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Kabelpilotprojekte und Mittel- und Kurzwelleneinspeisung

Startbeitrag von Frankfurt am 23.11.2017 07:04

Ab Mitte der 80er Jahre wurden in den meisten Kabelprojekten ja schon Rückkanaltechnik verbaut. Die ging damals meist nur bis 25 Mhz. Wofür war die damals angedacht ? PPV oder Pay-TV ?
Wurde in anderen Pilotprojekten der ersten Stunde auch die Mittel- und Kurzwelle eingespeist ? Es gab ja in den 70er Jahren meist noch den obligatorischen LMK-Stab auf den meisten Antennenanlagen.

Antworten:

Das einzige mittelwellige in unserem Kabelnetz war die "NDR Mittelwelle" auf 94.15 MHz. Mit Fading!

von iro - am 23.11.2017 08:42
Bevor der DLF auf UKW sendete, wurde das Mittelwellensignal ins Kabel übertragen. Da das Programm von dem starken Sender aus Braunschweig übernommen wurde, war das Signal bei mir störungsfrei.

von Radiologe - am 23.11.2017 08:59
In Düsseldorf wurde Mitte der 1980er das Mittelwellenprogramm von SR 1 Europawelle Saar ins Kabel übertragen. Da wurde es dann natürlich auf UKW ausgekabelt. Habe mich damals schon gefragt was das sollte, denn der Empfang war nicht so besonders. HR3 und RTL Radio waren übrigens von UKW drinnen.

von joce - am 23.11.2017 13:15
Zitat

Wurde in anderen Pilotprojekten der ersten Stunde auch die Mittel- und Kurzwelle eingespeist ?
In QTH2 war tatsächlich Mittelwelle auch über Kabel übertragen worden. Das stand damals auch so bei den Faltblättern mit dabei. Also ich spreche jetzt tatsächlich von einer 1:1 MW Bandübertragung, keine Umwandlung von MW Signalenauf UKW Frequenzen.

von Jens1978 - am 23.11.2017 14:25
Gab es bei meinen Eltern (Landkreis Vechta) auch, da wurde die NDR-Mittelwelle bis zuletzt ausgekabelt. Zwischendurch wurde mal auf Sat-Einspeisung von NDR Info Spezial umgestellt, um wenige Monate später wieder auf Mittelwelle zurückzuschwenken wegen des Streits um Einspeiseentgelte.

von htw89 - am 23.11.2017 16:10
Auch das Langwellen-Signal von Deutschlandfunk wurde in einigen Kabelnetzen der Deutschen Bundespost umgesetzt! Hier im Netz Rendsburg gab es wohl nie ein Mittelwellensignal, welches dann 1:1 ins Kabel umgesetzt wurde. Außer es gab so zu Beginn des Kabel noch so was. Da habe ich aber keine alten Daten für. Was es hier gab: Ein eigentlicher Mittelwellensender, Power Radio 612, wurde hier im Kabel in UKW Stereo verbreitet. Die Signalquelle war aber eben nicht die Mittelwelle, sondern das Signal wurde per Leitung vom Studio zur Kopfstation gebracht und dort halt in "normaler" Stereo-Qualität eingespeist!

von Kai. - am 23.11.2017 16:49
AM-Umsetzung gab es anfangs ganz oft, gefühlt in jedem zweiten Kabelnetz...

von WiehengeBIERge - am 23.11.2017 17:06
hr-chronos (später dann hr-info) wurde im Ortsnetz Hanau von der Mittelwelle 594 kHz abgegriffen.

von RheinMain701 - am 23.11.2017 17:20
Zitat
joce
In Düsseldorf wurde Mitte der 1980er das Mittelwellenprogramm von SR 1 Europawelle Saar ins Kabel übertragen. Da wurde es dann natürlich auf UKW ausgekabelt. Habe mich damals schon gefragt was das sollte, denn der Empfang war nicht so besonders. HR3 und RTL Radio waren übrigens von UKW drinnen.


Das mit SR1 interessiert mich aber etwas genauer. Ich wohnte in den 90ern im Ruhrgebiet, ca. 30-40km weiter vom Sender Heusweiler entfernt als Düsseldorf. Tagsüber habe ich nicht mehr viel vom Sender hören können. Wie war denn das in Düsseldorf im Kabel?

von alzarius - am 23.11.2017 18:43
Zitat
Frankfurt
Ab Mitte der 80er Jahre wurden in den meisten Kabelprojekten ja schon Rückkanaltechnik verbaut. Die ging damals meist nur bis 25 Mhz. Wofür war die damals angedacht ? PPV oder Pay-TV ?


PPV. In Ludwigshafen hat die AKK 1984 entsprechende Tests durchgeführt, in den Regelbetrieb ging das aber nicht. Veranstalter wie auch Zuschauer zeigten kaum Interesse; werbefinanziertes Free-TV versprach größere Rendite und wurde von den Pilothaushalten viel stärker genutzt.

AM-Umsetzung gab es in vielen Netzen, in Hessen wurde in der Regel die hr-Mittelwelle (mit hr1 + Sondersendungen und Gastarbeiterprogramm) auf UKW umgesetzt.

von MainMan - am 23.11.2017 19:59
Zitat
RheinMain701
hr-chronos (später dann hr-info) wurde im Ortsnetz Hanau von der Mittelwelle 594 kHz abgegriffen.

1992: In Frankfurt war auf 105,8 die hr Mittelwelle 594 kHz zu hören. Ich vermute daß die Gastarbeiterprogramme der Grund waren dies ins Kabel zu übernehmen. [Warum man nicht einfach einige damalige UKW-Stadtfrequenzen von hr4 (Bensheim, F, (ohne FD) KS, MR, WI, WZ) damit belegt hat und so auch in ordentlicher Qualität im Kabel zu hören gewesen wäre könnte man als OT mal weiterverfolgen] Später wurden dann hr-chronos draus, auch via Mittelwelle obwohl via adr empfangbar und dies die bessere Audio-Qualität geboten hätte.

Essen: Dort gab es für den DLF den Hinweis bezüglich einer Mittelwellenzuführung. Das blieb nach meinem Wissen auch noch so als man bereits in Wesel via 102,8 sendete.

von Thomas (Metal) - am 23.11.2017 20:42
Bei uns hier im Süden war lange Zeit auf 87,5 MHz die Bayern 1-Mittelwelle (801kHz) mit dem Gastarbeiterprogramm zu hören.

von Habakukk - am 24.11.2017 07:06
ja, die Mittelwellenumsetzung von DLF und den Informationskanälen mit Sonderprogrammen wie Bundestagsdebatten oder Ausländerprogramme war schon weit verbreitet. Mich interessierte wirklich die direkte 1:1 Einspeisung der AM Bänder, welche ja auch wirklich vielerorts in den Anfängen praktiziert wurde :-)

von Frankfurt - am 24.11.2017 12:50
Hab mal in meinen alten Daten gesucht und gefunden: Im Kabelnetz Gundremmingen sendete Deutschlandfunk mit der Quelle Langwelle auf 87,95 MHz.Im Kabelnetz Holzheim auf 107,7 MHz! Da gab es sicher dann noch das ein oder Netz, wo ebenfalls die Langwelle genommen wurde. Die Daten, die ich von den beiden oben genannten Netze habe, müsste aus den Jahr 2008 stammen.

von Kai. - am 25.11.2017 14:42
Über das DSR Paket das auch im Kabel empfangbar war,wurde unter DLF extra auch das LW Programm übertragen für Bundestagssitzungen oder Sondersendungen.Das lief dort bis zur Abschaltung im Januar 98.

von Radio10 - am 25.11.2017 18:43
Ich muss mal in meinen alten DBP-Unterlagen schauen, da ist so ein Merkblatt, was im Kabel alles geht und wie toll es ist - heute wurde man das FAQ nennen. Da war das Kabel aber schon lange im Regelbetrieb.

Da ist das Thema LMK auch drin - was "aus technischen Gründen" nicht übertragen werden kann.

Ich habe ja noch so einen LMKU-Antennenkopf und es ist schon ein Aufwand, Komponenten zu finden, welche den kompletten Bereich überhaupt noch durchlassen. Mein MBV übernimmt LMK auf dem LMKU Eingang und gibt es unverstärkt weiter. Das machen die meisten HAV jedoch nicht. Die Linienverstärker bestimmt auch nicht.

Zudem verhält sich ja der Bereich unter 5MHz mehr wie Wechselspannung als HF und das ist sicher auch nicht so einfach zu beherrschen.

Bleibt die rechtliche Seite: Das Band 1:1 ungefiltert weiterzugeben, also auch Feindsender (wir waren da noch voll im kalten Krieg!) zu verbeiten war politisch nicht gewollt.

Ich erinnere an die Debatte kurz vor Mauerfall, DDR1/2 TV bundesweit auszukabeln und auf welchen Widerstand das Vorhaben gestossen ist!

Die LW/MW auf UKW-Umsetzung war in vielen Netzen anzutreffen und schon fast Standard, man versuchte ja damals, das Angebot mit jedem noch so kleinen Bonuspunkt aufzuwerten z.B die zig verschiedenen Ländervarianten von der ARD, nur wegen dem Vorabendprogramm oder die vielen herantgeholten UKW-Stationen, die am Kabelkopf nur in mono heranzuholen waren und in besseren Lagen mit der Dachantenne in Stereo gehen.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 26.11.2017 10:42
[attachment 10195 porta.jpg]

Porta Westfalica in der Kabel-Frühzeit.
Die 87,5 kam von Mittelwelle, und zwar meiner Erinnerung nach wesentlich später immer noch.

Wir reden hier jedoch alle von UKW-Umsetzung. Gefragt war ja im Ausgangspost eigentlich was anderes...

von WiehengeBIERge - am 26.11.2017 12:08
OT: Berliner Rundunk und Stimme der DDR als Fernempfang? Wo wurde empfangen? Hier gab es "Unterkopfstellen", die Programmbelegung variierte (in einigen Orten gab es hr3 oder Hilversum 3 in Stereo, in anderen nur in Mono etc.). Der Brocken dürfte "bei Euch" kein großes Problem gewesen sein um die Programme 24/7 in Stereo auszukabeln. Selbst ich hatte ca. 50km weiter westlich und tiefer mit einer 3 Elemente-Yagi die 94,6 und 97,4 in guter Mono-Qualität. Alle anderen Brocken-Frequenzen wurden von mehr oder weniger starken Nachbarsendern überlagert bzw. ich hatte keine Ahnung was wo sendet. So dachte ich lange dass die 94,6 aus Leipzig kommt weil das Leipziger Regionalprogramm dort lief... Stimme der DDR und DDR2 waren in Mono drin, im Ostkreis in Stereo plus DDR1.

von Staumelder - am 26.11.2017 12:42
Die Verbreitung von Programmen auf eigenen LW- und MW-Frequenzen in Kabelnetzen gab es bis zum 30.9.1966 (zuletzt nur in Berlin [West]). Es handelte sich um den "Drahtfunk" über Telefonleitungen, ausführlich beschrieben im "Archiv für Post- und Fernmeldewesen, Nr. 5/6 , 1973, S. 611 ff."
Bei späteren Einspeisungen in Koaxialkabel für UKW/Fernsehen kann es sich allenfalls um die Verbreitung über die Hausantenne empfangener LW/MW-Signale in Original-Frequenzlage gehandelt haben. Soweit ich weiß, gab es sogar LMK-Verstärker in Röhrentechnik. Üblich wurde aber die hier reichlich beschriebene Umsetzung von AM-Programmen auf eine UKW-Frequenz.

von hegi_ms - am 26.11.2017 13:00
@ Staumelder
Empfangsort war dort der FMT Jakobsberg. Der Brocken geht da oben natürlich völlig problemlos, aber mit ca. 140 km Luftlinie bis zum Brocken es ist eben doch Fernempfang gewesen und dementsprechend anfällig für Störungen bei Tropo. Man hätte die DDR-Sender wahrscheinlich auch in Stereo einspeisen können (die HR-Programme auch), nur man wollte ja möglichst "saubere" Signale im Kabel verbreiten, daher hat man wahrscheinlich wegen minimalem Stereorauschen lieber Mono eingespeist. Stimme der DDR und den Berliner Rundfunk (auch vom Brocken) hat man ja immerhin doch in Stereo eingespeist.

UKW wurde eigentlich immer an den "Unterkopfstellen" direkt empfangen, so hatte z.B. Lübbecke eine andere UKW-Belegung als Minden oder Bad Oeynhausen, während TV aber gleich war.

von WiehengeBIERge - am 26.11.2017 19:49
Wir hatten in den 80ern in Wilhelmshaven sogar mal eine ganze Zeit eine AM- Version von Voice of America VOA eingespeist (107,6). Dann wurde irgendwann Stereo- UKW vom Satelliten abgegriffen und kurze Zeit später wurde die Einspeisung leider beendet.
Auf der Frequenz folgte die Einspeisung von NDR4/Info/Spezial für die Bundestagsdebatten etc. von Mittelwelle - das UKW- Programm gabs bereits anderweitig im Kabel.

Da wir bei uns seit etwa Mitte der 80er den DLF vom Sender Aurich in bester Qualität auf UKW angeliefert bekamen, wurde das MW- Programm im Kabel auf der 88,6 auch recht zeitnah auf UKW umgestellt.

von HAL9000 - am 27.11.2017 10:56
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