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In der Prignitz und der Altmark werden morgen die Bildschirme Schwarz

Startbeitrag von MICHAELKRAUS am 28.03.2017 12:37

Heute endet das bisherige Antennenfernsehen DVB-T. Dieses wurde vor nicht einmal 10 Jahren bei uns eingeführt und seiner Zeit als das "Überall-Fernsehen" und der Fernseh-Standart der Zukunft beworben. Ab morgen blicken die Zuschauer in Altmark und Prignitz buchstäblich in die Röhre: Kaum jemandem dürfte beim Blick auf die neuen Senderlisten aufgefallen sein, das der Standort Dequede der im Norden von Sachsen-Anhalt steht und somit eine wichtige Rolle für die Versorgung von Prignitz, Altmark, Ruppinerland, Elbhavelwinkel und Meckl. Seenplatte spielt, gestrichen wird. Der MDR plant für diesen Sender keine Umstellung auf das neue DVB-T-2. Auch der Standort Pritzwalk beim RBB spielt für das neue Antennenfernsehen keine Rolle mehr. Zahlen dürfen die Zuschauer in diesen Regionen aber weiterhin, zum einen die quartalsmässige Rundfunkgebühr für Programme, die sie nun nicht mehr sehen können. Zum anderen die Anschaffung neuer Geräte, denn Kabelfernsehen und Breitband (das auch stabil läuft) gibt es vielerorts noch nicht hier bei uns. Also wird nichts anderes übrig bleiben eine Satelliten Anlage zu kaufen. Die großen DDR Antennen haben nach der Wende fast alle Anwohner verschrottet, weil es hieß, das DVB-T künftig mit weniger Leistung besser zu empfangen sein wird und mehr Teile der Landschaft versorgt. Es ist schon verrückt: Zu DDR Zeiten war der Nordosten ein Stiefkind in Sachen Radio und Fernsehen, nach der Wende hat man alles schrittweise ausgebaut und heute gibt man das alles wieder auf. Somit herrschen ab Morgen Zustände wie in den 70er Jahren! Ich habe diesbezüglich beim MDR nachgefragt, weil dieser für den grenznahen Standort Dequede zuständig ist und der RBB ohnehin alles ausserhalb Berlin und Frankfurt für nicht so wichtig erachtet. Man empfiehlt dort mittels einer Dachantenne, einen rund 200 Kilometer entfernten Standort anzupeilen oder notfalls auf Satellit umzusteigen. Auf den Kosten dafür bleibt der Gebührenzahler sitzen. Ich finde es bedenklich das Fernsehen, ein Grundbedürftnis unserer Zeit, den Menschen in Altmark und Prignitz nicht mehr zugänglich gemacht wird nur aus dem Grund weil die Privatsender hier nicht investieren. Deshalb sagt auch der MDR, dass dieser Standort in den künftigen Planungen keine Rolle mehr spielt. Meine Meinung ist: Wenn man den Bürgern in Prignitz und Altmark das Fernsehen wegnimmt, sollte man auch von denen , die durch die Abschaltung betroffen sind, keine GEZ Gebühren mehr verlangen! Warum für etwas zahlen, das nicht (ohne weiteres, sprich Satelliten-Umstieg) verfügbar ist? Aber hier die Stellungnahme vom MDR zu meiner Frage, warum man auf Dequede verzichtet und hier nicht (wie überall) ab morgen DVB-T-2 anbieten will. Dem Einzigen was ich uneingeschränkt zustimme ist der letzte Satz. Allerdings fühlt sich auch der RBB nicht verantwortlich für Prignitz und Altmark, denn auch dort werden die Signale abgeschaltet und nicht auf den neuen Standart mitgenommen. Heraus kam dass wohl noch mehr Regionen betroffen sind. Mich würde interessieren wieviele Tausend Zuschauer insgesamt wohl davon betroffen sind und sich wohl sogar schon neue DVB-T-2-Karten / Boxen gekauft haben in dem Glauben, dass ihre Standorte morgen umgestellt werden? Da wird es bei etlichen Hundert Haushalten ein Böses Erwachen geben, wenn morgen kein einziges Signal mehr mit der Zimmerantenne empfangbar sein wird.


Zitat
M.D.R.
wir danken für Ihre E-Mail und freuen uns über Ihr Interesse am Antennenfernsehen. Ihre Information ist richtig. Der DVB-T-Standort Dequede wird zum 29. März 2017 ersatzlos abgeschaltet.

Mit Hilfe einen Dachantenne, auch Yagi-Antenne oder als "Rechen" bezeichnet, können Sie ab 29.03.2017 weiterhin Antennenfernsehen nutzen. Das stärkste Signal kommt vom Senderstandort Schwerin. Dieser sendet ab 29.03.2017, 12:00 Uhr in DVB-T2 HD.

Wir empfehlen eine Yagi-Antennen für UHF Band 4 und 5 (Frequenzbereich Kanal 21 bis Kanal 48, das entspricht 470 MHz - 694 MHz) mit mindestens 12 dB Empfangsgewinn. Die Empfangsprognose für Dachantennenempfang ist für Yagi-Antennen mit 12 dB Empfangsgewinn berechnet mit einer Anbringung 10 Meter über Erdboden. Wobei die Antenne 1 Meter über Spitzdach oder 2 Meter über einen Flachdach hinausragen muss.
Empfangsprognose DVB-T2 HD:
http://www.dvb-t2hd.de/empfangscheck

An den Senderstandorten Schwerin sind die Fernseh-Sendeantennen horizontal angebracht. Beim Senderstandort Dequede hingegen vertikal. Das heißt für eine bisher bereits genutzte Dachantenne, dass diese sowohl auf einen anderen Senderstandort ausgerichtet und zusätzlich in der Polarisation gedreht werden muss. Bei horizontaler Ausstrahlung müssen die Antennenstäbe waagerecht stehen. Da bei der Montage von Dachantennen weiteres beachtet werden muss, empfehlen wir ggf. einen Fachbetrieb zu beauftragen.

De Abschaltung der Fernsehausstrahlung am Senderstandort Dequede hat im Wesentlichen zwei Gründe:

Zum einen die Marktakzeptanz von DVB-T und somit das Nutzungspotential von DVB-T2 HD: DVB-T ist heute in Ballungsräumen und überall dort erfolgreich, wo neben den öffentlich-rechtlichen auch private Programme empfangbar sind. Laut Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten 2016 liegt die DVB-T-Nutzung (als einzige Empfangsart) in den drei mitteldeutschen Ländern im statistischen Mittel bei 3 %. (Dieser Bericht kann auf der Website der Landesmedienanstalten unter www.die-medienanstalten.de/publikationen/digitalisierungsbericht.html abgerufen werden.)

Nach unserer Erfahrung liegt die Nutzung in eher ländlichen und dünn besiedelten Regionen noch darunter.

Zum zweiten: Der Standort Dequede wird auch vom ZDF und von der Freenet-TV-Plattform nicht realisiert. Eine DVB-T2-Umstellung allein durch den MDR wäre daher vom MDR allein zu tragen und würde den Standort nochmals verteuern. Mit Blick auf das geringe Nutzungspotential ist die Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt.

DVB-T2 ist ein Verbreitungsweg, auf welchem grundsätzlich keine Vollversorgung, d. h. keine 100 %-Flächenversorgung, angestrebt wird. Dies wäre nicht finanzierbar und würde zwangsläufig zu einer Steigerung des Finanzbedarfs - mithin zu einer Steigerung des Rundfunkbeitrags - führen.

Weiterhin ist zu berücksichtigen:

Der MDR realisiert in Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem ZDF die 4 DVB-T2-Standorte Magdeburg, Halle, Wittenberg und Brocken. In den Regionen Magdeburg und Halle werden ebenso die Angebote von Freenet-TV abgestrahlt. Trotz des Wegfalls des Standortes Dequede werden mit der Umstellung auf DVB-T2 HD in Sachsen-Anhalt ca. 90.000 Haushalte mehr mit terrestrischem Fernsehen versorgt sein als heute mit DVB-T.

Durch die verbesserten Ausbreitungsbedingungen von DVB-T2 gegen über DVB-T ist die durch den Wegfall des Senders Dequede resultierende Versorgungslücke deutlich kleiner, als sie bei DVB-T wäre. Aus diesem Grund wurde der DVB-T-Sender auch trotz des ungünstigen Kosten-Nutzen-Verhältnisses bislang weiter betrieben.

Der Wegfall des Standortes Dequede wird durch Überstrahlung aus angrenzenden Bundesländern weitgehend kompensiert. Hier sind die Senderstandorte Uelzen, Magdeburg, Braunschweig, Schwerin ganz im Norden und Berlin ganz im Osten der Altmark zu nennen. Zum Empfang ist jeweils eine Dachantenne notwendig. Außer Uelzen senden alle genannten Senderstandorte ab 29.03.2017 in DVB-T2 HD. Uelzen wird Ende 2018 auf DVB-T2 HD umgestellt. Da das neue Antennenfernsehen ein robusteres Empfangssignal liefert, reicht es quasi etwas weiter als ein DVB-T-Signal.

Die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 HD betrifft alle heutigen DVB-T-Nutzer. Insoweit unterscheidet sich die Situation der (wenigen) DVB-T-Nutzer in der Altmark nicht von der Situation in anderen Regionen, da DVB-T überall abgeschaltet wird. Alle Nutzer müssen sich mit der Umstellung entscheiden, welchen Empfangsweg sie künftig nutzen wollen und entsprechende Technik anschaffen.

Auch in anderen Regionen werden einzelne DVB-T-Sender nicht auf DVB-T2 HD umgestellt. Der MDR besitzt keinen Versorgungsauftrag für das Bundesland Brandenburg.


Gruß aus der Prignitz

M. Kraus, Perleberg

Antworten:

Zitat

Der Wegfall des Standortes Dequede wird durch Überstrahlung aus angrenzenden Bundesländern weitgehend kompensiert. Hier sind die Senderstandorte Uelzen, Magdeburg, Braunschweig, Schwerin ganz im Norden und Berlin ganz im Osten der Altmark zu nennen.

Ich denke, wir können uns in diesem Forum auf Empfangsberichte (oder Nichtempfangberichte) freuen.

von mittendrin - am 28.03.2017 12:49
Vor allem können sich die Zuschauer freuen, denn soweit mir bekannt ist, wird in den "angrenzenden Bundesländern" wie Niedersachsen oder MV während der Regionalzeiten um 19:30 z.B. ein anderes NDR Regionalprogramm (SH oder Hamburg) bzw. das Berlinfenster des RBB (früher B1) übertragen. Somit bleibt also Zuschauern in Prignitz und Altmark, die ein anderes Bundesland anpeilen, das für sie eigentlich zuständige Regionalprogramm des MDR für Sachsen-Anhalt bzw. das Brandenburgfenster im RBB verwehrt!

Gruß aus der Prignitz

Kraus

von MICHAELKRAUS - am 28.03.2017 13:00
Heutzutage muss sich alles "rechnen", und Land rechnet sich nun mal nicht.
In vielen Regionen gibt es seit der Analog-Abschaltung gar kein terrestrisches Fernsehen mehr, ich habe es auch noch nie vermisst. Meine Sat-Schüssel funktioniert seit 20 Jahren völlig problemlos.

von BadestadtFM - am 28.03.2017 13:05
Auch bei Regen, Gewitter, Hagel oder Graupeln?

:)

Gruß
M. Kraus

von MICHAELKRAUS - am 28.03.2017 13:07
Laut Umfragen wollen 20% der bisherigen DVB-T Nutzer auf Sat-Empfang wechseln. Dann werden es in dieser Region werden wohl noch viel mehr sein. ;-)

von Cha - am 28.03.2017 13:08
Zitat

Auch bei Regen, Gewitter, Hagel oder Graupeln?

Die wenigen Aussetzer sind zu verschmerzen, und bei Gewitter ziehe sowieso den Stecker.
Auch terrestrische Sender fallen bei Extremwetter gerne mal aus.

von BadestadtFM - am 28.03.2017 13:13
Pritzwalk hatte auch schon kein DVB-T. Roebel auch nicht. Die genannten alternativen Standorte sind bestenfalls mit Dachantenne zu empfangen. Es gibt in Vorpommern auch groessere Staedte ohne terrestrisches Fernsehen. Die KabelTV Anbieter freut das.

von Nordlicht2 - am 28.03.2017 13:16
Danke @MICHAELKRAUS fürs Nachhaken beim MDR!

Immerhin sind sie ehrlich und man kann die Argumente halbwegs nachvollziehen. Ein Service für die Betroffenen wäre, wenn der MDR (in Zusammenarbeit mit dem TV-Gewerbe vor Ort) ein "Antennendrehkommando" organisieren/sponsorn würde. In vielen Fällen wäre der Empfang vielleicht noch zu retten!?

Besonders interessant für mich (hoffentlich ist der MDR über den "NDR-Standort" Uelzen richtig informiert): dann kann ich auch in Nord-Hannover bis Ende 2018:hot: noch mein T1-Equipement "aufbrauchen"....und brauche mich erst nach dem Hype mit T2-Zeugs versorgen...

stefsch

von stefsch - am 28.03.2017 13:21
Übertragungsstandards und technischen Parameter ändern sich. Verbleites Benzin gibt es auch nicht mehr, trotzdem verlangt der Staat Steuer für meinen Opel Ascona Baujahr 1976. Ich glaube auch nicht, dass ich einen Zuschuss für den Kauf eines Bleifreiautos erhalte. Genausowenig wie für den Kauf eines HD-Fernsehers der DVB-T2-tauglich ist. Und mein Mittelwellenradio empfängt auch nichts mehr, die GEZ kassiert trotzdem.

Schüssel kaufen, Receiver dazu, an die Glotze klemmen. Das würde ich in der Prignitz machen (und zwar ab dem Jahr 1998).

von Staumelder - am 28.03.2017 13:51
Es wird auch immer wieder beklagt, dass auf dem Land der Breitbandausbau nicht voran kommt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Viele Kommunen kriegen den Arsch nicht hoch und rufen Fördergelder, die es durchaus gibt, einfach nicht ab.

von BadestadtFM - am 28.03.2017 14:16
Zitat
MICHAELKRAUS
Zitat
M.D.R.
Zum einen die Marktakzeptanz von DVB-T und somit das Nutzungspotential von DVB-T2 HD: DVB-T ist heute in Ballungsräumen und überall dort erfolgreich, wo neben den öffentlich-rechtlichen auch private Programme empfangbar sind. Laut Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten 2016 liegt die DVB-T-Nutzung (als einzige Empfangsart) in den drei mitteldeutschen Ländern im statistischen Mittel bei 3 %. (Dieser Bericht kann auf der Website der Landesmedienanstalten unter www.die-medienanstalten.de/publikationen/digitalisierungsbericht.html abgerufen werden.)

Nach unserer Erfahrung liegt die Nutzung in eher ländlichen und dünn besiedelten Regionen noch darunter.

Irgendwie glaube ich den Text hier schon mal gelesen zu haben :bruell: :bruell: :bruell: Vielleicht für einen Bereich des mdr der für Franken nicht unrelevant ist ;-) ?
Nunja, wenn DVB-Tx nur dort erfolgreich ist wo die Privaten mit dabei sind sollte man schon mal zusammenzählen wo das der Fall ist. Unter der Prämisse daß die Verschlüssellung dann etwa bestenfalls eine Ausstrahlung für die 20% ist die bereit sind zu bezahlen. Und dann sind wir beim tatsächlichen Benchmark :-( . Technik hat ja in der Marktwirtschaft keinen Platz mehr. Strategie auch nicht (mehr).
Und in der nächsten Runde erklären wir euch warum 64k via DAB auch noch ausreichend sind. Keine guten Aussichten!

von Thomas (Metal) - am 28.03.2017 14:19
Eines Tages wird ein Mittelwellensender ganz Deutschland vom Brocken aus versorgen. Das muß dann reichen für alle die kein Internet haben.

Das ist dann das gleiche wie bei LTE. Es wird behauptet der neue Mobilfunkstandard benötigt weniger Sender da es höhere Reichweite gibt. Die Realität sieht dann so aus das LTE genauso wenig wie GSM im Haus funktioniert. Keiner der Anbieter kann da was bieten. Gibt so viele Häuser bei uns wo nicht mal vorm Haus auch nur ein Netz geht.

von pomnitz26 - am 28.03.2017 14:38
Zitat

Eines Tages wird ein Mittelwellensender ganz Deutschland vom Brocken aus versorgen.

Es gibt sicherlich besser geeignete MW-Sendestandorte als ausgerechnet den Brocken, bei MW kommt es ja nicht auf die Höhe des Senderstandortes an, sondern auf die Bodenleitfähigkeit! ;)

Mein zuständiger LTE-Sender ist 2,2 km entfernt, ich habe Null LTE-Empfang im und vor dem Haus, von keinem der Netzbetreiber.

von iro - am 28.03.2017 14:51
Zitat
Staumelder
Übertragungsstandards und technischen Parameter ändern sich. Verbleites Benzin gibt es auch nicht mehr, trotzdem verlangt der Staat Steuer für meinen Opel Ascona Baujahr 1976. Ich glaube auch nicht, dass ich einen Zuschuss für den Kauf eines Bleifreiautos erhalte. Genausowenig wie für den Kauf eines HD-Fernsehers der DVB-T2-tauglich ist. Und mein Mittelwellenradio empfängt auch nichts mehr, die GEZ kassiert trotzdem.

Schüssel kaufen, Receiver dazu, an die Glotze klemmen. Das würde ich in der Prignitz machen (und zwar ab dem Jahr 1998).


Dem gibt es nichts hinzuzufügen,wie groß war doch auch das Geschrei als man einfach die Mittellwellen,Langwellen,Kurzwellen,analog SAT,analog terrestrisch,Dratfunk usw abgestellt hat,heut krät kein Hahn mehr danach....

von Robert S. - am 28.03.2017 15:53
Was nützt einen das beste LTE wenn es keine Großzügige Bezahlbare Volumen gibt.

von _Yoshi_ - am 28.03.2017 15:53
Man wird diese Situation von morgen (29.3.2017) auch im unmittelbaren Hamburger Umland erleben. Wie an anderer Stelle bereits diskutiert wurde, wird morgen auch der Standort Rosengarten für DVB-T ersatzlos abgeschaltet. Im südlichen Hamburger Umland dürfte das Lücken hinterlassen. Vor allem in Regionen, in denen der Empfang vom Hamburger Fernsehturm abgeschattet ist.

von RadioNORD - am 28.03.2017 16:24
Ich bin leider von der Streichung des Standortes Dequede auch betroffen, da ich nur einen Satanschluß in meiner Wohnung hab .
Für die anderen Fernseher nutze ich dvb t .
Da es nur Schlafzimmer und Küche ist hat mir die kleine Programmauswahl ausgereicht.
Mein Vermieter findet es bestimmt nicht gut wenn ich eine Dachantenne aufbaue :)

von Buschi94 - am 28.03.2017 18:26
Ich habe in der Ostprignitz im Urlaub noch einige Dachantennen gesehen, die m. E. auf Berlin ausgerichtet waren. Bestückt ausnahmslos mit Antennen aus DDR-Produktion. Sie sollten wohl zumindest die starken "Westprogramme" auf den Schirm holen. Nun war es auch so, dass man ein leicht bis mäßig angerauschtes Bild durchaus hingenommen hatte, solange die angestrebten Programme überhaupt empfangen werden konnten.

Das sollte an den Empfangsorten, an denen früher Analogempfang aus Berlin möglich war, heute digital auch wieder funktionieren. Wenn es irgendwie machbar ist, dann würde ich jedoch zu Satellitenempfang greifen. Die gebotene Programmvielfalt ist im Fernseh- und Radiosektor erheblich größer. Zudem sind die deutschen Privatsender in SD noch unverschlüsselt empfangbar.

Dennoch ist es bedauerlich, dass sich rbb und MDR nicht entschließen konnten, einen der beiden Standorte Pritzwalk oder Dequede gemeinsam zu nutzen. Dritte Möglichkeit wäre die gemeinsame Nutzung des Standortes Uelzen mit dem NDR. Wenn man wirklich Kosten sparen wollte, dann hätte ein gemeinsamer Standort aller drei Anstalten doch durchaus funktioniert. Aber am meisten spart man schließlich, wenn man gar nichts macht.

von PowerAM - am 29.03.2017 05:53
Zitat
PowerAM
Wenn man wirklich Kosten sparen wollte, dann hätte ein gemeinsamer Standort aller drei Anstalten doch durchaus funktioniert.

Auf dem Höhbeck!

von mittendrin - am 29.03.2017 06:45
Stimmt, hatte ich bereits vergessen. Das Ding stand ja praktisch unmittelbar an der Grenze.

von PowerAM - am 29.03.2017 06:58
Ja....stand. der Mast für das analoge TV wurde ja schon längst gesprengt, beim anderen ist es sicher auch nur eine Frage der Zeit, ob er aus Kostengründen (ent)fällt und der DLF z.b. nach Dannenberg /Zernien wandert. Von dort hätts ja auch noch DVB-T2 Signale in alle 3 Bundesländer geben können, aber die Kosten.... :gruebel:

von Chief Wiggum - am 29.03.2017 07:12
Stimmt, das ist es uns dann doch nicht wert. :motz:

von PowerAM - am 29.03.2017 07:26
Zitat
MICHAELKRAUS
Vor allem können sich die Zuschauer freuen, denn soweit mir bekannt ist, wird in den "angrenzenden Bundesländern" wie Niedersachsen oder MV während der Regionalzeiten um 19:30 z.B. ein anderes NDR Regionalprogramm (SH oder Hamburg) bzw. das Berlinfenster des RBB (früher B1) übertragen. Somit bleibt also Zuschauern in Prignitz und Altmark, die ein anderes Bundesland anpeilen, das für sie eigentlich zuständige Regionalprogramm des MDR für Sachsen-Anhalt bzw. das Brandenburgfenster im RBB verwehrt!

Gruß aus der Prignitz

Kraus


Beides falsch. Die Ländermagazine des MDR laufen von 19.00 bis 19.30 Uhr, und über die mecklenburg-vorpommerschen DVB-T- bzw. DVB-T2-HD-Sender wird ohne Unterbrechung rbb Fernsehen mit dem brandenburgischen Landesprogramm ausgestrahlt.


Die Umstell- bzw. Abschalttermine (vier Standorte fallen weg) hat der MDR übrigens schon vor längerem bekanntgegeben: http://www.mdr.de/tv/empfang/termine-umstieg-dvbtzwei-100.html.


Zitat

Allerdings fühlt sich auch der RBB nicht verantwortlich für Prignitz und Altmark, denn auch dort werden die Signale abgeschaltet und nicht auf den neuen Standart mitgenommen.


Welche Signale sollen das gewesen sein? Außerhalb Berlins gab es doch nur Booßen und Calau, und die bleiben auch (Calau soll 2019 umgestellt werden).


Zitat

eine wichtige Rolle für die Versorgung von Prignitz, Altmark, Ruppinerland, Elbhavelwinkel und Meckl. Seenplatte spielt


Wie ging denn Dequede in Perleberg? Noch mit Zimmerantenne?

von Michel OS - am 29.03.2017 09:00
In Lenzen an der Elbe hatte ich Anfang der 2000er mit einer Zimmerantenne vom Typ "Nudelsieb" die meisten Programme mit rauschfreiem Analogempfang. Der stark einfallende MDR kam definitiv aus Dequede. Allerdings war der mitgeführte Fernseher nur ein Schwarzweiß-Modell mit rund 10 cm Bildschirmdiagonale. Den NDR bekamen wir mehrfach, Erstes West und ZDF ebenso mehrfach. Erinnern kann ich mich noch, dass der MDR noch vom Brocken ebenso guckbar ankam.

Von Lenzen nach Dequede sind es rund 30 km. Perleberg liegt nur 27 km entfernt.

von PowerAM - am 29.03.2017 09:11
Ein Kanal ist nach der Umstellung noch ohne Zukauf oder größeren Antennenaufwand zu bekommen. Es ist der Kanal 37 von Brocken / Magdeburg mit den ZDF Programmen. Wenn ich die Antenne drehe kommt vielleicht noch Berlin. Ich bleibe dran.

Gruß aus der Prignitz

M. Kraus

von MICHAELKRAUS - am 31.03.2017 10:12
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