Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
56
Erster Beitrag:
vor 3 Monaten, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 3 Monaten, 1 Woche
Beteiligte Autoren:
Seltener Besucher, Zwölf, RudiP, Patty-Teddy, Manfred Z, Cha, DH0GHU, Chris_BLN, rolling_stone, iro, ... und 18 weitere

[ARD] APR (Privatfunklobby) will ARD-Hörfunk kastrieren

Startbeitrag von Manfred Z am 01.09.2017 16:03

Die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR), die insbesondere den Lokalfunk vertritt, hat sich zur Debatte um die Zukunft der ARD geäußert. Dazu die Pressemitteilung anlässlich der IFA:

>> Zukünftig vier Radioprogramme je ARD-Landesrundfunkanstalt

1. September 2017

Vier Radioprogramme soll der Auftrag der ARD-Landesrundfunkanstalten zukünftig jeweils umfassen, musikorientierte Webchannel gehören nicht zum Anstaltsauftrag. Das ist ein Vorschlag der APR zur laufenden Debatte um die zukünftige Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Neben dem Ziel der Beitragsstabilität müssen die Bundesländer das Gleichgewicht beider Teile des dualen Rundfunks auszutarieren, so die Interessenvertretung vorwiegend lokaler und regionaler elektronischer Medien.

Wir stellen nicht die Existenzberechtigung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frage“, äußert der APR-Vorsitzende Felix Kovac. Mit vier Hörfunkprogrammen sei jede Anstalt in der Lage, alle Segmente der Gesellschaft zu erreichen. Der besondere Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks besteht aus Sicht der APR darin, etwa im Bereich von Information oder Kultur für die gesamte Gesellschaft wichtige Fragen in zielgruppengerechten Radioprogrammen unterzubringen. Das ist die Stärke des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, das ist der Grund für die Beitragsfinanzierung“, so Kovac.

Kommerzielle Aktivitäten, Gewinnspiele oder die Veranstaltung von Events seien nicht vom demokratiebezogenen besonderen Anstaltsauftrag und dessen Finanzgewährleistungsanspruch“ umfasst. In diesem Zusammenhang müsse sichergestellt werden, dass Rundfunkwerbung tatsächlich für die Finanzierung der publizistischen Programme verwendet werde.

Auch formale inhaltliche Anforderungen an die Programme der Rundfunkanstalten sind aus Sicht der APR notwendig. Dem besonderen Auftrag der Rundfunkanstalten entspräche es, bei ihnen Wortanteile vorzusehen, die über denen der privaten Anbieter liegen“, so Kovac. Lokale und regionale Programminhalte seien die Domaine der privaten Anbieter. Die APR wendet sich zudem dagegen, dass die Rundfunkanstalten Content kostenfrei an Online-Plattformen abgeben, die ihn wie eigene Angebote gegen Abo-Entgelte verkaufen.

Die Forderung nach einer Reduzierung der Radiowerbung bei der ARD hat die APR im vorliegenden Zusammenhang nicht wiederholt. Wir sehen das politische Ziel der Beitragsstabilität, behalten uns aber vor, diesen für uns wichtigen Punkt später noch einmal aufzugreifen“, so Kovac abschließend.

Die 50 interessantesten Antworten:

Da kann ich sogar weitgehend zustimmen, bis auf " Lokale und regionale Programminhalte seien die Domaine der privaten Anbieter." Denn so etwa skommt dort auch kaum bis gar nicht mehr vor - und wenn, dann in einem Umfeld, das man als halbwegs anständiger Menschn nicht ertragen kann.

Wenn man die öffentlich-rechtlichen Dudel-Kopien weglässt, hat man heute doch schon je nach Anstalt nur maximal 2 bis 3 Programme, die öffentlich-rechtliche Kritierien erfüllen - und das teils schon nicht wirklich befriedigend. Es möge also niemand mit Geschrei kommen angesichts der Forderung nach 4 Programmen.

von Chris_BLN - am 01.09.2017 19:34
Mir gefällt der Grundtenor nicht. Überhaupt nicht. Das ist noch stark untertrieben...
Dennoch kann ich mit dem von Chris_BLN geschriebenen durchaus anfreunden. Ich wäre da wiedermal beim hr. Gerne so wie er 1989 war, damals mit vier Hörfunkprogrammen.

von Thomas (Metal) - am 01.09.2017 20:01
Zitat
Manfred Z
Lokale und regionale Programminhalte seien die Domaine der privaten Anbieter.

Das hat das Bundesverfassungsgericht schon 1987 im sogenannten "5. Rundfunk-Urteil" anders gesehen. Damals sollte SWR4 gesetzlich verboten werden, weil nach dem Willen der baden-württembergischen Landesregierung Lokalprogramme ausschließlich von privaten Rundfunksendern gesendet werden durften. Das Gericht kippte das Verbot mit einer sehr eindeutigen Begründung.

von RheinMain701 - am 01.09.2017 20:04
Die meisten öffentlich-rechtlichen Programme sind doch gar keine wirkliche Konkurrenz für Privatsender.
Nehmen wir mal den BR:

Bayern 1 - keine private Konkurrenz mit dieser Musikfarbe, ähnlichem Wortanteil und regionalen Infos
Bayern 2 - keine private Konkurrenz
Bayern 3 - keine private Konkurrenz mit dieser Musikfarbe mit ähnlich hohem Wortanteil
BR-Klassik - keine private Konkurrenz
B5 aktuell - keine private Konkurrenz
Puls - keine private Konkurrenz mit ähnlich hohem Wortanteil
Bayern plus - private Konkurrenz vorhanden (terrestrischer Verbreitungsgrad der Privaten aber schlechter)
BR Heimat - keine private Konkurrenz
B5 plus - Billigprogramm ohne private Konkurrenz
BR Verkehr - Billigprogramm ohne private Konkurrenz

Ich weiß nicht, weshalb ich die Reduzierung auf 4 Programme gut heißen sollte.

von Zwölf - am 01.09.2017 20:06
Zitat

Kommerzielle Aktivitäten, Gewinnspiele oder die Veranstaltung von Events seien nicht vom demokratiebezogenen besonderen Anstaltsauftrag und dessen Finanzgewährleistungsanspruch“ umfasst. In diesem Zusammenhang müsse sichergestellt werden, dass Rundfunkwerbung tatsächlich für die Finanzierung der publizistischen Programme verwendet werde.


Keine Gebühren für ÖR-Dudelfunk wie SWR3, NDR2, 1LIVE, hr3, usw... Gerne.:spos:

Beim Rest tue ich mir besonders bei der Lokal-Schiene etwas schwer. Besonders weil auch in jedem Bundesland die Situation unterschiedlich ist. Da kann man nicht mit der Allgemein-Keule durchgehen.

Ich bin aber auch kein Fan von diesem 5.Rundfunk Urteil, da es dem heutigen SWR zu viel Macht zusprach. Letzlich auch ein Steigbügelhalter in die Situation der übermächtigen ÖR Medien, welche wir heute haben.

von w_weinmann - am 01.09.2017 20:20
Zitat
Thomas (Metal)
Mir gefällt der Grundtenor nicht. Überhaupt nicht.

Der gefällt mir natürlich auch gar nicht. Zumal ja jedem klar sein sollte, dass die Privatfunker nicht die Hüter der Rundfunkkultur sind, auch wenn sie sich so aufzuführen versuchen, sondern letztlich nur freie Bahn haben wollen, ihre Werbeplattformen, die sie "Radio" nennen, in noch mehr Hirne zu pusten, als sie es derzeit schon tun.

Zitat
Zwölf
Die meisten öffentlich-rechtlichen Programme sind doch gar keine wirkliche Konkurrenz für Privatsender.
Nehmen wir mal den BR:
...
Ich weiß nicht, weshalb ich die Reduzierung auf 4 Programme gut heißen sollte.


Gerade der BR ist da ein Ausnahmefall. Wobei ich weder dem öden bis auf die Knochen abgespecktem Bayern 1 was abgewinnen kann noch Bayern 3. Auf der "Positivliste" stünden bei mir Bayern 2, BR Klassik, B5, BR Heimat und PULS. PULS wird diesen Status wohl verlieren, wenns erstmal auf UKW kommt. Bayern+ ist für mich ein Kandidat von "bitte zurückintegrieren in reguläre Programme". Es sind aber dennoch viele Programme beim BR erkennbar wertvoll.

Nehmen wir aber mal den MDR. Außer MDR Aktuell und MDR Kultur fällt mir da nichts ein, was noch erkennbaren Restwert hätte. Oder den hr: das gleiche, nur mit hr2 und hr Info. Oder den NDR: nur NDR Info und gnädigstenfalls noch bissl NDR Kultur. Wenns stattdessen je 4 hochwertige Programme bei diesen Anstalten gäbe - hurra!

von Chris_BLN - am 01.09.2017 20:28
„Der Vorschlag, vier Hörfunkprogramme je Anstalt zu beauftragen, ist also für ein derartiges typisch öffentlich-rechtliches Konzept ausreichend, wohingegen die Aufwendungen für zusätzliche und mit Blick auf die Segmentierung in die falsche Richtung zielender Programme eingespart werden können.“

Heute kann man in NRW auf UKW folgende Programme empfangen:
1. WDR 1LIVE
2. WDR 2
3. WDR 3
4. WDR 4
5. WDR 5
6. WDR Cosmo
7. Dlf
8. Dlf Kultur

Setzt man diesen Vorschlag um, würde es in Zukunft so aussehen:
1. WDR 1LIVE
2. WDR 2
3. WDR 3
4. WDR 4
5. Dlf
6. Dlf Kultur
7. Dlf Nova
8. Dlf Neues Programm

Wer hat dann etwas gewonnen?

https://www.privatfunk.de/thm/TextThemen170901.html

In DAB+ ist überhaupt kein Gleichgewicht gegeben, den die öffentlich-rechtlichen haben zu wenig Programme und Frequenzen! Schließlich muss man die Frequenzen mitrechnen, die die Privaten nicht nutzen, weil sie den Einstieg ins Digitalradio verweigern.

von Seltener Besucher - am 01.09.2017 20:29
Zitat
zwölf
Die meisten öffentlich-rechtlichen Programme sind doch gar keine wirkliche Konkurrenz für Privatsender.

JEDES Programm mit Hörern, ob nun mit oder ohne Werbung, ist Konkurrenz. Egal, welche Musikfarbe. Gäbe es diese Programme nicht, muss man DEIN Programm einschalten - oder abschalten.

von iro - am 01.09.2017 20:31
eine "Kastrierung" des ARD Hörfunks wäre falsch, eine Reduzierung in bestimmten Bereichen aber absolut sinnvoll...
Warum es teilweise ÖR Dudler gibt, wie MDR Jump, die sich praktisch überhaupt nicht mehr vom Privatfunk unterscheiden... erschließt sich mir nicht.

von Terranus - am 01.09.2017 20:32
„Lokale und regionale Inhalte sind eine Domäne der privaten Veranstalter. Vor allem online ist indes zu beobachten, dass die Anstalten dazu übergehen, von der landesweiten Berichterstattung abzurücken und sehr stark zu regionalisieren. Der dafür notwendige Auftrag ist nicht gerechtfertigt, denn die privaten Medien erledigen hier zuverlässig publizistische Aufgaben, was bei den Inhaltsanalysen, die die Landesmedienanstalten durchführen, regelmäßig bestätigt wird.“

https://www.privatfunk.de/thm/TextThemen170901.html

Ach, da ist wohl jemand schwerhörig. Wenn das Publizistik ist, was die Privaten auf den Sender schicken. Schließlich wollten die Verleger in den 1980er Jahren unbedingt beim Hörfunk mitmachen. Was dabei herausgekommen ist, können wir ausreichend auf UKW vernehmen. Einem guten Privatsender stehen 20 entgegen, die inhaltlich weniger anzubieten haben als eine Musikbox.

von Seltener Besucher - am 01.09.2017 20:38
Naja, publizistische Verantwortung bei Regionalnachrichten :D

Wenn ich die Regionalnachrichten bei der Regentonne mit SWR4 Mannheim verglichen habe (und das war 2003, als ich mal selbst in der Dudenstraße hinter die Kulissen blicken durfte), fühlte ich mich bei SWR 4 deutlich besser über das Geschehen in der Region informiert. Andere "regionale Inhalte" erinnern mich aus heutiger Sicht eher an Produktplacement (Besuch bei der Welde-Brauerei in Plankstadt)...
Im Gegenteil, die Regionalisierug ist gar nicht so verkehrt. Da hat dann eine "Landesrundfunkanstalt" schon eher ihre Berechtigung.

von rolling_stone - am 01.09.2017 20:46
"Lokale und regionale Inhalte sind eine Domäne der privaten Veranstalter."
Wenn mir der lokal/regionale private Veranstalter, ich denke jetzt grad mal an das ganz konkrete Beispiel Radio Nordseewelle (die m.E. einen durchaus informativen Service abliefern), eigentlich nur die Artikel/Schlagzeilen der örtlichen Regionalzeitung (hier: Ostfriesen-Zeitung) vorliest - evtl. schon bevor es dann morgen in der Zeitung steht, dann fehlt mir da ein wenig die publizistische Vielfalt, sofern es keine ö.-r. Konkurrenz gibt, die sich auch in die Niederungen des Lokalen herablässt. Obiges Beispiel wird dann aber auch durch einen NKL flankiert, der z.T. andere Themen aufarbeitet. Der NDR ist in diesem Fall keine Konkurrenz mit seinen lokalen 3min. Häppchen. Mir wäre es lieber, wenn er es wäre und weniger als Musicbox daherkommen würde.

von iro - am 01.09.2017 20:53
Zitat
iro
Zitat
zwölf
Die meisten öffentlich-rechtlichen Programme sind doch gar keine wirkliche Konkurrenz für Privatsender.

JEDES Programm mit Hörern, ob nun mit oder ohne Werbung, ist Konkurrenz. Egal, welche Musikfarbe. Gäbe es diese Programme nicht, muss man DEIN Programm einschalten - oder abschalten.

In Zeiten von CD, MP3 und Internet dürfte "abschalten" doch wohl der größere Schrecken sein. Wer zumindest den Konkurrenzprogrammen treu bleibt schaltet eher mal zum eigenen Programm, als jemand der sich mit Internetstreams, MP3 und CD angefreundet hat.

von Zwölf - am 01.09.2017 20:56
Überlegt doch mal, woher der Wind weht. Warum gibt es diese Diskussion jetzt? Liegt es nicht daran, dass die Privatfunker mit den öffentlich-rechtlichen in DAB+ in einem regionalem Multiplex zusammengelegt würden? Die ARD-Anstalten wollen dann den Vollausbau, die Privaten nur eine Grossstadtversorung mit Einstrahlung in die Flächenkreise? In Bayern ist BR der Betreiber des Netzes. Die Privaten müssen also an die Konkurrenz zahlen. Das wollen sie bestimmt nicht, denn das wollten sie noch nie. In Bayern regelt es die BLM, in anderen Bundesländern wäre es anders.

Zitat
Terranus
eine "Kastrierung" des ARD Hörfunks wäre falsch, eine Reduzierung in bestimmten Bereichen aber absolut sinnvoll...
Warum es teilweise ÖR Dudler gibt, wie MDR Jump, die sich praktisch überhaupt nicht mehr vom Privatfunk unterscheiden... erschließt sich mir nicht.


Ich frage mich eigentlich, warum der Privatfunk die Öffentlich-Rechtlichen immer qualitätsmäßig unterbieten muss? Wenn die Privaten eine bessere Qualität anbieten würden, müssten die Öffentlich-Rechtlichen auf jeden Fall auch ihre Hitdudler verbessern. In anderen Ländern liefert der Privatfunk auch erfolgreiche Wortwellen, in Deutschland geht das angeblich nicht. Der Privatfunk wird doch nicht besser, wenn der ARD-Hörfunk seine Programme kastriert.

Zitat
iro
"Lokale und regionale Inhalte sind eine Domäne der privaten Veranstalter."
Wenn mir der lokal/regionale private Veranstalter, ich denke jetzt grad mal an das ganz konkrete Beispiel Radio Nordseewelle (die m.E. einen durchaus informativen Service abliefern), eigentlich nur die Artikel/Schlagzeilen der örtlichen Regionalzeitung (hier: Ostfriesen-Zeitung) vorliest - evtl. schon bevor es dann morgen in der Zeitung steht, dann fehlt mir da ein wenig die publizistische Vielfalt, sofern es keine ö.-r. Konkurrenz gibt, die sich auch in die Niederungen des Lokalen herablässt.


Die lokalen Meinungsmonopole müssen weg. Dann wird es eine Konkurrenz zwischen den Verlegern und dem Hörfunk geben. Allerdings ist es ein Wunschdenken.

Wer ist denn APR?

Mitglieder:
Verband Bayerischer Lokalrundfunk (VBL) e.V.
Verband der Betriebsgesellschaften in Nordrhein-Westfalen e.V.
Verband Lokaler Rundfunk in Nordrhein-Westfalen e.V.
Verband Privater Rundfunkanbieter Baden-Württemberg e.V.
Vereinigung Bayerischer Rundfunkanbieter e.V.
Vereinigung Sächsischer Rundfunkanbieter

DAB+: Der Stand der Dinge

Zitat

Doch dass gerade aus Nordrhein-Westfalen laute Gegenstimmen zu hören sind, ist kein Zufall. Hier gibt es mehr als 40 Lokalradios, die mehrheitlich den großen Zeitungsverlagen gehören. Und viele der kleinen Stationen befürchten, dass sie die Umstellung und insbesondere ein langer Parallelbetrieb überfordern würden.

Zorger: "Aber es gibt zurzeit Gespräche mit den Landesmedienanstalten und den Anbietern – auch innerhalb der KEF. Wir müssen gucken, dass wir die Privaten begleiten auf dem Weg zu DAB+, damit diese Doppelkosten nicht zu stark ins Kontor hauen."

http://www.deutschlandfunk.de/dab-der-stand-der-dinge.2907.de.html?dram:article_id=394653

von Seltener Besucher - am 01.09.2017 21:24
Eigentlich geht es doch darum:
Was Netflix und Amazon Prime Video für die privaten TV Sender wie RTL & Pro7,
ist Spotify, Deezer, Amazon Music & Co, fürs private Radio:
Gerade die junge, werberelevante Zielgruppe nutzt zunehmend diese neuen Angebote.
Was also tun, um den eigenen, absehbaren Tot hinauszuzögern?

von vossi68 - am 01.09.2017 21:53
Wenn ich an mein Schlagerprogramm denke höre ich zu einem großen Teil das dort war früher der Öffentlich Rechtliche Rundfunk brachte und dem man sich dort bis auf wenige Ausnahmen standhaft verweigert. Wenn man will kann auch Privater Rundfunk gut sein.

von pomnitz26 - am 02.09.2017 03:02
Zitat
Zwölf
Nehmen wir mal den BR


Sorry der BR hebt sich doch auch ein wenig von die andern ÖR ab oder meist ned a?. In andern Bundesländern sieht es schon anders (trostloser) aus

Zitat
Zwölf

Bayern 1 - keine private Konkurrenz mit dieser Musikfarbe, ähnlichem Wortanteil und regionalen Infos
Bayern 2 - keine private Konkurrenz
Bayern 3 - keine private Konkurrenz mit dieser Musikfarbe mit ähnlich hohem Wortanteil
BR-Klassik - keine private Konkurrenz
B5 aktuell - keine private Konkurrenz
Puls - keine private Konkurrenz mit ähnlich hohem Wortanteil
Bayern plus - private Konkurrenz vorhanden (terrestrischer Verbreitungsgrad der Privaten aber schlechter)
BR Heimat - keine private Konkurrenz
B5 plus - Billigprogramm ohne private Konkurrenz
BR Verkehr - Billigprogramm ohne private Konkurrenz

Ich weiß nicht, weshalb ich die Reduzierung auf 4 Programme gut heißen sollte.


hm man spielt die gleiche Musikfarbe, hat aber andere Beiträge oder höhren Wortanteil und deswegen ist man keine Konkurrenz :gruebel:. Also ich weiß ja ned, mag ja sein das es so ist, als Konkurrenz sieht man sich trotzdem, sonst würde man sich nicht gegenzeitig belauschen was der jeweile gerrade macht. ;) Ob B3 noch so viel höhren Wortanteil hat gegenüber der Antenne?, ich weiß ja ned und das B1 keine private Konkurrenz mit dieser Musikfarbe haben soll? hmmm, was ist mit extra und Kultradio? Da gibt schon überscheidungen und ist auch gut so. So hat man auch
alternativen, ich muß nicht zwingend B1 hören wenn ich Oldies haben möchte. Das heißt aber nicht das ich dafür bin von der APR. Es wäre allerdings schon gut wenn der ÖR mehr das abbilden würde was die Privaten nicht abbilden statt mit seine Dudelnwellen den Privaten nach zu äffen und den quoten hinterher zu eifern. Beispiel MDR, Jump und Sputnik, wo ist da der große unterscheid, reicht da nicht nur Jump das die Privaten nach läuft?. Aus Sputnik könnte man doch eine andere Musikfarbe machen, die eben nicht die Privaten so abbieden. Ist doch schad, da fährt der MDR zwei Sender moderiert (Jump, Sputnik) die sich selbst schon kaum unterscheiden und bei seiner Schlagerwelle reicht dann nur noch für die Festplatten. Das selbe beim NDR. Braucht es NDR 2 und n-joy, NDR 1. Wird nicht immer beklagt das bei NDR 1 und NDR 2 bezügl. Musikfarbe nicht mehr viel unterschied sei?. Könnte man nich da NDR 2 zum Meinstremjungenprogramm ala N-Joy machen und dafür mehr in seine Schalgerwelle reinstecken oder auf n-joy dann sowas wie PULS? Wenn man da so in Deutschland unterweges ist ist doch nicht viel unterschied zwischen Private und ÖR fest zu stellen und das wären laut deine Aussage alle keine Konkurrenzen nur weil sie einen entwas höhren oder andere Wortbeträge haben. Ich finde Konkurrenz ist man dann wenn man die gleiche oder änliche Musikfarbe fährt.

von Kohlberger91 - am 02.09.2017 04:42
Wenn man sich DAB ankuckt und bundesweit geht, hat Bayern 1 alleine von der Musikfarbe doppelt Konkurrenz: Schwarzwaldradio bundesweit, und in Bayern durch Kultradio, wobei ich Kultradio musikalisch fast noch breiter aufgestellt finde. Und was mir auf Bayern 1zumindest morgens an Regionalem geboten wird, ist doch eher enttäuschend. Da bin ich in der Bayern2 regionalZeit auch musikalisch deutlich besser aufgehoben.

von rolling_stone - am 02.09.2017 07:24
Zitat

Sorry der BR hebt sich doch auch ein wenig von die andern ÖR ab oder meist ned a?. In andern Bundesländern sieht es schon anders (trostloser) aus

Trotzdem steht in der Forderung nichts von einer Ausnahme für den BR - von daher ist es legitim den hier auch als Beispiel anzubringen. Davon abgesehen wohne ich in Bayern; ob der MDR auf vier Programme beschränkt wird ist mir relativ egal, weil ich den eh nicht empfangen kann - treffen und stören wurde mich aber eine Reduzierung des BR-Angebots.

Zitat

hm man spielt die gleiche Musikfarbe, hat aber andere Beiträge oder höhren Wortanteil und deswegen ist man keine Konkurrenz :gruebel:. Also ich weiß ja ned, mag ja sein das es so ist, als Konkurrenz sieht man sich trotzdem, sonst würde man sich nicht gegenzeitig belauschen was der jeweile gerrade macht. ;)

Naja, in der Forderung der APR heißt es: "Der besondere Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks besteht aus Sicht der APR darin, etwa im Bereich von Information oder Kultur für die gesamte Gesellschaft wichtige Fragen in zielgruppengerechten Radioprogrammen unterzubringen." und "Dem besonderen Auftrag der Rundfunkanstalten entspräche es, bei ihnen Wortanteile vorzusehen, die über denen der privaten Anbieter liegen“

Deute ich auf Bayern bezogen mal so: Bayern 1 und 3 sind ok, solange die Wortanteile höher als bei den Privaten sind. Auf Bayern bezogen würde bei einer Begrenzung auf 4 Programme der BR wohl folgende auswählen:
- Bayern 1 (50+)
- Bayern 2 (Kultur und Information "extrem")
- Bayern 3 (35-49)
- Puls (14-34)

von Zwölf - am 02.09.2017 08:19
Zitat
Zwölf
Die meisten öffentlich-rechtlichen Programme sind doch gar keine wirkliche Konkurrenz für Privatsender.
Nehmen wir mal den BR:

Bayern 1 - keine private Konkurrenz mit dieser Musikfarbe, ähnlichem Wortanteil und regionalen Infos
Bayern 2 - keine private Konkurrenz
Bayern 3 - keine private Konkurrenz mit dieser Musikfarbe mit ähnlich hohem Wortanteil
BR-Klassik - keine private Konkurrenz
B5 aktuell - keine private Konkurrenz
Puls - keine private Konkurrenz mit ähnlich hohem Wortanteil
Bayern plus - private Konkurrenz vorhanden (terrestrischer Verbreitungsgrad der Privaten aber schlechter)
BR Heimat - keine private Konkurrenz
B5 plus - Billigprogramm ohne private Konkurrenz
BR Verkehr - Billigprogramm ohne private Konkurrenz

Ich weiß nicht, weshalb ich die Reduzierung auf 4 Programme gut heißen sollte.


BR1 und BR3 sollen keine private Konkurrenz haben? Fast alle lokalen Privaten in Bayern sind Konkurrenz für Bayern 1 oder Bayern 3. Puls hat egoFM als direkten Konkurrenten. BR Klassik in Konkurrenz zu Klassik Radio (welcher sogar mehr Hörer hat!). Bei Bayern+ ist sicherlich das Schlagerparadies gemeint. Für BR Heimat, naja Radio Dechovka zählt wohl nicht. :D

Für mich sind da nur Bayern 2 und B5 einzigartig. B5 plus ist kein richtiges Programm und BR Verkehr... mal ehrlich, hat den schon mal ein Normalbürger genutzt? Die Franzosen und Italiener zeigen, dass man auch ein Verkehrs- und Autofahrer-Programm attraktiv machen kann.

von Cha - am 02.09.2017 09:52
Zitat
Zwölf
Zitat

Sorry der BR hebt sich doch auch ein wenig von die andern ÖR ab oder meist ned a?. In andern Bundesländern sieht es schon anders (trostloser) aus

Trotzdem steht in der Forderung nichts von einer Ausnahme für den BR - von daher ist es legitim den hier auch als Beispiel anzubringen. Davon abgesehen wohne ich in Bayern; ob der MDR auf vier Programme beschränkt wird ist mir relativ egal, weil ich den eh nicht empfangen kann - treffen und stören wurde mich aber eine Reduzierung des BR-Angebots.

Zitat

hm man spielt die gleiche Musikfarbe, hat aber andere Beiträge oder höhren Wortanteil und deswegen ist man keine Konkurrenz :gruebel:. Also ich weiß ja ned, mag ja sein das es so ist, als Konkurrenz sieht man sich trotzdem, sonst würde man sich nicht gegenzeitig belauschen was der jeweile gerrade macht. ;)

Naja, in der Forderung der APR heißt es: "Der besondere Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks besteht aus Sicht der APR darin, etwa im Bereich von Information oder Kultur für die gesamte Gesellschaft wichtige Fragen in zielgruppengerechten Radioprogrammen unterzubringen." und "Dem besonderen Auftrag der Rundfunkanstalten entspräche es, bei ihnen Wortanteile vorzusehen, die über denen der privaten Anbieter liegen“

Deute ich auf Bayern bezogen mal so: Bayern 1 und 3 sind ok, solange die Wortanteile höher als bei den Privaten sind. Auf Bayern bezogen würde bei einer Begrenzung auf 4 Programme der BR wohl folgende auswählen:
- Bayern 1 (50+)
- Bayern 2 (Kultur und Information "extrem")
- Bayern 3 (35-49)
- Puls (14-34)


Bei dieser Auswahl sehe ich aber mal gar nicht den Auftrag! Gerade Bayern 1 und 3 sind doch die Konkurrenz für den Privatfunk. Eher müssten wie B5 aktuell und BR Heimat statt Bayern 1 und 3 den öffentlichen Rundfunkauftrag erfüllen.

Aber eine ganz neue Forderung ist es ja nicht. In NL wurde ja auch mehrfach versucht, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu kastrieren. ABER: Ein Gleichgewicht bedeutet auch gleiche Anzahl an Programmen! Gerade bei DAB ist es ja nicht der Fall. Bei bis zu 6 Abdeckungen müsste man 3 Abdeckungen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk überlassen und da könnte man durchaus alle ARD-Hörfunkprogramme verbreiten.

von pfennigfuchser - am 02.09.2017 09:57
Zitat
Terranus
Warum es teilweise ÖR Dudler gibt, wie MDR Jump, die sich praktisch überhaupt nicht mehr vom Privatfunk unterscheiden... erschließt sich mir nicht.


Mir schon. Die ÖR Anstalten brauchen auch einfache massenkompatible Programme als Daseinsberechtigung.
Man stelle sich mal vor sie würden sich ausschließlich auf hochwertige Bildungs-, Wort-und Kulturprogramme beschränken, also sprich: Nischenprogrammen welche für einen großen Teil der Bevölkerung uninteressant sind. Wie lange würde es wohl dauern bis die ersten Stimmen laut werden welche fragen weshalb sie für Programme, welche sowieso kaum jemand hört, derart viel Gebühren zahlen sollen?

von Loger - am 02.09.2017 10:08
Zitat

Bei dieser Auswahl sehe ich aber mal gar nicht den Auftrag!

Doch, ich würde gerade diese Programme als "zielgruppengerechte Radioprogramme" zur Verbreitung von Informationen und Kultur sehen (auch wenn diese Wortanteile die die APR derzeit vielleicht noch nicht stark genug ausgeprägt sind) Volksmusik und Schlager würden zurück in Spezialsendungen auf Bayern 1 wandern und Klassik zu Bayern 2.
Wenn du Informationen über B5 verbreitetest erreichst du damit deutlich weniger Leute als wenn du sie über Bayern 1 oder Bayern 3 verbreitest. Zielgruppengerechte Verpackungen für bestimmte Inhalte.

Zitat

BR Klassik in Konkurrenz zu Klassik Radio

Bei BR Klassik gehts in den Wortbeiträgen um die Musik, Klassik Radio ist eher ein "Standardprogramm" mit Klassik-Verpackung.

von Zwölf - am 02.09.2017 10:17
Zitat
pfennigfuchser
Gerade Bayern 1 und 3 sind doch die Konkurrenz für den Privatfunk.


Bayern 3, ja, unbestritten ist Konkurrenz zu den Privaten. Bayern 1, mit Ausnahme der Regionalfenster. Gäbe es diese Regionalfenster nicht würde ich hier zustimmen.
Was haben die ÖR noch zu bieten? Verkehrsfunk. Warnung vor Geisterfahrern auf der Autobahn u. größeren Unfällen auf den Straßen.
Könnten die Privaten dies zuverlässig übernehmen? Sind Private hier eine ernstzunehmende Konkurrenz?

von Winnie2 - am 02.09.2017 10:18
Zitat

Verkehrsfunk. Warnung vor Geisterfahrern auf der Autobahn u. größeren Unfällen auf den Straßen.
Könnten die Privaten dies zuverlässig übernehmen? Sind Private hier eine ernstzunehmende Konkurrenz?

Es gibt Leute, die für den Verkehrsfunk extra auf Antenne Bayern umschalten. Von daher würde ich sagen ja.

Zitat

Bayern 1, mit Ausnahme der Regionalfenster. Gäbe es diese Regionalfenster nicht würde ich hier zustimmen.

Wobei man sagen muss, dass auch die bayerischen Lokalsender Regionalfenster haben, allerdings halt deutlich kleinräumiger. Seit geraumer Zeit werden auch auf Antenne Bayern Regionalnachrichten (nach Bezirken) verlesen - allerdings nicht regionalisiert; d.h. die Nachrichten aller Regionen sind im bayernweiten Programm zu hören.
Wo man jetzt am besten informiert wird, mag ich nicht zu beurteilen, da ich die Programme dafür zu selten höre. Vielleicht ist es auch Geschmackssache, welche Auswahl an einem am meisten zusagt.

von Zwölf - am 02.09.2017 10:30
Zitat
vossi68
Eigentlich geht es doch darum: Was Netflix und Amazon Prime Video für die privaten TV Sender wie RTL & Pro7, ist Spotify, Deezer, Amazon Music & Co, fürs private Radio: Gerade die junge, werberelevante Zielgruppe nutzt zunehmend diese neuen Angebote. Was also tun, um den eigenen, absehbaren Tot hinauszuzögern?

Zitat
pomnitz26
Wenn ich an mein Schlagerprogramm denke höre ich zu einem großen Teil das dort war früher der Öffentlich Rechtliche Rundfunk brachte und dem man sich dort bis auf wenige Ausnahmen standhaft verweigert. Wenn man will kann auch Privater Rundfunk gut sein.


Bis auf die Hitdudler haben die Privaten immer ein Angebot eingestellt, wenn die Öffentlich-Rechtlichen das gleiche Angebot aufgebaut haben. Das zeugt davon, dass sie nicht glauben, dass sie es besser machen können. Schlagerparadies übernahm erst einen Bereich von den Öffentlich-rechtlichen, aus dem sich die ARD-Sender zurückgezogen haben und blieb standhaft trotz der neuen Angebote z.B. vom NDR.

Der Privatfunk will keinen Wettbewerb, der will ein Monopol auf eine Musiksparte. Es ist die Denke aus einer Zeit als Frequenzen noch knapp waren. In Wirklichkeit haben die Privaten das Radio kaputtgemacht. Es störte sie nie, dass drei Sender (NDR 2, ffn, Annene) den gleichen Musikgeschmack bedienen. Sie bedienten jahrelang keine anderen Sparten. Dass die Hörer sich abwenden, weil andere Anbieter ihre Musikwünsche bedienen, dem haben die Privatfunker nichts entgegen zu setzen. Sie haben keine Inhalte, bis auf Gewinnspiele und Volksverdummung.

Die Berater der Privatfunker wissen da plötzlich nicht ein und aus. In den Privatfunkfunkhäusern bedarf es Berater, die wissen, wie die jungen Menschen ticket. Die Öffentlich-Rechtlichen scheinen sich diese Berater eingekauft zu haben, die Privaten versuchen ihre alte Welt mit Rechtsanwälten zu Retten. Sie wirken wie der WDR 1990 als die private Konkurrenz auf den Markt gekommen ist: behäbig und langsam.

von Seltener Besucher - am 02.09.2017 11:03
@ Zwölf

Zitat

Die meisten öffentlich-rechtlichen Programme sind doch gar keine wirkliche Konkurrenz für Privatsender.
Nehmen wir mal den BR (...)


Bitte diese Auflistung mal genau so für den MDR durchziehen.

Bei MDR Thüringen bekommt man im Moment übrigens 100 Euro, wenn man sich einen Musiktitel aus einer vorgegebenen Titelliste aussucht und wünscht:

"Drücken Sie Ihren Wunschhit auf unserer Jukebox. Und wenn MDR THÜRINGEN - Das Radio dann Ihren Wunschhit im Radio spielt und Ihren Namen nennt, dann gibt's 100 Euro für Sie."

http://www.mdr.de/mdr-thueringen/juke-box-100.html


MDR Jump zieht dann gerne mit etwas ähnlichem nach, nur daß an die Beträge noch eine 0 gehängt wird.




@ Seltener Besucher

Zitat

Wenn die Privaten eine bessere Qualität anbieten würden, müssten die Öffentlich-Rechtlichen auf jeden Fall auch ihre Hitdudler verbessern.


Im Umkehrschluß hieße das dann, daß die Privatsender die untere Meßlatte für die Qualität der Öffentlich-Rechtlichen festlegen. Das kann es doch auch nicht sein.

Und die von dir genannte Regel geht zumindest hier in Thüringen nicht auf. Da unterbietet der MDR in Sachen Rotation und Länge der Wortbeiträge Antenne Thüringen und Landeswelle Thüringen.

von Kay B - am 02.09.2017 14:15
Zitat
iro
Zitat
zwölf
Die meisten öffentlich-rechtlichen Programme sind doch gar keine wirkliche Konkurrenz für Privatsender.

JEDES Programm mit Hörern, ob nun mit oder ohne Werbung, ist Konkurrenz. Egal, welche Musikfarbe. Gäbe es diese Programme nicht, muss man DEIN Programm einschalten - oder abschalten.


Sowas sollte in einem "demokratischen Rechtsstaat" aber doch wohl kein ausschlaggebendes "Argument" sein. Oder leben wir in einer Diktatur ?
Magst du es, wenn man dir vorschreibt, was du gefälligst einschalten "musst" ?

Sollen die Privaten doch endlich mal wieder gescheites Programm machen, denn in den 80ern konnten sie das ja schliesslich auch noch. Und wurden damals ja auch gehört. Damals konnte man Private und Ö-R Radio qualitativ zum Teil kaum unterscheiden.

Doch die Öffentlich-Rechtlichen hatten damals auch nicht mehr als vier Programme und haben es damals geschafft, auf diesen Vieren mehr Vielfalt unterzubringen als heute auf sechs oder acht Programmen.
Dahin sollte man lieber zurückkehren. Aber lang ist's her.

Warum hier Bayern 3 als "von der Musikfarbe her ohne private Konkurrenz" bezeichnet wird, kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Viele Wortbeiträge ?
Da lobe ich mir schon eher Radio Eins vom RBB, weil da trifft das auch tatsächlich noch zu. Die Musik ist meist wirklich anders und es gibt wirklich sehr viele interessante Wortbeiträge.

von Patty-Teddy - am 02.09.2017 19:27
Zitat
Patty-Teddy
Damals konnte man Private und Ö-R Radio qualitativ zum Teil kaum unterscheiden.


Ist ja heute auch wieder so. (Wenn's nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.)

Zitat
Patty-Teddy
Warum hier Bayern 3 als "von der Musikfarbe her ohne private Konkurrenz" bezeichnet wird, kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Viele Wortbeiträge ?


Ich auch nicht. Und warum stattdessen Bayern plus Konkurrenz sein soll, auch nicht.

von DigiAndi - am 02.09.2017 20:04
Zitat
Patty-Teddy
Warum hier Bayern 3 als "von der Musikfarbe her ohne private Konkurrenz" bezeichnet wird, kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen.

Keine Ahnung, wer Bayern 3 als von der Musikfarbe her ohne private Konkurrenz bezeichnet hat, dem würde ich jedenfalls auch nicht zustimmen. Aber die Kombination der Musikfarbe und hohen Wortanteilen würde ich als ohne private Konkurrenz bezeichnen. Und genau diese Kombination ist ja anscheinend laut APR auch in Ordnung, so wie ich es verstehe. Oder zumindest von der Richtung her passend; Sie sagen ja leider nicht konkret wie hoch der Wortanteil bei den ö.r. Programmen sein soll.

von Zwölf - am 02.09.2017 20:24
Nur eine Quelle von vielen: Die Bestands- und Entwicklungsgarantie für den öffentlich-rechtlchen Rundfunk hat Verfassungsrang. Ich verstehe nicht, warum hier verfassungswidrige Vorschläge diskutiert werden.

Ich verstehe, dass Privatanbieter zu allen Tricks greifen, um sich Konkurrenz vom Hals zu halten.

Aber das funktioniert nur, wenn sie auf eine Öffentlichkeit trefffen, die sich hereinlegen lässt und bereitwillig diskutiert, mit wem Bayern 1 in Konkurrenz steht, ohne zu beachten, dass das völlig unerheblich ist. Ein Beschneiden des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wäre schlicht und einfach verfassungswidrig.




Hier ein Beispiel zur damaligen Situation in Baden-Württemberg und wie Karlsruhe dazu geurteilt hat:


Die Grundversorgung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten stellt keine Minimalversorgung dar. Es lässt sich daraus auch keine Grenzziehung ableiten, mit der bestimmte Aufgaben den öffentlich-rechtlichen, andere hingegen den privaten Rundfunkveranstaltern zuzuschreiben seien.

Zur Grundversorgung gehören nach Ansicht des Gerichts alle Programme, die bereits am 4. November 1986 (dem Datum des 4. Rundfunk-Urteils) existierten. Die Veranstaltung neuer regionaler Programme durch öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten gehört demnach zwar nicht zur Grundversorgung, allerdings ist ein Verbot dieser ein Verstoß gegen die Meinungsfreiheit, dessen einziger Grund darin liegt, private Rundfunkanstalter vor Konkurrenz zu schützen, was einen Eingriff in die Grundrechte nicht rechtfertigen kann.

Ebenso ist es unzulässig, öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die Ausstrahlung von Internet-Streams grundsätzlich zu verbieten. Zur Rundfunkfreiheit zählt es auch, den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die Anpassung an neuen, zukünftigen Technologien wie dem Internet zu ermöglichen.

https://de.wikipedia.org/wiki/5._Rundfunk-Urteil

von RudiP - am 02.09.2017 20:32
Zitat
RudiP
Nur eine Quelle von vielen: Die Bestands- und Entwicklungsgarantie für den öffentlich-rechtlchen Rundfunk hat Verfassungsrang. Ich verstehe nicht, warum hier verfassungswidrige Vorschläge diskutiert werden.


Weil der Gesetzgeber den öffentlichen-rechtlichen Rundfunk und das Fernsehen schon mehrfach in seiner Entwicklungsgarantie beschnitten hat:
1. Dauer des Verbleibs von Inhalten in den Mediatheken
2. Keine Vergabe von UKW-Frequenzen mehr an die ARD-Anstalten (z.B. in NRW)
3. Drei-Stufen-Test für neue Webangebote und die Reduzierung von zeitungsähnlichen Inhalten im Internet, was zufolge hatte, dass die regionalen Inhalte zurückgefahren wurden
4. Beschränkung der Anzahl von Programmen beim Hörfunk und Reduzierung des Fernsehangebotes beim ZDF.

Zitat
RudiP
Aber das funktioniert nur, wenn sie auf eine Öffentlichkeit trefffen, die sich hereinlegen lässt und bereitwillig diskutiert, mit wem Bayern 1 in Konkurrenz steht, ohne zu beachten, dass das völlig unerheblich ist.


Hat sich die Öffentlichkeit bei der Verbleibdauer in den Mediatheken hereinlegen lassen? Selbst die Politiker haben davon erzählt, dass die Bürger sie darauf ansprechen. Die Politiker wollen aber auch wiedergewählt werden. Sie geben den Verlegern nach.

von Seltener Besucher - am 02.09.2017 21:41
Zitat
Kay B
@ Seltener Besucher
Zitat

Wenn die Privaten eine bessere Qualität anbieten würden, müssten die Öffentlich-Rechtlichen auf jeden Fall auch ihre Hitdudler verbessern.

Im Umkehrschluß hieße das dann, daß die Privatsender die untere Meßlatte für die Qualität der Öffentlich-Rechtlichen festlegen. Das kann es doch auch nicht sein.
Und die von dir genannte Regel geht zumindest hier in Thüringen nicht auf. Da unterbietet der MDR in Sachen Rotation und Länge der Wortbeiträge Antenne Thüringen und Landeswelle Thüringen.


Ich kenne keinen Privatsender, der die Länge der Wortbeiträge von Dlf, Dlf Kultur oder WDR 5 überbietet. Ansonsten übernimmst Du die Argumente der Privatsender. Ich habe diese so häufig schon gehört. Sicherlich hat jedes Bundesland ein anderes Hörfunkangebot und man sollte nicht pauschalieren, aber Du vergleichst 7 Programme des MDR mit zwei Programmen der Privatsender.

Schmeißen wir doch alle Programme des MDR auf eine Schale und die zwei Programme der Antenne und Landeswelle in die andere Schale und wiegen wir doch mal die Inhalte ab. Der Privatfunk argumentiert immer, wir würden es besser machen, aber die gebührenfinanzierte Konkurrenz ist zu stark. Fakt ist: das private Angebot ist geringer, viele Bereiche bedienen die Privaten nicht und wenn dann schlechter.

Die Verleger drängten in den Hörfunk und behaupteten, sie könnten es genauso, wie die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Sie haben den Beweis nicht erbracht. Würde man den öffentlich-rechtliche Hörfunk abschalten und die Frequenzen den Privaten geben, würden sie auf bis zu 8 Frequenzketten den gleichen Mist spielen. Dort wo sie zwei Privatprogramme angeboten werden, hören sich diese fast gleich an. Nur in Metropolen versuchen einige Sender ein Nischenprogramm anzubieten (Jam FM, Sunshine Live). Ich verdenke es Ihnen nicht, aber es fehlt der Beweis für den Willen. Erst mit DAB+ gibt es Hoffnung für die Hörer, dass Vielfalt im Hörfunk entsteht. Es stellt sich die Frage für wie lange?

von Seltener Besucher - am 02.09.2017 22:08
Zitat
Seltener Besucher


Weil der Gesetzgeber den öffentlichen-rechtlichen Rundfunk und das Fernsehen schon mehrfach in seiner Entwicklungsgarantie beschnitten hat:
1. Dauer des Verbleibs von Inhalten in den Mediatheken
2. Keine Vergabe von UKW-Frequenzen mehr an die ARD-Anstalten (z.B. in NRW)
3. Drei-Stufen-Test für neue Webangebote und die Reduzierung von zeitungsähnlichen Inhalten im Internet, was zufolge hatte, dass die regionalen Inhalte zurückgefahren wurden
4. Beschränkung der Anzahl von Programmen beim Hörfunk und Reduzierung des Fernsehangebotes beim ZDF.


Genau deshalb muss dem widersprochen werden. Die Privatlobby versucht es immer wieder. Wir dürfen uns nicht von den bezahlten Lobbyisten die Tagesordnung diktieren lassen. Wenn die jetzt eine Reduzierung auf vier Programme fordern, muss unsere Reaktion ein klares Nein sein. Es kommt überhaupt nicht darauf an, ob irgendein öffentlich-rechtliches Programm in Konkurrenz zu einem privaten steht. Die ÖR haben nicht den Auftrag, nur die Lücken zu füllen, die die Privaten lassen, sondern ein Rundum-Gesamtangebot zu machen.
Und dann müssen wir halt auc mal in Wahlversammlungen der Parteien gehen und den Politikern sagen, dass sie für die Bürger da sind und nicht für die Verleger. Da muss ein Ministerpräsident spüren, dass er erst gar nicht auf die Idee kommen darf, einen Verleger zum Medienminister zu machen, der dann die Politik im Interesse der Verleger steuern kann.
Wenn ein Volk sich von privaten Medien verblöden lässt, bekommt es einen Trump.

von RudiP - am 03.09.2017 06:44
In den Zeiten des Internets wäre es ein Witz wenn die ÖR sich auf 4 Programme beschränken müssten. Wäre ungefähr so wie die analoge "Must Carry" Regelung für Kabelnetze vor der Amnalogabschaltung im Digitalzeitalter.

Gerade für die Zukunft und um überhaupt bei der nächsten Generation eine Chance zu haben sind Webinhalte und Kanäle sowie exklusive Digitalradioprogramme gefordert.
Am verzichtbarsten sind da tatsächlich die Mainstreamprogramme, aber warum sollten die ÖR das nicht dürfen was sie die letzten 30 Jahre so schon hatten?

Die Privaten können sich ja gerne genau so breit aufstellen und auch im Internet, sowie Digitalradio eigene Konzepte, Plattformen und Inhalte anbieten.

von RainerZ - am 03.09.2017 09:21
Zitat
RainerZ
In den Zeiten des Internets wäre es ein Witz wenn die ÖR sich auf 4 Programme beschränken müssten. Wäre ungefähr so wie die analoge "Must Carry" Regelung für Kabelnetze vor der Amnalogabschaltung im Digitalzeitalter.

Gerade für die Zukunft und um überhaupt bei der nächsten Generation eine Chance zu haben sind Webinhalte und Kanäle sowie exklusive Digitalradioprogramme gefordert.
Am verzichtbarsten sind da tatsächlich die Mainstreamprogramme, aber warum sollten die ÖR das nicht dürfen was sie die letzten 30 Jahre so schon hatten?

Die Privaten können sich ja gerne genau so breit aufstellen und auch im Internet, sowie Digitalradio eigene Konzepte, Plattformen und Inhalte anbieten.


Das ist es ja seit Jahrzehnten: Sie wollen nicht durch eigene Leistung überzeugen, sondern immer nur die Konkurrenz kastrieren.

von RudiP - am 03.09.2017 09:26
Zitat
RainerZ
Die Privaten können sich ja gerne genau so breit aufstellen und auch im Internet, sowie Digitalradio eigene Konzepte, Plattformen und Inhalte anbieten.

Machen sie doch.
[attachment 9861 saw.png]
Im SAW-Land (Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Niedersachsen, Hessen, Brandenburg) und darüber hinaus webweit.
http://www.radiosaw.de/sendungen/sendeplan

von mittendrin - am 03.09.2017 09:38
Zitat
Seltener Besucher
Nur in Metropolen versuchen einige Sender ein Nischenprogramm anzubieten (Jam FM, Sunshine Live).


Was für eine Nische soll denn Jam FM bedienen? Da gibt's bessere Beispiele, wie Jazz Radio oder egoFM. Durch DAB+ expandieren ja auch einige Programme zur Zeit, wie Radio Teddy oder ERF Pop.

von Cha - am 03.09.2017 10:24
Zitat
mittendrin
Zitat
RainerZ
Die Privaten können sich ja gerne genau so breit aufstellen und auch im Internet, sowie Digitalradio eigene Konzepte, Plattformen und Inhalte anbieten.

Machen sie doch.


Alle diese Stream-Kanäle sind reine Musikabspielkanäle ohne Nachrichten und Moderation. Es sind keine Hörfunkprogramme. Die Privaten haben in den 1990er Jahren staatsfinanzierte Programme auf DAB ohne Plus ausgestrahlt. Einige davon hatten wenigstens Nachrichten und die eine oder andere moderierte Sendung. Mit dem zweiten Bundesmux wird der Privatfunk mehr Programme in DAB+ haben als der öffentlich-rechtlicher Rundfunk. Es sind die letzten paar Monate um zu protestieren, dann greifen einige Argumente nicht mehr.

Die DAB+-Verhinderungslobbyisten sehen noch die letzte Chance gegen DAB+ aktiv zu sein. Wenn der zweite Bundesmux on Air ist, wird sich die Rhetorik der Politiker ändern müssen. Noch hat z.B. der WDR und das D-Radio mehr Programme auf DAB+ als die Privaten, mit UKW ist das Kräfteverhältnis 1:1.

von Seltener Besucher - am 03.09.2017 10:27
Zitat
Cha
Was für eine Nische soll denn Jam FM bedienen? Da gibt's bessere Beispiele, wie Jazz Radio oder egoFM. Durch DAB+ expandieren ja auch einige Programme zur Zeit, wie Radio Teddy oder ERF Pop.


Jam FM war lange spezialisiert auf "The Finest in Black Music", und zwar für Jugendliche, also man war streng limitiert auf moderne "R&B"- und "Soul" - Hits (das was man heutzutage darunter versteht) und ein bisschen Hip Hop.
Mittlerweile heisst der Slogan "Musik die dich bewegt", und man spielt nur Titel aus den Dance-Charts.
Immer noch sehr limitiert.
Moderation fand und findet so gut wie nicht statt

von Patty-Teddy - am 03.09.2017 18:38
Zitat
Seltener Besucher
Ich habe hineingehört und hörte Titel, die bei mir kein Sender spielt.


Und? Was ergibt sich daraus? Soll deshalb er ör Rundfunk kastriert werden? Ist doch schön, dass der Sender das spielt und lassen wir ihn spielen.

von RudiP - am 03.09.2017 20:34
@ Seltener Besucher

Zitat

Ich kenne keinen Privatsender, der die Länge der Wortbeiträge von Dlf, Dlf Kultur oder WDR 5 überbietet.


Ich bezog mich auf den MDR. Und der schafft es mit MDR Thüringen und MDR Hüpf locker die Privaten zu unterbieten.


Zitat

Ansonsten übernimmst Du die Argumente der Privatsender.


:confused:



Zitat

Ich habe diese so häufig schon gehört. Sicherlich hat jedes Bundesland ein anderes Hörfunkangebot und man sollte nicht pauschalieren, aber Du vergleichst 7 Programme des MDR mit zwei Programmen der Privatsender.


Ich beziehe mich auf die beiden Programme des MDR, die das anbieten, was für die meisten Hörer am Radio wahrscheinlich den höchsten Stellenwert hat, nämlich Musik.

Man vergleiche z.B. mal Radio Eins vom RBB mit MDR Thüringen oder Fritz mit MDR Hüpf.


Zitat

Schmeißen wir doch alle Programme des MDR auf eine Schale und die zwei Programme der Antenne und Landeswelle in die andere Schale und wiegen wir doch mal die Inhalte ab.


Auch, wenn deine Waagschale ausgeglichen ist, was nützt es, wenn man nur die Wahl zwischen "Hochkultur-Klassik-Radio" einerseits und "Baustellenbrüllwürfelgedudel" (hauptsache es plärrt irgendetwas im frisch gemauerten Kellergeschoss) andererseits hat?

Wieso funktioniert das beim rbb aber nicht beim MDR?

von Kay B - am 03.09.2017 21:12
Zitat
Kay B
Auch, wenn deine Waagschale ausgeglichen ist, was nützt es, wenn man nur die Wahl zwischen "Hochkultur-Klassik-Radio" einerseits und "Baustellenbrüllwürfelgedudel" (hauptsache es plärrt irgendetwas im frisch gemauerten Kellergeschoss) andererseits hat?
Wieso funktioniert das beim rbb aber nicht beim MDR?


Was funktioniert beim RBB? RBB Fritz hat gerade einmal 100 Tsd. Hörer und MDR Jump 1.310 Tsd.
Sicherlich wohnen in Berlin und Brandenburg nur 6 Mio. Einwohner und in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 8,5 Mio. Einwohner. Rechnen wir es auf die 6 Mio. Einwohner um, müsste RBB Fritz 900 Tsd. Hörer haben, hat aber 9-mal weniger. Die Hörer zahlen ihren Rundfunkbeitrag, bekommen aber in Berlin und Brandenburg nicht die gleiche Leistung erbracht.

Wir vergleichen aber Äpfel mit Birnen. Fritz wäre mit Sputnik zu vergleichen, geht aber schwer, weil die Jugendwelle frequenztechnisch anders ausgestattet ist. MDR Jump müsste mit radioeins verglichen werden.

So lange MDR Jump erfolgreich ist, trifft es auf den Geschmack der Hörer.

Auch der Vergleich MDR Thüringen und radioeins ist daneben, weil das Programm Antenne Brandenburg entspricht, beide spielen Oldies und sind Regionalprogramme.

http://www.mdr.de/presse/unternehmen/presseinfo-ma-radio-100.html

von Seltener Besucher - am 03.09.2017 22:28
Kein Privatsender wird in der Lage sein, Sparten-Inhalte ähnlich weit zu verbreiten, wie das öffentlich-rechtliche Anstalten wie der BR können. Nicht ansatzweise ist es möglich, z.B. ein derart dichtes Sendernetz zu finanzieren.

von DH0GHU - am 04.09.2017 06:16
Zurück zum eigentlichen Thema:

Angenommen, dem Wunsch der APR sollte entsprochen werden. Wie wäre das durchzuführen? Theoretisch gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Beschränkung für alle per Änderung des Rundfunkstaatsvertrages
2. Individuelle Gesetzgebung pro Landesrundfunkanstalt (BR-Gesetz, WDR-Gesetz, NDR-Staatsvertrag usw.)

Punkt 1 ist nur durchführbar, wenn 16 Regierungschefs und -chefinnen der Länder dem zustimmen und anschließend 16 Landtage das ratifizieren. Dafür wird es keine Zustimmung geben. Es stellt sich zudem die Frage, ob solch ein Eingriff in die Autonomie der Länder mit dem Grundgesetz vereinbar ist,

Bleibt also Punkt 2 für Länder (bzw. Gruppen von Ländern), die das wollen. Wird es solche geben?

von Manfred Z - am 04.09.2017 07:46
Zitat
Seltener Besucher
So lange MDR Jump erfolgreich ist, trifft es auf den Geschmack der Hörer.


Was ist denn das für 'ne Aussage? Es gibt ja in Mitteldeutschland nichts vergleichbares zu Fritz oder radioeins. Was soll man sonst auch hören? Da gibt's halt viele, die Jump dudeln lassen, weil "Kommt ja nüscht besseres".

von Cha - am 04.09.2017 09:20
Dieses AFP-Geschwafel hat wohl kaum jemand abgedruckt. -wenn überhaupt gelesen.

Mal ehrlich : Wen interessiert es ?
Eine hanvoll Medienfreunde, die darüber fleissig reden.
Sonst niemand. Oder hat euch heute morgen jemand in der Firma
angesprochen mit "Hey, haste die neueste Forderung der AFP mitbekommen ?".

Interessant wäre, wann endlich die deutschen Radiosender per Web kostenfrei
hörbar sind. Das Threma ist auch vergeigt worden.

von sup2 - am 04.09.2017 09:54
Zitat
Cha
Zitat
Seltener Besucher
So lange MDR Jump erfolgreich ist, trifft es auf den Geschmack der Hörer.

Was ist denn das für 'ne Aussage? Es gibt ja in Mitteldeutschland nichts vergleichbares zu Fritz oder radioeins. Was soll man sonst auch hören? Da gibt's halt viele, die Jump dudeln lassen, weil "Kommt ja nüscht besseres".


Ja, genau, der Spruch kommt dann immer, haha. ;-) Man gibt sich halt "zufrieden".
Vielleicht müssten die Hörer auch mal mehr "was besseres" einfordern, aber
stattdessen gibt man sich einfach mit jedem Sch... "zufrieden", der einem vorgesetzt wird.
Weil : "Jibt wichtscheres im Läb'm."

von Patty-Teddy - am 04.09.2017 17:18
Ich bin mit dem Pressemitteilung aus dem Ausgangsposting absolut einverstanden.

Der öffentliche Rundfunk sollte sich um die Segmente kümmern, die der Privatfunk nicht liefern / leisten kann, weil die Sendungen in der Qualitätstiefe vom Privatfunk in Deutschland *) nicht finanzierbar sind:

- Nachrichtenprogramme mit Hintergrundinformationen und Features wie DLF (oder in Dänemark DR P1, in Frankreich France Inter, in Österreich Ö1)
- Kulturprogramme mit Konzertübertragungen und Musiksendungen (DLF Kultur, France Musique, France Cultur, DR P2, Ö1 etc.)
- vielleicht noch ein Musikprogramm ähnlich FM4 in Österreich oder RNE 3 in Spanien.

Sämtliche Mainstream-Musikprogramme ("Dudelfunk") können dem Privatfunk überlassen werden, weil hier (vermutlich) die meisten Zuhörer einschalten werden und Werbung verkauft werden kann.

Gleichzeitig würde ich aber auch den Privatfunk in die Pflicht nehmen, für ein breiteres Spektrum zu sorgen. Im Grunde genommen gibt es nur zwei Formate in Deutschland: CHR (Contemporary Hit Radio) und AR (Adult Contemporary).

Zitat
Cha
Die Franzosen und Italiener zeigen, dass man auch ein Verkehrs- und Autofahrer-Programm attraktiv machen kann.


Die Franzosen zeigen auch, dass es weit mehr Formate als die oben zwei genannten im Privatfunk geben kann. Es kann doch nicht sein, dass es in Deutschland z.B. nur in Berlin eine kleine Station gibt, die das Format "Jazz" bedient. Die Dänen haben mit "P8 Jazz" eine landesweite (öffentlich rechtliche!) Kette für dieses Genre und in Frankreich gibt es gleich zwei landesweite Jazz-Programme.

Auch das Genre "Weltmusik" wird von den Franzosen weitaus besser bedient. Musikstile wie z.B. Zouk oder Reggaeton werden hier in Deutschland absolut vernachlässigt und sind daher weitestgehend unbekannt, außer es schwappt mal zufällig ein Welthit von Luis Fonsi und Daddy Yankee bei uns vorbei...


*) in anderen Ländern merkwürdigerweise schon, so gibt es in Frankreich z.B. qualitativ hochwertiges, durch Werbung finanziertes, Privatradio

von Klaus Wegener - am 05.09.2017 14:31
Zitat
Klaus Wegener
Ich bin mit dem Pressemitteilung aus dem Ausgangsposting absolut einverstanden.

Der öffentliche Rundfunk sollte sich um die Segmente kümmern, die der Privatfunk nicht liefern / leisten kann, weil die Sendungen in der Qualitätstiefe vom Privatfunk in Deutschland *) nicht finanzierbar sind:


Der Vorschlag ist verfassungswidrig, siehe in diesem Thread weiter oben.

von RudiP - am 05.09.2017 16:12
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.