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Frage zu Analog-TV in Hessen

Startbeitrag von Rosenelf am 25.08.2017 14:57

Ich hatte in verschiedenen Threads schon mal nach der analogen Empfangssituation in Nordhessen gefragt, insbesondere Edertal.
Aber ich möchte das Thema mal neu eröffnen weil ich gerne mal Erfahrungen und Erinnerungen aus dem gesamten Bundesland hören würde, es interessiert mich deswegen, weil es z. B. in Rheinland-Pfalz und NRW sehr viele Umsetzer und Füllsender gab, in Hessen dagegen gab es vor allem im mittleren Nordhessen nur wenige.
Lediglich im westlichen Mittelhessen, Rhein-Main-Gebiet, Nordosthessen (Werra-Meißner-Kreis), Rhön und Odenwald/Bergstraße gab es ein dichteres Netz von Umsetzern.

In welchen Städten und Dörfern konnte man früher analog lediglich die drei Programme ARD, ZDF und Hessen3 empfangen? (also kein weiteres Drittes wie Südwest, BR, WDR oder MDR bzw. früher DDR TV)
Es geht nicht um die Privaten wie Sat1 oder RTL, die später hinzu kamen, mich interessiert eher die Situation in den 70ern und frühen 80ern bevor es Privatfernsehen gab.
Ich meine natürlich NICHT, dass man andere Sender überhaupt nicht empfangen konnte, das sollte denke ich klar sein, aber wenn nur mit "Schnee" oder größerem Aufwand oder eben je nach Wohnlage (Berg).
Danke schon mal für Eure Antworten!

Auf der niederländischen Seite http://www.fmtvdx.eu/tvdx/20jaartvdx/duitsland_hr.html findet man wenn man nach unten scrollt Karten mit Umsetzern in Hessen.

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Zitat
Rosenelf
Lediglich im westlichen Mittelhessen, Rhein-Main-Gebiet, Nordosthessen (Werra-Meißner-Kreis), Rhön und Odenwald/Bergstraße gab es ein dichteres Netz von Umsetzern.

In welchen Städten und Dörfern konnte man früher analog lediglich die drei Programme ARD, ZDF und Hessen3 empfangen?


Die enorme Füllsenderdichte im hessischen Odenwald resultierte aus der für die TV-Versorgung sehr ungünstigen Topographie. Es gibt dort zahlreiche besiedelte Seitentäler, in denen außer dem jeweiligen Umsetzer mit normalem Aufwand wirklich gar nichts ging.
Daher bekamen auch kleine Ortsteile wie Finkenbach (OT von Rothenberg, 400 Einwohner) oder Gammelsbach (OT von Beerfelden, 800 Einwohner) einen eigenen Umsetzer mit 10 bzw. 20 Watt. In der jeweiligen Kerngemeinde gab es dann natürlich auch noch einen.

Mit der Umstellung auf DVB-T im Mai 2006 wurden all diese Umsetzer ersatzlos abgeschaltet. Teilweise sind sie komplett zurückgebaut worden, teilweise werden sie heute für Mobilfunk genutzt.

Terrestrischer TV-Empfang ist somit bereits seit 2006 in mehreren Kommunen des hesssichen Odenwaldes nicht mehr möglich, die TV-Versorgung erfolgt dort seither via Astra und mittlerweile teilweise auch via IP.

von MainMan - am 25.08.2017 19:19
Die zahlreichen Umsetzer waren wegen der schwierigen Topographie für einen guten TV-Empfang notwendig. Ich habe seinerzeit an verschiedenen Orten gewohnt. Ohne den örtlichen Umsetzer wäre der Bildschirm dunkel geblieben bzw. man hätte nur verrauschte Bilder gesehen.
Wie schon erwähnt, gibt es in etlichen Orten heute keinen terrestrischen TV-Empfang mehr.

In der Nähe von Alsfeld waren in den 70er Jahren zu empfangen: ARD (Hessen und Bayern), hessen 3, ZDF, Bayern 3, DDR 1, DDR 2. Bei entsprechender Antennenausrichtung wäre auch der WDR möglich gewesen.
Sender: Rimberg, Hoher Meißner, Feldberg (Ts.), Hohes Lohr, Biedenkopf, Hochsauerland, Kreuzberg, Heidelstein, Inselsberg.

von BadestadtFM - am 26.08.2017 07:37
Zitat
Rosenelf
[...], weil es z. B. in Rheinland-Pfalz und NRW sehr viele Umsetzer und Füllsender gab, in Hessen dagegen gab es vor allem im mittleren Nordhessen nur wenige.
Lediglich im westlichen Mittelhessen, Rhein-Main-Gebiet, Nordosthessen (Werra-Meißner-Kreis), Rhön und Odenwald/Bergstraße gab es ein dichteres Netz von Umsetzern. [...]


Die Umsetzerverteilung ist in erster Linie eine Folge des Reliefs Hessens, also der geologischen und geomorphologischen Einheiten des Bundeslandes. Legt einfach eine topographische Karte, z. B. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/88/Hessen_topografisch_Relief_Karte.png, und die Umsetzerkarten http://www.fmtvdx.eu/tvdx/duitsland/hessen/sender_verzeichnis_hr1.jpg & http://www.fmtvdx.eu/tvdx/duitsland/hessen/sender_verzeichnis_hr3.jpg gedanklich übereinander und der Zusammenhang wird weitgehend klar:
- Nordhessische Senke, osthessische Senke, Wetterau, Mainebene = geologisch junge Aufschüttungsgebiete = flachwelliges Relief = überwiegend gute Empfangsbedingungen
- Vogelsberg = Deckenvulkan = ziemlich gleichmäßig abfallendes Relief, frei exponiert zu umliegenden Grundnetzsendern = gute Empfangsbedingungen
- Mittelgebirge = Rumpfoberflächen und Deckgebirgstafeln mit recht tief eingeschnittenen Tälern = viele Abschattungen gegenüber den Grundnetzsendern

Bereichsweise spielt natürlich auch die Nähe und die Höhenposition der Grundnetzsender eine Rolle, so hat der HR-Sender "Biedenkopf" (Sackpfeife) bezüglich Reichweite einen viel besseren Standort als der DBP-Sender Angelburg. Entsprechend brauchte es für "hessen3" im Lahn-Dill-Bergland viel mehr Umsetzer als fürs "Erste deutsche Fernsehen".

von W28 - am 26.08.2017 12:20
Zitat
PowerAM
Wie weit konnte dieser Sender in Thüringen und Sachsen noch genutzt werden?

Vermutlich gar nicht. Thüringer Wald und Meiner alleine schatten breitschlagen effektiv ab. Dann kommt noch die Entfernung dazu.
Da wäre der ebenfalls durch den Thüringer Wald abgeschalteten Kreuzberg noch interessanter gewsen.

von Thomas (Metal) - am 27.08.2017 11:02
Zitat
B.Zwo
Zitat
beta007
Also in 36456 barchfeld ( Westthüringen) Hessen 3 auf Kanal 37 mit Richtantenne und Verstärker
Das dürfte der Sender Rhön gewesen sein. Eigentlich müsste dann auch das Dritte vom BR empfangbar gewesen sein.


ja,auf Kanal 49, glaube es war der Kreuzberg, aber mit massiven Störstreifen.

von beta007 - am 29.08.2017 15:22
Zitat
Rosenelf
In welchen Städten und Dörfern konnte man früher analog lediglich die drei Programme ARD, ZDF und Hessen3 empfangen? (also kein weiteres Drittes wie Südwest, BR, WDR oder MDR bzw. früher DDR TV)

Das war im Spessart der normale Standard :-( . Empfangen wurde der örtliche Füllsender. Grundnetzsender, auch der eigene, gingen nur in Ausnahmefällen so gut daß sich ein entsprechender Aufwand lohnte.
Richtig brachial hat das kaum einer betrieben, die 91er Yagi mit Weiche war selten zu sehen, gestockte Systeme sind mir gar nicht bekannt. Eine Ausnahme stellt vielleicht noch der Sender Rhön dar. Der wurde gerne genommen weil man von dort zwei dritte Programme ohne Zusatzaufwand bekam. Man beachte auch bitte daß es "nur" ein weiteres 3. Programm war. Der Inhalt war vor 30 Jahren gegenüber heute noch deutlich anders.
So gab es dann ARD-Erste, ZDF, zust. Drittes und ggf. noch mehr oder weniger unbrauchbar das Dritte des direkten Nachbarn.

von Thomas (Metal) - am 05.09.2017 05:18
Zitat
BadestadtFM
Bei der Sackpfeife muss man aber auch die sehr niedrige Frequenz (48 MHz) des Kanal 2 berücksichtigen. Der hatte eine sehr große Reichweite.



Der Empfang war in Altena / Westfalen mit Teleskop Antenne möglich, auch Kanal 3 Kreuzberg.

von 88,7 MHz - am 05.09.2017 15:00
Zitat
88,7 MHz
Der Empfang war in Altena / Westfalen mit Teleskop Antenne möglich, auch Kanal 3 Kreuzberg.


Da musst Du aber in einer günstigen Lage gewesen sein, Altena liegt doch ziemlich tief im Lennetal. In Olpe ging in der Innenstadt nur der Stadtumsetzer, Nordhelle nur mit Geisterbildern und mit Zimmerantenne "verschneit" Bad Marienberg, und Angelburg kam nicht mal rein. Nur in höheren Lagen war der SWF einwandfrei zu empfangen, der HR war schon schwierig, der BR ging gar nicht.

von Rosenelf - am 05.09.2017 20:01
E3 vom Kreuzberg im Sauerland: Da wäre zunächst zu fragen ob das stabil war und dann auch in welcher Qualität. Sicher, wenn man vielleicht freie Sicht auf einen Reflexionspunkt ganz oben im Rothaargebirge hatte wäre das sicherlich nicht unmöglich, man hatte schlicht Glück gehabt. Aber als Standard wird das sicher nicht durchgehen.

von Thomas (Metal) - am 05.09.2017 20:13
Ich habe gerade in Breitenbach am Herzberg eine vertikale Band-I-Antenne Richtung Süd (grob geschätzt) gesehen. Bis zum Ochsenkopf wären es ca. 180 km - sportlich.

Wahrscheinlicher: eine lockere Mastschelle und reichlich Wind...? In einigen anderen Orten entlang der B62 sind noch häufig horizontale Band-I-Yagis (2- oder 3-Elemente-) auf den Dächern, dann aber für den früheren E2 Biedenkopf.

von LWie - am 15.09.2017 13:26
Ein wenig off topic, aber nur ein wenig:

Zur Hörfunksituation in Südhessen, man sagt ja der Große Feldberg wäre in ganz Südhessen noch brauchbar zu empfangen. Wirklich in ganz Südhessen? Irgend einen Sinn muss der Hardberg ja haben. Ab wann hat der Feldberg die ersten Einbrüche?
Wie sieht es in Heppenheim, Viernheim, Birkenau aus?
Hirschhorn und Neckarsteinach müßten ja schon ausserhalb des Brauchbaren liegen.

von Rosenelf - am 15.09.2017 18:37
Grobe Faustregel:
Überall wo es flach ist, reicht der Gr. Feldberg in Südhessen zur Versorgung aus.
Ansonsten (Odenwald!) sind Hardberg und Würzberg bzw. Krehberg und Michelstadt absolut notwendig.

In Hirschhorn und Neckarsteinach geht aus Hessen nur der Hardberg perfekt. Selbst der Krehberg und auch Würzberg sind dort gerade noch so in Mono - teilweise gar nicht - zu empfangen.

von Manager. - am 15.09.2017 19:18
Zitat
Thomas (Metal)
E3 vom Kreuzberg im Sauerland: Da wäre zunächst zu fragen ob das stabil war und dann auch in welcher Qualität. Sicher, wenn man vielleicht freie Sicht auf einen Reflexionspunkt ganz oben im Rothaargebirge hatte wäre das sicherlich nicht unmöglich, man hatte schlicht Glück gehabt. Aber als Standard wird das sicher nicht durchgehen.

Eigentlich OT ... oder? In QTH2, also sogar hinter(!) dem Sauerland ging der immer, der war tatsächlich immer da, Schwund gab es da komischerweise weniger als bei UKW bzw. eigentlich gar nicht.:confused: Biedenkopf war zwar besser, aber dennoch konnte mit einer normalen Teleskopantenne der Kreuzberg empfangen werden. Bild war natürlich stark verrauscht, aber hätte ich mir damals eine 3-4 Element Yagi fürs B I gebaut, ich denke das Bild wäre mittelmäßig geworden. Ist aber auch kein Wunder, UKW geht ja heute noch ordentlich und auch damals habe ich B1, 3, 5 über Kreuzberg mit einer 4 Element Yagi recht gut empfangen können, die Einbrüche waren sehr selten. Die Empfangslage war aber auch schon besser, also nicht in den Stadtgassen im EG usw.

von Jens1978 - am 15.09.2017 21:03
In Wuppertal ging E-3 vom Kreuzberg mit einer 6-Element-Kanal-3-Antenne nach Rothammel in der Regel fast rauschfrei. Der Empfang variierte allerdings stark. Schon bei geringem Tropo war es rauschfrei. War hier die einzige Möglichkeit Vormittagsfernsehen von ARD und ZDF zu empfangen, als dies noch nicht bundesweit ausgestrahlt wurde. 6 Elemente waren allerdings auch nötig um Lüttich auszublenden.

von koslowski - am 15.09.2017 21:26
Da ich den Thread erstellt habe stört mich das bisschen OT nicht, aber nochmal zu Birkenau. Da will ich im nächsten Jahr mal hin fahren mit der Bahn. Also wäre dort der 7 km entfernte Hardberg doch der stärkste HR-Sender? Bei FMSCAN zeigt der 84 dB an, der Feldberg 64, der Krehberg (105,0 FFH) 75.

Bei der 105,9 FFH Feldberg könnte ich mir auch vorstellen, dass Königstuhl 106,1 schon mit schlechten Geräten Probleme machen könnte.

von Rosenelf - am 15.09.2017 21:33
Zitat
Rosenelf
Ein wenig off topic, aber nur ein wenig:

Zur Hörfunksituation in Südhessen, man sagt ja der Große Feldberg wäre in ganz Südhessen noch brauchbar zu empfangen. Wirklich in ganz Südhessen? Irgend einen Sinn muss der Hardberg ja haben. Ab wann hat der Feldberg die ersten Einbrüche?
Wie sieht es in Heppenheim, Viernheim, Birkenau aus?
Hirschhorn und Neckarsteinach müßten ja schon ausserhalb des Brauchbaren liegen.


Zur Notwendigkeit und Reichweite von Hardberg und Würzberg gibt es in diesem Forum dutzende Postings, einfach mal die SuFu bemühen.

Kurzversion eines Ortskundigen:
Der Gr. Feldberg ist im Odenwald abgeschattet, verzerrt und mobil (tlw. auch stationär) unbrauchbar. Daher sind die Sender Würzberg für den Odenwaldkreis und den südl. Lkr. Darmstadt-Dieburg sowie Hardberg für den Lkr. Bergstraße unverzichtbar.

Entlang der Landesgrenze zu BaWü gibt es mehrere Kommunen und Ortsteile, in denen der HR für Normalhörer ausschließlich via Hardberg empfangbar ist. Dazu zählen neben Neckarsteinach und Hirschhorn auch Unter-Sensbach, Schönmattenwag, Gammelsbach sowie Gorxheimertal, Trösel, Weiher und Kreidach.
In Birkenau geht der Würzberg stellenweise sauber mit RDS, mobil ist das aber kein Genuss.

von MainMan - am 17.09.2017 14:08
Passt zum Thema: in Nordhessen gab es m.E. auch belgisches Fernsehen (RTBF und BRT) analog über Antenne, zur Versorgung der belgischen Armee. Kann sich jemand noch an die Sendestandorte, Kanäle und Sendeleistungen erinnern? Ein Standort müsste Korbach gewesen sein.

von Klaus Wegener - am 18.09.2017 14:43
Ich beantworte meine Frage mal selbst, habe hier im Forum die Aufstellung der Sendestandorte von RTBF und BRT in NRW und Nordhessen wieder gefunden:

Aus Wittsmoorliste 1993:

Arnsberg...Kanal 44 H und Kanal 55 H...je 20 W...D => 354°
Arolsen...K37 H / K44 H...je 10 W...D => 334°
Bensberg...K 39 H (600 W) / K 51 H (800 W)...D => 285°
Büren...K24 H (30 W) / K52 H (80 W)...D => 263°
Junkersdorf...K41 V (80 W) / K45 V (40 W)...D => 068°
Korbach...K51 H / K60 H...je 3 W...D => 185°
Lüdenscheid...K39 V / K43 V...je 12 W...D => 125°
Neheim-Hüsten...K42 H / K58 H...je 90 W...D => 060°
Nettetal-Hinsbeck...K47 H / K51 H...je 200 W...D => 070°
Rösrath...K35 H / K42 H...je 10 W...D => 255°
Siegen...K53 V / K57 V...je 10 W...D => 045° und 195°
Soest...K39 V / K49 V...je 12 W...D => 355°
Spich...K46 H / K53 H...je 50 W...D => 125° und 340°
Titz...K12 H (32 W) / K39 H (625 W)...D => 020°
Wickede...K47 H / K59 H...je 30 W...D => 018°
Xanten...K24 H (75 W) / K58 H (35 W)...D => 080°

Die beiden Standorte in Nordhessen habe ich fett markiert.

von Klaus Wegener - am 19.09.2017 11:29
Das waren wirklich nur Funzeln für den Kasernenbereich. Die beiden Standorte wurden 1993 geschlossen. Die Kaserne in Korbach hat seither mehrmals den Besitzer gewechselt. Zuletzt hat eine Immobilienfirma das Gelände für 106.000 Euronen gekauft. Unklar, was damit geschehen soll.



von BadestadtFM - am 19.09.2017 14:06
Jetzt nach über 30 Jahren wurde für mich das Rätsel über die Herkunft des Kanal 24 gelöst.Damals wohnte ich ca 30 km entfernt und habe mich über die Gleichkanalstörungen mit der ARD aus Aachen gewundert.Ein Sender für den BRT bzw RTBF auf Kanal 24 war nirgends gelistet.Heute hat sich das Rätsel gelöst.Danke Klaus Wegener!

von Radio10 - am 19.09.2017 15:41
Darf ich nochmal was zum Hardberg vs Großen Feldberg einwerfen, ich habe mich jetzt mal durch so ziemlich alle alten Threads bezüglich des Themas durchgearbeitet.

Da ich noch nie vor Ort war, ab wann überwiegt der Hardberg, Heppenheim, Mörlenbach, Birkenau? Ich denke je südlicher entlang der Bergstrasse um so stärker fällt der Hardberg ein, Würzberg ist ja östlicher im Odenwald.

von Rosenelf - am 19.09.2017 17:48
Zitat
Rosenelf
(...) Hardberg vs Großer Feldberg (...)


Wenn man in Heidelberg hr2 hören möchte, hat man zwei Möglichkeiten: DAB+ vom Hardberg und UKW vom Großen Feldberg. Der DAB+ Empfang ist schlechter, als ich auf Grund der Versorgungskarte angenommen hatte (relativ nah zum Hardberg gelegen, aber Berge dazwischen). Selbst outdoor gibt es Aussetzer. UKW vom Feldberg geht hingegen störungsfrei, von einigen Rauscheinbrüchen abgesehen.

Noch mal kurz zur Thematik der Belgier: weiß jemand, wie die Programme zugeführt wurden? Auf Satellit gab es kein RTBF und kein BRT.

@Radio10: Keine Ursache :-) Ich konnte in den 90er Jahren in der Nähe von Düsseldorf RTBF auf Kanal 45 empfangen und wunderte mich immer, woher der Sender kommt, denn in Belgien gab es kein RTBF auf Kanal 45. Erst Jahre später fand ich heraus, dass das Signal aus Titz, aus Deutschland, kommt.

von Klaus Wegener - am 20.09.2017 07:03
Ich habe eine Frage zum Großen Feldberg, die noch in diesen Thread passen könnte.

Wenn man sich den Großen Feldberg/Taunus so anschaut, so ist er ja eine ziemlich markante Erhebung, die in Richtung Süden wohl ihresgleichen sucht. Was konnte man denn da oben aus dem Süden so alles an TV empfangen? Was waren die entferntesten Standorte, die da oben noch zu bekommen waren? Wobei ich nicht von perfektem Empfang ausgehe. Kam da noch was aus der Schweiz und/oder Österreich?

von delfi - am 20.09.2017 13:03
Zitat
RheinMain701
Fernempfänge da oben dürften schwierig gewesen sein, weil man dort zu sehr vielen Grundnetzsendern Sichtverbindung hat und die nur schlecht ausblenden kann. Zumindest K5 und K7 waren durch Hardberg und Heidelberg "dicht", da dürfte nichts gekommen sein.

E7 aus Heidelberg? Eher nicht, man beachte das Richtdiagramm! Auf E7 war als Platzhirsch wenn dann der Meißner.

von Thomas (Metal) - am 20.09.2017 19:37
Zitat
Klaus Wegener
Noch mal kurz zur Thematik der Belgier: weiß jemand, wie die Programme zugeführt wurden? Auf Satellit gab es kein RTBF und kein BRT.

Das frage ich mich bereits seit rund 25 Jahren. Allerdings muss das eine Sammelverteilung gewesen sein, denn erstens war das RTBF Testbild ohne Stationsangabe und zweitens wurden bei BRT und RTBF immer mittags um ca. 12 Uhr Teletext und auch Soldatensendungen (BRT flämisch, RTBF französisch, Bildinhalt identisch) ausgestrahlt. Ging etwa 1h lang. Meines Wissens nach waren an "meinem" angesteuerten Standort in Wickede, also in der Nähe von Werl, Richtfunkantennen angebracht. Vielleicht war das die Verteilung. Über Satellit wurde es meiner Ansicht nach nicht verteilt.

von Jens1978 - am 20.09.2017 20:15
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch das es per Richtfunk von Belgien kam und den Standorten zugespielt wurde.Bei BFBS was hier am Niederrhein zu empfangen war wurden die Nachrichten von ITN auch per Richtfunk von England zugespielt.Das wird auch in einen Video auf YouTube erklärt.Das stammt meine ich aus dem Jahr 1983/84.

von Radio10 - am 21.09.2017 03:37
Hierbei wäre auch mal die Frage interessant zu klären, ab wann eigentlich Sender für die BRT/RTBF in Deutschland betrieben wurden? Wenn es bereits in den 70ern der Fall war, dann dürfte sich das mit Satellit eh erledigt haben und vermutlich wurde dann das einst installierte Netz zur Programmverteilung nicht mehr geändert. Denn Richtfunk bis nach NRW und Hessen durch Mittelgebirge für ein paar wenige leistungsschwache Sender ist schon sehr aufwendig, auch wenn ich das wie bereits erwähnt auch vermute. Geben alte Wittsmoorlisten solche Informationen her?

von Jens1978 - am 21.09.2017 14:49
Zitat
Jens1978
Geben alte Wittsmoorlisten solche Informationen her?


In meiner Wittsmoorliste vom 01.01.81 sind die auch schon drin.
Die Sender Liste hat Klaus Wegener ja schon aus einem früheren Beitrag hier rein kopiert.

von Manager. - am 21.09.2017 16:48
Zitat
Rosenelf
Im schönen Heppenheim sollte doch auch schon der Hardberg die 1. Wahl vor dem Feldberg sein?
Der nur 8 km weite Krehberg (FFH) auf jeden Fall.

Nicht unbedingt. Einerseits sind noch Höhenzüge des Odenwaldes vorgelagert, während zum Feldberg nichts die Fresnelzone versperrt. Andererseits hat man wohl für E5 am Hardberg nach Westen ausgeblendet. Im gesamten südlichsten Hessen entlang der Bergstraße findet man als Standard eine VHF-III-Yagi für den Feldberg. Krehberg wurde hingegen durchaus genutzt, ist aber auch nicht so stark abgeschattet.

von Thomas (Metal) - am 26.09.2017 06:02
Steht doch schon in diesem Thread.
Südlich von Pfungstadt dominiert im Punkto Feldstärke der Hardberg, daher wird dieser in der Regel auch vom RDS gewählt.

In Heppenheim geht der Gr. Feldberg natürlich auch fast überall sauber, nur nicht in den Stadtteilen Hambach und Kirschhausen. Die liegen beide in Seitentälern wo der Feldberg abgeschattet ist.

von MainMan - am 26.09.2017 15:56
Zitat
MainMan
Steht doch schon in diesem Thread.


Ja, danke Dir, war mir nur nicht sicher ob das nur für mobilen Empfang galt.

In alten Atlanten und Strassenkarten wurden die Sendegebiete für den Verkehrsfunk in Bereiche unterteilt, ich hab gerade keine solche Karte zur Hand, aber Ihr wißt sicher was ich meine. Anders als bei FMSCAN, wo der Radius eingezeichnet ist. Also, im Strassenatlas sah man beim Hardberg, dass dieser nach Osten weiter Richtung Norden strahlte. Würzberg war nicht eingezeichnet, wahrscheinlich weil durch diesen Bereich keine wichtige BAB geht.

von Rosenelf - am 26.09.2017 19:05
Nochmal zur hessischen Bergstrasse ...

Je nach Wohnlage grenzt man hier an Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz. Sah man Südwest 3 in Südhessen eher über Heidelberg-Königstuhl oder Donnersberg?

Und wo beide gingen, welchen Sender bevorzugte man? Denn vom Inhalt waren beide gleich bis auf regionale Schaltungen, die für Hessen aber eher nicht relevant waren.

von Rosenelf - am 22.10.2017 03:49
@Rosenelf:
Entlang der Bergstrasse war der Königstuhl teilweise durch die Bergkämme sehr abgeschirmt. Erst weiter im Tal weg vom Berg konnte man dann wieder den Königstuhl optisch erreichen. An den Berghängen der Bergstrasse ist der Donnersberg RLP praktisch Ortssender (Sichtweite), näher als Feldberg. RLP grenzt nicht an die Bergstrasse-da ist noch der Rhein dazwischen ;)
Ein Fernsehtechnikermeister der Innung hat mir bei der Besichtigung von Astra in Betzdorf erzählt, man hätte RTL K7 in Darmstadt bei günstiger Abschattung von Gleichkanalstörern noch direkt aus LUX empfangen können. Mit welcher Leistung kam RTL dann vom Königstuhl ?

von Frankfurt - am 24.10.2017 06:22
Zitat
Frankfurt
Entlang der Bergstrasse war der Königstuhl teilweise durch die Bergkämme sehr abgeschirmt. Erst weiter im Tal weg vom Berg konnte man dann wieder den Königstuhl optisch erreichen

Exakt. Entlang der hessischen Bergstraße spielte der Königstuhl aus topographischen Gründen kaum eine Rolle. In Heppenheim, Bensheim und den weiteren Städten direkt an der Bergstraße wurde praktisch immer der Donnersberg genutzt. Im Ried sah es teilweise anders aus, da war bei freier Sicht auch Südwest 3 vom Königstuhl gut empfangbar.

Zitat
RheinMain701
Spätestens mit dem Start von RTL vom Königstuhl wurden ALLE Antennen dorthin gedreht

Das ist Unsinn. RTL sendete vom Königstuhl mit 1kW und massiven Einzügen, Südwest 3 hatte 500kW. An der hessischen Bergstraße war RTL vom Königstuhl mit normalem Aufwand noch nicht mal zu erahnen.

Zudem startete RTL vom Königstuhl erst im Mai 1990. Es war einer der letzten Sender, die RTL in den alten Bundesländern in Betrieb nahm. RTL gabs da bereits via Astra und der Satboom ging gerade richtig los. Terrestrische Antennen wurden deshalb jedenfalls kaum mehr gedreht, schon gar nicht an der Bergstraße.

von MainMan - am 24.10.2017 08:27
Es gab an der Bergstraße nicht wenige Füllsender die nur Hessen 3 und ggfs. noch ARD ausstrahlten und erwarteten, dass man sich das ZDF vom Donnersberg holt. Bensheim/Auerbach (von wo heute noch You FM und hr-info kommen) ist da ein prominentes Beispiel, oder auch Seeheim-Jugenheim (ebenfalls ein hr-info-Füllsender).

von RheinMain701 - am 24.10.2017 13:05
Ohne jetzt die Gegebenheiten 100% zu kennen, ist dies das typische Fluss-Tal-Berg Prinzip.
Das Gebiet lässt sich leichter von der gegenüberliegende Seite versorgen als von der eigen Seite, da diese im Funkschatten liegt.

Hinzu kommt, dass der Krehberg mit damals 122m auch nicht gerade hoch war.

Generell müsste auch an vielen problematischen Orten in Sachen Krehberg an der Bergstraße auch der Empfang des Königsstuhls nicht einfach gewesen sein.

von Göttelborn - am 24.10.2017 17:47
Zitat
Göttelborn

Hinzu kommt, dass der Krehberg mit damals 122m auch nicht gerade hoch war.


Also kann man sagen, dass der Krehberg eher Richtung Mörlenbach und Birkenau die Hauptrolle spielte? Natürlich je nach Höhenlage, ich kenne das weil ich früher im Sauerland wohnte, da war manchmal ein paar Meter höher eine völlig andere Empfangssituation, sogar in der der gleichen Strasse gab es Unterschiede. Kam aber vielleicht auch auf die jeweilige Antennenanlage an.

von Rosenelf - am 24.10.2017 22:14
Also im UHF Bereich, was natürlich nochmal verstärkt auf das Dritte Programm zutrifft, da in der Regel höhere Kanäle genutzt wurden und die Unterstützung aus den Nachbarbundesländern fehlte, breiten sich die Funkwellen fast wie Licht aus.
Es ist teilweise schon entscheidend auf welcher Seite des Tals auf dem Berg ich einen Sender platziere, je nachdem wie ich in andere Täler reinstrahle.
Wir hatten hier im Saarland 1977 eine Umverlagerung des UHF GNS vom Winterberg auf den Schoksberg. Natürlich war damals des Füllsendernetz noch im Aufbau.
Aber es wurden etliche Füllsender obsolet, aber auch viele neue mussten errichtet werden und dies obwohl der neue Mast von der Höhe fast doppelt so hoch war (knapp 300m statt 150m) und auch auch der Fußpunkt um knapp 80m anwuchs.
Es kommt einfach darauf an, wie die Sender in die Täler eindringen und da bringt eine Verdoppelung oder gar Verfünffachung der Senderleistung oder 100 m mehr Antennenhöhe nur bedingt etwas. Aus diesem Grund profitiert gerade DVB-T enorm vom SFN.

Analog hatten wir bei der UHF Kette einen GNS mit 500 kW und 95 Füllsender (davon der Füllsender Tholey auf dem Schaumberg mit 1kW, der Rest darunter).
Bei DVB-T kämen wir neben dem Flächensender Göttelborn, den Verdichtungssendern in Kerlingen, SB-Halberg und Spiesen mit den Standorten Mettlach (2-Yagi Diagramm nach Osten) mit ca 15 kW und Moseltal + Bliestal 1-Yagi Diagramm flußabwärts mit ca 1-2kW aus.

Um abschließend nochmal auf den Sender Krehberg zurückzukommen. Aus meiner Einschätzung aus der Ferne war die Hauptfunktion des Senders die Anbindung von Füllsendern im Odenwald bei den beiden UHF-Ketten.

von Göttelborn - am 24.10.2017 23:03
Zitat
exseler
Fluss-Tal-Berg Prinzip ...

Ja, genau, uns hat der Krehberg damals in der Südpfalz auf der 43 sehr gut mit dem hessischen Dritten versorgt. Das war als "viertes Programm" sehr willkommen.

Interessant! Im Landkreis Karlsruhe (Linkenheim), war der Franzose aus Nordheim meist stärker. Das Ergebnis war ein einziger Matsch (SECAM) , so das kein Programm so richtig empfangbar war, ab und zu war dann zum französischen Bild der deutsche Ton zu hören (nicht stabil) :joke:

EDIT: Bevor Fragen aufkommen, das war mit einem reinen PAL-Empfänger, der das SECAM-Signal nicht synchronisieren konnte. Mit einem Multinormgerät war der Franzose zwar empfangbar aber stark gestört.

von Rosti 2.0 - am 25.10.2017 18:32
Zitat
Göttelborn
Aus meiner Einschätzung aus der Ferne war die Hauptfunktion des Senders die Anbindung von Füllsendern im Odenwald bei den beiden UHF-Ketten.


Naja, so ganz stimmt es nicht. Die zahlreichen Umsetzer im hessischen Odenwald erhielten ihr Signal in der Regel vom Krehberg, aber die meisten Zuschauer versorgte dieser in der Rheinebene. Im Raum Viernheim / Lampertheim / Lorsch war der Krehberg für Hessen 3 die erste Wahl. Dort wurde der K 43 auch ins DBP-Kabelnetz eingespeist.
Gleiches galt auch für das nördliche BW und die Pfalz. In Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg kam Hessen 3 ebenfalls via Krehberg ins DBP-Kabelnetz.

von MainMan - am 25.10.2017 19:35
Dann war der Krehberg in Heppenheim doch sicherlich auch die erste Wahl für Hessen 3, der ist ja da gerade mal 8 km entfernt, ebenso weiter südlich an den Ausläufern des Odenwaldes.

Ich war noch nicht in der Gegend, kenne nur die Bahnstrecke nach Mannheim vom durchfahren, aber im Moment befasse ich mich mit der Gegend, weil mich TV gerade zu Analog-Zeiten schon immer interessiert hat. In Olpe hatten wir in der Stadtmitte nur die drei Programme vom örtlichen Umsetzer, Nordhelle ging durch die abgeschattete Lage nur mit starken Geisterbildern, Bad Marienberg ging verrauscht. Südwest 3 holte ich mir mit der Zimmerantenne als 11-jähriger rein und war ganz stolz wenigstens ein weiteres Programm zu haben, bei dem Schwarzweißgerät damals war der Empfang ok, allerdings nur mit einem Stapel Kissen vor dem Fenster und der sich darauf befindlichen Antenne :D

In den höher gelegenen Stadtteilen war Südwest 3 kein Problem, einige empfingen auch noch Hessen 3 von Angelburg, aber das war schon schwieriger wegen der topographischen Lage.

Nochmal zum Krehberg, von der Bauweise finde ich den Sender hoch interessant, der alte Sender auf dem Hohen Lohr hatte auch eine solche Stahlgitterkonstruktion, ebenso wie der ehemalige Sender Monschau in Lammersdorf. Aber der Krehberg ist optisch irgendwie einzigartig, obwohl er ein Typenturm wie viele andere ist.Vielleicht empfinde ich das auch nur so, keine Ahnung. Jedenfalls werde ich irgendwann mal versuchen irgendwie dort hin zu kommen, mit Bus und Bahn sicher nicht ganz einfach, aber man kann ja bei gutem Wetter auch mal ein paar km laufen ;)

von Rosenelf - am 25.10.2017 21:46
In der Pfalz, Mannheim oder Ludwigshafen ist klar, dass der Krehberg funktioniert. Erst recht bei der Kabel einspeisung.

Aber auch Entlang der Rheinebene an der Bergstraße gab es viele Füllsender nur für Hessen 3. Auch ein Indiz, dass der Donnersberg dort ging, der Krehberg aber abgeschattet war. Wenn ich aus diesem Funkschatten draußen bin, ist der Empfang natürlich vorhanden.

und im Odenwald, das war ja die Frage, diente er hauptsächlich zur Ansteuerung der Füllsender, bis auf der Region um Fürth.

von Göttelborn - am 26.10.2017 17:14
Zitat
grmbl
Wie weit haben eigentlich die DDR-Programme noch nach Hessen eingestrahlt? Und wie weit die Franzosen?

In Osthessen, günstigen Lagen Nordhessens und auch in Mittelhessen war DDR-Empfang kein großes Problem, in Südhessen war es schon ein absoluter Glücksfall, weil dort der Vogelsberg im Weg steht. Meistens versuchte man, den Bleßberg anzupeilen, weil der Kanal 12 in Westdeutschland weitestgehend frei war abgesehen von einigen kleineren Füllsendern. Es brauchte aber schon einen sehr hohen Antennenaufwand. Das letzte Kabelnetz, in dem es die DDR-Programme gab, war das Kabelnetz Gelnhausen, danach (Hanau, Frankfurt) gab es keine DDR-Programme mehr (auch kein DDR-Radio).

Frankreich konnte in Hessen überhaupt nicht empfangen werden, da die Kanäle des französischen Fernsehens allesamt durch Ortssender belegt waren.

von RheinMain701 - am 26.10.2017 17:23
Zitat
Göttelborn
und im Odenwald, das war ja die Frage, diente er hauptsächlich zur Ansteuerung der Füllsender, bis auf der Region um Fürth.


Fürth/Mörlenbach/Lindenfels befinden sich ja unmittelbar um den Krehberg, da wird man sicher auch direkten Empfang vom Krehberg gehabt haben.

von Rosenelf - am 26.10.2017 19:27
Zitat
Göttelborn
Eben aber im Odenwald nicht weiter.


Nicht nur die Kommunen rund um den Krehberg und in der Rheinebene empfingen diesen direkt.

Abtsteinach, Beerfelden, Gras-Ellenbach / Tromm uvm. hatten Füller für Das Erste; ZDF und Hessen 3 empfing man direkt vom Krehberg.

Umgekehrt wurden nicht überall Umsetzer errichtet, wo diese technisch notwendig gewesen wären.
Im Finkenbachtal bei Rothenberg empfing man ZDF und Hessen 3 bis 1985 ausschließlich direkt vom Krehberg, teilweise mit gigantischem Aufwand.
Erst im Spätsommer 1985 erhielt das Tal einen eigenen TVU. Andere dünn besiedelte Seitentäler hatten dieses Glück nie, da ging dann nur die ARD vom Hardberg sauber.

Der Odenwald hat eine sehr spezielle Topographie, Ferndiagnosen sind da wenig zielführend.

von MainMan - am 27.10.2017 21:00
Zitat
MainMan
Umgekehrt wurden nicht überall Umsetzer errichtet, wo diese technisch notwendig gewesen wären.
Im Finkenbachtal bei Rothenberg empfing man ZDF und Hessen 3 bis 1985 ausschließlich direkt vom Krehberg, teilweise mit gigantischem Aufwand.


Laut einer alten Senderliste vom ZDF war Heidelberg der Bezugssender für den Umsetzer in Finkenbach. Hessen 3 muss man dann ja vom Krehberg genommen haben.

von Rosenelf - am 27.10.2017 22:26
In Finkenbach gab es zuletzt alle drei Programme. Dass ZDF und Drittes unterschiedliche Bezugssender haben, obwohl einer ausgereicht hätte, soll wohl gelegentlich vorgekommen sein, der genaue Grund dafür ist mir nicht bekannt (Heidelberg dort leichter zu empfangen als Krehberg?)

von RheinMain701 - am 27.10.2017 23:01
Wenn ich die Meldungen hier lese bin ich erstaunt das sich noch so viele für die gute alte Analogtechnik interessieren.Da konnte man mit erhöhtem Aufwand noch was rausholen,wie zB ein zusätzliches Drittes.Hessen 3 war hier im Westen von NRW über den Sender Angelburg bei angehobenen Bedingungen zu sehen.Sehr schön fand ich immer die Uhr die im Testbild eingeblendet war.HR 1(ARD) ging dann über Kanal 8 vom Feldberg.Der Charme des analogen Fernsehens bleibt erhalten,aber das verstehen nur die,die mit dieser Technik beruflich oder als Hobby grossgeworden sind.

von Radio10 - am 28.10.2017 05:31
Zitat
RheinMain701
Zitat
grmbl
Wie weit haben eigentlich die DDR-Programme noch nach Hessen eingestrahlt? Und wie weit die Franzosen?

In Osthessen, günstigen Lagen Nordhessens und auch in Mittelhessen war DDR-Empfang kein großes Problem, in Südhessen war es schon ein absoluter Glücksfall, weil dort der Vogelsberg im Weg steht. Meistens versuchte man, den Bleßberg anzupeilen, weil der Kanal 12 in Westdeutschland weitestgehend frei war abgesehen von einigen kleineren Füllsendern. Es brauchte aber schon einen sehr hohen Antennenaufwand. Das letzte Kabelnetz, in dem es die DDR-Programme gab, war das Kabelnetz Gelnhausen, danach (Hanau, Frankfurt) gab es keine DDR-Programme mehr (auch kein DDR-Radio).

Frankreich konnte in Hessen überhaupt nicht empfangen werden, da die Kanäle des französischen Fernsehens allesamt durch Ortssender belegt waren.


Wie sah es mit den Kanälen 62 (TF1) aus Nordheim aus ? Der war doch in Deutschland unbenutzt und hätte an der Bergstrasse doch noch gut gehen müssen :confused:

von Frankfurt - am 28.10.2017 08:32
Zitat
Göttelborn
Um abschließend nochmal auf den Sender Krehberg zurückzukommen. Aus meiner Einschätzung aus der Ferne war die Hauptfunktion des Senders die Anbindung von Füllsendern im Odenwald bei den beiden UHF-Ketten.

Sogar in Unterfranken wurde dieser Sender genutzt: Soden und Eschau hatten für das ZDF den Krehberg als Bezugssender.
Für den Grundnetzsender Spessart , man beachte die Ähnlichkeiten beider Türme (!), kkönnte man übrigens ähnliches schreiben. Direktempfang war mit großer Sicherheit in der Masse auf der hessischen Seite des Rhein-Main-Gebietes zu finden. Etwas Main-Spessart versorgte er oberhalb der Täler auf der Hochfläche natürlich auch noch. Allerdings wurde da vor allem der Grundnetzsender Würzburg bevorzugt. Am bayerischen Untermain waren dann selbst die Füllsender interessant angebunden, Stichwort Kaskaden und eben häufige ZDF-Fremdzuführungen von Gr. Feldberg und eben Krehberg.

von Thomas (Metal) - am 28.10.2017 14:10
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