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SD-Abschaltung via Astra 19,2°Ost

Startbeitrag von transponder am 30.04.2017 12:03

Die Planungen für ein gemeinsames Abschaltdatum der öffentlich-rechtlichen und privaten SD-Sender via Astra haben laut ZDF-Produktionsdirektor begonnen.

Zu diesem Zweck wurde eine Arbeitsgruppe bei der Landesmedienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein eingerichtet, die den geordneten Wechsel und den geeigneten Zeitpunkt finden soll. Diese Gruppe arbeitet mit dem Segen des Bundeskartellamtes.

Die RTL-Mediengrupppe erkärte zu einer möglichen SD-Abschaltung ihrer Sender: "Nicht 2020 und auch nicht danach". Verständlich, da laut den Zahlen aktuell nur 17% aller HD Satelliten-Haushalte ein Abo bei HD+ abgeschlossen hätten, über 80% begnügen sich mit der SD-Version der privaten Programme. Da würden bei einer schnellen SD-Abschaltung die Werbeeinnahmen doch gewaltig zurückgehen.

Die KEF will bekanntlich eine Abschaltung der öffentlich-rechtlichen SD-Programme bis 2019. Der Produktionsdirektor des ZDF schätzt die Anzahl der SD-Haushalte 2019 auf 3,5 Millionen, was einen Anteil von 20 - 30 % an allen Sat-Haushalten entspricht. Er plädiert daher für ein Abschaltdatum 2021.

https://www.golem.de/news/sd-analogabschaltung-kommt-auch-bei-satellitenfernsehen-1704-127569.html

Die 50 interessantesten Antworten:

Die Aussagen sind doch interessant und heißen:

- die Vereinbarung zwischen Kartellamt und Sender ist praktisch hinfällig geworden. Die Privaten werden völlig freiwillig die SD Verbreitung noch sehr lange Zeit fortsetzen. Deutlich über 2023 hinaus.
Für sie ist der Zustand derzeit das beste aus beiden Welten: man hat die Zusatzeinnahmen via HD+, und kann sich mit SD die technische Reichweite, die für die Werbung nötig ist, erhalten. Es besteht für sie daher kein dringender Grund, am Status Quo etwas zu ändern. Die Transponder für SD zahlt man aus der Portokasse.

- es bahnt sich ein Konflikt zwischen ARD/ZDF und der KEF an. Das typische Geschwurbel von Bereczky zeigt das zu deutlich. Die KEF will bis 2019/2020 raus aus SD bei ARD/ZDF. ARD/ZDF wollen aber nicht SD einstellen, solange die Privaten in SD senden - aus Wettbewerbsgründen.
Also sucht Bereczky schon jetzt nach fadenscheinigen Ausreden, warum man SD nach 2019 weiter senden muss:
"Gegen eine SD-Abschaltung für Nutzer von Satellitenfernsehen im Jahr 2019 spreche zudem, dass im gleichen Jahr die DVB-T2-HD-Einführung abgeschlossen werde und die letzten DVB-T-Ausstrahlungen endeten. "Man muss nicht alles parallel machen", gab Bereczky zu bedenken.". Das ist der größte Quatsch seit langem von ihm: das wird keine Zehntausend Haushalte mehr betreffen, denn die letzten DVB-T2 Umstellungen sind alles totale Landsender, wo es jetzt schon kaum DVB-T Nutzer gibt. Eine reine Ausrede.

Und das andere Argument, dass es noch 3,5 Mio nur SD Satznutzer gibt.... warum kann man denen keinen Kauf eines HD Geräts zumuten, wenn man es bei 3 Mio DVB-T Nutzer bis Ende März zugemutet hat ?
Nein, man will der KEF die Kohle für eine viel längere SD Parallelverbreitung abtrotzen, nur darum gehts.

Letztlich ist HD+ das, als was es von anfang an galt: eine totale HD Bremse, die die SD Verbreitung auf viele Jahre verlängern wird.

von Terranus - am 30.04.2017 13:45
Es bleit dabei: Eine SD-Abschaltung vor 2020 (und damit auch die KEF-Träumereien) ist illusorisch. Es schauen einfach zu viele noch SD. 20-30% und damit 3,5 Mio. ist die Schätzung für 2019; heute sind es wesentlich mehr - irgendwo habe ich die Zahl 45% der Sat-Haushalte gelesen, die noch SD schauen.

Und warum ist das so? HD ist in seiner heutigen Form nicht attraktiv: Weder 720p (zu geringe Auflösung, dazu teilweise furchtbar umgesetzt bei den Sendern) noch 1080i (interlaced? ernsthaft in Zeiten von Flachbildschirmen noch ein Relikt aus Röhren-Tagen weiterzuführen?) sind doch nicht zukunftsfähig. Besser wären 1080p oder gleich 2160p und damit UHD.

Daher bin ich entschieden gegen Zwangs-720p bzw. -1080i und fordere, dass die Sender, allen voran die ÖR, klarstellen, ab wann sie UHD einführen wollen und in welchen Standards wie Modulationen (DVB-S2 oder DVB-S2X oder was anderes?), Codecs (HEVC oder was anderes?) usw., damit sich die Endverbraucher drauf einstellen können. Da das, fürchte ich, noch ein paar Jahre dauern wird, wird auch SD so lange bestehen bleiben.

Ich stimme aber zu, dass HD+ auch mit ein Grund ist, der die Verbraucher total verunsichert. Es ist sehr ähnlich zu der damaligen Grundverschlüsselung der SD-Privaten im Kabel, was dazu führte, dass wir heute noch Analog-TV im Kabel haben. Mit 17% von den ca. 55% HD-Sat-Haushalten, was nicht mal 10% der gesamten Sat-Haushalte ist, kann man HD+ 7 Jahre nach seiner Einführung getrost als Flop bezeichnen.

von GLS - am 30.04.2017 14:07
Zitat
Alqaszar
Die Drittwelt-Technologie "Satellitendirektempfang" muss ja auch nicht in HD sein. Wer im Jahre 2020 noch nicht auf IP umgestellt hat, wird auch keine besonderen Qualitätsansprüche haben -- weder inhaltlich noch technisch. Theoretisch könnten die Privaten ihre Sender alle auf einen Transponder packen, mit 144p oder so, und die Masse wäre noch damit zufrieden. Da in Deutschland auch noch "xDSL" als "Breitbandinternet" verkauft wird, passt das auch, wenn hier jeder noch eine Schüssel auf dem dach hat als wäre es noch 1993.


IP-Fernsehen besser als SAT? :confused:.

SAT wird aus meiner Sicht auf lange Zeit der hochwertigste, zuverlässigste und v.a. kostengünstigste Empfangsweg bleiben.

von wolfgangF - am 30.04.2017 17:03
Zitat
Alqaszar
Die Drittwelt-Technologie "Satellitendirektempfang" muss ja auch nicht in HD sein. Wer im Jahre 2020 noch nicht auf IP umgestellt hat, wird auch keine besonderen Qualitätsansprüche haben -- weder inhaltlich noch technisch.


Wer in der digitalen Pampa wohnt oder sich aus Kostengründen nur einen Internetzugang mit geringer Bandbreite leisten kann, der dürfte solche Aussagen als ziemlich arrogant empfinden.

Ausserdem muss man nicht mal die Türkei oder China schauen, um festzustellen, wie anfällig die IP-Technik gegenüber staatlichen Zensurmassnahmen ist. Völlig immun sind wir dagegen auch in Europa nicht, da muss man nur mal nach "Zensursula" (aka von der Leyen) oder "Zugangserschwerungsgesetz" googeln...

73 de Uli

von ulionken - am 30.04.2017 18:00
Ganz übel könnte es fürs Radio werden. Ob der Inhalt des ARD-Hörfunktransponders nach der SD-Abschaltung rübergerettet werden kann, ist unklar. Es steht auch im Raum, evtl. auf mageres AAC zu gehen, dann kann mans auch gleich bleiben lassen. Dank perspektivischem UKW-Ende und oft schäbigen Bitraten auf DAB und Internetradio wäre dann gar kein qualitativ hochwertiger Zugang mehr möglich.

Alle (!) DVB->UKW-Umsetzer für Kabelnetze sind nur MP2-tauglich, mit AAC könnten sie nichts anfangen. Die meisten Umsetzer sind nichtmal tauglich für DVB-S2. Damit würde schon ein Umzug der MP2-Radioprogramme auf DVB-S2 massive Probleme verursachen.

Mein Vorschlag wäre ja immer noch: den Hörfunk-TP weiterhin in DVB-S nutzen, die Radioprogramme darauf in MP2 belassen, die Programme des Deutschlandradios mit dazupacken und dabei auf 320 kbps erhöhen. Und den Platz, der dann noch bleibt, für Das Erste und das ZDF verwenden, in SD natürlich, in shcäbiger Bitrate ebenso - aber das wäre dann wenigstens ein öffentlich-rechtliches Grundangebot, das noch in SD greifbar wäre.

von Chris_BLN - am 30.04.2017 22:45
Zitat
Alqaszar
Die Drittwelt-Technologie "Satellitendirektempfang" muss ja auch nicht in HD sein. Wer im Jahre 2020 noch nicht auf IP umgestellt hat, wird auch keine besonderen Qualitätsansprüche haben -- weder inhaltlich noch technisch. Theoretisch könnten die Privaten ihre Sender alle auf einen Transponder packen, mit 144p oder so, und die Masse wäre noch damit zufrieden. Da in Deutschland auch noch "xDSL" als "Breitbandinternet" verkauft wird, passt das auch, wenn hier jeder noch eine Schüssel auf dem dach hat als wäre es noch 1993.

Genau wegen diesem nicht vorhandenen Breitbandausbau sind lokale TV Programme über IP in der Datenrate massiv reduziert worden. Die Multithek für IP fähige Sat Receiver ist samt TecTime.tv abgeschaltet worden. HD+ hält sich zu meinem Bedauern wegen der hohen Qualitätsansprüche der Sat Zuschauer auch schon recht lange. Wenn das LTE Datenvolumen bezahlbar wäre könnte ich an dieser Welt teilhaben.

von pomnitz26 - am 01.05.2017 01:00
Auf schnelles Internet können wir hier im Ortsgebiet nicht zugreifen und in absehbarer Zeit wohl auch nicht hoffen. Dank guter Technik zu Hause lässt sich noch einiges auf den Bildschirm bringen, aber man stößt dann bald an die Grenzen.
Satelliten-Direktempfang ist hier also unerlässlich.
Um besonders inhaltlichen Ansprüchen gerecht zu werden, braucht man eine ganze Reihe von Mitteln (entsprechende VPN fürs Internet; bestimmte Receiver usw.).
Die Freiheit ist wahrlich begrenzt.
Die Gängelei in verkabelten Wohngebieten in Ballungszentren möchte ich mir auch nicht antun.
Kabelzuschauer gelten ohnehin mehrheitlich als träge (Foren-Mitglieder sind Ausnahmen).

Für das RTL-Publikum reicht es ja eigentlich immer; das entspricht wohl auch der "Leitkultur" - s. de Maizéres aktuelles Geschwafel.

Prozentual sind es nach wie vor wenige (auch in nahen Orten der Region mit besserer Internetversorgung), die ihren TV bzw. Receiver ans Internet angeschlossen haben.

von hetietz - am 01.05.2017 04:48
Zitat
pomnitz26
Sinn würde eine Änderung nur machen wenn man den Radiotransponder völlig streicht und die Programme in die ARD Transponder mit hinein quetscht.

Und genau das ist zumindest nicht ausgeschlossen. Entsprechende Äußerungen (als nicht auszuschließende Vorgehensweise) habe ich vor einiger Zeit schon aus ARD-Kreisen bekommen. Wie die aktuellen realen Planungen aussehen, entzieht sich meiner Kenntnis. Auch eine Menge professionelle Rückempfangsgeräte (der Hfk-TP ist für so manches UKW-Programm Backup und teils sogar regulärer Zuführungsweg) sind nicht DVB-S2-tauglich, AAC-Tauglichkeit lassen wir mal gleich draußen.

LC-AAC mit z.B. 192 kbps wäre schon erträglich, aber dennoch qualitativ schlechter als 320 kbps MP2. Weiterhin wäre es zumindest bislang kaum elegant schneidbar (ich kenne zumindest kein "AACdirectCut") und die Receiver-Unterstützung für AAC ist in Deutshcland katastrophal. Die einzige Geräteplattform, von der ich Exemplare in meinem Umfeld habe, die bei AAC Töne ausgibt, tut dies auch noch fehlerhaft.

Norwegen hat Radio von 192 MP2 auf 64 HE-AAC umgestellt - klingt schauderhaft.

Wir müssen wachsam bleiben.

von Chris_BLN - am 01.05.2017 08:01
Das es keine oder kaum Bereitschaft gibt bzw Interesse auf HD um zu steigen, kann man seit viele wochen auf der facebook seite von Freenet TV sehen, wobei hier sehr häufig auch Anwendungsfehler hinzu kommen.

Für die Zahlenden Kunden der Privaten, müßte man, um die masse überhaupt locken zu können, ein Programm ohne Werbung anbieten! Oder Maximal so wie man das auf sky macht, und bringt nur Zwischen den Filmen und Serien werbung. Möglich müßte sowas normalerweise sein.

Den meisten reicht SD sogar völlig aus, die brauchen HD überhaupt net.

IP TV kann man höchstens in den Städten Nutzen, weiter aufm land , kann man oft froh sein ne 6000er Leitung zu bekommen!

ich denke, dass Sat am Häufigsten nach Kabel genutzt wird. Wobei Unitymedia ja in Kürze, dass Analoge signal auch abschaltet, und selbst da gibt es Proteste!

von Rheinländer - am 01.05.2017 08:08
Zitat
Alqaszar
Die Drittwelt-Technologie "Satellitendirektempfang" muss ja auch nicht in HD sein. Wer im Jahre 2020 noch nicht auf IP umgestellt hat, wird auch keine besonderen Qualitätsansprüche haben -- weder inhaltlich noch technisch. Theoretisch könnten die Privaten ihre Sender alle auf einen Transponder packen, mit 144p oder so, und die Masse wäre noch damit zufrieden. Da in Deutschland auch noch "xDSL" als "Breitbandinternet" verkauft wird, passt das auch, wenn hier jeder noch eine Schüssel auf dem dach hat als wäre es noch 1993.


Dann solltest du mal schnell auf den Land und derern Bewohner schnelles Internet bereitstellen. Damit man auch dort nicht mehrt Museumsreife Schüsseln nutzen muss. :rolleyes:

Tut mir leid, so ein Blödsinn wie deinen Beitrag habe ich noch nie gelesen.

von Winterkönig - am 01.05.2017 08:36
Wie schon hier diskutiert, sehe ich zwei wesentliche Probleme:
Bei weitem nicht überall ist schnelles Internet verfügbar und damit auch die Bandbreiten nicht vorhanden, um wirklich überall Fernsehen übers Internet nutzen zu können.

Und die Privatsender dürften schon allein deswegen ein Interesse daran haben, ihre Programme in SD-Qualität nicht so schnell abzuschalten, da die Reichweite und damit auch die Werbeeinnahmen deutlich einbrechen würden. Die Einnahmen über den Vertrieb ihrer HD-Produkte dürften das auch (bei weitem) noch nicht kompensieren.
Im Bereich der Kabelversorgung dürfte der Wunsch nach möglichst langer SD-Austrahlung sogar noch stärker wiegen, da sehr viele Wohnungsbaugesellschaften oder Großvermieter Verträge mit den Kabelprovidern haben. Und innerhalb dieser großen Organisationen leben auch oft Menschen, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind und schon aus finanziellen Gründen auf PayTV verzichten und sich mit dem Empfang in Standardauflösung begnügen..

Kein Privatsender dürfte ein Interesse haben, einen bedeutenden Teil dieser Kunden auf einen Schlag zu verlieren.
Wenn ich mal die WBG Augsburg als Beispiel nehme: Die haben hier rund 10.000 Wohnungen und eine Rahmenvereinbarung mit Vodafone, die unter anderem digitales Kabel in Standardauflösung ohne monatliche Zusatzkosten ermöglicht. 10.000 Wohnungen sind nicht gerade wenig für eine Stadt mit gut 300.000 Einwohnern.

Wenn die öffentlich-rechtlichen Programme allerdings ihr SD-Signal abschalten, dürfte sich der Aufschrei in Grenzen halten, da die HD-Versionen ohne Abokkosten verfügbar sind. Und ohne genaue Zahlen nennen zu können vermute ich, dass ein Großteil der Zuseher inzwischen über HD-fähiges Equipment verfügen sollte...

von Bengelbenny - am 01.05.2017 10:29
Bei mir wirds in absehbarer Zeit auch kein schnelles Internet geben, mein 6000RAM mit ISDN wird bald zwangsgekündigt und ich bekomme einen 5J Anschluss, also noch mal 1MBit weniger im Downstream. Wie soll ich damit 7 Empfangstellen in meinem Haus versorgen, absolut lächerlich, Sat-Empfang als veraltet darzustellen, im Gegeneil, nur Satellit biete genügend Kapazität für jede Technologie. Satellit ist Vorreiter.
Wo wurde Digitalfernsehen, HD und jetzt sogar UHD wohl immer zuerst übertragen?
Ich bin Digitalgucker und später HD-Gucker der ÖR der ersten Wochen nach Aufschaltung gewesen, und bin froh, dass ich daran teilhaben kann, auch wenn mein DSL mal ausfällt kann ich überall in HD gleichzeitg fernsehen und Aufzeichnen, komme an jede Datei ran, Dank Enigma2-Receiver überall. Kann in meinem lokalen Netzwerk alles streamen was ich empfange, auf jeden Handy und Tablett, PC. Private in HD brauche ich nicht, da mich der Inhalt nicht tangiert, wegen mir könnten die auch das SD via Sat sofort abschalten.
Ich würde niemals 7 IP-TV-Receiver mieten wollen, auch nicht mit 400MBit Bandbreite, wenn ich sie in 100 Jahren vielleicht mal bekommen würde... .
Deutschland ist in Sachen Breitbandinternetvollversorgung für Alle um Lichtjahre zurück.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 01.05.2017 11:08
Freier Zugang über Satellit hat allerdings nicht nur Vorteile sondern auch Nachteile, v.a. wenn Rechteinhaber auf eine verschlüsselte Ausstrahlung bestehen, wie das im Falle von international bedeutenden Sportveranstaltungen ist. Und da wird es schwierig eine Lösung zu finden.
Bleibt die Wahl zwischen Verzichten und den Forderungen nach Verschlüsselung der Rechteinhaber nachgeben.
Aber eine verschlüsselte Ausstrahlung ist keine frei zugängliche Ausstrahlung mehr.
Ich bin echt gespannt wie die deutschen TV-Anbieter hier eine Lösung finden wollen.

Meine Meinung ist zum ursprünglichen Thema:
Weshalb sollten ARD und ZDF die Ausstrahlung in SD nicht beenden können oder dürfen? Die Ausstrahlung der TV-Programme in HD ist doch frei, im Gegensatz zu den Privaten.
Bei den Privaten ist eine Parallelausstrahlung SD und HD doch viel sinnhaftiger.
Da die Privaten offenbar weder kurzfristig die Verschlüsslung der HD-Programme noch die SD-Ausstrahlung aufgeben wollen müssen ARD und ZDF mit der SD-Abschaltung doch nicht auf die Privaten warten, oder?

von Winnie2 - am 01.05.2017 11:46
Zitat
Cha
Die Franzosen haben die DVB-S2 Umstellung ja schon hinter sich. Für die Radiosender und einige Datenkanäle hat man einen Transponder in DVB-S gelassen und sendet diese gewohnt in MP2.


Die Schweiz hat auf DVB-S2 umgestellt (nix mehr mit Swiss Pop und so in einigen kleineren Kabelnetzen, da die Umsetzer kein 8PSK können), aber immerhin MP2 behalten. Norwegen ist radikal auf 64 kbps HE-AAC in Diktiergerätequalität (von vorher meist 192 kbps MP2) und empfiehlt qualitätsbewussten Hörern den Livestream (192 kbpps MP3, man denkt tatsächlich über einen FLAC-Stream nach!). Tschechien hat uns auch "verlassen", ist nun auch AAC und 8PSK. Es wird also sehr unterschiedlich gehandhabt.

Zitat
andimik
Warum sollte man die Hörfunkprogramme abschalten?


Nicht abschalten, sondern - einer Abschaltung nahezu gleich kommend - in niedrigerer Bitrate in AAC mit auf die vorhandenen TP quetschen. Selbst wenn man das nicht wollte, die KEF wirds irgendwann schon so hinbiegen lassen.

von Chris_BLN - am 01.05.2017 19:35
Also ich habe selbst noch SD Receiver, davon aber nur 2 aktiv genutzt - 1er nur für Radio. Bei meinen Eltern sind es ALLE 6 Stück die SD Only sind ( 3 Standorte).

Trotzdem sage ich dass man die SAT SD Kunden auch zwingen kann in HD zu investieren sofern,
dadurch nennenswerte Vorteile für den Gebührenzahler entstehen ( sinkender Beitrag z.B:)

Hörfunktransponder in Mpeg2 belassen wäre natürlich ne feine Sache, dann wären die Receiver nicht alle sofort Elektroschrott.

Ja die Franzosen die hier angesprochen wurden .... Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.
Klar sind die TNTSat SD Kisten obsolet geworden aber wieviele gucken darüber ? -In Frankreich
steht hinter dem Hauptweg DVB-T inzwischen IPTV ganz weit vor Sat das nur für PayTV genutzt wird oder in Gegenden wo keine DVB-T Versorgung gegeben ist.

IPTV ist keine Lösung - Ziehe demnächst um. aktuell 50 Mbit/s und werde mich dann mit schönen 6 Mbits begnügen müssen. Glaube mehr brauch ich dazu nicht zu schreiben...
Und nein ich ziehe nicht aufs öde Land !

von Felix 99 - am 02.05.2017 17:12
Zitat
pfennigfuchser
Zitat
Rheinländer
Wo wir schon bei Sat sind, ist das wirklich ne Alternative? Wie ist die Stabilität? Unabhängig vom Wetter ? Läuft da HD stabil?


Ich kann nur sagen, dass Videos usw. stabil laufen. Ob nun HD-Videos auch gut laufen kann ich so leider nicht sagen. Meine Schwester und Familie sind aber sehr zufrieden damit. Man kann es sogar auch testen (müsste noch gehen), aber eine Alternative ist es auf jeden Fall. In Borken, wo meine Schwester wohnt, bietet die Telekom gerade mal max. 1 MBit an und dies funktioniert auch noch nicht einmal.


Aber bei sat, gibt es ja eine Begrenzung, je nachdem was man für einen Tariv wählt, den hat man so ja nicht. Wenn man lange und viel bei youtube guckt, sind 20Gb fix aufgebraucht. Ich denke aber auch, abstriche macht man da gern, hauptsache überhaupt online

von Rheinländer - am 02.05.2017 19:46
Zitat
transponder
Das ZDF und SES-Astra haben nun in einer offiziellen Meldung mitgeteilt, dass alle ZDF-Sender bis mindestens 2020 via 19,2°E weiterhin in SD ausgestrahlt werden. Man hat den bestehenden Vertrag verlängert.

Damit dürfte eine vorzeitige SD-Abschaltung auch anderer Sender vom Tisch sein. Da kann die KEF nur noch zuschauen, da hier nun Fakten geschaffen wurden.

https://www.infosat.de/digital-tv/zdf-ausstrahlung-sd-qualit-t-ber-satellit-astra-bis-2020-gesichert

Ja gut, ein Jahr hin oder her - für die KEF dürfte wichtig sein: ein potentielles Ende des SD-Simulcasts ist damit in Sicht. Davon abgesehen handelt es sich um einen Transponder-Mietvertrag; ob das ZDF darüber SD ausstrahlt oder die Kapazitäten später vlt. für UHD nutzen möchte, dürfte Astra relativ egal sein.

von Zwölf - am 29.05.2017 14:38
So isses. Ich freu mich dann mal an dieser Stelle statt bei Facebook. Und hoffe immer noch auf wenigstens 2022. Mein Fernseher läuft immer noch in SD und unter WinXP mit 2 GB RAM. Und das seit Jahren superstabil und zuverlässig 365/24/7. HD schafft der Rechner aber nicht mehr, meine Schnittsoftware auch nicht. Von daher bin ich über ein paar Jahre Schonfrist ganz froh. HD brauche ich nicht, zum einen geben meine Augen das sowieso nicht mehr her, zum anderen ist mir eine gute Story bei einem Film viel wichtiger.

Und mit Win10 kann ich mich bislang in Sachen Zuverlässigkeit überhaupt nicht anfreunden. Seit 6 Monaten hab ich das jetzt - und es läuft maximal 4 Tage am Stück fehlerfrei. Für einen Festplattenrekorder nicht brauchbar, für programmierte Radiomitschnitte ebenfalls nicht, es ist immer Glücksache. Ich hoffe, das bessert sich auch noch bis 2022...

von iro - am 29.05.2017 20:19
Zitat
DigiAndi
An Windows 10 wird's jedenfalls nicht liegen

Doch, der Fehler mit der immer wieder fehlenden "Internetkonnektivität" ist Windows (10) geschuldet, die Foren sind seit 1 Jahr voll von Berichten dazu, eine 100% funktionierende Lösung gibt es noch nicht und M$ bekommt es anscheinend nicht gebacken.

Mein Problem mit der alle 4 Tage zerschossenen bass.dll (TapinRadio) - man kann fast die Uhr danach stellen - scheint wirklich meins zu sein, dazu findet sich leider nichts im Netz.

Zitat

Wirklisch so wenig? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Da würde ja bedeuten, dass 80% noch TV in SD gucken, obwohl in 90% der Haushalte mittlerweile HD-Glotzen stehen. Macht irgendwie wenig Sinn
Oder daß 80% kein ARD-ZDF gucken...

von iro - am 30.05.2017 08:09
Zitat
zerobase now
Zitat
Rheinländer
wie viele überhaupt kein Interesse an HD haben, denen SD völlig ausreicht, sind das höchstens 20% die die Öffentl Rechtlichen in HD gucken, wenn überhaupt.


Wirklisch so wenig? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Da würde ja bedeuten, dass 80% noch TV in SD gucken, obwohl in 90% der Haushalte mittlerweile HD-Glotzen stehen. Macht irgendwie wenig Sinn.


Stimmt auch überhaupt nicht...

Zitat

Dem TV-Monitor 2016 im Auftrag von SES Astra zufolge liegt der Anteil der HDTV-Haushalte inzwischen bei 59 Prozent (22,5 Mio. Haushalte, Zuwachs gegenüber 2015: 12,5 %). Allein über Satellit empfangen 11,4 Millionen Haushalte (+3,6%) ihr TV-Programm primär in HD-Qualität. Hinzu kommen 9,4 Millionen Kabelhaushalte (+20,5%) und über eine 1,8 Millionen IPTV-Haushalte (+50%).

http://www.vprt.de/thema/verbreitung/standards/hd-technik/hdtv-technik/content/tv-monitor-2016-hdtv-empfang-nimmt-weite

Selbst wenn man konservativ rechnet, schauen per Satellit mindestens schon 50% der Haushalte in HD.

von Terranus - am 30.05.2017 08:54
Man kann ja darüber streiten, ob Sat-SD vollumfänglich bis ende 2022 erhalten sein muß. Es würde vielleicht reichen, wenn die "Hauptprogramme" noch im Simulcast bestehen bleiben. Also mindestens ARD, ZDF, 3Sat, Arte, Phoenix. Bei den "Dritten"-Fensterprogrammen könnte man dann irgendwann langsam Kapazität abschmelzen.

Ich sehe das Problem grundsätzlich so: bei jedem Technikwechsel gehen mehr Zuseher/Zuhörer für die linearen Medien verloren, als neue nachkommen. Außerdem gibt es in ganz Eurasien/Nordafrika/Nahost Millionen Zuseher/-hörer die nur alte Technik haben und keine neue wollen/brauchen/sich leisten können. Dazu kommen viele "Gemeinschaftsanlagen (Hotels, Krankenhäuser, Altenheime, Wohnanlagen mit Gemeinschaftsantennen) die in immer kürzeren Abständen immer teurere Infrastruktur anschaffen müssen.

Heutzutage sollte die Transpondermiete (gerade für einen Großmieter) auch nur noch ein geringer Kostenfaktor sein, gegenüber den Kosten für die Anschaffung (und Installation) von Millionen neuen Empfangsanlagen. Von Stromverbrauch und Resourcenverschwendung ganz zu schweigen. Leider denkt "der Kapitalismus" da anders.
Die meisten Leute können in ihrer konkreten Empfangsituation gar nicht zwischen HD/SD unterscheiden. Das ist so wie früher mit "HiFi-Stereo". Hauptsache das stand da drauf :xcool:.
Mit HD ist es nicht viel anders: ich behaupte 80-90% der Zuschauer würde es schon beruhigen wenn "HD" in der Bildecke eingeblendet wird...man darf nicht von Freaks hier im Forum auf "Omma Pipenbrink" schließen. Viele können aufgrund Bildschirmgröße, Betrachtungsabstand, Gerätequalität, Augenzustand, Bildausgangsmaterial keinen oder nur einen geringen Qualitätsunterschied erkennen. Einige interessiern sich sogar vorrangig für den Inhalt :eek:.
Die zusätzlichen Transponderkosten könnte man aber auch "wieder reinholen", wenn man eine "Sportevent" streichen würde. Ok,ok, spätesten jetzt begebe ich mich auf dünnes Eis....;)

stefsch

von stefsch - am 30.05.2017 08:59
Zitat

Es würde vielleicht reichen, wenn die "Hauptprogramme" noch im Simulcast bestehen bleiben. Also mindestens ARD, ZDF, 3Sat, Arte, Phoenix. Bei den "Dritten"-Fensterprogrammen könnte man dann irgendwann langsam Kapazität abschmelzen.

Man könnte auch überlegen, einfach die Datenraten zu halbieren. Bei den meisten Programmen wären die dann immernoch höher als bei DVB-T.
Die Dritten "abschmelzen" ist halt schwierig weil sie sehr hohe Marktanteile (=sind sehr beliebt) haben. In Bayern steht das BR-Fernsehen beispielsweise bei den Marktanteilen auf Platz 4 zwischen RTL und Sat.1. Ich weiß nicht, wie hoch die Marktanteile von 3sat, arte und Phoenix in Bayern sind, aber wenn sie so hoch wie im Bundesschnitt sind, hat das BR-Fernsehen in Bayern einen mehr als doppelt so großen Marktanteil wie 3sat, Phoenix und arte zusammen.

von Zwölf - am 30.05.2017 12:19
Primär betroffen sind hier - wie bei der analog-Abschaltung - mal wieder nicht die Sat-Direktempfänger, sondern vorwiegend die Kopfstellen oder Mehrteilnehmeranlagen.

Ich kenne Seniorenheime und Krankenhäuser, da wurde nach der Ankündigung, dass UMKabelBW analog abschaltet eine DVB-S->PAL Umsetzeranlage installiert. Ob die HD-fähig ist? Oder damit die Privaten zukünftig zentral entschlüsselt werden können/dürfen?

Dann kenne ich Mehrteilnehmeranlagen, die bis heute nicht HD-fähig sind. Vielfach KathreinUFOmicro und statische Einkabelanlagen.

Es gibt - wie bei der analog-Abschaltung - für alles Lösungen, aber die Bereitschaft jener, die "gerade erst viel Geld ausgegeben hatten", weil analog abgeschaltet wurde, müssen nun schon wieder "richtig viel Geld investieren".

Genau diese Anlagen müssen nach einer Abschaltung der öR ohne diese Auskommen so lange die Privaten noch munter weitersenden.

Diesmal ist die Lage anders als bei der analog-Abschaltung, denn wenn sich die Privaten nicht von Ihrer HD+-Strategie trennen, sind diese in HD erst mal nicht mehr empfangbar. Entweder man gesteht sich bis dahin ein, dass der gemeine Deutsche für Fernsehen kein Geld ausgibt, oder man ist schneller weg vom Fenster, als so manchem lieb ist.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 30.05.2017 13:21
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Es gibt z.T. in kleinen Wohneigentumsgebieten Anlagen die Sat auf DVB-C umsetzten, dort ist häufig kein HD realisiert.

Dann kommt es darauf an, was die Umsetzer können und in welcher Darreichungsform "HD" geboten wird.

Bibel TV HD (ich weiß das aus eigener leidvoller Erfahrung mit unserem Kabelnetz, das wird tatsächlich massiv nachgefragt, also Bibel TV, ob HD oder nicht steht auf nem anderen Blatt) läuft z.B. auf einem DVB-S-Transponder in QPSK mit SR 22000 und FEC 5/6. Das setzen sogar steinalte Blankom MSD 405 oder ähnliche "dumme" Transmodulatoren ohne TS-Processing und ohne Stopfeinheit in DVB-C um, nur halt in 64QAM SR 6111. Der Inhalt des transparent remodulierten TS ist den Umsetzern völlig egal.

Was anderes wirds natürlich, wenn exotischere SR/FEC-Kombinationen am Start sind oder gar in DVB-S und ggf. 8PSK moduliert wird. Dann sind tatsächlich moderne Transmodulatoren nötig, um das auskabeln zu können. Im Falle hoher Bitraten auch welche mit Service-Filter.

Muß man von Fall zu Fall betrachten.

Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Für Sat-Direkt-Zuseher, machen reine SD-Receiver jetzt, meiner Meinung nach, keinen Sinn mehr.


Jetzt erst? Davon wäre seit Jahren dringend abzuraten.

Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Rein theoretisch könnte man SD auch in H264 abstrahlen und so Kapazität einsparen. Ein SD-Bild in H264 sieht meistens deutlich besser aus als der SD- Pixelmatsch in MPEG2.


Ja, aber eben wegen der vielen MPEG2-only-Geräte in den Haushalten käme das auch fast einer Abschaltung gleich, da man dennoch neue Empfangsgeräte bräuchte. Abschaltung ist aber billiger. ;)

Zitat
stefsch
Man kann ja darüber streiten, ob Sat-SD vollumfänglich bis ende 2022 erhalten sein muß. Es würde vielleicht reichen, wenn die "Hauptprogramme" noch im Simulcast bestehen bleiben. Also mindestens ARD, ZDF, 3Sat, Arte, Phoenix.stefsch


Ich hatte ja mal vorgeschlagen, Das Erste und das ZDF zusammen mit den Radioprogrammen auf dem derzeitigen Hörfunktransponder noch jahrelang weiter zu betreiben. Mit dem Thema "ZDF und 3sat" ists ja nun durch.

Wichtig wären die Radioprogramme, und zwar sowohl daß sie in MP2-Audio weiterlaufen statt z.B. in AAC und daß sie auf einem QPSK-TP bleiben, wegen der Kabelumsetzungen auf UKW. Die werden noch einige Jahre gebraucht und sind vemrutlich Hauptnutzungsweg der DVB-Radioprogramme. Alleine bei uns sind es derzeit 29 Umsetzungen. Mit 8PSK bräuchte ich neue Technik, mit AAC wäre alles aus.

Zitat
stefsch
Die meisten Leute können in ihrer konkreten Empfangsituation gar nicht zwischen HD/SD unterscheiden.


Ist das wirklich so? Ich kenne Senioren (Leute über 70), die sehr wohl Wert auf gutes Bild legen, die die HD-Programme nach vorne sortiert haben wollen, die einen TV > 50" haben (oder gar mehrere), die sich 4-Tuner-Aufnahmemaschinen dazubuchen etc.

Zitat
Zwölf
Man könnte auch überlegen, einfach die Datenraten zu halbieren. Bei den meisten Programmen wären die dann immernoch höher als bei DVB-T.


Da kommt noch was hinzu: die Dritten haben außerhalb der Regionalisierungen 8 MBit/s. Der "alte" DVB-T-Modus mit der höchsten Nettodatenrate (Guard 1/32, 64QAM, FEC 7/8) hat 31,6 MBit/s netto - damit bekäme man nichtmal 4 DVB-S->DVB-T-Umsetzungen hin, wie sie in ebenfalls zahlreichen Hotel-/Herbergs-/Seniorenheimanlagen laufen. Ginge man auf 5 MBit/s runter, hätte man 6 Programme in einen Mux packbar. Während der Regionalisierungen würden sich die Sat-Transponder dann halt füllen - aber die nicht passenden Regios würde man in DVB-T-Umsetzungen ohnehin rausfiltern - vorausgesetzt die Technik spielt mit.

von Chris_BLN - am 30.05.2017 14:05
Zitat
MainMan
(...)
ARD und ZDF sitzen somit in der Zwickmühle: Einerseits müssen sie die Vorgabe der KEF erfüllen und die SD-Ausstrahlungen sobald wie möglich beenden.
(...)


Das ZDF hat sich nun geäußert, warum es die Vorgaben der KEF nicht erfüllt, sondern weiterhin in SD via Astra bis mindestens 2020 sendet.

Laut ZDF werden Ende 2018 immer noch 20% aller Sat-Haushalte kein HD-Fernsehen empfangen können. Daher die Entscheidung.

Viel wahrscheinlicher ist wohl, dass man durch den absehbaren Verlust der Champions League Rechte ab Mitte 2018 zusätzliches Geld zur Verfügung hat, welches man schleunigst raushaut, bevor die KEF auf dumme Gedanken kommt.

https://www.dwdl.de/nachrichten/61736/zdf_hlt_trotz_kefempfehlung_an_sdverbreitung_fest/

von transponder - am 31.05.2017 15:30
Zitat
Zwölf
Zitat
Jens1978
Das ist die gleiche leidige Diskussion wie bei der analogen Abschaltung.

Eben nicht, solange von den Privatsendern kein Bekenntnis zur SD-Abschaltung kommt.


RTL & co werden ihr SD-Signal via Satellit und Kabel nicht abschalten. RTL hat immer wieder betont auch nach 2023 weiterhin unverschlüsselt in SD über die beiden wichtigsten Empfangswege senden zu wollen.

ARD und ZDF werden ihre SD-Abschaltung schon alleine durchziehen müssen. Davor scheinen einige in den Anstalten gewisse Befürchtungen zu haben. Ob zu Recht oder unrecht sei einmal dahingestellt.

Immerhin ist das ZDF inzwischen sogar bereit auch ohne KEF-Gebührenzuweisung für diesen Bereich die SD-Abstrahlung via Astra in Eigenregie weiterzuführen.

Wäre der Treppenwitz der Geschichte: die ARD schaltet ihre Programme in SD ab und das ZDF sendet seine Programme in SD weiter.:bruell:

von transponder - am 28.09.2017 14:48
Zitat
Jens1978
Zitat
Zwölf
Zitat
Jens1978
Das ist die gleiche leidige Diskussion wie bei der analogen Abschaltung.

Eben nicht
Eben doch. Da wollte auch keiner der erste sein der abschaltet um ja nicht dem anderen das Feld zu räumen. Immer derselbe Käse.:rolleyes: Anstatt auf Qualität zu setzen und das diese sich durchsetzt, setzt man auf die pure Existenz. Ein Armutszeugnis hoch zehn ist das. Selbst im Kabel gibt es noch analog ... D ist teilweise sowas von rückständig. Ein Wunder, dass viele Innovationen früher aus D kamen, man kann es kaum glauben.

Bei der Analogabschaltung haben sich aber letztlich alle darauf verständigt gleichzeitig abzuschalten. Und das ist eben bei der SD-Abschaltung nicht in Sicht, weil die Privaten weiterhin für HD+ Geld haben wollen, aber die kostenlose Ausstrahlung für die Reichweite brauchen.

Davon abgesehen halte ich eigentlich nicht so viel von Bevormundung, wenn es keinen triftigen Grund gibt. Nicht für alle ist HD eine spürbare Verbesserung. Warum muss man Leute, die nur gelegentlich TV schauen, denen SD reicht, die nur kleine/alte TV-Geräte haben auf denen man keinen Unterschied zwischen HD und SD sehen kann oder die nur wenig Geld haben und das lieber für was anderes als für neue TV-Receiver nutzen möchten zum Umstieg zwingen? Anscheinend gibt es ja noch eine ganze Menge Leute, denen SD reicht. Leben und leben lassen würde ich da sagen.

von Zwölf - am 28.09.2017 15:51
Zitat
Zwölf

Davon abgesehen halte ich eigentlich nicht so viel von Bevormundung, wenn es keinen triftigen Grund gibt. Nicht für alle ist HD eine spürbare Verbesserung. Warum muss man Leute, die nur gelegentlich TV schauen, denen SD reicht, die nur kleine/alte TV-Geräte haben auf denen man keinen Unterschied zwischen HD und SD sehen kann oder die nur wenig Geld haben und das lieber für was anderes als für neue TV-Receiver nutzen möchten zum Umstieg zwingen? Anscheinend gibt es ja noch eine ganze Menge Leute, denen SD reicht. Leben und leben lassen würde ich da sagen.


Naja und wie lange soll man dann weiter Senden?. Bis der Letzte kein SD mehr hat. Da wird es immer mehre Stimmen geben und sagen "halt nicht abschalten, ich schau noch SD". Das selbe Theater mit den Analogabschaltungen. Damals nutzen bestimmt auch noch ca 20% das Analoge-Sat Signal. Nach deiner Auslegung müßte es heute noch Senden, nur wo nehmst dann die Freqenzen her für das Ganze (PAL, SD, HD) von die Kosten ganz zu schweigen. Wenn man sagt das Analoge reicht ja, wären wiederrum die HD Leute mit ihren neuen TVs die bevormundet wären. Bei die Leuten die eh ganz wenig schauen, die verziehten dann halt oder schauen über Internet, wenn ihren eine Umrüstung nicht wert ist.

von Kohlberger91 - am 28.09.2017 16:14
Zitat
Kohlberger91
Zitat
Zwölf

Davon abgesehen halte ich eigentlich nicht so viel von Bevormundung, wenn es keinen triftigen Grund gibt. Nicht für alle ist HD eine spürbare Verbesserung. Warum muss man Leute, die nur gelegentlich TV schauen, denen SD reicht, die nur kleine/alte TV-Geräte haben auf denen man keinen Unterschied zwischen HD und SD sehen kann oder die nur wenig Geld haben und das lieber für was anderes als für neue TV-Receiver nutzen möchten zum Umstieg zwingen? Anscheinend gibt es ja noch eine ganze Menge Leute, denen SD reicht. Leben und leben lassen würde ich da sagen.


Naja und wie lange soll man dann weiter Senden?. Bis der Letzte kein SD mehr hat. Da wird es immer mehre Stimmen geben und sagen "halt nicht abschalten, ich schau noch SD". Das selbe Theater mit den Analogabschaltungen. Damals nutzen bestimmt auch noch ca 20% das Analoge-Sat Signal. Nach deiner Auslegung müßte es heute noch Senden, nur wo nehmst dann die Freqenzen her für das Ganze (PAL, SD, HD) von die Kosten ganz zu schweigen. Wenn man sagt das Analoge reicht ja, wären wiederrum die HD Leute mit ihren neuen TVs die bevormundet wären. Bei die Leuten die eh ganz wenig schauen, die verziehten dann halt oder schauen über Internet, wenn ihren eine Umrüstung nicht wert ist.

Naja, so schnell werden die Frequenzen über Sat nicht knapp. Und die Kosten wären Cent-Beträge pro Monat und Beitragszahler.
Und nein, nicht alle Gelegneheitsschauer haben einen PC, ein TV-Gerät an das man einen Laptop anschließen kann, Internet oder die Lust sich das kompliziert anzuschließen. Manchen reichen die Tagesschau und gelegentlich mal was im Ersten, Zweiten, Dritten - dafür braucht's kein HD. Die ö.r. sind für alle da und nicht nur für die Viel-Schauer oder die denen Unterhaltung und Luxus-Bildqualität wichtiger als Informationen usw. sind. Es müssen ja auch alle zahlen.
Man kann das Angebot ja auch zurückfahren ohne gleich alles auf einmal abschalten zu müssen. Bei Digital-SD kann man ja über die Bildqualität auch viele Zwischenlösungen finden. Man könnte sich z.B. an den Datenraten von DVB-T orientieren und zu Regionalzeiten evtl. noch etwas weiter runter gehen.

von Zwölf - am 29.09.2017 01:50
Zitat
Zwölf
Bei der Analogabschaltung haben sich aber letztlich alle darauf verständigt gleichzeitig abzuschalten.

Und wann/warum haben sie das gemacht? Darum: Nachdem Ewigkeiten darüber gestritten wurde und keiner partout der erste sein wollte. Weswegen war D wohl das letzte Land, in welchem analog abgeschaltet wurde. Genau derselbe Quatsch wie jetzt auch. Nur das die angebliche "Einigung" noch aussteht.

Man sollte endlich mal einen Übertragungsstandard festlegen und dann ist auch gut. Warum muss der ÖR auf die Privaten warten? Verstehe ich nicht. Wenn die ÖR Programme von ihrer Qualität, die sie immer anpreisen, überzeugt wären, müssten sie das nicht. Das kostet alles immer wieder doppelt und dreifach Ausstrahlungskosten. Eventuell Rücksicht auf die Zuschauer? Komisch, bei DVB-T zu T2 ging das quasi in Lichtgeschwindigkeit, und DVB-T wurde erst nach SD-Sat aufgeschaltet. Die ganzen Receiver, die mehrheitlich Zweit- oder Sonstwasgeräte sind, sind jetzt auch alle wertlos, und zwar nahezu 100% der Geräte. Bei SD-Sat ist das nicht so, ein Großteil, angeblich 80% können HD. Und jetzt wird eine Riesendiskussion draus gemacht. Der Unterschied ist nur: Die Privaten wurden bei DVB-T2 quasi abgeschaltet. Und da, und nur da, liegt der Hase im Pfeffer. Und die Nichtbeachtung der KEF Vorgabe zeigt für mich nur eins: Verlogenheit. Bei den MW und LW Sendern wurden die KEF Vorgaben vorgehalten, dass man diese strikt einhalten müsse. Na klar. :rolleyes: Der ÖR sollte zu seiner Qualität stehen, die er in meinen Augen zum Glück noch in Großteilen hat und endlich mal selbst die Richtung vorgeben. BTW: Wir reden hier über die Festlegung eines Datums im Bereich 2020, also in 3 Jahren. Zu der Zeit wäre dann SD ca. 20 Jahre in Betrieb gewesen.

von Jens1978 - am 29.09.2017 04:52
Ach kommt, Leute. Ihr wollt jetzt nicht die Umrüstungskosten als Grund anführen? Das sind jetzt wirklich Peanuts. Viele zahlen für einen Mobilfunkvertrag im Monat soviel wir hier eine einmalige Umrüstung kosten würde. Das ist wirklich lächerlich.

Wir reden hier vom Jahr 2019. Streamingdienste wie Amazon, Netflix oder auch Sky senden jetzt mittlerweile schon Angebote in 4K und die öffentlich-rechtlichen reden davon, ob man SD abschalten soll.:wall:
Absurder gehts doch nun wirklich nicht. Wenn einer dann wirklich nur noch die Privaten schauen will, dann soll er das machen. GEZ zahlen muss er eh, ob er nun guckt oder nicht. Ich denke, aber das das nicht sehr viele sein werden. Sportschau, Tatort oder Silbereisen üben da schon eine große Faszination aus, das die meisten da schon freiwillig wechseln werden. Im übrigen ist ja auch 2020 die EM im Fußball und spätestens dann werden die meisten die Öffis dann doch vermissen.

von zerobase now - am 29.09.2017 06:55
Zitat
Felix II
Mal gegengefragt: Mal angenommen die Privaten täten bei der SD-Abschaltung mitziehen könnten sie durch die Einsparung der Sendekosten gleichzeitig das HD+ Bezahlmodell aufgeben und hätten plus minus null ? (wegfallende SD-Sendekosten gegenübergestellt den HD+ Abonennten)


So einfach geht das nicht. Teilweise fordern die Rechteinhaber einen Signalschutz Ihrer Programme bzw. geben die Lizenzen günstiger her, wenn der in HD vorhanden ist. HD+ scheint mit den Gängelungen und Restriktionen diese Vorgaben einzuhalten.

Wie ernst RTL das ganze meint, sieht man im ehemaligen KabelBW-Gebiet bei Unitymedia, wo NDS wohl früher oder später rausfliegen wird, weil es wegen der vielen inoffiziellen und offensichtlich in großer Zahl jahrelang geduldeten "Alternativlösungen" als zu unsicher angesehen wird.

Auch beim IPTV ist die RTL-Gruppe diejenige, welche die Gängel-Restriktionen in HD ohne wenn-und-aber durchsetzt.

Freie HD-Ausstrahlung bedeutet also - zumindest für die RTL-Gruppe - höhere Rechtekosten oder Nachverhandlungen. Zudem sehr viel Probleme mit Rechten wie Live-Sport, der in anderen europäischen Regionen im PayTV läuft.

Zudem wissen wir nicht wirklich, ob die HD+ - Ausstrahlung die Sender wegen dem Abo-Modell im Moment überhaupt etwas kostet oder es einfach nur ein kostenloses Zubrot ist.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 29.09.2017 13:05
Zitat
zerobase now
Zitat
Zwölf

Aber warum kann man sich nicht für sich an HD erfreuen, sondern meint Millionen andere zwangsbeglücken zu müssen?


Weil es einfach nicht mehr Stand der Technik ist. Hätten die Zuschauer in den sechziger Jahren auch so argumentiert hätten wir heute noch schwarz-weiss Fernsehen. In 90% der Haushalte stehen mindestens HD Glotzen und dann wird gefordert, dass SD noch bis zum St. Nimmerleinstag weitersendet? Wo ist da der Sinn für den Konsumenten? Es gibt nunmal im Technibereich keinen Bestandsschutz. Ausserdem halt ich "Millionen" doch für stark übertrieben. Soviel sind es mit Sicherheit nicht.

Das PAL-Farbfernsehen wurde extra so konzipiert, dass es keine Probleme beim Empfang mit SW-Fernsehern gab... Passt also nicht dein Vergleich. Leute die Farbfernsehen wollten, bekamen es, welche denen SW reichte hatten keinen Nachteil. Niemand von den Farb-TV-Zuschauern hat gefordert, dass Fernsehen nur noch so gesendet wird, dass Leute mit SW-Fernsehern es nicht mehr empfangen können.

Gegenfrage: Was hast du davon, wenn SD abgeschaltet wird? Eine Ersparnis von ein paar Cent pro Monat? Da kann man wahnsinnig viel damit anfangen. Es eilt doch nicht. Man kann die nächsten Jahre die Datenrate reduzieren, später dann schrittweise das Angebot ausdünnen und wenn der SD-only-Anteil dann irgendwann bei 1% oder so ist, kann man immernoch abschalten.

Aber wahrscheinlich haben wir da einfach unterschiedliche Ansichten. Naja, mich betrifft's ja eh nicht.

von Zwölf - am 29.09.2017 15:14
Ich habe noch nicht umgerüstet - und ich will es auch gar nicht. Es läuft eine PC-Sat-TV-Karte in einer Rechenumgebung, die kein HD erlaubt. Ich habe perfekt laufende Schnittprogramme für MPEG2, die komplett gratis sind. Mir reicht die Bildqualität vollkommen aus und der Speicherplatzbedarf für SD kommt mir ebenfalls sehr entgegen. Warum sollte ich auf HD umsteigen wollen? Es bringt mir Null Vorteile, aber große Kosten und viel Zeitaufwand, um eine den jetzigen Möglichkeiten entsprechende neue Arbeitsumgebung aufzubauen.
Internet ist ebenfalls keine Alternative, da ich dort nur noch selten etwas aufzeichnen oder gar herunterladen kann, in 20 Jahren wird es an diesem Ort immer noch DSL3000 geben (evtl. DSL6000 nach einer zwangsweisen Umstellung auf IP-Telefonie - aber danach ist der Drops gelutscht).
Von mir aus also gerne SD noch bis 2030! Es freut mich auch sehr, daß die Privaten sogar über das Jahr 2022 (bis wohin sie verpflichtet sind, unverschlüsseltes SD auszustrahlen), die SD-Ausstrahlung beibehalten wollen und die Öffis damit etwas unter Druck setzen. Auch wenn ich die Privaten nur ca. 4x jährlich überhaupt nutze (+10 weitere Male, falls es eine neue South Park-Staffel gibt...).

Und was nützt mir HD, wenn ich schon die Brille auf die Nasenspitze schieben muss, um überhaupt zu erkennen, was ich grad hier schreibe.... über die Hälfte der Bevölkerung ist bereits über 50 Jahre alt - Tendenz steigend. Von denen benötigt keiner wirklich noch HD, die Augen kommen da ja gar nicht mehr mit!

Zitat
Zwölf
Man kann die nächsten Jahre die Datenrate reduzieren

Der rbb versendet 7GB pro 90 min für sein SD-Signal, bei das Erste und beim ZDF sind es nur 4,5 GB pro 90 min, bei tele 5 gar nur 2 GB pro 90 min.
Man könnte ja erstmal dort ansetzen und sparen. Ein Unterschied rbb/Das Erste kann ich nicht erkennen, Tele5 ist natürlich schon grenzwertig.

von iro - am 29.09.2017 15:31
Wenn einen ein Transponder gehört bringt es von die Kosten recht wenig wenn man die Datenraten herundersetzt. Es sind auch nicht paat Cent. Es kostet schon eine mege so ein Transponder von Astra. Geld das man für den Inhalt des Programmes ausgeben könnte, satt in x Übertragsverfahren. Das DVBT jetzt durch DVBT2 ersetzt würde stört wiederum lustigweiße nicht.

Zitat
Zwölf

Das PAL-Farbfernsehen wurde extra so konzipiert, dass es keine Probleme beim Empfang mit SW-Fernsehern gab... Passt also nicht dein Vergleich. Leute die Farbfernsehen wollten, bekamen es, welche denen SW reichte hatten keinen Nachteil. Niemand von den Farb-TV-Zuschauern hat gefordert, dass Fernsehen nur noch so gesendet wird, dass Leute mit SW-Fernsehern es nicht mehr empfangen können.


janein. Auch damals gab es Frequenzerweitungen und Änderungen die dein Fernseher nicht könnte. Damals nur VHF und dann kamen die UHF Bänder hinzu und auch das Erste blieb nicht komplett im VHF Band bestehen. Im Orten wo dann nur noch Fernsehen im UHF Band gab hat es auch konvertierter gebraucht oder eben ein Farbfernseher des damaligen aktuellen Stand.

von Kohlberger91 - am 29.09.2017 18:25
Zitat
iro
Der rbb versendet 7GB pro 90 min für sein SD-Signal, bei das Erste und beim ZDF sind es nur 4,5 GB pro 90 min, bei tele 5 gar nur 2 GB pro 90 min.
Man könnte ja erstmal dort ansetzen und sparen. Ein Unterschied rbb/Das Erste kann ich nicht erkennen, Tele5 ist natürlich schon grenzwertig.
Nur mal zum Vergleich. DVB-T2 HEVC braucht bei den ÖR für 90 Minuten ebenfalls 2GB in 1080p, für die Privaten weniger. Mir gefällt das Bild sogar besser wie das über Sat oder Kabel. Ob es aber unbedingt notwendig ist? Die nächste Stufe wäre sicher 1080i über Sat erstmal einzuführen denn 1080p über Sat können nur 4K Receiver und die ganzen Kabelzuschauer hätten dann auch ein riesiges Problem. Die vorhandene Bandbreite so denn SD mal abgeschaltet wird wird dann sicher für Full HD statt jetzt HD Ready weiter benötigt.

von pomnitz26 - am 29.09.2017 18:52
Zitat

Wenn einen ein Transponder gehört bringt es von die Kosten recht wenig wenn man die Datenraten herundersetzt.

Doch, wenn man dadurch z.B. einen Transponder einsparen kann, weil die Programme dann auf einen Transponder passen.

Zitat

janein. Auch damals gab es Frequenzerweitungen und Änderungen die dein Fernseher nicht könnte. Damals nur VHF und dann kamen die UHF Bänder hinzu und auch das Erste blieb nicht komplett im VHF Band bestehen. Im Orten wo dann nur noch Fernsehen im UHF Band gab hat es auch konvertierter gebraucht oder eben ein Farbfernseher des damaligen aktuellen Stand.

Aber wieder waren die weiteren Programme (ZDF, Dritte,...) nur Zusatzangebote (=Fortschritt) zum Bestehenden, ohne dass Nutzer des Bestehenden dadurch benachteiligt gewesen wären. Wer das Erste empfangen konnte und wem das reichte, musste nicht umstellen. (Von Einzelfällen in denen das Erste den Kanal wechselte vielleicht mal abgesehen) Gab es damals nicht sogar eine Vorschrift für Kabelbetreiber, dass sie die öffentlich-rechtlichen Programme im VHF-Bereich verbreiten mussten, aus Rücksicht auf Leute mit VHFonly-Geräten?

Zitat

Das DVBT jetzt durch DVBT2 ersetzt würde stört wiederum lustigweiße nicht.

Ich finde es schlecht, dass man DVB-T nicht (zumindest mit einem Basisangebot) parallel anbietet, allerdings hat man in der Terrestrik auch mit einer Frequenzknappheit zu kämpfen, die es in der Ausprägung bei Sat nicht gibt.
Außerdem bin ich ja wie gesagt nicht gegen den Fortschritt (HD, mehr Programme), sondern nur dagegen, dass man ohne Not anderen etwas weg nehmen möchte weil man selbst findet, dass es nicht modern genug ist.

Zitat

Es sind auch nicht paat Cent. Es kostet schon eine mege so ein Transponder von Astra. Geld das man für den Inhalt des Programmes ausgeben könnte, satt in x Übertragsverfahren.

Wenn es dann ins Programm fließen würde. Ich bezweifle allerdings, dass es dies täte. Eher würde es für eine Beitragsreduzierung herhalten. - Aber wie gesagt für den einzelnen Beitragszahler sind es nur ein paar Cent hin oder her, die man auch ohne großen Schmerz auf den derzeitigen Rundfunkbeitrag aufschlagen könnte, wenn der Gewinn an Qualität wirklich so herausragend wäre.

von Zwölf - am 29.09.2017 19:06
Zitat
Kohlberger91
Zitat
Zwölf

Aber wieder waren die weiteren Programme (ZDF, Dritte,...) nur Zusatzangebote (=Fortschritt) zum Bestehenden, ohne dass Nutzer des Bestehenden dadurch benachteiligt gewesen wären. Wer das Erste empfangen konnte und wem das reichte, musste nicht umstellen. (Von Einzelfällen in denen das Erste den Kanal wechselte vielleicht mal abgesehen)


Ich bezog extra meine Aussage auf Das Erste Programm und fakt ist, dort wo ARD auf UHF umgestellt würde müßte was gemacht werden und ob das nun paar % ausmachten oder nicht ist wurscht, die waren betroffen und somit gab es damals auch schon eine Bevormundung und jetzt sind halt die 20% SD Zuschauer betroffen.

Was der Grund für die Wechsel war und wie häufig sowas statt fand weiß ich nicht, deshalb kann ich nichts dazu schreiben. Ich vermute aber, dass man nicht leichtfertig den Kanal wechselte. Und wie viele betroffen waren ist durchaus relevant - ich habe ja weiter oben geschrieben, dass man bei einer niedrigen Nutzung ja immernoch abschalten könne - aber 20% sind nicht niedrig.

Aber ich glaube, wir werden einander auch nicht näher kommen, wenn wir noch 2 Seiten weiter diskutieren ;)

von Zwölf - am 29.09.2017 19:47
Zitat
Loger
Ich denke diejenigen Zuschauer welche einen eigenen Sat-Receiver an einer Einzelantenne betreiben dürften schon so ziemlich alle umgerüstet haben


Absolut nicht. Allein die Ferienwohnungen, die ich kennengelernt habe... da stehen fast ausschließlich SD-Kisten, teils an Röhrenfernsehern. Heute noch.

Dazu kommen offenbar viele Haushalte, in denen jeder Cent dreimal umgedreht werden muß. Wenn ichs nicht selbst erlebt hätte ein paarmal, würde ichs nicht glauben. Voriges Jahr war ich bei einer Frau um die 60 Jahre, deren Satreceive raufgegeben hatte. Die Kiste versorgte einen mini-Röhren-TV. Ich erklärte, daß fast jeder einfache LCD-TV - auch die aus den Lebensmittelgroßmärkten - direkt Sat-TV können. Die Frau war entsetzt: was, neuer Fernseher? Ok, zweiter Versuch: ich bot ihr an, einen Sat-Receiver für "ca. 20-30 EUR" zu beschaffen. Wieder Entsetzen: woher das Geld nehmen?

Irgendwann wird man darauf nicht mehr Rücksicht nehmen können bzw. dürfen (KEF). Kritisch sind dann nur noch die Radioprogramme. Alleine deren Umzug auf DVB-S2 würde die UKW-Umsetzung in vielen Kopfstellen unmöglich machen. Die Umstellung auf AAC würde darüber hinaus alle bekannten schlüsselfertigen Umsetzerlösungen zu Schrott machen und qualitativ wäre es der Ruin für die Radioprogramme.

von Chris_BLN - am 29.09.2017 19:56
Immerhin ist SD schon mal kein Analog mehr. SD wird man noch lange net abschalten können, es hat noch lange net jeder ein Flachbild Fernseher. Die Alten Leute und auch andere kommen damit doch überhaupt net klar, mit einem neuen Receiver, oder gar einem Flachbild Fernseher doch eh net. Man swieht es ja derzeit an Unitymedia, da kommen die wenigsten mit klar, oft wissen die net mal, wie man einen Sendersuchlauf macht. Techniker, oder aich Laien die etwas Ahnung von der Materie haben, verdienen sich ne Goldene Nase.

Wir Diskutieren über SD abschaltungen, und in andere Länder gibts Lange kein SD mehr bzw steht bei HD auch net mehr im Bild, dass es HD ist, so wie bei uns.

Man müßte sagen, dass die SD Abstrahlung generell am 31.12.2019 endet! Bis dahin ist massig zeit, sich geeignete Geräte zu kaufen.

von Rheinländer - am 29.09.2017 20:13
Zitat
Zwölf
Außerdem bin ich ja wie gesagt nicht gegen den Fortschritt (HD, mehr Programme), sondern nur dagegen, dass man ohne Not anderen etwas weg nehmen möchte weil man selbst findet, dass es nicht modern genug ist.

Zitat
Zwölf
Gegenfrage: Was hast du davon, wenn SD abgeschaltet wird? Eine Ersparnis von ein paar Cent pro Monat? Da kann man wahnsinnig viel damit anfangen. Es eilt doch nicht. Man kann die nächsten Jahre die Datenrate reduzieren, später dann schrittweise das Angebot ausdünnen und wenn der SD-only-Anteil dann irgendwann bei 1% oder so ist, kann man immernoch abschalten.

Die Doppelt- und Dreifachausstrahlung kostet Geld. Die ARD hat gerade heute eine Strukturreform vorgestellt, in der es um das Sparen (was anderes gibt es nicht mehr) geht. Demnach fehlt was? Genau: Geld. Gespart wird an Personal, nicht am Programm (wer's glaubt ...). Demnach fallen Arbeitsplätze weg, weil Geld fehlt. Und warum fehlt, neben anderen Dingen, Geld? Siehe erster Satz. Und damit ist der Kreis geschlossen. Und das nennt sich "ohne Not"? Nun ja.

Zitat
Zwölf
Eine Ersparnis von ein paar Cent pro Monat? Da kann man wahnsinnig viel damit anfangen. Es eilt doch nicht.

Hier ist der Rundfunkbeitrag aufgeschlüsselt: "Umrechnung: 1 Cent Beitrag entspricht 4,35 Mio. € im Jahr". Ach ja, noch was, die Summe für das D-Radio: "0,48€". Demnach kann man sehr wohl "wahnsinnig viel damit anfangen", denn den DLF möchte ich nicht missen, und 4,35 Mio € täten auch meinem Kontostand ganz gut zu Gesicht stehen.

Zitat
Zwölf
Aber warum kann man sich nicht für sich an HD erfreuen, sondern meint Millionen andere zwangsbeglücken zu müssen?

Andersrum wird aber auch ein Schuh draus: Die Mehrzahl der Teilnehmer muss für die Trägheit und vllt. auch den Geiz derjenigen aufkommen, die einfach auf dem alten Stand der Technik bleiben wollen. Wieso müssen also andere für die Bequemlichkeit einiger weniger zahlen? Das wäre dann auch sowas wie eine Zwangsabgabe. Kann man so argumentieren? Nein, kann man nicht, denn es geht von beiden Seiten und bringt absolut nix. Die Welt dreht sich, auch wenn ich 365 Tage im Jahr Sommer haben will, aber mich fragt ja keiner ... ;-)

Zitat
iro
Und was nützt mir HD, wenn ich schon die Brille auf die Nasenspitze schieben muss, um überhaupt zu erkennen, was ich grad hier schreibe.... über die Hälfte der Bevölkerung ist bereits über 50 Jahre alt - Tendenz steigend. Von denen benötigt keiner wirklich noch HD, die Augen kommen da ja gar nicht mehr mit!
Das ist aber eine Diskussion über HD an sich und nicht über die Notwendigkeit einer SD Abschaltung. Du schlägst gerade eine HD Abschaltung vor. Von mir aus gerne auch das, ich hätte damit auch keine Probleme. Früher hab ich mit verrauschten PAL-Bildern Niederlande, Belgien oder sonstwas geguckt, hat mich auch nicht gejuckt. Aber das schließt dann sämtliche Verbesserungen aus, denn wirklich brauchen tun wir das alle nicht. Aber dann kommen wir, schon wieder kann ich da nur sagen, an/in eine ganz andere Geschichte: Unser Wirtschaftssystem ist dazu verdammt immer wachsen zu müssen, sich immer wieder neu zu erfinden ... und was jetzt?

Wie gesagt, bei DVB-T zu DVB-T2 ging das ratzfatz. Und vor allem: Es gab die Receiver erst, als umgeschaltet und vor allem abgeschaltet wurde. Das heißt, eine echte Übergangszeit gab es gar nicht! Das wiederum war tatsächlich ziemlich dreist. Bei HD/SD über Sat ist die Übergangszeit schon jetzt mehr als 10 Jahre. Und jetzt wird gejammert? Also bitte ...

von Jens1978 - am 29.09.2017 21:23
Zitat
Jens1978
Zitat
iro
Und was nützt mir HD, wenn ich schon die Brille auf die Nasenspitze schieben muss, um überhaupt zu erkennen, was ich grad hier schreibe.... über die Hälfte der Bevölkerung ist bereits über 50 Jahre alt - Tendenz steigend. Von denen benötigt keiner wirklich noch HD, die Augen kommen da ja gar nicht mehr mit!
Das ist aber eine Diskussion über HD an sich und nicht über die Notwendigkeit einer SD Abschaltung. Du schlägst gerade eine HD Abschaltung vor. Von mir aus gerne auch das, ich hätte damit auch keine Probleme. Früher hab ich mit verrauschten PAL-Bildern Niederlande, Belgien oder sonstwas geguckt, hat mich auch nicht gejuckt. Aber das schließt dann sämtliche Verbesserungen aus, denn wirklich brauchen tun wir das alle nicht. Aber dann kommen wir, schon wieder kann ich da nur sagen, an/in eine ganz andere Geschichte: Unser Wirtschaftssystem ist dazu verdammt immer wachsen zu müssen, sich immer wieder neu zu erfinden ... und was jetzt?

Das Problem mit der Brille kenne ich inzwischen auch :cheers:
Ich stimme iro daß die Masse wohl die Vorzüge von HD nicht wahrnimmt. Aber: Das liegt nicht am Sehvermögen :D . In jeder Ferienwohnung mußte ich bisher erst mal den Fernseher ordentlich einstellen. Zuletzt war an einem Panasonic 42er kein Unterschied zwischen RTL SD und der ARD in HD zu sehen :eek: . Nun, da war eine ganze Batterie an Effekten aufgeschaltet, so kann man natürlich auch HD entwerten und einem SD gleichstellen. Dagegen schaffen es wenige SD so (korrekt) einzustellen daß nicht nur Matsch auf einem größeren Schirm (>32") zu sehen ist. Die brauchen natürlich dann doch wieder HD..., es sei den man entwertet wie zuvor geschrieben HD :bruell: Aber dann hat man immer noch die große Kiste zum Angeben. Der Zweck wäre dann also auch wieder erfüllt.
Mit diesen Eindrücken vermute ich daß die breite Masse der Privat-HD-Seher zwar im Logo ein HD hat es ihnen aber nichts nützt.
Klar, auch so kann die Wirtschaft Geld machen. Solange der Kunde dann auch einen Vorteil sieht der eigentlich nicht vorhanden ist paßt ja die Rechnung...

von Thomas (Metal) - am 30.09.2017 09:07
Die erschwerte / nicht mehr mögliche UKW-Umsetzung beträfe dann natürlich nur noch die Netze, in denen das noch gemacht wird / gemacht werden darf. Ich halte ein (regionalgesetzliches) UKW-Verbot im Kabel für Blödsinn, solange terr. dieser Bereich noch mit UKW bespielt wird. Aber das ist ein anderes Thema.

Eine eventuelle Umstellung der ARD-Radiokanäle auf AAC hingegen würde auch für fast alle in Deutschland momentan betriebenen Receiver (egal ob Kabel oder Sat) die Nicht-Empfangbarkeit mit sich bringen, da AAC-Codecs kaum irgendwo implementiert sind (außer in den neuen T2-Geräten). Und wenn welche implementiert sind, sind sie oft mackig (SBR-Unterstützung) und allgemein klingt AAC bei den üblichen Bitraten unter 128 kbps dermaßen scheiße und bei 144 oder 192 kbps LC-AAC kommts nach meiner bisherigen Erfahrung auch nicht an 320 kbps MP2 ran. Es kann also nur schlimmer werden.

von Chris_BLN - am 30.09.2017 15:15
Zitat
DigiAndi
Natürlich kann man bei MP2 bleiben - und ich hoffe innigst, dass man das auch macht.

Genau so ist es. Denn die Kodierung des Audio- bzw. Videosignals hat ja nichts mit der Modulationsart zu tun. 8-PSK, 64 QAM oder auch QPSK ist ja nur die reine Modulation. Was damit moduliert wird, also das Audio-/Videosignal kann MP3,4, AAC oder sonstwas digitales sein. Auch ich denke und hoffe, dass man bei dem ARD Hörfunktransponder beim ganz normalen MP2 bleibt. Natürlich könnte der einfach auf einen 8-PSK Transponder gepackt werden, dann könnte man noch mehr Programme (=Platz für die Regionalprogramme) oder gar eine höhere Datenrate fahren (obwohl eigentlich gar nicht notwendig). Oder, man lässt den Hörfunktransponder einfach so, wie er ist, was das einfachste wäre und in meinen Augen auch das sinnvollste.

Zitat
iro
Ende 2022 war's. Und nicht nur ein Machtwort, sondern RTL-Sat1Pro7 haben sich gar dazu verpflichten lassen, obwohl sie eigentlich nicht wollten. Mittlerweile wollen sie sogar länger...

Die Verpflichtung rührte aber daher, dass sie danach verschlüsselt ausstrahlen können, was eigenlich vorher frei war, und zwar ohne programmliche Änderung, d.h. verschlüsseltes-free-TV. Und das sie länger wollen ... tja, weil sie merken, dass HD+ halt nicht so läuft wie vorgestellt. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass das Hauptklientel von RTL-Pro7Sat1 sich jeden Käse von den ihnen zur Verfügung stehenden geringen finanziellen Mitteln erwirbt, DAS wollen sie dann wohl nicht (kann man anscheinend zu wenig mit protzen ...).

von Jens1978 - am 01.10.2017 08:13
[Halb-OT]
Zitat
Chris_BLN
Eine eventuelle Umstellung der ARD-Radiokanäle auf AAC hingegen würde auch für fast alle in Deutschland momentan betriebenen Receiver (egal ob Kabel oder Sat) die Nicht-Empfangbarkeit mit sich bringen, da AAC-Codecs kaum irgendwo implementiert sind (außer in den neuen T2-Geräten). Und wenn welche implementiert sind, sind sie oft mackig (SBR-Unterstützung) und allgemein klingt AAC bei den üblichen Bitraten unter 128 kbps dermaßen scheiße und bei 144 oder 192 kbps LC-AAC kommts nach meiner bisherigen Erfahrung auch nicht an 320 kbps MP2 ran. Es kann also nur schlimmer werden.

Man beachte auch was bei Heise.de in diesem Sommer zu mp3 zu lesen war und mache sich seine Gedanken... :-(

von Thomas (Metal) - am 01.10.2017 14:04
Zitat
DigiAndi
Auf was genau in dem Artikel beziehst du dich?

Das hier:
Zitat
Heise.de
Die meisten aktuellen Mediendienste wie Streaming oder TV- und Radio-Übertragungen nutzen moderne ISO-MPEG-Codecs wie die AAC-Familie oder künftig MPEG-H
(...)
Während der MP3-Standard damit komplett gratis wird, bleibt beispielsweise die MP3-Software von Fraunhofer kostenpflichtig. "MP3 ist ein offener ISO-MPEG-Standard, aber die Fraunhofer-MP3-Software ist keine Open-Source-Software", teilte das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen auf Nachfrage von heise online mit.

Daraus würde ich nun schließen daß die Hardwarehersteller, gut hier geht es um mp3, schlußendlich daraus folgend dann mp2-Encoder nicht mehr anbieten. Es gäbe dann weder die Möglichkeit per Lizenzzahlung dies vorzuhalten, noch ist das Open-Source, also für den eigenen Nachbau. Und dann sind die Hardwarebestände irgendwann erschöpft.
Und: Bei Neuimplementierungen wird man nicht mehr auf derartige Lösungen setzen.

von Thomas (Metal) - am 01.10.2017 17:14
Bislang sind MPEG 1 Layer 2 - Geräte noch ganz normal im Angebot. U.a. auch für die Umsetzung von terr. UKW in IP oder ASI, um es als DVB-C in Kabelnetze einzuspeisen:
http://www.qbit.de/Transcoders/Q565-FM-DVB-Transcoder::11.html

Gibt es auch für DAB+ -> DVB-C:
http://www.qbit.de/Transcoders/Q567-DAB-DVB-Transcoder::13.html

Die Kisten können freilich auch AAC, wenn gewünscht. Ist aber tatsächlich bislang Option, nicht etwa Default. Da hat Marktbeobachtung wohl ergeben, daß derzeit MP2 noch Standard ist.

Sogar das modulare System, das seit 2005 in den jeweiligen Anstalten die Vormultiplexe für den ARD-Hörfunktransponder generiert, wird noch gelistet: http://www.qbit.de/Modular-Systems-DAE/DAE-DVB-Audio-Encoder-and-Multiplexer-System::15.html

Da hat man inzwischen offenbar LC-AAC als optionalen Codec ergänzt.

von Chris_BLN - am 01.10.2017 19:02
Ich verstehe Deinen Gedankengang offenbar noch nicht. Was hätte sich ändern können, seitdem MP3 patentfrei ist? Welche Auswirkungen könnte das auf den im Broadcastbereich standardisierten MPEG 1 Layer 2 haben?

Bislang ging ich davon aus, daß Du Dich auf die Aussage "Die meisten aktuellen Mediendienste wie Streaming oder TV- und Radio-Übertragungen nutzen moderne ISO-MPEG-Codecs wie die AAC-Familie oder künftig MPEG-H" beziehst und daraus eine Zukunft für DVB-Radio ableiten willst. Genau das ist ja auch meine Befürchtung: daß man sich auch beim mit großer Bandbreite und spektraler Effizienz gesegneten DVB-S/C für einen Audiocodec entscheidet, der als schon schmerzhafte Notlösung für absolut niedrige Bitraten konzipiert wurde, nicht aber für absolut (am Original) gemessen hochwertige Übertragung.

von Chris_BLN - am 02.10.2017 06:08
Zitat
Bruder_M
Upps entschuldigung!
Ich hatte doch SD (was ich persönlich als Low-D bezeichne) tatsächlich mit analog/PAL gleichgesetzt.

Aber mal ehrlich: HD hat sich doch schon seit einem Jahzehnt etabliert. Schon zu Uni-Zeiten (vor eben jener Dekade) habe ich mir schon HD-Videos gesaugt. Alle Smartphones und Digitalkameras können doch schon seit Jahren Full-HD, mindestens! YouTube sowieso!

Als ich im Urlaub Frauchens neue 4K-Kamera ausprobieren durfte, wollt ich meinen 1080p50 Camcorder nicht mehr anfassen. Nächstes Jahr wird auf MFT 4k50p upgegraded und dann gib ihm!

Also meinet wegen: Abschalten, so schnell wie möglich!

Beste Grüße, Marek

Wobei mein Smartphone Videos nur mit 320x240 Pixel bei 14 Einzelbildern pro Sekunde aufnimmt. Also noch nicht ganz HD ;) Aber am Smartphone ist es ja eh egal.

von Zwölf - am 12.10.2017 08:05
Zitat
Zwölf
Also den Begriff "Frechheit" halte ich da für übertrieben. Man braucht doch nicht jede Kleinigkeit in HD. HD finde ich bei Dokus mit spektakulären Landschaftsaufnahmen, Spielfilmen mit toller Kulisse/Kustümen oder Fußballspielen toll, aber beim Rest sehe ich HD doch eher als Spielerei an, auf die man auch verzichten könnte.


Das sehe ich genauso. Außerdem widerstrebt es mir auch gewaltig wenn ich eigentlich noch tadellos funktionierende Gerätschaften entsorgen muß bloß weil sich irgend ein technischer Standard geändert hat. Deshalb habe ich schon Verständnis dafür wenn z.B. auch einige Programmveranstalter ihre alten nicht HD-tauglichen Gerätschaften noch eine Weile weiter benutzen, wenigstgen bis diese ganz abgeschrieben sind.
Eine so schnelle Abschaltung der SD-Ausstrahlung, wie sie teilweise im Ausland praktiziert wurde, finde ich deshalb auch nicht richtig, ich halte großzügig bemessene Übergangsfristen durchaus für gerechtfertigt.

Aber trotzdem muß halt auch irgendwann einmal Schluß sein. Ich kann doch nicht erwarten daß die Allgemeinheit bis zum Sanktnimmerleinstag eine veraltete und eigentlich obsolete Infrastruktur weiter finanziert bloß damit ich meine alten Gerätschaften weiterhin benutzen kann. Zwischen diesen beiden Extremen muß man halt eine Balance finden.

von Loger - am 17.10.2017 17:37
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