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UKW-Radioempfang während des Urlaubs in Osteuropa vor dem Fall des Eisernen Vorhangs

Startbeitrag von Wellenjaeger am 05.07.2018 17:49

Ein etwas sperriger Titel, der aber das Thema dieses Threads in knapper Form zusammenfasst.

Kann sich jemand noch an einen Urlaub in Osteuropa, bspw. am Balaton oder am Schwarzen Meer, in den Achtzigern erinnern, als in den meisten Ländern der Region (mit Ausnahme von Jugoslawien) ausschließlich das OIRT-Band in Betrieb war?
Konnte man damals mit westlichen Radios einzig und allein Rauschen empfangen oder kam der ein oder andere Sender aus Österreich oder der Türkei durch?
Gab es evtl. Sendungen für Urlauber aus westlichen Ländern oder der DDR im CCIR-Band?

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
Wellenjaeger
Kann sich jemand noch an einen Urlaub in Osteuropa, bspw. am Balaton oder am Schwarzen Meer, in den Achtzigern erinnern


Am Balaton ging Ö3 aus Graz in den 1980ern ohne Probleme.
Das hörten dort so ziemlich alle deutschen Touristen. Privatfunk gab es damals in Österreich noch nicht, an irgendein spezielles Programm für Urlauber aus dem Westen kann ich mich nicht erinnern.

von MainMan - am 05.07.2018 18:02
Wir waren zwar kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs am Plattensee, aber dort konnte man auch Radio MM2 aus Maribor (Slowenien) mit deutschsprachigem Programm recht gut empfangen (102,8 glaube ich). Den müsste es eigentlich auch davor schon gegeben haben.

von Habakukk - am 06.07.2018 06:12
In den Achtzigern war ich öfters in Polen, manchmal als Beifahrer im LKW. Ich erinnere mich an Empfänge von Rias 2 bis weit ins Landesinnere Polens, z.B. in der Nähe von Grudziądz oder Torun. Natürlich brach das Signal immer mal wieder weg, aber mangels Alternative war es trotz dieser Fadings "beifahrertauglich" (wobei in diesem Fall der Beifahrer der Freak und DXer war und der Fahrer der Otto Normalnutzer :D). Dies waren zwar nicht ständig, aber oft reproduzierbare Empfänge über 350 bis 400 Kilometer im dort ansonsten leeren CCIR-Band. Da ich vorwiegend jeweils in den Sommermonaten in Polen unterwegs war und meistens eine sommerliche stabile Hochdrucklage herrschte, dürfte eine nicht unerhebliche Tropo die Empfänge im Autoradio ermöglicht haben. Es muss faszinierend gewesen sein, Empfangsversuche von dort mit gutem stationären Equipment zu machen. Es gab einige wenige polnische DXer, die auf der Jagd nach westlichen Signalen Antennenaufwand trieben und einen Tuner aus dem Westen (oder DDR) benutzten.

von Zintus - am 06.07.2018 08:33
Zitat
Robert S.
Geht Ö3 denn heute noch am Plattensee?


Schöckl ist weiterhin mit allen Frequenzen mit RDS bis auf den äußersten Nordosten empfangbar.
Kronehit empfängt man am ehesten noch auf der 104,1 vom Hirschenstein.

von forza_viola - am 06.07.2018 09:04
Zitat
Wellenjaeger
Zintus: Der Rundfunk der DDR musste doch auch in Polen empfangbar gewesen sein, oder?


Ja natürlich. Nur wollte den keiner hören. Weder wir Besucher aus dem Westen, noch die Polen (die noch weniger).

von Zintus - am 06.07.2018 09:11
Als ich Mitte der 80er Jahre in Ungarn war, konnte ich mit einem normalen Kofferrradio sowohl Ö3 vom Schöckl als auch verschiedene Stationen aus dem damaligen Jugoslawien (heutigen Kroatien) problemlos empfangen. Empfangsorte waren Balatonfüred und Velence (zwischen Budapest und dem Plattensee).

von Lorenz Palm - am 06.07.2018 15:20
Zitat
DH0GHU
... 200 km in Mono eigentlich kein Problem auf UKW bei 100 kW ERP...

Die genannten RIAS-Programme auf UKW kamen aus Britz und hatten maximal 50 kW, also kein Vergleich zu den 100kW-DDR-Programmen vom Fernsehturm am Alex.
Fading war hier in ca. 150 km Distanz an der 5-Elem.-Yagi immer dabei.
Empfang im LKW Richtung Danzig, wie oben beschrieben, finde ich dann schon bemerkenswert.
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,778350,778453#msg-778453

Meine Geschichte zum Thema:
1987-1990 jeden Sommer zum Campingurlaub am Lipno- (Moldau)stausee im Böhmerwald.
UKW-Westempfang begann mit Bayern 3 auf dem Philips-Autoradio mit 5 mechanisch einstellbaren Stationstasten auf der heutigen A9 am Hermsdorfer Kreuz, Empfang dann durchgehend bis zum Zielort während der Fahrt östlich am Böhmerwald entlang mittels Ochsenkopf, Hoher Bogen und Brotjacklriegel. Während des Urlaubs wurde damals meistens Österreich gehört, Linz-verzerrt, Salzburg fielen stark ein. Das Radio Stern Dynamic 2220 IC ging bis 104 MHz und tuts heute noch im Badezimmer.
Bayern 3, Ö3 und R. Oberösterreich ließen uns vom Land hinter den Bergen träumen. 1990 konnte dann der See umrundet werden. Radioempfang war in diesem Moment am wenigsten interessant...

von mittendrin - am 06.07.2018 15:31
Ja, auf der Berliner Frequenz, Die 107.3 ist eine unmögliche Koordination.
Liefert sich schon bei leicht angehobenen Bedingungen ein lustiges Stelldichein mit der Ostseewelle. Die Brandenburger Frequenzen gehen in Polen erst weiter südlich, etwa ab Pyritz.
(da es ja wohl Ausblendungen Richtung Stettin gibt)

von OlaP - am 06.07.2018 17:16
Zitat
Zintus
Es gab einige wenige polnische DXer, die auf der Jagd nach westlichen Signalen Antennenaufwand trieben und einen Tuner aus dem Westen (oder DDR) benutzten.


Ich schätze, die haben dazu heimlich nach Polen geschmuggelte Stern-Rekorder genutzt.

https://www.youtube.com/watch?v=0kN2zOg_qDw

von Wellenjaeger - am 06.07.2018 21:55
Ich war vor 3 Wochen in Rewal. Der Helpterberg ging ständig. Rügen deutlich schwächer, trotz fast gleicher Entfernung. Die 95,8;97,7,99,7 vom Alex waren täglich zu Gast. Entfernung Alex 200km, Helpterberg 148km. Aus Brandenburg ging gar nichts. Empfänger Tecsun 380, 40cm Teleskopantenne, weiter nichts. Ich schätze der Helpterberg könnte es ständig bis Kolberg schaffen, ohne Tropo.
In einem sonst völlig freien Band2 sind auch bei 50kW in mono 200km, mit Fading im Flachland möglich. An der polnischen Ostsseeküste ist das UKW-Band auch heute noch nicht so voll wie hier bei mir zu Hause.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 07.07.2018 06:34
Laut WRTH 1985 wurden beide Bänder benutzt.
Verzeichnet sind 99,5 MHz 100 kW für den Heimatdienst und FM 66,3 / 66,8 / 69,4 / 87,5 MHz (relay of programs for neigbouring countries and tourists).
Ich meinte, dass mir vor ~25 Jahren auf eines dieser OIRT-Frequenzen eines meiner ersten OIRT-Es-Empfänge gelang. Die Sprache konnte ich spontan nicht zuordnen.
Für das Fernsehen wurde übrigens auch der (italienische) Kanal C (82,25 / 87,75 MHz) genutzt.

73, Jürgen DF5TY

von Jürgen Martens - am 08.07.2018 08:11
Die Situation in Polen war tlw. auch so, wie ich von einem früheren Schulfreund mal hörte, dass im Sommer über Tropo oder sporadisch E auch Sender aus den Niederlanden gehört werden konnten. Sie hatten in Polen in der Nähe von Oppeln eine größere Antennenanlage und konnten auch so unter Normalbedingungen Sender aus Berlin und tlw. auch aus Österreich empfangen. Österreich vermutlich nur bei Tropo, sonst könnte es, denke ich schon schwierig gewesen sein.

von Jens1978 - am 08.07.2018 08:40
Zitat
Rostocker.
Zitat
OlaP
In Swinemünde (beim Warten auf die Fähre ausprobiert) empfängt man noch heute bei leicht angehobenen Bedingungen recht gut rs.


Auf der 94,3 ? Gut möglich wäre auch Casekow auf der 107,3 !


Die 107,30 MHz aus Casekow ist m. E. eine der ungünstigsten Koordinierungen Brandenburgs. Nicht selten wird r.s. 2 im eigenen Sendegebiet von dem Schweriner 100 kW-Brummer beeinträchtigt.

Zurück zum ursprünglichen Thema! Meinen Eltern wurde 1988 mit einem CCIR-Autoradio, das bis etwa 100 MHz empfangen konnte, zunächst die Einreise in die damalige ČSSR verweigert. Mein Vater musste noch vor Ort das Radio ausbauen und in den Kofferraum legen. Bei der Zollkontrolle wurde auch mein rumänisches Cora-Taschenradio gefunden, das mit nur-Mittelwelle aber offenbar kein Problem darstellte. Im Hotel in Karlovy Vary gab es ein Radio mit drei rastenden Senderspeichern und Lautstärkeregler. Es brachte nur tschechische Sender. Eines dieser Programme brachte nach der Mittagszeit böhmische Blasmusik, die mein Vater recht leise hörte, während mein Bruder und ich Mittagschlaf machen sollten. Welches Programm könnte das gewesen sein?

von PowerAM - am 08.07.2018 11:25
Damals gab es nach meinen Recherchen Hvezda (heute Radiožurnal), Praha (heute Dvojka), Vltava, Inter (für Westeuropa) und Melodia (Musikprogramm ab 1986). Ich tippe mal, dass die ersten drei anwählbar waren, Inter fürs Inland uninteressant und Melodia erst recht neu. Davon würde die Blasmusik wohl am ehesten zu Praha passen.

von Japhi - am 08.07.2018 12:58
Zitat
Wellenjaeger

Ich schätze, die haben dazu heimlich nach Polen geschmuggelte Stern-Rekorder genutzt.

https://www.youtube.com/watch?v=0kN2zOg_qDw


Ein Freund aus Polen hatte bei sich zu Hause in Rzepin (ca. 20 km von Frankfurt/Oder) damals 1984 eine HiFi-Anlage von Technics. Das Geld hatte er sich mit mehreren Jobs im Westen und in Polen zusammengespart.

von Zintus - am 08.07.2018 13:38
Danke für die interessanten Beiträge.
Ich hätte nicht mit einer solchen Resonanz gerechnet.

Zitat
PowerAM
Meinen Eltern wurde 1988 mit einem CCIR-Autoradio, das bis etwa 100 MHz empfangen konnte, zunächst die Einreise in die damalige ČSSR verweigert. Mein Vater musste noch vor Ort das Radio ausbauen und in den Kofferraum legen.


Kaum zu glauben!

von Wellenjaeger - am 08.07.2018 13:47
Zitat
PowerAM
Meinen Eltern wurde 1988 mit einem CCIR-Autoradio, das bis etwa 100 MHz empfangen konnte, zunächst die Einreise in die damalige ČSSR verweigert. Mein Vater musste noch vor Ort das Radio ausbauen und in den Kofferraum legen.


Also ich hätte das Radio kurz hinter der Grenze gleich wieder eingbaut. :D

von Radio Fan - am 08.07.2018 14:24
OT:
@PowerAM:
Das von Dir Geschilderte habe ich nicht erlebt und ich kenne auch niemanden, dem das widerfahren ist. Das wäre ein trauriger Urlaub gewesen, ohne den Ö3-Wecker und die Abendsendungen von Ö3 und B3 am Lagerfeuer am Ostufer des Lipnostausees (Westufer war teilweise bereits Österreich- Restriktionen am oder auf dem See waren auch nicht spürbar.) Die stundenlange Autofahrt von Halle über Schönberg/Vogtland bis nach Lipno wäre ohne Bayern 3 auch trist gewesen. So konnte man in einem Jahr schön "Voyage, Voyage" mitsingen:-)

von mittendrin - am 08.07.2018 15:27
In Karlovy Vary konnte man noch recht gut die BR-Programme vom Ochsenkopf empfangen.
In den Gaststätten lief vielerorts Bayern 3. Auch ging RIAS vom Waldstein und schwach über den Gebirgskamm auch Geyer und sogar Leipzig.
Die Tschechen hörten abends irgendwie auch Nachrichten in ihrer Sprache, ich glaube das war RFE auf Mittelwelle.
Zum Teil habe ich Geräte gesehen, die auf UKW OIRT und CCIR nebeneinander auf der Skale hatten (also 66-74 und 88 bis 100).
Dass CCIR-Geräte in der CSSR verboten waren, glaube ich nicht, eher umgekehrt: in der DDR OIRT.

von OlaP - am 08.07.2018 15:39
Zitat
OlaP
Zum Teil habe ich Geräte gesehen, die auf UKW OIRT und CCIR nebeneinander auf der Skale hatten (also 66-74 und 88 bis 100).


z.B.
http://oldradio.tesla.hu/szetszedtem/160oriontuner/orion_st240.htm

Oder moderner:

PLL-Autoradio mit CCIR & OIRT:
https://www.youtube.com/watch?v=m1Dod5kxX28

Es dürfte wohl noch einige Geräte mehr geben, die beide Bänder empfangen konnten.

von WiehengeBIERge - am 08.07.2018 17:14
In den 80igern kann CCIR in der CSSR nicht verboten gewesen sein. Es gab sogar im Hotelzimmer Dualbandradios. In Bratislava lief sogar im Fernsehgeschaeft lautstark Ö3 in einer Stereoanlage. Dort waren auch viele CCIR UKW Antennen auf dem Dach, Richtung Wien, neben den TV Antennen dorthin. Im Hotel lief im Fersehraum ORF in Farbe, also TV Gerät mit Pal und CCIR, war ein Japanimport.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 08.07.2018 18:28
An solche Radioausbauaktionen kann ich mich auch nicht erinnern. Auch wir waren öfters in Karlovy Vary, immer ohne Probleme. Der Geschmack der leckeren Oblaten liegt mir noch heute im Mund :-) Jedenfalls muss da irgendwas anderes noch dranhängen. Ansonsten hätte es ja auch alle Urlauber oder Reisende nach Tschechien treffen müssen. Man stelle sich mal die Aktionen an der Grenzkontrolle vor ... CB-Funk gab es meines Wissens nach in der DDR doch gar nicht, oder? Aber vllt. eher ein Funkgerät für irgendwelche Behörden oder sowas, das kann dann schon eher sein und würde auch Sinn ergeben.

von Jens1978 - am 08.07.2018 20:05
Zitat
mittendrin
OT:
@PowerAM:
Das von Dir Geschilderte habe ich nicht erlebt und ich kenne auch niemanden, dem das widerfahren ist. Das wäre ein trauriger Urlaub gewesen, ohne den Ö3-Wecker und die Abendsendungen von Ö3 und B3 am Lagerfeuer am Ostufer des Lipnostausees (Westufer war teilweise bereits Österreich- Restriktionen am oder auf dem See waren auch nicht spürbar.) Die stundenlange Autofahrt von Halle über Schönberg/Vogtland bis nach Lipno wäre ohne Bayern 3 auch trist gewesen. So konnte man in einem Jahr schön "Voyage, Voyage" mitsingen:-)


Der Lipno-Stausee (Moldau-Stausee) reicht zwar an zwei Stellen knapp an Österreich heran, ist aber komplett Inland aus tschechischer Sicht.Wäre es anders gewesen, hättest Du die touristische Nutzung vergessen können.

von jkr 2 - am 09.07.2018 05:56
Zitat
jkr 2
Der Lipno-Stausee (Moldau-Stausee) reicht zwar an zwei Stellen knapp an Österreich heran, ist aber komplett Inland aus tschechischer Sicht.Wäre es anders gewesen, hättest Du die touristische Nutzung vergessen können.

Zweifellos, im Wasser lagen Warnbojen und nach Überqueren der Staumauer konnte man nur links abbiegen, nach rechts zum West- (Süd-) Ufer war alles gesperrt "Pozor! Statni Hranice!" Dort kam man nicht hin. Es fuhren von Frymburk aus auch keine Fähren zum anderen Ufer wie heutzutage.
Es blieb vorerst nur Radioempfang;-)
OT:
1990 haben wir den See über Bad Leonfelden, Aigen und Philippsreut umrundet und vom Aussichtsturm Moldaublick das Ostufer bestaunt. Die Erinnerung an die original österreichische Mundart sorgt noch heute für Heiterkeit in der Familie:rp: Ganz anders als wir es bis dahin aus dem Radio kannten.

von mittendrin - am 09.07.2018 06:57
Mitte der 80er Jahre wurden an der D/AT-grenze noch die 22 Kanal CB Geräte ausgebaut. 1986 gab es mit einem ehemaligen Bankvorstandswagen große Diskussionen am Grenzübergang Herleshausen. Geschulte DDR-Grenzer haben die B-Netz Antenne auf dem Dach entdeckt. Das Gerät war aber bereits ausgebaut.
Bei einer Fluchthelferakion in Ungarn bin ich auch einmal mitgenommen worden. Blue Danube Radio ist mir da im Mai 1989 auch in Erinnerung geblieben. Das ging auf CCIR Frequenzen, glaube 102 Mhz. 100 KM im Land ging mit dem Billigautoradio praktisch nur dieser Sender. Im Schaufenster einer Radiogeschäftes habe ich dann erstmalig Dualband-FM Radios gesehen aber trotz gutem Umtauschkurses keinen OIRT Hifibaustein mitgenommen. Hätte damals ja bei uns auch nicht eingeführt werden dürfen.

von Frankfurt - am 09.07.2018 06:59
Zitat
mittendrin
Zitat
jkr 2
Der Lipno-Stausee (Moldau-Stausee) reicht zwar an zwei Stellen knapp an Österreich heran, ist aber komplett Inland aus tschechischer Sicht.Wäre es anders gewesen, hättest Du die touristische Nutzung vergessen können.

Zweifellos, im Wasser lagen Warnbojen und nach Überqueren der Staumauer konnte man nur links abbiegen, nach rechts zum West- (Süd-) Ufer war alles gesperrt "Pozor! Statni Hranice!" Dort kam man nicht hin. Es fuhren von Frymburk aus auch keine Fähren zum anderen Ufer wie heutzutage.
Es blieb vorerst nur Radioempfang;-)
OT:
1990 haben wir den See über Bad Leonfelden, Aigen und Philippsreut umrundet und vom Aussichtsturm Moldaublick das Ostufer bestaunt. Die Erinnerung an die original österreichische Mundart sorgt noch heute für Heiterkeit in der Familie:rp: Ganz anders als wir es bis dahin aus dem Radio kannten.


Evtl. war die SW-Seite aufgrund der Grenznähe Sperrgebiet.

von Japhi - am 09.07.2018 07:31
Zitat
Wellenjaeger
Zitat
Zintus
Es gab einige wenige polnische DXer, die auf der Jagd nach westlichen Signalen Antennenaufwand trieben und einen Tuner aus dem Westen (oder DDR) benutzten.

Ich schätze, die haben dazu heimlich nach Polen geschmuggelte Stern-Rekorder genutzt.
https://www.youtube.com/watch?v=0kN2zOg_qDw


Vielleicht gab es in Polen in den 1950er und 60er Jahren Verbote Westradio zu hören. In den 1970er Jahren und vor allem in den 1980er Jahren hat es niemanden gekümmert. Ich weiß, dass in den 1980er Jahren Spätaussiedler aus den westlichen Gebieten Polens berichteten, dass sie Westfernsehen aus Berlin empfangen konnten und Westradio hörten. Genauso wie in der DDR, packte man aufs Dach aufgestockte Antennen, um den Fernempfang zu verbessern. Ich verstehe die Diskussion nicht, schließlich gab es damals auch die Mittel- und Langwelle. Die wurde teilweise gestört, aber es ging. Ich weiß, dass man Radioempfänger in den 1980er Jahren nach Polen schicken konnte. Zwar wurden die Pakete teilweise mit Metallstangen durchgebohrt und Flüssigkeiten durchtränkten den Inhalt der Pakete. Es gab aber auch private Spediteure, die weniger kontrolliert wurden – spricht, die Zöllner besser schmieren konnten. Egal ob eine Märklin-Eisenbahn oder Radioempfänger, die meisten Waren erreichten die Empfänger unbeschadet.

von Seltener Besucher - am 09.07.2018 19:25
@Seltener Besucher: Mein Hinweis auf den Stern-Rekorder war eher scherzhafter Natur. ;)
Ich habe einmal so ein Gerät in den Händen gehalten, das war während eines Besuches bei einem Bekannten in Radeberg.
Die Empfangsleistung ist zwar nicht schlecht, d.h. in Radeberg gingen damit auch tschechische Sender, aber von einer "DX-Maschine" wie der DE1103 kann man nicht sprechen.
Ich glaube, dass es selbst in der DDR Geräte mit besseren Empfangseigenschaften gab.

von Wellenjaeger - am 09.07.2018 19:45
Zumindest in der Zeit, als ich Polen bereiste (zweite Hälfte der Achtziger), war die Atmosphäre in dem Land wesentlich freier als in der DDR, was Meinungsäußerung und Überwachung der Bevölkerung anging. Die Menschen waren zwar wesentlich ärmer als in der DDR, aber zumindest wurden sie nicht in gleichem Maße drangsaliert. Auch war es gang und gäbe, politische Witze zu machen - selbst im Beisein von Vorgesetzten. Um für eine bestimmte Zeit in westliche Länder reisen zu können, brauchte man als polnischer Bürger eine Einladung von Leuten aus dem betreffenden Land. Dann bekam man eine Ausreiseerlaubnis für den entsprechenden Zeitraum. Oft reisten Männer in den Westen, um in den Ferien für ein paar Wochen etwas West-Valuta zu verdienen, auch wenn dies von westlicher (bundesdeutscher) Seite nicht offiziell war (Arbeitserlaubnis!).

In Rzepin, wo ich mehrere Freunde und Bekannte hatte, empfing man in dem besagten Zeitraum RIAS und SFB auf UKW, sowie ARD, ZDF und SFB/NDR3 (Nordkette) im Fernsehen. Etwas später kam dann Sat 1 hinzu, den habe ich allerdings auf polnischen Bildschirmen nur verrauscht in Erinnerung.

von Zintus - am 09.07.2018 20:09
So, mal wieder ein neues Thema für Zeitzeugen... man wird älter.

Ich krame demnächst mal in den Aufzeichnungen über meinen UKW-Empfang in Prag, 80er Jahre (88-108 MHz). Aus dem Kopf weiß ich, dass Bayern 1-3 vom Hohen Bogen gut ankamen (im Stadtgebiet von Prag gab es auch einige imposante UHF-Parabolspiegel für das zugehörige TV; ich habe keine Fotos!). Ö1-3 kam schwächer, Standort muss ich recherchieren. Aus der DDR kam so gut wie nichts an, Chemnitz/K.-M-Stadt (Geyer) lag hinter dem Erzgebirge abgeschattet. Also ideale Es-Bedingungen für den Sommer angesichts des fast leeren Bandes. Schon damals nur was für Freaks.

Bei den alljährlichen Grenzkontrollen anlässlich der Urlaubsfahrten lag immer der Stern-Radiorecorder sichtbat im Auto, damit gab es nie ein Problem. Autoradio im Trabant meiner Eltern hatte damals (leider) nur MW+KW.

von LWie - am 10.07.2018 07:53
Leider sind die Aufzeichnungen nicht da... Ich habe bestimmt mal so eine Liste

[attachment 11244 UKW-Liste_Wittenberg_1987_1.jpg]

auch im Prag-Urlaub angelegt. Aus dem Kopf rekonstruiert:
Standort Einfamililenhaus außerhalb der Stadt, 20 km südlich, Flachland
Drahtdipol im Zimmer gespannt, Empfänger RFT R-4200

Geyer und Ochsenkopf waren so gut wie unhörbar.

Bayern 3 ging am besten (S=3) auf 94,7 über Hoher Bogen (ca. 150 km), schwächer auf 94,4 vom Brotjacklriegel (ca. 170 km), entsprechend auch die anderen BR-Programme (weiß gar nicht, ab wann es BR-4 gab, -5 jedenfalls noch lange nicht).

Ö-3 ging selten und schwach auf 88,8 (Linz, 190 km) und 89,4 (Jauerling, 200 km).

Einziger Ortssender in dem Band war die 102,5 mit dem Interprogramm, der neue dreibeinige TV-Turm war damals noch im Bau. Heute nur noch 5 kW mit "FREKVENCE 1", gefühlsmäßig würde ich den damals als leistungsstärker schätzen.

Der Rest war frei für Tropo und Es.

Naja, ein dürftiges Protokoll. Viel Erfolg beim Weitersammeln!

von LWie - am 13.07.2018 19:01
Noch ein Foto beim Aufräumen gefunden:

Die Eigenbau-4x HB9CV am Gartenstandort in Wittenberg, ca. 4 m über Grund und natürlich (von Hand) drehbar. Nach dem ersten richtigen Sturm waren die dünnen Elemente aber ziemlich gekringelt.... Naja, gebastelt aus dem, was gerade da war - "wir hatten ja nischt!".

[attachment 11245 UKW-4xHB9CV_Wittenberg_1980er.jpg]

Da ging Ochsenkopf + Hof manchmal besser als Berlin.

von LWie - am 13.07.2018 19:06
Gilt auch der Besuch von Yugoslawien 1981 ?

Die Fahrt mit Ö3 ging bis Villach, dann übernachten
Am nächsten Tag weiter. die 101,2 mit Ö3, später die 90,4 , ging bis Ljubljana.
Beim Aufsetzen auf die Autobahn war es vorbei mit Ö3.
Auf der Küstenstraße kam recht schnell "Zagreb, Drugi programma" . Aber sehr stark verflattert, da die Küstenstraße einfach alles abgeschattet hat.
Somit schalteten wir immer hin und her, da auf der Küstenstraße immer Italen hörbar war. Zum Teil in Stereo, aber schon nach der nächsten Kurve konnte der Sender wieder verschwinden.,
Mein Vater schaltete irgendwann auf die 1134, und das Rauschgenerve war vorbei.

von sup2 - am 13.07.2018 20:40
Zitat
sup2
Gilt auch der Besuch von Yugoslawien 1981 ?


Klar doch. In Jugoslawien sendete man erstaunlicherweise im CCIR- und nicht im OIRT-Band (warum auch immer).

Zitat
sup2
Auf der Küstenstraße kam recht schnell "Zagreb, Drugi programma" . Aber sehr stark verflattert, da die Küstenstraße einfach alles abgeschattet hat.


Gab es zu der Zeit dort kein flächendeckendes UKW-Sendernetz?

von Wellenjaeger - am 13.07.2018 21:37
Wie hättest Du an der Küstenstraße etwas flächendeckendes hinbekommen sollen? Die einzige Möglichkeit dafür wären diverse Standorte auf Inseln gewesen. Davon gab es auch welche, auf Brac z.B. Aber vom Festland aus wäre das nicht abzudecken gewesen.

von iro - am 14.07.2018 14:52
Zitat
Wellenjaeger
Zitat
sup2
Gilt auch der Besuch von Yugoslawien 1981 ?


Klar doch. In Jugoslawien sendete man erstaunlicherweise im CCIR- und nicht im OIRT-Band (warum auch immer).

Yugoslawien war auch ofiziell "blockfrei", - Tito wollte die Russen nicht wirklich.


von 102.1 - am 14.07.2018 16:55
Eigene Erfahrungen zum Westempfang im Osten kann ich zwar nicht beitragen. Aber ich erinnere mich noch gut daran, dass auf Bayern 3 immer wieder Zuschauerwünsche von namentlich nicht genannten Hörern aus Prag erfüllt wurden.

Gleich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist mir etwa in Budweis aufgefallen, dass die Leute zwar ausschließlich Tschechisch gesprochen haben. Andererseits waren auf fast allen Hausdächern große VHF- und UHF-Antennen vertreten, die eindeutig den Lichtenberg (Linz) angepeilt haben. Auch in den Elektrogeschäften lief nur ORF im TV.

von delfi - am 14.07.2018 21:46
Zitat
delfi
Eigene Erfahrungen zum Westempfang im Osten kann ich zwar nicht beitragen. Aber ich erinnere mich noch gut daran, dass auf Bayern 3 immer wieder Zuschauerwünsche von namentlich nicht genannten Hörern aus Prag erfüllt wurden.

Gleich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist mir etwa in Budweis aufgefallen, dass die Leute zwar ausschließlich Tschechisch gesprochen haben. Andererseits waren auf fast allen Hausdächern große VHF- und UHF-Antennen vertreten, die eindeutig den Lichtenberg (Linz) angepeilt haben. Auch in den Elektrogeschäften lief nur ORF im TV.


Oe3 und Bayern 3 ging in Prag immer problemlos. Im Fernsehen war in Prag mehr der ORF praesent als ARD, der auf Anhoehen und mit dementsprechenden Antennen auch empfangen werden konnte. ARD oder ZDF hatte ich in Prag eigentlich nie wahrgenommen.

Deutsch war in der CSSR nicht so abwaegig. Die aeltere Bevoelkerung sprach es meist irgendwie und juengere Menschen verbrachten offenbar auch mal Zeit in der DDR um Deutsch zu lernen? Nach dem Akzent zumindest zu urteilen.

von 102.1 - am 15.07.2018 09:44
Ob UKW oder TV-Band I, sollte anhand der Größe zu erkennen sein. Von den verbliebenen Band I-Antennen (die in Prag noch zum früheren Fernsehturm südwestlich der Stadt zeigen) sind allerdings oft schon Elementstücken abgebrochen, so dass man die Ausrichtung nicht mehr gut erkennen kann.

Erschwerend kommt hinzu, dass das OIRT-UKW-Band und das TV-Band I sehr ähnliche Antennenabmessungen aufweisen. Aufwendige Hausanlagen aus früherer Zeit hatten dafür tatsächlich separate Antennen. Hab aber keine Fotos. Wenn man das geahnt hätte, dass das mal von technisch-historischem Interesse ist....

Im näheren Prager Umland sah man in den 1980ern auch oft nur 4x Schmetterlingsdipol vor Drahtnetz-Reflektor allein, das "Erste" kam mit ausreichend Power auf R1 wahrscheinlich auch so rein.

Wer Zeit hat, toure mit G*****-Streetv*** durch die Stadt oder das Umland. Aber in den letzten 10 Jahren wurden viele Dächer/Häuser saniert. Da wurde auf kurze UHF-Yagis für DVB-T(2) umgerüstet.

Die Frage mit den Regionalprogrammen kann ich nicht beantworten.

von LWie - am 19.07.2018 07:55
Zitat
102.1
Oe3 und Bayern 3 ging in Prag immer problemlos.


Das ist heute aber nicht mehr so, oder?

Ich war letztens in Prag und habe getestet, ob der DLF aus Dresden und Bayern 2 vom Hohen Bogen zu empfangen sind. Beide Frequenzen sind frei, und ich hatte ein trennscharfes und gutes Autoradio. Beide Sender waren zumindest in der Innenstadt nicht zu empfangen, obwohl sie laut fmscan.org Versorgungskarte in Prag noch mit etwa 30 dB ankommen müssten.

von Klaus Wegener - am 19.07.2018 14:45
Vor einigen Monaten bin ich von Linz, über Budweis, Prag bis in die Lausitz gefahren. Die österreichischen Programme (getestet: Ö3, Radio OÖ) kamen im Autoradio immerhin wesentlich weiter, als ich gedacht hätte.

Aber nicht auf den Frequenzen vom Linz/Lichtenberg, wie von mir zunächst vermutet. Ö3 war auf 98.1 und kam vom Standort Weitra/Wachberg (2kW) -> die Frequenz wurde dann nahezu nahtlos von Kiss 98 aus Prag übernommen. Radio OÖ kam auf 107.9 ebenso bis kurz vor Votice, aber anderer Standort: Liebenau/Brockenberg mit nur 250 Watt!! :eek: Äußerst beachtliche Reichweite!

von Cha - am 19.07.2018 15:28
Zitat

Ich war letztens in Prag und habe getestet, ob der DLF aus Dresden und Bayern 2 vom Hohen Bogen zu empfangen sind. Beide Frequenzen sind frei, und ich hatte ein trennscharfes und gutes Autoradio. Beide Sender waren zumindest in der Innenstadt nicht zu empfangen, obwohl sie laut fmscan.org Versorgungskarte in Prag noch mit etwa 30 dB ankommen müssten.


Dresden kann man in CZ fast völlig vergessen außer im direkten Grenzgebiet, weil der viel zu tief steht und vom Erzgebirge abgelockt wird.

Hoher Bogen geht auf den westlichen und südlichen Anhöhen von Prag brauchtbar im Autoradio, mit Yagi ist der da sicher sauber in mono mindestens zu kriegen.

Aus Sachsen geht wenn überhaupt nur Löbau, und hier am besten Lausitzwelle auf 107,6 ! Teils schwach auch RSA auf 107,7 vom Fichtelberg.

Um mal in die modernen Zeiten zu springen: richtig brauchbar ist seit der Aufschaltung von DAB in Neustadt/SN jetzt der MDR Sachsen Mux im Großraum Prag aufnehmbar, nicht unten in der Tallage, aber oben herum an den Berghängen und auch auf der Autobahn nach Dresden. Auch der 5C geht einigermaßen, da hilft auch wieder Löbau entscheidend.

von Terranus - am 19.07.2018 15:38
Zitat
Terranus
Aus Sachsen geht wenn überhaupt nur Löbau, und hier am besten Lausitzwelle auf 107,6 !


OT: Oh je, die Umbenennung von Elsterwelle ist gerade erst geschehen, und schon gehen die Verwechslungen los. ;)

von Cha - am 19.07.2018 16:28
Zitat
Cha
Vor einigen Monaten bin ich von Linz, über Budweis, Prag bis in die Lausitz gefahren. Die österreichischen Programme (getestet: Ö3, Radio OÖ) kamen im Autoradio immerhin wesentlich weiter, als ich gedacht hätte.

Aber nicht auf den Frequenzen vom Linz/Lichtenberg, wie von mir zunächst vermutet. Ö3 war auf 98.1 und kam vom Standort Weitra/Wachberg (2kW) -> die Frequenz wurde dann nahezu nahtlos von Kiss 98 aus Prag übernommen. Radio OÖ kam auf 107.9 ebenso bis kurz vor Votice, aber anderer Standort: Liebenau/Brockenberg mit nur 250 Watt!! :eek: Äußerst beachtliche Reichweite!


jedoch am Weitesten geht definitiv die 104,9 vom Nebelstein von *88,6*, die reicht bis Benesov mit RDS! Ab dann kann man die 107,6 aus Löbau auch empfangen, sowie den TOP-Sender aus Polen auf der 105,8 Muzyczne Radio :hot:

von forza_viola - am 19.07.2018 17:22
Zitat
Terranus
...richtig brauchbar ist seit der Aufschaltung von DAB in Neustadt/SN jetzt der MDR Sachsen Mux im Großraum Prag aufnehmbar, nicht unten in der Tallage, aber oben herum an den Berghängen und auch auf der Autobahn nach Dresden. Auch der 5C geht einigermaßen, da hilft auch wieder Löbau entscheidend.

Ergänzend:
Da gibt´s im DAB-Forum bebilderte Erfolgsmeldungen von User DXKuba, z.B. hier:
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?35326,919810,1455890#msg-1455890

von mittendrin - am 19.07.2018 19:23
Zitat
Klaus Wegener
Zitat
102.1
Oe3 und Bayern 3 ging in Prag immer problemlos.


Das ist heute aber nicht mehr so, oder?


Nein, zumindest nicht mit den mir zur Verfuegung stehenden Radios.

Damals gab es kaum UKW Sender in der CSSR, das Band war frei, auch sonstige Stoerungen gab es keine. Der Empfang war meist nur auf Anhoehen gut und beifahrertauglich machbar, weiter unten knackte und kreischte es dementsprechend. Besonderer Antennenaufwand war nicht notwendig, um entweder Linz oder Jauerling zu bekommen. Man brauchte lediglich ein Radio das das westliche UKW Band empfangen konnte, und diese waren in der CSSR mehr als rar, wurden aber immer wieder ins Land geschmuggelt.

Bei dem Rundunk der CSSR hatte ich im westlichen UKW Band nur einen einen einzigen Sender in Erinnerung der auf mich wie ein Versuchssender wirkte und sich "Interprogramm von Radio Prag" nannte. Allerdings gab es auch Nachrichten auf Deutsch. Ob "Inter" auf International anspielte, weis ich nichtmehr und war damals auch nicht erklaerbar. Die Musik war meist klassisch, oder irgendeine selstsame warenhausaehnliche Musik, nichts was einem zum Einschalten motivierte. So etwas wie "Radio Danubius" in Ungarn gab es in der CSSR gar nicht.

Derzeit sind in Prag einige Frequenzen in Betrieb, die zu nahe an den weitaus entfernteren ORF Grosssendern drann sind, somit wuerde ich den UKW Empfang des ORF in Prag als unmoeglich erachten.

von 102.1 - am 29.07.2018 13:15
Zitat
102.1
Bei dem Rundunk der CSSR hatte ich im westlichen UKW Band nur einen einen einzigen Sender in Erinnerung der auf mich wie ein Versuchssender wirkte und sich "Interprogramm von Radio Prag" nannte. Allerdings gab es auch Nachrichten auf Deutsch. Ob "Inter" auf International anspielte, weis ich nichtmehr und war damals auch nicht erklaerbar. Die Musik war meist klassisch, oder irgendeine selstsame warenhausaehnliche Musik, nichts was einem zum Einschalten motivierte.


Ich kenne das Programm noch von der Kurzwelle.
So schlecht war die Musikauswahl eigentlich nicht, zumindest wenn einem als Alternative nur die Programme des WDR zur Verfügung standen.

von Wellenjaeger - am 29.07.2018 14:06
Zitat
Wellenjaeger
Zitat
102.1
Bei dem Rundunk der CSSR hatte ich im westlichen UKW Band nur einen einen einzigen Sender in Erinnerung der auf mich wie ein Versuchssender wirkte und sich "Interprogramm von Radio Prag" nannte. Allerdings gab es auch Nachrichten auf Deutsch. Ob "Inter" auf International anspielte, weis ich nichtmehr und war damals auch nicht erklaerbar. Die Musik war meist klassisch, oder irgendeine selstsame warenhausaehnliche Musik, nichts was einem zum Einschalten motivierte.


Ich kenne das Programm noch von der Kurzwelle.
So schlecht war die Musikauswahl eigentlich nicht, zumindest wenn einem als Alternative nur die Programme des WDR zur Verfügung standen.


Was ich noch deutlich in Erinnerung hatte, ist, dass westliche Musik von klassischen Musikorchestern nachgespielt wurde und dies auf InterPrag gesendet wurde. Auch hatte ich neben Prag eine westliche UKW-Frequenz in Bruenn in Erinnerung.

Ob auf UKW das gleiche wie auf Kurzwelle ausgestrahlt wurde, weis ich nichtmehr.

von 102.1 - am 29.07.2018 14:26
Zitat
102.1
Ob "Inter" auf International anspielte, weis ich nichtmehr und war damals auch nicht erklaerbar.


Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit der OIRT und deren Intervision:
https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_Internationale_de_Radiodiffusion_et_de_T%C3%A9l%C3%A9vision

von Shortwaveservice - am 30.07.2018 08:16
Zitat
Wellenjaeger
Zitat
102.1
Bei dem Rundunk der CSSR hatte ich im westlichen UKW Band nur einen einen einzigen Sender in Erinnerung der auf mich wie ein Versuchssender wirkte und sich "Interprogramm von Radio Prag" nannte. Allerdings gab es auch Nachrichten auf Deutsch. Ob "Inter" auf International anspielte, weis ich nichtmehr und war damals auch nicht erklaerbar. Die Musik war meist klassisch, oder irgendeine selstsame warenhausaehnliche Musik, nichts was einem zum Einschalten motivierte.


Ich kenne das Programm noch von der Kurzwelle.
So schlecht war die Musikauswahl eigentlich nicht, zumindest wenn einem als Alternative nur die Programme des WDR zur Verfügung standen.


Ich kann mich auch dunkel an das Programm erinnern.

In einem Restaurant oder Hotel kurz hinter der Grenze gab es eine kostenlose Zeitung für Touristen (könnte mehrsprachig gewesen sein) mit einem abgedruckten Programm und den Frequenzen.

Ab da an habe ich immer bei jedem Besuch in der CSSR geschaut, ob ich eine aktuelle Ausgabe des (Monats-?)Blattes bekommen kann (ähnlich wie ich immer in ein Interhotel bin und im Empfangsbereich geschaut habe, ob die nicht die Zeitung von Radio Berlin International haben)...

von The Jazzman - am 30.07.2018 09:09
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