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Schweden baut UKW weiter aus

Startbeitrag von Japhi am 21.07.2017 20:04

Nachdem die letzte Zeit in den BNetzA-Updates viele Um- und Neukoordinierungen zu finden waren gibt es jetzt diese Meldung: http://www.radiowoche.de/neuer-ukw-frequenzplan-in-schweden-170-zusaetzliche-frequenzen-fuer-privatradios/

180 Frequenzen konnten optimiert werden (teilweise Anhebung von 5 auf 25kW) und 170 neue Frequenzen wurden koordiniert.
In 60 Orten, wo bisher nur 1-2 Privatradios empfangen werden konnten, können durch die neuen Ketten 3-4 Private ausgestrahlt werden.
Es soll drei landesweite Ketten und eine Bedeckung für ein Regionalprogramm geben. Nur in Skåne gab es Probleme wegen der Nähe zu Dänemark.

Bisher liefen die nationalen Ketten als Lokalradios, bei denen sich das Lokale allerdings aus Werbung und Frequenznennung zusammensetzte.

Antworten:

Genaue Planungen und Frequenzen gibt es hier: http://www.pts.se/upload/Rapporter/Radio/2017/Slutredovisning-RUFM-PTS-ER-2017-16.pdf

Falls es KEINE Neuausschreibung o.Ä. gibt sieht es so aus, dass Nät 1=Mix Megapol, Nät 2=Rix FM, Nät 3=NRJ wird. Die bisherigen Frequenzen scheinen überwiegend so verteilt.

Und alle detaillierten Daten zu allen Sendern: http://www.pts.se/upload/Rapporter/Radio/2017/Frekvensresurser_pdf.zip

Interessant auch für die FMLIST-Bearbeiter. Wer ist da zuständig?

von Japhi - am 21.07.2017 20:19
3 - 4 Private. Wenn man das damit vergleicht, was allein jetzt schon in Deutschland UKW und digital zusammen zu empfangen ist, tun mir die Schweden ja echt leid. Da haette ich wohl zwangsweise eine grosse Datenflat im Mobilfunkvertrag, so der Mobilfunk denn dort in dem Flaechenland auch ueberall mit Datendownload funktioniert.

von Nordlicht2 - am 22.07.2017 19:43
So wirklich mörderisch hohe Sendeleistungen sind da dennoch nicht ersichtlich. Bei vielen Standorten eine Null vorm Komma...

von Dr. Antenne - am 22.07.2017 19:46
Fast schon erstaunlich für ein Land, das ja schon auf dem Weg ist, z.B. Bargeld quasi ganz abzuschaffen. Tut gut, zu hören, dass auch in einem skandinavischen Land, wo die meisten Nachbarn ja in Sachen Digitalisierung schneller als die Zukunft selbst sein wollen (u.a. auch Estland), noch ein gewisser Sinn im UKW-Rundfunk gesehen wird. :cheers:

von Randfunker - am 23.07.2017 02:41
Zitat
Nordlicht2
3 - 4 Private. Wenn man das damit vergleicht, was allein jetzt schon in Deutschland UKW und digital zusammen zu empfangen ist, tun mir die Schweden ja echt leid. Da haette ich wohl zwangsweise eine grosse Datenflat im Mobilfunkvertrag, so der Mobilfunk denn dort in dem Flaechenland auch ueberall mit Datendownload funktioniert.


Sorry für OT!

Mehr Programme ist aber nicht immer automatisch mehr Vielfallt. Wenn die wenigen Programme sich gut unterscheiden und somit Vielfalt bieten und davon paar für die Bevölkerung informativ sind, dann braucht es keine 100 Sender. Zumal in Deutschland es auch sehr unterschiedlich ist. In machen Regionen bei uns ist es mit den vielen Programmen auch nicht gegeben nur mit dem unterscheid das bei uns alle das selbe spielen. Bei uns hat man halt X Mainstreamsender, in andern Ländern hat man weniger Programme, dafür auch nur 1-2 Mainstremsender und der Rest sehr Unterschiedlich. Wenn man jetzt UKW mit UKW vergleicht, dann empfinde ich die paar wenigen Programme z.B aus Madeira (Portugal) abwechslungsreicher und beiter gefächert als unsere aus NRW, Norddeutschland und Brandenburg.

von Kohlberger91 - am 23.07.2017 08:38
Stimmt natuerlich. Da ich die Schweden immer irgendwie empfangen kann, kann ich dir sagen, da ist keine Vielfalt, zumindest nicht tagsueber. In Malmoe sendet Din Gata immerhin ausschliesschlich Black Musik, R&B und ansonsten hat SR P3 zumindest im Abendprogramm Sendungen abseits des Mainstream. Da gibt es z.B. auch eine echte Heavy Metal Sendung. Muss man sich vorstellen, wie bei NDR2 am Abend, mit nur Mainstream am Tag. Unterm Strich ist UKW in Schweden nicht viel anders wie UKW in Deutschland oder Denemark. Digital ist da doch schon weit aus mehr zu finden und das kommt in erster Linie durch die hohe Anzahl an Mitbewerbern. Irgendwann lohnt es sich eben nicht mehr nur das zu spielen, was alle anderen auch nur spielen, sondern man bekommt in einer Nische auch oder so gar mehr Einschaltquote.
Nach einer Optimisierung des UKW Bandes haette ich erwartet, dass am Ende mehr Kapazitaeten fuer mehr Private bei rauskommen. Aber so eine Art Zerobase mit vielen Umkoordinierungen war das wohl auch nicht. Das haette wohl mit den Nachbarn koordiniert werden muessen. Aber das machen die Schweden bestimmt, sobald das UKW Band bei den Nachbarn dann komplett frei geworden ist.

von Nordlicht2 - am 23.07.2017 09:30
Die vier SR-Programme sind breit gefächert. P1 sendet ein Wortprogramm aller Sparten, mit Politik, Dokumentation, Call-In und täglicher Kochsendung. P2 sendet Klassik, Jazz, Wort wie Hörspiele etc. und Fremdsprachensendungen.
P3 bringt tagsüber Unterhaltung mit langen Wortstrecken und Chartmusik, auch viel schwedisches. Dazu abends Musiksparten und Dokumentationen.
P4 ist ein Familienprogramm mit Pop, Regionalinfos und ebenfalls langen Wortbeiträgen. Dazu Kindersendungen, Musikspartensendungen (Rock, Folk...).
Nachts gibt es auf P1 Wiederholungen (bis vor kurzem einen Testton), P2 sendet Klassik und P3 und P4 gemeinsam ein Programm mit Call-In und Pop.

Die Privaten sind Mix Megapol (Dudelpop), RixFM (Dudelpop) und NRJ (Dudelhits). Dazu ein paar andere Sparten wie Lugna Favoriter (Softdudelpop), Vinyl (Oldies) und Rockklassiker.

Die Lokalradios sind überwiegend breit gefächert ähnlich der NKLs und OKs.

Die Schweden ticken aber auch etwas anders als die Deutschen.

von Japhi - am 23.07.2017 10:46
Zitat
Kohlberger91
Wenn man jetzt UKW mit UKW vergleicht, dann empfinde ich die paar wenigen Programme z.B aus Madeira (Portugal) abwechslungsreicher und beiter gefächert als unsere aus NRW, Norddeutschland und Brandenburg.


Naja, wobei Brandenburg im Gegensatz zu NRW, "Norddeutschland" und "Mitteldeutschland" ja zu weiten Teilen noch von der Vielfalt aus Berlin mit profitiert. Allein die Programme des RBB sind schon was besonderes. Das allein ist im Vergleich schon fast ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Dazu kommen noch die Berliner Spartensender wie Jazz Radio, Klassik Radio, Jam FM, FluxFM, Star FM, B2, Radio Teddy und Metropol FM.
Nur die zwei (!) nicht-kommerziellen Berliner Lokalradios, die zusätzlich noch einiges an Vielfalt bieten, kommen mit ihrer geringen Sendeleistung leider nicht über einen Radius von 50 Kilometern hinaus.

von Patty-Teddy - am 23.07.2017 14:51
Zitat
Patty-Teddy
Naja, wobei Brandenburg im Gegensatz zu NRW, "Norddeutschland" und "Mitteldeutschland" ja zu weiten Teilen noch von der Vielfalt aus Berlin mit profitiert.


Das ist weitgehend theoretischer Natur.
Ich bin gerade in Mitteldeutschland und hier hört man eigentlich nur im Auto Radio. Zuhause läuft der
Fernseher.

von 2-0-8 - am 23.07.2017 19:22
Zitat
Nordlicht2
3 - 4 Private.


Aus dem verlinkten Artikel:i
In Stockholm bleibt es bei sieben lokalen kommerziellen Radiolizenzen. Auch in Göteborg und Malmö/Lund kommen keine weiteren Anbieter hinzu.

Scheint ja der ganz grosse Wurf zu sein.;) Da haben wir ja selbst hier in der Radiowüste NRW mehr Auswahl.:rolleyes:

Das kommt eben dabei raus, wenn man krampfhaft an einer Technik aus dem letzten Jahrhundert festhält.

von zerobase now - am 24.07.2017 06:28
Zitat
zerobase now
Das kommt eben dabei raus, wenn man krampfhaft an einer Technik aus dem letzten Jahrhundert festhält.


Allerdings sind die Schweden in der Regel einige Schritte voraus. Und so wird wahrscheinlich auch sehr viel Webradio gehört. Für die breite Masse und fürs Auto tun es 8 Programme auf einer technisch anspruchslosen Plattform. Das ist vermutlich auch wirtschaftlich die optimale Lösung.

von Wasat - am 24.07.2017 07:11
Zitat
zerobase now
Zitat
Nordlicht2
3 - 4 Private.


Aus dem verlinkten Artikel:i
In Stockholm bleibt es bei sieben lokalen kommerziellen Radiolizenzen. Auch in Göteborg und Malmö/Lund kommen keine weiteren Anbieter hinzu.

Scheint ja der ganz grosse Wurf zu sein.;) Da haben wir ja selbst hier in der Radiowüste NRW mehr Auswahl.:rolleyes:

Das kommt eben dabei raus, wenn man krampfhaft an einer Technik aus dem letzten Jahrhundert festhält.


In Stockholm sind es 10 Private. Schweden hat 10 Millionen Einwohner unnd eine Bevölkerungsdichte von 22 Einwohnern pro Quadratkilometer. 40% der Bevölkerung leben in den Metropolregionen Stockholm (2,2 Millionen Einwohner), Göteborg (1.000.000) und Malmö (700.000). Der Rest sind kleine Städte. Vergleiche mit NRW sind da also nicht passend. Und woher kommt jetzt wieder das Thema DAB? Wenn es nur 4 Anbieter gibt die das Niemandsland versorgen wollen und die genug Platz auf UKW finden, warum sollten sie das nicht auf UKW tun (in einem Land mit perfekter LTE- und Glasfaserabdeckung).

von Japhi - am 24.07.2017 07:37
Zitat
Randfunker
Fast schon erstaunlich für ein Land, das ja schon auf dem Weg ist, z.B. Bargeld quasi ganz abzuschaffen. Tut gut, zu hören, dass auch in einem skandinavischen Land, wo die meisten Nachbarn ja in Sachen Digitalisierung schneller als die Zukunft selbst sein wollen (u.a. auch Estland), noch ein gewisser Sinn im UKW-Rundfunk gesehen wird. :cheers:


Naja bei weniger als 10 Millionen Einwohnern und 25% Mehr Fläche als Deutschland ist es wohl kein Wunder, dass es dort "nur" 4 Kommerzielle Sender gibt. Das DAB+Netz in Norwegen wird finanziell massiv unterstützt - was mit dem EU Recht wohl nicht vereinbar wäre.

Die Schweden sind die Konservativsten Skandinavier (es gibt gewisse Ähnlichkeiten mit Deutschland).

Gruß
Morten Hesseldahl

von Morten Hesseldahl - am 24.07.2017 08:08
Zitat
Japhi
(in einem Land mit perfekter LTE- und Glasfaserabdeckung).


Wer hört denn Radio über LTE? Ich bin mir ziemlich sicher, dass 99,9% mobil Radio über UKW hört. Zu Hause wird bestimmt auch meistens über UKW / Kabel UKW gehört - einige natürlich schon über Internetradio.

Ich war neulich wieder beruflich wieder in Norwegen, dort habe ich in einer Zeitung gelesen, dass es in den Gebieten wo UKW schon abschaltet ist, mehr Haushalten gibt die Radio über dem Fernseher hören als via Internetradios.

Gruß
Morten Hesseldahl

von Morten Hesseldahl - am 24.07.2017 08:17
Fakt ist aber auch, dass es sich in der PAMpa nicht lohnt, großartige Ketten aufzuschalten. Zumindest nicht acht oder neun, wie vergleichsweise in den Niederlanden. Solche Sendeketten wären sehr teuer und könnten sich höchstens mit Mainstream-Programmen rechnen, wobei wir dann auch wieder in einer gewissen Radiowüste wären. Es wäre ja kein Unterschied zwischen einem und neun Dudler, wenn alle das gleiche bringen.

Von daher reichen vier Ketten für die Schweden völlig aus. Ich würde mir wünschen, wenn man sie - ähnlich wie in Holland - mit gewissen Auflagen belegt, damit nicht alle in dieselbe Kerbe hauen.

von NurzumSpassda - am 24.07.2017 09:29
Zitat
Japhi

In Stockholm sind es 10 Private.


Echt? Wie niedlich. Wenn man das jetzt mal mit anderen Hauptstädten wie Berlin, Amsterdam. Rom, Brüssel oder Madrid vergleicht ist das ja schon wenig.

von zerobase now - am 24.07.2017 11:20
Schweden ist auch nicht so viel duenner besiedelt wie das deutsche Flaechenland Mecklenburg-Vorpommern und hier habe ich zumindest digital mehr Auswahl an terrestischen Programmen. Genau sind es momentan 21 Programme. Da sie in Schweden noch fuer einige Zeit nur an UKW festhalten wollen, muessen sie eben mit so wenig Auswahl auskommen. Ich vermute mal die Schweden sind nicht viel anders wie die Deutschen, da wo nicht gescheites zu Empfangen ist, wird gar kein Radio gehoert, sondern aus der eigene Konserve.
Wie gesagt, irgendwann machen sie noch mal die grosse Zerobase und haben dann 6-8 Private. :p

von Nordlicht2 - am 24.07.2017 13:09
Ist das jetzt ein Wettstreit, in welcher Hauptstadt am meisten uniformierter Privatfunk dudelt?
Anders formuliert. Ich bin kürzlich von NRW nach Kiel gezogen. Nun kann ich statt dreier Privatsender deren sechs über UKW empfangen. R.SH, Delta, Radio Bob, Klassikradio, RHH und Alsterradio. Jetzt habe ich im Vergleich zu Köln aber die unglaubliche Vielfaltsbombe. Ich weiß vor lauter Qualitätsprogrammen nucht, was ich hören soll. Hört endlich auf,Masse mit Klasse zu verwechseln.

von Noch'n Saarländer - am 24.07.2017 13:11
Leute, die Kultur ist einfach auch eine andere. Nicht jede Nation ist so radioverrückt wie die Niederländer, Türken oder Belgier. Wenn die Akzeptanz nicht so hoch ist, wird es der Markt einfach nicht hergeben, noch mehr Sender zu veranstalten. That's it.

von NurzumSpassda - am 24.07.2017 13:23
Die Klasse ist auch in Deutschland eher auf den digitalen Uebertragungswegen zu finden. In Schweden ist auf UKW tagsueber auch nirgends was Klasse und 2 weitere Private werden die schon gar nicht einfuehren. Das geht eben nur ueber Masse, wo dann doch auch ein paar wenige Klasse Programme dabei sind. Besser dann viel Masse und wenige mit KLasse als wenig Masse mit gar keiner Klasse.:rp:

von Nordlicht2 - am 24.07.2017 13:28
Auf radionytt.se gibt es die wöchentlichen Hörerzahlen.

Zitat

Radio Total 70,3 70,9 68,9 73,7
SR P1 14,5 15,7 13,8 14,3
SR P2 2,4 2,2 2,3 2,7
SR P3 12,8 13,0 13,3 14,4
SR P4 37,9 38,4 37,3 38,8
Mix Megapol 19,0 16,7 16,2 18,2
Rix FM 12,1 12,5 11,1 13,1
NRJ 7,4 6,4 5,9 6,7
Rockklassiker 3,3 3,7 2,7 3,9


Was die vier einzelnen Spalten unterscheidet weiß ich leider nicht.

Und nochmal: Hier geht es um UKW!

von Japhi - am 24.07.2017 13:48
Zitat
NurzumSpassda
Wenn die Akzeptanz nicht so hoch ist, wird es der Markt einfach nicht hergeben, noch mehr Sender zu veranstalten.


Der Markt würde das sicherlich hergeben, auch ein paar mehr private Programme zu veranstalten. Warum sollte sowas in Hamburg oder Amsterdam funktionieren, aber in Stockholm nicht? Ticken die Schweden soviel anders als Resteuropa? Wenn natürlich von den 10 Privaten Programmen 7 das Gleiche spielen, dann ist natürlich klar, dass die Nachfrage nach noch mehr Programmen eher verhalten ist. Aber mit einigen netten Spartenprogrammen könnte man sicherlich auch einige Nischen besetzen. Ob das jetzt der Fall ist, kann ich nicht beurteilen, da ich das Programmangebot nicht kenne. Aber insgesamt scheint Schweden radiotechnisch doch noch Luft nach oben zu haben Nehmen wir mal die Schweiz, die ja auch als eher konservativ gelten und die großen Ballungsräume gibt es dort ja auch nicht. Trotzdem ist da das Angebot verglichen mit Schweden noch um Lichtjahre besser.

Im Grunde ist es ja auch egal, wenn die Schweden damit glücklich sind, sollen sie. Ich persönlich finde es allerdings schade, dass man sich neuen Technologien verweigert und für sich den Sonderweg wählt. Muss man so akzeptieren, aber wirklich verstehen muss man das nicht.

von zerobase now - am 25.07.2017 07:04
Zitat

Wenn natürlich von den 10 Privaten Programmen 7 das Gleiche spielen, dann ist natürlich klar, dass die Nachfrage nach noch mehr Programmen eher verhalten ist. Aber mit einigen netten Spartenprogrammen könnte man sicherlich auch einige Nischen besetzen. Ob das jetzt der Fall ist, kann ich nicht beurteilen, da ich das Programmangebot nicht kenne. Aber insgesamt scheint Schweden radiotechnisch doch noch Luft nach oben zu haben Nehmen wir mal die Schweiz, die ja auch als eher konservativ gelten und die großen Ballungsräume gibt es dort ja auch nicht. Trotzdem ist da das Angebot verglichen mit Schweden noch um Lichtjahre besser.


Dann informier dich doch bitte erst.
In Stockholm sind (ohne Lokalradios) empfangbar:
89.6 SR P6 (Auslandsprogramm, Fremdsprachen)
92.4 SR P1 (Wort)
93.8 P5 STHLM (Dance/Urban, Jugendprogramm)
96.2 P2 Musik (Klassik)
99.3 SR P3 (Jugend)
101.9 Svensk Pop (schwedischer Pop)
103.3 SR P4 Stockholm (Pop, Wort, Regional)
104.3 Mix Megapol (Pop)
104.7 Lugna Favoriter (Softpop)
105.1 NRJ (Hits)
105.5 Rix FM (Pop)
105.9 Power Hit Radio (Urban/Dance)
106.3 Bandit Rock (Rock, Alternative, Metal)
106.7 Rockklassiker (Classic Rock, auch härteres)
107.1 Star FM (Pop)
107.5 Vinyl FM (Oldies)

Und wo ist jetzt in der Schweiz große Vielfalt abseits von Hitdudlern?

Dazu noch eine schöne Karte zur Bevölkerungsdichte in Europa: http://media.heimatundwelt.de/omeda/501/100272_070_2.jpg

Vergleiche mal Schweden und die Schweiz.

von Japhi - am 25.07.2017 09:07
Zitat
Japhi
Und wo ist jetzt in der Schweiz große Vielfalt abseits von Hitdudlern?


Da wurde vermutlich digtaler Radioempfang hinzugemischt. Nur dann gibt es in der Schweiz mehr Vielfalt. Am zuericher Flughafen z.B. 64 Programme.

von Nordlicht2 - am 25.07.2017 10:02
Ist zwar OT, aber auch da ist es more of the same. Mehr als die Hälfte würde ich unter "Hitdudler" verbuchen. Da gibt es sicherlich bessere Vergleichsländer. Soll aber jetzt keine Diskussion lostreteb.
Und ja, Schweden ist kein Traum-Radioland, aber mit der Zerobase relativ brauchbar. Mit besseren Schwedischkenntnissen sogar recht gut, was die Öffis angeht.
Ich werde mal versuchen um den 1.8.18 in Schweden zu sein um die Umstellung mitzuverfolgen.

von Japhi - am 25.07.2017 10:33
Zitat
Nordlicht2
Zitat
Japhi
Und wo ist jetzt in der Schweiz große Vielfalt abseits von Hitdudlern?


Da wurde vermutlich digtaler Radioempfang hinzugemischt. Am zuericher Flughafen z.B. 64 Programme.


Richtig. So eine Auswahl wird man auf UKW niemals hinbekommen. Danke an Japhi für die gepostete Liste bezüglich der empfangbaren Radiosender. Vom Hocker reisst mich diese Programmauswahl nicht. Immerhin reden wir hier über die Landeshauptstadt und die Metropolregion in Schweden wo ja immerhin über 2 Millionen Menschen leben. Dann muss man dann schon lange suchen um Hauptstädte in Europa zu finden, wo das Angebot ähnlich "dünn" ist. Selbst wenn man nur UKW heranzieht.

Zitat
Japhi
Ist zwar OT, aber auch da ist es more of the same. Mehr als die Hälfte würde ich unter "Hitdudler" verbuchen.


Das würde ich vermutlich bei den Programmen in Stockholm ähnlich sehen.;-)

von zerobase now - am 25.07.2017 11:11
Zitat
zerobase now
Dann muss man dann schon lange suchen um Hauptstädte in Europa zu finden, wo das Angebot ähnlich "dünn" ist. Selbst wenn man nur UKW heranzieht.


In London gibt's auch nicht viel mehr (legale!) UKW-Programme. 5x BBC + ca. 10 private + einige Lokalfunzeln, die nicht die gesamte Stadt abdecken.

Aber immerhin kommen da auf MW noch so einige Programme dazu, und vor allem auf DAB hat man dort extrem viel Auswahl.

von Cha - am 25.07.2017 12:15
Echt? London hat nur 10 private Radioprogramme auf UKW? Das ist allerdings nicht viel, da hast du Recht.

von zerobase now - am 25.07.2017 13:00
So richtig richtig vielfältig ist die UKW-Radioszene in Europas Großstädten eigentlich nur in Frankreich, Italien, Griechenland und, wenn man mal das Stückchen Europa mitzählt, der Türkei.

von DH0GHU - am 25.07.2017 13:05
Wieviele verschiedenen Sender gibt es in

-Rom
-Madrid
-Lissabon
-Brüssel
-Amsterdam
-Barcelona (Hauptstadt Katalonien, de-facto kein eigener Staat)
-Bozen (Hauptstadt Südtirol,de-facto kein eigener Staat)
-Sofia
-Bukarest
-Belgrad
-Tirana
-Prag
-Bratislava
-Ljubjlana
-Zagreb
-Sarajewo
-Kopenhagen (inkl. sämtlicher Stationen aus Malmö)

Die Antwort ist erstaunlich! Alle dieser Städte bieten mehr Vielfalt als z.B. Köln, Hamburg oder München!
http://radiomap.eu/map/

Trotzdem kann unser Berlin durchaus da mithalten mit etwa 25 bis 30 empfangaren Sendern.
Da ist für jeden etwas dabei: Rockmusik, Popmusik jeder Art, Klassik, Kultur, Nachrichten, Jazz.


Gruß aus der Prignitz

M.Kraus
Perleberg

von MICHAELKRAUS - am 25.07.2017 13:26
Wenn ein Sender mehrere Sparten abdeckt, braucht man auch nicht so viele Frequenzen. Außerdem kann man als Hörer sich wohl auch mal getrauen, mal was anderes zu hören. Speziell ausländische Sender bieten immer einen Aha-Effekt.

von andimik - am 25.07.2017 14:13
Zitat
Japhi

Ich werde mal versuchen um den 1.8.18 in Schweden zu sein um die Umstellung mitzuverfolgen.


Was habe ich da überlesen? Was soll um die Zeit nächstes Jahr in Schweden sein?

von delfi - am 25.07.2017 14:48
Da wird die Privatfunk-Zerobase umgesetzt ;-)

von Japhi - am 25.07.2017 14:53
OK, Danke!

von delfi - am 25.07.2017 18:31
Zitat
DH0GHU
So richtig richtig vielfältig ist die UKW-Radioszene in Europas Großstädten eigentlich nur in Frankreich, Italien, Griechenland und, wenn man mal das Stückchen Europa mitzählt, der Türkei.


*hüstel* Das halte ich aber für ein Gerücht.;)

Klar kann man jetzt diskutieren wie man genau Vielfalt definiert, aber mir würden da schon mehr als nur die 4 genannten Hauptstädte einfallen, wo es wirklich Laune macht mal das UKW-Band abzuscannen und damit meine nicht nicht DX. ;)

von zerobase now - am 26.07.2017 09:23
Zitat
Nordlicht2
Schweden ist auch nicht so viel duenner besiedelt wie das deutsche Flaechenland Mecklenburg-Vorpommern und hier habe ich zumindest digital mehr Auswahl an terrestischen Programmen. Genau sind es momentan 21 Programme.


Der Vergleich hinkt aber - es gibt weniger als 10 Millionen Menschen die Schwedisch sprechen (ungefähr 8.5 Millionen Muttersprachler). In MV wird genau ein Programm aus MV über DAB+ Ausgestrahlt - die anderen 20 Programme kommen von wo anders. Die Basis für Deutschsprachige Programme liegen ja bei 100 Millionen Menschen....

Gruß
Morten Hesseldahl

von Morten Hesseldahl - am 26.07.2017 09:55
Zitat
Japhi
Auf radionytt.se gibt es die wöchentlichen Hörerzahlen.

Zitat

Radio Total 70,3 70,9 68,9 73,7
SR P1 14,5 15,7 13,8 14,3
SR P2 2,4 2,2 2,3 2,7
SR P3 12,8 13,0 13,3 14,4
SR P4 37,9 38,4 37,3 38,8
Mix Megapol 19,0 16,7 16,2 18,2
Rix FM 12,1 12,5 11,1 13,1
NRJ 7,4 6,4 5,9 6,7
Rockklassiker 3,3 3,7 2,7 3,9


Was die vier einzelnen Spalten unterscheidet weiß ich leider nicht.

Und nochmal: Hier geht es um UKW!


Die Spalten geben die Daten der einzelnen zurückliegenden Wochen an. V = vecka = Woche. "2017-V27" ist also die 27. Kalenderwoche in 2017, usw.
http://radionytt.se/nyheter/statistik/

von W28 - am 26.07.2017 10:31
Vielfalt heisst nicht : Vielfalt in den Themen
Sondern.
welche Vereine ein Mitspracherecht haben

Habt ihr euch diesen Rundfunkstaatsfirlefanz noch nie samt Auslegung durchgelesen ???

Ich wundere mich über euch .

von sup2 - am 26.07.2017 15:39
@sup2

Vielfalt wird doch von den meisten ausschließlich auf Musikrichtungen bezogen verstanden.

von Wasat - am 26.07.2017 16:27
Zitat
zerobase now
Zitat
DH0GHU
So richtig richtig vielfältig ist die UKW-Radioszene in Europas Großstädten eigentlich nur in Frankreich, Italien, Griechenland und, wenn man mal das Stückchen Europa mitzählt, der Türkei.


*hüstel* Das halte ich aber für ein Gerücht.;)

Klar kann man jetzt diskutieren wie man genau Vielfalt definiert, aber mir würden da schon mehr als nur die 4 genannten Hauptstädte einfallen, wo es wirklich Laune macht mal das UKW-Band abzuscannen und damit meine nicht nicht DX. ;)


Gut, ein paar mehr Länder gibts noch, aber wenn ich mir mal so Deutschland, Niederlande, Belgien, Polen, Tschechien, Schweiz, Österreich, Ungarn etc anschaue... Naja...

Ich habe auch nicht Hauptstädte erwähnt. Vergleiche mal das UKW-Angebot in Strasbourg mit dem in einer gleich großen deutschen Großstadt.

von DH0GHU - am 26.07.2017 19:06
Zur Frage nach Vielfalt und dem möglichen Anders-Ticken in Schweden sollte man die oben zitierten Hörerzahlen genauer ansehen und vergleichen:

Man stelle sich vor, in Berlin wären RBB 88Acht und der Deutschlandfunk-ohne-Kultur-oder-Nova mit jeweils etwa 17 % die mit Abstand meistgehörten Programme und brächten es damit auf die gleiche Hörerzahl wie alle Kommerzsender zusammen. Das wäre (zumindst bezüglich des DLF-OKON) paradiesisch, ist aber undenkbar. In Stockholm ist eine vergleichbare Situation mit SR P4 und SR P1 die Realität, trotz zehn kommerziellen Programmen auf UKW.

Landesweit liegt Sveriges Radio nicht nur klar vor den kommerziellen Sendern, das Wortprogramm P1 hat mit ca. 15 % Reichweite und einem ebensogroßen Marktanteil auch ähnlich viel Zuspruch wie in der Hauptstadt. Überdies erreichen P1 und P4 mit ca. 2 Stunden bzw. 2,5 Stunden täglicher Hördauer ihr Publikum viel länger als die Kommerzdudler mit jeweils nur 1/2...1 Stunde.

Ob in Schweden zusätzlicher landesweiter Dudelfunk zu "Mix", "Rix" (inhaltlich wie Schultz und Schulz) und "NRJ" von einer nennenswerten Anzahl Hörer vermißt wird, mag man daher ehen bezweifeln.

von W28 - am 26.07.2017 21:00
Danke, W28! Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk scheint in Schweden auch zur nationalen Identität dazuzugehören.

von Japhi - am 27.07.2017 05:51
Die "Kommerzdudler" sind ja auch nicht wirklich landesweit zu hören. Nur Rix FM, Mix Megapol und NRJ haben wirklich großflächige Netze, die aber immernoch drastisch weniger gut ausgebaut sind als die von SR. Daran ändern auch 180 zusätzliche oder optimierte Frequenzen nur wenig.
Man vergleiche mal die Dichte der deutschen UKW-Sendernetze mit dem in Schweden. Schweden hat eine wesentlich größere Fläche, und selbst im verhältnismäßig dicht besiedelten Süden ist die Bevölkerungsdichte eher niedrig.
Viel mehr als das, was jetzt kommt, dürfte bei nichtmal 10 Millionen Einwohnern auch kaum finanzierbar sein...

Was nun die Programmpräferenzen betrifft: Da sind nicht die Schweden die Ausnahme, sondern eher die Deutschen. Auch z.B. in Frankreich und Italien haben "wortlastige" Programme einen höheren Stellenwert als bei uns (in F z.B. mit BFM, RFM, Europe1, RTL).

von DH0GHU - am 27.07.2017 07:07
In den Deutschen Metropolen haben meist nur die Privaten gute Einschaltquoten, die auch starke Frequenzen / Ketten haben, welche auch im automatischen Sendersuchlauf gefunden werden und auch bei einer ausfahrt in's Gruene noch hoerbar bleiben. Das wird in Schweden nicht anders sein. Wuerde SR nur auf dem Funzelflickenteppich der Privaten senden, gaebe es sicher ein anderes Ergebnis, wenn auch nicht gleich ein umgekehrtes.

von Nordlicht2 - am 27.07.2017 07:48
Zitat
Nordlicht2
In den Deutschen Metropolen haben meist nur die Privaten gute Einschaltquoten, die auch starke Frequenzen / Ketten haben, welche auch im automatischen Sendersuchlauf gefunden werden und auch bei einer ausfahrt in's Gruene noch hoerbar bleiben. Das wird in Schweden nicht anders sein. Wuerde SR nur auf dem Funzelflickenteppich der Privaten senden, gaebe es sicher ein anderes Ergebnis, wenn auch nicht gleich ein umgekehrtes.


Genau so ist es. Ich persönlich finde Rix FM gut - aber wenn man z.B. von Malmö nach Stockholm fährst muss man immer wieder manuell umschalten und Stellenweise ist der Empfang ganz weg, das nervt nur noch. Dann höre ich gleich lieber SR P3.

Gruß
Morten Hesseldahl

von Morten Hesseldahl - am 27.07.2017 08:41
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