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Private "Kopfstation"

Startbeitrag von UM74 am 22.09.2017 00:00

Wieder mal ein Gedankenspiel...

Angenommen auf der anderen Talseite vis-a-vis eures Wohnortes gäbe es Stellen mit aussergewöhnlich guten Empfangsmöglichichkeiten im UKW bzw.DAB-Bereich...
Nach Genehmigung durch den Besitzer,betoniert man einen Stahlpfosten in die Erde und montiert entsprechende Antennen/Empfangstechnik.

Natürlich ist es schlicht unmöglich jetzt ein Kabel von der "Kopfstation" bis ins Wohnhaus auf der anderen Talseite zu verlegen.
Gibt es da Lösungen mit quasi Richtfunk und entsprechend minimalen Sendeleistungen wenn Sichtverbindung besteht und natürlich Lösungen die empfangenen Signale entsprechend umzusetzen ?

Es ist mir schon klar,das so etwas kaum zu realisieren ist (alleine schon wegen der Genehmigung für den Richtfunk),trotzdem fände ich so eine Kunstruktion sehr interessant.;-)

Antworten:

Keine Ahnung ob das hier wirklich zulassungsfrei ist, ein CE Zeichen hat es jedenfalls in der Anleitung:

https://www.conrad.de/de/hdmi-funkuebertragung-set-aei-digisender-dgxdsdv112sma-2km-eu-2000-m-24-ghz-mit-fernbedienung-986627.html

Ginge bis angeblich 2000m bei freier Sicht (sind allerdings auch Videosignale mit gemeint). Empfänger müssen halt vor Ort an der Antenne sein. Wenn es nur um Audio geht, sollte sich vielleicht noch was besseres finden lassen. Streamen ist nicht möglich? Gerade bei nur-Audio könnte man evtl. mit einer günstigen SIM, auch wenn gedrosselt, sicher eine Verbindung schaffen. Oder der nette Grundstückseigentümer lässt dich sein DSL/Kabel mitnutzen (sofern da was liegt).

Das ganze Spektrum rüberzubringen wird wohl nicht gehen, aber eben mit ferngesteuerten Empfängern über so ein offiziell erwerbbares Gerät an der Antenne geht sicherlich was. Man findet auch gewisse WLAN Hobbyerweiterer, die mit Bündelung und Boostern (illegalerweise) durch Häuserblocks versuchen durchzukommen. Davon ist natürlich abzuraten.

von CBS - am 22.09.2017 06:21
So einen WLAN Bastler hatte ein Freund auch mal an seinem Wohnort. Der hat mit seinem WLAN Netz die komplette Siedlung abgedeckt. Im viel zu schmalen 2,4GHz WLAN Band, das ja eh schon notorisch übervoll ist, auch noch sehr weiträumig wertvolle Kanäle zu blockieren ist ziemlich daneben. Um es mal sehr vorsichtig auszudrücken. Das sah die BNetzA zum Glück recht schnell genauso. :D

Aber um beim Thema zu bleiben: um das komplette Spektrum zu übertragen wirst du um eine Kabelanbindung nicht umher kommen. Für einzelne Kanäle gab es mal sau teure Richtfunktechnik aus dem Profibereich. Es gibt zwar auch im 10GHz(?) Band RiFu Strecken zu kaufen mit denen, zumindest in der Werbung, abgelegene Berghütten mit Internet versorgt werden. Aber wenn man den Berichten in den Foren so glauben darf sind diese weder besonders Preisgünstig noch übermäßig zuverlässig.

Ich habe aber auch mal von Lösungen gelesen die LTE benutzen. Da bekommt man, für teuer Geld versteht sich, eine garantierte Mindestbandbreite zugewiesen und unbegrenztes Datenvolumen. Damals wurde das angepriesen um abgelegenen (UKW) Sendern ein Signal zuzuführen. Aber auch um Live irgendwelche Events, Festivals, oder sonstige Ereignisse übertragen zu können. Ich habe aber keine Ahnung ob das tatsächlich mal zum Einsatz kam.

Die günstigste Möglichkeit wäre natürlich jemanden in der Nähe deines Empfangsturms zu fragen ob er dir seinen DSL Anschluss zur Verfügung stellt. Das Problem ist halt nur das dieser auch entsprechend schnell sein muss. Nicht das du mit deiner Übertragung seinen Anschluss zur Schneckenpost machst. Außerdem muss man bei so etwas auch immer damit rechnen das derjenige der dir seinen Anschluss zur Verfügung stellt irgendwann einen Rappel kriegt und den Stecker zieht.

von Spacelab - am 22.09.2017 08:49
Wie funktionieren denn die Angebote der Wireless-DSL-Anbieter? Die laufen doch auch im 2.4 und 5 GHz Bereich, nur eben mit Richtfunkantennen.
Als Anwender muss man halt nur darauf achten, die maximale EIRP von 100 mW nicht zu überschreiten, wenn man mit selbstgebastelten Antennen hantiert, und das geht über größere Entfernungen nur mit der entsprechenden Richtwirkung.
Eine passende Lösung zu finden, um das (ggf. mit SDR) empfangene Signal auf IP umzusetzen, ist dann eine weitere Herausforderung.

von Saarländer (aus Elm) - am 22.09.2017 10:17
Diese Wireless-DSL Anbieter nutzen 10GHz und 12GHz Technik. Diese ist aber, zumindest auf Senderseite, relativ teuer und man muss quasi Sichtverbindung haben. Außerdem weiß ich nicht ob man als Privatmensch überhaupt das 12GHz Band nutzen darf.

von Spacelab - am 22.09.2017 10:23
Die Firma Ubiquiti bietet sehr günstige 20cm kleine 5GHz-Rifu-Antennen mit integrierten Routern an. Ein Bekannter überträgt damit schnelles Internet über 13km Distanz (Sichtverbindung) von seiner Wohnung auf Gibraltar zu seinem Haus in Südspanien und streamt umgekehrt verschiedene Sender von seinem "Schüsselpark" auf dem Haus in Spanien zur Wohnung auf Gibraltar.

von Optimierer - am 22.09.2017 10:38
Gut, wie es heute mit den höheren Bitraten ausschaut, entzieht sich meiner Kenntnis.
Vor 10 Jahren war es auf jeden Fall noch so.
Das angefügte Foto von damals zeigt eine Antenne, die auf der Bergehalde Ensdorf installiert war, um Hülzweiler zu versorgen (1 - 2 km Distanz), und hat so 10 dBi Gewinn.
Diese Antennen werden auch heute noch verkauft, oft als 2.4 und 5GHz Kombiversion.
[attachment 9939 IMG_2085.JPG]

von Saarländer (aus Elm) - am 22.09.2017 10:42
Hallo,

gab es da nicht mal diese "Eindraht-Koax-Lösung"?

Vorn und Hinten einen "Anregtrichter" (der ersetzt den Schirm) und in der Mitte einen Draht gespannt. Das ganze Konstrukt soll ein Koaxkabel simulieren. Geht nur auf geraden Stecken, ohne große Krümmung.

Hatte ich mal in einem alten Antennenbuch gelesen. Ich finde es nur eben grad nicht....

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 22.09.2017 11:56
Zitat
Saarländer (aus Elm)
Wie funktionieren denn die Angebote der Wireless-DSL-Anbieter? Die laufen doch auch im 2.4 und 5 GHz Bereich, nur eben mit Richtfunkantennen.


Nein, für Wimax wurde ein eigener Bereich um 3.5 GHz lizensiert.
https://de.wikipedia.org/wiki/WiMAX
Diese Technik wird aber wohl mittelfristig durch LTE ersetzt werden.

von Loger - am 22.09.2017 12:19
WiMAX kann in diversen Frequenzbereichen genutzt werden. Damals hatte lediglich die DBD (oder so ähnlich hießen die) den 3,5GHz Bereich genutzt. Dafür musste man aber spezielle WLL Lizenzen haben. Die Technik, war wohl nix von der Stange, war ziemlich kostspielig und nicht sonderlich schnell. Um höhere Bandbreiten anbieten zu können wichen diverse Anbieter auf höhere Frequenzen aus.

von Spacelab - am 22.09.2017 12:25
Komplettes BK-Spektrum (und noch viel mehr, wenn man mehrere Moden nimmt) zu übertragen geht über längere Strecken auch gut mit Glasfaser. Klar, kostet Geld und braucht Kabelwege. Ein möglicher: die Kabelschächte der Straßenbeleuchtung. So kommt bei uns das Internet zum CMTS in der Kopfstelle. Prinzipiell könnten wir so auch in Gegenrichtung das BK-Signal der Kopfstelle vom Berg runter in den Ort bringen.

Relevante Erfolgsaussichten bei diesem Ansinnen hat man freilich nur bei berechtigtem "öffentlichen Interesse". In unserem Fall hat die Stadtbeleuchtung der Mitnutzung der Kanäle stattgegeben. Ob dafür regelmäßig Kohle rüberfließt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wenns um einen Einzel-/Privatanwender geht, wäre für mich z.B. denkbar, einen per IP steuerbaren UKW-Tuner zu installieren, ggf. mit Solar-Power davor. Dann via hochwertigem A/D-Wandler auf meinetwegen 48 kHz und 320 kbps MP3 (oder FLAC) streamen via eine bidirektionale Verbindung, die man dann doch haben und zahlen muß. Oder noch derber: nur die Steuerkommandos für den Frequenz- und Antennenwechsel z.B. via SMS oder was moderneres absetzen und das empfangene Signal ohne Beteiligung von Mobilfunkunternehmen unidirektional per RiFu zurückschicken, sei es als MPX oder als FLAC-Audio oder was auch immer. Damit hätte man nur die Steuerkommandos über zu zahlende Verbindung.

von Chris_BLN - am 22.09.2017 14:46
Zitat
Studio Leipzig
Hallo,

gab es da nicht mal diese "Eindraht-Koax-Lösung"?

Vorn und Hinten einen "Anregtrichter" (der ersetzt den Schirm) und in der Mitte einen Draht gespannt. Das ganze Konstrukt soll ein Koaxkabel simulieren. Geht nur auf geraden Stecken, ohne große Krümmung.

Hatte ich mal in einem alten Antennenbuch gelesen. Ich finde es nur eben grad nicht....

MfG

Studio Leipzig


Das ist eine Goubeau-Leitung. Steht auch noch im aktuellen Rothammel. Braucht allerdings freie Aufhängung, also keine Metallteile oder dielektrische Teile in der Nähe. Wird die Stadtverwaltung bestimmt nicht dulden, dass man so einen Drahtverhau mit Trichtern über mehrere Kilometer durch den Ort spannt.

von Zintus - am 22.09.2017 15:57
Zitat
UM74
Angenommen auf der anderen Talseite vis-a-vis eures Wohnortes gäbe es Stellen mit aussergewöhnlich guten Empfangsmöglichichkeiten im UKW bzw.DAB-Bereich...
Nach Genehmigung durch den Besitzer,betoniert man einen Stahlpfosten in die Erde und montiert entsprechende Antennen/Empfangstechnik.


Ketzerische Frage: was soll da empfangbar sein, das den immensen Aufwand rechtfertigen würde? Nichts für ungut, aber in einer Zeit, in der praktisch alles per Webstream hörbar ist, wirkt diese Idee reichlich antiquiert.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 22.09.2017 17:15
Zitat
Rolf
Ketzerische Frage: was soll da empfangbar sein, das den immensen Aufwand rechtfertigen würde? Nichts für ungut, aber in einer Zeit, in der praktisch alles per Webstream hörbar ist, wirkt diese Idee reichlich antiquiert.


Webstream ist doch unsportlich. ;-)

Mit diesem Argument kann man das DX-Hobby eigentlich weitgehend einstellen. Ich sehe es so wie UM74: Das Gedankenspiel ist interessant, auch wenn der zu erwartende Aufwand gegen die Realisierung spricht.

von Funkohr - am 22.09.2017 17:29
Ich denke es ist genau das. Ein reines Gedankenspiel. Ich finde das an sich sehr interessant. Auch wenn es natürlich vom KostenNutzen Verhältnis her fern von Gut und Böse ist. :D

von Spacelab - am 22.09.2017 19:37
Altes AMTV Equipment gebraucht kaufen und einfach in Betrieb nehmen :xcool:

Wenn da die alten Breitbandkabel-Aufkleber und DBP drauf sind, sollte das nicht gross auffallen...

von Wolfgang R - am 22.09.2017 19:44
Danke für eure zahlreichen Vorschläge für diese Sache.:-)

Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Ketzerische Frage: was soll da empfangbar sein, das den immensen Aufwand rechtfertigen würde? Nichts für ungut, aber in einer Zeit, in der praktisch alles per Webstream hörbar ist, wirkt diese Idee reichlich antiquiert.


Da hast du natürlich Recht.So ganz neu ist diese Idee auch nicht,die stammt noch aus einer Zeit in der Webstreams keine Rolle spielten.Internetempfang passt da auch irgendwie nicht zum Hobby DX-Empfang.

Mich juckte es einfach in den Fingern mit so einer "Lösung" sonst unerreichbare Sender doch zu Hause empfangen zu können.
Die oben beschriebene Empfangssituation gibt es wirklich.Hier am Westhang des Nagoldtals gibt es im DX-Bereich für meine Interessen ausser dem wetterabhängigen HR und grenzwertigen Signalresten aus RLP und dem Saarland nicht viel zu holen.
Am gegenüberliegenden Osthang ist fast alles empfangbar was Freude macht: DAB+UKW aus Bayern,Hessen (HR und Privatmux),DAB aus der CH,sogar tw. der MDR via DAB.
Auch der alte Kanal 7 vom Säntis kam früher über eine schwache Reflektion an dieser Talseite grenzwertig und stark wetterabhängig hier an.Ging nur bei Nebel in Farbe...

Und da ist das Problem:Man sieht rüber,aber doch bleibt der Empfang unerreichbar.:rolleyes:

Und bei so einer Empfangssituation kommt man halt auf solche Gedankenspiele wie in meinem Posting oben...

von UM74 - am 22.09.2017 23:31
Dass es solche Situationen gibt, stelle ich absolut nicht in Abrede. In meinem Elternhaus wird heute noch der ORF vom Pfänder via Reflexion an einem Hang geschaut. Analog war das etwas wacklig, aber seit DVB-T läuft das recht stabil. Nur bei Sturm gibt es gelegentliche Aussetzer.

Dennoch stehen bei allen vorgeschlagenen Lösungen die Bau- und Betriebskosten in keinem Verhältnis zum Ertrag. Spätestens, wenn man zur Weiterleitung des Signals auch noch einen externen Dienstleister benötigt, ist es mit dem "freien, unabhängigen Empfang" sowieso dahin. Dann kann man gleich aufs Web ausweichen.

Mein Lösungsvorschlag wäre eine Reflektorwand. Sowas gibt es z.B. auf Teneriffa. Mutmasslich werden hier die Signale des Senders Izaña auf diese Weise in abgeschattete Stadtteile der Inselhauptstadt Santa Cruz umgelenkt.
Baukosten fallen hier natürlich auch an. Die Dinger sehen nicht billig aus. Aber dafür sind die Betriebskosten gering (nur der Unterhalt der Konstruktion) und die Signale werden 1:1 weitergeleitet. Ausserdem wäre das keine "Ego-Lösung", sondern es könnten ganze Dörfer auf diese Weise versorgt werden.

[attachment 9950 2005-03-16_Reflektorwand_Santa_Cruz_Tenerife.jpg]

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 23.09.2017 03:38
Das hört sich doch schon viel realistischer an. Vielleicht könntest du auf der anderen Seite einige größere Reflektoren bespannt mit engmaschigem Kaninchendraht aufstellen. Das sieht man kaum vor einem Hintergrund von Bäumen und Sträuchern.

Die Beweggründe kann ich mir sehr gut vorstellen. Da ist zum Einen die technische Herausforderung. Zum Anderen möchte man vielleicht auch den Empfang im Autoradio und im Büro/Werkstatt ermöglichen, wo man vielleicht nicht einfach so mal auf einen Stream zurückgreifen kann.

Außerdem fühlt sich nichts besser an als echt über terrestrische Wellen empfangenes Radio. Deshalb nehmen wir bei uns in der Wohnküche auch gelegentliche Rauscheinbrüche von Bremen 1 und Bremen 4 in Kauf. :xcool:

von Zintus - am 23.09.2017 20:27
Kein bunter Container-Skyscraper in der Nähe? https://wordlesstech.com/shipping-container-skyscrapers/ ;)

Im Ernst, Anfang der 80er erzählte mir ein Funkamateur, dass er, wenn er mit seiner schmal bündelnden 2m-Yagi auf einen gegenüber des Mains liegenden zylindrischen Öltank zielte, konnte er innerhalb eines schmalen Winkelbereichs reflektierte Signale bequem aus >180° einfangen, die ihm durch Nachbarhäuser entweder ganz verborgen blieben oder die er erst umständlich mit langsamem Rotor suchen musste. Klang verrückt, aber "Tragflächen-DX" tut das auch.

Apropos. Wie reflexionsfreudig ist ein stehendes Windrad?

von Erich Hoinicke - am 23.09.2017 20:44
Das die Kosten da erheblich sein würden war mir schon klar.Es war halt ein Gedankenspiel und dabei
der Wunsch der Vater des Gedankens.
Und am liebsten wäre mir da schon eine Lösung gewesen bei der ich nicht auf externe Hilfe angewiesen gewesen wäre.Möglichst kompakt,angetrieben mit Solarenergie,im Idealfall.

Zur Reflektorwand:
Zusätzlich zu den von dir bereits geschilderten Hürden,lege ich keinen Wert darauf mit so einer Reflektorwand in der Rubrik "Kurioses" in unserer Tageszeitung zu erscheinen...;-)

von UM74 - am 23.09.2017 20:45
Zitat
Erich Hoinicke
Kein bunter Container-Skyscraper in der Nähe? https://wordlesstech.com/shipping-container-skyscrapers/ ;)

Im Ernst, Anfang der 80er erzählte mir ein Funkamateur, dass er, wenn er mit seiner schmal bündelnden 2m-Yagi auf einen gegenüber des Mains liegenden zylindrischen Öltank zielte, konnte er innerhalb eines schmalen Winkelbereichs reflektierte Signale bequem aus >180° einfangen, die ihm durch Nachbarhäuser entweder ganz verborgen blieben oder die er erst umständlich mit langsamem Rotor suchen musste. Klang verrückt, aber "Tragflächen-DX" tut das auch.

Apropos. Wie reflexionsfreudig ist ein stehendes Windrad?


Der Rotor einer Windkraftanlage besteht größtenteils aus GFK, soweit ich weiß. Werde zur Sicherheit am WE nochmal meinen Nachbarn fragen. Der arbeitet bei uns in der örtlichen Rotorenfabrik in der Fertigung. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass vor ca. 15 Jahren an meinem damaligen QTH (ca. 20 km weiter nördlich als jetzt) mein Empfang des damals aktiven Papenburger ATV-Relais auf 10 GHz durch ein Windrad gestört wurde. Im Rhythmus des Flügeschlags brach die Feldstärke kurz weg, also "flapp - flapp - flapp" ca. alle halbe Sekunde. Eine Anlage des ca. 5 km entfernten Windparks muss wohl genau im Signalweg gestanden haben. Das Relais war ca. 20 km entfernt.

Bezüglich Reflexion an hohen Bauwerken: um das stärkste Signal unseres 20 km östlich von mir gelegenen Relais auf 70 cm zu empfangen, muss ich meine Yagi nach Süden richten. Die Signale werden reflektiert von der großen mit Kupfer verkleideten Kuppel unseres "Emslanddoms", der ca. 400 Meter entfernt ist.

von Zintus - am 27.09.2017 07:16
Das macht sich tatsächlich auch auf größere Entfernungen bemerkbar. Im Urlaub in Bad Laasphe konnte ich das auch beobachten, da waren die Windräder mit Sicherheit auch 5km oder gar noch weiter entfernt. Trotz der Entfernung haben sie auf sehr vielen Frequenzen zu schwankenden Signalen geführt, was auf schwächer einfallenden Sendern dann auch deutlich hörbar war.

von Habakukk - am 27.09.2017 07:26
Das Windrad gleich neben dem Sender Donaueschingen hatte sich in der Endphase des Analogfernsehens auch bemerkbar gemacht. Da wurde während des Umbaus auf DVB-T analog mit weniger Leistung und von weiter unten am Turm gesendet und es zeigten sich die regelmässigen Bewegungen des Windrads als "Schattenbewegung" im Bild (schwer zu beschreiben), auch in grösserer Entfernung zum Sender. Bei Windstille waren die Störungen weg.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 27.09.2017 10:52
Wie würde in einer solchen Situation wohl eine passive Back-to-Back Yagi-Anordnung funktionieren. Eine Yagi auf den interessierenden Sender ausrichten, eine zum Heimat-QTH und das ganze mit Koax verbinden. Gibts Erfahrungen mit sowas?

von exseler - am 28.09.2017 18:25
Stimmt. Die Möglichkeit gibts ja auch noch. Eventuell könnte man ja sogar noch einen Verstärker zwischenschalten. Die Verstärkung müsste dann nur etwas geringer sein als die Kopplung (Dämpfung) zwischen den zwei Yagis.

von Zintus - am 28.09.2017 19:45
Sowas für die Mobilfunknetze hat jemand aufgebaut, um Signale 20 m höher an einem Mast abzugreifen und nach direkt unter den Mast zu strahlen. Natürlich passiv, soll ja auch bidirektional funktionieren. Auf Nachfrage behauptete er, die Netzverfügbarkeit wäre dadurch besser geworden. Mir fehlen aber vorher/nachher-Vergleiche.

von Chris_BLN - am 28.09.2017 21:17
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