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DVB-T: Frust in Wuppertal, ein Bericht der WZ

Startbeitrag von Matthias K. am 11.11.2004 11:00

WUPPERTAL


Überall-TV: Fernseh-Frust in Wuppertal


Die Umstellung auf die digitale Empfangstechnik klappt nicht so reibungslos wie erhofft.

Wuppertal.Über eines konnten sich Wuppertals Fernsehtechniker gestern jedenfalls nicht beklagen: Langeweile. Nach der Umstellung auf das digitale TV bekamen sie es immer wieder mit dem geballten Unmut und der Ratlosigkeit vieler Zuschauer zu tun, die sich zwar pünktlich zum Starttermin am Montag mit passender Empfangstechnik ausgestattet hatten aber dennoch scheiterten.
Gestern wurde deutlich: Längst nicht jeder Haushalt im Stadtgebiet kann das "Überall-TV" ohne Weiteres empfangen, und nicht nur Häuser auf der Talachse sind davon betroffen.

"Es gibt Stellen, an denen die Situation kritisch ist", sagte Marcus Müller vom WDR-Projektbüro gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Noch sei ein Messwagen im Stadtgebiet unterwegs, der zum einen die Feldstärke und zum anderen die Qualität des digitalen TV-Signals überprüfe. Mit ersten konkreten Ergebnissen sei heute zu rechnen.

Problematisch sei der Empfang vor allem entlang der Talachse - ohne Dachantenne sei da vorerst nichts zu machen. In höheren Lagen wachse dagegen die Chance auf einen guten Empfang auch per Zimmerantenne. Der Messwagen selbst ein umgebauter VW-Transporter ist unter anderem mit einer ausfahrbaren Antenne ausgestattet, die sich um 360 Grad drehen lässt und genaue Rückschlüsse auf die Signale der für Wuppertal mit zuständigen Sender in Langenberg und Düsseldorf zulässt.

Eine Lösung des Wuppertaler TV-Problems ist nach Müllers Worten vorerst nicht in Sicht - einen Zeitplan für die Aufstellung eines eigenen Senders gebe es derzeit jedenfalls nicht. Solange bleibe das Digital-TV "ortsabhängig".

Diese bittere Erfahrung hat auch Fernsehtechniker Manfred Berndt gemacht sogar im eigenen Geschäft an der Wichlinghauser Straße: "Auch wir haben keinen Empfang und sind seit Montag ständig im Einsatz." Entlang der B 7 sei nur etwas mit Außen- bzw. Dachantennen zu machen, berichtet auch er. Es gebe außerdem "gewaltige Unterschiede beim Empfang", und das, obwohl die Betroffenen fast schon Nachbarn sind: Während ein TV-Kunde am Dellbusch buchstäblich in die Röhre schaute, gab es in der gut 200 Meter entfernten Mählersbeck keine Probleme mit dem "Überall-TV", das seinem Namen in Wuppertal offensichtlich keine Ehre macht.

"Die Leute da draußen sind jedenfalls stinksauer", fügt Berndt hinzu. "Mit diesen gravierenden Auswirkungen hat hier wohl niemand gerechnet." Ein schwacher Trost für alle Digital-TV-Gefrusteten: Zumindest öffentlich-rechtliche Fernsehsender sind nach wie vor analog zu empfangen ansonsten bleibt zu fragen, ob die gute alte Dachantenne in Wuppertal wieder eine Renaissance erlebt.

Und wie sieht es auf den Höhenzügen aus? "Wir in Ronsdorf bekommen das Digital-TV auch nicht", hieß es gestern in einem Fachbetrieb, der das System testen wollte, bevor es guten Gewissens den Kunden verkauft wird.

In Cronenberg berichtet Eberhard Herrmann vom gleichnamigen Fachgeschäft an der Hauptstraße unterdessen von "totalem Stress". Auch während er gestern mit der WZ über die aktuellen TV-Probleme sprach, liefen auf seinem Schreibtisch immer neue Meldungen seiner Fernsehtechniker auf.

"Es herrscht das blanke Chaos", sagt Herrmann, selbst seit vielen Jahren im TV-Geschäft. In guten Lagen, die "hoch und frei" etwa in Richtung Köln liegen, gebe es "zig" funktionierende Empfänger. In anderen Wohnzimmern herrsche dagegen Ratlosigkeit und Wut. "Auch uns beschert das erhebliche Kosten", fügt der Fernsehexperte mit Blick auf diverse Kundenfahrten hinzu.

Auch die Bildqualität sei im Digital-Format nicht unbedingt besser geworden. "Das wird noch viel Ärger geben." Davon sah man sich in einem Elektronik-Markt in der City gestern dagegen weit entfernt. "Der Rücklauf an Geräten hält sich bei uns in Grenzen", hieß es dort. "Die Kunden haben nach wie vor viele Fragen."


Auf einer eigenen Homepage gibt Überall-TV Auskunft über das neue Fernseherlebnis. Eine kostenpflichtige Hotline ist unter 0900 110 05 24 geschaltet.
Mehr Infos: www.ueberall-tv.de


10.11.04
Von Stefan Melneczuk

Wuppertal

Antworten:

Es ist mit digitalen Techniken immer das selbe: dort wo analoge Signale mit kleinen Einschränkungen (beim TV: Geisterbilder/Streifen, beim Radio: leicht rauschender Stereo-Empfang) noch funktionieren, geht im digitalen Bereich nichts mehr. Allerdings hat die digitale Technik einen großen Vorteil: den Einsatz von Gleichwellen-Füllsendern. Das wäre wohl auch in Wuppertal, dessen problematische Lage ja bekannt sein dürfte (auch die UKW-Sender aus Langenberg sind hier an manchen Stellen verzerrt), angebracht.

Ähnlich sieht es hier in Rhein-Main aus: einige östliche Wiesbadener Stadtteile empfangen von DVB-T überhaupt nichts. Ohne freie Sicht zum Sender geht es eben doch nur mit der Dachantenne.

von Wiesbadener - am 11.11.2004 11:19
Nur dumm, dass Wuppertal gar nicht zum DVB-T-Kerngebiet gehört. Der UHF-Sender Wuppertal (K22 ZDF und K42 WDR Fernsehen) sendet nach wie vor analog und wird in absehbarer Zeit auch nicht umgestellt. Also war doch vorher klar, dass der Empfang von DVB-T in Wuppertal reines Glück ist, gerade bei der Topologie dort.

Übrigens: Da die analogen Sender aus Wuppertal hier in Viersen in der gleichen Richtung liegen wie Witzhelden und auch noch in annehmbarer Qualität empfangen werden können, haben wir hier auch noch etwas länger eine Analog-TV-Versorgung.:-)

von Channel Master - am 11.11.2004 12:32
Ich habe nie verstanden, warum man nicht ein oder ?die? Telekom-Türme in Wuppertal mit ins große Netz einbezogen hat.

Auf der Versorgungskarte sieht es jetzt so aus (wenn man grün=Dachantenne mal übersieht), als ob Wuppertal absichtlich ausgeblendet wurde (auch wenn es nicht so ist).

Und es ist ja auch nicht so, dass Wuppertal, Solingen usw. gar nicht versorgt wären,
bei den vielen kleinen gelben Flecken, die man östlich bis südöstlich auf der Karte noch sehen kann.

Wenigstens die öffentlich-rechtlichen könnten in Wuppertal, Solingen & Remscheid weitere Sender schalten, die das Gleichwellennetz Düsseldorf/Ruhrgebiet erweitern.

Das man für die Privaten Richtantennen auf dem Dach braucht, sind ja viele im Bergischen gewohnt.



von Matthias K. - am 11.11.2004 16:17
Also der Langenberg sendet wohl nicht rund. Anders ist das nicht zu erklären. Dafür sprechen auch die Beobachtungen. Man bräuchte mal ein aktuelles Bild des Mastes.
Aber ich könnte wetten, dass da nicht die 50kW nach Wuppertal rausgehen.
Lustig auch, dass Gummersbach usw. extra Sender bekamen, Wuppertal aber nicht.
Man könnte meinen, die Wuppertaler sind beim WDR nicht beliebt :)



von Terranus - am 11.11.2004 16:22
Ich weiss auch nicht, warum man nicht die Gelegenheit genutzt hat, um gleich auf DVB-S umzusteigen.
Das ist irgendwie etwas günstiger als DVB-T.
Von Qualität und Vielfalt sowieso nicht zu übertreffen.
Mit dem letzten Satz möchte ich jetzt keine Riesen-Diskusion auslösen, ist eben meine persönliche Meinung.



von Nico22 - am 11.11.2004 18:22
Was mich sehr wundert ist,warum der hohe Sendemast bei LEV-Witzhelden nicht für den DVB-T eingesetzt wird oder zumindest in nächsten Jahr wenn in Ruhrgebiet die Phase II abgeschlossen ist. Ist doch ein guter Standort. Damit könnte man u.a. das Bergische Land versorgen.



von DJ Taifun - am 11.11.2004 19:47
Die Radio/Fernsehwerkstätten haben es wirklich nicht leicht. Die teuren Antennenmesskoffer mit Spektrumanzeige sind fast nutzlos geworden, aber die meisten Werkstätten werfen nicht mehr genug Geld ab daß sich ein modernes Messgerät mit Bitfehlerratenanzeige amortisieren würde.
Gerade gestern habe ich folgendes erlebt: Kunde (Elektroinstallateur) meint die Antennendosen die wir ihm verkauft haben taugen nicht für DVB-T. Mit dem Messkoffer die Kanäle ohne Dose an unserer Testanlage durchgemessen, der schächste Kanal (Kanal 60) kommt mit nur mit 25 dB?V (Der stärkste hatte ca 45 dB?V). Dose angeschloßen, das was bei Kanal 60 noch rauskam lag unter der 20 dB?V Schwelle des Messkoffers. Ich hatte wirklich arge Bedenken das überhaupt ein Bild zustande kommt. Trotzdem habe ich einen Wald und Wiesen DVB-T Empfänger angeschloßen. Ich war ziemlich baff als der Reciever tadellos funktionierte. Die Signalstärkeanzeige des Receivers lag bei ca 50%, und die Qualität bei ca 70%. Wir haben den Receiver ca 20 Minuten laufen lassen - nicht ein Bildaussetzer. Dann mit dem Kunden zu seinem Kunden gefahren. Gemessen ohne Dose: Überall um die 50 dB?V. Kathrein Receiver des Kunden angeschlossen, alle Programme ohne Störungen da. Die selbe Dose eingebaut, auf allen Kanälen außer Kanal 8 massive Störungen oder gar kein Bild (Messkoffer zeigt 45 dB?V). Die Dose durch eine von Kathrein ersetzt, alle Sender nur noch leichte Störungen (Messkoffer zeigt ca 40 dB?V). Den Kathrein Receiver gegen den Wald und Wiesenreceiver getauscht, alle Programme fehlerfrei, außer Kanal 36. Der wird gar nicht eingelesen (Signalstärke 80, Qualität stark schwankend 48-57). Kathrein 2-fach Verteiler gegen Wald und Wiesen 2-fach Verteiler getauscht, Qualität steigt bei den empfangbaren Programmen von 90 auf 92, an der Situation bei Kanal 36 ändert sich überhaupt nichts ... Dann hatte auch ich die Schnauze voll, wir haben es dann so gelassen und gemeinsam dem Endkunden eingeredet daß auf den Dritten Programme eh nix brauchbares kommt. :rolleyes:
Bei so einem Rummgebastel denkt der Endkunde doch er hat ein paar Volllaien vor sich stehen (und holt sich das nächste Mal eine andere Firma in der Hoffnung die machen es besser).



von Doctor Daemon - am 11.11.2004 21:38
Diese Anlage hat wohl ein generelles massives Problem. Ich tippe auf Reflexionen im Kabel aufgrund von Fehlanpassungen o.ä.



von Grenzwelle - am 11.11.2004 23:19
Oder vielleicht auch nicht ?!

Im Nahbereich+Bergischen sind Reflexionen und Einwirkungen auf die Kabel+Dosen katastofal stark (selbst die Reflexion von der Reflexion von der Reflexion...)- siehe http://forum.myphorum.de/read.php?f=8773&i=148362&t=148362

von Matthias K. - am 12.11.2004 07:26
Hallo,

ich hatte auch mal beim WDR nachgefragt. Nein , Wuppertal gehört im Moment nicht zum DVB-T Gebiet, da ja auch keine Lokalzeit Bergisch Land ausgestrahlt wird.

Selbst in Velbert, wo ja Langenberg ist, gibt es nicht die passende Lokalzeit. Dafür wird aber Langenberg dann die Lokalzeit Dortmund ausstrahlen.

Irgendwie hat da jemand eine tolle Planung gemacht.

Gerade da wo Berge sind und DVB-T seine Vorzüge hätte wird es nicht ausgestrahlt.

Und warum wird da plötzlich soviel Theater mit dem Oberbergischen Kreis gemacht?

Hatte da jemand gepennt bei der Planung oder warum wird das jetzt so schnell nachgeschoben?

Gruss Thomas

von Tom271166 - am 12.11.2004 08:33
@Tom: Mal abgesehen von der (möglicherweise berechtigten) Kritik an der Nicht-DVB-T-Einführung in Wuppertal: Was hat denn der Sender Langenberg jetzt mit der Lokalzeit Bergisch Land zu tun? Muss ein Sender im Sendegebiet (oder besser am Rande) immer das Lokalprogramm seiner Region ausstrahlen? Dann müsstest du dich beim Radioempfang schon lange aufrufen, denn Langenberg strahlt bei WDR2 auch nur die Rhein-Ruhr-Version aus, nicht aber die des Studios Wuppertal, obwohl Langenberg auch dort zum Versorgungsgebiet von Wuppertal gehört.
Was den Oberbergischen Kreis angeht: Ich schätze mal, dass da wirklich jemand anfangs gepennt hat. Der Oberbergische Kreis (außer Radevormwald, Hückeswagen) gehört zur Lokalzeit Köln und wurde damit bislang über eine ganze Reihe von Füllsendern versorgt. Da aber ab April 2005 kein Empfang der Lokalzeit Köln terrestrisch analog mehr möglich ist (jetzt auch nur noch schwach), hätte man sich für eine ganze Reihe von Umsetzern eine Ersatzzuführung über Satellit aufbauen müssen. Mit zwei DVB-T-Sendern in Gummersbach und auf der Hohen Warte erreicht man da dann nahezu das selbe Ergebnis, nämlich Empfang der Lokalzeit im Sendegebiet, und das vermutlich günstiger.



von Kroes - am 12.11.2004 09:08
1. Ich versteh auch nicht, warum man zwischen Köln/Bonn und Dortmund eine regelrechte Lücke (W/RS/SG) gelassen hat :confused:
2. Da jedoch in Wuppertal kein portable indoor geht stellt sich für mich die Frage, warum jemand - wenn er schon auf dem Dach rumkrabbelt - nicht gleich ne Schüssel anschraubt. Bei dem Vergleich Dachantenne vs. Schüssel spricht ja wohl alles für die Schüssel.
3. Die Lokalzeit "Bergisches Land" ist für mich ein ständiges Ärgernis, weil der größte Teil des Bergischen Landes (insbesondere Oberbergischer Kreis) gar nicht behandelt wird. Für mich ist das ein völlig überflüssiges Lokalfernsehen für W/RS/SG und hat mit dem "Bergischen Land" überhaupt nichts zu tun.

von Free Speech - am 12.11.2004 09:44
Ja, der WDR bertreibt mit der Lokalzeit Bergisch-Land quasi einen Stadtsender.
Letztlich geht es nach folgender Rangordnung fast nur um
1.) Wuppertal
2.) Remscheid
3.) Solingen
4-9.) nix
10.) alle anderen


Nichts desto trotz, hatte ich gestern meinen DVB-T-Reciever bei meinem Eltern und um 19.30 Uhr suchten sie panisch den WDR Wuppertal "Wie der ist nicht da ?!".

Die Lokalzeit Bergisch-Land wird in Velbert viel geguckt - gibt es doch sonst nix sooo regionalisiertes im Fernsehen über die Heimat.

Im Radio sieht es anders aus.
In Velbert, Heiligenhaus & co hört tatsächlich niemand die Lokalnachrichten,
jeder hört hier WDR2 auf 99.2, denn sowohl die 99.8 als auch die 91.8 kommen hier viel zu schlecht und instabil an.
Man müsste schon eine stationäre Anlage haben, um mit den beiden Frequenzen zufrieden zu sein, aber mit Radiowecker, Küchenradio und Autoradio kann man´s knicken, gerade wenn man Richtung Unterstadt oder Essen unterwegs ist.
Wer hier im Radio Lokalnachrichten hören will, greift deswegen zu Radio Neandertal.


Ich habe das dem WDR schon mal geschrieben.
Die Reaktion war, dass sie eine neue Frequenz
als einzige Lösung vorsehen, diese aber nicht bekommen - Frequenzmangel.

Logisch, unser Telekomturm "Telebert" könnte einen UKW-Sender mit 1 kW bekommen und WDR2 Wuppertal auf einer hier guten Frequenz ausstrahlen.
Aber ohne freie QRG ?!

von Matthias K. - am 12.11.2004 11:01
Gute Idee! Wenn BFBS die 96,5 aufgibt, packt der WDR da mit 1 kW Studio Wuppertal drauf. Endlich mal eine abwechslungsreiche, vielfältige Radiolandschaft in NRW. :cheers:

von Free Speech - am 12.11.2004 12:01
Schock schwere Not,
so dringend wird´s hier doch hoffentlich doch noch keiner brauchen, oder ?

Hoffentlich nicht...

von Matthias K. - am 12.11.2004 12:02
Matthias: Noch ein WDR2-Sender? Das ist doch wohl nicht Dein Ernst, oder?
Das alles nur wegen der paar Minuten Lokalnachrichten. Wenns wenigstens ganze Sendestrecken wären wie bei SWR4 Baden-Württemberg, aber so?
Schon heute ist zwischen Köln und Düsseldorf WDR2 auf 8-10 Frequenzen gut zu empfangen.
Besser wäre es, etwas am Sender Witzhelden umzukoordinieren, der versorgt anscheinend das Zielgebet nicht richtig, ist dafür aber westlich des Rheins fast überall zu hören (überflüssigerweise). Wirklich ein Witz, dieser Held!

von PeterSchwarz - am 12.11.2004 13:07
Matthias: Noch ein WDR2-Sender? Das ist doch wohl nicht Dein Ernst, oder?
Das alles nur wegen der paar Minuten Lokalnachrichten. Wenns wenigstens ganze Sendestrecken wären wie bei SWR4 Baden-Württemberg, aber so?
Schon heute ist zwischen Köln und Düsseldorf WDR2 auf 8-10 Frequenzen gut zu empfangen.
Besser wäre es, etwas am Sender Witzhelden umzukoordinieren, der versorgt anscheinend das Zielgebet nicht richtig, ist dafür aber westlich des Rheins fast überall zu hören (überflüssigerweise). Wirklich ein Witz, dieser Held!

von PeterSchwarz - am 12.11.2004 13:07
Was mich wundert, fast überall wird die DVB-T-Umstellung eigentlich als voller Erfolg dargestellt, obwohl nur noch SVCD-Qualität dabei raus kommt und es in einigen Gebieten doch Empfangsprobleme gibt.

Dann bin ich echt erstaunt, wieviele Antennenzuschauer es noch in den meist westdeutschen Ballungsgebieten gibt. Hier in Sachsen-Anhalt würde(oder wird nächstes Jahr) kaum einer (oder nur sehr wenige) DVB-T so richtig als reiner Endkonsument als einzigsten Hauptempfangsweg verwenden, außer ein paar technisch interessierte, Zweit- und Drittgeräte und Leute die mobil fernsehen schauen wollen wird es hier nächstes Frühjahr nicht zum "Empfangsgau" oder dem großen Aha-Effekt kommen. Sat-Empfang ist hier fast überall vorhanden ansonsten Kabel, rein ausschließlich nur terrestrisch scheint es hier mit z.Z. mit nur 3 Programmen fast gar keine Zuschauer mehr zu geben. Die meisten terrestrischen Antennenanlagen aus DDR-Zeiten sind demontiert oder sind ungenutzt, neue (Gemeinschafts-) Antennenanlagen auf Mehrfamilien-Häusern haben zu 99,9% nur UKW und reinen Satempfang bzw. Sat-ZF-Verteilung. Wenn die terrestrischen TV-Sender plötzlich alle weg wären würden es die allermeisten gar nicht bemerken.
Die terrestrischen Sender (analog z.Z.) dienen hier fast nur ausschließlich der Kabeleinspeisung. Da es auch nur relativ wenige (Groß-)Sender gibt, sind bei Überreichweiten auf ARD und MDR in vielen Kabelanlagen auch Störungen vorhanden. Das ZDF wird auf Grund der Beschwerden schon seit Jahren in die meisten Kabelanlagen über Sat gespeist. Wer im Kabel ordentliches, erstklassiges, immer störungsfreies Bild bei ARD und MDR haben will muss sich eigentlich DVB-C zulegen.

Auf Grund dieser Situation wird auch DVB-T hier nächstes Jahr mit nur vorerst 12 Programmen starten und ohne Privatsender glaube ich vorerst in Mitteldeutschland an keinen so großen Durchbruch ähnlich Berlin, Hannover, Hamburg, Ruhrgebiet usw... .

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 12.11.2004 14:19
Erstklassiges Bild der ARD über DVB-C,S,T ? *Räusper*
Schon mal ARD und die Dritten digital gesehen ? Das ist Legabaukasten rauf und runter. Die Datenraten fallen oft sogar unter 2Mbit/s ...
Dann noch lieber analog per Sat.
Es stimmt allerdings, dass der Terrestrikempfang in den neuen Bundesländern kaum noch eine Rolle spielt. Das ist auch kein Wunder nach dem Satboom der 90er. Die Leute wollte halt so schnell wie möglich alle mehr Sender.
Im Westen sieht das noch anders aus, gerade in Südbayern oder -anscheinend- auch noch in gebieten wie NRW. Man hat die Zahl der Terrestrikschauer wohl etwas unterschätzt - viele gaben sich halt mit 6 bis 7 Programmen zufrieden.
Man darf nicht vergessen, dass dort die Privaten schon sehr früh terrestrisch empfangbar waren, bereits seit 1987 wurden die ersten Sender in Betrieb genommen. Damit gaben sich viele zufrieden und haben seither kein Kabel oder Sat angeschafft.
Sieht man bei uns auch noch, gerade in Orten die nicht verkabelt wurden, gibt es noch einige Häuser wo man die vertikalen Zusatzantennen für die Privaten vom Kälberberg sieht-ohne Schüssel.
Ein Großteil der Kabelzuschauer hat das Kabel seit es verlegt wurde, man hat es halt anschließen lassen. Dort wo nicht verkabelt wurde, ging die große Vielfalt an einigen vorbei, und viele wollten eben die Schüssel nicht, warum auch immer..



von Terranus - am 12.11.2004 14:47
Komisch, nicht ?
Warum ist gerade die ARD und ihre Kids so schlecht,
auch über DVBs und DVBc ?


Der WDR sollte tatsächlich mit seinen bestehenden WDR2-Frequenzen jedes Gebiet ordentlich darstellen können, statt wieder eine neue Frequenz haben zu wollen,
auch wenn man dafür alte Sendestandorte plattmachen und neue starten müsste !


DVB-T im Osten ?
Es kann sein, dass die Dachantennen schon jetzt nicht mehr verwendet werden,
aber wenn man mal durch Reichenbach, Crimmatschau, Werdau, Ruppertsgründ usw. fährt, sieht man nahezu auf jedem Dach einen riesen Klumpen von Antennenanlage !
Warum sind die noch drauf ?
Und wenn die noch drauf sind, warum sollten die Leute diese Antennen nicht für DVB-T nutzen, falls es dort jemals ein ausreichend gutes Angebot geben wird ?

Echt der Hammer, zumindest UKW-Antennen sind immer vertikal angeschraubt.
Manchmal sieht man auch mehrere UHF,VHF und UKW-Antennen an einem Mast.
Meist gemischt hor. vert.



von Matthias K. - am 12.11.2004 14:56
Diese vertikalen UKW Antennen verwechselst du mit Ochsenkopf Antennen. Die gibt es dort natürlich noch aus DDR Zeiten, als man die ARD eben vom Ochsenkopf sehen wollte.
Diese Riesenteile waren auch für den Waldstein Empfang für ZDF und BR3. Vieles ist allerdings wirklich nur noch gut belüfteter Schrott, der da auf den Dächern dahingammelt. Neuere Anlagen sieht man kaum noch. Nach 1990 hat sich dort fast jeder ne Schüssel gekauft, war ja auch kein Wunder.
Es macht halt doch Arbeit, die Antennen von den Dächern zu holen, und da sie anscheinend nicht stören, lässt man sie eben dort oben verrosten.



von Terranus - am 12.11.2004 15:09
Eine Schüssel war ja mit eines der Symbole für die neue Freiheit.
Die Verschüsselung ist nebenbei auch sehr schön im Film "Good Bye Lenin" zu sehen.

von Matthias K. - am 12.11.2004 15:24
DVB-T ist ein THEMA, eine MÖGLICHKEIT. Hier sind wir ja unter Interessenten, da ist so eine neue Technik natürlich spannend. Außerdem kost das Zeug ja praktisch nix (Spielzeug für Erwachsene). Wer das tatsächlich BRAUCHT, also kein Kabel oder Sat hat, ist eine ganz andere Frage. Da wo DVB-T portable indoor geht, is es doch toll: Kleiner Flachbild-TV mit DVB-T in der Küche. Das geht mit Kabel oder Sat nicht so einfach. Aber wo es so ist wie in Wuppertal bleib ich dabei: Für Dx-er toll, wer aber nur fernsehen will braucht wegen DVB-T nicht auf dem Dach rumzuklettern, da gibt´s bessere Möglichkeiten.

von Free Speech - am 12.11.2004 15:55
Hallo,

@Matthias
@Kroes

ich wollte damit nur sagen, warum obwohl wir in Velbert den stärksten WDR Sender in NRW haben wir aber unsere Lokalzeit für Velbert nicht darüber bekommen. Versucht doch mal in Langenberg die passende Lokalnachrichten auf der 99,8 zu empfangen, die wird doch im Ort fast nur durch den Langenberger Sender übersteuert.

Warum koordiniert man die 99,8 nicht einfach von Wuppertal die 10 km nach Velbert um und sendet von Langenberg aus. In Zeiten des Sparens würde das auch Sinn machen den Sender in Wuppertal aufzugeben. Wenn man mit dem Auto durch Wuppertal fährt steht das Radio eh zu 90 % auf der 99,2 und nicht der 99,8. (RDS-AF)

Bei den anderen WDR Programmen gibt es ja auch keinen Sender in Wuppertal.

Gruss Thomas

von Tom271166 - am 12.11.2004 19:45
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