Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
13
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
zerobase now, DJ Taifun, Alqaszar, Schwabinger, Free Speech, -Ole-

2.NRW Privatradiokette in süd.NRW ...

Startbeitrag von DJ Taifun am 05.12.2004 15:52

Hallo Ihr dadraussen in weiten Radioland,

habe was interessantes herausgefunden. Bezüglich der 2.geplanten Privaten NRW Radiokette. Der Test auf 97,2 aus Remscheid hat vieleicht auch ein anderen Zweck.Radio RSG kommt auf diese QRG,z.z. wird noch getestet. Die 107,9 wird dadurch frei. Und diese 107,9 kann man für das Rheinland,Berg.Land,Oberbergischen Kreis,südlichen Niederrhein(Düsseldorf,MG,Neuss rüber nach Wuppertal,Remscheid,Solingen und Umgebung) für die neue Kette zur verfügung stellen. Um nicht die Aachener 107,8 zu stören wird der Standort nach Westen verlagert,z.B. der Kölner Colonius oder die Glessener Höhe von wo auch die 88,4 WDR2 herkommt. Mit starkgerichtete Strahlung von SE-E-nach NE z.B mit dem LP-Antennen. Strahlungsleistung schätze ich mal so um die 1-2 KW. Die R.Bonn Rhein Sieg Sender Herchen-Rosbach-Dattenfeld könnte man auf die 107,5 umändern . Was sagt Ihr dazu? Wie würde den die RadioMobil Karte dazu aussehen?

Antworten:

Wo hast du das her?
Die 107,9 ist zu (WDR 1 aus Münster). Da können die verlagern was sie wollen. Und eine Leistungserhöung wird der WDR wg. WDR 1 aus MS auf keinen Fall zulassen. (Meine Meinung).

von Free Speech - am 05.12.2004 18:25
Völliger Unsinn, meiner Meinung nach. Die 97,2 war schon sehr lange für Remscheid vorgesehen, weil die 107,9 zu stark von Münster-Baumberge belastet ist. Genau aus diesem Grund wird der WDR es schon nicht zulassen, dass diese Frequenz mit größerer Leistung betrieben wird. Wenn diese Frequenz in Remscheid überhaupt weiter genutzt wird, dann wahrscheinlich für DeutschlandRadio Berlin.

Wie diese ominöse zweite landesweite Kette für den Privatfunk schließlich aussehen wird und ob sie tatsächlich kommt, muss abgewartet werden. Die Verleger können sich mit einer solchen Kette auch ganz schön selbst ans Bein pinkeln. Zwar soll das neue Programm den bisherigen Gerrüchten zufolge vor allem Eins Live angreifen, allerdings würde ein solches Format fast zwangsläufig auch Hörer von den Lokalstationen abziehen. Für Radio NRW wäre das an sich kein Verlust, weil diese Hörer ja quasi im Hause bleiben würden und durch das neue Programm auch neue Hörer dazugewonnen werden würden.

Verlierer aber würden diejenigen Lokalstationen sein, welche bereits jetzt keinen Gewinn oder sogar Verlust einfahren. Wenn dann noch weniger Hörer da wären könnte das auch einigen Lokalstationen des Kopf kosten. Da fragt man sich natürlich sofort, ob dies nicht sogar beabsichtigt sein könnte. Besonders in ländlichen Räumen könnte es doch auch zu Zusammenlegungen kommen, bzw. zu Kooperationen wie bereits jetzt zwischen Radio en und Radio Hagen.

Damit würden aber stellenweise auch wieder Frequenzen frei. Legte man beispielsweise Radio Köln mit Radio Erft zusammen, könnte man die 105,8 mit größerer Leistung und einem neuem Programm betreiben.

Ein anderes Modell wäre: Radio Köln übernimmt das neue, jüngere Programm, während Radio Erft und Radio Berg -- beide Programme sind ja flächendeckens in Köln in Radiowecker-im-Keller-Qualität zu empfangen -- das bisherige Mantelprogramm übernehmen. Gleiches gilt dann natürlich auch für Mönchengladbach, Duisburg, Münster, Bielefeld etc. Auch auf diese Weise könnte Radio NRW Eins Live viele Hörer abnehmen.



von Alqaszar - am 05.12.2004 18:31
Der WDR hält direkt um die 25 % an radio NRW. Aber dann sind immer noch 75 % in anderen Händen. Wenn du eine Supermarktkette zu 100 % hälst und die Konkurrenz, wo du mit 25 % dabei bist, direkt neben deinem Laden noch einen aufmacht, ist das schließlich auch Konkurrenz.

Wäre der WDR = Radio NRW würde man das aktuelle Programm unter Garantie weg von WDR 2 fahren, um der "Informationsleitwelle" freiere Bahn zu geben.

von -Ole- - am 05.12.2004 19:42
Zitat

Wo hast du das her?
Die 107,9 ist zu (WDR 1 aus Münster). Da können die verlagern was sie wollen. Und eine Leistungserhöung wird der WDR wg. WDR 1 aus MS auf keinen Fall zulassen. (Meine Meinung).


Die 107,9 war so eine überlegung von mir. Wie ich darauf komme liegt daran,habe eine NRW Landkarte . Auf dieser Karte habe ich alle aktiven Freuenzen mit ERP,Azimut der Strahlungsrichtung (durch ein Pfeil in Strahlungsrichtung oder z.B.auch Antennenrichtung)
eingetragen bzw aufgeklebt. Auch andere Bundesländer und aus dem Ausland (Norditalien,Südtirol,Schweiz,NL,BEL,Balearen,Kanarische Inseln) habe ich so eine QRG übersicht erstellt.

Auch ich glaube nicht mehr an der neuen Privatfunkkette in NRW. Wenn es käme wär es ein Wunder :D


von DJ Taifun - am 05.12.2004 20:38
-Ole- hat es treffend beantwortet.

Der WDR-Anteil an Radio NRW ist ein sozialdemokratisches Kuriosum. Bekanntlichen war die SPD dem Privatfunk gegenüber sehr viel kritischer eingestellt als die Konservativen und Liberalen. Dies führte dazu, dass die entsprechenden Landesregierungen zwar zähneknirschend privaten Rundfunk zulassen musste (nach dem einschlägigen Urteil des BVG aus dem Jahre 1984), auf der anderen Seite alle möglichen Beschränkungen und Vorgaben einbaute. Im Saarland ist der SR ja auch an Radio Salü beteiligt.

Im Endeffekt hat sich die inhaltliche Diskussion angesichts der heutigen Programme fast wieder erledigt, weil sich jegliches qualitatives Niveau erledigt hat. Gerade in NRW aber kommt das noch zum Tragen: Denn obwohl Eins Live gewiss nicht das Gelbe vom Ei ist, weist es, verglichen mit anderen Programmen für diese Zielgruppe, an objektiv messbaren Qualitätsmerkmalen einen Vorsprung aus. Dies lässt sich in der Qualität der Wortbeiträge festmachen, die realtiv größere Rotation und die Spezialsendungen am Abend unterscheiden das Programm ebenfalls von privaten Konkurrenten.

Der WDR hat aber direkt oder indirekt zugegeben (ich glaube es war sogar der Eins Live Porgrammdirektor in der "WDR print"), dass sich dieses Niveau nur durch die Absenz kommerzieller Konkurrenz halten lasse. Würde es also einen "Idiotenfunk" à la bigFM auch in NRW geben, müsste sich Eins Live anpassen oder aber damit leben, dass die meisten Hörer zu dem neuen Angebot abwandern.

Damit ist das Dilemma der sozialdemokratischen Medienpolitik schon beschrieben: Reguliert man den Markt zu stark, produziert man allenfalls Mittelmaß (--> z. B. Eins Live). Liberalisiert man ihn, bekommt man zwar niveauvolle, aber elitäre Nischen, die Masse aber verblödet bei den kommerziellen Dummfunkern (--> z. B. bigFM).

Gesellschaftlich eine Katastrofe, weil eine Generation von Pisa-Opfern gerade mal alfabetisiert genug ist per Handy einen neuen Klingelton zu bestellen, darüber hianus sich aber nicht mehr für die essenziellen Belange des Lebens wie Freiheit und Selbstbestimmung interessiert. Letztendlich erhält man so eine tumbe, steuerbare Masse, die brav macht was man ihr sagt.

Das Ergebnis einer solchen Entwicklung können wir gerade in den USA beobachten, wo genau die Regierung, welche massiv Bürger- und Feheitsrechte eingeschränkt hat und zudem für zahllose Tode und Folter verantwortlich ist, weidergewählt wird. Dies war nur möglich, weil eine Mehrheit des amerikanischen Volkes der Angstmache (Terrorismus!) sowie die Abspeisung mit leeren Worthülsen (Patriotismus! Christliche Werte!) intellektuell nichts mehr entgegenzusetzen haben.

Beobachtet man die jüngsten Avancen der CDU in diese Richtung, erkennt man erstaunliuche parallelen zu der Strategie von Bush. Nicht mehr politische Inhalte spielen eine Rolle, sondern die Beherrschung der Massen durch Ängste (Ausländer müssen sich integrieren!) und leere Parolen (Zurück zu Nation und Christentum!). Angesichts der Tatsache, dass auch in Deutschland offenbar schon viele ihr Gehirn an der Garderobe abgegeben haben (schließlich HAT bigFM ja Hörer, und auch bei Neun Live rufen viele Leute an).

Daher stellt sich die Frage, inwieweit eine kommerzielle, zweite Privatfunkette diese Entwicklung beschleunigen könte; bzw. ob eine Verhinderung derselben diese aufhalten könnte. Man erkennt nun leicht, wie absurd es ist, eine konkrete politische Entscheidung an der gesellschaftlichen Zielsetzung einer Partei oder Landesregierung festzumachen.

Aus diesem Grund lässt sich jetzt schon vorhersagen, dass sich auch eine rot-grüne Landesregierung wahrscheinlich unter dem wirtschaftlichen Druck der Verleger (zu denen man als politische Partei sowieso ein gutes Verhältnis pflegen muss) für eine zweite, landesweite Kette aussprechen würde.



von Alqaszar - am 06.12.2004 14:04
Zitat

Denn obwohl Eins Live gewiss nicht das Gelbe vom Ei ist, weist es, verglichen mit anderen Programmen für diese Zielgruppe, an objektiv messbaren Qualitätsmerkmalen einen Vorsprung aus


Welche Zielgruppe meinst du? Ein Jugendsender im herrkömmlichen Sinne ist Einslive sicherlich nicht mehr. Dafür ist die Musikauswahl schon zu sehr auf eine ältere Zielgruppe ausgerichtet. Jugendliche spricht man mit dem Programm nicht mehr an. Und was sollen die messbaren Qaulitätsmerkmale sein? Wenn du dir das Prgramm anhörst, wirst du feststellen, dass der Unterschied zu den Privaten nur minimal ist.

Der Grossteil des Programms besteht doch aus Gewinnspielen, Comedy, Promi-Tratsch und Veranstaltungshinweisen. Einzig die Nachrichten sind vielleicht noch etwas ausführlicher als bei anderen Stationen, aber ansonsten sehe ich Quälitätsmerkmale nicht.

Zitat

Beobachtet man die jüngsten Avancen der CDU in diese Richtung, erkennt man erstaunliuche parallelen zu der Strategie von Bush.


Was soll das denn heissen? Mit anderen Worten, die Einwohner aller CDU-Länder sind im Durchschnitt blöder, oder was? Wie kann man nur Bush mit der CDU vergleichen. Bush ist eine Einzelperson, die CDU aber eine Partei.


Zitat

Angesichts der Tatsache, dass auch in Deutschland offenbar schon viele ihr Gehirn an der Garderobe abgegeben haben (schließlich HAT bigFM ja Hörer, und auch bei Neun Live rufen viele Leute an).


Zugeben diese Sender heben das Bildingsniveau nicht gerade. Aber warum soll man die Leute dafür verurteilen, wenn sie sich sowas ansehen? Jeder kann sich das anschauen/anhören was er mag. So ist das nunmal in der Demokratie. Es spielen ja auch Millionen Leute Lotto, obwohl vom rein rationalen Gesichtspunkt, dass auch Geld- und Zeitverschwendung ist.

von zerobase now - am 06.12.2004 14:22
Richtig, das Programm ist ingesamt kommerzieller geworden. Man hat sich in der Musikauswahl -zumindest in der Prime-Time- sehr der privaten Konkurrenz angenähert.

Wenn du z.B. morgens oder nachmittags reinhörst, fast nur Weichspül-Soft-Pop.

Zitat

und dass die Eins Live-Nachrichten länger und ausführlicher als andere sind, wage ich zu bezweifeln...


Im Verglich zu anderen Privaten (z.B. BigFm oder Radio NRW).

von zerobase now - am 06.12.2004 14:36
@ Alaszar
Zitat

Gesellschaftlich eine Katastrofe, weil eine Generation von Pisa-Opfern gerade mal alfabetisiert genug ist per Handy einen neuen Klingelton zu bestellen, darüber hianus sich aber nicht mehr für die essenziellen Belange des Lebens wie Freiheit und Selbstbestimmung interessiert. Letztendlich erhält man so eine tumbe, steuerbare Masse, die brav macht was man ihr sagt.


Bei der geringen Bedeutung die das Radio gerade bei den Kids heutzutage spielt, halte ich einen Vergleich Pisa zu dem vorherrschenden Radioangebot eher für zweifelhaft.
Natürlich ist die Gesellschaft, wozu auch bekanntlich die Medien zählen, für Pisa 1+2 mit verantwortlich, aber dass die Kids in NRW dümmer wären, wenn sie noch zusätzlich was wie BigFM hätten, glaube ich nicht. In anderen Bundesländern gibt es auch andere (zusätzliche Sender, um nicht "Auswahl" zu sagen) und da sind die Schüler nicht immer schlechter als zwischen Rhein und Weser.

Zitat

Der WDR hat aber direkt oder indirekt zugegeben (ich glaube es war sogar der Eins Live Porgrammdirektor in der "WDR print"), dass sich dieses Niveau nur durch die Absenz kommerzieller Konkurrenz halten lasse. Würde es also einen "Idiotenfunk" à la bigFM auch in NRW geben, müsste sich Eins Live anpassen oder aber damit leben, dass die meisten Hörer zu dem neuen Angebot abwandern.


Interessantes Zitat. Damit zeigt sich, dass der WDR nur aufgrund der Regulierung und der Verhinderung einer "richtigen" Konkurrenz es sich leisten kann -böse gesagt- am Interesse der Zielgruppe zumindest teilweise vorbeisenden zu können. Was wohl auch für die "WDR-Konkurrenz" radio nrw gilt.

von Schwabinger - am 06.12.2004 18:57
@ Schwabinger
Zitat

In anderen Bundesländern gibt es auch andere (zusätzliche Sender, um nicht "Auswahl" zu sagen) und da sind die Schüler nicht immer schlechter als zwischen Rhein und Weser


Richtig. Da einen Zusammenhang zwischen Medienangeboten und Bildingsniveau zu ziehen, halte ich für ziemlich absurd.

von zerobase now - am 07.12.2004 07:39
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.