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Geostationärer Satellit zerbricht in Einzelteile

Startbeitrag von transponder am 02.07.2017 13:26

Seit 19.6.17 hat SES keine Kontrolle mehr über den Satellit AMC 9 auf der früheren Orbitposition 83° West.

Danach taumelt der Satellit auf der geostationären Umlaufbahn unkontrolliert westwärts. Inzwischen beginnt er sich in seine Einzelteile zu zerlegen, was für die anderen ca. 500 Satelliten im geostationären Orbit kritisch werden kann.

Sollten andere Satelliten getroffen werden, kann es wie beim Billardspiel eine Kettenreaktion geben.
Dies wäre dann der Anfang vom Ende des Satelliten-TV. SES hat zwischenzeitlich Kontakt mit allen anderen Sat-Betreibern aufgenommen.

http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/22062017075842.shtml

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Grosser-Satellit-zerbirst-in-dicht-besiedelter-Umlaufbahn-3760833.html

Antworten:

Das ist krass!

von DX OberTShausen - am 02.07.2017 16:21
Aber relativ unwahrscheinlich dass es einen für uns relevanten Satelliten trifft ;)

von XXXXXX - am 02.07.2017 16:51
Mal angenommen es würden durch Trümmer alle Astra Satelliten auf 19,2° Ost zerstört.
Wie würde dann die Notversorgung mit TV Programme aussehen?

Gibt es dafür ein Notfallplan?

Vor allen Sky hätte ein Problem da denen mit einen Schlag die ganzen Satkunden weg wären.

von _Yoshi_ - am 02.07.2017 17:34
Zitat
_Yoshi_
Wie würde dann die Notversorgung mit TV Programme aussehen?

Gibt es dafür ein Notfallplan?

DVB-T / DVB-T2 wäre dann der Ersatz. Und natürlich Kabel-TV.
Wer dort nicht dabei ist, kann erstmal für einige Zeit den Programmbetrieb einstellen.

Ansonsten würde Astra Satelliten von anderen Positionen abziehen, so daß ein eingeschränkter Betrieb auf 19° weitergeführt werden kann, wohingegen auf den anderen Positionen keine (ggf. sogar mehrfachen) Backup-Kapazitäten mehr vorhanden wären - falls es dort zu Ausfällen kommt.
Der Umzug dauert allerdings dann ein paar Tage, der Komplettausfall einer ganzen Position ist ja nicht vorgesehen, die Backup-Kapazitäten befinden sich normalerweise ja auch auf 19°...

von iro - am 02.07.2017 17:51
Man würde sich dann Satelliten von anderen Positionen holen, wie zB Astra 1H oder 2C, die vorerst als Backup dienen würden bis ein neuer Satellit ins All geschossen wurde.

EDIT: iro war schneller

von XXXXXX - am 02.07.2017 17:53
Zitat
_Yoshi_
Mal angenommen es würden durch Trümmer alle Astra Satelliten auf 19,2° Ost zerstört.
Wie würde dann die Notversorgung mit TV Programme aussehen?

Gibt es dafür ein Notfallplan?


Ich denke mal dass SES Astra einen Notfallplan für den Komplettausfall eines Satelliten auf 19,2 Grad Ost hat.
Aber dass alle Satelliten auf dieser Satposition ausfallen ist extrem unwahrscheinlich. So unwahrscheinlich dass dafür kein Notfallplan exisitieren dürfte.

Ich denke mal dass für die ÖR Vorrangregelungen mit dem Satbetreiber bestehen weil diese, rechtlich betrachtet, eine Versorgungspflicht erfüllen müssen.

Ausserdem exisitieren Gebiete in Deutschland welche auf TV-Satempfang angewiesen sind, weil dort weder TV-Kabelnetze verlegt sind noch stabiler DVB-T(2) Empfang möglich ist.

Wir haben ca. 16 Millionen Haushalte in Deutschland die Satempfang nutzen, was bedeutet dass viele davon dann ein Problem hätten in kurzer Zeit auf einen anderen Empfangsweg zu wechseln.

Ich bezweifle dass innerhalb von wenigen Tagen Millionen an DVB-T2 Receivern u. terrestrischen Empfangsantennen an die betroffenen Haushalte geliefert werden könnten.
Kabel dürfte ebenfalls aufgrund Nichtverfügbarkeit in ländlichen Gebieten ein Problem werden, ebenso dürfte IPTV für einen gewissen Prozentsatz nicht realisierbar sein aufgrund fehlendem Breitbandausbau.

Ein Komplettausfall aller Satelliten auf 19,2 Grad Ost würde sicherlich Millionen Haushalte für mehrere Tage komplett von der TV-Versorgung abschneiden.

Ist allerdings jetzt ein hypothetisches Katastrophenszenario...

von Winnie2 - am 02.07.2017 19:36
Zitat
Winnie2
Ich bezweifle dass innerhalb von wenigen Tagen Millionen an DVB-T2 Receivern u. terrestrischen Empfangsantennen an die betroffenen Haushalte geliefert werden könnten.

Im Havariefall könnte man auch auf DVB-T1 zurückgreifen, Receiver dafür dürfte es heutzutage mehr als genug geben. Das Problem ist halt in der Tat eher, dass man in der kurzen Zeit nicht die notwendigen Sendeeinrichtungen und Antennen bekommt um bisher unversorgte Landstriche wie die Prignitz und die Mecklenburger Seenplatte mit terrestrischem Fernsehen zu versorgen.

von RheinMain701 - am 02.07.2017 19:43
Och, was ihr euch solch Kopf macht!?
Viele Sat´s von denen wir hören, aber eben auch viele von denen wir nie hören werden, weil geheim.
Es wurde ja auch schon überlegt eine Mission zu starten, um den Weltraumschrott einzusammeln. Um eben nicht andere Sat´s zu gefährden.

Da oben schwebt mehr Schrott, als die meisten denken.

von UlliBG - am 02.07.2017 19:57
Die Folterwerkzeuge mal vorführen? Tja, als großer Freund des SAT-Empfangs möchte ich da erst gar nicht drandenken.
Was Terrestrik betrifft: Selbst wenn verfügbar, so sind i. d. R. bauliche Veränderungen erforderlich. Die Anlagen wurden ja all zu oft freiwillig :rolleyes: auf nur SAT-Spiegel zurückgebaut, die Verteilung inklusive. Da gibt es ja schon Geheule wenn genau vor dem Länderspiel irgendeine Komponente aussteigt und man keine Redundanz hat. Selbst schuld :rp: ! Aber ein Kompletthavarie dürfte niemand auch "nur mal für kurz damit die sehen" wollen.

von Thomas (Metal) - am 02.07.2017 20:02
Zitat
RheinMain701
Im Havariefall könnte man auch auf DVB-T1 zurückgreifen, Receiver dafür dürfte es heutzutage mehr als genug geben.
Das Problem ist halt in der Tat eher, dass man in der kurzen Zeit nicht die notwendigen Sendeeinrichtungen und Antennen bekommt um bisher unversorgte Landstriche wie die Prignitz und die Mecklenburger Seenplatte mit terrestrischem Fernsehen zu versorgen.


Das Problem ist auch dass die TV-Anbieter sehr kurzfristig keine Sendefrequenzen koordiniert bekommen, selbst falls es sich um einen kurzfristigen Bedarf handel sollte.
Die gerade laufende Umstellung auf DVB-T2 müsste dann abgebrochen werden um eine Ausstrahlung in DVB-T zu ermöglichen.
Wieviele Multiplexe sollen in DVB-T alt verbreitet werden?
Bei den ÖR halte ich es für denkbar dass ein DVB-T Notfallmultiplex erstellt und verbreitet wird, bei den Privatanbietern halte ich das für nicht realistisch.

von Winnie2 - am 02.07.2017 20:24
Zitat
Winnie2
Ich denke mal dass für die ÖR Vorrangregelungen mit dem Satbetreiber bestehen weil diese, rechtlich betrachtet, eine Versorgungspflicht erfüllen müssen.


SES ist aber nicht staatlich, sondern ein kommerzielles Unternehmen. Wer da welche Transponder erhält, dürfte kaum im Einflußbereich des Staates liegen. Oder sollte es da tatsächlich Regelungen geben?

Zitat
Winnie2
Wir haben ca. 16 Millionen Haushalte in Deutschland die Satempfang nutzen, was bedeutet dass viele davon dann ein Problem hätten in kurzer Zeit auf einen anderen Empfangsweg zu wechseln.


Und viele Kabelnetze holen die meisten Programme auch von Sat. Ausnahmen dürften derzeit noch VodafoneKDG, Unitymedia und ein, zwei weitere auf höchstem Stand befindliche Betreiber sein, die von der ARD über das KabelcompressionCenter via Glasfaser beziehen. Selbiges soll aber wieder beendet werden, Zuführung demächst auch bei den "Großen" wieder via Sat.

"Kleinere" Netzbetreiber (z.B. Tele Columbus, da ohne Backbone und alle Kleinstnetze) sind aber kaum in der Lage, binnen kurzer Zeit auf IP-Zugührung umzustellen. Diese Infrastruktur existiert nicht und wäre auch nicht bezahlbar. Damit bräche für weit mehr Haushalte der TV-Empfang und großteils auch der UKW-Empfang zusammen - außer dem der ortsüblichen Programme, die man von UKW holt.

Vorstellbar wäre beim Komplettausfall ggf. auch ein Umzug (wenn auch nicht vollständig auf eine andere Orbitposition. So die nicht auch gecrasht sein sollte...

von Chris_BLN - am 02.07.2017 20:26
Zitat
Chris_BLN
SES ist aber nicht staatlich, sondern ein kommerzielles Unternehmen. Wer da welche Transponder erhält, dürfte kaum im Einflußbereich des Staates liegen. Oder sollte es da tatsächlich Regelungen geben?


Das Recht irgendeines Landes gilt immer, nur die Hochsee ist da eine Ausnahme sowie Gebiete in Arktis und Antarktis.
Im Zweifelsfalle gilt das Recht des Landes in dem sich der Hauptsitz des Unternehmens befindet. Es gilt Luxemburgisches Recht. Was das Rundfunkrecht Luxemburgs betrifft habe ich allerdings keine Ahnung.
Dazu kommen sicherlich vertragliche Klauseln die wir als Aussenstehende nicht kennen können.

Zitat
Chris_BLN
Und viele Kabelnetze holen die meisten Programme auch von Sat.


Stimmt, daran hatte ich nicht gedacht. Haushalte die über größere Sat-Gemeinschaftsempfangsanlagen versorgt werden zählen ebenfalls zur Versorgung mit Kabelanschluss. Sobald das Satellitensignal von DVB-S(2) auf DVB-C umgewandelt wird zählt das als Versorgung mittels Kabelanschluss.

von Winnie2 - am 02.07.2017 20:39
Zitat
Winnie2
Das Problem ist auch dass die TV-Anbieter sehr kurzfristig keine Sendefrequenzen koordiniert bekommen, selbst falls es sich um einen kurzfristigen Bedarf handel sollte.

Für DVB-T2 wurden flächendeckend sechs Ketten koordiniert. Das sollte das geringste Problem darstellen.

Und RTL & Co. haben keinen Versorgungsauftrag und müssen nicht ganz Deutschland versorgen. Wer nicht in der Großstadt lebt, hat dann halt gelitten.

von RheinMain701 - am 02.07.2017 20:45
Und niemand erwaehnt das so viel gelobte Internet als Alternative. Waere doch mal ein schoenes Testszenario, was den Nachweis erbringen koennte, dass das Internet nicht als einziger Ersatz fuer Radio und TV dienen kann, weil es wegen Ueberlastung zusammenbricht.

Was die Wahrscheinlichkeit betrifft, dass kleine Teile andere Satelliten treffen, ist wahrscheinlich gar nicht so gering. Das ist die geostationaere Umlaufbahn, auf der so ziemlich alle Satelliten auf nur wenigen 100km Unterschied in der Entfernung zur Erde ueber dem Aequator schweben. Das sind dann nicht nur 10 sondern hunderte Satelliten, von denen nur einer getroffen werden muss um die Kettenreaktion in Gang zu setzen, welche die geostationaere Umlaufbahn fuer eine Ewigkeit unbrauchbar machen wuerde. Einzige echte Moeglichkeit dem auszuweichen ist vielleicht ausweichen, weshalb eben alle Satellitenbetreiber kontaktiert wurden.

Was ich nicht verstehe... warum bricht das Teil auseinander. Da muessen ja unbekannte Kraefte gewirkt haben, die wohl eher die Ursache des Ausfalls als deren Folge sein duerften. Kleiner Meteorit oder eine kleine Explosion?

von Nordlicht2 - am 02.07.2017 20:49
Zitat
RheinMain701
Für DVB-T2 wurden flächendeckend sechs Ketten koordiniert. Das sollte das geringste Problem darstellen.


Es wird allerdings mit den bei DVB-T2 koordinierten Sendestandorten dennoch kein flächendeckender Empfang möglich sein, selbst mit Dachantenne nicht.
Es existieren Gebiete in Deutschland – v.a. Gebiete mit Mittelgebirgen u. den Alpen – in denen die ÖR nicht ohne Füllsender auskommen würden.

Zitat
RheinMain701
Und RTL & Co. haben keinen Versorgungsauftrag und müssen nicht ganz Deutschland versorgen. Wer nicht in der Großstadt lebt, hat dann halt gelitten.


Richtig.
Wobei es RTL & Co. sicherlich überhaupt nicht gefallen würde plötzlich u. ungeplant über die Hälfte ihrer Zuschauer zu verlieren, denn das würde die Werbeeinnahmen signifikant reduzieren.

Zitat
Nordlicht2
Kleiner Meteorit oder eine kleine Explosion?


Steuerungsrechner für die Lage-Korrekturdüsen defekt?
Klemmendes Treibstoffventil, wodurch zu lange Schub auf eine Düse gegeben wurde?

von Winnie2 - am 02.07.2017 20:59
Zitat
Winnie2
Es wird allerdings mit den bei DVB-T2 koordinierten Sendestandorten dennoch kein flächendeckender Empfang möglich sein, selbst mit Dachantenne nicht.
Es existieren Gebiete in Deutschland – v.a. Gebiete mit Mittelgebirgen u. den Alpen – in denen die ÖR nicht ohne Füllsender auskommen würden.

Damals, als der Sender Calau abbrannte, lud BB Radio auch holländische Piraten nach Brandenburg ein um dort illegal auf der nicht koordinierten Frequenz 105,9 MHz zu zünden damit man BB Radio weiter hören konnte. Das sollte hier doch auch möglich sein.

von RheinMain701 - am 02.07.2017 21:30
Zitat
Winnie2
Zitat
Nordlicht2
Kleiner Meteorit oder eine kleine Explosion?


Klemmendes Treibstoffventil, wodurch zu lange Schub auf eine Düse gegeben wurde?


Und in dessen Folge eine immer schneller werdende Drehbewegung, mit immer groesseren Fliehkraeften, bis er sich zerlegt. Das waere die Vorlage fuer Gravity Teil 2, den wir dann nicht mehr ueber Sat TV sehen koennen. :-(

von Nordlicht2 - am 02.07.2017 21:47
Zitat
Chris_BLN
Und viele Kabelnetze holen die meisten Programme auch von Sat. Ausnahmen dürften derzeit noch VodafoneKDG, Unitymedia und ein, zwei weitere auf höchstem Stand befindliche Betreiber sein, die von der ARD über das KabelcompressionCenter via Glasfaser beziehen. Selbiges soll aber wieder beendet werden, Zuführung demächst auch bei den "Großen" wieder via Sat.


Was ist denn der Grund für diesen Sinneswandel? Die Zuführung der ÖR via Sat wurde bei KDG und Unity ja erst vor nicht allzu langer Zeit komplett beendet, da man eben das KCC als neue Signalquelle zur Verfügung hatte. Jetzt also die Rolle rückwärts?

von MainMan - am 03.07.2017 07:32
Zitat

Was ist denn der Grund für diesen Sinneswandel? Die Zuführung der ÖR via Sat wurde bei KDG und Unity ja erst vor nicht allzu langer Zeit komplett beendet, da man eben das KCC als neue Signalquelle zur Verfügung hatte. Jetzt also die Rolle rückwärts?


ich vermute das liegt daran, dass man sowieso alles neu encodiert und zusammenstellt. Das KCC sollte ja mal den Sinn haben, fertige Muxe zur Einspeisung zur Verfügung zu stellen, also 1:1 für einen 256QAM Kanal im Kabel mit 50Mbit/s encodiert.

KDG hat das ja anfangs auch so übernommen, aber im Rahmen des "Kabelstreits" wurde die Qualität gesenkt und KDG encodiert jetzt alles selbst. Da können sie auch das Satsignal als Quelle verwenden....

von Terranus - am 03.07.2017 07:40
Vodafone (KDG) wird dann aber sicher ihr eigenes Glasfasernetz nutzen und nicht wieder an jeder Kopfstelle Sat Umsetzer aufbauen. In vielen Gebieten koennten sie auch DVB-T2 als Quelle fuer die meisten Programme nutzen. Im Prinzip hat jeder Kabelanbieter, der auch Internet fuer seine Kunden anbietet, die Moeglichkeit alle seine lokalen Kabelnetze ueber Glasfaser zu versorgen, mit Ausnahme der einen Quelle.

von Nordlicht2 - am 03.07.2017 07:43
Zitat
RheinMain701
Damals, als der Sender Calau abbrannte, lud BB Radio auch holländische Piraten nach Brandenburg ein um dort illegal auf der nicht koordinierten Frequenz 105,9 MHz zu zünden damit man BB Radio weiter hören konnte. Das sollte hier doch auch möglich sein.


Herrlich! Und das aufm Montag :joke::joke::joke:

von Chief Wiggum - am 03.07.2017 07:51
Haben ausnahmslos alle Programmanbieter terrestrische Direktleitungen (IP-Zuführungen) zu den Einspeisepunken der KNB? Meines Wissens wird eine Vielzahl der Programme via Sat zugeführt, selbst bei Telekom Entertain.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 03.07.2017 07:57
Einmal tief durchatmen und dabei das Hirn einschalten.
Ein Astra Satellit schwebt in einem Kubus von ca.90 km. Das heisst konkret es hat reichlich Abstand zwischen den einzelnen Astras auf einer Position. Nur um sich mal die Dimensionen klar zu machen.

Welche Kettenreaktion soll denn ausser in Hollywood genau so eintreten, dass zufälligerweise alle 4 Einzelsatelliten (Zur besten "Sendezeit" waren es mal 6) auf 19,2°Ost getroffen werden?
Der 6er im Lotto ist tausendfach warscheinlicher.
Das dadurch irgendwas, irgendwo im Orbit getroffen wird ist sicherlich warscheinlich, aber ein spezifischer Treffer dieses Ausmaßes.... Stoff für Hollywood mehr nicht.

Habe vorletztes Wochenende beim Zelten mal Zeit gehabt nach Sonnenuntergang den klaren Himel beobachten zu können. Da geht im tieferen Orbit ganz schön die Post ab. Alle 2-3 Minuten fliegt da was umher und reflektiert das Sonnenlicht..Neben ISS, GPS, Glonas oder einfach auch nur Schrott....

von w_weinmann - am 03.07.2017 08:15
Also eine grobe Gefahr für die anderen Satelliten besteht eher nicht. Da die Flugbahn des außer Kontrolle gegangenen Vogels ja bekannt ist, brauchen andere Satelliten ja nur kurz aus ihrer bahn gelenkt zu werden, falls nötig. Als Amos 5 verloren ging, war das auch kein Problem.

Was mich aber viel mehr wundert ist, dass der Satellit in Richtung Westen wandern soll. Tendenziell wandern sie nämlich immer nach Osten.

von delfi - am 03.07.2017 09:37
Zitat
RheinMain701
Damals, als der Sender Calau abbrannte, lud BB Radio auch holländische Piraten nach Brandenburg ein um dort illegal auf der nicht koordinierten Frequenz 105,9 MHz zu zünden damit man BB Radio weiter hören konnte. Das sollte hier doch auch möglich sein.


Das ist dann also das, was man einen Calauer nennt. :D


Kabelcompression Center
Zitat
MainMan
Was ist denn der Grund für diesen Sinneswandel? Die Zuführung der ÖR via Sat wurde bei KDG und Unity ja erst vor nicht allzu langer Zeit komplett beendet, da man eben das KCC als neue Signalquelle zur Verfügung hatte. Jetzt also die Rolle rückwärts?


Soweit mir zugeflüstert wurde, liegt es daran, daß die großen KNB ihre Pakete inzwischen selbst basteln und die "Handreichung" der ARD, die Services, die damals wie heute zumindest im SD- und Radio-Bereich auf Transpondern mit geringer Datenrate (auszukabeln schon mit 64QAM, also max. 36 MBit/s) laufen, in effiziente 50-MBit/s-Pakete (256 QAM) zusammenzufassen, nicht mehr brauchen. Die KNB rupfen sowieso alles wieder auseinander. Und dann rechnet es sich nicht mehr, weil es für diese Dienstleistung keinen Einspeisevorteil mehr gibt.

Quelle meiner Information ist jemand, der in einer ARD-Anstalt mit so etwas zu tun hat. In welchem Zustand sich das ganze derzeit befindet, weiß ich aber nicht.

Sehe gerade, Terranus hat auf das gleiche getippt. Ich kanns aus ARD-Kreisen (wenn auch nicht im Wortlaut) bestätigen.

Zitat
Nordlicht2
Vodafone (KDG) wird dann aber sicher ihr eigenes Glasfasernetz nutzen und nicht wieder an jeder Kopfstelle Sat Umsetzer aufbauen.


Natürlich gäbe es eine Zentrale. Die gibt es heute ja auch schon. Soweit mir bekannt, wird seit geraumer Zeit auch UKW erst in den Regionen empfangen, digitalisiert und in die Zentrale gebracht, von wo es wieder verweilt wird. Dafür hat KDG extra bei Astro Strobel die U-Serie mit den IP-FM-Modulatoren weiterentwickeln lassen (deutlich höhere Kanalzahl je Unit sowie RDS-Anpassungen) und schickt UKW auf diesem Wege in die Netze. Für TV-Kabelpakete müßten die gar nichts ändern außer der Paketerstellung in der Zentrale.

Zitat
Nordlicht2
In vielen Gebieten koennten sie auch DVB-T2 als Quelle fuer die meisten Programme nutzen.


Für regionale Angebote, die man nur über DVB-T(2) beziehen kann, hat KDG meines Wissens nach inzwischen Teleste Luminato im Einsatz. Stand soweit ich mich erinnere in der "Cable!Vision", die zur ANGA erhältlich war. Habe das Heft aber am anderen Wohnort und kann gard nicht genauer nachschauen.

Zitat
Nordlicht2
Im Prinzip hat jeder Kabelanbieter, der auch Internet fuer seine Kunden anbietet, die Moeglichkeit alle seine lokalen Kabelnetze ueber Glasfaser zu versorgen, mit Ausnahme der einen Quelle.


"Im Prinzip" ja, aber teils mit extremen Investitionen, die einer kompletten Neuausstattung gleichkommen. Wer DVB-C-Modulatoren mit Sat-Frontend hat, darf alles neu kaufen. Wer ASI-Frontends hat, kauft "nur" IP->ASI-Umsetzer. Schön ists für den, wessen Umsetzer Gigabit-IP-Anschlüsse haben und mit FEC auf der Zuführung umgehen können. Das hat aber kein kleiner "Dorfkabler", das haben vermutlich auch manche unabhängigen Stadtnetze in Städten mit mehreren 100.000 Einwohnern nicht.

Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Haben ausnahmslos alle Programmanbieter terrestrische Direktleitungen (IP-Zuführungen) zu den Einspeisepunken der KNB?


Kurzantwort: nein. Was KDG beispielsweise wie holt, weiß ich im Einzelfall nicht. Aber der ebenfalls große Netzbetreiber Tele Columbis hat beispielsweise regionale Kopfstellen und holt dort alles von Sat: die Öffis, Sky und die großen SD-Privaten von Astra, die HD-Privaten und das weitere verschlüsselte TV via M7 von 9° Ost.

von Chris_BLN - am 03.07.2017 09:50
Zitat
UlliBG
Och, was ihr euch solch Kopf macht!?
Viele Sat´s von denen wir hören, aber eben auch viele von denen wir nie hören werden, weil geheim.
Es wurde ja auch schon überlegt eine Mission zu starten, um den Weltraumschrott einzusammeln. Um eben nicht andere Sat´s zu gefährden.

Da oben schwebt mehr Schrott, als die meisten denken.


Vielleicht erinnert sich noch jemand an den 10.2.2009. Damals stießen zwei Satelliten zusammen. Das nachfolgende Video zeigt die Trümmerteile sehr schön und am Ende den ganzen Schrott, der schon bisher im Orbit treibt. Vergleichbar mit dem Plastikmüll in den Weltmeeren. Beides wird man nie mehr einsammeln können.

https://www.youtube.com/watch?v=_o7EKlqCE20

von transponder - am 03.07.2017 10:54
Durch den youtube Link von transponder bin ich auch das hier gestoßen, was ungefähr dem entspricht, was ich beim Campen beobachtet hab.

https://www.youtube.com/watch?v=MTGVuPr9Epg

Zitat
Chris_BLN
Das ist dann also das, was man einen Calauer nennt.

Zu den tieffliegenden Satelliten und dem Weltraumschrott kommen jetzt noch tieffliegende Witze.

Die Sorge um die Besatzung der ISS ist aber gluabe ich angesichts des ganzen Schrotts schon berechtigt.

von w_weinmann - am 03.07.2017 11:58
Ich hab mich gerade an eine Szene aus dem Film WALL-E erinnert, wo auch die Filmemacher nicht nur an den Müll auf der Erde gedacht haben ... :D

https://www.youtube.com/watch?v=O-d8BJ2iljc

von Saarländer (aus Elm) - am 03.07.2017 14:03
Wer mal Iridium-Flares beobachten möchte: Auf dieser Webseite kann man sich das nächste Auftauchen an seinem Standort berechnen lassen:

http://www.calsky.com/cs.cgi?&Iridium=

von Loger - am 03.07.2017 16:37
Das Thema ist (leider? Zum Gück?) aus dem Fokus verschwunden. Was ist eigentlich mit dem Satelliten passiert? DVB-S funktioniert immer noch und von Störungen im GPS-System etc. habe ich nichts gehört...

von Staumelder - am 06.10.2017 21:34
Die Google Suche liefert dieses Interview:

https://www.spaceintelreport.com/amc-9-satellite-builder-says-theres-absolutely-no-sign-orbit-breakup/

und da heißt es von Herstellerseite, dass der Satellit bis jetzt immer unter Kontrolle war und nun vorsichtig in den Friedhofsorbit befördert wird.

von Saarländer (aus Elm) - am 06.10.2017 21:45
Dass ein Satellit außer Kontrolle Gerät, passiert immer wieder mal. Erinnert Ihr euch nich an Amos 5 auf 17 Grad Ost? War auch so ein Fall.

Der früher mal auf 19 West positionierte Olympus-Satellit ist auch mal abgehauen, genauso wie einer der alten Kopernikus-Satelliten. Das sind die, von denen zumindest ich weiß.

von delfi - am 08.10.2017 13:10
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