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[IT-BZ]: RAS beginnt mit Reduzierung der UKW-Standorte

Startbeitrag von Alqaszar am 16.11.2017 21:55

Der etwas reißerische Titel bei radioszene.de suggeriert etwas anderes, daher hier die Fakten.

In Südtirol beginnt die RAS damit, ihre UKW-Senderstandorte zu dezimieren. Dabei handelt es sich um die Frequenzen, über welche doe ORF-Radioprogramme ausgestrahlt werden. Diese sind inzwischen flächendeckend über DAB+ zu empfangen.

https://www.ras.bz.it/de/digitalradio-weiter-ausgebaut-ukw-abschaltplan-der-ras-von-der-landesregierung-genehmigt/

Von einer "UKW-Abschsltung" kann man hier noch nicht reden. Anders als in Norwegen bleibemn die restlichen Programme auf UKW, also auch die der Rai inklusive Rai Südtirol sowie die privaten Anbieter. Der Hintergrund ist, das an den zahlreichen Standorten neue Geräte angeschafft werden müssten, weil die in Betrieb befindlichen ihre Lebenszeit hinter sich haben. Da auf UKW traditionell leidglich die ersten drei österreichischen Sender Ö1, Radio Tirol und Ö3 gedesnet wurden, über DAB+ aber ein viel größeres deutschsprachiges Angebot zu Verfügung steht, ist dieser Schritt nachvollziehbar.

Abzuwarten bleibt, ob die von der RAS offen gelassenen Frequenzen tatsächlich frei bleiben oder von anderen Sendern genutzt werden. Bei den im Dezember und bis November 2018 abgeschlateten Sendern handelt es ich aber eher um "Funzeln", die möglicherweise weder für die deutschsprachigen noch italiensichen Privatsender attraktiv sind.

Antworten:

Das sind weitgehend Funzeln in Seitentälern oder in Sicht zu anderen Standorten. RAI BZ hat z.B. an diesen Standorten keine eigene Frequenz, ist aber trotzdem landesweit präsent. Es sind also quasi "Luxus-Standorte", ohne die vielleicht nicht mehr in jedem Keller und in jeder Kurve rauschfreier Stereoempfang gegeben ist, ohne die aber weiterhin ORF-Programme auf UKW gehört werden können.
Also in etwa so, wie wenn der SWR seine Funkhaus-Funzel für SWR2 abschalten würde ;)
.... was ja auch sinnvoll wäre :)

von DH0GHU - am 16.11.2017 22:00
Die Lebenszeit erreicht haben...bei den Sendern St.Gertraud, Kurzras denke ich das die wohl kaum das Ende erreicht haben, da die noch nicht so alt sind. Vor einigen Jahren wurden die UKW Sender aufgeschaltet. Vieleicht sind diese Sendegeräte dann als Ersatzteilspender gedacht.
Die dann freien Frequenzen könnte doch u.a. Tele Radio Vinschgau nehmen fürs hintere Ultental und für das obere Schnalstal. Und auch Stadtradio Meran könnte ein Teil der freien Frequenzen bekommen.

von DJ Taifun - am 16.11.2017 22:40
Ich gehe davon aus, dass due RAS so wenig neue Sender kaufen möchte wie möglich. Dann nimmt man eben den neuen von ganz hinten im Tal und ersetzt damit den älteren über der eigentlichen Ortschaft.

von Alqaszar - am 17.11.2017 01:53
Zitat
DJ Taifun
Die Lebenszeit erreicht haben...bei den Sendern St.Gertraud, Kurzras denke ich das die wohl kaum das Ende erreicht haben, da die noch nicht so alt sind. Vor einigen Jahren wurden die UKW Sender aufgeschaltet. Vieleicht sind diese Sendegeräte dann als Ersatzteilspender gedacht.
Die dann freien Frequenzen könnte doch u.a. Tele Radio Vinschgau nehmen fürs hintere Ultental und für das obere Schnalstal. Und auch Stadtradio Meran könnte ein Teil der freien Frequenzen bekommen.

So steht das auch auf der RAS-Webseite: Die frei werdende Technik wird als Ersatzteillager benutzt, man erspart sich so Neuinvestitionen.
Ich habe so meine Zweifel, dass Frequenzen z.B. im hinteren Schnalstal oder Ultental für Privatsender interessant sein werden. Dort gab es auch bisher genug freie Frequenzen...

von DH0GHU - am 17.11.2017 07:30
Zitat
DH0GHU
Das sind weitgehend Funzeln in Seitentälern oder in Sicht zu anderen Standorten. RAI BZ hat z.B. an diesen Standorten keine eigene Frequenz, ist aber trotzdem landesweit präsent.


Nicht an allen Standorten sendet nur die RAS, an paar Standorten ist durchaus auch die RAI aktiv. In Aberstückl senden neben der RAI noch 6 Privatsender. Ich glaube aber, dass dort die Kosten für die Abstrahlung der Privatsender irgendeine Betriebsgesellschaft Sarntal trägt. So etwas gibt es z.B. auch im Pustertal, oder im Grödental. Das ist m.W. vergleichbar mit den gemeindeeigenen GSA-Anlagen in Österreich. Die Gemeinden sorgen einfach selber dafür, dass die relevanten Programme eine UKW-Versorgung haben.

Aber es stimmt schon: man hat in den Versorgungsgebieten aller genannten Standorte auch akzeptablen UKW-Empfang über andere Standorte (vielleicht halt leicht verzerrt oder mit Stereorauschen), dazu sehr guten Indoor-DAB-Empfang.

Auf Deutschland übertragen wäre das so, wie wenn z.B. Antenne Bayern oder der BR die UKW-Füllsender in Bad Tölz, Ulm oder Eichstätt abschalten würden. Man könnte trotzdem (mit etwas mehr Aufwand) auf UKW weiter hören, hätte aber alternativ perfekten DAB-Empfang.

von Habakukk - am 17.11.2017 10:14
Mich erinnert das alles eher an etwas anderes : an einen schleichenden Prozess,
um die Südtiroler näher an Italien zu bringen. ( hier ist der Blick in die Geschichte als
auch privates wesentlich ). Würden mit dem Abschalten der Ö-Sender auch gleichzeitig
die Sender der RAI abgeschaltet, wäre es verständlich : UKW ist langsam tot.
Aber so wie ich es lese,sollen die Ö-Sender abgeklemmt werden, die RAI bleibt jedoch
wie gewohnt aufgeschaltet.
Falsch gelesen ?

von sup2 - am 17.11.2017 10:22
... dafür fördert man DAB und schaltet dort neben den 3 Ö-Sender (und Radio Rumantsch, das auch teils auf UKW läuft) auch noch weitere deutschsprachige Programme auf. Zu viele Verschwörungstheorien gelesen?

von DH0GHU - am 17.11.2017 10:32
Zitat
DH0GHU
Zu viele Verschwörungstheorien gelesen?


Definitiv! :D

Mit ein Grund dürfte die unterschiedliche Haltung gegenüber DAB sein. Die RAI war noch nie ein großartiger Befürworter von DAB, ganz im Gegensatz zur RAS, die ja reiner technischer Dienstleister ist und keiner "programmlichen" Konkurrenzsituation ausgesetzt ist wie die RAI. Entsprechend gibt es da auch keine einheitliche Vorgehensweise. Die RAS war schon immer unabhängig von der RAI.
Das wäre so, wie wenn hierzulande das Deutschlandradio erste UKW-Funzeln abschalten würde, WDR, hr oder NDR aber nicht. Würde auch keinen wundern bei der unterschiedlichen Haltung zu DAB+.

Und natürlich hat jeder Standort seine Berechtigung, aber man baut mit dieser Maßnahme auch einen Teil der Überversorgung ab. In den genannten Regionen gibt es für UKW immer einen Alternativstandort, der auch empfangbar ist. Vielleicht nicht so gut (Stereorauschen), vielleicht muss man die Antenne genauer ausrichten, vielleicht reicht es nicht für den Keller, aber man kann die Programme selbst dann noch weiter hören, wenn man kein DAB-Radio kauft.

von Habakukk - am 17.11.2017 10:44
Das hat nix mit Theorien zu tun, ist aber die übliche Linken-Keule, wenn denen nix mehr einfällt.
.
Wenn die Ö-Sender auf UKW gleichzeitig mit der RAI verschwinden, dann ist es
technischer Natur.
Wenn Ö verschwindet, It aber erhalten bleibt, dann bekommt die "Theorie" Substanz.

Möge die RAS doch einfach die RAI-UKW-Sender gegen die Ö-Sender tauschen.
Schon wäre das Geschrei groß. Warum sollen alle Ö-Freunde neue Radiogeräte kaufen,
während die RAI-Freunde weiterhin die Altgeräte nutzen können ?

von sup2 - am 17.11.2017 10:55
@sup2:
Ach, die Linken-Keule... Das ist die übliche Rechten-Keule, wenn einem nix mehr einfällt.

Warum sollte es nur dann technischer Natur sein, wenn RAS und RAI gleichzeitig verschwinden? RAS und RAI betreiben ihre Sendernetze getrennt, sind zwei völlig autark voneinander operierende Unternehmen. Die Initiative zur Abschaltung dieser UKW-Füllsender geht auch nicht von der italienischen Regierung, sondern von der RAS selber aus, das kommt nicht von oben. Die RAS möchte schlicht und ergreifend Kosten sparen und keine UKW-Sender mehr für teures Geld erneuern, die vielleicht 50-100 Leute versorgen.

Bitte bedenkt: da werden tlw. UKW-Sender abgeschaltet, die so wenige Leute versorgen, dass es sie in Deutschland ja noch nicht mal gäbe!

Und die RAI wird ihre UKW-Sender dann abschalten, wenn sie es selber für richtig hält.

von Habakukk - am 17.11.2017 11:01
die Linken-Keule... Das ist die übliche Rechten-Keule

Das interessante ist dabei, dass der Linke immer allergisch reagiert, wenn er ertappt wrd.
Aber darum geht es in diesem Thread nicht ! ( zurück zur Technik )

Natürlich werden Sender abschaltet, die möglichst wenige Leute versorgen.
Wenn diese Sender nun endgültig verschwinden würden und nicht
mehr eingeschaltet werden, dann ist es sicher OK.
Ein Beitrag zum Umweltschuitz, egal was.

Sollten jedoch italienische Sender künftig dort zu hören sein, wäre
es durchaus sichtbar, was gespielt wird. Wir warten also mal ab, was in
Südtirol ( einem wirklich wunderbaren Urlaubsort ) gespielt wird.

von sup2 - am 17.11.2017 11:15
Italien ist genauso ein Rechtsstaat wie Deutschland. Wenn dort eine Frequenz frei ist, und es keine übergeordneten rechtlichen Gründe gibt, dass diese nicht mehr vergeben werden darf, wird diese natürlich vergeben. Und da auch in Italien ein Diskriminierungsverbot herrscht, kann das quasi jede Sprache sein.
Da wird nix sichtbar. Außer vielleicht ein funktionierendes Frequenzmanagement ;)
Nur: an vielen dieser Standorten ist das UKW-Band ziemlich leer, z.B. im Ulten- und Schnalstal. Da geht nicht viel. Da sind schon Frequenzen frei, man müßte garnichts abschalten, um Neues aufzuschalten. Aber sogar in Italien gibt es BWLer... ;-)

Achja, sup2: Ich habe Dir garnicht unterstellt, zu den rechten Hohlbirnen zu gehören. Man kann auch als Linker Verschwörungstheorien glauben.

von DH0GHU - am 17.11.2017 11:21
Lese ich da ein leises "Südtirol heim ins Reich"?

von iro - am 17.11.2017 11:24
Zitat
sup2
die Linken-Keule... Das ist die übliche Rechten-Keule

Das interessante ist dabei, dass der Linke immer allergisch reagiert, wenn er ertappt wrd.
Aber darum geht es in diesem Thread nicht ! ( zurück zur Technik )

Ich sag mal so, manche Gedankengänge sind so abstrus, dass einem außer Verschwörungstheorie einfach auch nichts anderes einfällt (wie DH0GHU schon schrieb, erst mal egal ob links oder rechts).
Darüber hinaus finde ich noch viel interessanter, wie dann gleich eine politische Einordnung ("Linken-Keule") kommt, wenn man einen Gedankengang als absurd hinstellt. Da würde ich fast schon behaupten, dass du gerade selber dabei ertappt wurdest, aus welchem Lager du kommst (war mir aber nix Neues, hatten wir im OT schon zur Genüge).

Dann mal zu den Fakten. Abgeschaltet werden heuer noch:
- Antholz 50W (reiner RAS-Standort)
- Karthaus 130W (reiner RAS-Standort)
- St. Gertraud 20W (reiner RAS-Standort)
- Rauth/Eggental 100W (hier sendet außer RAS nur das deutschsprachige RAI Südtirol)
- Wengen 100W (hier sendet außer RAS auch die RAI mit allen 4 Programmen)
- Wiesen 50W (hier sendet außer RAS auch die RAI mit allen 4 Programmen)

Bis Ende 2018 werden abgeschaltet:
- Kurzras 50W (reiner RAS-Standort)
- Ratschings 50W (reiner RAS-Standort)
- Welschnofen 100W (hier sendet außer RAS nur Radio Grüne Welle)
- Graun 400W (hier sendet außer RAS auch die RAI mit allen 4 Programmen)
- Prags 50W (hier sendet außer RAS auch die RAI mit allen 4 Programmen)
- Ritten 400W (hier sendet außer RAS auch die RAI mit allen 4 Programmen)
- Aberstückl 100W (hier sendet auch die RAI mit 4 Programmen, sowie 6 Privatsender)


Soweit ich gehört habe, sollen die Frequenzen nicht wieder neu vergeben werden. Weiß ich aber nicht zu 100%. Muss man abwarten.
Und wenn Radio Italia Solo Musica Italiana der Meinung ist, mit dem Sender für Kurzras auf 3000m irgendein Gletschergebiet beschallen zu müssen, ja mei... Sollen sie halt..

Wie gesagt: die Abschaltung der UKW-Frequenz geschieht m.W. rein auf Eigeninitiative der RAS und aus Kostengründen, weil offenbar sonst an diversen Standorten die Erneuerung der offenbar recht alten Technik anstünde.

Aber es darf sich jeder selber bei der RAS erkundigen, ob sie womöglich doch vom bösen italienischen Zentralstaat zu dieser Maßnahme genötigt wurde.

Es darf sich auch jeder mal die UKW-Sendernetze der RAS, der RAI und der Privaten auf FMMAP zu Gemüte führen. Am besten hochgehen auf 61dBuV, damit man überhaupt Durchblick bekommt, und dann die Topographie einblenden, damit man sieht, was realistisch versorgt wird und was eher nicht (die FMMAP berücksichtigt das nicht ganz so gut).

Wie gesagt: der Versorgungsgrad übertrifft bei Weitem das, was wir hier in Deutschland gewohnt sind, selbst in den Bergregionen.

Zitat
iro
Lese ich da ein leises "Südtirol heim ins Reich"?

Pssst, nicht dass du noch ins Lager der linken Gutmenschen geschoben wirst... ;-)

von Habakukk - am 17.11.2017 11:40
@ DG .... : Thanks. Aufgrund eines Forums sollte man nicht in Streitigkeiten verfallen,
Zumal es hier um TECHNIK geht. egal was wer wie wann und warum wählt.

Schauen wir mal, was aus den UKW-Frequenzen in ST wird. ;)

von sup2 - am 17.11.2017 14:46
Über DAB+ bekommt man in Südtirol Einiges geboten.
Sogar den BR flächendeckend...und die ORF Programme via RAS.

............................
Ich weiß nicht wie es in Österreich und Bayern umgekehrt ist...:-)....da kann man sich von Südtirol ruhig mal ne Scheibe von abschneiden !

von Starsailor001 - am 18.11.2017 21:23
Grundsätzlich richtig. Warum schaltet man also nicht gleichzeitig mit dem ORF auch
die RAI-Sender analog ab ? Das ist der springende Punkt.
Würde ein Standort wegen "brauchtmannicht" abgeschaltet, dann wäre es O.K.
Aber : IT-Sender senden weiter analog, der ORF wird jedoch weiter zurückgedrängt.

von sup2 - am 19.11.2017 12:51
Er will es nicht verstehen... RAI = RAI und RAS = RAS.

von iro - am 19.11.2017 13:33
@ sup2

Zitat

Warum schaltet man also nicht gleichzeitig mit dem ORF auch
die RAI-Sender analog ab ? Das ist der springende Punkt.



Das wurde oben schon von Habakukk erklärt:

Zitat

Mit ein Grund dürfte die unterschiedliche Haltung gegenüber DAB sein. Die RAI war noch nie ein großartiger Befürworter von DAB, ganz im Gegensatz zur RAS, die ja reiner technischer Dienstleister ist und keiner "programmlichen" Konkurrenzsituation ausgesetzt ist wie die RAI. Entsprechend gibt es da auch keine einheitliche Vorgehensweise. Die RAS war schon immer unabhängig von der RAI.


Im Umkehrschluß könnte man genau so unterstellen, daß die deutschsprachigen Programme hinsichtlich DAB bevorzugt würden. Das wäre ebenfalls Quatsch.

von Kay B - am 19.11.2017 13:46
Was die RAS ist, ist bekannt. Was die RAI ist , ist auch bekannt.

von sup2 - am 19.11.2017 16:43
Aus Außenstehender finde ich die Diskussion etwas scheif und auch befremdlich.
Südtirol ist Teil Italiens. In Italien operiert die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt RAI. Das Sendegebiet der RAI ist Italien. Demnach werden in Südtirol die Programme der RAI, als der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Italiens, auf den üblichen Verbreitungswegen in dem Sendegebiet der RAI ausgestrahlt. Aufgrund geschichtlicher Zugehörigkeit Südtirols zu Österreich bzw. K&K werden in Südtirol Programme auch aus dem benachbarten Österreich, der Schweiz, Deutschland (obwohl nicht benachbart) zusätzlich terrestrisch ausgestrahlt. Derzeit werden die Programme über UKW und DAB+ für den Hörfunk und über DVB-T für das Fernsehen ausgestrahlt. Die Ausstrahlungen werden durch die auf Drängen und von Wünschen der südtiroler Bevölkerung gegründeten RAS durchgeführt. Diese Gesellschaft versteht sich als lediglicher Re-Broadcaster von Inhalteanbietern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Sie steht in keinerlei Beziehung zu der italienischen RAI. Die RAS hat demnach den Fokus allein auf die Technik und ist somit unabhängig von den angebotenen Inhalten. Des Weiteren ist sie weisungs- und entscheidungsunabhänig von anderen Gesellschaften und auch Anstalten. Auch unterhält sie ihre Senderstandort weitestgehend selbst. Die RAS hat die Entscheidung getroffen, ihre Sendeanlagen mehr und mehr auf die zukünftigen digitalen Sendearten umzustellen. Dies auch vor dem Hintergrund, die Anlagen erstens wirtschaftlicher betreiben zu können und zweitens das Programmangebot durch die freiwerdenden Ressourcen, zum Teil deutlich, zu erweitern. Demnach ist es logische Konsequenz, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt die alten Sendearten in geordneter Weise nicht nur abgeschaltet sondern vielmehr ersetzt werden. Somit entsteht keinerlei Verlust hinsichtlich der Programmvielfalt. Auch befinden sich die Nutzer der RAS in der vorteilhaften Situation, die Vorteile der neuen digitalen Programmverteilungswege positiv nutzen zu können und zwar sogar vor den RAI Zusehern und Zuhörern. Hinsichtlich der Programmvielfalt stellt sich die Situation sogar noch vorteilhafter dar: Aufgrund der Inhalterechte werden TV-Programme aus Österreich und der Schweiz außerhalb der eigenen Landesgrenzen nur verschlüsselt angeboten. In Südtirol erfolgt dagegen eine freie Ausstrahlung. All dies ist ein deutliche Privilegierung Südtirols. In Gebieten mit ähnlicher historischer Vergangenheit, wie bspw. Teile Polens, Elsaß, östliche Teile Belgiens, Teile Ungars, Teile Tschechiens usw. wird diese Praxis nicht durchgeführt. In jenen Gebieten erfolgt keinerlei Ausstrahlung deutschsprachiger Programme lokal vor Ort und logischerweise auch nicht in diesem Umfang. Die RAS stellt weiterhin ein deutlich attraktives Paket deutschsprachiger Porgramme zusammen und strahlt dieses zunehmend auf den für die Zukunft relevanter Verbreitungswege ab. Darüber hinaus wurde und wird das Angebot gegenüber den bereits bestehenden analogen Verbreitungswegen deutlich erweitert.
=> Wo ist das eigentliche Probem?

von Jens1978 - am 19.11.2017 17:51
Zitat
sup2
Was die RAS ist, ist bekannt. Was die RAI ist , ist auch bekannt.
Natürlich kann man die dt.spr.Sender via DAB promoten, keine Frage.
Das gibt aber keine Antwort auf "gleiches Recht für alle".
Bislang zeigt es nur, dass die dt.spr. Sender in Südtirol langsam,
aber sicher , an den Rand gedrängt werden. Den Anfang würde eine Abschaltung von
eben diesen Sendern per UKW machen, während die IT-Sender weiter mit einfachsten Radios
empfangbar sind.
Das alleine zeigt die Richtung.

Nein, ich will nicht verstehen, warum in Südtirol die deutschsprachigen Sender so nach und nach von einem üblichen anerkannten und genutzen Empfangsweg im Gegensatz zu den RAI-Sendern abgeschaltet werden sollen.


Alter was redest du ja für ein Mist zusammen. Die ganzen deutschsprachigen Südtrioler bleiben mit einfachen Radios erhalten, es betrifft nur Ö1, Ö2 und Ö3 und dort auch erstmal nur kleinst Anlagen. Wenn die RAS Ö1,Ö2 und Ö3 nicht mehr auf UKW verbreiten möchten ist das ihre Entscheidung.

von Kohlberger91 - am 19.11.2017 19:52
Man wird wohl unterstellen dürfen, daß der "Landeshauptmann" der Provinz Südtirol keinen Maßnahmen zustimmen würde, die irgendeinen deutschsprachigen Einfluss auch nur ein kleines bisschen beschränken täte. DAB+ ist angekommen. UKW ist in Südtirol noch "mittel- bis langfristig" die neue Mittelwelle. Bis irgendwann fast der letzte Hörer weg ist oder der letzte nicht mehr gewartete UKW-Sender abraucht.

von iro - am 19.11.2017 20:31
Diese Diskussion ist einfach nur lächerlich. Wie viel Verfolgungswahn ist dennn für sowas nötig?!
Wenn in D UKW abgeschaltet werden würde, und nur AFN seine Sender auf UKW in Betrieb lassen würde (weil nun mal kein US-Bürger ein DAB-Radio besitzt), würden irgendwelche Spinner wohl auch davon reden, dass wir amerikanisch besetzt wären ;-)

von DH0GHU - am 20.11.2017 07:19
Zusatz

Im Aostatal gibt es Programme aus Frankreich
In Tarvisio (Grenzort zu Österreich) im Friaul wurde der alte ORS Mux A lokal auch ausgestrahlt.

Ist also nicht auf Südtirol und dem Trentino (Wo die RAS ja auch Sender hat) beschränkt.

von andimik - am 20.11.2017 09:00
Suedtirol hat einen super Minderheitenschutz und eine weitreichende Autonomie, gerade erst deswegen ist sowas wie die RAS erst moeglich.

In der Abschaltung einiger weniger UKW-Standorte eine "Verschwoerung und Italianisierung" zu sehen finde ich etwas befremdlich. Suedtirol hatte - wie alle Gebiete, wo das Konzept des Nationalstaates an seine Grenzen stoesst und es Minderheiten u.a. gibt - grosse Schwierigkeiten im 20. Jhdt. und das nach langen Verhandlungen mit einem mehr als guten Autonomiestatus geloest, der auch Modell fuer viele andere Regionen in Europa ist. Allein den Vorwurf einer "Italianisierung" sehe ich als Aufwaermen von laengst abgeschlossenen Konflikten sowie auch der Vorschlag eines oesterreichischen Politikers, der bald Regierungsverantwortung uebernehmen wird, Suedtirol doch wieder nach Oesterreich zu "integrieren"... Suedtirols Status ist beneidenswert und macht vieles moeglich, was sonst gar nicht moeglich waere, die RAS ist eine Sache davon.

Aehnliches betrifft das Friaul ganz im Nordosten Italiens, wo es sogar vier Sprachen gibt (Italienisch, Slowenisch, Friulanisch, Deutsch), fuer die slowenische Minderheit gibt es dort ein eigenes Programm der RAI als Teil eines umfassenden Minderheitenschutzes.

Letztendlich ist es ja die RAS, die auch ein "Kind" des Autonomiestatus ist und ich glaube, dass ohne diesen Status vieles von dem nicht moeglich waere, fuer das ich Suedtirol sehr beneide.

von RTL 102.5 Fan - am 20.11.2017 10:23
Volle Zustimmung.

@ rtl 102,5 Fan


Die gesamte Diskussion, dieses Themas im Thread ist etwas Überhitzt.
DAB+ bietet via RAS in Südtirol eine große Vielfalt.
Und wenn die Menschen auf diese neue digitale Technik nach und nach umschwenken...dann darf man auch behutsam ..nach und nach eine Doppelversorgung per altem UKW in Füllsendern....abschaffen.
Kein Mensch will das RADIO abschaffen! :-) Nur der Verbreitungsweg ändert sich so langsam.

von Starsailor001 - am 21.11.2017 21:05
Zur Klarstellung

Man kann dort noch immer UKW vom Nachbarstandort hören, die Abschaltung betrifft Umsetzer, die nur der Qualität wegen gebaut wurden.

von andimik - am 22.11.2017 05:50
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