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Mitschnitt AM-Band auf VHS 1980er

Startbeitrag von LWie am 08.08.2017 07:26

Hallo,

irgendwo hier im Forum hatte mal jemand berichtet, dass es eine Aufnahme des gesamten AM-Bereiches 0-6 MHz mittels Videorecorder von einem Tag aus den späten 1980ern gibt.

Die entsprechende Datei wäre ja nach dem Einspeisen in heutige SDR-Software eine Zeitreise...

Weiß noch jemand, wer das wo geschrieben hat ?

Antworten:

Wie funktioniert denn sowas? Die Audiospur einer VHS-Kassette hat doch niemals eine so hohe Bandbreite. Oder hat man da getrickst und das ganze Band mit Ton vollgespeichert?

von PhanTomAs - am 08.08.2017 14:19
Vielleicht hat man in die Schrägspur das Signal breitbandig reinbekommen, wieviel MHz Bandbreite hat das Videosignal eines VHS-Rekorders?

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 08.08.2017 15:08
Wenn man auf einer VHS-Kassette gerade einmal 6 x 3 Stunden aufnehmen konnte, glaube ich kaum, daß es irgendjemand geschafft hat, Ende der 80er Jahre ohne SDR geschafft hat, einen 6MHz-Bereich damit aufzunehmen. Zumindest keinen ganzen Tag lang,

Vorstellen könnte ich mir, daß jemand ein-oder zweimal mithilfe eines üblichen Radios den gesamten Bereich von 0-6 MHz durchgekurbelt hat und dabei das VHS-Band mitlaufen ließ mit einer ganz normalen Tonaufnahme, die dann 18 Stunden lang sein könnte.

von iro - am 08.08.2017 15:32
6x3 Stunden? Es gab doch meist nur 180er und 240er Kassetten. Und Longplay gabs in den 80ern meines Wissens noch gar nicht. Was meinst du also mit 6x3?

von PhanTomAs - am 08.08.2017 16:40
Ein analoges Videosignal hat(te) eine maximale Frequenz von 5 MHz, mit anderen Worten: es wurden Frequenzen von grob gesagt 0 - 5 MHz übertragen. Wenn man nun eine breitbandige Antenne (z.B. Aktivantenne) und eine Verstärkerschaltung mit einer Grenzfrequenz von 5 MHz nimmt, müsste es theoretisch möglich sein, das empfangene Frequenzspektrum von 0-5 MHz mit einem Videorecorder auf einer Videocassette aufzunehmen. Wenn man nun beim Abspielen der Cassette an den Videoausgang (Scart) einen KW-Empfänger anschließt, müsste man die zur Aufnahmezeit empfangenen Signale wiedergeben können. D.h. man könnte über das Band drehen und hört die zur Aufnahmezeit vorhandenen Signale. Zumindest theoretisch.

Übersehe ich da etwas? Wurde das tatsächlich mal gemacht?

von Zintus - am 08.08.2017 17:46
Mag sein, daß es nichtmals VHS war...
Es gab ein japanisches "Video"Rekorder-Gerät damals, daß 6 Spuren Audio a 3 Stunden aufnehmen konnte. Es war gar nicht für Videozwecke gedacht... Das ist aber schon so lange her, daß ich davon gelesen habe (Print! Wahrscheinlich: Der Spiegel), daß dazu wohl auch nichts im Netz zu finden ist (oder ich habe einfach die falschen Suchbegriffe).

Bei der aktuellen Recherche finde ich nur einen Longplay-Modus, der die Laufzeit verdoppelt. Das wären dann sogar nur noch 8 Stunden.... seit wann auch immer es diesem Modus gibt... ich hatte nie einen Videorekorder, nur meine 4 VHS-Kassetten.

Außerdem fand ich noch dieses Gerät, das aus dem Jahr 2004 zu stammen scheint und immerhin 30 Stunden Ton auf einer VHS E-180 aufnehmen konnte und gar 960 Stunden Video (vmtl. Einzelbilder von Überwachungskameras, ohne Ton): http://www.vcvideo.de/pdf/datenblatt/20520.pdf

von iro - am 08.08.2017 18:06
Bis 5MHz war dann aber schon S-VHS. Normales VHS kam in der Praxis, und nicht nur auf dem Datenblatt, gerade knapp über 3MHz. Bei einem Standard 08/15 Rekorder sogar noch ein bisschen weniger. Ein großes Problem könnten die bei Consumer Geräten teils heftigen Filter geworden sein die zum Beispiel dem starken Farbrauschen entgegen wirken sollten. Nicht zu vergessen die AGC die den Videopegel ständig regelte. Ich glaube nicht das die bei einem solchen Signal noch korrekt funktioniert hätte.

Also ich will jetzt nicht bestreiten dass das gar nicht funktioniert haben soll. Aber wenn dann nur mit hängen und würgen mit S-VHS Pro Geräten.

von Spacelab - am 08.08.2017 18:13
@iro: Hab gerade erst deinen Beitrag gelesen. Deshalb jetzt der Nachtrag meinerseits. :cheers:

Irgendwann kamen mal Consumer Recorder heraus die den EP Modus unterstützten (JVC / Panasonic). Das war dann die Kassettenspielzeit x3. Mit einer E-300 Kassette wären also 15 Stunden Aufnahmezeit möglich gewesen. Aber die Bild- und Tonqualität war unter aller Kanone und selbst bei neuen Kassetten gab es viele Drop-Outs und prasselnden Stereo Ton.

Rekorder für Überwachungsaufgaben konnten je nach Modell bis zu 30 Stunden aufnehmen. Ich glaube die konnten aber keine Farbe mehr aufzeichnen und keinen Ton. So war es zumindest bei dem Rekorder bei meinem damaligen Arbeitgeber im Büro.

Ich glaube es waren die Japaner, die hatten mal einen Rekorder gebaut der VHS als "Datenträger" nutzte um mehrere analoge Tonspuren aufzuzeichnen. Das Teil sollte eine teure und manchmal kompliziert zu bedienende Mehrspurmaschine in Hobby Tonstudios ersetzen. Durchgesetzt hatte sich das Teil aber noch nicht mal ansatzweise. Die Tonqualität soll angeblich nur bei S-VHS Bändern akzeptabel gewesen sein die es zum Erscheinungszeitpunkt des Rekorders für Consumer noch gar nicht zu kaufen gab. Zumindest nicht zu einem halbwegs akzeptablen Preis. Außerdem stand das voll digitale ADAT System schon vor der Haustür was klanglich gar kein Vergleich war.

von Spacelab - am 08.08.2017 18:37
Naja, die Begründung von ZIntus hatte ich mir genauso auch überlegt. Allerdings hatten ja gerade die analogen TV Signale sogar Bandbreiten von 7 bis 8 MHz, von daher passt das dann schon. Allerdings frage ich mich die ganze Zeit, ob der Schreibkopf überhaupt empfindlich genug dafür ist die Auflösung hinzukriegen. Ich denke selbst mit einem SDR kann man die Bandbreite nicht so klein bekommen um die Sender im kHz-Bereich trennen zu können. Ich stelle mir das so vor, dass man zwar heute die Signale mit hohen Datenraten und demnach feingliedrig abtasten kann, allerdings wurden die Daten damals leider eben nicht so feingliedrig aufgenommen, von daher ist irgendwann mit der Auflösegenauigkeit Schluss. Dennoch würde mich mal so ein Band und ein Versuch des Dekodierens sehr interessieren. Gehört habe ich davon allerdings noch nicht.

Aber wie lief das denn auch praktisch ab? Man hätte ja quasi das Basisband aufnehmen müssen. Oder hat man mit einem Konverter den Bereich 0-5 MHz auf irgendeinen TV-Kanal gepackt und dann einfach aufgenommen? Würde aber doch kaum Sinn machen, da ja dann die ganze Demodulation dahinter hängen würde ... Fragen über Fragen. Aber: Sehr interessant!

von Jens1978 - am 08.08.2017 22:00
Zitat
Zintus
Wenn man nun eine breitbandige Antenne (z.B. Aktivantenne) und eine Verstärkerschaltung mit einer Grenzfrequenz von 5 MHz nimmt, müsste es theoretisch möglich sein, das empfangene Frequenzspektrum von 0-5 MHz mit einem Videorecorder auf einer Videocassette aufzunehmen. Wenn man nun beim Abspielen der Cassette an den Videoausgang (Scart) einen KW-Empfänger anschließt, müsste man die zur Aufnahmezeit empfangenen Signale wiedergeben können.

Übersehe ich da etwas? Wurde das tatsächlich mal gemacht?


Ohne Modifikationen am Recorder scheitert das schon an der Tatsache, dass die Kopftrommel mit der Videofrequenz synchronisiert wird.
Nimm mal einen leeren, rauschenden Kanal auf. Da hörst du die Trommel permanent rauf und runter beschleunigen. Damit wirst du bei der Wiedergabe niemals das Engangssignal wiederherstellen können.
Man müsste also quasi das Eingangssignal mit einem korrektes BAS-Signal kombinieren.
Ich glaube, dass wurde im Audiobereich mal gemacht um digitales Audio auf Videomaschienen verarbeiten zu können.

von Olli_HI - am 09.08.2017 05:50
Das heißt, also einen "normalen" analogen TV-Träger mit dem Frequenzspektrum modulieren? Demnach wäre die Bildinformation dann das Frequenzspektrum gewesen, oder wie kann ich mir das vorstellen?

von Jens1978 - am 09.08.2017 08:08
Höchstens in der Theorie. Was die ganzen Filter und die AGC des Rekorders mit dem AM Signal gemacht hätten weiß wohl keiner so genau. Außerdem darf man nicht die Beschränkung auf 3MHz bei VHS und maximal 5MHz bei S-VHS vergessen.

von Spacelab - am 09.08.2017 08:14
Zitat
Spacelab
Außerdem darf man nicht die Beschränkung auf 3MHz bei VHS und maximal 5MHz bei S-VHS vergessen.


Das wäre dann ja immerhin noch die gesamte LW, MW und der untere Teil der KW (Grenzwelle), allerdings kein weiteres Rundfunkband oberhalb der MW. Naja, immerhin.

Man müsste das mal ausprobieren. Leider habe ich vor wenigen Wochen festgestellt dass mein Videorecorder nach 15 Jahren im Schrank nicht mehr funktionierte. Ist jetzt entsorgt.

von Zintus - am 09.08.2017 08:30
Wie hättest du das denn ausprobieren wollen?

von Spacelab - am 09.08.2017 08:35
Das es ja auch gewisserweise um SDRs geht: Da gibt's mittlerweile auch schon ältere Bandaufnahmen vom gesamten LW/MW-Band. Hier z.B. von Günter Lorenz aus dem Jahr 2009: http://www.myradiobase.de/perseus/ (da sind auch reichlich Programme in den Aufnahmen, die nicht mehr senden). Oder hier hab ich noch eine Aufnahme des gesamten LW/MW-Bands aus UK gefunden: http://sdrplay.com/community/viewtopic.php?t=859 (2016, recht aktuell)

von Cha - am 09.08.2017 09:23
Mit einem digitalen System, wie einem Perseus ist das ja auch keine Kunst. Den ganze Kram abtasten und gut is'. Hier geht es ja aber darum, eine vor ca. 30 Jahre aufgenommene analoge Aufnahme mit einem heutigen digitalen System abzutasten.

Zitat
Spacelab
Wie hättest du das denn ausprobieren wollen?
Indem man sich das reine Basisband ausgeben lässt. Also das von der Kassette mithilfe des (Video-)Kopfes ausgelesene Signal. Das ist ja dann die reine Bildinformation und zwar im Basisband, die in diesem Fall dann dem Frequenzspektrum entsprechen würde. Allerdings vermute ich halt eher, dass alleine schon der Kopf bei der Aufnahme als auch bei der Wiedergabe gar nicht die Bandbreitenauflösung so genau hinbekommt. Demnach wäre dann gar nicht so viel für eine Abtastung vorhanden. Übrigens könnte man das Prinzip rein theoretisch auch auf jeden anderen Bandabschnitt mit einer Bandbreite von, wie ich verstand, bei VHS lediglich 3 MHz anwenden. Eine Begrenzung von 0-3MHz sehe ich nicht. Genauso hätte man von 9 bis 12 MHz aufnehmen können. Meiner Ansicht nach dient ja das Frequenzspektrum ja gerade als das Basisband, bzw. das Modulationssignal für einen Bildträger. Und jeder, der früher einen analogen Fernseher mit den schönen Drehrädern hatte kennt vermutlich auch die Darstellung von Audiosignalen z.B. unterhalb des K21 im TV Bild, das waren dann weiße Linien in einem schwarzen Bild (=schwarz war der reine CW Träger). Dieses Signal hätte man auch einem nornalen Modulator mit Träger zuführen können und schon wäre die Modulation da. Aber wie bereits erwähnt, sind nur meine Gedanken. Bis gestern hatte ich von so einer Sache nix gehört.

von Jens1978 - am 09.08.2017 10:03
Zitat

Indem man sich das reine Basisband ausgeben lässt. Also das von der Kassette mithilfe des (Video-)Kopfes ausgelesene Signal.

Und da geht es dann schon los. Das Signal von den (mindestens 2) Videoköpfen geht erstmal durch eine Kaskade von Filtern. Ich bezweifle das da am Ende noch genau das rauskommt was auf dem Band gespeichert war. Wobei ich ja schon daran zweifle das man so ein Basisbandsignal überhaupt unfallfrei auf das Band hätte speichern können. Man darf nicht vergessen das VHS das Colour Under Verfahren nutzt. Es wird ja nicht was man am Videoeingang des Rekorders reinschiebt 1zu1 aufgezeichnet. Was in den Rekorder reingeht wird erstmal in der Bandbreite reduziert. Der Farbträger wird von 4,43MHz (FBAS Signal) auf etwas über 500kHz heruntergesetzt und gleichzeitig wird auch die Bandbreite des Farbsignals von 1,5MHz auf ein paar 100kHz reduziert. Hinzu kommen dann noch die Schweinereien die mit dem Luminanzsignal gemacht werden. Vor allem bei HQ VHS Geräten die dynamische Rauschfilter hatten und das Bild künstlich nachschärften. VHS und S-VHS sind zur möglichst 1zu1 Aufzeichnung irgendwelcher Signale die denkbar schlechteste Aufzeichnungsmethode.

Zitat

Eine Begrenzung von 0-3MHz sehe ich nicht. Genauso hätte man von 9 bis 12 MHz aufnehmen können.

Die Bandbreite des "Video" Signals darf halt nicht über 3MHz gehen. Eher noch ein bisschen weniger denn die 3MHz bei VHS sind "Idealwerte" wenn Band und Rekorder optimal harmonieren. Aber welchen Ausschnitt du aus dem Basisbandsignal nimmst dürfte fast egal sein. Du mischst den Ausschnitt 9-12MHz auf 0-3MHz runter und beim abspielen wieder rauf. Fertig ist der Fisch. Zumindest theoretisch.

von Spacelab - am 09.08.2017 10:32
Zitat
iro
Mag sein, daß es nichtmals VHS war...
Es gab ein japanisches "Video"Rekorder-Gerät damals, daß 6 Spuren Audio a 3 Stunden aufnehmen konnte. Es war gar nicht für Videozwecke gedacht... Das ist aber schon so lange her, daß ich davon gelesen habe (Print! Wahrscheinlich: Der Spiegel), daß dazu wohl auch nichts im Netz zu finden ist (oder ich habe einfach die falschen Suchbegriffe).

Bei der aktuellen Recherche finde ich nur einen Longplay-Modus, der die Laufzeit verdoppelt. Das wären dann sogar nur noch 8 Stunden.... seit wann auch immer es diesem Modus gibt... ich hatte nie einen Videorekorder, nur meine 4 VHS-Kassetten.

Außerdem fand ich noch dieses Gerät, das aus dem Jahr 2004 zu stammen scheint und immerhin 30 Stunden Ton auf einer VHS E-180 aufnehmen konnte und gar 960 Stunden Video (vmtl. Einzelbilder von Überwachungskameras, ohne Ton): http://www.vcvideo.de/pdf/datenblatt/20520.pdf



Wovon Du eingangs sprichst, war die erste Generation von Video-8-Heimrekordern. Die hatten echt so einen PCM-Audiomodus mit 6 Spuren. Im LP-Modus konnte man so 18 Stunden Audio aufzeichnen. Die Geräte von Sony gabs auch bei uns.

von delfi - am 09.08.2017 15:23
@delfi: Danke. Mit "Video 8" hast Du dann auch das Stichwort für eine erfolgreiche Benutzung der google-Suche geliefert. Die aktuelle Suche lieferte als Ergebnis, daß sogar 24 Stunden in HiFi-Qualität aufgezeichnet werden konnten. Diese Geräte gab es wohl bereits ab 1986.

https://de.wikipedia.org/wiki/Video_8

von iro - am 09.08.2017 15:35
Zitat
Spacelab
Zitat

Indem man sich das reine Basisband ausgeben lässt. Also das von der Kassette mithilfe des (Video-)Kopfes ausgelesene Signal.

Und da geht es dann schon los. Das Signal von den (mindestens 2) Videoköpfen geht erstmal durch eine Kaskade von Filtern. Ich bezweifle das da am Ende noch genau das rauskommt was auf dem Band gespeichert war. Wobei ich ja schon daran zweifle das man so ein Basisbandsignal überhaupt unfallfrei auf das Band hätte speichern können.


Hätte man wohl nicht, denn bei der Schrägspuraufzeichnung muß nach jeder Umdrehung des Kopfrades um 180° zwischen den beiden Schreib-/Leseköpfen umgeschaltet werden - und das geht nicht unterbrechungsfrei.
Aus diesem Grund hat man bei VHS-Aufzeichnungen in der Regel am unteren Bildrand, also bei den letzten Bildzeilen, sichtbare Störungen.

Bevor die ersten digitalen Audiorekorder (ADAT- S-Dat...) verfügbar waren arbeitete man tatsächlich mit Konvertern welche aus einem digitalen PCM-Audiosignal ein Pseudo-Videosignal erzeugten welches mit handelsüblichen Videorecordern aufgezeichnet werden konnte.
Auch die ersten CDs wurden so produziert. Darin liegt auch der Ursprung der krummen Abtastfrequenz der CD von 44.1 KHz.

https://en.wikipedia.org/wiki/PCM_adaptor

von Loger - am 09.08.2017 16:27
Ein VHS-Recorder nimmt nicht einfach das "Signal" auf, dass man auf den Eingang gibt.
Das ganze System ist auf die Aufzeichnung von (in Europa) FBAS-Signalen ausgelegt, ohne Videosignal und somit ohne die Synchronimpulse kann man nichts fehlerfrei aufnehmen. Es reicht ja schon, z.B. einfach NICHTS an den Eingang anzuschließen und dann aufzunehmen (was bei "moderneren" Videorecordern tlw. nicht mehr ging). Da fehlt dann das Synchronsignal, die Kopftrommel wird ja mit den Synchronimpulsen des Videosignals synchronisiert, die Kopfscheibe "lockt" dann nicht und pendelt auf und ab.
Wenn man das so aufgenommene Band abspielt passiert genau das gleiche. Da die Synchronimpulse fehlen "lockt" die Kopfscheibe wieder nicht, auf dem TV sieht man dan auch kein richtiges Schwarzbild, sondern ein schwarzes Bild mit durchlaufenden bzw. "zuckenden" Streifen.

Mit einem Videorecorder im Originalzustand würde es also nicht gehen, einfach so das Mittelwellenband z.B. auf den Eingang zu geben und aufzunehmen, es sei denn, man bastelt sich irgendwas zurecht dass die Synchronimpulse vortäuscht...
Und dann kommt auch nochweiter dazu, dass z.B. wegen dem Color Under-Verfahren der Farbhilfsträger herunter gemischt wird bevor er aufgezeichnet wird.
Wie (auch schon von anderen) gesagt, es wird nicht einfach das Signal, dass man auf den Eingang gibt, "so wie es ist" aufgezeichnet

von WiehengeBIERge - am 09.08.2017 17:20
Ich kann mich noch erinnern das man bei den allermeisten Rekordern, wenn man ihn als Tonbandgerät benutzen wollte, immer auch irgendein Bildsignal mit dazu geben musste. Sonst leierte der Mono Ton und der Stereo Ton war die meiste Zeit gar nicht abspielbar. Der einzige VHS Rekorder der mir untergekommen war bei dem man sich das Bildsignal sparen konnte war der Orion Rekorder meines Vaters. Dieser hatte aber auch einen "Audio Modus" bei dem die komplette Bildverarbeitung abgeschaltet wurde was das VHS typische prasseln bei schrillen Tönen deutlich minimierte.

von Spacelab - am 09.08.2017 17:52
Mein Blaupunk-VHS-Rekorder, Kaufdatum 1992, stereo und Handaussteuerung für Ton, hatte eigentlich ganz prima Ton aufgennommen, wesentlich besser als ein Kompaktkassettendeck, geleiert hatte im VHS-Rekorder nichts.
Es klang sogar in Longplay noch richtig gut, hatte auf ner 240er VHS-Kassette dann 480min Audio in Stereo, auch wenn bei Video nur Schwarzbild war. Die Mono-Längstspur hatte ich nie benutzt. TV-Aufnahmen wurden direkt vom Satreceiver über Scart gemacht, natürlich in stereo, wenn das beim Sender vorhanden war. Der interne Tuner wurde für ARD, ZDF, MDR benutzt, so lange die noch nicht auf Sat waren und hatte natürlich terrestrisch auch in stereo aufgezeichnet.
Audioaufnahmen wurden direkt vom CD-Spieler oder Tuner, Sattuner über Cinch in den VHS-Rekorder gebracht, ja der hat sogar Chincheingänge und Ausgänge für Video und Audio.
Der Klang eines Stereo-VHS-Rekorders war also durchaus in Ordnung.
Das erklärt natürlich nicht wie jemand ein AM-Basisband auf die Schrägspur bekommen haben soll... .

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 09.08.2017 18:31
Cool!
Erinnert mich an meine Versuche vor fast drei Jahrzehnten, als ich als 7-ähriger versucht hatte, die Antennen-Wanddose an den Mikrofoneingang meines Kassetten-Recorders anzuschließen und mich dan doch gewundert hatte, das beim Abspielen und Einspiesen in den Antenneneingang des Fernsehers nicht das erhoffte, aufgezeichnete Bild zu sehen war.
Aber was wusste ich damals schon von Bandbreite und Modulation?

von Bruder_M - am 10.08.2017 08:27
Zitat

Das ganze System ist auf die Aufzeichnung von (in Europa) FBAS-Signalen ausgelegt, ohne Videosignal und somit ohne die Synchronimpulse kann man nichts fehlerfrei aufnehmen.
Das meinte ich ja damit, dass man ja quasi so ein Signal erstellen muss. Und was ist denn ein Videosignal? Es ist doch auch bloß ein Signal mit einer Bandbreite und einzelnen Amplitudenwerten. Ob das Videosignal jetzt tatsächlich ein sichtbares Signal für eine TV ist oder irgendwas anders ist, ist doch eigentlich egal. Aber ich seh schon, mit dem Thema VCR bin ich quasi absolut nicht vertraut, hab mich damit eigentlich noch nie beschäftigt. Aber interessant dennoch, wieder was dazu gelernt :-) Jetzt fehlt nur noch die Person, die damals tatsächlich so eine Aufnahme irgendwie gemacht und nun als Kassette vorliegen hat :-)

von Jens1978 - am 10.08.2017 09:32
Also mal angenommen, man kriegt die technischen Probleme durch Tricks und Modifikation eines VHS-Rekorders in den Griff, dann frage ich mich immer noch nach der Intention des Ganzen. Sowas macht man doch nicht, wenn man das ganze nicht auch wieder aus der VHS-Kassette raus kriegt.

Also auch die andere Richtung ist zu beachten. Mal ganz laienhaft: Kurzwellenradio an den modifizierten VHS-Rekorder anschließen (oder an eine Schaltung dahinter), auf Play drücken, und dann am Radio durch die KW-Bänder von 198x kurbeln. Das müsste damals also genauso möglich gewesen sein.

Im Prinzip das, was man mit einer SDR-Aufnahme heute ja auch bezweckt.

von Habakukk - am 10.08.2017 09:42
Zitat

Mal ganz laienhaft: Kurzwellenradio an den modifizierten VHS-Rekorder anschließen (oder an eine Schaltung dahinter), auf Play drücken, und dann am Radio durch die KW-Bänder von 198x kurbeln.

Mit einem normalen KW Radio ging das schon mal gar nicht. Da müsste man schon einen SDR Empfänger gehabt haben.

von Spacelab - am 10.08.2017 09:49
Zitat
Jens1978
Und was ist denn ein Videosignal? Es ist doch auch bloß ein Signal mit einer Bandbreite und einzelnen Amplitudenwerten.


Gunsätzlich zwar schon, aber eben mit festgelegtem "Aufbau" mit dem ganzen "Zeug" (Synchronimpulse, Vor- Nachtrabanten, Burst usw.). Wie gesagt allein schon die Geschichte mit der Synchronisation der Kopfscheibe über die Synchonimpulse macht die Sache schwierig.

Ein Viderecorder zeichnet eben nicht einfach nur ein analoges Signal 1:1 auf, wie es ein Tonbandgerät machen würde. Das würde nämlich gar nicht so einfach gehen (mit so langsam laufdenen Bändern und so schmalen Bändern wie bei VHS & Co). Wäre dem so, hätte man die ganzen verschiedenen Videoceordersysteme nicht erfinden müssen ;-).

Zitat
Spacelab
Zitat

Mal ganz laienhaft: Kurzwellenradio an den modifizierten VHS-Rekorder anschließen (oder an eine Schaltung dahinter), auf Play drücken, und dann am Radio durch die KW-Bänder von 198x kurbeln.

Mit einem normalen KW Radio ging das schon mal gar nicht. Da müsste man schon einen SDR Empfänger gehabt haben.

Wieso? Wenn man es wirklich schaffen würde, z.B. das ganze Mittelwellenband aufzuzeichnen und wieder abzuspielen (die ganzen Erklärungen von oben, also dass es NICHT so einfach geht mal außen vor gelassen), eventuell noch mit etwas Verstärkung am Ausgang, würde das schon einfach mit einem normalen Radio gehen. 1:1 das originale Signal ist es natürlich auch dann nicht, es kommte durch die Aufnahme garantiert noch eine Menge zusätzliches Rauschen hinzu...

von WiehengeBIERge - am 10.08.2017 17:35
Alles klar, verstanden. :-)

Der Versuch: Ein heutzutage üblicher UHF-Modulator wird am Bildeingang mit dem Frequenzspektrum von 0-3 MHz moduliert, d.h. das Signal liegt einfach in einer Stärke an, so dass ich im Bild auch was sehe. Ein normales Modulatorausgangssignal ist ja schwarz (also Ruhe, kein Rauschen). Dieses schwarze Signal hat jetzt natürlich keinerlei Syn.impulse wie es benötigt wird. Demnach wird das dann nicht funktionieren, oder?

Okay, das wäre verstanden. Jetzt fällt mir aber gerade mein Verfahren ein, mit dem ich digitale DVB-T(2) Spektren mithilfe eine analogen TV Gerätes und VCR darstelle: Ich stelle einen VCR-Modulatorkanal auf einen DVB-T Kanal ein. Ausgangssignal des VCR soll ein Blaubild sein. Über ein stinknormales T-Glied koppel ich VCR und Antennensignal vor dem TV. Das VCR Signal wird hierbei stark gedämpft, so dass ohne DVB-T Signal leichtes Rauschen im Blaubild sichtbar ist. Bei einem vorhandenen DVB-T Signal sehe ich das DVB-T Signal als Rauschen unter/über dem Blaubild, wenn es stark ist, sehe ich kein Blaubild mehr. Der Rauschpegel schwankt in der Stärke des Antennenausgangssignals am TV-Eingang resp. VCR Ausgang, der Pegel des Blaubildes bleibt ja konstant. Demnach sehe ich das Spektrum und auch das ganze Fading usw. Wenn ich das ganze jetzt weiterdenke kann ich jeden beliebigen Frequenzbereich mit einem Konverter auf einen DVB-T Kanal legen und dieses Signal mit dem VCR Blaubild Signal im HF Spektrum quasi "mischen" quasi das Blaubild damit modulieren. Demnach liegt die HF-Info jetzt über dem Blaubild, welches die ganzen Syn.impulse hat. Dieses Signal, quasi das was am TV Eingang jetzt anliegt müsste ich doch aufzeichen können. Das Blaubild ist ja quasi das "Rahmensignal ", der Frame, eines normalen TV(PAL-)Signals, nur eben mit dem Frequenzspektrum usw. als zusätzlicher Bildinformation moduliert.
Den Krempel nehme ich jetzt also auf und spiele es wieder ab. Dieses Signal am Scart Ausgang gucke ich mir am besten erstmal mit einem Spektrumanalyser an. Was sehe ich da? Natürlich sehe ich erstmal dieses komische Blaubildsignal (wie sieht das denn im Spektrum eigentlich aus?) Auch sehen müsste ich aber dann auch das ganze überlagerte, mit dem Blaubild modulierte Frequenzspektrum, oder? Fragen über Fragen ... Hmm, mein Videorekorder funkioniert übrigens noch :D ;-) Leider hab ich aber keine Konverter ...

von Jens1978 - am 11.08.2017 14:19
Das könnte gehen - nur muss man dann noch das "Blausignal" wieder ausfiltern.

von WiehengeBIERge - am 12.08.2017 19:58
Ohne (leider!!!) den Beruf des RFT erlernt zu haben, denke ich an die "Kopierverstärker", welche das Macrovision-Signal herausfiltern und einen eigenen Synchron-Impuls generieren.

Wenn das so wirkt, wie die Videotext-Taste bei 80er-Jahre Grundig Fernsehern sollte man ein stabiles Bild erhalten. Half bei Luxcrypt und um das Zwangs-Muting zu umgehen...

Wolfgang

von Wolfgang R - am 12.08.2017 21:32
Es gab auch früher um das Bildsignal z.B. eines Amiga 500 mit einem Videsignal zu mischen (z.B. zur Logo- oder Texteinblendung ) bestimmte Geräte, sogennante Genlocks. Damit das funktionierte, müssten beide Videoquellen synchronisiert werden, den Takt erzeugt das Genlock.
Einfache Videomischer funktioieren auch so.

Damit könnte das Vorhaben auch klappen. Am allerbesten mit einem 100% weißem Videobild, weil das als Störsignal am einfachsten zu entfernen ist ;-) .

von WiehengeBIERge - am 13.08.2017 07:21
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Mein Blaupunk-VHS-Rekorder, Kaufdatum 1992, stereo und Handaussteuerung für Ton, hatte eigentlich ganz prima Ton aufgennommen, wesentlich besser als ein Kompaktkassettendeck, geleiert hatte im VHS-Rekorder nichts.
Es klang sogar in Longplay noch richtig gut, hatte auf ner 240er VHS-Kassette dann 480min Audio in Stereo, auch wenn bei Video nur Schwarzbild war. Die Mono-Längstspur hatte ich nie benutzt. TV-Aufnahmen wurden direkt vom Satreceiver über Scart gemacht, natürlich in stereo, wenn das beim Sender vorhanden war. Der interne Tuner wurde für ARD, ZDF, MDR benutzt, so lange die noch nicht auf Sat waren und hatte natürlich terrestrisch auch in stereo aufgezeichnet.
Audioaufnahmen wurden direkt vom CD-Spieler oder Tuner, Sattuner über Cinch in den VHS-Rekorder gebracht, ja der hat sogar Chincheingänge und Ausgänge für Video und Audio.
Der Klang eines Stereo-VHS-Rekorders war also durchaus in Ordnung.
Das erklärt natürlich nicht wie jemand ein AM-Basisband auf die Schrägspur bekommen haben soll... .
War der Blaupunkt baugleich mit Panasonic? Falls ja...ein solches Gerät konnte ich mal bei einem Kumpel testen. Wenn man sich die VHS-Aufnahme anschaute klappte sogar der Videotext. Allerdings waren da Fehler drin aber nach einer Weile konnte man die Seite lesen. Ein irrer Blick in die Vergangenheit.

von B.Zwo - am 16.08.2017 19:01
Videotext ging bei sehr vielen Geräten. Bei S-VHS Rekordern sogar fehlerfrei.

von Spacelab - am 16.08.2017 19:05
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