahren nichts. Alle Programme können wie bisher empfangen werden.

Wolfgang Breuer, CEO der MEDIA BROADCAST, sagt zu diesem Schritt: „In Zukunft werden wir gemeinsam mit unserer Eigentümerin der freenet Group, eine klare Digital-Strategie verfolgen. Hierzu gehören insbesondere die Wachstumsfelder DVB-T2 HD und DAB+ als digitale Technologien zur TV- und Radio-Verbreitung. Wir werden auch nach der Trennung von unseren UKW-Infrastrukturen weiter Serviceleistungen im Bereich von Sendertechnik, Antennenwartung und Netzdienstleistungen anbieten. Somit bleiben wir für unsere Kunden auf allen Geschäftsfeldern ein verlässlicher Partner. Bestehende Verträge mit Sendern werden wir natürlich erfüllen.“

Ein störungs- und unterbrechungsfreier Sendernetzbetrieb sowie ein reibungsloser Übergang hat höchste Priorität für MEDIA BROADCAST. Deshalb sieht das Unternehmen folgenden geordneten und transparenten Veräußerungsprozess für die UKW-Infrastrukturen vor:

• Um der besonderen Verantwortung gegenüber bestehenden Kunden gerecht zu werden, wird MEDIA BROADCAST in den nächsten Wochen mit allen Nutzern der UKW-Antennen und -Sender sprechen, die daran interessiert sind, diese zu übernehmen.
• Wird dies von den Nutzern nicht gewünscht, wird MEDIA BROADCAST in der zweiten Jahreshälfte 2017 die UKW-Antennen und -Sender in einer offenen Auktion mit einem Mindeststartpreis anbieten.
• Nach dem Verfahren nicht mehr benötigte UKW-Antennen und -Sender werden abgebaut.

Bereits in der Vergangenheit ist MEDIA BROADCAST von verschiedenen Seiten angesprochen worden, ob sie UKW-Infrastrukturen verkaufen möchte. MEDIA BROADCAST geht daher davon aus, dass genügend Interessenten zur Verfügung stehen.

von Manfred Z - am 30.04.2018 16:59
Zitat
Manfred Z
Und die Begründung zur Änderung [aus der Beschlussvorlage]:


Die alte Regelung zwang die Programmveranstalter mit einem Netzbetreiber auszukommen, der von der BnetzA vorgegeben war. Das führte zu großen Problem, weil sich die Beteiligten nicht über den Preis für die Ausstrahlung einigen konnten. Gab es da nicht einen Fall mit einem Fernsehsender in Sachsen oder so?

Im Jahr 2011 dachte noch niemand daran die Antenne und den Sender von zwei unterschiedlichen Anbietern betreiben zu lassen. Es dürfte aber Beispiele geben, wo es so gehandhabt wurde. Ich schätze, dass an „ARD-Standorten“ über die kommerzielle Veranstalter mit ausgestrahlt wurden, hat die Zuführung und den Sender MB betreut, die Antenne hat die ARD-Anstalt zur Verfügung gestellt.

Zitat
Radionicki
Uwe Polkaehn ( DGB Nord) bringt es auf den Punkt: "Der Machtmissbrauch privater Konzerne wirft auch die Frage auf, ob hier nicht eine Rückführung der Sendeanlagen in öffentliches Eigentum geboten ist."

Quelle:
https://www.tag24.de/nachrichten/radio-ukw-abschalten-stumm-kein-empfang-media-broadcast-dgb-pelkaehn-notfallplan-ndr-mdr-509785


Wenn die Marktwirtschaft versagt, soll der Staat einspringen. Es stellt sich die Frage, ob die Marktwirtschaft tatsächlich versagt hat?

30 Unternehmen haben Antennen gekauft, die Meinungsmache machen ausgerechnet Divicon und Uplink, die keine Antennen erworben haben. Divicon und Uplink haben aber das Land bereist und viele Programmveranstalter überzeugt bei ihnen die Leistungen zu beziehen. Daran ist noch nichts verwerflich. Schlimm ist, dass einige Programmveranstalter sich so früh auf einen Anbieter festgelegt haben. Warum haben Sie es gemacht? Vielleicht, weil Divicon und Uplink an der Antennen-Auktion teilnehmen wollten und ausgestiegen sind? Also wollen sie Antennen kaufen und haben das wahrscheinlich auch ihren Kunden gesagt. Haben sie dazu eine Erklärung den Programmveranstaltern vorgelegt?

Auf der einen Seite gibt es Divicon und Uplink mit Sendern aber ohne Antennen.
Auf der anderen Seite gibt es 5 Antennen-Käufer und alte MB-Sender die teilweise laufen und weiterlaufen könnten.

Jetzt stellt sich die Frage, wie lange die Antennen abgeschaltet werden müssen, damit die Verträge mit Divicon und Uplink aufgelöst werden können? Die betroffenen ARD-Anstalten und die Privatsender sollen endlich mal sagen, ob es 99,0 % (3T16h) oder 99,9 % (9 h) sind. Die sollen ihre Verträge offenlegen, dann können wir diskutieren.

Die Antennen hängen an Türmen der DFMG. Die neuen Antennen-Besitzer haben keine oder kaum Mitarbeiter, die die Antennen abschalten könnten. Haben Media-Broadcast Mitarbeiter immer noch Schlüssel zu allen Objekten oder muss ihnen jeden Standort jemand von DFMG aufschließen oder sie sich den Schlüssen holen? Sie könnten ihren Sender dort abmontieren wollen und müssen hineingelassen werden.

Hat sich schon jemand Gedanken gemacht, ob die Umschaltung von so vielen Sendern für NDR, MDR, RBB und zwei Deutschlandradio-Programme, sowie zahlreiche Privatprogramme generell an einem Tag durchgeführt werden kann?
Gibt es da Leiharbeiter aus der ganzen EU, die pünktlich um Mitternacht den einen Sender ausschalten und den anderen einschalten? Das wird eine spannende Nacht für uns.

von Seltener Besucher - am 30.04.2018 20:57
Der User "transponder" hat oben eine Meldung von satellifax zu einer Diskussionsrunde auf den Medientagen Mitteldeutschland (MTM 2018) verlinkt.

Tatsächlich handelt es sich um die korrigierte Wiedergabe der Pressemitteilung von MTM, die ich hier wiedergebe:

>> Keine Lösung im Streit um UKW-Sendeantennen in Sicht

Leipzig, 26. April 2018 – Eigentlich sollte die Übergabe der Sendeantennen von Media Broadcast bis März 2018 abgeschlossen sein. Die Firma hatte im vergangen Dezember im Rahmen einer Online-Auktion rund 700 Antennen zum Verkauf angeboten und für alle Antennen Käufer gefunden – darunter Sendenetzbetreiber, Übertragungsdienstleister und auch Finanzunternehmen. Doch gerade diese neue Vielfalt sorgt nun für Streit zwischen den Beteiligten.

Neue Eigentümer der Antennen wie Uplink und Divicon Media geben dem Verkäufer Media Broadcast die Schuld. [Anmerkung MZ: Uplink und Divicon sind neue Sendernetzbetreiber, haben aber keine Antennen von MB gekauft.] Die von Media-Broadcast-Chef Wolfgang Breuer angedrohte Abschaltung aller UKW-Wellen nennt Michael Radomski von der Firma UPLINK einen Erpressungsversuch: „Wir nehmen euch das UKW-Signal weg, wenn ihr nicht den Vertrag unterschreibt.“ Peter Zimmermann, Geschäftsführer von Divicon Media, geht sogar noch weiter und wirft der Media Broadcast Maßlosigkeit in ihrem Agieren vor.

Auch Dr. Ulrich Liebenow, Betriebsdirektor des MDR sieht in der Drohung einen „Sündenfall der Terrestrik“. Die Preise seien für viele Rundfunkanstalten nach dem Verkauf von Media Broadcast immens gestiegen und die neuen Preise zu bezahlen, dazu sei der MDR nicht bereit. Und die Dienstleister Divicon und Uplink gehen davon aus, dass die neuen Antenneneigentümer aufgrund der hohen Investition beim Kauf die Preise gar nicht senken können. Sie müssten den Kapitaleinsatz für die eigenen Investitionen in die Antennen zurückholen. Ein attraktives Angebot für die Sendeanstalten sei somit nicht in Sicht.

Wolfgang Kniese von Media Broadcast sieht die Schuld jedoch nicht bei seinem Unternehmen. Media Broadcast habe die Sendeantennen verkauft, weil dies für das Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich attraktiv gewesen sei. Er sieht nun Antennenanbieter und –nutzer in der Verantwortung, zu einer Einigung zu kommen. „Im März haben die Landesmedienanstalten einen Runden Tisch einberufen. Weil keine Lösung in Sicht war, wurden wir gebeten, die UKW-Signale überbrückend aufrechtzuerhalten“, so Kniese.

Festgefahrene Positionen, die bei Martin Deitenbeck, dem Geschäftsführer der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien für Kopfschütteln sorgen. „Ich habe bisher kein einziges Argument gehört, was uns einer Lösung des Problems näherbringt“, resümiert Deitenbeck nach der einstündigen Diskussion auf den Mitteldeutschen Medientagen 2018. Er fordert die neuen Antennenbetreiber zur Kompromissschließung mit den Sendern auf. Bis zum 30. Juni 2018 hat Media Broadcast die überbrückende Koordination übernommen. Was am 1. Juli geschieht und ob dann ein UKW-Signal für die Rundfunkanbieter gewährleistet werden kann, bleibt auch nach der hitzigen Diskussionsrunde auf den Medientagen ungeklärt.

von Manfred Z - am 01.05.2018 10:54
Zitat
jug
Bayern ist wohl das einzige Bundesland, das nun auch die Antennen für das D-Radio und die bayrischen Privatradios gekauft hat. Warum hat man das eigentlich nicht überall so in Deutschland gemacht?


Es gibt in Bayern anscheinend keine Antennen, die nur von D-Radio genutzt werden. BMT hat alle Antennen gekauft, die von der BLM und vielleicht auch noch dem BR genutzt werden.

In Bayern gibt es keinen Privatfunk. Der Privatfunk in Bayern ist in öffentlich (-rechtlicher) Trägerschaft.

Verfassung des Freistaates Bayern

Zitat

Art. 111a

  1. Die Freiheit des Rundfunks wird gewährleistet. 2Der Rundfunk dient der Information durch wahrheitsgemäße, umfassende und unparteiische Berichterstattung sowie durch die Verbreitung von Meinungen. 3Er trägt zur Bildung und Unterhaltung bei. 4Der Rundfunk hat die freiheitliche demokratische Grundordnung, die Menschenwürde, religiöse und weltanschauliche Überzeugungen zu achten. 5Die Verherrlichung von Gewalt sowie Darbietungen, die das allgemeine Sittlichkeitsgefühl grob verletzen, sind unzulässig. 6Meinungsfreiheit, Sachlichkeit, gegenseitige Achtung, Schutz vor Verunglimpfung sowie die Ausgewogenheit des Gesamtprogramms sind zu gewährleisten.
  2. Rundfunk wird in öffentlicher Verantwortung und in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft betrieben. 2An der Kontrolle des Rundfunks sind die in Betracht kommenden bedeutsamen politischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Gruppen angemessen zu beteiligen. 3Der Anteil der von der Staatsregierung, dem Landtag und dem Senat1) in die Kontrollorgane entsandten Vertreter darf ein Drittel nicht übersteigen. 4Die weltanschaulichen und gesellschaftlichen Gruppen wählen oder berufen ihre Vertreter selbst.


Zitat
jug
Ich kann mir auch nicht vorstellen, das die BMT zu viel Geld für die Antennen an die MB gezahlt hat. Daran kann man doch schon sehen, das normale Preise für den Antennenkauf möglich waren, man mußte die Antennen nur vor der Aktion kaufen!


Die Content-Anbieter konnten vor der Auktion die Antennen kaufen. Wenn 25 Unternehmen sich Antennen sichern konnten, dann ist davon auszugehen, dass es möglich war. Von einigen heißt es, dass sie sich den Zugang zu ihren Antennen erkämpfen mussten. Grundsätzlich war es möglich Antennen zu kaufen, die von der Rundfunkstation selbst genutzt werden. Einige haben dafür Dienstleister wie SBW (37 UKW-Antennen) oder AMS genutzt. AMS ist die Betriebsgesellschaft von 7 NRW-Lokalradios. Das besondere an dem Lokalfunk in NRW ist, dass die AMS der Geldgeber ist, aber keine Lizenz zum Senden besitzt. Die Lizenz haben mittellose Vereine, die sich die Antennen hätte nicht leisten können.

Zitat
jug
Divicon und Uplink wollten die alten Antennen aber nicht kaufen, weil sie vielleicht neue Antennen anbauen wollten?


Bis zu einem gewissen Moment wollten sie die Antennen kaufen. Haben sie aber nicht getan. Sie sind aus der Auktion ausgestiegen:

Senderbetrieb: Uplink steigt aus der eAuktion aus

Der Punkt ist, dass die Contentanbieter die Verträge mit Divicon und Uplink vorher unterzeichnet haben und Divicon und Uplink suggerierten, dass sie die alten Antennen durch ihre neuen Antennen ersetzen können. Ob dafür der Kauf der alten Antennen und der Plätze auf den Funktürmen nötig wäre, ist im Grunde egal. Sie haben suggeriert, dass sie den Sendebetrieb komplett übernehmen können. Den Beweis sind sie bis dato schuldig geblieben. Sie haben für den Privatfunk einen Teil des Sendebetriebs übernommen, für die öffentlich-rechtlichen werden sie es am 1.7. übernehmen.

Zitat
jug
Nun wird der Antennenplatz aber leider nicht frei am Mast und die MB brauchte die Antenne auch nicht abschrauben, wie wohl von den beiden Anbietern gehofft, weil nun die MB ja für jede Antenne einen Antennenkäufer gefunden hat. Dumm gelaufen für Divicon und Uplink.


Auch die MB muss irgendwann die Antennen abschrauben, weil der Platz auf dem Funkturm Geld kostet. Die DFMG wird den Platz weiter berechnen. Es stellt sich die Frage, wie voll die Kriegskasse von MB und den neuen Antennenbesitzern ist. Wenn sie den Platz für ihre Antennen noch ein paar Monate bezahlen können, dann wird es eng für Divicon und Uplink.

Es gibt bei der Sache ein Problem. Es wird nicht jeder Funkturm einzeln betrachtet, man kauft die Dienstleistung komplett ein. Man verstummt auch komplett, statt teilweise den Betrieb aufrecht zu erhalten. Schließlich gibt es mehrere Käufer für die Antennen und nicht alle sind so viel teurer geworden, dass man sich die nicht leisten könnte. Der Privatfunk wollte das Monopol der MB aufbrechen, hat es geschafft und kommt jetzt selbst mit der Marktwirtschaft nicht klar.

Hat jemand Informationen was in Niedersachsen passiert und was ist mit BFBS?

von Seltener Besucher - am 01.05.2018 13:08
Ein schöner Artikel aus der Feder der Marketingabteilung und tatsächlich zu damaliger Zeit ist Herr Radomski durch die Funkhäuser gezogen und hat alle überzeugt. Achtet bitte auf das Datum: 23.08.2017

Er wirkte damals wie ein Wohltäter, der Weihnachtsmann und die Lottofee, die gerade die 6 richtigen Zahlen und die richtige Supezahl gezogen hat. Vielmals schaltete der Wunsch der MB zu entkommen und endlich mal weniger für die Verbreitung zu bezahlen einige Kontrollmechanismen bei den Verantwortlichen aus. Anscheinend nicht bei allen, denn einige kauften ihre Antenne selbst.

Herr Radomski hat versprochen alle Antennen zu erneuern. Das heißt, dass so viel investiert wird, dass die Privatfunker der UKW-Anschaltung erneut entkommen. Man setzt sich gegen die Politik durch.

Schon der Satz: „Wenn Michael Radomski einen weiträumigen Blick über die Rheintäler genießen will, geht er gern auf den Fernsehturm in Düsseldorf.“

Kann mir jemand erklären, welche Rheintäler (Plural) sieht man vom Rheinturm in Düsseldorf?

„Denn Radomski ist Herr über 500 Antennen für Rundfunk auf Ultrakurzwelle (UKW), mit denen private Sender ihre Programme zu den Hörern bringen.“

Knapp an der Wahrheit vorbei, aber das Handelsblatt wird nur deshalb gekauft, um zu sehen, ob die eigene Pressemitteilung abgedruckt wurde.

Warum Herr Radomski so agiert, wie er agiert wird in diesem Satz klar:

„Als unternehmerischen Grundstock hierfür dient dem Funkexperten seine Agentur für Onlinemarketing, mit der sich der Ex-Manager von Drillisch selbstständig gemacht hatte.“

Mehr Schein als sein?

und im letzten Satz: „‘Wir wollen weiter wachsen‘, sagt der Uplink-Chef. Dafür fährt er bereits seine Antennen aus.“

Mit 500 Antennen sind die Fühler gemeint, die der Herr ausfährt, also bildlich gemeint.

von Seltener Besucher - am 02.05.2018 21:31
Zitat
Chris_BLN
Damit wäre auch klar, was mit dem ARD-Hörfunk passiert: der wäre dann nicht mehr existent. Ca. 50% der Hörfunknutzung in Deutschland gehen auf die privaten, also in den allermeisten Fällen auf "Dudel". Von den 50% öffentlich-rechtlicher Nutzung gehen ca. 35% auf Privatfunk-Kopien, also ebenfalls auf "Dudel" und nur ca. 15% (regional unterschiedlich) auf die echten öffentlich-rechtlichen Qualitätsprogramme (DLF, DLF Kultur, regionale ARD-Kulturwelle, regionale ARD-Infowelle).

Damit haben wir sofort nach UKW-Abschaltung der Öffis eine Abwanderung zu den Privaten (die nach deinem Vorschlag auf UKW bleiben) derart, dass nur noch maximal 15% der Hörfunknutzung auf die öffentlich-rechtlichen entfallen (so die Hörer der "alternativlosen" Programme sich tatsächlich DAB zulegen und antun). Gerade die ARD-Wellen mit Werbung werden dann nicht mehr gehört, weil man auf UKW private Äquivalente findet.


Eine weitere Diskussion Pro und Contra DAB+ macht an dieser Stelle keinen Sinn. Ich weiß nicht, was ich am nächsten Sonntag machen werde und meine Glaskugel ist zu klein, um 7 Jahre in die Zukunft zu schauen. Es gibt mehrere Länder die bis dahin entweder ihr UKW-Netz abgeschaltet oder zumindest ein Abschaltszenario entwickelt haben. Die ARD hält weiter an DAB+ fest, sonst werden ihr die Finanzmittel für den Netzausbau von der KEF gestrichen.

Wir haben in Deutschland Orte an denen 1 kommerzielles Radio und 5 – 7 öffentlich-rechtliche Programme zu empfangen sind. Wenn sich die Daseinsberechtigung für den ARD-Hörfunk nur mit der Frequenz-Ausstattung begründen lässt, dann hast Du Recht. Einige Menschen werden die Qualität der Inhalte schätzen, andere werden darauf verzichten.

Schon heute hat Absolut relax (DAB+) mehr Hörer in Brandenburg als 100,6 FluxFM (UKW). UKW-Empfänger hat fast jeder, DAB+ nur 16 %? Im letzten Jahr hatte Radio Paloma 21 Tsd. Hörer in Berlin, Cosmo nur 17 Tsd. Auf welcher UKW-Frequenz sendet Radio Paloma in Berlin?

In der Vergangenheit hörte ich häufiger die Aussage, ich benötige nicht so viele Programme. Dennoch sind die Menschen weg vom terrestrischen analogen TV mit 3 bis 7 Programmen zum Kabel- oder Satelliten-Empfang gewechselt. In Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München wird ihnen die UKW-Vielfalt vielleicht reichen. Im übrigen Gebiet werden sich die Hörer mit 10 UKW-Programmen nicht zufriedengeben, wenn es 35 bis 100 Programme auf DAB+ bis 2020 gibt.

Man wird keine „private Äquivalente“ finden, wenn analoge Frequenzen nicht mehr vergeben werden. Das war die Voraussetzung für den Ausstieg.

Ich halte die These für gewagt, dass alle Hörer zu Antenne MV oder Ostseewelle wechseln, wenn der NDR nur noch über DAB+ zu empfangen ist. Es werden alle nur noch die NRW-Lokalradios hören, wenn der WDR und das D-Radio UKW abschalten? Das ist eine gewagte These!

von Seltener Besucher - am 03.05.2018 14:58
Jungs, wir führen hier keine Antikapitalismus-Diskussion. Die Fakten sind sowohl von MB als auch DIVICON und UPLINK vorgestellt worden. Die Kapitalismus-Kritik ist schon mehrfach geäußert worden, muss also nicht jeden Tag aufs Neue auf die Tagesordnung gebracht werden.

Fakt ist, wenn ich in einer Mietwohnung 30 Jahre wohne, dann gehört sie mir immer noch nicht, obwohl ich diese bereits mit der Miete für den Besitzer abgezahlt habe. Genauso ist es mit den Antennen. Auch wenn einige Privatsender die Antennen bereits 30 Jahre anmieten, ein Anrecht auf diese Antennen besteht nicht. Die Antennen gehören dem Eigentümer und der kann damit machen was er will, eben auch veräußern.

Wir sollten nicht ausschließlich emotional die Meinung von Divicon und Uplink Network übernehmen. Möglicherweise werden wir von einem Werbeagentureigentümer mit Fakenews versorgt. Die Deutungshochheit über die Ereignisse allein nur Herrn Radomski zu überlassen wird der Sache nicht gerecht.

Der NDR, MDR, RBB und die Privaten konnte ihre Antennen erwerben. Es wundert mich gerade im Fall der Öffentlich-Rechtlichen, dass sie nicht ausschließlich ihren Versorgungsauftrag auf den Schirm hatten, sondern dem Spardruck unterlagen. Auch die ARD-Anstalten im Westen mieten den Platz auf den DFMG-Türmen für ihre Antennen an. Einige ARD-Anstalten haben ein Team, dass sich ausschließlich um Technik und die Verbreitung kümmert, einige haben da anscheinend keine Stellen. Sonst hätten sie vielleicht anders gehandelt.

Die Privatsender haben sich in unterschiedlichen Bundesländern unterschiedlich verhalten. Bayern ist ein Sonderfall, aber ich hören auch Niedersachsen kaum Klagen. Die beiden großen Privatsender haben ihre Antennen erworben, kleinere Programmveranstalter haben ebenfalls ihre Antennen gekauft oder den Vertrag gekündigt und eigene Sender aufgebaut. Andere sind den Versprechen von zwei Firmen auf den Leim gegangen. Warum gerade diese Firmen uns nun die Meinung diktieren sollten, stelle ich in Frage.

von Seltener Besucher - am 08.05.2018 20:29
Zitat
Seltener Besucher
Jungs, wir führen hier keine Antikapitalismus-Diskussion. Die Fakten sind sowohl von MB als auch DIVICON und UPLINK vorgestellt worden. Die Kapitalismus-Kritik ist schon mehrfach geäußert worden, muss also nicht jeden Tag aufs Neue auf die Tagesordnung gebracht werden.

Jein! Ich überlasse die Darstellung nach meiner Meinung kritikwürdiger Zustände, hier also der Kapitalismusfolgen durch Privatisierung, nicht Personen die Hamburg in Schutt und Asche legten und das jetzt für Berlin auch angekündigt haben. Das gehört in die allgemeine Diskussion, in die Mitte der Gesellschaft. Geleichwohl, und da muß ich dem SB durchaus recht geben, ist die Frage natürlich erlaubt wie häufig man dies auffährt auch wenn es hier hoffentlich unstrittig der Ausgangspunkt der Eskalation ist.

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Seltener Besucher
Der NDR, MDR, RBB und die Privaten konnte ihre Antennen erwerben. Es wundert mich gerade im Fall der Öffentlich-Rechtlichen, dass sie nicht ausschließlich ihren Versorgungsauftrag auf den Schirm hatten, sondern dem Spardruck unterlagen. Auch die ARD-Anstalten im Westen mieten den Platz auf den DFMG-Türmen für ihre Antennen an. Einige ARD-Anstalten haben ein Team, dass sich ausschließlich um Technik und die Verbreitung kümmert, einige haben da anscheinend keine Stellen. Sonst hätten sie vielleicht anders gehandelt.

Eine sehr interessante Frage, noch überhaupt nicht beantwortet! Der mdr hat mit der PM nur seine Folterwerkzeuge vorgezeigt, sicher gehört auch das zum peinlichen Verhör. Da die aber fehlerhaft forumuliert war lacht der Delinquent bis jetzt.
Vielleicht kommt dann sinngemäß irgendwann "wir haben das Recht nach Sendergruppen abgeschaltet zu werden - laßt uns abstimmen". Dies wird dann im Programm geführt das nicht mehr gehört werden kann, weil ja abgeschaltet. "Keiner also" wäre die logische Folgerung. Nunja, zur Abschaltung? Jeder bitte nur eine Antenne! :bruell:
Zurücklehnen sich rechtzeitig andere Empfangswege bereithalten und das Theater genießen. Was es nicht für den Rundfunkbeitrag alles gibt :D .

von Thomas (Metal) - am 09.05.2018 06:21
Entweder wird die UKW-Ausstrahlung mit ein paar Millionen Euro aus irgendeiner Kasse unterstützen, schon MB sollte Unterstützung erhalten. Der Digitalisierungsprozess wird beschleunigt, weil UKW eben das kranke Kind der Rundfunkversorgung ist. Staatliche Unterstützung ist gewöhnlich zeitlich begrenzt, ich tippe auf 2-3 Jahre, weil früher die Landesmedienanstalten ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben werden. Es ist doch kein Zufall, dass die LfM NRW 2020 mit DAB+ durchstarten will. Es ist doch kein Zufall, dass Medienpolitiker dieses Szenario schon vor 4-5 Jahren angedeutet haben. Es kommt mir vor wie ein Déjà-vu das ich vor Jahren nicht einordnen konnte und es tritt leicht abgewandelt ein.

Man wird auf ein System setzen, das billiger ist. Die Unterstützung lässt sich nur finanzieren aus zusätzlichen Einnahmen und die können aus dem Verkauf der DAB+-Empfänger stammen. Der Staat hat auch nichts zu verschenken und die Schuldenbremse schlägt gnadenlos zu.

Bayern drängt schon länger auf den DAB+-Umstieg. Kein Wunder, der bayrischer Freistaat finanziert den dortigen Privatfunk, der bekannterweise in öffentlicher Trägerschaft ist. Die BLM erhält finanzielle Unterstützung aus dem Haushalt des Freistaats. In anderen Bundesländern müssen die Landesmedienanstalten mit dem Anteil aus dem Rundfunkbeitrag auskommen, veranstalten aber selbst keinen Rundfunk wie es in Bayern üblich ist.

Die CSU hat sich vor Jahren zum Ziel gemacht auf der EU-Ebene darauf hinzuwirken, dass DAB+ in Europa zum Rundfunkstandard wird. Die amtierende Koalition in Berlin will einen Abschaltplan ausarbeiten. Die UKW-Probleme kommen der Politik nur entgegen. Schlussendlich erledigt sich UKW jetzt von selbst. Dort wo die Anbieter UKW-Antennen gekauft haben, werden sie diese lange nutzen wollen und wahrscheinlich auch können. Wer keine gekauft hat, wird sich das jetzt überlegen, denn die werden sicherlich nicht billiger werden mit jedem Eigentümerwechsel.

Irgendjemand muss Konkurs anmelden, entweder die Antennenbesitzer oder DIVICON und UPLINK. Wenn beide keine nennenswerten Gewinne durch die geplante Marktregulierung erwirtschaften werden, dann werden sie das Geschäft abstoßen. Es haben sich alle verkalkuliert. Es gibt noch eine Alternative, andere Heuschrecken übernehmen die Antennen oder dieses „Duopol“. Egal wie es ausgeht, es bleibt spannend. Wenn sie kein Gewinn machen, wie sollen sie die Rechtsanwälte bezahlen, die alle aufeinanderhetzen?

Welche Rechtsform haben diesen neuen Firmen? GmbHs? GmbHs i.G.? Die haben Antennen gekauft. Wurden diese schon bezahlt? Gehören die Antennen also den Banken? Die wollen den Verlust von ein paar Millionen auch nicht in der Bilanz stehen haben. Eine Ahnung von dem Broadcastgeschäft haben die Banken auch nicht, also weg damit. Für die Rundfunkveranstalter wird es zermürbend werden, weil sie sich nur noch auf die Verbreitung konzentrieren müssen, während einige Wettbewerber sich um das Programm kümmern können, weil sie ihre eigenen Antennen besitzen.

von Seltener Besucher - am 11.05.2018 19:45
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sup2
Mono = UKW, DAB = Stereo.


Komisch. Mein UKW klingt so: https://we.tl/7Dgktg9OrL (Audio an 2 Stellen geschnitten)

Klar, ist nicht Mobilempfang, sondern stationärer Empfang (Kabelanschluss), dazu noch mit nem "amtlichen" Tuner. Aber der Vollständigkeit halber gehört auch diese - wie es heute heißt - "Nutzererfahrung" zu UKW dazu. Übrigens ist das nicht nur auf in der Kopfstelle des Kabelnetzes aus DVB-S erzeugte UKW-Signale begrenzt (das Beispiel ist ein solches), sondern funktioniert auch über terrestrischen Empfang in der Kopfstelle mit dem riesigen Umweg Umsetzung auf 10,7 MHz, ZF-Filterung, Umsetzung auf die Kabelfrequenz sowie Empfang im Tuner nach zig Linienverstärkern im Kabelnetz. Auch dazu ein Beispiel, D-Kultur 12/2016: https://we.tl/PQzcCoeiiF - da hört man als Störung nur die Datenreduktion der Senderzuführung, in diesem Fall 192 kBit/s MPEG 1 Layer 2, gefolgt von einer Capella-Strecke in 384 kBit/s, um den kleinen, im Stadtwald stehenden Stadtsender via DSL von einem anderen Empfangsort des Sat-Signals der Zuführung anzuspeisen. Für das Hörbarmachen der Störungen der D-Radio-Signalzuführung einfach mal die "trockene" Moderation in der Kanaldifferenz links minus rechts anhören.

Um belegen zu können, dass beides UKW ist, habe ich es als FLAC gepackt. Bitte in Wave konvertieren und in einen Audioeditor laden, dann das Signalspektrum ansehen. Der verräterische Pilotton bei 19 kHz ist drin.

Bitte durchaus mit gutem Kopfhörer unter ordentlichen Bedingungen anhören, um die Qualität einschätzen zu können! Diese Audioqualität erreiche ich an diesem Kabelnetz nicht nur mit dem Studer-Tuner, sondern auch mit einer natürlich wesentlich einfacheren Onkyo-Kompaktanlage (CD-Receiver) mit Zukauf-UKW-Frontend. Nur das Hintergrundrauschen ist da minimalst (!) stärker. Nie würde ich diese Qualität gegen DAB+ bei Bitraten unter 144 kbps LC-AAC tauschen wollen. Sofort würde ich hingegen DVB-S mit 320 oder 256 kBit/s MPEG 1 Layer 2 bevorzugen.

von Chris_BLN - am 26.05.2018 13:53
Die Analogtechnik kann schon gut klingen - das ist nichts neues. Bei entsprechendem Aufwand klingt sie unter Umständen sogar besser als digital. Das hatte ja vor einigen Jahren, als die Digitaltechnik aufkam, die Firma Studer recht eindrucksvoll bewiesen mit ihrer legendären Studio-Bandmaschine (Type fällt mir grad nicht ein) - dagegen konnte kein DAT-Recorder oder CD-Player konkurrieren. Der französiche Musiker Jean-Michel Jarre ist ja ein Verfechter der Analogtechnik und setzt das Teil heute noch für seine Aufnahmen ein. Für Normalsterbliche ist das Ding aber mehr als unerschwinglich...
Wenn man eine entsprechende Materialschlacht treibt (Mechanik, Vorverstärker) klingt Schallplatte auch recht gut, und bei optimalen Empfangsbedinungen und einem hochwertigen Tuner ist gegen UKW auch nichts einzuwenden.
Aber wo hat man solche Bedinungen? Und wer hat so teures Equipment?

Der Vorteil der ganzen Digitaltechnik ist ja vor allem: Sie ist (mittlerweile) sehr preisgünstig und liefert dabei eine Klangqualität welche mit analoger Technik nicht zu diesem Preis möglich wäre! Jeder billig-CD-Player klingt besser als ein ähnlich teurer Plattenspieler oder Kasettendeck, hochwertige Mechanik ist zu solchen Preisen nicht zu haben. Ist aber notwendig - ein Laufwerk welches keine Störgeräusche und keine Gleichlaufschwankungen produziert braucht hochwertige Lager, eine präzise Mechanik, einen hochwertigen Antrieb...
Ich habe hier z.B. noch eine alte AKAI-Bandmaschine und ein recht hochwertiges Kassettendeck bei welchem der Hersteller einen ziemlichen Aufwand getrieben hat (dreimotoriger Antrieb mit Doppekkapstan, drei Tonköpfe, Einmeßcomputer...) Beide Geräte klingen wirklich hervorragend, auch heute noch - sind aber nur stationär zu betreiben. Meine tragbaren Kasettenabspieler haben da keine Chance dagegen und werden von jedem 20-Euro-MP3-Player an die Wand gespielt.

Ähnlich ist die Situation beim Radio. Ein ordentlicher Tuner braucht z.B. hochwertige und präzise abgestimmte Filter - was richtig Geld kostet. Bei günstigen Taschen- oder Tischradios findet man so etwas nicht.
Und beim Empfang im fahrenden Auto oder mit einfachen Wurf- oder Teleskop-Antennen hat UKW gegen DAB+ haushoch verloren! Das sind aber heute die häufigsten Empfangsszenarien.

von Loger - am 26.05.2018 16:29
An einer Schnittstelle im Bayern-2-File ist kein Rauschen - leider. Ärgerte mich später auch, dass ich das so pausiert habe, aber es dürfte jedem klar sein, dass das eine synthetische Pause ist. Man sieht es ja auch, wenn man sich das NF-Spektrum anschaut - der Pilotton fehlt da ja auch. Weiter hinten im File ist die "Stille" aber echt. Im DKultur-File ist alles ungeschnitten.

D-Kultur ist wie bereits geschrieben ja Rückempfang von terr. UKW und durchlief im Vergleich zu direktem UKW-Empfang mit eigener Antenne ja noch 2 Mischer (im Kopfstellenumsetzer) und ein qualitativ eher minderwertiges Kabelnetz (in dem auf den untersten DVB-C-Kanälen direkt oberhalb UKW nur ca. 32 dB MER ankommen statt >40 dB). Auch lasten 44 UKW-Programme auf dem Tuner in diesem Kabelnetz. Mit anderen Worten: mit dem Tuner an eigener Antenne wäre das noch besser gewesen.

Natürlich hört man auf UKW immer etwas Rauschen, es liegt ca. 45 dB im Peak unter dem Nutzsignal-Peak. Dennoch ist mir das weitaus lieber, als dauerhaft den kratzigen, grellen Sound der Spektralbandreplikation ertragen zu müssen. DAB ist, so wie es in Deutschland bis auf eine handvoll Ausnahmen betrieben wird, für mich völlig inakzeptabler akustischer Sondermüll und würde mich, wäre dies künftig die einzige verfügbare Qualität (zusammen mit den lausigen 128 kbps MP3-Livestream) vom Rundfunkhören komplett abhalten. Noch gibt es den ARD-Radiotransponder und wir sollten sehr darauf achten, dass diese Qualität auch nach 2020 erhalten bleibt und nicht etwa gegen AAC getauscht wird, wie es in Norwegen und Tschechien bereits geschehen ist.

Was wir beim Antennenstreit erleben, kann doch jederzeit auch bei DAB auftreten: Verkauf von Antennen. Da es sich bei DAB oft um SFN handelt, wäre es noch verheerender, wenn Antennen innerhalb eines SFN keinen einheitlichen Besitzer haben. Werden an einzelnen Standorten mehrere DAB-Muxe ausgestrahlt über die gleichen Antennen und diese Muxe sind in unterschiedlich großen SFN gruppiert, wird es noch übler. Die Verknüpfungen sind bei DAB weitaus größer als bei UKW, so dass ich zumindest behaupte, was wir derzeit erleben, ist noch harmlos verglichen mit dem, was bei DAB passieren könnte.

von Chris_BLN - am 27.05.2018 09:23
Zitat
Chris_BLN
Was wir beim Antennenstreit erleben, kann doch jederzeit auch bei DAB auftreten: Verkauf von Antennen. Da es sich bei DAB oft um SFN handelt, wäre es noch verheerender, wenn Antennen innerhalb eines SFN keinen einheitlichen Besitzer haben. Werden an einzelnen Standorten mehrere DAB-Muxe ausgestrahlt über die gleichen Antennen und diese Muxe sind in unterschiedlich großen SFN gruppiert, wird es noch übler. Die Verknüpfungen sind bei DAB weitaus größer als bei UKW, so dass ich zumindest behaupte, was wir derzeit erleben, ist noch harmlos verglichen mit dem, was bei DAB passieren könnte.


Es würde bedeuten, dass über den WDR-Standort Langenberg der Bundesmux über eine getrennte Antenne ausgestrahlt wird und in Dortmund der WDR eine eigene Antenne für seinen MUX installieren ließ? Genau das glaube ich nicht. Es dürfte schon heute unterschiedliche Betreiber von Antennen für DAB+ geben. Wer zuerst auf einem Turm seine Antenne installiert hat, vermietet diese.

Zitat
jug
Der UKW Sektor wird nicht mehr zur Ruhe kommen und eine weitere Erhöhung der UKW-Übertragungskosten ist vorprogrammiert.
Deshalb wäre es dringend der Politik anzuraten, die Bürger mitzunehmen und dem Schweizer Vorbild für einen geordneten UKW/DAB+ Umstieg folgend, den UKW Abschalttermin nun endlich festzulegen. Alles andere wird im DAB+-UKW-Chaos-Frust enden.
Aber wie wir die deutschen Politiker kennen, wird auch dieses Thema sicherlich ausgesessen und es wird genau so enden, wie andere aktuelle Probleme auch, da es ja keinen Plan gibt!


An eine Ruhe glaube ich auch nicht. Seit dem die 24 - 25 Käufer von eigenen Antennen keine Regulierung wollen und die Programmveranstalter die ihre Antennen nicht gekauft haben eine Regulierung wollen, wird es für die Bundesnetzagentur sehr schwer werden. Die Quersubventionierung war einfach mist. Aus einer UKW-Netzoptimierung wurde eine Frequenzblockade. Jetzt kommt jede Frequenz auf den Prüfstand, weil es zu teuer sein wird jede kleine Füllfrequenz aufrecht zu erhalten.

von Seltener Besucher - am 27.05.2018 14:08
Zitat
Seltener Besucher
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Chris_BLN
Was wir beim Antennenstreit erleben, kann doch jederzeit auch bei DAB auftreten: Verkauf von Antennen. Da es sich bei DAB oft um SFN handelt, wäre es noch verheerender, wenn Antennen innerhalb eines SFN keinen einheitlichen Besitzer haben. Werden an einzelnen Standorten mehrere DAB-Muxe ausgestrahlt über die gleichen Antennen und diese Muxe sind in unterschiedlich großen SFN gruppiert, wird es noch übler. Die Verknüpfungen sind bei DAB weitaus größer als bei UKW, so dass ich zumindest behaupte, was wir derzeit erleben, ist noch harmlos verglichen mit dem, was bei DAB passieren könnte.


Es würde bedeuten, dass über den WDR-Standort Langenberg der Bundesmux über eine getrennte Antenne ausgestrahlt wird und in Dortmund der WDR eine eigene Antenne für seinen MUX installieren ließ? Genau das glaube ich nicht. Es dürfte schon heute unterschiedliche Betreiber von Antennen für DAB+ geben. Wer zuerst auf einem Turm seine Antenne installiert hat, vermietet diese.

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jug
Der UKW Sektor wird nicht mehr zur Ruhe kommen und eine weitere Erhöhung der UKW-Übertragungskosten ist vorprogrammiert.
Deshalb wäre es dringend der Politik anzuraten, die Bürger mitzunehmen und dem Schweizer Vorbild für einen geordneten UKW/DAB+ Umstieg folgend, den UKW Abschalttermin nun endlich festzulegen. Alles andere wird im DAB+-UKW-Chaos-Frust enden.
Aber wie wir die deutschen Politiker kennen, wird auch dieses Thema sicherlich ausgesessen und es wird genau so enden, wie andere aktuelle Probleme auch, da es ja keinen Plan gibt!


An eine Ruhe glaube ich auch nicht. Seit dem die 24 - 25 Käufer von eigenen Antennen keine Regulierung wollen und die Programmveranstalter die ihre Antennen nicht gekauft haben eine Regulierung wollen, wird es für die Bundesnetzagentur sehr schwer werden. Die Quersubventionierung war einfach mist. Aus einer UKW-Netzoptimierung wurde eine Frequenzblockade. Jetzt kommt jede Frequenz auf den Prüfstand, weil es zu teuer sein wird jede kleine Füllfrequenz aufrecht zu erhalten.


Wo wurde da etwas quersubventioniert. Die UKW-Antennen ware doch längst abgeschrieben.

von RudiP - am 31.05.2018 17:29
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Seltener Besucher
Zitat
Chris_BLN
Was wir beim Antennenstreit erleben, kann doch jederzeit auch bei DAB auftreten: Verkauf von Antennen. Da es sich bei DAB oft um SFN handelt, wäre es noch verheerender, wenn Antennen innerhalb eines SFN keinen einheitlichen Besitzer haben. Werden an einzelnen Standorten mehrere DAB-Muxe ausgestrahlt über die gleichen Antennen und diese Muxe sind in unterschiedlich großen SFN gruppiert, wird es noch übler. Die Verknüpfungen sind bei DAB weitaus größer als bei UKW, so dass ich zumindest behaupte, was wir derzeit erleben, ist noch harmlos verglichen mit dem, was bei DAB passieren könnte.


Es würde bedeuten, dass über den WDR-Standort Langenberg der Bundesmux über eine getrennte Antenne ausgestrahlt wird und in Dortmund der WDR eine eigene Antenne für seinen MUX installieren ließ? Genau das glaube ich nicht. Es dürfte schon heute unterschiedliche Betreiber von Antennen für DAB+ geben. Wer zuerst auf einem Turm seine Antenne installiert hat, vermietet diese.

Zitat
jug
Der UKW Sektor wird nicht mehr zur Ruhe kommen und eine weitere Erhöhung der UKW-Übertragungskosten ist vorprogrammiert.
Deshalb wäre es dringend der Politik anzuraten, die Bürger mitzunehmen und dem Schweizer Vorbild für einen geordneten UKW/DAB+ Umstieg folgend, den UKW Abschalttermin nun endlich festzulegen. Alles andere wird im DAB+-UKW-Chaos-Frust enden.
Aber wie wir die deutschen Politiker kennen, wird auch dieses Thema sicherlich ausgesessen und es wird genau so enden, wie andere aktuelle Probleme auch, da es ja keinen Plan gibt!


An eine Ruhe glaube ich auch nicht. Seit dem die 24 - 25 Käufer von eigenen Antennen keine Regulierung wollen und die Programmveranstalter die ihre Antennen nicht gekauft haben eine Regulierung wollen, wird es für die Bundesnetzagentur sehr schwer werden. Die Quersubventionierung war einfach mist. Aus einer UKW-Netzoptimierung wurde eine Frequenzblockade. Jetzt kommt jede Frequenz auf den Prüfstand, weil es zu teuer sein wird jede kleine Füllfrequenz aufrecht zu erhalten.


Wo wurde da etwas quersubventioniert. Die UKW-Antennen ware doch längst abgeschrieben und hatten in der Bilanz wahrscheinlich einen Erinnerungswert von 1 €.

von RudiP - am 31.05.2018 17:29
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RudiP
Wo wurde da etwas quersubventioniert. Die UKW-Antennen ware doch längst abgeschrieben und hatten in der Bilanz wahrscheinlich einen Erinnerungswert von 1 €.


Quelle: ndr.de

Guido Fiebes für aeos infrastruktur GmbH (8. Mai 2018)

Zitat

Fakt ist, dass die bisherige Regulierungssystematik der Bundesnetzagentur eine sogenannte Härtefallregelung enthielt. Diese Regelung führte dazu, dass die regulierten Preise in einigen Teilen Deutschlands (insbesondere in den neuen Bundesländern) deutlich höher ausfielen, als nach betriebswirtschaftlichen Kostenerwägungen notwendig. Dies ist z.B. für viele der vom NDR genutzten Antennen in Mecklenburg-Vorpommern der Fall. Im Gegenzug wurden aber für viele Antennenstandorte in den alten Bundesländern durch die Regulierung künstlich niedrige Preise festgesetzt, die teilweise nur 50% der vom Antennenbetreiber zu entrichtenden Standortmiete für den Antennenplatz am Funkturm betrugen. Bei diesen Antennen muss es naturgemäß zu einer deutlichen Preiserhöhung kommen, weil die Kosten des Antennenplatzes am Funkturm durchschnittlich 65 – 70% der Gesamtkosten der Antenne ausmachen.


Wer war das?

Zitat

Mit der Regulierung ab 2015 wurde eine sog. „MischkalkulatiorT eingeführt, die im Ergebnis bewirkte/ dass durch Umschichtungen einzelne Radios stark zu Lasten anderer Radios subventioniert wurden. Hauptbegünstigte waren u.a. Radio NRW und der SaarLR, Durch den Verkauf der Antennen fiel diese Mischkalkulation weg/was in zahlreichen Fällen zu beträchtlichen Kostensteigerungen der Radios aufgrund des Verkaufs der Antennen geführt hat/ während in anderen Fällen die Mieten gegenüber den regulierten Preisen fast unverändert gebiieben sind. Zwei Beispiele: alte/ regulierte Jahresmiete für eine Antenne in Hessen € 17.170,23 (brutfco inki. NK). Neue Jahresmiete: 17.065,35 (brutto inkl. NK), Demgegenüber eine Antenne in Köln: aite regulierte Jahresmiete (brutto, inkl. NK) € 2.724/87.

Neue, ohne Mischkafkulation ermittelte Jahresmiete: (brutto inkl. NK) € 24.685,21, darin enthalten € 11.585,64 Standortmiete DFMG (brutto inkl. NK).


Quelle https://www.ndr.de/ukw180.pdf

Preisliste:
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2015/2015_0001bis0999/BK3-15-0002/BK3-15-0002_Anlagen_oeffentliche%20Preislisten.pdf

von Seltener Besucher - am 01.06.2018 09:11
Es ist schon interessant, wer das Thema entdeckt, sogar ein Verschwörungstheoretiker-Blog mit dem vielsagenden Namen “Lausitzer Allgemeine Zeitung“ und der postalischen Adresse in der Hauptstadt Uruguays Montevideo mischt sich ein:

Zitat

„Von technischer Seite ist der Betrieb einer UKW-Station mit wenige hundert Euro zu bewerkstelligen. Die Technik dazu kostet in Wirklichkeit so gut wie garnichts und selbst ungeübte Menschen können – theoretisch – binnen kurzer Zeit einen eignen Rundfunksender betreiben. In den meisten amerikanischen Bundesstaaten ist der Rundfunk faktisch ungeregelt und es gibt viele sehr kleine UKW-Stationen.“


http://www.lausitzer-allgemeine-zeitung.org/politisch-gewollt-der-schleichende-tod-des-ukw-rundfunks/

TAZ: Bloß keinen Blackout (4.6.2018)
Zitat

„Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es aufseiten der beteiligten Unternehmen keinen ausreichenden Einigungswillen gibt“, sagt Michael Reifenberg, Sprecher der BNetzA. Dann muss die Behörde schnell regulatorisch eingreifen können, also beispielsweise die Preise festlegen.


http://www.taz.de/!5507743/

Der Heise-Verlag, selbst am Rundfunk beteiligt, übt sich in Verunsicherung seiner Leser:

Länder prüfen Verpflichtung für Weiterbetrieb von UKW-Radio
Zitat

„Mehr als 80 Prozent der Radiohörer empfangen ihre Programme über UKW. Der Dienstleister Media Broadcast hatte mit der Privatisierung des Antennenmarktes 2016 zunächst den Betrieb übernommen, das Geschäft dann aber an mehrere Investoren verkauft. Rund 40 öffentlich-rechtliche und private Sender verbreiten Programme über die UKW-Antennen. Neue Sendernetzbetreiber müssen mit den neuen Antennenbesitzern Mietpreise aushandeln, das ist bisher jedoch gescheitert.“


Ich weiß nicht, was die Jungs da in der Redaktion rauchen. Wahrscheinlich explodieren da ständig irgendwelche Testgeräte und die Redakteure rauch den Qualm von Kondensatoren ein.

Der General Anzeiger aus Bonn zitiert den Evangelischen Pressedienst (epd).

Bundesnetzagentur: Verfahren wegen drohendem UKW-Blackout eingeleitet
http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/digitale-welt/Verfahren-wegen-drohendem-UKW-Blackout-eingeleitet-article3869624.html

von Seltener Besucher - am 04.06.2018 22:32

BLM kauft Sendeanlagen und Antennen

Pressemitteilung der BLM von heute:

>> BLM kauft 180 UKW-Sendeanlagen in Bayern -
Landeszentrale erwirbt über bmt alle UKW-Antennen für das private Radio in Bayern


Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat über ihre Tochter Bayerische Medien Technik (bmt) – und in enger Abstimmung mit den Anbietern – alle UKW-Sender und -Antennen für den privaten Rundfunk in Bayern von der Media Broadcast erworben. Mit dem Kauf von 180 Sendeanlagen ist die bmt deutschlandweit der zweitgrößte Käufer. Die Unterzeichnung der Verträge bringt intensive Verhandlungen über alle notwendigen Verträge für die UKW-Verbreitung des privaten Hörfunks in Bayern zu einem guten Ende.

Durch den Einsatz der Landeszentrale ist die UKW-Verbreitung in Bayern damit im Interesse der Hörfunkanbieter, für die UKW auch in den kommenden Jahren noch die entscheidende wirtschaftliche Basis bildet, gesichert. Im Freistaat kann dadurch außerdem eine Gleichbehandlung aller UKW-Sendegebiete, ob landesweit oder lokal, erreicht werden.

Die Gefahr eines möglichen UKW-Blackouts für die privaten Hörfunksender ist durch den Vertragsabschluss in Bayern ausgeschlossen. Die Media Broadcast hatte Mitte Februar 2017 bekannt gegeben, sich von allen UKW-Anlagen in Deutschland bis 30. Juni 2018 trennen zu wollen.

BLM-Präsident Siegfried Schneider: „Der Kauf der UKW-Sendeanlagen durch die bmt erhält die heutigen UKW-Strukturen in Bayern und stellt damit die UKW-Versorgung im Freistaat sicher. Er ermöglicht es außerdem, selbst gestaltete Preisentwicklungen zu erarbeiten und ein Cherry Picking zwischen attraktiven und weniger attraktiven Hörfunk-Standorten zu vermeiden. Alle bisherigen Standorte bleiben weiter bestehen.“ Das Engagement der Landeszentrale ändere aber nichts an dem „mittelfristigen Ziel, auf eine preiswertere terrestrische DAB+-Infrastruktur umzusteigen“, so Schneider.

Die Bayerische Medien Technik GmbH ist ein Tochterunternehmen der BLM (90%) und des Bayerischen Rundfunks (10%). Im Fokus ihrer Arbeit stehen Dienstleitungen für private Hörfunk- und TV-Unternehmen in Bayern.

von Manfred Z - am 11.06.2018 10:15
Zitat
Chris_BLN
Und ich kann nur wieder die Gebetsmühle anschalten:
(...)
Wo ist denn die "höhere Qualität" von DAB+? Ich kann sie bei nur einer handvoll Programme in ganz Deutschland finden, nämlich denen, die in 144 oder zur Not noch 128 kbps LC-AAC übertragen werden.


Auch wenn Du gebetsmühlenartig deine Themen wiederholst. Ein Zusammenhang zwischen guter Ton-Qualität und dem Willen ein Programm einzuschalten besteht nicht. In Bremen senden 4 Programme des RB mit 128 kbps. In Hessen sind es immer hin 120 kbps bei 2 Programmen und 144 bei hr2. In NRW werden 128 kbps bei WDR 3 verwendet, in BW bei SWR2, der BR spendiert seiner Klassikwelle ganze 144 kbps. Haben diese Programme signifikante Hörerzuwächse? Ich bitte um einen Beweis dafür.

Dafür haben Programme wie Schlagerparadies mit furchtbarer Musik und noch schlechtere Datenrate Hörerzuwächse, die sich sehen lassen können. Ich bitte um Beispiele, wo führte eine höhere Datenrate zu einer höheren Einschaltquote!

Zitat
zerobase now
In vielen Dingen kann man Herrn Breuer sicherlich zustimmen. Ein durchaus aufschlussreiches Interview. Da man sich auf die Wachstumsfelder DAB und DVB-T 2 konzentriert hat man aus unternehmerischer Sicht alles richtig gemacht. Allerdings ist man natürlich mit dem Urteil zum BuMu2 ziemlich zurückgeworfen worden. Eigentlich wollte man ja dieses Jahr schon erste Sender in Betrieb nehmen. Das klappt ja nun nicht mehr.


Wenn das das einzige Problem mit DAB+ wäre. Die Landesmedienanstalten und Staatskanzleien horten ihre DAB+-Frequenzen. In den Landesmediengesetzen steht, daß freie Frequenzen auszuschreiben sind. Die Landesmedienanstalten geben diese nicht bekannt und schreiben auch nicht aus. Wenn schon ausgeschrieben wird und die Frequenzen an Privatfunker wandern, wird nicht zügig ausgebaut. Sorry. Der Bundesmux 2 ist nur ein kleiner Teil der Probleme.

von Seltener Besucher - am 14.06.2018 12:56
Mittwoch war Sitzung bei der Bundesnetzagentur mit den Sendernetzbetreibern und den Antenneneigentümern. Auch ein paar wenige Programmveranstalter waren wohl anwesend. Wolfgang Clement war außerdem für Media Broadcast mit dabei, moderiert wurde das ganze vom ehemaligen Kanzleramtsminister Friedrich Bohl.

https://www.privatfunk.de/r18/10177.html

Anscheinend möchte das Bundeswirtschaftsministerium bzw. die Bundesnetzagentur eine Einigung noch in diesem Monat erreichen, ansonsten werde man mit der Regulierung beginnen. Die kürzlich angekündigte Verlängerung des Übergangsbetriebs durch Media Broadcast um einen Monat (bis Ende Juli) wird es demzufolge dann wohl doch nicht geben.

Man erwarte ein Memorandum of Understanding bis zum 18.6.2018, ansonsten werde es eine öffentliche mündliche Verhandlung für eine Regulierung am 22.6.2018 geben. Unterschriftsreife Verträge werden bis zum 3.7.2018 erwartet. Jetzt drückt die Politik also ordentlich auf die Tube.


https://www.privatfunk.de/r18/10180.html
Der Lösung einen Schritt näher?

Zitat
APR
Der Eindruck ist, dass eine Lösung in Sicht ist. Angesichts des massiven politischen Drucks, der sich seit der Ankündigung einer massenweisen UKW-Unterbrechung aufgebaut hat, kann sich keine Seite einer politisch moderierten Lösung gänzlich entziehen. Die Gespräche werden am kommenden Montag - und damit einen Arbeitstag später als zunächst geplant - fortgesetzt und nach dem Willen der Beteiligten abgeschlossen.

Für die APR hat damit die Sitzung der Fachgruppe Technik in der folgenden Woche eine besondere Bedeutung. Das wird die erste Möglichkeit sein, die Situation nach den Gesprächen dieser Woche zu bewerten. Für die Antenneneigentümer hat der Aeos-Geschäftsführer Guido Fiebes sein Erscheinen angekündigt, um mit den Programmveranstaltern ein offenes Gespräch zu führen.


von Habakukk - am 15.06.2018 09:44
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