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Radioforum
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vor 7 Monaten, 4 Wochen
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Spacelab, hegi_ms, PowerAM, RudiP, Manfred Z, Thomas (Metal), RheinMain701, DX-Fritz, Felsberg, Frankfurt, ... und 12 weitere

1.Januar 2018: Netzwerkdurchsetzungsgesetz tritt in Kraft - auch Radioforum betroffen

Startbeitrag von Manfred Z am 23.11.2017 08:08

Am 1. Januar tritt das vom Wahrheits-, äh Justizministerium ausgedachte Netzwerkdurchsetzungsgesetz in Kraft. Das Gesetz soll u.a. Falschmeldungen und Desinformation im Internet, die sogenannten Fake News bekämpfen. Beiträge, die unter die Bestimmungen dieses Gesetzes fallen, müssen innerhalb von 24 Stunden nach Anzeige gelöscht werden.

Das betrifft auch dieses Forum. Schluss mit der auf verdrehten Fakten beruhenden Hetze gegen Privatsender! Schluss mit erfundenen (oder auf privaten Auskünften beruhenden) Terminen zu Senderaufschaltungen! Es gilt nur noch, was von den Presseabteilungen der Sender und Netzbetreiber verkündet wird und auf der offiziellen Website steht. Und Schluss mit den ständigen Spekulationen, denn das ist Desinformation.

Ein Artikel dazu von medienpolitik.net:

>> Medienpolitik: Uns droht das Wahrheitsministerium

22.11.17 Von Dr. Wolfram Weimer, Verleger und Geschäftsführer Weimer Media Group

Es wird Ernst mit dem neu erklärten Eifer gegen vermeintliche „Fake News“, „ausländische Desinformation“ und „Hasskommentare“. Das von Justizminister Heiko Maas so eifrig durchgedrückte Zensur-Gesetz ist mit einer Übergangsregelung in Kraft und wird ab 1. Januar 2018 dann voll wirksam rechtskräftig. Das Machwerk nennt sich technokratisch verschleiernd „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“. Und es wird jedem, der an freier Meinungsäußerung und einer offenen Kultur der Debatte interessiert ist, Sorgen machen.

Antworten:

Das was Dr. Wolfram Weimer da labert ist aber auch extrem einseitig und kurz gedacht. Beim ausknobeln dieses Gesetzes hatte man in erster Linie das explosionsartige Aufkommen von Fake-News bei Twitter und vor allem Facebook im Sinn. Und was da abging und immer noch abgeht ist unter aller Kanone und kann wohl keiner gut heißen.

Aber mal davon abgesehen ändert sich für uns eh nicht viel. Wir müssen auch jetzt schon offensichtliche Falschmeldungen innerhalb 24 Stunden löschen. Nur bisher konnten wir das straffrei immer noch ziehen bis sich der Mensch bzw. die Firma, oder deren Rechtsvertretung, meldete um die es in der Falschmeldung ging. Dann ist aber höchste Eisenbahn angesagt. Nicht umsonst haben wir damals das Wiesbadener Orakel rausgeschmissen. Der war für ein öffentliches Forum untragbar. Auch wenn das manche bis heute nicht verstehen.

Für uns Foreninhaber ändert sich nicht allzu viel. Außer das wir jetzt auch selbst mal tätig werden müssen und das ganze nicht tagelang im Forum stehen lassen bis sich der Betroffene bei uns meldet. Umso mehr müssen wir auf eine Quellenangabe bestehen. Sonst wird die Meldung rigoros gelöscht. Aber das predigen wir ja auch schon seit Jahren.

von Spacelab - am 23.11.2017 08:47
Ich halte darüber hinaus das Radioforum, so wie es sich derzeit zeigt, als weitgehend unkritisch. Man wird schon seitens derjenigen, die sich um die Überwachung der Einhaltung zu kümmern haben, mehr als alle Hände voll zu tun haben, in ganz anderen Foren und Netzwerken die Einhaltung durchzusetzen. Nämlich dort, wo sich inzwischen mehr als nur relevante Teile der deutschen Bevölkerung tummeln, weil sie eine andere Gesellschaft wünschen. Eine, in der Lüge und Hass legitime Mittel der "Alltagskultur" sind. Das ist hier im Radioforum ja eher nicht der Fall. Und ob nun Radio xy doch am Ort z auf UKW aufgeschaltet wird oder nicht, dürfte erstmal kaum jemanden kratzen, da es nichtmal ansatzweise was mit Volksverhetzung etc. zu tun hat. Wenn geschäftsschädigende Dinge verbreitet werden, bestanden und bestehen ohnehin wie von Spacelab beschrieben auch heute schon entsprechende Regelungen.

Auf Dauer wird aber auch ein solches Gesetz nicht verhindern können, daß die Bevölkerung dieses Land und sein Grundgesetz kippt. Zumindest in dem Landesteil, der mit dem Vernichten des eigenen Staates noch recht frische Erfahrungen hat: im Osten. Man kann kein Volk auf Dauer "unterdrücken", und im Osten wird das Grundgesetz und die formal-juristische Gleichwertigkeit aller Menschen massiv als "Unterdrückung" gesehen. Man strebt hier ganz klar in Richtung Nationalsozialismus (belegbar durch offizielle demoskopische Untersuchungen wie z.B. den "Thüringen-Monitor"), die Leserbriefspalten der Tageszeitungen (da, wo redaktionell ausgesuchte Beiträge auf Papier stehen) sind heute voll mit Dingen, die vor 5 Jahren noch zumindest zu einer Anzeige wegen Volksverhetzung geführt hätten. Das ist heute frei äußerbare Meinung. Das geht nicht mehr lange, "gut" geht es schon lange nicht mehr.

von Chris_BLN - am 23.11.2017 09:31
Zitat
Spacelab
Umso mehr müssen wir auf eine Quellenangabe bestehen. Sonst wird die Meldung rigoros gelöscht.

Sollte man direkt eine entsprechende Signatur setzen? "Alle meine Postings sind pure Meinungsäußerungen, alles andere ist entsprechend gekennzeichnet."

Zitat
Chris_BLN
Ich halte darüber hinaus das Radioforum, so wie es sich derzeit zeigt, als weitgehend unkritisch. Man wird schon seitens derjenigen, die sich um die Überwachung der Einhaltung zu kümmern haben, mehr als alle Hände voll zu tun haben, in ganz anderen Foren und Netzwerken die Einhaltung durchzusetzen.

Das glaube ich nun mal nicht. Wie die Vergangenheit zeigt ist "Rechtspflege" ein weites Feld, mancher verdient möglicherweise damit ganz gut. Vielleicht wird es dann besonders einfach wenn man "Lämmer abschaltet" (sic!). Oder ist das dann bei gröberen Fällen wie "Rindviecher in einem ägyptischen Schlachthaus" (man sehe sich die Bilder bei 37° von dieser Woche mal an ;-) ). Wenn es also jemand darauf anlegt bleibt nichts mehr übrig von den Lämmern.
Die anderen die man vielleicht damit treffen will sind entsprechend organisiert. Wenn das alles so offen und leicht rechtstaatlich belegbar wäre gäbe es auch deutlich weniger Fragen der Opfer beim NSU-Prozeß.

von Thomas (Metal) - am 23.11.2017 10:17
Also wird es auf vollständige Moderation von Foren hinauslaufen. Die Freischaltung von Beiträgen kann also erst nach ausführlicher Recherche der Redaktion erfolgen. Um die Redaktion zu bezahlen, werden Foren künftig gebührenpflichtig sein.

von PowerAM - am 23.11.2017 10:35
Zitat

Das betrifft auch dieses Forum


Ist das so? Forums"sitz" ist doch laut Impressum in der Schweiz. Gilt das Gesetz deutschlandweit für die Nutzer? Wird nur bei deutschen Nutzern eingegriffen oder gilt das gar nur für deutsche Foren? Oder geht es um deutschsprachige Fakenews? In wie weit greift dieses Gesetz? Wo sind die Grenzen?

Davon ab: "Ich vermute", "ich hoffe", "ich glaube" und "ich wünsche mir" leiten keine Fakenews ein, sondern persönliche Ansichten. Gezielte Fakenews sind hier doch eher selten.
Also zu früh gefreut über eine reine Faktenplattform?

von Japhi - am 23.11.2017 10:55
Na das ist doch das was ich die ganze Zeit schon sage. Für dieses Forum wird sich kaum etwas ändern. Was eine Fakenews ist, ist genau festgelegt. Auf Dlf Nova wurde das mal genau aufgedröselt. Und da sind wir noch meilenweit davon entfernt.

Wenn Vermutungen, Halbwahrheiten, oder feuchte Träume hier als in Stein gemeißelte Tatsachen verkauft werden, meist auch noch in Tateinheit mit Rufschädigung, dann war das immer schon strafrechtlich relevant und wir mussten immer schon aktiv werden. Also für uns nichts neues...

von Spacelab - am 23.11.2017 11:37
Zitat
PowerAM
Also wird es auf vollständige Moderation von Foren hinauslaufen. Die Freischaltung von Beiträgen kann also erst nach ausführlicher Recherche der Redaktion erfolgen. Um die Redaktion zu bezahlen, werden Foren künftig gebührenpflichtig sein.


Völlig missverstanden. Es geht darum: Wenn der Forenbetreiber Kenntnis davon erlangt, dass eine Meldung falsch ist, muss er sie entfernen. Es steht nirgends, dass alles recherchiert werden muss.

Hier interpretiert jemand (unzutreffenderweise), dass das auf eine Recherche hinausläuft. Der nächste liest das und verbreitet woanders, dass ab Januar eine Recherche vorgeschrieben wird. Ab da wird es zur Falschmeldung.

Also nicht gleich in Panik geraten, nüchtern analysieren. Und wenn das in sozialen Medien gemacht würde, bräuchten wir das Gesetz nicht.

von RudiP - am 23.11.2017 12:05

1.Januar 2018: Netzwerkdurchsetzungsgesetz tritt in Kraft - auch Radioforum betroffen

Zitat
Spacelab
.... Umso mehr müssen wir auf eine Quellenangabe bestehen. Sonst wird die Meldung rigoros gelöscht.


Dies würde hier für das Forum doch letztlich bedeuten, dass ich sachliche Informationen, die ich beruflich oder privat erfahre, aber bisher noch nicht als Pressemitteilungen veröffentlicht wurden, zu denen ich aber selbstverständlich stehe, hier nicht mehr weitergeben darf (ohne dass gelöscht wird) ? . Ich habe den Eindruck, es wird hier ziemlich langweilig. Schade :(

von KlausD - am 23.11.2017 12:15
Zum Thema "Netzwerkdurchsetzungsgesetz" gibt es bei Wikipedia einen ausführlichen Artikel, in dem auch viele Kritiker zitiert werden.
Ich gehe davon aus, dass dieses Gesetz vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand haben wird.
Bereits im Jahre 1958 hat das BVerfG in dem richtungweisenden sog. Lüth-Urteil (Az.: 1 BvR 400/51) die Grenzen der Meinungsfreiheit definiert - vgl. Wikipedia zu "Lüth-Urteil" , vor allem das Kapitel "Bedeutung und Folgen".

von hegi_ms - am 23.11.2017 12:23
Zitat
KlausD
Zitat
Spacelab
.... Umso mehr müssen wir auf eine Quellenangabe bestehen. Sonst wird die Meldung rigoros gelöscht.


Dies würde hier für das Forum doch letztlich bedeuten, dass ich sachliche Informationen, die ich beruflich oder privat erfahre, aber bisher noch nicht als Pressemitteilungen veröffentlicht wurden, zu denen ich aber selbstverständlich stehe, hier nicht mehr weitergeben darf (ohne dass gelöscht wird) ? . Ich habe den Eindruck, es wird hier ziemlich langweilig. Schade :(

Das war aber hier immer schon so. ;) Nur haben wir meistens alle Augen zugedrückt obwohl wir dafür schon so manche Schelte haben einstecken müssen.

von Spacelab - am 23.11.2017 12:32
Nach meiner Auffassung zählt das Radioforum zu den "Plattformen, die zur Individualkommunikation oder zur Verbreitung spezifischer Inhalte bestimmt sind" und fällt damit nach §1, Abs. 1 nicht in den Anwendungsbereich des Gesetzes.

von hegi_ms - am 23.11.2017 13:08
Alles was ich ab 1.1.2018 posten werde werde ich um den Vermerk "unter Vorbehalt" ergänzen. ;)

Seine Meinung und persönlichen Ansichten darf man aber weiter posten, oder?
Man darf eben keine unwahren Behauptungen von sich geben. Halte ich im Prinzip für richtig.
Das 8. Gebot (von den 10 Geboten) hat nun seine Gültigkeit auch im Internet. :D

von Winnie2 - am 23.11.2017 13:39
Das Problem ist doch zwischen "Spekulationen" und davon lebt ein Forum wie dieseS numal und "unwahren Behauptungen" ist oftmals ein schmaler Grad. Das dürfte im Einzelfall dann eher schwierig werden.

Wenn hier nur noch Tatsachen diskutiert werden dürfen, dann können wir das Forum auch direkt dicht machen. Dann müsste wohl mind. die Hälfte der Themen schliessen.

von zerobase now - am 23.11.2017 14:14
Übrigens will die doofe AfD genau dieses Gesetz kippen. Aber das ist sicherlich bekannt.

von sup2 - am 23.11.2017 14:17
Ja und die Piraten auch, sogar die "Freien Wähler" und jede Menge andere Flachzangen auch noch... Aber das soll hier nicht das Thema sein. Denn das bringt uns genauso wenig weiter wie hektische Panikmache wie die von zerobase now. Macht euch doch erstmal schlau was mit "Fakenews" überhaupt gemeint ist bevor hier der Untergang des ganzen Forums gesehen wird. Da wird unsere Plattform 10x eher wegen Rufschädigung dicht gemacht bevor mal einer auf die Idee mit den Fakenews kommt. :rolleyes:

von Spacelab - am 23.11.2017 14:26
Zitat
KlausD
Zitat
Spacelab
.... Umso mehr müssen wir auf eine Quellenangabe bestehen. Sonst wird die Meldung rigoros gelöscht.


Dies würde hier für das Forum doch letztlich bedeuten, dass ich sachliche Informationen, die ich beruflich oder privat erfahre, aber bisher noch nicht als Pressemitteilungen veröffentlicht wurden, zu denen ich aber selbstverständlich stehe, hier nicht mehr weitergeben darf (ohne dass gelöscht wird) ? . Ich habe den Eindruck, es wird hier ziemlich langweilig. Schade :(

Nein, eine Quelle wird nicht verlangt.
Es geht nur darum, offensichtliche Falschmeldungen zu löschen.

von RudiP - am 23.11.2017 15:54
Was ist mit Sachen, wie der "angeblichen hr-Reform". War das nicht letztendlich auch nur Fake-News?

von Cha - am 23.11.2017 15:55
Zitat
RudiP
Zitat
KlausD
Zitat
Spacelab
.... Umso mehr müssen wir auf eine Quellenangabe bestehen. Sonst wird die Meldung rigoros gelöscht.


Dies würde hier für das Forum doch letztlich bedeuten, dass ich sachliche Informationen, die ich beruflich oder privat erfahre, aber bisher noch nicht als Pressemitteilungen veröffentlicht wurden, zu denen ich aber selbstverständlich stehe, hier nicht mehr weitergeben darf (ohne dass gelöscht wird) ? . Ich habe den Eindruck, es wird hier ziemlich langweilig. Schade :(

Nein, eine Quelle wird nicht verlangt.
Es geht nur darum, offensichtliche Falschmeldungen zu löschen.

Wir werden sehen: Was war die Intention, wie werden Sachverhalte justitiabel. Ich fürchte hier könnte die Schere weit auseinander gehen.

von Thomas (Metal) - am 23.11.2017 18:29
Wie gesagt, bevor die uns wegen Fakenews an den Karren pinkeln machen die uns zuerst den Laden dicht weil mal wieder Privatfunk Bashing vom feinsten betrieben wird und die Programmmacher wie auch Zuschauer bzw. Zuhörer als Unterschicht und Assis diffamiert wurden. Nur mal so als aktuelles Beispiel...

von Spacelab - am 23.11.2017 18:49
Also auch keine Aprilscherze mehr? :(

von DX OberTShausen - am 23.11.2017 22:33
Leute, macht euch keine Sorgen. Ich habe immer Recht, wenn ihr also einfach meiner Meinung seid, kann gar nichts passieren. Fake News haben so keine Chance, da kann Putin dann noch so viele Trolls im Netz los lassen.

von Alqaszar - am 24.11.2017 03:15
Zitat
RudiP
Zitat
PowerAM
Also wird es auf vollständige Moderation von Foren hinauslaufen. Die Freischaltung von Beiträgen kann also erst nach ausführlicher Recherche der Redaktion erfolgen. Um die Redaktion zu bezahlen, werden Foren künftig gebührenpflichtig sein.


Völlig missverstanden. Es geht darum: Wenn der Forenbetreiber Kenntnis davon erlangt, dass eine Meldung falsch ist, muss er sie entfernen. Es steht nirgends, dass alles recherchiert werden muss.

Hier interpretiert jemand (unzutreffenderweise), dass das auf eine Recherche hinausläuft. Der nächste liest das und verbreitet woanders, dass ab Januar eine Recherche vorgeschrieben wird. Ab da wird es zur Falschmeldung.

Also nicht gleich in Panik geraten, nüchtern analysieren. Und wenn das in sozialen Medien gemacht würde, bräuchten wir das Gesetz nicht.


Übertreibung macht anschaulich! ;) Ich stimme dir inhaltlich aber zu. Streitpunkt wird künftig werden, ob der Forenbetreiber das Hintergrundwissen hatte oder haben konnte, um eine mutmaßliche Falschmeldung auch als solche zu erkennen. Wie viel Grundbildung und Fachwissen muss ein Forenbetreiber haben? Muss er dieses irgendwie nachweisen? Vielleicht durch einen Moderatoren-Führerschein?!

Es ist auch nicht auszuschließen, dass ein Beitragsschreiber mangels eigenem Fachwissen oder weil er es schlicht falsch oder nicht verstanden hat, etwas unwahres schreibt. Muss auch dieser ein Mindestmaß an Fachwissen vorweisen können, um in einem Forum schreiben zu dürfen? Und wie ist es dann mit offen geäußerten Vermutungen?

Fakt ist, dass künftig wohl durch Abmahnanwälte effektiver vorgegangen werden kann. Natürlich primär im Interesse der Wahrheit, mit der aber auch gutes Geld verdient werden kann. Wer also Insiderwissen vor einer offiziellen Verlautbarung (z. B. durch eine Presseerklärung) zwitschert, der rückt sich damit in den Fokus. Würde hier eine Selbstanzeige strafmindernd wirken? Vielleicht wird auch künftig eine so genannte "Ausgewogenheit" der geäußerten Meinungen verlangt?

Achtung, auch in den letzten Zeilen kann übertrieben worden sein. Vielleicht war sogar Sarkasmus dabei? Ich rate nur: Haltet Maas! :rp:

Noch einen Aspekt am Rande: Ich vermute, dass es künftig mehr geschlossene Foren geben wird, in denen nicht jeder mitlesen kann. Schade, denn lesen bildet bekanntlich auch.

von PowerAM - am 24.11.2017 07:00
Zitat
PowerAM
Zitat
RudiP
Zitat
PowerAM
Also wird es auf vollständige Moderation von Foren hinauslaufen. Die Freischaltung von Beiträgen kann also erst nach ausführlicher Recherche der Redaktion erfolgen. Um die Redaktion zu bezahlen, werden Foren künftig gebührenpflichtig sein.


Völlig missverstanden. Es geht darum: Wenn der Forenbetreiber Kenntnis davon erlangt, dass eine Meldung falsch ist, muss er sie entfernen. Es steht nirgends, dass alles recherchiert werden muss.

Hier interpretiert jemand (unzutreffenderweise), dass das auf eine Recherche hinausläuft. Der nächste liest das und verbreitet woanders, dass ab Januar eine Recherche vorgeschrieben wird. Ab da wird es zur Falschmeldung.

Also nicht gleich in Panik geraten, nüchtern analysieren. Und wenn das in sozialen Medien gemacht würde, bräuchten wir das Gesetz nicht.


Übertreibung macht anschaulich! ;) Ich stimme dir inhaltlich aber zu. Streitpunkt wird künftig werden, ob der Forenbetreiber das Hintergrundwissen hatte oder haben konnte, um eine mutmaßliche Falschmeldung auch als solche zu erkennen. Wie viel Grundbildung und Fachwissen muss ein Forenbetreiber haben? Muss er dieses irgendwie nachweisen? Vielleicht durch einen Moderatoren-Führerschein?!

Es ist auch nicht auszuschließen, dass ein Beitragsschreiber mangels eigenem Fachwissen oder weil er es schlicht falsch oder nicht verstanden hat, etwas unwahres schreibt. Muss auch dieser ein Mindestmaß an Fachwissen vorweisen können, um in einem Forum schreiben zu dürfen? Und wie ist es dann mit offen geäußerten Vermutungen?

Die sind keine Tatsachenbehauptungen. Ist doch nicht so schwer zu unterscheiden.

Fakt ist, dass künftig wohl durch Abmahnanwälte effektiver vorgegangen werden kann. Natürlich primär im Interesse der Wahrheit, mit der aber auch gutes Geld verdient werden kann. Wer also Insiderwissen vor einer offiziellen Verlautbarung (z. B. durch eine Presseerklärung) zwitschert, der rückt sich damit in den Fokus. Würde hier eine Selbstanzeige strafmindernd wirken? Vielleicht wird auch künftig eine so genannte "Ausgewogenheit" der geäußerten Meinungen verlangt?

Achtung, auch in den letzten Zeilen kann übertrieben worden sein. Vielleicht war sogar Sarkasmus dabei? Ich rate nur: Haltet Maas! :rp:

Meinst Du den Dr. Dish? Ist der flüchtig?

Noch einen Aspekt am Rande: Ich vermute, dass es künftig mehr geschlossene Foren geben wird, in denen nicht jeder mitlesen kann. Schade, denn lesen bildet bekanntlich auch.


von RudiP - am 24.11.2017 15:14
Zitat
RudiP
Zitat
PowerAM
Ich rate nur: Haltet Maas! :rp:


Meinst Du den Dr. Dish? Ist der flüchtig?


Auch wenn sich diese berechtigte Frage im obigen Zitatungetüm leicht versteckt: Es muss jemand anderes gemeint sein. Denn der Träger des Pseudonyms "Dr. Dish" schreibt sich: Christian Mass.
Vergleiche: http://tectime-tv.de/impressum/

von Felsberg - am 24.11.2017 23:44
Justizminister Heiko Maas.

-------------------------

Durch das Zitieren des vorhergehenden Zitatungetüms mit Verheddern der eigenen Antwort wird das Forum nicht besser lesbar. Man sollte nur den Satz zitieren, auf den man sich bezieht.

von Manfred Z - am 25.11.2017 08:19
Zitat
RudiP
Zitat
PowerAM
Ich rate nur: Haltet Maas! :rp:


Meinst Du den Dr. Dish? Ist der flüchtig?


Power AM hat sich nur verschrieben. Er meinte: Haltet die Maß! :cheers:

von DX-Fritz - am 25.11.2017 09:27
:joke: Die genannte Phrase ist hier bereits zum running gag geworden.
Dem entgegen sollte man sein Bier in Maßen trinken. :cheers:

von PowerAM - am 25.11.2017 10:08
Hier 1§ Abs. 1 und 2 des Gesetzes zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (Netzwerkdurchsetzungsgesetz –NetzDG) vom 1. September 2017

§1

Anwendungsbereich

(1) Dieses Gesetz gilt für Telemediendiensteanbieter, die mit Gewinnerzielungsabsicht Plattformen im Internet betreiben, die dazu bestimmt sind, dass Nutzer beliebige Inhalte mit anderen Nutzern teilen oder der Öffentlichkeit zugänglich machen (soziale Netzwerke).
Plattformen mit journalistisch-redaktionell gestalteten Angeboten, die vom Diensteanbieter selbst verantwortet werden, gelten nicht als soziale Netzwerke im Sinne dieses Gesetzes. Das Gleiche gilt für Plattformen, die zur Individualkommunikation oder zur Verbreitung spezifischer Inhalte bestimmt sind.

(2) Der Anbieter eines sozialen Netzwerks ist von den Pflichten nach den §§2 und 3 befreit, wenn das soziale Netzwerk im Inland weniger als zwei Millionen registrierte Nutzer hat.


Da stellen sich mir mindestens vier Fragen:

Ist das Radioforum ein Telemediendiensteanbieter?

Wird das Radioforum mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben?

Ist das Radioforum zur Verbreitung beliebiger oder spezifischer Inhalte bestimmt?

Hat das Radioforum mehr als zwei Millionen registrierte Nutzer?

von hegi_ms - am 25.11.2017 11:44
Zitat

Wird das Radioforum mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben?

Nein. Und hätten wir nicht schon öfters mit dem Plattformbetreiber so eng zusammen gearbeitet würde uns das Forum sogar noch Geld kosten.

Zitat

Ist das Radioforum zur Verbreitung beliebiger oder spezifischer Inhalte bestimmt?

Ist das nicht jede Plattform über die Leute miteinander kommunizieren?

Zitat

Hat das Radioforum mehr als zwei Millionen registrierte Nutzer?

Selbstverständlich nicht.

von Spacelab - am 25.11.2017 11:53
Meine dritte Frage war als Alternativfrage vielleicht unklar formuliert. Das Radioforum definiert sich:

"Hier dreht sich alles um die technischen Seiten des Radio- und TV-Empfangs."

Damit ist es doch zur Vemittlung spezifischer und nicht beliebiger Inhalte bestimmt, und gilt daher nach §1 Abs.1 Sätze 2 und 3 nicht als soziales Netzwerk im Sinne des Gesetzes.

von hegi_ms - am 25.11.2017 12:23
Andererseits gibt es ja das OT-Forum, das gefühlt fünf mal so groß ist wie alle anderen Foren zusammen.

von RheinMain701 - am 25.11.2017 12:30
Das sich gefühlt überwiegend mit Spülvorgängen beschäftigt, oder sind das immer fake-news ? ;)

von hegi_ms - am 25.11.2017 12:36
Zitat
hegi_ms
Das sich gefühlt überwiegend mit Spülvorgängen beschäftigt, oder sind das immer fake-news ? ;)


Auf jeden Fall gibt es zu diesen Behauptungen bisher noch keine Bestätigung aus anderen Quellen. :gruebel:

von ross22 - am 25.11.2017 12:52
Zitat
hegi_ms
Das sich gefühlt überwiegend mit Spülvorgängen beschäftigt, oder sind das immer fake-news ? ;)


Ist in dem Fall doch sch***egal. :D

von Manager. - am 25.11.2017 13:28
Es ist doch immer wieder interessant, wie viele Leute drüber bescheid wissen :joke:

So , jetzt solltet ihr es aber wie DX-Fritz halten : :cheers:

von Chief Wiggum - am 25.11.2017 13:32
Umzug auf russischen Server und dann ist doch auch das Thema durch. Aufgrund dieser Gesetzesvorgaben wird doch ein grosser Teil der Angebote in nicht kontrollierbare Bereiche abwandern. Als nächstes kommt dann auch eine Great Wall um das zu verhindern. Meinungsfreiheit lässt grüßen :kotz:

von Frankfurt - am 25.11.2017 13:46
Zitat
hegi_ms
Das sich gefühlt überwiegend mit Spülvorgängen beschäftigt, oder sind das immer fake-news ? ;)

Soll der Wahrheitsgehalt durch Fotodokumentation bewiesen werden? :eek:

MySnip heißt die Forenplattform. Auf dieser ist es möglich, mit einer Nutzerkennung auch in mehreren Foren aktiv zu werden. Ich fürchte, dass "Global user" zusammen gerechnet werden. Zu den dann zählbaren Mitgliedern müsste man Informationen erfragen.

Wie ich eine Seite zuvor bereits schrieb: Es wird sich wohl mehr in gechlossene Foren verlagern, in denen nicht jeder öffentlich mitlesen darf.

von PowerAM - am 25.11.2017 14:36
Selbst wenn alle "Global User" zusammengerechnet werden kommen wir nicht auf 2 Millionen Mitglieder.

Ich frage mich warum manche hier jetzt Panik schieben und den Untergang des Abendlandes sehen. Zum gefühlt 100sten mal: für uns ändert sich nichts! hegi_ms zitierte ja bereits "1§ Abs. 1 und 2 des Gesetzes zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (Netzwerkdurchsetzungsgesetz –NetzDG) vom 1. September 2017". Wir bewegen uns hier oftmals schmerzhaft hart an der Grenze zur Rufschädigung und üblen Nachrede. Aber von Fake News sind wir Meilenweit entfernt.

von Spacelab - am 25.11.2017 14:49
Zitat
Frankfurt
Umzug auf russischen Server und dann ist doch auch das Thema durch. Aufgrund dieser Gesetzesvorgaben wird doch ein grosser Teil der Angebote in nicht kontrollierbare Bereiche abwandern. Als nächstes kommt dann auch eine Great Wall um das zu verhindern. Meinungsfreiheit lässt grüßen :kotz:


Nach § 1, Absatz 1 sind wir nicht (in Worten: nicht) betroffen. Selbst wenn wir es wären, wären wir nach Absatz 2 ausgenommen.
Was soll also die fortgessetzte Jammerei?
Wenn die Richtigstellung falscher Behauptungen schon ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit wäre, dann wären sämtliche Pressegesetze ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit, weil es dort ein Recht auf Gegendarstellung bei falschen Tatsachenbhauptungen gibt.

Die Angriffe auf das Gesetz riechen sehr nach AfD.

von RudiP - am 26.11.2017 14:33
Zur Information:
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