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Artikel in der "Welt": UKW Blackout ab Mittwoch?

Startbeitrag von 102.1 am 06.04.2018 05:15

Was ist an dem Artikel drann? Das klingt doch alles etwas ueberzogen, denke ich. "Tal der Ahnunglsosen" in einer Zeit von Internet ist ja etwas extrem dargestellt.

https://www.welt.de/wirtschaft/article175211220/Radio-Am-Mittwoch-droht-vielerorts-das-Aus-fuer-UKW-Sender.html

DAB+ ist immerhin nicht betroffen?

Die 50 interessantesten Antworten:

Natürlich ist das überzogen, aber so springen eben manche Journalisten im Verlag.
Säbelrasseln, drohen ( genau : es droht mal wieder irgendetwas ).
Am Dienstag Abend lesen wir, dass sich die Beteiligten in letzter Sekunde
einigen konnten, oder aber Aufschub genehmigt wurde. Kein Mensch glaubt, dass
diese dudelnden Litfaßsäulen zum Schweigen gebracht werden. Und angenommen,
am Mittwoch würde tatsächlich einmal für einige Zeit Rauschen herrschen : Nach wenigen Stunden wäre eine Einigung erzielt.
edit : Schade, dass in dem Bericht von WO nicht erwähnt wird, bei welchen Radiosendern man selbst mit gar nicht wenigen Prozenten beteiligt ist.

von sup2 - am 06.04.2018 05:56
Ach, die schalten natürlich nicht ab, davon kann man ausgehen, das ist nun ein Finanzpokergeschäft geworden. Unsere Urgrossväter wussten schon, weshalb Nachrichtenübermittlung in staatlicher Hand gewesen war... . Privatwirtschaftlich endet es in Preistreiberei, aber das ist ja mit angeblicher Liberalisierung und Globalisierung eigentlich nicht der Fall, hahahaha. Wir haben es uns ja und alle so gewünscht. Frage mich nur, weshalb in D die höchsten Mobilfunkpreise in Europa sind. Ganz einfach, weil die 3 Anbieter sich darauf geeinigt haben, sich nur eine Scheinkonkurrenz geben. So was geht mit jeder anderen Nachrichtenübermittlung in D auch... .

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 06.04.2018 07:10
Wieso ist das übertrieben? Kein Vertrag, keine Leistung. Würde ich genauso machen.
Natrülich war die Vorgehensweise insgesamt bescheuert. Man hätte zuerst die Antennen veräußern müssen, denn auf den Kosten baut die Kalkulation der Netzbetreiber auf. Wie kann man so doof sein, sowas ohne diesen wichtigen Faktor zu kalkulieren? Bzw. das zu erzwingen?
Dass es insgesamt nicht billiger wird, hätte doch auch klar sein müssen. Bisher haben MB und DFMG am UKW-Betrieb verdient. Nun wollen Netzbetreiber, Antennenbesitzer und DFMG verdienen - und möglicherweise auch noch MB als Servicedienstleister. Inklusive mehrfachem Overhead.
Aber solche Bedenken wurden ja ignoriert....

von DH0GHU - am 06.04.2018 07:29
Zitat
iro
Zitat
sup
Aber WO hängt ja selbst bei FFN und Radio21

Radio 21 hat doch gar kein Problem mit den neuen Eigentumsverhältnissen, die haben ihre Antennen selbst der MB abgekauft.
Wer Antenneneigner bei ffn ist, ist mir unbekannt. Da ffn (und Antenne NDS ebenfalls) meistens auf den NDR-Masten drauf ist, gehören die Antennen möglicherweise auch dem NDR, da gäbe es dann auch kein Problem.


Radio ffn und Antenne Niedersachsen haben eine eigene Betriebsgesellschaft gegründet,
die der MB die Sender und Antennen abgekauft hatte, Somit wären sie nicht von dieser Geschichte betroffen.

Radio 21 hat ebenfalls seine Sender und Antennenanlagen der MB abgekauft und haben nun somit auch kein Problem mehr mit Sachverhalten, die sich da nun eventuell anbahnen.

von Broadcast-Techniker - am 06.04.2018 11:53
Zitat
Broadcast-Techniker
Zitat
iro
Zitat
sup
Aber WO hängt ja selbst bei FFN und Radio21

Radio 21 hat doch gar kein Problem mit den neuen Eigentumsverhältnissen, die haben ihre Antennen selbst der MB abgekauft.
Wer Antenneneigner bei ffn ist, ist mir unbekannt. Da ffn (und Antenne NDS ebenfalls) meistens auf den NDR-Masten drauf ist, gehören die Antennen möglicherweise auch dem NDR, da gäbe es dann auch kein Problem.


Radio ffn und Antenne Niedersachsen haben eine eigene Betriebsgesellschaft gegründet,
die der MB die Sender und Antennen abgekauft hatte, Somit wären sie nicht von dieser Geschichte betroffen.

Radio 21 hat ebenfalls seine Sender und Antennenanlagen der MB abgekauft und haben nun somit auch kein Problem mehr mit Sachverhalten, die sich da nun eventuell anbahnen.


Klingt spannend und war mir bisher neu. Das heißt, die Flächenbrenner Barsinghausen, Torfhaus und Broitzem (als Beispiel) gehören dieser Gesellschaft?

von Mc Jack - am 06.04.2018 12:19
Zitat :

Radio 21 hat ebenfalls seine Sender und Antennenanlagen der MB abgekauft und haben nun somit auch kein Problem mehr mit Sachverhalten, die sich da nun eventuell anbahnen.[/quote]

Klingt spannend und war mir bisher neu. Das heißt, die Flächenbrenner Barsinghausen, Torfhaus und Broitzem (als Beispiel) gehören dieser Gesellschaft?[/quote]

........................

Ich gehe mal davon aus, das ffn und Antenne Niedersachsen an den Standorten, wo sie auch nur Mitbenutzer beim NDR sind, und somit der NDR der Antenneneigentümer ist, die Antennen NICHT gekauft haben.

von Broadcast-Techniker - am 06.04.2018 12:59
Zitat
sup2
Welche Sender betrifft denn nun wirklich (namentlich) dieses grauenvolle Szenario ?


Wenn es eintreten würde, dann: DLF, DLF Kultur, MDR mit wenigen Ausnahmen, RBB außer Scholzplatz, NDR Meck-Pomm, die ostdeutschen Privatsender und wohl viele westdeutsche Privatsender.

Wie das z.B. mit Antenne Bayern ist, die beim BR mit auf dem Mast sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Da sind immerhin die Antennen nicht verkauft worden, ich erwarte deshalb keine Gefahr. Wer da die Sender betreibt und wer da an wen Geld überweist, weiß ich nicht. Auch hier: DLF via Ochsenkopf - sind die gleichen Antennen wie beim BR und wie bei ABy. Da dürfte auch kein Stress auftreten. Man muss also wohl Standort für Standort durchgehen und schauen, wem die Antennen gehören.

von Chris_BLN - am 06.04.2018 14:05
Zitat
Chris_BLN
Zitat
sup2
Welche Sender betrifft denn nun wirklich (namentlich) dieses grauenvolle Szenario ?


Wenn es eintreten würde, dann: DLF, DLF Kultur, MDR mit wenigen Ausnahmen, RBB außer Scholzplatz, NDR Meck-Pomm, die ostdeutschen Privatsender und wohl viele westdeutsche Privatsender.

Wie das z.B. mit Antenne Bayern ist, die beim BR mit auf dem Mast sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Da sind immerhin die Antennen nicht verkauft worden, ich erwarte deshalb keine Gefahr. Wer da die Sender betreibt und wer da an wen Geld überweist, weiß ich nicht. Auch hier: DLF via Ochsenkopf - sind die gleichen Antennen wie beim BR und wie bei ABy. Da dürfte auch kein Stress auftreten. Man muss also wohl Standort für Standort durchgehen und schauen, wem die Antennen gehören.


In Bayern dürfte eigentlich fast gar nichts passieren, erst recht nicht, wenn über BR-Antennen auf BR-Standorten gesendet wird.
Die Antennen und wohl auch Sender, über die die sonstigen bayerischen Privatsender abgestrahlt werden, sind größtenteils von der bmt, der Bayrischen Medien Technik GmbH gekauft worden, die ein Gemeinschaftsunternehmen von BR, BLM und MB ist.

von Broadcast-Techniker - am 06.04.2018 14:32
In Bayern könnte evtl. die eine oder andere ausschließlich von Deutschlandradio genutzte Antenne betroffen sein, oder sind die auch von der BMT gekauft worden? Ich denke da an Högl, Augsburg oder Hof/Großer Waldstein, und natürlich an diverse Funzeln.

In Baden-Württemberg haben die Privatsender ebenfalls eine eigene Betriebsgesellschaft gegründet, die die Antennen wohl erworben hat. Da ist auch wenig Gefahr. Betroffen sind da wohl aber die Antennen bundesweiter Programme (z.B. Stuttgart-Münster), und ebenso das Deutschlandradio, wo es exklusiv über separate Antennen sendet.

In Mitteldeutschland wohl so gut wie alles, ebenso in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. In NRW schätze ich, ein größerer Teil der Lokalradios, in RLP wohl RPR und bigFM, im Saarland und in Hessen vermutlich alle Privaten, in Schleswig-Holstein und Hamburg wohl auch alle Privaten.

von Habakukk - am 06.04.2018 17:37
Zitat
Broadcast-Techniker
Zitat :

Radio 21 hat ebenfalls seine Sender und Antennenanlagen der MB abgekauft und haben nun somit auch kein Problem mehr mit Sachverhalten, die sich da nun eventuell anbahnen.


Klingt spannend und war mir bisher neu. Das heißt, die Flächenbrenner Barsinghausen, Torfhaus und Broitzem (als Beispiel) gehören dieser Gesellschaft?[/quote]

........................

Ich gehe mal davon aus, das ffn und Antenne Niedersachsen an den Standorten, wo sie auch nur Mitbenutzer beim NDR sind, und somit der NDR der Antenneneigentümer ist, die Antennen NICHT gekauft haben.[/quote]

Die erwähnten obigen Standorte sind doch gar nicht vom NDR. Also haben sie dort die Antennen gekauft?

von B.Zwo - am 06.04.2018 18:58
Zitat
Habakukk
In Bayern könnte evtl. die eine oder andere ausschließlich von Deutschlandradio genutzte Antenne betroffen sein, oder sind die auch von der BMT gekauft worden? Ich denke da an Högl, Augsburg oder Hof/Großer Waldstein, und natürlich an diverse Funzeln.

[Eigennutz und DXer-Interesse]
So langsam kann man vielleicht einfach mal DXer-Wünsche formulieren :-)
Ich hoffe einmal daß ich hr3 ohne die störenden Sender Ansbach 92,7 und Gr. Waldstein 89,3 testen kann.

Grundsätzlich bin ich natürlich gespannt ob man den einen oder anderen der drei Großsender umkoordiniert. Auch darüber kann man vielleicht bald spekulieren. Ich würde dann eine 89,3 am Ochsenkopf über die Antenne von Bayern1 91,2 erwarten da man dort auch mit 200 kHz zu Krasov benachbart ist und entsprechend ausblendet. Natürlich ginge dann die Abstrahlung in Richtung Nord ohne Erweiterung der Antennenanlage verloren.

von Thomas (Metal) - am 06.04.2018 19:07
Privat vor Staat!

"Früher" gab es eine Behörde, die das mit Beamten regelte: Sendemasten, Funktürme, Antennen, Sendegeräte, Leitungen vom Studio zum Senderstanort. Zu schwerfällig zu ineffizient -- Privatsierung muss her! Der Markt wird das regeln.

"Danach": Private Gesellschaft mit Monopolstatus. Irgenwann wurden die Masten von den Antennen getrennt -- damit die Betreiber der Türme und der Monopolist Gewinne machen können. Billiger wurde das natürlich nicht. Also droht man dem Monopolisten: Der Markt wird das regeln!

"Jetzt": Der Monopolist endet die Quersubventionierung von teuren Senderstandorten. Kleine Standorte werden unverhältnismäßig teurer. Jetzt werden die Antennen vom Rest der Technik getrennt, statt zwei müssen jetzt drei Firmen Gewinne machen. Es wird noch teurer! Das war natürlich nicht vorauszusehen.

Aber keine Sorge: Der Markt wird es schon richten!

Und wenn alle Stricke reißen, zahlt der Steuerzahler, was die Privatwirtschaft verbockt hat. Bankenkrise, BER, Diesel-Abgase -- ist schließlich alles systemrelevant.

von Alqaszar - am 07.04.2018 00:10
Zitat
102.1
Was ist an dem Artikel dran? Das klingt doch alles etwas ueberzogen, denke ich. "Tal der Ahnunglsosen" in einer Zeit von Internet ist ja etwas extrem dargestellt.
https://www.welt.de/wirtschaft/article175211220/Radio-Am-Mittwoch-droht-vielerorts-das-Aus-fuer-UKW-Sender.html
DAB+ ist immerhin nicht betroffen?


Der Artikel ist nicht überzogen, auf diesen Artikel reagierten bereits einige Privatfunker mit eignen Mitteilungen. Wir diskutieren darüber bereits seit Wochen an einer anderen Stelle:

http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1408569

DAB+ war nie betroffen, das ist bereits hier ausführlich erläutert worden!


Zitat
sup2
Natürlich ist das überzogen, aber so springen eben manche Journalisten im Verlag.
Säbelrasseln, drohen ( genau : es droht mal wieder irgendetwas ).
Am Dienstag Abend lesen wir, dass sich die Beteiligten in letzter Sekunde
einigen konnten, oder aber Aufschub genehmigt wurde. Kein Mensch glaubt, dass
diese dudelnden Litfaßsäulen zum Schweigen gebracht werden. Und angenommen,
am Mittwoch würde tatsächlich einmal für einige Zeit Rauschen herrschen : Nach wenigen Stunden wäre eine Einigung erzielt.
edit : Schade, dass in dem Bericht von WO nicht erwähnt wird, bei welchen Radiosendern man selbst mit gar nicht wenigen Prozenten beteiligt ist.


Könntest Du dich erst einmal informieren und dann deinen Blödsinn absondern. Betroffen sind alle Arten von Hörfunksender, die Privaten, die Öffentlich-Rechtlichen und die Nichtkommerziellen wie Offene Kanäle und NKLs. Alle Programme als „dudelnden Litfaßsäulen“ pauschal zu verurteilen zeugt nur von Arroganz. Du bist wohl der geborene Programmdirektor. Wenn das so wäre, wärst Du auch davon betroffen.

Es ist ein Fehler im Osten gemacht worden, dass der MDR, NDR und RBB nicht wenigstens an einigen neuen Standorten ihre Masten errichten durften. Das dürfte ein Fehler der KEF sein, die eine solche Ausgabe nicht genehmigt hätte.

Du wirfst der WELT Online vor, dass sie keine Hausaufgaben für Dich gemacht hat? Zwei Klicks und die Daten sind im Netz abrufbar:

https://www.kek-online.de/medienkonzentration/tv-sender/unternehmenssteckbriefe/axel-springer-se/

https://www.kek-online.de/medienkonzentration/mediendatenbank/#/profile/shareholder/dl-2726

Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Frage mich nur, weshalb in D die höchsten Mobilfunkpreise in Europa sind. Ganz einfach, weil die 3 Anbieter sich darauf geeinigt haben, sich nur eine Scheinkonkurrenz geben. So was geht mit jeder anderen Nachrichtenübermittlung in D auch... .


Schon mal verglichen wieviel in anderen Staaten die Mobilfunkbetreiber für die Frequenzen ausgeben, welche Auflagen sie haben und ob sie diesen nachkommen? Fast 10 Milliarden kassierte der dt. Staat bei zwei Frequenzversteigerungen von den Mobilfunkbetreibern.

Frequenzen 800 MHz Band
Polen: 1,565 Milliarden €
Deutschland: 3,577 Milliarden €

Flächenunterschied 13 %

Zitat
DH0GHU
Wieso ist das übertrieben? Kein Vertrag, keine Leistung. Würde ich genauso machen.


Sehe ich genauso. Die Antennenbesitzer gehen ab 1. April in Vorleistung, weil sie den Platz auf den Funktürmen anmieten und die dt. Funkturm hat auch den Preis für die Flächen erhöht. Wobei auch die Antennenbesitzer haben häufig noch keinen Vertrag für die Fläche abgeschlossen. Sie wissen aber nicht, ob sie jemals das Geld für die Vorleistung zurückbekommen. Die gehen in Vorleistung ohne einen Vertrag mit dem Auftraggeber zu haben. Warum sollten sie es tun? EIne rechtlich ungeklärte Lage.

Können die Antennenbesitzer sich leisten den Platz auf den Funktürmen die nächsten Jahre besetzt zu halten, damit Uplink und Divicon ihren Antennen an der Stelle nicht anbringen können? Das kostet doch auch Geld. Wir haben doch gesehen, wie schnell Unitymedia und Kabeldeutschland viele Funktürme von ihren Antennen befreit haben.

Können Uplink und Divicon in wenigen Wochen diese Antennen durch ihre Antennen und Leitungen ersetzten? An vielen kleinen Türmen ist Platz, sie könnten auswichen nach oben oder unten hin. Wer liefert und installiert ihnen die Antennen so schnell? Haben sie dafür das Kleingeld? Es gibt Funktürme wo ein halber Meter hin oder her kein Problem sein dürfte und die BnetzA auch ein Auge zudrückt, gerade jetzt in dieser Situation.

Nehmen wir an, die Antennenbesitzer schalten ihre Antennen ab, können Uplink und Divicon sich sofort an diesen Standorten aufschalten? Es weiß doch keiner wo abgeschaltet wird.

Es würde reichen, dass Uplink und Divicon an einem Standort schnell ihre Antennen montieren und den Betrieb übernehmen, sie wären sofort in einer besseren Verhandlungsposition. Genau dieses Szenario wird ihnen nicht zugetraut.

Wenn ein Rechtstreit 10 Jahre dauern würde, wären sicherlich einige Antennenbesitzer schneller Pleite als wir denken.

Zitat
DH0GHU
Dass es insgesamt nicht billiger wird, hätte doch auch klar sein müssen. Bisher haben MB und DFMG am UKW-Betrieb verdient. Nun wollen Netzbetreiber, Antennenbesitzer und DFMG verdienen - und möglicherweise auch noch MB als Servicedienstleister. Inklusive mehrfachem Overhead.
Aber solche Bedenken wurden ja ignoriert....


Es ist die Frage wann war was klar? Uplink und Divicon hätten mitbieten können. Wenn Uplink und Divicon nicht liefern können, werden Regressanspruch gelten gemacht. Dann verhandeln die Radioanbieter mit den Antennenbesitzern und mieten die Leistungen bei ihnen an. An Technik sollte es nicht scheitern, die steht an den Standorten rum.

Zitat
Habakukk
In NRW schätze ich, ein größerer Teil der Lokalradios, in RLP wohl RPR und bigFM, im Saarland und in Hessen vermutlich alle Privaten, in Schleswig-Holstein und Hamburg wohl auch alle Privaten.


Im Hamburg sind alle Privaten bis auf ein Programm über DAB+ verfügbar. Das schmälert das Drohszenario ein wenig.

In NRW gibt es viele Fragen. Klar im OWL haben die Lokalradios ihre Antennen gekauft. Antenne Düsseldorf hat eine neue Antenne.

Was ist mit diesen Antennen?
97,6 MHz Radio Neandertal – Langenberg -> WDR oder Privat?
97,8 MHz Radio Bonn/Rhein-Sieg – Bonn/Venusberg -> WDR oder Privat?
98,0 MHz Antenne Niederrhein – Kleve -> WDR oder Privat?

Was ist mit dem WDR in Höxter? Der Funkturm gehört der Deutschen Funkturm? Senden alle über die gleiche Antenne? Hat der WDR die selbstgenutzten Antennen gekauft, die nicht an seinen Standorten hängen?

Was ist mit BFBS?

von Seltener Besucher - am 07.04.2018 01:13
Zitat
102.1
Vielleicht waere dies ein Vorgeschmack auf die Zeit, wenn Deutschland kein UKW mehr hat, sondern nurmehr DAB+.

Hier draengt sich sogleich die Frage auf, wie weit der ORF nach Deutschland empfangbar sein wuerde, wenn in Deutschland keine UKW Sender mehr stoerten? Ich schaetze mal bis Heilbronn oder Nuermberg?


Nürnberg auf jeden Fall. Bei Tropo würde ich Gaisberg am Hatzer Mittelgebirge ebenso nicht ausschließlen. In der Ochenskopf bzw. 103.2 Antenne Bayern Region würde ČRo Dvojka vom Votice/Mezivrata erklingen, auch so würde wohl mehr aus Tschechien dann belegt sein wenn der Empfänger gut ist und ebenso würde der Sender Krašov weiter reinstahlen nach Deutschland, auch der würde dann in Nürnberg zu empfangen sein.

von Kohlberger91 - am 07.04.2018 03:23
Zitat
DieterDüren
Zitat
102.1
Hier draengt sich sogleich die Frage auf, wie weit der ORF nach Deutschland empfangbar sein wuerde, wenn in Deutschland keine UKW Sender mehr stoerten? Ich schaetze mal bis Heilbronn oder Nuermberg?


Pfänder 98,2 reicht jetzt schon mobil bis wenige km vor Heilbronn mit einem VW Werksradio.
Für den Küchenbrüllwürfel wird es nicht reichen, aber mit einer richtigen Antenne...


Die derzeitigen VW Radios ab Werk sind eigentlich sehr trennscharf. Mit der 93,3 habe ich es vom Pfaender in Stuttgart am einfachsten, die 98,2 kaempft gegen die 98.1 vom SWR. Je nach Trennschaerfe ist aber auch dies machbar, sowie die Antenne Vorarlberg.

OE3 wird erst dann machbar sein, wenn etwa Big FM auf UKW abschaltet.

von 102.1 - am 07.04.2018 06:26
Zitat
Seltener Besucher
Zitat
102.1
Was ist an dem Artikel dran? Das klingt doch alles etwas ueberzogen, denke ich. "Tal der Ahnunglsosen" in einer Zeit von Internet ist ja etwas extrem dargestellt.
https://www.welt.de/wirtschaft/article175211220/Radio-Am-Mittwoch-droht-vielerorts-das-Aus-fuer-UKW-Sender.html
DAB+ ist immerhin nicht betroffen?


Der Artikel ist nicht überzogen, auf diesen Artikel reagierten bereits einige Privatfunker mit eignen Mitteilungen. Wir diskutieren darüber bereits seit Wochen an einer anderen Stelle:

http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1408569

DAB+ war nie betroffen, das ist bereits hier ausführlich erläutert worden!


Zitat
sup2
Natürlich ist das überzogen, aber so springen eben manche Journalisten im Verlag.
Säbelrasseln, drohen ( genau : es droht mal wieder irgendetwas ).
Am Dienstag Abend lesen wir, dass sich die Beteiligten in letzter Sekunde
einigen konnten, oder aber Aufschub genehmigt wurde. Kein Mensch glaubt, dass
diese dudelnden Litfaßsäulen zum Schweigen gebracht werden. Und angenommen,
am Mittwoch würde tatsächlich einmal für einige Zeit Rauschen herrschen : Nach wenigen Stunden wäre eine Einigung erzielt.
edit : Schade, dass in dem Bericht von WO nicht erwähnt wird, bei welchen Radiosendern man selbst mit gar nicht wenigen Prozenten beteiligt ist.


Könntest Du dich erst einmal informieren und dann deinen Blödsinn absondern. Betroffen sind alle Arten von Hörfunksender, die Privaten, die Öffentlich-Rechtlichen und die Nichtkommerziellen wie Offene Kanäle und NKLs. Alle Programme als „dudelnden Litfaßsäulen“ pauschal zu verurteilen zeugt nur von Arroganz. Du bist wohl der geborene Programmdirektor. Wenn das so wäre, wärst Du auch davon betroffen.

Es ist ein Fehler im Osten gemacht worden, dass der MDR, NDR und RBB nicht wenigstens an einigen neuen Standorten ihre Masten errichten durften. Das dürfte ein Fehler der KEF sein, die eine solche Ausgabe nicht genehmigt hätte.

Du wirfst der WELT Online vor, dass sie keine Hausaufgaben für Dich gemacht hat? Zwei Klicks und die Daten sind im Netz abrufbar:

https://www.kek-online.de/medienkonzentration/tv-sender/unternehmenssteckbriefe/axel-springer-se/

https://www.kek-online.de/medienkonzentration/mediendatenbank/#/profile/shareholder/dl-2726

Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Frage mich nur, weshalb in D die höchsten Mobilfunkpreise in Europa sind. Ganz einfach, weil die 3 Anbieter sich darauf geeinigt haben, sich nur eine Scheinkonkurrenz geben. So was geht mit jeder anderen Nachrichtenübermittlung in D auch... .


Schon mal verglichen wieviel in anderen Staaten die Mobilfunkbetreiber für die Frequenzen ausgeben, welche Auflagen sie haben und ob sie diesen nachkommen? Fast 10 Milliarden kassierte der dt. Staat bei zwei Frequenzversteigerungen von den Mobilfunkbetreibern.

Frequenzen 800 MHz Band
Polen: 1,565 Milliarden €
Deutschland: 3,577 Milliarden €

Flächenunterschied 13 %

Zitat
DH0GHU
Wieso ist das übertrieben? Kein Vertrag, keine Leistung. Würde ich genauso machen.


Sehe ich genauso. Die Antennenbesitzer gehen ab 1. April in Vorleistung, weil sie den Platz auf den Funktürmen anmieten und die dt. Funkturm hat auch den Preis für die Flächen erhöht. Wobei auch die Antennenbesitzer haben häufig noch keinen Vertrag für die Fläche abgeschlossen. Sie wissen aber nicht, ob sie jemals das Geld für die Vorleistung zurückbekommen. Die gehen in Vorleistung ohne einen Vertrag mit dem Auftraggeber zu haben. Warum sollten sie es tun? EIne rechtlich ungeklärte Lage.

Können die Antennenbesitzer sich leisten den Platz auf den Funktürmen die nächsten Jahre besetzt zu halten, damit Uplink und Divicon ihren Antennen an der Stelle nicht anbringen können? Das kostet doch auch Geld. Wir haben doch gesehen, wie schnell Unitymedia und Kabeldeutschland viele Funktürme von ihren Antennen befreit haben.

Können Uplink und Divicon in wenigen Wochen diese Antennen durch ihre Antennen und Leitungen ersetzten? An vielen kleinen Türmen ist Platz, sie könnten auswichen nach oben oder unten hin. Wer liefert und installiert ihnen die Antennen so schnell? Haben sie dafür das Kleingeld? Es gibt Funktürme wo ein halber Meter hin oder her kein Problem sein dürfte und die BnetzA auch ein Auge zudrückt, gerade jetzt in dieser Situation.

Nehmen wir an, die Antennenbesitzer schalten ihre Antennen ab, können Uplink und Divicon sich sofort an diesen Standorten aufschalten? Es weiß doch keiner wo abgeschaltet wird.

Es würde reichen, dass Uplink und Divicon an einem Standort schnell ihre Antennen montieren und den Betrieb übernehmen, sie wären sofort in einer besseren Verhandlungsposition. Genau dieses Szenario wird ihnen nicht zugetraut.

Wenn ein Rechtstreit 10 Jahre dauern würde, wären sicherlich einige Antennenbesitzer schneller Pleite als wir denken.

Zitat
DH0GHU
Dass es insgesamt nicht billiger wird, hätte doch auch klar sein müssen. Bisher haben MB und DFMG am UKW-Betrieb verdient. Nun wollen Netzbetreiber, Antennenbesitzer und DFMG verdienen - und möglicherweise auch noch MB als Servicedienstleister. Inklusive mehrfachem Overhead.
Aber solche Bedenken wurden ja ignoriert....


Es ist die Frage wann war was klar? Uplink und Divicon hätten mitbieten können. Wenn Uplink und Divicon nicht liefern können, werden Regressanspruch gelten gemacht. Dann verhandeln die Radioanbieter mit den Antennenbesitzern und mieten die Leistungen bei ihnen an. An Technik sollte es nicht scheitern, die steht an den Standorten rum.

Zitat
Habakukk
In NRW schätze ich, ein größerer Teil der Lokalradios, in RLP wohl RPR und bigFM, im Saarland und in Hessen vermutlich alle Privaten, in Schleswig-Holstein und Hamburg wohl auch alle Privaten.


Im Hamburg sind alle Privaten bis auf ein Programm über DAB+ verfügbar. Das schmälert das Drohszenario ein wenig.

In NRW gibt es viele Fragen. Klar im OWL haben die Lokalradios ihre Antennen gekauft. Antenne Düsseldorf hat eine neue Antenne.

Was ist mit diesen Antennen?
97,6 MHz Radio Neandertal – Langenberg -> WDR oder Privat?
97,8 MHz Radio Bonn/Rhein-Sieg – Bonn/Venusberg -> WDR oder Privat?
98,0 MHz Antenne Niederrhein – Kleve -> WDR oder Privat?

Was ist mit dem WDR in Höxter? Der Funkturm gehört der Deutschen Funkturm? Senden alle über die gleiche Antenne? Hat der WDR die selbstgenutzten Antennen gekauft, die nicht an seinen Standorten hängen?

Was ist mit BFBS?


Ich habe mal etwas drübergeschaut. Das ist gar nicht so einfach.

97.6: WDR-Mast, MB-Sender (steht im Keller), Antenne vermutlich auch noch-MB, da der WDR sein eigenes Antennenpaket hat.
97.8 Bonn: Sender unklar, da ex-BFBS kann er wie die Langenberger 96.5 in WDR-Hand sein. Antenne WDR. Dort gibt es nur das eine Antennenpaket, die 97.8 sendet wie die 98.9 auch rund.
98.0 Kleve: Antennenschwerpunkt tiefer als WDR, außerdem Richtstrahlung -> Noch-MB
Höxter: Eigenes Antennenfeld für NRW, darüber aber auch R.Hochstift -> Beides möglich
Warburg: Ebenfalls. Mast DFMG, Antenne unklar.
Bielefeld: Eindeutig komplett MB, bisher. Von BFBS hat man nichts gehört, zu welchem Anbieter die wechseln. Da könnte es spannend werden, ob man sich die Versorgung über die 103 überhaupt noch leisten möchte oder nur noch vor Ort in PB/BI/GT mit Funzeln von eigenen Standorten versorgt. Aber das ist nur eine Überlegung meinerseits.

von Japhi - am 07.04.2018 06:43
Zitat
DieterDüren
Zitat
102.1
Hier draengt sich sogleich die Frage auf, wie weit der ORF nach Deutschland empfangbar sein wuerde, wenn in Deutschland keine UKW Sender mehr stoerten? Ich schaetze mal bis Heilbronn oder Nuermberg?


Pfänder 98,2 reicht jetzt schon mobil bis wenige km vor Heilbronn mit einem VW Werksradio.
Für den Küchenbrüllwürfel wird es nicht reichen, aber mit einer richtigen Antenne...

Zu HN kann ich nichts sagen. Am QTH1 empfange ich den ORF jedoch vor allem über den Pfänder, was natürlich der Kanalbelegung geschuldet ist. Ö3 geht daher überhaupt nicht :-( , auf der 103,9 habe ich leider nach Richtung Süden ein Kabelleck, ansonsten würde ich mir Chancen ausrechnen, da die 97,5 (Ö1) ebenfalls permanent geht. Immerhin geht die 104,6 aus Salzburg auch so daß ich vergleichen kann. Pfänder geht noch minimal besser. Die Zugspitze konnte ich mit den ORF-Programmen auf UKW leider noch nie testen. Da aber auch Antenne Bayern bei Abschaltung des Bleßbergs stabil ankommt, gehe ich bezogen auf die 102,7 auf ein nochmals etwa 15dB schwächeres ORF-Signal aus. Und damit liege ich deutlich unter dem Pfänder.

von Thomas (Metal) - am 07.04.2018 08:15
Zitat
Seltener Besucher
Es würde reichen, dass Uplink und Divicon an einem Standort schnell ihre Antennen montieren und den Betrieb übernehmen, sie wären sofort in einer besseren Verhandlungsposition. Genau dieses Szenario wird ihnen nicht zugetraut.

Grundsätzlich traue ich denen das schon zu, aber nicht in so kurzer Zeit. Da geht es ja um Hunderte von Antennenanlagen, die quer durch die Republik installiert werden müssten. Damit hätte man vielleicht vor einem halben Jahr schon anfangen müssen. Und neben dem technischen/personellen Aufwand gilt es ja auch Rechtliches zu klären, bevor man da überhaupt auch nur ein Schräubchen in die Hand nehmen darf.
Am einfachsten ist es vielleicht noch im Westen, wo es häufig auch Alternativantennen von öffentlich-rechtlichen Anbietern bzw. direkt Alternativstandorte gäbe. Das sollte mit überschaubarem Aufwand machbar sein, und wenn man vorübergehend die Leistung drosseln müsste, weil evtl. die koordinierte Reichweite sonst überschritten wird.

von Habakukk - am 07.04.2018 08:29
Zitat
Japhi
Zitat
Seltener Besucher
Zitat
102.1
Was ist an dem Artikel dran? Das klingt doch alles etwas ueberzogen, denke ich. "Tal der Ahnunglsosen" in einer Zeit von Internet ist ja etwas extrem dargestellt.
https://www.welt.de/wirtschaft/article175211220/Radio-Am-Mittwoch-droht-vielerorts-das-Aus-fuer-UKW-Sender.html
DAB+ ist immerhin nicht betroffen?


Der Artikel ist nicht überzogen, auf diesen Artikel reagierten bereits einige Privatfunker mit eignen Mitteilungen. Wir diskutieren darüber bereits seit Wochen an einer anderen Stelle:

http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1408569

DAB+ war nie betroffen, das ist bereits hier ausführlich erläutert worden!


Zitat
sup2
Natürlich ist das überzogen, aber so springen eben manche Journalisten im Verlag.
Säbelrasseln, drohen ( genau : es droht mal wieder irgendetwas ).
Am Dienstag Abend lesen wir, dass sich die Beteiligten in letzter Sekunde
einigen konnten, oder aber Aufschub genehmigt wurde. Kein Mensch glaubt, dass
diese dudelnden Litfaßsäulen zum Schweigen gebracht werden. Und angenommen,
am Mittwoch würde tatsächlich einmal für einige Zeit Rauschen herrschen : Nach wenigen Stunden wäre eine Einigung erzielt.
edit : Schade, dass in dem Bericht von WO nicht erwähnt wird, bei welchen Radiosendern man selbst mit gar nicht wenigen Prozenten beteiligt ist.


Könntest Du dich erst einmal informieren und dann deinen Blödsinn absondern. Betroffen sind alle Arten von Hörfunksender, die Privaten, die Öffentlich-Rechtlichen und die Nichtkommerziellen wie Offene Kanäle und NKLs. Alle Programme als „dudelnden Litfaßsäulen“ pauschal zu verurteilen zeugt nur von Arroganz. Du bist wohl der geborene Programmdirektor. Wenn das so wäre, wärst Du auch davon betroffen.

Es ist ein Fehler im Osten gemacht worden, dass der MDR, NDR und RBB nicht wenigstens an einigen neuen Standorten ihre Masten errichten durften. Das dürfte ein Fehler der KEF sein, die eine solche Ausgabe nicht genehmigt hätte.

Du wirfst der WELT Online vor, dass sie keine Hausaufgaben für Dich gemacht hat? Zwei Klicks und die Daten sind im Netz abrufbar:

https://www.kek-online.de/medienkonzentration/tv-sender/unternehmenssteckbriefe/axel-springer-se/

https://www.kek-online.de/medienkonzentration/mediendatenbank/#/profile/shareholder/dl-2726

Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Frage mich nur, weshalb in D die höchsten Mobilfunkpreise in Europa sind. Ganz einfach, weil die 3 Anbieter sich darauf geeinigt haben, sich nur eine Scheinkonkurrenz geben. So was geht mit jeder anderen Nachrichtenübermittlung in D auch... .


Schon mal verglichen wieviel in anderen Staaten die Mobilfunkbetreiber für die Frequenzen ausgeben, welche Auflagen sie haben und ob sie diesen nachkommen? Fast 10 Milliarden kassierte der dt. Staat bei zwei Frequenzversteigerungen von den Mobilfunkbetreibern.

Frequenzen 800 MHz Band
Polen: 1,565 Milliarden €
Deutschland: 3,577 Milliarden €

Flächenunterschied 13 %

Zitat
DH0GHU
Wieso ist das übertrieben? Kein Vertrag, keine Leistung. Würde ich genauso machen.


Sehe ich genauso. Die Antennenbesitzer gehen ab 1. April in Vorleistung, weil sie den Platz auf den Funktürmen anmieten und die dt. Funkturm hat auch den Preis für die Flächen erhöht. Wobei auch die Antennenbesitzer haben häufig noch keinen Vertrag für die Fläche abgeschlossen. Sie wissen aber nicht, ob sie jemals das Geld für die Vorleistung zurückbekommen. Die gehen in Vorleistung ohne einen Vertrag mit dem Auftraggeber zu haben. Warum sollten sie es tun? EIne rechtlich ungeklärte Lage.

Können die Antennenbesitzer sich leisten den Platz auf den Funktürmen die nächsten Jahre besetzt zu halten, damit Uplink und Divicon ihren Antennen an der Stelle nicht anbringen können? Das kostet doch auch Geld. Wir haben doch gesehen, wie schnell Unitymedia und Kabeldeutschland viele Funktürme von ihren Antennen befreit haben.

Können Uplink und Divicon in wenigen Wochen diese Antennen durch ihre Antennen und Leitungen ersetzten? An vielen kleinen Türmen ist Platz, sie könnten auswichen nach oben oder unten hin. Wer liefert und installiert ihnen die Antennen so schnell? Haben sie dafür das Kleingeld? Es gibt Funktürme wo ein halber Meter hin oder her kein Problem sein dürfte und die BnetzA auch ein Auge zudrückt, gerade jetzt in dieser Situation.

Nehmen wir an, die Antennenbesitzer schalten ihre Antennen ab, können Uplink und Divicon sich sofort an diesen Standorten aufschalten? Es weiß doch keiner wo abgeschaltet wird.

Es würde reichen, dass Uplink und Divicon an einem Standort schnell ihre Antennen montieren und den Betrieb übernehmen, sie wären sofort in einer besseren Verhandlungsposition. Genau dieses Szenario wird ihnen nicht zugetraut.

Wenn ein Rechtstreit 10 Jahre dauern würde, wären sicherlich einige Antennenbesitzer schneller Pleite als wir denken.

Zitat
DH0GHU
Dass es insgesamt nicht billiger wird, hätte doch auch klar sein müssen. Bisher haben MB und DFMG am UKW-Betrieb verdient. Nun wollen Netzbetreiber, Antennenbesitzer und DFMG verdienen - und möglicherweise auch noch MB als Servicedienstleister. Inklusive mehrfachem Overhead.
Aber solche Bedenken wurden ja ignoriert....


Es ist die Frage wann war was klar? Uplink und Divicon hätten mitbieten können. Wenn Uplink und Divicon nicht liefern können, werden Regressanspruch gelten gemacht. Dann verhandeln die Radioanbieter mit den Antennenbesitzern und mieten die Leistungen bei ihnen an. An Technik sollte es nicht scheitern, die steht an den Standorten rum.

Zitat
Habakukk
In NRW schätze ich, ein größerer Teil der Lokalradios, in RLP wohl RPR und bigFM, im Saarland und in Hessen vermutlich alle Privaten, in Schleswig-Holstein und Hamburg wohl auch alle Privaten.


Im Hamburg sind alle Privaten bis auf ein Programm über DAB+ verfügbar. Das schmälert das Drohszenario ein wenig.

In NRW gibt es viele Fragen. Klar im OWL haben die Lokalradios ihre Antennen gekauft. Antenne Düsseldorf hat eine neue Antenne.

Was ist mit diesen Antennen?
97,6 MHz Radio Neandertal – Langenberg -> WDR oder Privat?
97,8 MHz Radio Bonn/Rhein-Sieg – Bonn/Venusberg -> WDR oder Privat?
98,0 MHz Antenne Niederrhein – Kleve -> WDR oder Privat?

Was ist mit dem WDR in Höxter? Der Funkturm gehört der Deutschen Funkturm? Senden alle über die gleiche Antenne? Hat der WDR die selbstgenutzten Antennen gekauft, die nicht an seinen Standorten hängen?

Was ist mit BFBS?


Ich habe mal etwas drübergeschaut. Das ist gar nicht so einfach.

97.6: WDR-Mast, MB-Sender (steht im Keller), Antenne vermutlich auch noch-MB, da der WDR sein eigenes Antennenpaket hat.
97.8 Bonn: Sender unklar, da ex-BFBS kann er wie die Langenberger 96.5 in WDR-Hand sein. Antenne WDR. Dort gibt es nur das eine Antennenpaket, die 97.8 sendet wie die 98.9 auch rund.
98.0 Kleve: Antennenschwerpunkt tiefer als WDR, außerdem Richtstrahlung -> Noch-MB
Höxter: Eigenes Antennenfeld für NRW, darüber aber auch R.Hochstift -> Beides möglich
Warburg: Ebenfalls. Mast DFMG, Antenne unklar.
Bielefeld: Eindeutig komplett MB, bisher. Von BFBS hat man nichts gehört, zu welchem Anbieter die wechseln. Da könnte es spannend werden, ob man sich die Versorgung über die 103 überhaupt noch leisten möchte oder nur noch vor Ort in PB/BI/GT mit Funzeln von eigenen Standorten versorgt. Aber das ist nur eine Überlegung meinerseits.


So sehr ich Deine fundierte Analyse schätze, so sehr stört micht der Ton:

"Könntest Du dich erst einmal informieren und dann deinen Blödsinn absondern"

Ich würde mir mehr gegenseitige Achtung wünschen.

von RudiP - am 07.04.2018 08:47
Beim NRW-Lokalfunk gibt es diese Aufteilung:

In Ostwestfalen-Lippe betreibt alle ihre Sender die AMS selbst auch die dazugehörigen Antennen.

Die meisten Antennen incl. Langenberg 97,6 MHz taucht in der KIO-Liste auf ...

KIO hat gekauft ...
... Gedern aber nicht Kleve. (Antenne Niederrhein)
... alle Antennen von Radio Bonn/Rhein-Sieg aber nicht Bonn-Venusberg
... Aachen Stadt und Simmerath aber nicht Aachen-Stolberg (Antenne AC)
... alle Antennen von Radio Siegen aber nicht die Antennen am Standort Siegen-Giersberg
... nur die Antenne in Lünen aber nicht Selm und Schwerte (Antenne Unna).
... keine Antenne von NEWS 89.4, Radio Düren, Radio Ennepe-Ruhr, Radio Euskirchen, Radio Hagen, Radio Leverkusen, Radio Sauerland und Radio WMW,

Wer war da schneller?

von Seltener Besucher - am 07.04.2018 13:52
Man kann es vielleicht über die alte Liste rausfinden, mit der die Media Broadcast reguliert werden sollte. Einfach mal die Einträge unter "Entgeltpreise" (Anlage 1) mit den Einträgen unter "Vorleistung" (Anlage 5) vergleichen.

https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2015/2015_0001bis0999/BK3-15-0002/BK3-15-0002_Konsolidierungsentwurf_oeffentlich.pdf?__blob=publicationFile&v=5

Da taucht z.B. 107,8 Aachen zwar bei den Entgeltpreisen auf, aber nicht bei der Vorleistung, was dafür spricht, dass die Antenne nicht der Media Broadcast gehörte. Für Venusberg und Giersberg gilt dasselbe. Wir führen die auch in der FMLIST mit den gleichen Antennenhöhen wie die WDR-Programme. Damit ist das also wohl alles WDR-Eigentum.

Kleve wiederum taucht in beiden Abschnitten auf, und wir haben den in der FMLIST auch mit separater Antennenhöhe (96m statt 110m wie beim WDR) gelistet, weil da ein anderes Diagramm samt anderer Polarisation (vertikal!!) gefahren werden muss. Muss also dann wohl auch jemand anderem gehören, es sei denn, dem WDR gehören auch Antennen, die er selber gar nicht nutzt.

von Habakukk - am 07.04.2018 17:00
Zitat
Alqaszar
Privat vor Staat!

"Früher" gab es eine Behörde, die das mit Beamten regelte: Sendemasten, Funktürme, Antennen, Sendegeräte, Leitungen vom Studio zum Senderstanort. Zu schwerfällig zu ineffizient -- Privatsierung muss her! Der Markt wird das regeln.

"Danach": Private Gesellschaft mit Monopolstatus. Irgenwann wurden die Masten von den Antennen getrennt -- damit die Betreiber der Türme und der Monopolist Gewinne machen können. Billiger wurde das natürlich nicht. Also droht man dem Monopolisten: Der Markt wird das regeln!

"Jetzt": Der Monopolist endet die Quersubventionierung von teuren Senderstandorten. Kleine Standorte werden unverhältnismäßig teurer. Jetzt werden die Antennen vom Rest der Technik getrennt, statt zwei müssen jetzt drei Firmen Gewinne machen. Es wird noch teurer! Das war natürlich nicht vorauszusehen.

Aber keine Sorge: Der Markt wird es schon richten!

Und wenn alle Stricke reißen, zahlt der Steuerzahler, was die Privatwirtschaft verbockt hat. Bankenkrise, BER, Diesel-Abgase -- ist schließlich alles systemrelevant.


:spos:

von RudiP - am 07.04.2018 18:06
Zitat
Seltener Besucher
Jörg Wagner hatte das Thema auch in seinem Medienmagazin gebracht. Ich habe leider nicht alles gehört und der Podcast ist noch nicht im Netz.


War nicht viel: https://we.tl/PESK5LPBo0 - es sei denn, es kam später noch was. Habe mich durch diese klangliche Katastrophe nicht weiter durchgearbeitet. Der (noch amtierende) RBB-Betriebsdirektor hatte auch einen wirklich "glanzvollen" Auftritt. Er kennt offenbar nicht einmal RBB Kulturradio und RBB Inforadio...

von Chris_BLN - am 08.04.2018 16:33
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Wir wussten doch aber Alle schon vorher, dass die niemals UKW abschalten würden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass an diese ominöse Abschaltung am Mittwoch ernsthaft Jemand glaubte.


Ich bitte Dich! Es war nie die Rede davon UKW abzuschalten. Wir sind nicht in Norwegen. Das ist doch jetzt eine verkürzte Darstellung oder? Es war die Rede davon einzelnen Antennen abzuschalten und nicht ganzes UKW-Sendernetz. Wir sprechen nicht vom Switch-Off. Vorzugsweise hätte man sich einen nicht wichtigen Füllsender ausgesucht und die Antenne dort ausgeknipst, das aber medial aufgebauscht. Es werden täglich an mehreren Standorten die Antennen ausgeknipst, weil jemand auf den Turm neue Antennen anbringen muss oder eine neue Leitung verlegen muss. Für eine oder zwei Stunden gibt es eben keinen Empfang und dann geht es weiter. Sogar Grundnetzsender werden ausgeschaltet, an wichtigen Standorten gibt es dann ein Backup vom anderen Standort eben.

von Seltener Besucher - am 09.04.2018 21:34
Zitat
Seltener Besucher
Es war die Rede davon einzelnen Antennen abzuschalten und nicht ganzes UKW-Sendernetz. Wir sprechen nicht vom Switch-Off. Vorzugsweise hätte man sich einen nicht wichtigen Füllsender ausgesucht und die Antenne dort ausgeknipst, das aber medial aufgebauscht.


Naja, ohne Vertrag kein Sendebetrieb. Die Media Broadcast hätte zum Mittwoch alle Antennen ausgeknipst, für die keine Verträge zustande gekommen wären, zumindest in der Theorie. Wieviel Drohung das nur war, und wieviel "echte Gefahr", kann ich nicht beurteilen. Wir hatten ja im anderen Thread schon die Diskussion, wie sowas technisch überhaupt funktionieren mag, da die eigentlichen Sender ja wiederum Divicon/Uplink gehören.

Die DFMG wird die Miete für ihre Sendemasten jedenfalls trotzdem eintreiben wollen. Wenn da nicht klar geregelt ist, wer was bezahlt, würde ich das Zeug auch abschalten. Niemand hat was zu verschenken, erst recht nicht ein Konzern wie Media Broadcast oder gar die neuen Antenneneigentümer. Da darf man die Schuld nicht nur auf deren Seite sehen, auch Divicon/Uplink tragen ihren Anteil daran, immerhin ging man naiverweise, ohne eigenes Antennenequipment zu besitzen, davon aus, die Dienstleistung sogar noch billiger anbieten zu können als MB vorher, obwohl nun mehr Beteiligte im Spiel sind, die etwas verdienen wollen.

Aber nun hat man sich ja mit Divicon und Uplink auf einen Vertrag geeinigt, der den Übergangsbetrieb bis Ende Juni sicherstellt. Bis dahin wird weiter verhandelt. Und bis dahin läuft der Sendebetrieb also wohl erst mal ungestört weiter.

Gespannt bin ich, ob nun Divicon und Uplink die zwei Monate nutzen, um zumindest an manchen Standorten (den teuersten) Alternativen zu schaffen. Könnte knapp werden, aber immerhin gibt es dafür jetzt ein kleines Zeitfenster.

von Habakukk - am 10.04.2018 06:29
Naja, man hat die ja nicht unterschiedlichen Eigentümern "gegeben", im Sinne von "du kriegst das eine und du kriegst das andere".

Die neuen Eigentümer der Sender hatten alle Zeit der Welt, der Media Broadcast auch das alte Antennengeraffel abzukaufen. Wollten sie nicht! Wenn man das nicht will, weil zu teuer, muss man entweder selber seine eigene Infrastruktur aufbauen, oder sich den Gegebenheiten des Markts unterwerfen. Ich kann doch niemanden zwingen, mir seine Antennen zum Dumpingpreis zur Verfügung stellen, nur weil ich selber das große Geld verdienen will. Man hat wahrscheinlich gedacht, die Regulierung der BNetzA für die Media Broadcast würde auch bei den neuen Antenneneigentümern greifen, aber das tut sie nicht. Und die sog. Frankfurter Erklärung kann man nun wohl getrost ad acta legen, das scheint für niemanden mehr bindend zu sein.

Mir sind auch Investment-Firmen, wie das einige der neuen Antenneneigentümer sind, zuwider, weil die von der eigentlichen Sache, die sie da machen, überhaupt keine Ahnung haben, sondern nur Geld verdienen wollen, womöglich noch mit überhöhten Preisen. Aber nichtsdestotrotz haben eben auch Divicon/Uplink ihren Anteil an der Misere, weil sie überhaupt nichts dazu getan haben, sich auf so eine Situation vorzubereiten. Es war vielleicht nicht abehbar, dass da Heuschrecken die ganzen Antennen aufkaufen und sich nicht mehr an die Frankfurter Erklärung halten werden, aber es war sehr wohl absehbar, dass die Antennen zum 1.4. entweder nicht mehr Media Broadcast gehören, oder aber nicht mehr für eine Nutzung zur Verfügung stehen.

von Habakukk - am 10.04.2018 07:18
Zitat
Saarländer (aus Elm)
Oder ein Autoverkäufer sagt seinem Kunden: 'Aber die Räder musst Du dir woanders besorgen.' ;-) :bloed:


Eure Vergleiche treffen den Sachverhalt überhaupt nicht.

Der Autoverkäufer sagt seinem Kunden: du kannst zum 1.4. ein *gebrauchtes* Auto samt alter Reifen kaufen. Der Verkäufer verlangt für die alten abgefahrenen Reifen nahezu den Neupreis. Der Kunde sagt, Auto nehm ich, aber die alten Reifen kannst du behalten, ich bin doch nicht blöd und geb so viel Geld für altes Geraffel aus, das ich womöglich in paar Jahren ersetzen muss.

Der Käufer des Autos wartet nun ab, was passiert, schließlich wird ihm der Autoverkäufer ja nicht ernsthaft ein Auto ohne Reifen verkaufen. Neue Reifen will er sich aber auch nicht leisten, die sind ihm viel zu teuer, die alten täten es ja noch. Derweil ersteigert der örtliche zwielichtige Multimillionär die alten Reifen zum Fast-Neupreis und teilt dem Autokäufer mit, dass er die Reifen an seinem eigenen Auto ab 1.4. zu einem unverschämt hohen Preis mit mindestens 10 Jahre Vertragslaufzeit monatlich mieten kann. Der Autokäufer lehnt das natürlich ab.

Der zwielichtige Multimillionär droht damit, die Reifen (die ja ihm gehören) am Auto so unbrauchbar zu machen, dass man damit nicht mehr fahren kann, will sie aber auch nicht abschrauben, sonst wäre ja sein Investment dahin. Der Autokäufer hat nun keine Chance, das Auto zu nutzen, da ihm das Abschrauben der Altreifen untersagt ist (die gehören ihm ja nicht) und sonst auch kein Platz ist, alternativ Reifen anzubringen - er kann also auf die Schnelle auch keine eigenen Reifen anbringen.

Der Autokäufer besitzt nun ab 1.4. ein Auto, mit dem er nicht fahren kann.

Hätte er die alten überteuerten Reifen anfangs doch nur mitgekauft!!! :D

Der Vergleich hinkt immer noch gehörig, aber ganz so einfach wie in euren Beispielen ist der Sachverhalt eben nicht.

von Habakukk - am 10.04.2018 07:37
Zitat
transponder
(...)
http://meedia.de/2018/04/09/aerger-um-angedrohten-ukw-blackout-ex-postminister-schwarz-schilling-zofft-sich-mit-freenet-aufsichtsratschef-helmut-thoma/

Dabei braucht sich niemand aufzuregen, nun wird halt am 1.7.18 der Stecker gezogen.:joke:


Entscheident ist nach meiner Meinung dieser Absatz im Link zu Meedia
Zitat
Meedia
Indes teilt Media Broadcast mit, dass die Gesellschaft den UKW-Sendebetrieb für mehr als 4o Radiostationen bis zum 30. Juni übergangsweise aufrechterhält. „Möglich wurde dies durch die Duldung der Antennennutzung fast aller neuen Antennenbesitzer und die Beauftragung durch die betroffenen öffentlich-rechtlichen und privaten Radioanbieter bzw. deren Sendernetzbetreiber Divicon und Uplink, die in den meisten Fällen seit 1. April vertraglich für den UKW-Sendernetzbetrieb verantwortlich sind“, betont das Unternehmen. Bei einem Auftraggeber gelte „die jetzt getroffene Regelung noch vorbehaltlich der Rechtswirksamkeit“, heißt es.


Damit wäre die Frage: "Fast alle". Wer also nicht? ;-)

von Thomas (Metal) - am 10.04.2018 12:54
Media Broadcast hat gestern eine PM zum Thema herausgegeben:

>> MEDIA BROADCAST betreibt für über 40 Radioveranstalter vorübergehend UKW – umfangreiche Abschaltungen abgewendet

Köln, 9. April 2018 – MEDIA BROADCAST hat heute den Landesmedienanstalten, der Bundesnetzagentur, der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz für die Rundfunkkommission der Länder und dem Bundeskartellamt bekannt gegeben, übergangsweise den UKW-Sendernetzbetrieb für über 40 Radioveranstalter bis maximal 30. Juni 2018 aufrechtzuerhalten. Möglich wurde dies durch die Duldung der Antennennutzung fast aller neuen Antennenbesitzer und die Beauftragung durch die betroffenen öffentlich-rechtlichen und privaten Radioanbieter bzw. deren Sendernetzbetreiber Divicon und Uplink, die in den meisten Fällen seit 1. April vertraglich für den UKW-Sendernetzbetrieb verantwortlich sind. Bei einem Auftraggeber gilt die jetzt getroffene Regelung noch vorbehaltlich der Rechtswirksamkeit. Die Beauftragungen formalisieren die de-facto Weiterführung des UKW-Sendernetzbetriebs für viele Privatradios und öffentlich-rechtliche Anbieter, bei denen die MEDIA BROADCAST bereits seit 1. April 2018 mit dem Sendernetzbetrieb in Vorleistung getreten war.

Die jetzt von über 40 Radioanbietern gewählte Übergangslösung war kurzfristig nötig geworden, weil sich die neuen Sendernetzbetreiber Uplink und Divicon sowie Radioanbieter vielerorts seit Januar noch nicht mit den neuen Eignern der UKW-Antennen über die Konditionen für den Antennenzugang geeinigt haben. MEDIA BROADCAST hatte bereits im Februar 2017 bekanntgegeben, das Antennengeschäft zu verkaufen. Auf einem eilig einberufenen Runden Tisch der Landesmedienanstalten am 14. März 2018 hatte MEDIA BROADCAST vorgeschlagen, dort, wo dies ab dem 1. April 2018 noch nicht gelänge, übergangsweise den UKW-Sendebetrieb aufrechtzuerhalten, um Black-Outs für die Hörer zu vermeiden. Dazu sei lediglich die Duldung der Antenneneigentümer und bis zum 6. April ein entsprechender Auftrag durch die Radioveranstalter oder ihre Sendernetzbetreiber nötig.

Wolfgang Breuer, Geschäftsführer der MEDIA BROADCAST, sagt: „Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, die kurzfristige massive UKW-Abschaltung von über 40 öffentlich-rechtlichen und privaten Radioprogrammen zu verhindern. Das ist uns gelungen. Mit dem jetzt nach unnötig schwerem Ringen vereinbarten Übergangsbetrieb für über 40 Anbieter sichern wir noch bis spätestens 30. Juni dort den reibungslosen Weiterbetrieb, wo sich die eigentlichen Vertragsparteien, Sendernetzbetreiber, Antennenbesitzer und Radioveranstalter aktuell noch nicht geeinigt haben.“

Breuer fährt fort: „Mit dem Übergangsangebot bieten wir den beteiligten Parteien, Sendernetzbetreibern, Programmanbietern und Antennenbesitzern bis maximal zum 30. Juni genügend Zeit zur Einigung. Wir erwarten, dass die eigentlichen Vertragsparteien spätestens bis dahin ihrer Verantwortung für einen unterbrechungsfreien Sendebetrieb gerecht werden. Wir haben uns seit dem 31. März 2018 von dem Geschäft getrennt, weil es für uns keine Möglichkeit gab, das Geschäft wirtschaftlich zu gestalten, und wir uns auf andere Geschäftsfelder wie digitale Plattformen und Services fokussieren. Wir werden definitiv am 30. Juni das Übergangsangebot beenden. Alle Beteiligten haben bis dahin genügend Zeit, Lösungen zu finden.“

von Manfred Z - am 10.04.2018 13:53
Wolfgang Breuer, Geschäftsführer der MEDIA BROADCAST, sagt: „Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, die kurzfristige massive UKW-Abschaltung von über 40 öffentlich-rechtlichen und privaten Radioprogrammen zu verhindern. Das ist uns gelungen

Wie edel von Herrn Breuer!

M. E. steht weder der "Media Broadcast" noch den Nachfolgern ein "Streikrecht" zu, siehe Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland - Artikel 87f:

(1) Nach Maßgabe eines Bundesgesetzes, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, gewährleistet der Bund im Bereich des Postwesens und der Telekommunikation flächendeckend angemessene und ausreichende Dienstleistungen.
(2) Dienstleistungen im Sinne des Absatzes 1 werden als privatwirtschaftliche Tätigkeiten durch die aus dem Sondervermögen Deutsche Bundespost hervorgegangenen Unternehmen und durch andere private Anbieter erbracht. Hoheitsaufgaben im Bereich des Postwesens und der Telekommunikation werden in bundeseigener Verwaltung ausgeführt..


Damit könnte m.E. der Bund zumindest einen Notbetrieb zur ausreichenden Versorgung der Bevölkerung mit Rundfunkprogrammen anordnen. Über eine angemessene Vergütung für die Dienstleistung "Ausstrahlung von Rundfunkprogrammen" kann dann vor Gericht gestritten werden.

von hegi_ms - am 10.04.2018 16:11
Könnten wir den Hysterie- und „alles muss verstaatlicht werden“ Modus hier im Forum wieder etwas eindämpfen? Laut statista.com gab es im Jahr 2017 in Deutschland:

  • öffentlich-rechtliche Programme: 66
  • private Hörfunkprogramme: 242
  • andere Hörfunkprogramme: 105
  • Summe: 413


Wolfgang Breuer spricht von „40 öffentlich-rechtlichen und privaten Radioprogrammen“.
Somit war der Empfang von 373 nicht gefährdet.
Wir waren weit davon entfernt in die Notstandslage zu geraten, in der der Staat die Wahrnehmung von Aufgaben übernehmen muss.

Aus dem Grundgesetz ist auch nicht abzuleiten, dass ein Anspruch auf „Rundfunkprogramme“ im Plural besteht. Es wundert mich, dass hegi_ms nicht die Wörter „angemessene“ und „ausreichende“ Dienstleistungen nicht unterstrichen hat. Es sind in diesem Absatz die strittigen Wörter, was ist als „angemessen“ und „ausreichend“ zu betrachten? Es dürfte jedem klar sein, dass dann die Normen greifen werden und das Signal in 10 Meter Höhe mit einem Dipol zu empfangen sein muss.

Des Weiteren waren diverse andere Telekommunikationsdienstleistungen nicht gefährdet. Auch die Rundfunkversorgung war für über 90 % der Bevölkerung nicht gefährdet. Es gibt keinen Anspruch auf UKW, Mittel- oder Langwelle. DAB+, Kabel oder Satellit tun es auch.

von Seltener Besucher - am 10.04.2018 16:52
@Seltener Besucher:

Wo steht 'was von "alles muß verstaatlicht werden" ??? Das Beispiel zeigt doch im Gegenteil die Auswüchse des "alles muß privatisiert werden".

"Des Weiteren waren diverse andere Telekommunikationsdienstleistungen nicht gefährdet" Das Gegenteil habe ich nicht behauptet - es ist in diesem Zusammenhang auch nicht relevant.

"Auch die Rundfunkversorgung war für über 90 % der Bevölkerung nicht gefährdet." Das wären immerhin über 8 Millionen Betroffene. Dieser bundesweite Durchschnittswert sagt nichts über örtlich gegebenen Empfangsbedingungen aus.

"DAB+, Kabel oder Satellit tun es auch." Na klar, dann können wir ja UKW sofort abschalten.

von hegi_ms - am 10.04.2018 17:29
Zitat
Seltener Besucher
Könnten wir den Hysterie- und „alles muss verstaatlicht werden“ Modus hier im Forum wieder etwas eindämpfen? Laut statista.com gab es im Jahr 2017 in Deutschland:

  • öffentlich-rechtliche Programme: 66
  • private Hörfunkprogramme: 242
  • andere Hörfunkprogramme: 105
  • Summe: 413


Wolfgang Breuer spricht von „40 öffentlich-rechtlichen und privaten Radioprogrammen“.
Somit war der Empfang von 373 nicht gefährdet.
Wir waren weit davon entfernt in die Notstandslage zu geraten, in der der Staat die Wahrnehmung von Aufgaben übernehmen muss.

Aus dem Grundgesetz ist auch nicht abzuleiten, dass ein Anspruch auf „Rundfunkprogramme“ im Plural besteht. Es wundert mich, dass hegi_ms nicht die Wörter „angemessene“ und „ausreichende“ Dienstleistungen nicht unterstrichen hat. Es sind in diesem Absatz die strittigen Wörter, was ist als „angemessen“ und „ausreichend“ zu betrachten? Es dürfte jedem klar sein, dass dann die Normen greifen werden und das Signal in 10 Meter Höhe mit einem Dipol zu empfangen sein muss.

Des Weiteren waren diverse andere Telekommunikationsdienstleistungen nicht gefährdet. Auch die Rundfunkversorgung war für über 90 % der Bevölkerung nicht gefährdet. Es gibt keinen Anspruch auf UKW, Mittel- oder Langwelle. DAB+, Kabel oder Satellit tun es auch.


Genau so ist es. Volle Zustimmung.:spos:

von jug - am 10.04.2018 17:32
Zitat
hegi_ms
@Seltener Besucher:

Wo steht 'was von "alles muß verstaatlicht werden" ??? Das Beispiel zeigt doch im Gegenteil die Auswüchse des "alles muß privatisiert werden".


Radio Bremen hat den UKW-Betrieb an die Media Broadcast übergeben, der BR betreibt seine Sender über ein gemeinsames Unternehmen mit der BLM. Mir ist nicht bekannt, dass der RBB, hr, NDR, SR, SWR und WDR seine Grundnetzsender nicht zum größten Teil selber betreiben. Eine Anspielung auf irgendwelche Auswüchse der Privatisierung ist irreführend. Einen Anspruch auf Privatfunk gibt es nicht.

Zitat
hegi_ms
"Des Weiteren waren diverse andere Telekommunikationsdienstleistungen nicht gefährdet" Das Gegenteil habe ich nicht behauptet - es ist in diesem Zusammenhang auch nicht relevant.
"Auch die Rundfunkversorgung war für über 90 % der Bevölkerung nicht gefährdet." Das wären immerhin über 8 Millionen Betroffene. Dieser bundesweite Durchschnittswert sagt nichts über örtlich gegebenen Empfangsbedingungen aus.
"DAB+, Kabel oder Satellit tun es auch." Na klar, dann können wir ja UKW sofort abschalten.


Ich möchte bitte keine Grundsatzdiskussion führen. Ich versuche es in wenigen Worten. Rundfunk ist Kultur und Kultur ist Ländersache. Auch die Frequenzen gehören den Bundesländern, sie werden nur vom Bund verwaltet, damit nicht jedes Bundesland eine eigene Netzagentur aufbauen muss. Wir haben 16 Bundesländer. Bei 11 Bundesländern hat diese UKW-Antennen-Geschichte keine große Auswirkung auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. In Bayern, Teilen von Niedersachsen und NRW hat es auch keine Auswirkung auf den Privatfunk. Wie ist es mit Baden-Württemberg?

In deinem Post berufst Du dich auf ein Bundesgesetz. Warum soll der Bund seine Kompetenzen überschreiten und in einen Bereich des Telekommunikationsmarktes eingreifen, der in großen Teilen der Bundesrepublik bestens funktioniert. Eins kannst Du mir glauben, wenn jemand die Antennen eines öffentlich-rechtlichen Programms ausknipst, dann wird er einen guten Kunden verlieren. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben nicht nur einen Versorgungsauftrag, sie haben auch eine gesetzliche Erlaubnis ihre Sendeanlagen selbst zu betreiben und nur zwei ARD-Anstalten tut es nicht. Alle anderen haben dafür Mitarbeiter eingestellt. Es ist nur billiger Dienstleister in Anspruch zu nehmen. Zur Not wird ein mobiler Sendemast herbeigefahren und vorübergehend den Dienst übernehmen, bis ein neuer Sendemast errichtet ist.

Einen Anspruch auf UKW-Rundfunk kann man aus dem zitierten Bundesgesetz nicht ableiten.

Einen Einblick in die entsprechenden Stellen im Gesetz habe ich bereits hier zitiert

von Seltener Besucher - am 10.04.2018 20:38
Zitat
Seltener Besucher
Die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben nicht nur einen Versorgungsauftrag, sie haben auch eine gesetzliche Erlaubnis ihre Sendeanlagen selbst zu betreiben und nur zwei ARD-Anstalten tut es nicht. Alle anderen haben dafür Mitarbeiter eingestellt. Es ist nur billiger Dienstleister in Anspruch zu nehmen. Zur Not wird ein mobiler Sendemast herbeigefahren und vorübergehend den Dienst übernehmen, bis ein neuer Sendemast errichtet ist.

Lassen wir die alt-BRD-Anstalten einmal außen vor. Für mich stellt sich die Frage ob man aus dieser Sache beim mdr ggf. den Schluß zieht zumindest einen eigenen Sender, respektive zumindest Antennen für einen Notbetrieb in zentraler Lage zu haben. Der rbb hat dies ja mit dem Sender Bln-Scholzplatz aus dem SFB-Erbe, wie auch im Podcast direkt genannt. Womit dann vielleicht die mdr-Programme von Lzg-Wiederau zum Funkturm Leipzig umziehen könnten. Sicherlich kein mdr-eigener Standort, aber dort wird sich sicherlich eine entsprechende Montagefläche für eigene Antennen anmieten lassen.

von Thomas (Metal) - am 11.04.2018 05:29
Das sind ja mittlerweile Verhältnisse wie in den USA - Streit zwischen Plattformbetreibern (Sat, Kabel) und den Networks sind da regelmäßig an der Tagesordnung.

Das Mittel des Black-outs wird dort im übrigen ganz gerne genutzt, um Druck auf ein erfolgreiches Ende der Verhandlungen auszuüben.

Und ja, über dem großen Teich ist alles in privater Hand. Was wir hier also mittlerweile auch haben, sind typische Auswüchse von kapitalistischen Machtspielchen.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 11.04.2018 08:05
@Seltener Besucher:

"Eine Anspielung auf irgendwelche Auswüchse der Privatisierung ist irreführend. Einen Anspruch auf Privatfunk gibt es nicht."

Zunächst einmal: es ist (m)ein gutes Recht, Auswüchse der Privatisierung zu kritisieren. Wen irritiert das? Deine Schlussfolgerung, es gäbe keinen Anspruch auf Privatfunk, ist unlogisch und im übrigen sachlich falsch. Auf der Grundlage mehrerer Urteile des Bundesverfassungsgerichtes haben die Bundesländer in einem Rundfunkstaatsvertrag die rechtlichen Voraussetzungen für ein "Duales Rundfunksystem" geschaffen, d.h. öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk bestehen nebeneinander.

"Warum soll der Bund seine Kompetenzen überschreiten und in einen Bereich des Telekommunikationsmarktes eingreifen, der in großen Teilen der Bundesrepublik bestens funktioniert"

Richtig, warum sollte er. Wenn aber die Abschaltung von UKW-Sendern angedroht wird, kann man wohl nicht mehr von einem bestens funktionierenden Markt reden.

"Einen Anspruch auf UKW-Rundfunk kann man aus dem zitierten Bundesgesetz nicht ableiten."

Ein privater Rundfunkveranstalter hat das Recht, seinen Betrieb im Rahmen seiner Genehmigung, die auch die Nutzung von UKW-Frequenzen gestatten kann, durchzuführen. Wird er durch den bzw. die Senderbetreiber daran gehindert, entsteht ihm wirtschaftlicher Schaden. Ihm steht dann staatliche Hilfe durch die Verwaltung und die Gerichte zu. Ein interessantes Neuland für Juristen!

von hegi_ms - am 11.04.2018 08:52
Zitat

Leipzig-Holzhausen jedenfalls ist z.Z. tot.
Betroffen sind Radio Leipzig 91,3, R.SA (mephisto) 97,6, Energy 99,8 sowie Dlf Kultur 100,4 MHz.

Danke @Habakukk. Inzwischen sind sie wieder da. :)
Ersatz gabs für alle außer R.Leipzig, voran Dlf Kult (Brocken, Inselsberg, Sonneberg, Zeitz), dann R.SA (Leipzig 98,2 MHz, Fichtelberg 107,7, Chemnitz 91,0), sogar Energy (Chemnitz 97,5).
Das in dieser Zeit laufende mephisto 97,6 hat hier den Weg zum Hörer im Auto nicht gefunden.

von mittendrin - am 11.04.2018 09:59
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hegi_ms
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Seltener Besucher
"Eine Anspielung auf irgendwelche Auswüchse der Privatisierung ist irreführend. Einen Anspruch auf Privatfunk gibt es nicht."

Zunächst einmal: es ist (m)ein gutes Recht, Auswüchse der Privatisierung zu kritisieren. Wen irritiert das?


Könntest Du für deine Thesen dann die entsprechende rechtliche Grundlage zitieren?

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hegi_ms
Deine Schlussfolgerung, es gäbe keinen Anspruch auf Privatfunk, ist unlogisch und im übrigen sachlich falsch. Auf der Grundlage mehrerer Urteile des Bundesverfassungsgerichtes haben die Bundesländer in einem Rundfunkstaatsvertrag die rechtlichen Voraussetzungen für ein "Duales Rundfunksystem" geschaffen, d.h. öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk bestehen nebeneinander.


Es ist richtig, wir haben ein „Duale Rundfunksystem“. Es ist richtig, dass neben den öffentlich-rechtlichen Anstalten auch private Anbieter Hörfunkprogramme veranstalten dürfen. Aus einem Recht die privaten Programme veranstalten zu dürfen erwächst für den Hörer kein Recht diese empfangen zu können. Im Kreis Olpe und Heinsberg (beide NRW) gibt es keinen kommerziellen Hörfunk. Die Hörer können Programme aus anderen Kreisen und kreisfreien Städten kommerzielle Hörfunkprogramme empfangen, können ihr Recht diese empfangen zu können nicht gelten machen, weil diese Programme für andere Verbreitungsgebiete vorgesehen sind.

Der Privatfunk muss sich um seine Verbreitung selbst kümmern. Er wählt seine Distributionswege selbst aus. Es gab Bundesländer, Verbände und einzelne Radioveranstalter, die ihre Antennen von Media Broadcast gekauft haben. Dafür gab es ein Vorkaufsrecht. Wer es nicht getan hat, hatte seine Gründe dafür. Der MDR, NDR (Mecklenburg-Vorpommern) und das Deutschlandradio haben sich auf Anbieter verlassen haben, die die Leistung möglicherweise temporär nicht erbringen können. Dann gibt es eine Zeitlang Radio nur über andere Verbreitungswege. Die Versorgung ist nicht gefährdet, weil nicht alle Distributionswege gefährdet sind, sondern nur ein einziger.

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hegi_ms
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Seltener Besucher
"Warum soll der Bund seine Kompetenzen überschreiten und in einen Bereich des Telekommunikationsmarktes eingreifen, der in großen Teilen der Bundesrepublik bestens funktioniert"

Richtig, warum sollte er. Wenn aber die Abschaltung von UKW-Sendern angedroht wird, kann man wohl nicht mehr von einem bestens funktionierenden Markt reden.


Den Markt als nicht funktionierend dürfte man erst dann bezeichnen, wenn es kein anderer Anbieter bereit wäre die Leistung zu erbringen. Es gibt Anbieter, die die Leistung erbringen wollen. Nur gerade mit denen haben die 40 Programmanbieter keinen Vertrag unterzeichnet. Sie haben sich auf zwei Unternehmen verlassen, die die Leistung z.Z. nicht selbst erbringen können.

Wenn ich einen (A)DSL-Anbieter beauftrage mit der Lieferung des Internets und dieser die Leitung nicht erbringen kann, dann muss ich ihm schriftlich zwei bis drei Wochen Zeit einräumen die Störung zu beheben. Wahrscheinlich haben die Rundfunkanbieter in den Verträgen 99 % oder 99,x % Verfügbarkeit stehen. Bei 99 % wäre es ein Ausfall von über 3,65 Tagen im Jahr. Bei 9,99 % wäre es auch 8 Stunden und ca. 45 Minuten pro Jahr. Solange keine Sender solange schwiegen, läuft noch nichts falsch. Es ist völlig egal, ob der Markt „bestens funktioniert“ oder nur halbwegs funktioniert. Er funktioniert. Übrigens betroffen sind Rundfunkanbieter, die sonst gerne die Marktwirtschaft bestens beherrschen.


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hegi_ms
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Seltener Besucher
"Einen Anspruch auf UKW-Rundfunk kann man aus dem zitierten Bundesgesetz nicht ableiten."


Ein privater Rundfunkveranstalter hat das Recht, seinen Betrieb im Rahmen seiner Genehmigung, die auch die Nutzung von UKW-Frequenzen gestatten kann, durchzuführen.


Genau, es ist sein Betrieb. Er wählt allein die Lieferanten aus und muss mit den Folgen leben, wenn die Lieferanten nicht die Leistung erbringen (können).

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hegi_ms
Wird er durch den bzw. die Senderbetreiber daran gehindert, entsteht ihm wirtschaftlicher Schaden. Ihm steht dann staatliche Hilfe durch die Verwaltung und die Gerichte zu. Ein interessantes Neuland für Juristen!


Warum soll der Staat da eingreifen und etwas regeln? Es ist kein interessantes Neuland. Jeder Hörfunkanbieter hat das Recht mehrere Verbreitungswege zu nutzen.

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Kunos-Radiothek
In Mecklenburg-Vorpommern wäre es sehr still geworden. Hier betreiben weder der NDR, noch der DLF und die privaten ihre Sender selber.

Hätten wir wohl wieder auf Westempfang umstellen müssen und wie vor 30 Jahren RSH, NDR 2 oder Welle Nord hören müssen.


Genau, aber in Bayern hat eine Tochterfirma der ARD-Anstalt und der Marktregulierers BLM die Antennen gekauft. Das wäre in jedem anderen Bundesland auch möglich gewesen. Nur in den anderen Bundesländern kauften die kommerziellen Programmanbieter ihre Antennen selbst oder über externe oder firmeneigene Dienstleister. Wenn es in einem Bundesland keinen Bedarf dafür gab, dann wird irgendjemand dafür zur Verantwortung gezogen. Allerdings sichern der NDR und das Deutschlandradio ihre Versorgung in diesem Bundesland auch stellenweise über DAB+ ab.

von Seltener Besucher - am 11.04.2018 15:07
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Seltener Besucher
Den Markt als nicht funktionierend dürfte man erst dann bezeichnen, wenn es kein anderer Anbieter bereit wäre die Leistung zu erbringen. Es gibt Anbieter, die die Leistung erbringen wollen.

In manchen Bundesländern mag es so eine Art Markt geben, aber wirklich überall in Deutschland? Welche zu Divicon/Uplink alternativen Anbieter könnte man denn mit der Leistung beauftragen, die ganzen Grundnetzsender im großen Stil zu betreiben, z.B. in Mecklenburg-Vorpommern oder in Sachsen? Es gibt kleine Anbieter, ja! Aber die sind noch nicht in der Lage, Sendernetze in so großem Stil zu übernehmen und v.a. mit neuem, alternativen Equipment binnen kürzester Zeit neu aufzubauen. Das geht nur punktuell.

Darüberhinaus habe ich auch so meine Probleme mit dem "Markt" bei den Antennenträgern, die ja zu fast 100% in der Hand der DFMG sind, welche durch deutliche Preiserhöhungen ja auch zur jetzigen Situation beigetragen hat.

Manche Standorte sind aufgrund der Lage und Exponiertheit nun mal praktisch einzigartig und können nur sehr schwer durch Alternativstandorte kompensiert werden. Freilich berechtigt das dann auch zu höheren Preisen, weil das ja auch eine Art Wert darstellt, das sehe ich schon ein. Aber da ist letztendlich tlw. auch ein weiteres Monopol neben dem der Media Broadcast entstanden. Freilich, es gäbe alternativ auch Mobilfunkmasten (meist sehr niedrig) oder Hochhäuser (meist EMV-Probleme), man kann sich als Netzbetreiber theoretisch einmieten wo man will, aber vieles scheitert in der Praxis, oder ist einfach technisch gesehen unsinnig.

von Habakukk - am 11.04.2018 15:44
Letztlich wird man (die BNetzA ?) die Antennennutzung genauso regulieren müssen wie beim Telefon das Kupferkabel, was immer noch fast überall der Telekom gehört, aber die anderen ihre ADSL Signal drüber schicken. Oder wie eben unterschiedliche Bahngesellschaften dieselben Schienen nutzen.
Einen völlig freien Markt in diesen Versorgungsfeldern wird es nie geben (Strom, Wasser, Telefon, Verkehr, Rundfunk). Da gibts immer einen Flaschenhals, der nur einem gehört, und den muss man halt regulieren, anders geht es nicht.

von Terranus - am 11.04.2018 17:58
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Habakukk
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Seltener Besucher
Den Markt als nicht funktionierend dürfte man erst dann bezeichnen, wenn es kein anderer Anbieter bereit wäre die Leistung zu erbringen. Es gibt Anbieter, die die Leistung erbringen wollen.

In manchen Bundesländern mag es so eine Art Markt geben, aber wirklich überall in Deutschland? Welche zu Divicon/Uplink alternativen Anbieter könnte man denn mit der Leistung beauftragen, die ganzen Grundnetzsender im großen Stil zu betreiben, z.B. in Mecklenburg-Vorpommern oder in Sachsen? Es gibt kleine Anbieter, ja! Aber die sind noch nicht in der Lage, Sendernetze in so großem Stil zu übernehmen und v.a. mit neuem, alternativen Equipment binnen kürzester Zeit neu aufzubauen. Das geht nur punktuell.

Darüberhinaus habe ich auch so meine Probleme mit dem "Markt" bei den Antennenträgern, die ja zu fast 100% in der Hand der DFMG sind, welche durch deutliche Preiserhöhungen ja auch zur jetzigen Situation beigetragen hat.

Manche Standorte sind aufgrund der Lage und Exponiertheit nun mal praktisch einzigartig und können nur sehr schwer durch Alternativstandorte kompensiert werden. Freilich berechtigt das dann auch zu höheren Preisen, weil das ja auch eine Art Wert darstellt, das sehe ich schon ein. Aber da ist letztendlich tlw. auch ein weiteres Monopol neben dem der Media Broadcast entstanden. Freilich, es gäbe alternativ auch Mobilfunkmasten (meist sehr niedrig) oder Hochhäuser (meist EMV-Probleme), man kann sich als Netzbetreiber theoretisch einmieten wo man will, aber vieles scheitert in der Praxis, oder ist einfach technisch gesehen unsinnig.


Die Vorstellung es hätten alle bis jetzt brav die Dienstleistungen bei Media Broadcast bezogen ist schon falsch. Deutschlandradio nutzt an einigen Standorten die Anlagen der ARD-Anstalten. Auch Privatsender nutzen Anlagen der ARD, wenn die ARD-Anstalt dort eine Antenne bereits angebracht hat. Einige Uniradios betreiben seit Jahren ihre Antenne mit Hilfe von kleinen Dienstleistern. Die haben teilweise die Antennen selbst angebracht und die Abnahme hat nur der Dienstleister gemacht.
In Ostwestfalen vermietet jetzt ein Serviceanbieter für kommerziellen Hörfunk seine Antennen an Deutschlandradio. Die Vorstellung bis jetzt gab es nur die Media Broadcast und jetzt nur Divicon und Uplink und sonst gar nichts ist doch schlich falsch.

Die quasi Monopolstellung der DFMG ist zwar gegeben, es war aber noch nie anders und ist nicht gerade das Problem. Weil die DFMG eine quasi Monopolstellung hat, muss sie alle Anbieter gleichbehandeln. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Auch wenn die alten Antennen nur Schrottwert haben, der Platz auf den Türmen war Wert diese Antennen zum hohen Preis zu erwerben. Das ist aber nur so, weil die Hörfunkanbieter keine Sendepausen mögen. Sonst könnte man das Problem einfach aussitzen.

Es gibt kein Duopol von Divicon und Uplink! Alle die Antennen gekauft haben, vermieten diese gerne weiter und würden auch den Sendebetrieb gewährleisten. Die Antennenkäufer würden gerne das Geschäft mit den Programmveranstaltern direkt ohne den Umweg über Divicon und Uplink machen. Die Sender können nur den Anbieter nicht wechseln, weil sie im letzten Jahr einen Vertrag mit mehrjähriger Laufzeit mit Divicon oder Uplink unterschrieben haben.

Divicon und Uplink sind davon ausgegangen, dass die MB die Antennen verscherbeln muss, weil sich kein Käufer findet. Divicon und Uplink wollten ihre Antennen an den Funktürmen anbringen. In einigen Fällen ist das gar kein Problem, weil ausreichend Platz da ist. Sie machen es aber nicht.

@Habakukk:
Es hat keiner gesagt, dass es überall eine Auswahl an Funktürmen und Anbietern gibt. Es wurde nur suggeriert, dass der Staat („Bund“) eingreifen muss, ich erinnere erneut an den strittigen Satz:

„Damit könnte m.E. der Bund zumindest einen Notbetrieb zur ausreichenden Versorgung der Bevölkerung mit Rundfunkprogrammen anordnen.“
Falsch an dem Satz sind die Punkte:
1. Rundfunk ist Ländersache. Bund springt erst ein, wenn alle Länder versagt haben. Betroffen sind nur vereinzelte Länder, also wird der Bundesrat nicht zustimmen.

2. Ein Notbetrieb wäre gar nicht möglich, weil das Gesetz keinen Standard zur Rundfunkverbreitung definiert. Das bedeutet, dass die Rundfunkversorgung gewährleistet ist, wenn DAB+ verfügbar ist. In den zitierten Gesetzen steht gar nichts von Quoten und Marktanteil eines Standards.

Unversorgt sind:
MV: die Insel Rügen und der Bereich Pasewalk und Uecker- bis Swinemünde.
Brandenburg: der Bereich um Guben.

Bei einem Ausfall von UKW reichen dort mobile Masten.

von Seltener Besucher - am 11.04.2018 18:46
Zitat
Seltener Besucher
Mir ist nicht bekannt, dass der RBB, hr, NDR, SR, SWR und WDR seine Grundnetzsender nicht zum größten Teil selber betreiben.


Auch der rbb? B-Scholzplatz ist klar. Das ist ein eigener Standort. Aber wie sieht es an den anderen (DFMG) Standorten aus?


Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
In Halle würden dann die 2 Funzeln an der Spitze tatsächlich mal eine Bedeutung erlangen :D.


In der Tat. Die beiden Funkhäuser in Halle und Leipzig sind natürlich mdr Standorte mit Eigenbetrieb. Auch die Funzeln in Magdala und Bautzen werden nach meiner Info vom mdr selbst betrieben.


Zitat
Kunos Radiothek
In Mecklenburg-Vorpommern wäre es sehr still geworden. Hier betreiben weder der NDR, noch der DLF und die privaten ihre Sender selber.


Ausnahme: Wismar-Werft. Den betreibt der NDR selbst.

von Manager. - am 11.04.2018 19:17
Zitat
Chris_BLN
Und sie lügen auch dort wie gedruckt:

"Ein großer Vorteil von DAB ist zudem, dass die Radiosender klarer und besser klingen – ganz ohne Rauschen und Knarzen."

"Klarer und besser" könnte DAB klingen - tut es aber nicht. Dazu müsste man schon 144 kbps LC-AAC verwenden. Und wer verwendet das schon? 2 Programme in ganz Deutschland.

Vielleicht sollte man zunächst klären ob dem Teilnehmer (sic!) überhaupt die Verschlimmbesserung des Klanges auffällt oder stört. Der Masse offensichtlich nicht. Die Masse greift ganz sicher zu einem rauschfreiem Weg der Artefakte enthält als zu einem leicht angerauschten analogen UKW auch wenn dies vollkommen artefaktfrei und frei von Soundprocessing wäre. Das sind leider die Tatsachen die mir auch nicht gefallen.
Und wenn man das geklärt hat: Wo ist UKW so gut daß man vollkommen rauschfrei + verzerrungsfrei ist und auch keine sonstigen man-made noise darin findet. Bei mir. Bei dir sicherlich auch. Aber wie sieht es schon im Büro aus, in der Küche, oder sonstwo wenn nicht ordnungsmäß entstörte Geräte betrieben werden? "Oh, Digital ist ja soviel besser"... Nun, VHS war es ja auch ;-) , der Rest ist bekannt.
Und erst dann kommen wir und sagen ein Ü-Medium muß originalgetreu übertragen... :-(

Zitat
Chris_BLN
Aber wer erwartet schon von Angeboten des Großkapitals eine wahrheitsgetreue Berichterstattung?

Ich ja eigentlich schon, das hat man uns im Westen immer so erkärt :bruell: :bruell: :bruell:

von Thomas (Metal) - am 14.04.2018 12:37
Zitat
Thomas (Metal)
Wo ist UKW so gut daß man vollkommen rauschfrei + verzerrungsfrei ist und auch keine sonstigen man-made noise darin findet. Bei mir. Bei dir sicherlich auch. Aber wie sieht es schon im Büro aus, in der Küche, oder sonstwo wenn nicht ordnungsmäß entstörte Geräte betrieben werden?


1. Im Büro rauscht UKW fast immer, dank der Bildschirme.
2. Die Bildschirme stören auch den Empfang bei DAB+, allerdings nur bei zu schwachem DAB+-Signal - dann aber nur in Form von Aussetzern
3. (der wichtigste Büro-Punkt): Handygeräusche stören den UKW-Empfang massiv (jeden Morgen, wenn ich ins Büro komme, fängt das UKW Radio eines Kollegen an zu rattern :D ), den DAB+-Empfang aber überhaupt nicht.

von iro - am 14.04.2018 14:11
@FrankSch:

Vielen Dank für den Link! Rundfunk ist eben nicht nur Ländersache.

Nach Artikel 73 Absatz 1 Nr. 7 GG hat der Bund die ausschließliche Gesetzgebung über das Postwesen und die Telekommunikation. Der Bund hat durch Bundesgesetz eine Regulierungsbehörde u.a. auch für Post und Telekommunikation errichtet; hierzu gehört zweifellos auch die technische Seite des Rundfunk (Sender, Antennen, Leitungswege, aber auch Frequenzplanung usw.) Dies ist vom Bundesverfassungsgericht mehrfach bestätigt worden. Der Bund muß aber die Interessen der Länder angemessen berücksichtigen. Ein regulierender Eingriff in den "Antennenmarkt" durch die BNetzA wäre demnach rechtmäßig. Selbstverständlich ist auch dann der Rechtsweg bis zum Bundesverfassungsgericht gegeben.

... auch wenn es einigen nicht gefällt ;)

P.S:

Dies gilt nicht nur für UKW, sondern gleichermaßen für DAB, Mobilfunk, Internet und was auch immer.

von hegi_ms - am 15.04.2018 12:39
Zitat
Chris_BLN
"Klarer und besser" könnte DAB klingen - tut es aber nicht. Dazu müsste man schon 144 kbps LC-AAC verwenden. Und wer verwendet das schon? 2 Programme in ganz Deutschland.
Auf besten Klang hatte man beim alten DAB gesetzt. Weil das niemand wollte hat man die Bitraten reduziert um mehr Programme rein zu bekommen. Weiter kaum Interesse. Es ist so vom Verbraucher gewollt. Für mich und die meisten wäre DAB mit nur der Hälfte an Programmen wertlos. Diese Hälfte hätte natürlich auch die doppelten Kosten zu tragen. So oder eben gar nicht. Gute gebrauchte DAB Empfänger gibt es für kleines Geld.

von pomnitz26 - am 15.04.2018 13:58
Zitat
FrankSch
Zitat
stefsch
Edit: ist eigentlich irgendeine Frequenz verstummt, heute morgen? Oder nur wieder viel Wirbel um nichts?

Dazu ist was bei Heise zu lesen
https://heise.de/-4024341


Wer schreibt so viel Blödsinn auf einmal. Da ist bei der Kürzung einiges an Wahrheit auf der Strecke geblieben.

Zitat
Heise Verlag
Hintergrund ist, dass der Dienstleister Media Broadcast mit der Privatisierung des Antennenmarktes 2016 den Betrieb übernommen hat, dann aber das Geschäft an mehrere Investoren verkaufte.


Es gab keine Privatisierung des Marktes im Jahr 2016.

RICHTIG: „2008 Namensänderung am 15. Februar in MEDIA BROADCAST GmbH, nachdem die französische TDF Group die T-Systems Media&Broadcast GmbH von der Deutschen Telekom AG erworben hat“ und „Am 1. April 2015 Trennung von der TDF-Gruppe.“

Quelle: https://www.media-broadcast.com/enabling-media-innovation/ueber-uns/unternehmensprofil/geschichte/

Im Jahr 2008 wurden die Antennen an ein franz. Unternehmen verkauft. Also spätestens dann waren die Antennen in Hand eines privaten Investrors.

Die deutsche Post wurde am 1. Januar 1995 aufgelöst, am 18. November 1996 der Börsengang der Telekom, seitdem ist die Telekom zum Teil privatisiert.

Auch die verkürzte Darstellung, dass die Media Broadcast die Antennen nur an mehrere Invetoren verkaufte ist falsch. Sie verkaufte die Antennen auch an viele Rundfunkanstalten.

Zitat
Heise Verlag
Daran hängen gut 40 öffentlich-rechtliche und private Sender, die ohne eigene Sende-Infrastruktur sind. Sie haben Sendernetzbetreiber wie etwa Divicon (Leipzig) oder Uplink (Düsseldorf) beauftragt. Diese wiederum müssen nun mit den Antennenbetreibern Mietpreise aushandeln.


Auch das ist falsch. Die müssen nicht, die wollen. Sie könnten direkt mit den Antennenbesitzern Preise aushandeln.

von Seltener Besucher - am 15.04.2018 19:04
Zitat
hegi_ms
Vielen Dank für den Link! Rundfunk ist eben nicht nur Ländersache.

Nach Artikel 73 Absatz 1 Nr. 7 GG hat der Bund die ausschließliche Gesetzgebung über das Postwesen und die Telekommunikation. Der Bund hat durch Bundesgesetz eine Regulierungsbehörde u.a. auch für Post und Telekommunikation errichtet; hierzu gehört zweifellos auch die technische Seite des Rundfunk (Sender, Antennen, Leitungswege, aber auch Frequenzplanung usw.) Dies ist vom Bundesverfassungsgericht mehrfach bestätigt worden. Der Bund muß aber die Interessen der Länder angemessen berücksichtigen. Ein regulierender Eingriff in den "Antennenmarkt" durch die BNetzA wäre demnach rechtmäßig. Selbstverständlich ist auch dann der Rechtsweg bis zum Bundesverfassungsgericht gegeben.
(...)
Dies gilt nicht nur für UKW, sondern gleichermaßen für DAB, Mobilfunk, Internet und was auch immer.

Da wird nichts passieren, das ist eben Markt und Moral.

von Thomas (Metal) - am 15.04.2018 19:30
Zitat
hegi_ms
Ein regulierender Eingriff in den "Antennenmarkt" durch die BNetzA wäre demnach rechtmäßig.


Der Eingriff in den Antennenmarkt durch das BkartA oder die BnetzA müsste erst begründet werden. Dazu müsste die Marktsituation erst evaluiert werden. Die Marktsituation ist aber nicht evaluierbar, weil noch Verhandlungen geführt werden. Es ist ein laufender Prozess, die Marktsituation ist nicht eindeutig und schwer zu beschreiben. Ich wüsste nicht welche Rückschlüsse ich als Regulierer aus der aktuellen Marktsituation ziehen sollte.

Es ist ein kompletter Blödsinn, denn der APR-Chef Felix Kovac von sich gibt.

Zitat

„Die Programmveranstalter seien durch die medien- und telekommunikationsrechtliche Regulierung ihrer Frequenzen auf einzelne Standorte und Antennen angewiesen, ein Ausweichen auf andere Infrastrukturen nicht möglich.“


Es ist ein Ausweichen auf andere Strukturen möglich. Sicherlich wird es dann zu Verringerung der Sendeleistung kommen und eine Neukoordinierung ist nötig. Kostet halt Geld. Sender Marlow wurde durch Rostock-Toitenwinkel ersetzt (28,8 km). Die Verschiebung von gerade kleineren Sendern innerhalb von einer Stadt lässt sich an Beispielen belegen. Viele wurden hier diskutiert.

http://www.radiowoche.de/keine-antennen-abschaltungen-aufschub-um-drei-monate-grundprobleme-bleiben-bestehen/

von Seltener Besucher - am 15.04.2018 19:40
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