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vor 2 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 2 Monaten, 3 Wochen
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DLR-Fan Sachsen-Anhalt, Wellenjaeger, 2-0-8, Zintus, Karl Ranseyer, Japhi, S.B., Kohlberger91, _Yoshi_, Rostocker., ... und 4 weitere

Polizeifunk in der DDR

Startbeitrag von Wellenjaeger am 23.07.2017 19:19

Wurde in der ehemaligen DDR der Polizeifunk auch unterhalb des CCIR-Rundfunkbandes ausgestrahlt oder nutzte die Volkspolizei andere Frequenzen?

Antworten:

Zitat
Wellenjaeger
Wurde in der ehemaligen DDR der Polizeifunk auch unterhalb des CCIR-Rundfunkbandes ausgestrahlt oder nutzte die Volkspolizei andere Frequenzen?


Nach kurzer Suche im Internet gefunden:

151,0 - 151,5 MHz: Zentrales Funknetz MdI / Volkspolizei (ZFN)
151,5 - 154 MHz: MdI / Volkspolizei
155,5 - 155,9 MHz: Zentrales Funknetz MdI / Volkspolizei (ZFN)
164,5 - 167 MHz: Ministerium für Staatssicherheit (MfS) / Stasi
169 - 171,5 MHz: Ministerium für Staatssicherheit (MfS) / Stasi

Irgendwo stand dann noch, daß Frequenzen im 4m-Band vom DRK verwendet wurden.

von 2-0-8 - am 23.07.2017 19:44
War das verschlüsselt (z.B. invertiert) und/oder wurde es von privaten Bastlern mitgehört?

von Zintus - am 23.07.2017 20:12
https://www.klaus-paffenholz.de/bos-funk/index.html?https://www.klaus-paffenholz.de/bos-funk/aktuell.html

Hier gibt es viele Infos auch zum BOS Funk in der DDR.

von Karl Ranseyer - am 23.07.2017 20:28
Offenbar gab es in der DDR beim BOS Funk, ausser Codes bzw Sprechtafeln kaum Verschluesselungstechniken? D.h. wer die Geraete besessen hatte ( wahrscheinlich illegal ) konnte einfach mithoeren?

https://www.klaus-paffenholz.de/bos-funk/index.html?https://www.klaus-paffenholz.de/bos-funk/aktuell.html
Der gezeigte Funkwagen war uebrigens auch in der CSSR im Einsatz, allerdings bei der Grenzpolizei.

von 102.1 - am 23.07.2017 20:51
Wenn jemand einen Scanner vom Westen mit hatte wurde der natürlich eingezogen.
Wer heimlich mithören wollte im 2m-Band der musste sich etwas selbst bauen, passende Spulen mit der Hand wickeln, UKW-Tuner verstimmen hatte nicht gereicht.
Ich möchte nicht wissen, was damals in der DDR für Strafen gab, wenn jemand beim Mithören erwischt worden wäre. Stasi, Polizei, Autbahnpolizei und alle anderen Organe des MDI waren ja quasi alle auf 2m vertreten.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 24.07.2017 05:57
Als Funkamateur war das doch ganz gut zu kaschieren. Wenn man einen Empfänger für das 2 Meter-Amateurfunkband hatte, brauchte man doch nur ein paar MHz weiter nach oben abstimmen. Oder durfte man nicht mal einen Empfänger für Amateurfunk zu Hause haben? Senden war ja meines Wissens nur an den Clubstationen der GST erlaubt, oder?

von Zintus - am 24.07.2017 09:12
Es wird sich hier im Forum sicher kaum Einer finden, der zugibt, Polizeifunk in der DDR abgehört zu haben. Die Klubstationen wurden bestimmt so aufgebaut, dass sie nicht die betreffenden Frequenzen beinhaltet hatten.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 24.07.2017 09:23
Eins weiß ich allerdings sicher, mit meinem Luxomat VT (ein Schwarzweißgerät mit recht empfindlichen Tuner), der hatte kein Muting im Audio, konnte ich den VEB-Taxifunk hier von Halle/S. unterhalb des Kanal 5 abhören, der Tuner war mit den Einstellrädchen etwas weiter runter abstimmbar, leider hats für den Polizeifunk nicht gereicht ;-). Empfangen konnte ich VEB-Taxi damals ganz normal mit meiner Band 3 Dachantenne, Richtung Harz.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 24.07.2017 09:29
Ich denke , dass kaum jemand in der DDR sich traute irgend einen Funkdienst abzuhören.
Denuzianten gab es an jeder Ecke und die Strafen waren sicherlich sehr drastisch.

Selbst hier im Westen war der Betrieb eines Empfängers ohne Postzulassung schon kriminell.
Ich hatte selber Mal ein Strafverfahren am Hals weil ich mir einen " Multibandempfänger" über einen Versand bestellt hatte.
Das Verfahren würde nach polizeilichen Befragung eingestellt, da ich glaubhaft zu Protokoll gegeben habe das Gerät nur als Sammlerstück erworben zu haben und nie vorhatte es in Betrieb zu nehmen.:xcool:
Laut FAG war Kauf und Besitzt erlaubt, Errichten und Betreiben verboten.

In anderen Fällen in Westdeutschland soll es auch direkt zu Hausdurchsuchungen bekommen sein.

von Karl Ranseyer - am 24.07.2017 11:09
Trotzdem haben sehr viele damals den Polizeifunk abgehört. Ein normales Kofferradio war ja auch sehr leicht zu manipulieren. Trimmer für die Oszillatorfrequenz etwas nachziehen, Vorkreis auch. Wurde meistens nur so nach Gefühl gemacht. Und schon konnte man Polizeifunk hören, damals. Und Scanner hat man immer persönlich im Laden gekauft. Gab es in jedem CB-Funk-Handel oder Elektronikshop, also da wo es auch Bauteile gab, nicht im Blöd-Markt oder so.

von Zintus - am 24.07.2017 13:04
Zitat
Zintus
Trotzdem haben sehr viele damals den Polizeifunk abgehört. Ein normales Kofferradio war ja auch sehr leicht zu manipulieren. Trimmer für die Oszillatorfrequenz etwas nachziehen, Vorkreis auch. Wurde meistens nur so nach Gefühl gemacht. Und schon konnte man Polizeifunk hören, damals. Und Scanner hat man immer persönlich im Laden gekauft. Gab es in jedem CB-Funk-Handel oder Elektronikshop, also da wo es auch Bauteile gab, nicht im Blöd-Markt oder so.


Aber nicht in der DDR und darum geht es doch hier.

von Rostocker. - am 24.07.2017 13:54
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Es wird sich hier im Forum sicher kaum Einer finden, der zugibt, Polizeifunk in der DDR abgehört zu haben.


Warum nicht? Falls Honecker aus seinem Grab steigt und sich rächt? :joke:

von Bolivar diGriz - am 24.07.2017 15:40
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Es wird sich hier im Forum sicher kaum Einer finden, der zugibt, Polizeifunk in der DDR abgehört zu haben.


Ernsthaft?
Wen sollte das heute noch kümmern wenn jemand vor 30 Jahren den Polizeifunk in der DDR abgehört haben sollte?
1. Ist eine solche Tat juristisch mittlerweile ohnehin verjährt
2. Zählt dieser Tatbestand heute nicht mehr weil es die DDR nicht mehr gibt

Wer hätte denn ein Interesse daran damalige Taten strafrechtlich zu verfolgen?

von Winnie2 - am 24.07.2017 16:00
Westfernsehen war auch verboten. Trotzdem gab es überall Gemeinschaftsanlagen auf den Bergen um sich Westbild zu holen.

von pomnitz26 - am 24.07.2017 16:23
So ein Multibandempfänger hatte ich damals zufällig auf dem Flohmarkt kaufen können.
Dieser war leicht defekt.

Diese mussten neu abgeglichen werden und schon konnte man die Amateurfunkrelais hören und auch die Örtlichen Taxizentralen sowie den Fernsehton irgend wo bei 174MHz.

UKW und BOS gingen auch brauchbar.

Nur schade war das man den CB Funk nur in AM Empfangen konnte.

Generell musste es möglich gewesen sein in Grenznähe den DDR Polizeifunk zu hören.
Wo bei der Frequenzbereich bei uns den Taxen und Mietwagen zugewiesen ist.
Teilweise Funkte da auch noch das B-Netz.

von _Yoshi_ - am 24.07.2017 16:30
Zitat
Wellenjaeger
Wurde in der ehemaligen DDR der Polizeifunk auch unterhalb des CCIR-Rundfunkbandes ausgestrahlt oder nutzte die Volkspolizei andere Frequenzen?


ehemalig? - geht nicht..

von S.B. - am 24.07.2017 16:30
Hatten wir schon: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?13738,339180,1430624#msg-1430624

Ich glaube kaum, dass Westfernsehempfang und Polizeifunk abhören in der ehemaligen DDR die gleiche Strafrelevanz hatten.

von Japhi - am 24.07.2017 16:35
Das war nicht vergleichbar, jeglicher Besitz von Empfängeren, außerhalb der Rundfunkbereiche war für Normalbürger strengstens verboten, wer ne Amateurlizenz hatte wurde auch relativ streng überwacht und sollte auch kein BOS legal nebenbei mithören können.
West- Radio und TV konnte mit legalen Geräten von Jedem gesehen und gehört werden, und war seit 1972 etwa, in Privatumgebung geduldet und wurde seit dem nicht mehr geächtet.
Das Eine hatte Strafrelevanz und das Andere nicht.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 24.07.2017 17:09
War es nicht sogar so das es unter Honecker später Westfernsehe- und Radiompfang für die Zivilbevölkerung erlaubt waren um selbst ein Bild vom "bösen Westen" machen zu können? Ich hab mal eine Doku vom MDR gesehen, wo einer sagte das Satfernsehen und Antennengemeinschaften in der DDR erlaubt gewesen wären, man aber eine Genehmigung brauchte, die wiedererum im Regelfall problemlos bekamm.

von Kohlberger91 - am 24.07.2017 17:40
Geächtet, öffenlich angeschmiert und Antennen vom Dach geholt war nur in der Ulbricht-Aera aktuell. Später wurde Westempfang quasi geduldet, man kann aber nicht behaupten, dass es offiziell gefördert wurde. Bei Antennengemeinschaften musste meist auch eine Ausrede, für besseres DDR-TV, meistens 2. Programm, herhalten, für die offizelle Genehmigung.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 24.07.2017 17:56
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
West- Radio und TV konnte mit legalen Geräten von Jedem gesehen und gehört werden, und war seit 1972 etwa, in Privatumgebung geduldet und wurde seit dem nicht mehr geächtet.


Der Direktempfang von Schallwellen aus dem Westen war allerdings bis zum Fall der Grenze verboten, wie folgendes Video eindrucksvoll belegt:

http://www.youtube.com/watch?v=iOnT-N7-mcI

Wie man sehen kann, hat das aber trotzdem jeder der konnte gemacht.

von Wellenjaeger - am 24.07.2017 18:12
Zitat
Wellenjaeger
Der Direktempfang von Schallwellen aus dem Westen war allerdings bis zum Fall der Grenze verboten...


Was nützt ein Verbot, das nicht durchgesetzt werden kann?
Wir hatte immer eine TV-Antenne Richtung Torfhaus auf dem Dach und aufgeregt haben sich nur einzelne Rote (in den 70ern) oder Leute, die sich aus politischen Gründen darüber aufregen mussten. Machen konnten sie im Endeffekt aber nichts.
NDR2 war im Radio Haussender und lief sogar auf Arbeit, solange kein Chef in der Nähe war.

Um aber mal auf den Polizeifunk zurückzukommen:
Mich hat Funkempfang schon immer interessiert, aber auf die Idee, mir einen Empfänger Polizeifunktauglich zu machen, bin ich nie gekommen. Das wäre auch eine viel zu heiße Sache gewesen, da hat niemand mehr Spaß verstanden. Es ist ein Unterschied, ob man gegen Pseudogesetze verstößt, die niemand ernst nimmt, oder ob man den Funk der "öffentlichen Organe" mithört. Das konnte schnell im Vorwurf der Spionage enden.

von 2-0-8 - am 24.07.2017 21:06
Zitat
2-0-8
Zitat
Wellenjaeger
Der Direktempfang von Schallwellen aus dem Westen war allerdings bis zum Fall der Grenze verboten...


Was nützt ein Verbot, das nicht durchgesetzt werden kann?


Mein Beitrag war eher ironisch gemeint. ;)

von Wellenjaeger - am 25.07.2017 07:25
Zitat
Wellenjaeger
Zitat
2-0-8
Zitat
Wellenjaeger
Der Direktempfang von Schallwellen aus dem Westen war allerdings bis zum Fall der Grenze verboten...


Was nützt ein Verbot, das nicht durchgesetzt werden kann?


Mein Beitrag war eher ironisch gemeint. ;)


Meine Fragestellung war auch eher rhetorisch. :)

von 2-0-8 - am 25.07.2017 17:36
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