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Media Broadcast will sich von UKW-Geschäftsfeld trennen

Startbeitrag von Sebastian Dohrmann am 15.02.2017 07:39

So berichtet es radioszene.de.

Offenbar will MB sämtliche UKW-Sender und -Antennen verkaufen.

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
Habakukk
Oha, das wird jetzt echt spannend. Jetzt geht der Wettbewerb wohl erst richtig los.

Nicht unbedingt. Die Mitbenutzung wird weiterhin der Regulierung unterliegen. Anders wäre es wenn man einen Standort hätte wo von verschiedenen Wettbewerbern Antennensysteme für gleiche Bereiche, Strahlungs-Charakteristiken und Höhen montiert wären. Das schließt sich im Grunde schon fast aus.

von Thomas (Metal) - am 15.02.2017 09:05
Aber genau das ist ja aus Kostengründen schon passiert. In Langenburg und Hamburg-Rahlstedt wurde eine neue, eigene Antennenanlage von Divicon aufgebaut, um die MB-Anlage nicht mehr nutzen und zahlen zu müssen. An vollen Türmen geht das aber vermutlich nicht.

von Japhi - am 15.02.2017 09:18
Link zu Divicon: http://diviconmedia.com/#1

-------------------------

Der Wettbewerb gegen MB hat ´bereits im Januar 2016 begonnen. Der andere Hauptwettbewerber UPLINK Network GmbH betreibt inzwischen über 150 UKW-Frequenzen bzw. hat über 10% Marktanteil.

News von UPLINK Network GmbH: http://www.uplink-network.de/blog/

Hinter Uplink stehen u.a. der frühere Postminister Christian Schwarz-Schilling sowie Helmut Markwort.

http://www.uplink-network.de/unternehmenfuehrung/

Interview des Fachdebattenportals Meinungsbarometer.info mit dem Geschäftsführer der UPLINK Network GmbH, Michael Radomski im August 2016:

>> Die Marktöffnung läuft gut an. UPLINK hat bereits mehrere z. T. landesweite Rundfunknetze umstellen können, u. a. in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. In den ersten 12 Wochen des Jahres haben wir 100 UKW-Sender umgestellt, insgesamt bislang knapp 150 – bis auf 2 Sonderfälle halten wir dafür auch direkt die Frequenzzuteilungen. > Es gibt etwa 2.900 UKW-Frequenzen in Deutschland, davon werden aktuell schätzungsweise 1.350 Frequenzen noch von Media Broadcast, etwa 150 von UPLINK, knapp 120 von weiteren neuen Anbietern, teilweise auch im Eigenbetrieb, verantwortet. Die übrigen knapp 1.300 Frequenzen werden von den Landesanstalten der ARD und durch Einzelbetreiber ausgesendet. > Die Übernahme des Sendernetzbetriebs von 24 UKW-Frequenzen im NRW-Lokalfunk durch die UPLINK NETWORK GmbH ist am vergangenen Freitag, den 8. Juli erfolgreich und störungsfrei abgeschlossen worden. Seit Mitte Mai 2016 wurden sukzessive die UKW-Frequenzen aus den Sendegebieten Düren, Euskirchen, Leverkusen, Neuss, Ennepe-Ruhr, Hagen, Hochsauerlandkreis und Borken vom bisherigen Sendernetzbetreiber MEDIA BROADCAST zum neuen Vertragspartner UPLINK NETWORK übertragen.

von Manfred Z - am 15.02.2017 09:33
Hier ist eine wesentlich ausführlichere Meldung mit Kommentierung von W&V::

http://www.verlag.wuv.de/medien/media_broadcast_verkauft_ukw_netz

Kommentar von Uplink am Ende der Meldung:

>> Die Entwicklung zeigt, wie schwer es für einen ehemaligen Monopolisten ist, sich in so kurzer Zeit an den Wettbewerb zu gewöhnen. Der Markt wurde ja erst im letzten Jahr liberalisiert. Interesse an der Übernahme von Sendestandorten besteht auf jeden Fall. Über Einzelheiten der Größenordnung und Finanzierung kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Nur soviel: Uplink wird die UKW-Grundversorgung langfristig sicherstellen. > MEDIA BROADCAST ordnet Geschäftsfelder neu

Köln, 15. Februar 2017 – MEDIA BROADCAST hat ihre Geschäftsfelder im Hinblick auf die Herausforderungen der Digitalisierung und ihre zukünftigen Erträge analysiert und neu bewertet. In diesem Zusammenhang hat sie beschlossen, sich auf digitale Wachstumsfelder und Serviceleistungen zu konzentrieren. Deshalb wird sich das Unternehmen bis zum 30. Juni 2018 von seinen analogen UKW-Antennen und -Sendern trennen. Für die Hörer von UKW-Programmen ändert sich durch dieses Verfahren nichts. Alle Programme können wie bisher empfangen werden.

Wolfgang Breuer, CEO der MEDIA BROADCAST, sagt zu diesem Schritt: „In Zukunft werden wir gemeinsam mit unserer Eigentümerin der freenet Group, eine klare Digital-Strategie verfolgen. Hierzu gehören insbesondere die Wachstumsfelder DVB-T2 HD und DAB+ als digitale Technologien zur TV- und Radio-Verbreitung. Wir werden auch nach der Trennung von unseren UKW-Infrastrukturen weiter Serviceleistungen im Bereich von Sendertechnik, Antennenwartung und Netzdienstleistungen anbieten. Somit bleiben wir für unsere Kunden auf allen Geschäftsfeldern ein verlässlicher Partner. Bestehende Verträge mit Sendern werden wir natürlich erfüllen.“

Ein störungs- und unterbrechungsfreier Sendernetzbetrieb sowie ein reibungsloser Übergang hat höchste Priorität für MEDIA BROADCAST. Deshalb sieht das Unternehmen folgenden geordneten und transparenten Veräußerungsprozess für die UKW-Infrastrukturen vor:

-- Um der besonderen Verantwortung gegenüber bestehenden Kunden gerecht zu werden, wird MEDIA BROADCAST in den nächsten Wochen mit allen Nutzern der UKW-Antennen und -Sender sprechen, die daran interessiert sind, diese zu übernehmen.
-- Wird dies von den Nutzern nicht gewünscht, wird MEDIA BROADCAST in der zweiten Jahreshälfte 2017 die UKW-Antennen und -Sender in einer offenen Auktion mit einem Mindeststartpreis anbieten.
-- Nach dem Verfahren nicht mehr benötigte UKW-Antennen und -Sender werden abgebaut.

Bereits in der Vergangenheit ist MEDIA BROADCAST von verschiedenen Seiten angesprochen worden, ob sie UKW-Infrastrukturen verkaufen möchte. MEDIA BROADCAST geht daher davon aus, dass genügend Interessenten zur Verfügung stehen.

von Manfred Z - am 15.02.2017 09:51
Das UKW-Band ist gesättigt, der UKW-Markt ist gesättigt, man kann beim Senderbetrieb nicht mehr von 'Wachstum' sprechen, die jahrzehntelange Monopolsituation, von der man bisher leben konnte, ist auch flöten gegangen, und man kriegt auch noch eine Preiserhöhung nicht genehmigt.
In so einer Sitation zieht jedes betriebswirtschaftlich agierende Unternehmen die Notbremse.
Wobei damit ja schon T-Systems angefangen hat mit dem Verkauf an TDF.

Mit Wachstum angeben kann man jetzt nur noch bei DAB+ und DVB-T2, wobei man bei DVB-T2 auch schon besser nicht mehr länger als 10 bis 15 Jahre plant.

von Saarländer (aus Elm) - am 15.02.2017 09:59
Zitat
Japhi
Aber genau das ist ja aus Kostengründen schon passiert. In Langenburg und Hamburg-Rahlstedt wurde eine neue, eigene Antennenanlage von Divicon aufgebaut, um die MB-Anlage nicht mehr nutzen und zahlen zu müssen. An vollen Türmen geht das aber vermutlich nicht.

Und da wäre zunächst die Frage: Gibt es jetzt zwei solcher Anlagen? Wenn ja, hängt eine tiefer. Ansonsten wäre hier auch wieder eine Mitbenutzung erforderlich wenn man jetzt mit einer entsprechenden Frequenz auf den Turm wollte.
Das ist nach meiner Meinung kein echter Wettbewerb da auch hier wieder die Regulierung greifen müßte. Aber die schauen offenbar nicht nach Standorte, sondern nur nach Marktanteile der Marktteilnehmer. Überspitzt: Man kann in einem Schlachthaus kaum Brötchen backen.

von Thomas (Metal) - am 15.02.2017 09:59
MB pokert ja auch ganz schön hoch. Niemand weiss wie es mit DAB weitergeht und ob das Wachstum dort weiterhin anhält. Es besteht ja immer noch die Möglichkeit des Scheiterns. Bei DVB-T2 weiss man auch noch nicht genau wie das anläuft und ob es angenommen wird. Ich gehe zwar davon aus, dass beide Systeme nicht scheitern werden, aber zu 100% sicher ist das ja alles noch nicht.

von zerobase now - am 15.02.2017 10:19
Jetzt wird man mit einem UKW-Verkauf auch noch Gewinn machen können, mit zunehmendem DAB+ Durchsatz dürfte das immer schwieriger werden. Wer würde noch neue Sender beschaffen, wenn diese 15 Jahre bis zur Abschreibung brauchen?

von Max1 - am 15.02.2017 10:24
Zitat
Thomas (Metal)
Zitat
Japhi
Aber genau das ist ja aus Kostengründen schon passiert. In Langenburg und Hamburg-Rahlstedt wurde eine neue, eigene Antennenanlage von Divicon aufgebaut, um die MB-Anlage nicht mehr nutzen und zahlen zu müssen. An vollen Türmen geht das aber vermutlich nicht.

Und da wäre zunächst die Frage: Gibt es jetzt zwei solcher Anlagen? Wenn ja, hängt eine tiefer. Ansonsten wäre hier auch wieder eine Mitbenutzung erforderlich wenn man jetzt mit einer entsprechenden Frequenz auf den Turm wollte.
Das ist nach meiner Meinung kein echter Wettbewerb da auch hier wieder die Regulierung greifen müßte. Aber die schauen offenbar nicht nach Standorte, sondern nur nach Marktanteile der Marktteilnehmer. Überspitzt: Man kann in einem Schlachthaus kaum Brötchen backen.


Ja, da gibt es zwei Antennenanlagen, die von Divicon hängt tiefer. Einen echten Wettbewerb gäbe es erst, wenn es kein Quasi-Monopol (Ö-R und DFMG) mehr auf Funktürme gäbe. Eine Flächenversorgung ist nicht durch Hochhausdächer und Minimasten zu machen. Aber es lohnt sich vermutlich auch nicht für Uplink, Divicon und co eigene Türme zu bauen oder aufzukaufen. Wie die ganze Liberalisierungsgeschichte ungefähr ablaufen kann, kann man sich in den Niederlanden anschauen, wo schon 1990 das Nozema-Monopol fiel.

von Japhi - am 15.02.2017 10:27
Pressemitteilung der BNetzA zu Media Broadcast von gestern:

>> Entgelte für die UKW-Rundfunkübertragung vorläufig untersagt

Ausgabejahr 2017
Erscheinungsdatum 14.02.2017

Die Bundesnetzagentur hat heute dem Unternehmen Media Broadcast GmbH vorläufig untersagt, gegenüber einigen Radioveranstaltern neue Entgelte für die Übertragung von UKW-Rundfunksignalen einzuführen.

Verstoß gegen gesetzliche Entgeltmaßstäbe

Nach den bisherigen Ermittlungen verstoßen 14 der insgesamt 102 verschiedenen Entgelte offenkundig gegen das Verbot eines Preishöhenmissbrauchs zu Lasten der betroffenen Programmveranstalter.

Weitere 40 Entgelte beeinträchtigen die Wettbewerbsmöglichkeiten anderer Anbieter von UKW-Übertragungsleistungen, weil sie gegen das Verbot sog. Preis-Kosten-Scheren verstoßen. In diesen Fällen reicht die Spanne zwischen dem Entgelt für die Antennen(mit)benutzung und den Entgelten für die Ausstrahlung der UKW-Rundfunksignale offenkundig nicht aus, um einem effizienten Unternehmen die Erzielung einer angemessenen Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu ermöglichen.

Verfahren der nachträglichen Entgeltkontrolle

Aufgrund einer Regulierungsvorgabe hatte die Media Broadcast der Bundesnetzagentur vor zwei Wochen die Entgelte angezeigt, die sie ab dem 1. April 2017 von den Programmveranstaltern für die Ausstrahlung von deren UKW-Hörfunkprogrammen verlangen wollte.

Wegen des offenkundigen Verstoßes der angezeigten Entgelte gegen die gesetzlichen Entgeltmaßstäbe ist ein Verfahren der nachträglichen Entgeltkontrolle eingeleitet worden, in dessen Rahmen die Entgelte nunmehr im Einzelnen geprüft werden. Die vorläufige Untersagung der angezeigten Entgelte gilt bis zu einer Entscheidung in diesem Verfahren.

von Manfred Z - am 15.02.2017 10:34
Zitat
Japhi
Einen echten Wettbewerb gäbe es erst, wenn es kein Quasi-Monopol (Ö-R und DFMG) mehr auf Funktürme gäbe. Eine Flächenversorgung ist nicht durch Hochhausdächer und Minimasten zu machen. Aber es lohnt sich vermutlich auch nicht für Uplink, Divicon und co eigene Türme zu bauen oder aufzukaufen. Wie die ganze Liberalisierungsgeschichte ungefähr ablaufen kann, kann man sich in den Niederlanden anschauen, wo schon 1990 das Nozema-Monopol fiel.


Inklusive zweier Funkturmbrände mit einem vollendeten und einem Beinahe-Einsturz.

Die Funktürme und -masten fallen nicht unter das Telekommunikationsrecht und können daher nicht durch die BNetzA reguliert werden. Hier ist das Kartellamt zuständig.

>> Verfahren gegen die Deutsche Funkturm nach Anpassungen der Preisgestaltung eingestellt

von Manfred Z - am 15.02.2017 10:44
Dann wird "meine" 103,3 endlich vom Kreuzberg kommen.
Wo sie auch immer hin gehörte. Zugspitze wird zu Ismaning, und Hochries wird zu Wendelstein.
>>Hoffnung

von sup2 - am 15.02.2017 15:19
Zitat
Saarländer (aus Elm)
Das UKW-Band ist gesättigt, der UKW-Markt ist gesättigt, man kann beim Senderbetrieb nicht mehr von 'Wachstum' sprechen, die jahrzehntelange Monopolsituation, von der man bisher leben konnte, ist auch flöten gegangen, und man kriegt auch noch eine Preiserhöhung nicht genehmigt.
In so einer Sitation zieht jedes betriebswirtschaftlich agierende Unternehmen die Notbremse.


Naja, Wachstum hin oder her: wenn ich den Geschäftsbereich aufgebe, der mir auch noch viele weitere Jahre zumindest eine solide Basis erwirtschaftet hätte, müssen die anderen (neuen) Bereiche DVB-T2/DAB+ aber ordentlich wachsen, um das zu kompensieren, was da weg bricht.

Und ganz ehrlich: wenn bei DAB+ dann alle großen Netze wieder bei Media Broadcast landen, haben wir ja wieder die gleiche Monopolsituation wie wir sie bei UKW gerade los werden. Ist doch scheiße sowas! Entsprechend müsste man fairerweise auch die DAB-Netze entsprechend an verschiedene Anbieter verteilen, womit sich das Wachstum für Media Broadcast auch wieder eher im Rahmen halten dürfte.

von Habakukk - am 15.02.2017 15:58
Zitat
sup2
Dann wird "meine" 103,3 endlich vom Kreuzberg kommen.
Wo sie auch immer hin gehörte. Zugspitze wird zu Ismaning, und Hochries wird zu Wendelstein.
>>Hoffnung


von Cha - am 15.02.2017 16:35
Dass Privatsender auf BR-Standorte wechseln, ist eher unwahrscheinlich. Der BR ist verpflichtet zu Marktpreisen zu vermieten. Eine Subventionierung der Privatsender aus der Rundfunkgebühr ist nicht zulässig.

von Manfred Z - am 15.02.2017 16:45
Zitat
sup2
Dann wird "meine" 103,3 endlich vom Kreuzberg kommen.
Wo sie auch immer hin gehörte. Zugspitze wird zu Ismaning, und Hochries wird zu Wendelstein.
>>Hoffnung


von Eckhard. - am 15.02.2017 17:07
Laut gibt es um bundesweit rund 1000 Antennen und 1500 Sender.

http://www.chip.de/news/Aus-fuer-UKW-Groesster-Radio-Dienstleister-trennt-sich-von-analogen-Antennen_108997089.html

von Blue7 - am 15.02.2017 17:11
Und ab 2019 gibt es konkrete UKW Abschaltpläne, zumindest der ÖRs. Wenn die MB ihren unter Druck geratenen UKW Bereich 2018 teuer verkauft bekommt, hat sie langfristig vielleicht ein gutes Geschäft gemacht und darum geht es.

von Max1 - am 15.02.2017 20:29
Wie die Billiganbieter UKW abstrahlen kann ich in MV bewundern (Paradiso). Total platt komprimiert ohne Bass um ja nicht zu laut zu werden und strafen zu riskieren und Dank Internetzufuehrung mit bis zu 5s Laufzeitunterschieden zwischen einzelnen Standorten dazu hin und wieder Aussetzer. Naja, wer billig will bekommt eben billig, wie ueberall.

von Nordlicht2 - am 15.02.2017 21:53
Ist anderswo anders. Einer der beiden großen Konkurrenten führt z.B. mit 384 kbps eAPT-x zu (das ist eine "amtliche" Maßnahme) und sichert diese IP-Zuführung noch mit einem Fallback auf 64 kbps HE-AAC, offenbar via automatische ISDN-Einwahl im Fehlerfall. Kann man heute elegant in einer 19" 1HE-Kiste kaufen. Sender sind genauso wie RDS-Coder doppelt vorhanden. Redundanter geht kaum noch (ok, der Codec ist nur einmal da...). Processing ist bei den von mir gemessenen Programmen beinahe linealglatt an der 0-dBr-Marke entlang, also aufs letzte Zehntel dB ausgereizt. Das hat kein Pfuscher eingestellt, sondern ein Profi (der im Sinne von heftig bearbeiteten Popwellen gehandelt hat).

Diese 384er Zuführung wäre auch Kulturradio-tauglich. Was anderes hat man bei den Öffis teils auch nicht. Und RBB-Popwellen klingen definitiv beschissener als dieser Privatfunk.

Wer macht denn die Abstrahlung für Paradiso?

von Chris_BLN - am 15.02.2017 23:03
Zitat
Nordlicht2
Wie die Billiganbieter UKW abstrahlen kann ich in MV bewundern (Paradiso). Total platt komprimiert ohne Bass um ja nicht zu laut zu werden und strafen zu riskieren und Dank Internetzufuehrung mit bis zu 5s Laufzeitunterschieden zwischen einzelnen Standorten dazu hin und wieder Aussetzer. Naja, wer billig will bekommt eben billig, wie ueberall.

Das liegt aber letztendlich nicht am "Billiganbieter", sondern am Kunden umd was er wünscht. Wenn er natürlich nur das billigste Angebot bucht, kommt sowas bei raus.

von Chief Wiggum - am 16.02.2017 01:41
Was man bisher völlig in der Diskussion außen vor läßt: Mitarbeiter
Was wird aus denen wenn, zumindest nach meiner Ansicht, ein veritabler Anteil des Geschäftes auf- und abgegeben wird? Die Aussagen zu Versteigerungen lassen nicht darauf schließen daß hier Betriebsübergänge nach BGB in größerer Anzahl geplant sind. :-( . Da wird ver.di, sonst hält sicher keiner eine schützende Hand darüber, viel zu tun bekommen...

von Thomas (Metal) - am 16.02.2017 07:35
Die Hochries-Frequenz war doch ursprünglich (Genf84) für Wendelstein koordiniert, oder irre ich mich?
Das wäre also kein Problem, aber: warum?
Zugspitze/Ismaning wäre auch denkbar, aber dann hat ABY keine Frequenz mehr in GAP.

Davon abgesehen hätte sich MB auch bisher schon beim BR einmieten können, an anderen Standorten macht man das ja auch.

Noch ein Punkt: MB gibt UKW ja nicht komplett auf. Servicedienstleistungen will man ja weiterhin anbieten. Durchaus ein lukratives Feld. Autohäuser verdienen ja auch nicht unbedingt viel Geld am Auto-Verkauf, sondern vor allem an Kundendienst & Reparaturen. Wenn morgen Hitradio Antenne FM seinen Sender selbst betreibt, braucht es dazu einen Techniker. Den in Vollzeit einzustellen ist viel zu teuer, also wird man auf einen Externen zurückgreifen. Da selbständige Techniker mit Rundfunksendetechnikfachwissen nun nicht unbedingt Lagerware bei Amazon sind, wird man wohl eher auf einen -neudeutsch- Serviceprovider zurückgreifen. Für MB könnte das ausgesprochen lukrativ sein. Man hat den ganzen Ärger mit regulierten Preisen für Monopolleistungen und mit Standortmonopolisten vom Hals, und kann sein Know-How vermarkten.

von DH0GHU - am 16.02.2017 09:19
Zitat
DH0GHU
Zugspitze/Ismaning wäre auch denkbar, aber dann hat ABY keine Frequenz mehr in GAP.

Auch die Zugspitz-Frequenz ist immer noch im Genfer Wellenplan für Ismaning eingetragen. Die Frequenz für Garmisch wäre dann die 102,9, die wegen 102,7 Zugspitze derzeit nicht nutzbar ist. Es gab auch mal die 98,2 Oberammergau, die für Antenne Bayern vorgesehen war. Auch die könnte man reaktivieren, anstatt sie brach liegen zu lassen.

Aber ich vermute mal, dass es ja nicht nur der Genfer Wellenplan ist, der relevant ist, sondern sicherlich auch darüber hinaus andere Abkommen, von denen wir gar nichts wissen. Ob man also so ohne weiteres den Zustand des Genfer Wellenplans herstellen kann, wage ich zu bezweifeln.

Letztendlich ist das hier eh nicht Thema. Bis auf ganz wenige Standorte gehört Media Broadcast doch sowieso keiner der Sendemasten. Ob sich dann also Media Broadcast bei der DFMG einmietet, oder Uplink oder wer auch immer, ist dann auch schon egal. Ich erwarte mir da keine großartigen Änderungen.

von Habakukk - am 16.02.2017 10:52
Ein meinen Augen ein typischer BWL-"Experten" Fehler: Der BWL-Fuzzi sieht in seiner Excel-Tabelle, dass die Anzahl der UKW-Sender stagniert, bzw. sinkt. Die Einnahmen steigen kaum. Er sieht in der gleichen Tabelle, dass die Zahl der DAB+ und DVB-T2-Sender seit Jahren steigt, sogar in zweistelligen Prozentzahlen. Also sagt er mit der Logik eines Roboters, dass DAB+ die Zukunft gehört. Er sieht nicht, dass auch bei DAB+ und DVB-T2 der Markt bald gesättigt ist, bzw. das ist dann nicht sein jetziges Problem. Von der Praxis keine Ahnung, nur die Zahlen im Auge. Das sind die gleichen Leute, die vor einigen Jahren dafür sorgten, dass plötzlich alle Monitore nur noch in "glossy" zu haben waren, weil die Nachfrage Anfangs in Prozent stark wuchs, dass da aber gar keine große Nachfrage insgesamt bestehen könnte, wurde nicht gesehen. Das gleiche vor einigen Jahren mit den seltsamen nach innen gekrümmten Fernsehern, die ein paar Early Adopter gekauft haben, aber letztendlich keiner wollte.

Warum laufen die so offenbar ins Unglück? Der Zwang des mittleren Managements, immer nur Wachstumszahlen vorlegen zu müssen, und einen Firmenspitze, die keine Ahnung hat wäre ein Grund. Möglich wäre auch Absicht, um die Wachstumszahlen für die Aktionäre zu schönen, weil man die Bude verkaufen will. So oder so würde ich keinen Pfifferling mehr auf Media Broadcast setzen. Es sieht so aus, als würden die einen auf Nokia machen und freiwillig aus eigener Doofheit vom Markt abtreten.

von Bolivar diGriz - am 16.02.2017 16:24
Zitat
Bolivar diGriz
Warum laufen die so offenbar ins Unglück?

Das hast du ja schon schön erklärt. Weil dort an verantwortlicher Stelle vermutlich nur noch irgendwelche Leute mit Heuschreckenmentalität sitzen, die aufgrund irgendwelcher Excel-Tabellen Urteile fällen, die vielleicht kurzfristig Kohle bringen, die aber keinerlei Ahnung von der Materie haben, um die es in diesem Konzern geht, und denen die langfristige Sicht total am Arsch vorbei geht, weil sie dann schon längst wieder zur nächsten Firma weiter gezogen sind. Habe ich alles so schon erlebt, ist absolut nichts Neues.

von Habakukk - am 16.02.2017 17:21
Schön beschrieben. Das eigentliche Problem sind Leute, die keine Ahnung von der (hier. technischen) Geschäftsgrundlage haben.
Die BWL-Typen übersehen das gerne.
Ein Restaurant kann noch so einen guten BWLer als Chef haben, das wird nix, wenn kein guter Koch da ist.
Eine Elektronikfirma kann noch so einen guten BWLer als Chef haben (und noch so nen guten Vertriebler, ne noch so günstige Produktion etc), wenn keiner da ist, der Produkte entwickelt, die der KUNDE haben will, wird das nix.
ETC.

Aber - im Fall MB ist einfach auch der Punkt zu sehen, dass der Regulierer unternehmerische Spielräume einschränkt.
Übertragen auf die Elektronikfirma heißt das: Ich kann ein Produkt herstellen, das 10 mal besser und 10 mal langlebiger ist als das marktübliche 100-€-Produkt. Wenns aber 120 € in der Herstellung kostet, der Regulierer mir aber nur 100 € als Preis zuläßt, dann lohnt sich das Geschäft nicht. Also lasse ich es.

von DH0GHU - am 16.02.2017 22:21
Zitat
DH0GHU
Aber - im Fall MB ist einfach auch der Punkt zu sehen, dass der Regulierer unternehmerische Spielräume einschränkt.
Übertragen auf die Elektronikfirma heißt das: Ich kann ein Produkt herstellen, das 10 mal besser und 10 mal langlebiger ist als das marktübliche 100-€-Produkt. Wenns aber 120 € in der Herstellung kostet, der Regulierer mir aber nur 100 € als Preis zuläßt, dann lohnt sich das Geschäft nicht. Also lasse ich es.


@DH0GHU:
Ich weiß nicht recht, ich glaub das nicht. Media Broadcast hat ja nun eher den Ruf einer Apotheke unter den Netzbetreibern, so wie nebenan in Österreich die ORS. Und wenn ich das richtig verstanden habe, geht es ja nicht darum, dass die Bundesnetzagentur die heutigen Preise massiv drücken will, sondern dass massive Preiserhöhungen, die die Media Broadcast angekündigt hat, so nicht durchgewunken wurden.

In Österreich kriegen das andere Anbieter alternativ zur ORS auch für deutlich geringere Tarife genauso gebacken und verdienen trotzdem noch ganz gut dran.

Wenn Media Broadcast mit dem UKW-Sendernetzbetrieb nichts verdient, obwohl sie Apothekerpreise verlangen und zumindest derzeit noch den großen Teil der Programmanbieter vertraglich gebunden haben, dann muss irgendwas falsch laufen. Dann können höchstens noch die Standortmieten der Deutschen Funkturm viel zu hoch sein. Aber da sage ich halt: selber schuld, wenn man alles, was man mal unter einer Hand hatte, in einzelne Konzerne auslagert.

von Habakukk - am 16.02.2017 22:32
Da wäre auch die Frage zu stellen welche Schulden man als MB noch aus den Übernahmen zu tragen und zu tilgen hat. Es wäre nicht selten so daß ein übernommener Betrieb eben die Kosten der eigenen Übernahme tragen muß, das sollte bei der Handlungsweise sogenannter Heuschrecken bekannt sein. Das vorausgesetzt verteuert auch entsprechend.Man muß also das ganze aus dem Free-Cash-Flow auch noch bedienen. Und wenn dann eine eingeplante Margenerhöhung, das dürfte das gewesen sein was letztlich die BNetzA abgelehnt hat, nicht möglich ist legt man drauf.

[Halb-OT]
Eines noch zum Thema "Markt und Moral": Man kann ggf. die Mitarbeiter unterstützen in dem man Mitglied in einer Gerwerkschaft wird und so deren Position stärkt. Ja, es sind übrigens auch Betroffene hier im Forum unterwegs!

von Thomas (Metal) - am 17.02.2017 07:20
Meinungsbarometer:

>> UPLINK WILL UKW-GRUNDVERSORGUNG ÜBERNEHMEN
Erster Sendernetzbetreiber drängt in aufgegebenes Geschäftsfeld der Media Broadcast

Nach dem Paukenschlag, dass die Media Broadcast ihre UKW-Sendernetze bis 2018 abgibt, stehen die Bewerber um das Erbe des einstmaligen Monopolistens bereits Schlange. Wie Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH, exlusiv in der Debatte auf Meinungsbarometer.info sagte, "treten wir an Stelle der Media Broadcast gerne in die Pflicht, die deutsche UKW-Grundversorgung langfristig sicherzustellen". Denn UKW sei überhaupt kein Auslaufmodell. Vielmehr ließe sich mit UKW nach wie vor als großer Betreiber gutes Geld verdienen. > SENDERNETZBETREIBER WARNT VOR DIGITALRADIO-MONOPOL
Warum die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden dürfen

Der Sendernetzbetreiber DIVICON MEDIA sieht UKW auf absehbare Zeit nicht als Auslaufmodell an. "Deshalb investieren wir auch weiter in innovative Lösungen – sozusagen in UKW 2.0." Das sagt Mike Lehmann, Sprecher der Geschäftsführung DIVICON MEDIA. Gleichzeitig werde aber auch DAB+ weiter wachsen, weshalb wir uns auch hier engagieren. Enorm wichtig sei jetzt schon, "dass wir alle – und ich spreche da Radioveranstalter, Dienstleister und Regulierungsbehörden an – nicht euphorisiert von der Abschaffung eines UKW-Monopols sehenden Auges bei DAB+ in das nächste Monopol geraten." > MEDIA BROADCAST WEIST RUF NACH DAB+ REGULIERUNG ZURÜCK
Unternehmen widerspricht Vorwurf des verantwortungslosen Handelns

MEDIA BROADCAST hat ihre Geschäftsfelder im Hinblick auf die Herausforderungen der Digitalisierung neu bewertet und den Ausstieg aus den UKW-Geschäftsfeld bis zum 30. Juni 2018 angekündigt. Den Vorwurf des verantwortungslosen Handelns gegenüber den Nutzern und Radiobetreibern widerspricht der Sendernetzbetreiber. Genauso entbehre der geäußerte Ruf nach Regulierung von DAB+ jeglicher Grundlage, so Holger Meinzer, Chief Commercial Officer B2B (CCO B2B) MEDIA BROADCAST.

von Manfred Z - am 19.02.2017 15:31
Zitat
Manfred Z

Nach dem Paukenschlag, dass die Media Broadcast ihre UKW-Sendernetze bis 2018 abgibt, stehen die Bewerber um das Erbe des einstmaligen Monopolistens bereits Schlange. Wie Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH, exlusiv in der Debatte auf Meinungsbarometer.info sagte, "treten wir an Stelle der Media Broadcast gerne in die Pflicht, die deutsche UKW-Grundversorgung langfristig sicherzustellen". Denn UKW sei überhaupt kein Auslaufmodell. Vielmehr ließe sich mit UKW nach wie vor als großer Betreiber gutes Geld verdienen.


von raeuberhotzenplotz1 - am 20.02.2017 07:47
InfoDigital (ex InfoSat) schreibt gestern:

>> Divicon Media: Abbau der alten, abgeschriebenen Antennen statt überteuerter Verkauf

Divicon Media fordert in seiner Stellungnahme gegenüber der Bundesnetzagentur endlich einen wirkungsvollen Schritt hin zu einer fairen Regulierung, teilte der Sendernetzbetreiber am 2. März mit. Anlass der Stellungnahme seien die von der Media Broadcast am 31. Januar 2017 angezeigten Entgelte für die Verbreitung von UKW-Signalen sowie der kurz darauf angekündigte Verkauf von UKW-Antennen und UKW-Sendertechnik, hieß es.

von Manfred Z - am 03.03.2017 09:31
Genau. Und dann schön pfuschen beim Neuaufbau und dann...

https://www.youtube.com/watch?v=Uj5SXwZyvEI

http://thomastepe.de/blog/2014/01/untersuchungen-zu-den-branden-sender-smilde-und-lopik/

Das kann ja lustig werden in den kommenden Jahren. Sollte man es nicht gleich bleiben lassen und den linearen Rundfunk beerdigen? Dieses Land wirkt auf mich zunehmend nicht mehr in der Lage, die Grundversorgung mit letztlich Allem zu gewährleisten, vom gewohnten Umfang der vergangenen Jahrzehnte ganz zu schweigen. Gier frißt halt alles auf.

von Chris_BLN - am 03.03.2017 10:16
Die Privaten sind ja das eine, aber wer übernimmt eigentlich die vielen vielen Sender des Deutschlandradios? Ist hier vielleicht gerade im Bereich der vielen Funzeln evtl. mit Veränderungen zu rechnen?

von Habakukk - am 03.03.2017 10:38
Zitat
Manfred Z
InfoDigital (ex InfoSat) schreibt gestern:

>> Divicon Media: Abbau der alten, abgeschriebenen Antennen statt überteuerter Verkauf

Divicon Media fordert in seiner Stellungnahme gegenüber der Bundesnetzagentur endlich einen wirkungsvollen Schritt hin zu einer fairen Regulierung, teilte der Sendernetzbetreiber am 2. März mit. Anlass der Stellungnahme seien die von der Media Broadcast am 31. Januar 2017 angezeigten Entgelte für die Verbreitung von UKW-Signalen sowie der kurz darauf angekündigte Verkauf von UKW-Antennen und UKW-Sendertechnik, hieß es.


von Jassy - am 03.03.2017 10:44
Zwei Fragen:
Warum soll eine Antenne schlecht sein die nur abgeschrieben und/oder alt ist? Mein Standpunkt zur Ressourcenschonung sagt mir derartiges grundsätzlich weiter zu betreiben.
Wurden beim Beispiel der beiden Sendeanlagen in den Niederlanden keine Abnahmen / jährlichen Begehungen durch den Standortinhaber gemacht?

von Thomas (Metal) - am 03.03.2017 11:46
Es gibt überhaupt keinen Grund, warum eine Antenne, nur weil die gesetzliche Abschreibung durch ist, unbrauchbar sein sollte. Divicon hat einfach keine Lust, Geld an MB zu zahlen, sondern will den Steuerzahler neue Antennen mitbezahlen lassen.

von DH0GHU - am 03.03.2017 12:00
@DH0GHU:
Umgekehrt kann ich es aber auch verstehen, dass man für alte gebrauchte Antennenanlagen keine horrenden Preise bezahlen möchte. Ich stelle mir das sehr schwierig vor, da einen Kompromiss zu finden. Media Broadcast möchte logischerweise noch nöglichst viel Kohle aus dem ganzen raus holen. Divion und Co. wiederum möchten das alles möglichst kostengünstig übernehmen. Das wird noch sehr spaßig...

von Habakukk - am 03.03.2017 12:07
Zitat
DH0GHU
Divicon hat einfach keine Lust, Geld an MB zu zahlen, sondern will den Steuerzahler neue Antennen mitbezahlen lassen.

Warum soll der Steuerzahler dafür aufkommen? Erklär mir mal bitte.

von Chief Wiggum - am 03.03.2017 12:08
Zitat
Habakukk
Die Privaten sind ja das eine, aber wer übernimmt eigentlich die vielen vielen Sender des Deutschlandradios? Ist hier vielleicht gerade im Bereich der vielen Funzeln evtl. mit Veränderungen zu rechnen?


Werden wir abwarten müssen. Man wird da gewiss derzeit gemeinsam am Tisch sitzen und die Szenarien durchgehen. Von Komplettübernahme bis Aufgabe von Funzelstandorten.

Auch das Zuführungsthema wird ja dann interessant. Derzeit wird DLF / DKultur über 23,5° Ost zugeführt, auf 2 unterschiedlichen Wegen. Nun hat DigiAndi ja festgestellt, daß DKultur auf dem neuen Schmalbandtransponder mit 384 kbps als zweiter Stream aufgetaucht ist. Ob das bereits eine Folge der aktuellen Entwicklung ist oder schon länger geplant war - keine Ahnung. Ob ein ggf. anderer Betreiber diese Vorleistung der Media Broadcast nutzen wird (dann wird es bizarr, der Receiver gehört der MB, das was dahinter kommt aber wem anderes) oder einen anderen Zuführungsweg schalten wird, wird spannend.

Zitat
Thomas (Metal)
Zwei Fragen:
Warum soll eine Antenne schlecht sein die nur abgeschrieben und/oder alt ist? Mein Standpunkt zur Ressourcenschonung sagt mir derartiges grundsätzlich weiter zu betreiben.


Ressourcenschonung interessiert fast niemanden, solange die Branche nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht oder sogar direkt mit solchen Themen punkten kann. Die einzige Ressource, die geschont bzw, vermehrt werden soll, ist das Kapital. Wir leben im Kapitalismus, es sollte niemanden verwundern.

Solange Antennen mechanisch auf mehrere Jahre noch die Stabilität eines Neuproduktes erwarten lassen und die elektrischen Verbindungen fehlerfrei sind, würde ich sowas auch nicht wechseln. Ich vermute, es geht teils ums Prinzip, man will einen "besenreinen" Antennenträger und die Rückbaukosten soll die MB tragen (statt noch Geld zu bekommen). Andererseits könnten auch Haftungs-Themen eine Rolle spielen. Beim Verkauf müßte die MB wohl gewisse Gewährleistungen geben, was das Thema noch komplizierter macht.

von Chris_BLN - am 03.03.2017 12:29
Zitat
Chief Wiggum
Zitat
DH0GHU
Divicon hat einfach keine Lust, Geld an MB zu zahlen, sondern will den Steuerzahler neue Antennen mitbezahlen lassen.

Warum soll der Steuerzahler dafür aufkommen? Erklär mir mal bitte.

Weil Divicon dann neue Antennen aufbaut, die dann abgeschrieben werden können. Entsprechend reduziert sich die Steuerlast von Divicon.

von DH0GHU - am 03.03.2017 12:30
Zitat
DH0GHU
Weil Divicon dann neue Antennen aufbaut, die dann abgeschrieben werden können. Entsprechend reduziert sich die Steuerlast von Divicon.

Macht doch jeder, oder denkst du, MB hat das nie gemacht?

von Chief Wiggum - am 03.03.2017 12:34
Ja, aber immer erst nach Ersatz der Antenne. Wenn die mal abgeschrieben sind (dafür gibt es feste Zeiträume) nicht mehr. Auf einen Restwert 0 kann man nix abschreiben.

von DH0GHU - am 03.03.2017 13:00
Zitat

Weil Divicon dann neue Antennen aufbaut, die dann abgeschrieben werden können. Entsprechend reduziert sich die Steuerlast von Divicon.

Diese neuen Antennen müssen aber erstmal gebaut und gekauft werden, wobei natürlich die Märchensteuer gezahlt werden muss. Unterm Strich zahlt nicht der Steuerzahler, sondern das Finanzamt kassiert!

Würde MB die (abgeschriebenen) Antennen verkaufen, wäre der Erlös als Einnahme zu verbuchen, die ebenfalls versteuert werden muss.
Wenn die Antenne noch nicht komplett abgeschrieben ist, könnte der restliche Buchwert als Ausgabe gebucht werden, der Erlös muss auch hier komplett versteuert werden.

von iro - am 03.03.2017 13:03
Zitat
Max1
Die meisten Antennen werden die Jahre bis zur UKW Abschaltung ja wohl überleben... die gönnen nur der MB das Geld nicht.


LONG LIVE UKW!2030!? Denn:
Mehr Leistung, mehr Reichweite, mehr Programme benachbarter Länder ,weniger Ausfälle

von satjay - am 04.03.2017 08:53
Neues zum Streit zwischen Divicon Media und Media Broadcast.

Medieninformation von Divicon: http://diviconmedia.com/#5

oder hier: https://www.infosat.de/entertainment/divicon-media-fordert-eindeutige-klarstellung-der-media-broadcast

>> Im Rahmen der andauernden Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Akteuren des UKW-Marktes mit der Media Broadcast, fordert der Sendernetzbetreiber Divicon Media nun eine sofortige und eindeutige Klarstellung seitens des bisherigen Monopolisten hinsichtlich der geplanten Verkäufe von Sendeanlagen.

von Manfred Z - am 18.03.2017 08:17
Tja, das ist nun mal so, dass der Besitzer eines Guts auch darüber entscheiden darf, ob er es verkauft oder nicht verkauft... ;-) Ein Unternehmen wird bei der Aufgabe von "Fillialen" auch immer die verkaufen, die am wenigsten Profit einfahren, und nicht die, die am profitabelsten sind.

Alles andere wäre bescheuert. Auf die Dummheit der Konkurrenz zu setzen ist wiederum auch kein gutes Geschäftsmodell :)

von DH0GHU - am 18.03.2017 09:17
Hier ist ein redaktioneller Artikel von InfoDigital (ex InfoSat) zum Streit zwischen MB und Divicon:

>> Wirbel um den Verkauf von UKW-Sendeanlagen

Die Auseinandersetzungen zwischen Akteuren des UKW-Marktes haben einen neuen Tiefpunkt erreicht.

von Manfred Z - am 21.03.2017 09:27
Und auch da passt wieder:
Zitat
Chief Wiggum
Letztendlich würde sich doch Divicon auch nur die Rosinen rauspicken wollen.
Aber auf den alten Platzhirsch rumhacken geht ja immer ;)


von Japhi - am 21.03.2017 09:50
Wie gut die Billigloesungen funktionieren, kann man schon mal gut bei Paradiso, Teddy und Co. in MV bewundern. Standorte nicht synchron, was beim Umschalten des RDS im Auto nervt und Aktuell laeuft auf der 103,6 in Stralsund ein 0,3 Sekunden Loop. Ich zappe aeusserst selten auf UKW rein aber habe schon unzaehlige Male Stoerungen auf diesen Frequenzen mitbekommen. Vor paar Jahren hatte man sich hier im Forum noch ueber die kleinen Privatsender in Denemark gewundert, wenn die tagelang keinen Ton sendeten, nun, Deutschland entwickelt sich also auch in diese Richtung.

von Nordlicht2 - am 25.03.2017 09:50
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