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vor 2 Wochen, 4 Tagen
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vor 2 Wochen
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CBS, Eheimz, stefsch, dxbruelhart, DH0GHU, elchris, forza_viola, RadioZombieCH

UMTS/GSM DXing

Startbeitrag von Eheimz am 03.02.2018 19:56

Hallo zusammen,

mir sind alte Logs in die Hände gefallen, wobei mir auch UMTS/GSM Überreichweiten auf meinen Listen aufgefallen ist.

Die Liste stammt von Anfang Juli 2014 mit Scanort in der Nähe von Harboøre in Midtjylland auf einer Düne.

Der Scan ist vermutlich abends entstanden. Eine Uhrzeit steht leider nicht dabei.
Wetter war absolut klar, tagsüber heiß mit 30°C und wolkenlosem Himmel

Handy war ein einfach Sony Erricsson K770i

Ortsüblich sind:

TDC DK GSM und UMTS
3 DK UMTS
Telenor DK GSM und UMTS
Telia DK GSM und UMTS

Zu diesem Zeitpunkt hatten Telia und Telenor noch kein gemeinsames UMTS Netz

Folgende Handynetze wurden empfangen

TDC DK/ GSM
TDC DK/ UMTS
Telia / GSM
Telenor DK/ GSM
3DK / UMTS
DK/66
Tenelor N /GSM/UMTS
Telenor N /UMTS
T-Mobile UK /GSM
T-Mobile UK /UMTS
O2 UK /GSM
O2 UK /UMTS
netcom no/GSM
NL KPN /GSM
NL KPN / UMTS
T-Mobile NL/GSM
T-Mobile NL /UMTS
T-Mobile D /GSM
Vodafone D /GSM
O2.de /GSM
E-Plus / GSM
orange /GSM
Orange /UMTS

Für mich eine beachtliche Anzahl.
Parallel ging auch DAB Tropo mit 12D NRiks und 13F Agdar-Rogaland absolut störungsfrei. UKW habe ich mangels passender Antenne nicht testen können.

Nun interessiert mich, welche Erfahrungen ihr mit dem DXing von solch hohen Frequenzen habt. Weil die Sendeleistungen und natürlich die Standorte auf ein SFN ausgelegt sind und nicht gerade dafür mehrere hundert Kilometer weit zu reichen.

Einbuchen ist natürlich unmöglich, aber der Empfang an sich ist finde ich schon außergewöhnlich.

Antworten:

Ich hab im Keller noch meine GSM/UMTS Richtantenne mit der ich angeschlossen an einen Surfstick anno 2005 versucht habe UMTS aus Eggenfelden zu empfangen. Das waren zwar Luftlinie nur etwa 6km aber die Sendeleistung des Sticks reichte allein nicht fürs Einbuchen aus, die Verbindung ging nur Zeitweise - ohne diese Antenne z.B. mit einem Smartphone ist diese heute noch (als o2 Sender) vorhandene Station nicht nutzbar.

Die meisten Dx-Einbuchvorhaben im Mobilfunk scheitern beim Einbuchungsvorgang - man empfängt zwar die Kennung, das Endgerät kommt aber nicht zur Sendestation durch.

Meine verifizierten Reichweitenrekorde (eingebucht):

eplus GSM1800 16km (Frontenhausen-Falkenberg)
eplus LTE1800 22km (Sender FMT Schöngeising - München Blumenau)

Aktuell nutze ich öfters folgende "DX"-Verbindungen:

o2 LTE800 Sender an der A8 bis zum Bahnhof Kreuzstraße: 3,3km
o2 GSM900 Sender am Rathaus Falkenberg zu unserem Haus im Dorf: 6,3km
A1 LTE800 vermutlich aus Braunau nach Erlbach (Lkr. AÖ): 19km im Roaming von Vodafone, was beachtlich ist, dass das Endgerät da ins Roaming wechselt, der nächste Vodafone Sender wäre 4,5km weg.

1998 auf Klassenfahrt wechselte das Handy (Motorola cd160, schön mit ausziehbarer Antenne - liegt heut als Notgerät im Auto) schon am Autobahnkreuz A8/A93 auf die Österreicher, die sendeten damals ordentlich weit und dürften oftmals erst bei der 32km-Grenze nicht mehr nutzbar gewesen sein, heute geht österreichisches GSM noch ungefähr bis 20km von der Grenze weg, UMTS und LTE senden aufgrund der Senderdichte wesentlich schwächer und kommen daher nicht so weit. Bei einem Netzscan tauchen die Kennungen der Ösinetze aber auf Anhöhen bis kurz vor München auf. Du dürftest die Deutschen Netze von Helgoland empfangen haben, über Wasser kommen auch hohe Frequenzen sehr weit, jetzt dank EU-Roaming könnte man mit LTE800 wieder schöne Sachen anstellen.

von elchris - am 06.02.2018 03:42
Was mich immer verwundert, ist, wie weit die tschechischen Handynetze in Österreich die Berge abdecken. So wurde, als es noch wenig GSM Sender im Skigebiet Hochkar gab - um 2005 -, die tschechischen Netzbetreiber zB am Geischlägerhaus automatisch gewählt (Entfernung zum südlichsten Punkt der Grenze 100 km).
Das gleiche galt für den Schneeberg im Industrieviertel ebenfalls 100 km.
Jedesmal am Berg gabs die Nachricht Herzlich Willkommen in Tschechien!
Werde noch diesen Winter das Hochkar besuchen und gerne wieder darüber berichten, ob dem heute noch so sei.

von forza_viola - am 06.02.2018 06:08
Das ist nicht ungewöhnlich. Im Schwarzwald sind auch immer französische Netze zu empfangen, im Bodenseehinterland schweizerische und auf dem Säntis deutsche Netze.
Österreichische Netze strahlen auch weit nach D ein.
Sobald Sicht zu einer stärkeren Basisstation besteht, sind Reichweiten von 100 km und mehr kein Wunder. Nimm mal GSM an, Sendeleistung BTS 25W, Empfängerempfindlichkeit -96 dBm, Antennengewinn -3 dBi, 900 MHz - da komme ich auf fast 200 km bei direkter Sicht...

von DH0GHU - am 06.02.2018 08:05
Einbuchungsrekord bei mir war eine LTE-Zelle aus dem Kanton St.Gallen, die noch in Schaffhausen ging. Die Enfernung war stolze 41km. Und das mit einenm Smartphone

von RadioZombieCH - am 06.02.2018 17:27
Zitat
DH0GHU
Das ist nicht ungewöhnlich. [...]


Naja, über 100 km bei GSM schon. In den Vogesen hatte ich auch in den 90ern deutsches GSM stark empfangen, einbuchen ging aber nicht. Das Problem ist die Timing Advance, die standardmäßig max. 35km Entfernung zulässt. Was die Tschechen anscheinend tun ist das Extended Range Feature , was Motorola entwickelte, bei GSM einzusetzen, was durch Nutzen benachbarter Timeslots bis zu 121 km Entfernung zur Basisstation zulässt. Es ist interessant, dass die Tschechen das anscheinend im Grenzgebiet tun. Normalerweise installiert man dies in dünn besiedelten, eher flachen Gegenden oder Küsten. Es geht auch auf die Performance des Netzes, nur noch halb so viele Gespräche möglich und langsame Datenübertragung.

von CBS - am 06.02.2018 21:08
2013 war ich im Norden von Gran Canaria auf einer Anhöhe von gut 200m Höhe, dort konnte ich das MEO LTE-Netz aus Madeira empfangen aus rund 500 km Entfernung empfangen. Einbuchen war nicht möglich, aber LTE Roaming gab es damals noch nicht mit dem MEO Netz.
Das war mein LTE DX Rekord bislang.

von dxbruelhart - am 07.02.2018 08:22
Zitat
CBS
... das Extended Range Feature , was Motorola entwickelte, bei GSM einzusetzen, was durch Nutzen benachbarter Timeslots bis zu 121 km Entfernung zur Basisstation zulässt.
Gehört habe ich ja auch schon davon. Aber gibt es auch eine Dokumentation wo es tatsächlich eingesetzt wird. Auf Nord- und Ostsee könnte das ja Lücken schließen. Auf der Adria zwischen Italien und Griechenland hat man manchmal auch das Gefühl, das so ein Modus genutzt wird...??

stefsch

von stefsch - am 07.02.2018 16:22
Zitat
dxbruelhart
2013 war ich im Norden von Gran Canaria auf einer Anhöhe von gut 200m Höhe, dort konnte ich das MEO LTE-Netz aus Madeira empfangen aus rund 500 km Entfernung empfangen.
Das war mein LTE DX Rekord bislang.


Ich habe gerade meinen Rekord von O2 UK nachgemessen. Kürzest mögliche Entfernung ca. 610km und das über die Nordsee. Und das für GSM.

Ich gehe aber aufgrund der anderen Netze, u.a. aus den Niederlanden davon aus, dass es rund 620km waren. Die Küste von England ist da einfach etwas weiter entfernt

von Eheimz - am 07.02.2018 23:21
Zitat
stefsch
Zitat
CBS
... das Extended Range Feature , was Motorola entwickelte, bei GSM einzusetzen, was durch Nutzen benachbarter Timeslots bis zu 121 km Entfernung zur Basisstation zulässt.
Gehört habe ich ja auch schon davon. Aber gibt es auch eine Dokumentation wo es tatsächlich eingesetzt wird. Auf Nord- und Ostsee könnte das ja Lücken schließen. Auf der Adria zwischen Italien und Griechenland hat man manchmal auch das Gefühl, das so ein Modus genutzt wird...??

stefsch


Telefónica hatte dies irgendwann um die Jahrtausendwende auf Mallorca erfolgreich erprobt, in Australien und an Norwegens Küsten habe ich von gelesen und auch in Kroatien. Recht übersichtlich erscheint mir der Artikel: http://ieeexplore.ieee.org/document/1356376/

von CBS - am 08.02.2018 10:40
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