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Warum erlischt Secam in mehr und mehr Ostblockstaaten zugunsten von PAL?

Startbeitrag von Mathias Volta am 19.12.2004 04:46



Hi !

Seit einigen Tagen beschäftigt mich die Frage, warum die sich im Grunde genommen technisch bewährte Secam-Norm in einigen Ostblockstaaten zugunsten von PAL im TV nicht mehr angewendet wird.

Ausschlaggebend für meine Gedanken und die Frage war der Hinweis auf www.taschenfernseher.de wo folgendes geschrieben steht:

"...die NTSC-Norm ("Never Twice the Same Color") eingeführt. Das Verfahren PAL wurde 1966/67 von den meisten westeuropäischen Ländern übernommen, während Frankreich und die Ostblockstaaten an SECAM festhielten. Inzwischen bröckelt die SECAM-Front im Osten, dort wechseln immer mehr Staaten zu PAL."

Nach meinen Informationen sind bisher Polen und Tschechien (auch Estland?) von Secam zu PAL übergewechselt.

In einem Technikhandbuch aus DDR-Zeiten steht zu den technischen Unterschieden / Vor- und Nachteilen beider Systeme folgendes:

"...Für das in der DDR einzuführende Farbfersehen (03.Oktober 1969) standen somit mindestens zwei ausgereifte Farbfernsehsysteme zur Diskussion. Gravierende Qualitätsunterschiede bestanden zwischen SECAM- und PAL-Farbbild bei den inzwischen höchstentwickelten Varianten SECAM III b und Standart-PAL zu dieser Zeit nicht mehr. Alle Farbfernsehsysteme sind ohnehin Kompromißlösungen, die ihre Schwächen und Stärken nur an jeweils anderen Stellen zeigen. Bei Secam sind zum Beispiel einige Nachteile bei der studiotechnischen Verarbeitung ihrer Programme zu bewältigen (so bei der Bildmischung), PAL dagegen erfordert einen etwas höheren Aufwand bei der Sende- und Empfangstechnik. Die DDR hat sich unter ihren gegebenen technisch-ökonomischen Bedingungen für das SECAM-Verfahren entschieden, wie übrigens schon vorher die UdSSR und die meisten sozialistischen Staaten auch danach (z.B. Bulgarien, die CSSR und Polen).
Schließlich ist der Programmaustasch in Farbe zwischen den befreundeten Staaten ein bedenkenswertes Kriterium für ein einheitlich einzuführendes Farbfernsehverfahren. [...]
[...] Man kann zwar das Signal aus einem Farbfernsehverfahren jederzeit in ein anderes "umarbeiten" (transkodieren) - sogar bei unterschiedlichen Zeilennormen (z.B. aus den USA mit 525 Zeilen) -, aber das ist fast immer mit einem Qualitätsverlust verbunden."

(Im weiteren Verlauf wird über die uns bekannten Unterschiede zwischen Secam und PAL eingegangen.)

Quelle:
Peter Leue: Hören und Sehen leicht verstehen - 1000 Tips zu Bild und Ton
transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin
1.Auflage 1988

Tja, einige Interessante technische Aspekte und Ahnhaltspunkte, die meine Frage jedoch nicht wirklich beantworten können:

Ist der Wechsel von Secam auf PAL bei den oben beschriebenen ökonomischen Verhältnissen im Hinblick auf die heutige Zeit nach der Wende sinnvoll gewesen, was schlicht und einfach den Programmaustasch zwischen den Fernsehstationen und den heutigen marktwirtschaftlichen Interessen angeht?

Im Gegensatz zum im Vergleich zu PAL und Secam noch nicht wirklich ausgereiften NTSC (selbst das DDR-Handbuch erwähnt die uns bekannte Abkürzung "Never The Same Color" :D ) sind Secam und PAL technisch verbessert und jedes System zeigt jedoch seine Defizite wie im Text oben erwähnt an anderen Stellen.
Bei Secam z.B. bei schwächerem Farbempfang u.a. das hier im Forum schon mehrfach beschriebene "Secamfeuer" im Bild.

Was für Gründe könnten neben den politisch-marktwirtschaftlichen naheligen, daß die Secam-Norm in Tschechien und Polen zugunsten unserer PAL-Norm erloschen ist und generell weitere Ostblockstaaten mitziehen könnten?

(Achtung:
Meine damit komplett das analoge TV und nicht bevorstehende Zündungen von DVB-T !
Zumal einige Ostblockstaaten und vor allem die GUS-Staaten ohnehin sicher noch eine Weile am analogen TV festhalten werden.
Es sei denn, daß technische Aspekte und Interessen der betreffenden TV-Stationen studiotechnisch, sowie der digitalen Übertragung eventuell eine Rolle spielen könnten.)

Grüße,
Matze

Antworten:

@robiH:

Danke für die schnelle Information !

Die Russen sind sicher keineswegs ohne, was die digitale Entwicklung auf dem TV-Sektor angeht.

Nur was ist mit den SECAM-Endgeräten, die heute noch in dortigen zahlreichen Wohstuben stehen?

Auch wenn die Flachbild-TV Brachche (mit Multinorm-Fähigkeit !) bei uns in D jetzt kurz vor Weihnachten boomt - Gedanken mache ich mir, was die Konsumenten in der dortigen Provinz mit entsprechend geringeren finanziellen Mitteln (ohne zu unterstellen, daß "hinter dem Mond gelebt wird" - gerade in bei uns leistet den neuen Bundesländern so mancher RFT-Kasten noch gute Dienste !) angeht - wie weit haben sich SONY und Co. dort schon durchgesetzt?

Auf den Verbraucher kommt es ja auch an, der auf gut deutsch gesagt die Kiste einschaltet und konsumiert.

Grüße,
Matze



von Mathias Volta - am 19.12.2004 06:01
ich erinnere mich noch ganz gut, wie man bei RTNC (Demokratische Republik Kongo) von Secam auf PAL wechselte. Die haben für die Produktion von Nachrichten und so, also Livesendungen meist zwei Kameras genutzt. Die linke lief (z.B.:) in Secam, die rechte in PAL. Je nachdem, welche Kamera von der Regie ausgewählt wurde, wurde mal PAL, mal Secam ausgestrahlt. Der Farbsystemwechsel war demnach rund alle 30 Sekunden !!!
Ich hab noch Videoaufzeichnungen von damals, die belegen, dass man über etwa ein Jahr, egal, welchen Farbfernseher man noch oder schon hatte, immer nur die halbe Sendung in Farbe sehen konnte.
Inzwischen sendet man auch auf RTNC nuir noch in PAL.

Die gepostete Karte stimmt übrigens auch nicht mehr.

von delfi - am 19.12.2004 07:04
Das mit der Aktualität der obigen Karte wurde schon angesprochen, es sei aber trotzdem noch erwähnt, daß seit geraumer zeit (mindestens 10 Jahre) Tschechien und Ungarn auch in PAL senden.

Mit der Umstellung der Farbfernsehnormen wollte man wohl auch zeigen, daß man sich jetzt gen Westen orientiert. --> Système Exclusif Contre AMérique

Die neuen EU-Mitgliedstaaten aus dem ehemaligen Ostblock beginnen auch damit, von der Norm D/K auf B/G umzustellen. Das hat z.B. Ungarn 1999 getan. Dortige reine SECAM-Empfänger werden dann nicht nur die Farbe sondern auch den Ton "verlieren".

Es stellt sich auch die Frage, bis wann reine SECAM-Empfänger überhaupt gebaut wurden. Zumindest RFT war ein Hauptlieferant für Quelle. Das heißt, daß viele Universum-Geräten vor 1990 von RFT produziert wurden. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die da extra noch einen reine SECAM-Baureihe entwickelt haben - oder doch?

Mit alten Radios der OIRT-Norm dürfte es sich ähnlich verhalten.

von Kay B - am 19.12.2004 09:47
@Kay B

Der Ostblock hat definitiv bis heute NICHT auch B/G umgestellt. Die senden alle anstatt mit Secam D/K mit PAL D/K. Da ich selbst tschechisches Fernsehen über die Dachantenne empfangen kann und nicht alle angeschlossenen TV-Geräte D/K-tauglich sind, weiß ich das ganz genau.

von delfi - am 19.12.2004 12:57
@ delfi

Ungarn hat auf B/G umgestellt.

Die Norm B/G ist wohl die EU-Norm, wenn mir das hier richtig übersetzt wurde:

Zitat

Co. finishes the switch to EU sound norms according to by-law KHVM 43/1998. (XII. 23.)


Quelle: http://www.ahrt.hu/en/aboutus/press_releases_5C084B710E674B83A190E92FF2C499A2.php


Der Link stammt übrigens von Analog-Freak aus diesem, themenverwandten Beitrag:

http://forum.myphorum.de/read.php?f=8773&i=145903&t=145638&;




von Kay B - am 19.12.2004 13:10
Dann sind z. B. Frankreich und Großbritannien nicht in der EU, wenn das EU-Norm sein sollte.

von WellenJäger - am 19.12.2004 14:45
@all:

Danke für die vielen Infos !

@delfi:

Wenn ich deinen Text richtig verstanden habe, brachte man in der Demokratischen Republik Kongo entweder einen Multinorm Secam- und PAL-fähigen Ferneseher, um RTNC komplett in Farbe zu genießen oder man hatte ein ordentliches Problem, was den Systemwechsel alle 30 Sekunden angeht.

Wäre ich Kongoianer, der zwar ein Secam-Frabfernseher besäße und mir nicht so schnell einen PAL-Tuner leisten könnte, hätte ich in diesem einem Jahr dann wohl eher die Farbe komplett rausgedreht, um keine Meise zu bekommen. :eek:

Sinnvoller wäre doch hier eher, die Sendungen KOMPLETT in Secam oder PAL zu zünden, um in diesem einen Jahr dann behutsam nach und nach die Secam-Sendungen zugunsten von PAL einzustellen.

Kannst Du ein Teil des Videos mal ins Netz stellen?

Grüße,
Matze



von Mathias Volta - am 19.12.2004 15:01
@ WellenJäger

Zitat

Dann sind z. B. Frankreich und Großbritannien nicht in der EU, wenn das EU-Norm sein sollte.


Schon klar. Ich denke mal, daß das eine Richtlinie ist um in der EU ein einheitliches Fernsehsystem aufzubauen. Auch, wenn sich die Frage stellt, ob das bei der anstehenden Digitalisierung noch Sinn macht. Und da diese Länder das Bestreben haben, in die EU möglichst gut eingebunden zu werden, macht man das wahrscheinlich vorbildlicherweise.

In wie weit das den dortigen Zuschauern zugute kommt, weiß ich allderings nicht. Der Hauptnachteil ist - wie oben schon erwähnt - die Inkompatibilität zu alten Fernsehern.

Bei der Umstellung auf PAL erreicht man aber sicherlich jetzt auch weniger gut versorgte Gebiete, die bisher aufgrund schwacher Signalpegel ohne Farbe auskommen mußten. Bei leichtem Grieseln im Bild besteht das Bild bei SECAM nur noch aus Farbmatsch während PAL noch bei stark verrauschten Bildern sehr stabile Farben auf den Bildschirm bringt.

Zudem haben wohl Wissenschaftler aus dem ehemaligen Ostblock schon damals zur Einführung des Farbfernsehens PAL bevorzugt:

Zitat

PAL statt SECAM?

PRAG, 26. (dpa) - Das Prager Institut für Rundfunk- und Fernsehforschung gibt in einem Bericht in der Zeitschrift "Zemedelske Noviny" bekannt, es sei für die Enführung des deutschen PAL-Farbfernsehsystems und nicht für das französische SECAM-Verfahren, das von der Sowjetunion und den anderen Ostblockländern übernommen wurde. Das PAL-System sei aus wirtschaftlichen und technischen Gründen überlegen und im Gegensatz zum SECAM-Verfahren weiter entwicklungsfähig. Die Einführung des SECAM-Verfahrens bedeutete, auf eine künftige Entwicklung zu verzichten. Prag habe sich in der Vergangenheit nur aus plitischen Gründen für das SECAM-Verfahren eingesetzt, doch seien die tschechischen Fachleute von Anfang an der Meinung gewesen, beim PAL-System handle es sich um ein verfeinertes Verfahren.


Quelle: Walter Bruch, Heide Riedel: PAL-Das Farbfernsehen; Deutsches Rundfunk Museum e.V. Berlin; August 1987; Seite 89
Der Beitrag an sich stammt vom 27.05.1968


von Kay B - am 19.12.2004 15:34
Ich frage ich mich warum die Amis ihr störanfälliges NTSC-System nicht umstellen auf PAL M.
Scheinbar haben die sich gewöhnt an "Fehlfarben".

von Andreas66 - am 19.12.2004 22:45
@Andreas66:

NTSC hat inzwischen auch eine abwärtskompatible Verbesserung erfahren, sodass die Farbverschiebungen auch nicht mehr so stark sind. Das System nennt sich Vertical-Interval-Reference (VIR) und nutzt einfach ein paar definierte Referenzfarben in der Austastlücke. Nicht perfekt, tut wohl aber so lala. Und ausserdem: Ein europäisches Verfahren einzuführen wäre ja der Untergang, aus demselben Grund ist ja auch keiner der digitalen Standards kompatibel zum Rest der Welt ;-)

Georg

von Georg Acher - am 20.12.2004 00:20
robiH schrieb:

Zitat

Die gepostete Karte stimmt übrigens auch nicht mehr. Stimmt. Die hier ist aktueller:
http://www.atscforum.org/DTV_WorldMap.pdf
Toll, dort gibt es (Stand Juli 2004) noch YU, die CSSR und die DDR ...



von andimik - am 20.12.2004 09:26
@Georg Acher

Habe hier im Forum wieder mal was dazu gelernt.
Danke!

von Andreas66 - am 20.12.2004 13:19
@ Georg Acher

Haben da die heutigen NTSC-Fernseher trotzdem noch den HUE-Regler dran, um den Farbton nachzustimmen oder konnte man auf diesen durch diese zusätzliche Fehlerkorrektur verzichten?

von Kay B - am 20.12.2004 13:30
Aus der Praxis des Fernsehens in den USA kann ich sage, dass mir dort weder die geringere Zeilenzahl, noch irgendwelche Farbverschiebungen je störend aufgefallen sind. Und ich habe extra darauf geachtet.

von Wasat - am 20.12.2004 17:57
@ Wasat: stimmt! So ging's mir auch. Trotz der bescheidenen Qualität mancher Hausverteilanlagen sind mir nie die typischen NTSC-Farbverschiebungen aufgefallen. Das System ist keineswegs so schlecht wie sein Ruf. Die meisten deutschen DVB-Bilder sehen wesentlich schlechter aus als ein sauberes NTSC-Signal!

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 20.12.2004 18:37
Probiert doch einfach mal die unterschiedlichen Farbfernsehsysteme selbst aus.

An ein PAL-Signal zu gelangen ist hierzulande nicht das Problem.

Ein NTSC-Signal erhält man in der Regel von (fast) jedem DVD-Player oder vom DVB-Receiver.

Als SECAM-Quelle können ebenfalls einige DVB-Receiver dienen. Falls nicht vorhanden, kann man mit einem analogen Sat-Receiver mit 22-kHz-Schaltsignal und 'nem Universal LNB oder einfach nur einem alten Kopernikus-LNB die fränzösischen Programme von 5° West empfangen.


Meinen Erfahrungen nach kippt bei PAL die Farbe wirklich erst, wenn man mit dem Luminanz-Signal auch nicht mehr wirklich was anfangen kann.

Bei NTSC ist's genau so. Nur habe ich hier den Eindruck, daß mit sinkendem Signalpegel die Farbsättigung etwas abnimmt.

Ein SECAM-encodiertes TV-Signal verliert die brauchbare Farbe wirklich schon, wenn das Luminanzsignal etwas Grieß aufweißt. Mit "brauchbar" meine ich, daß die Farben möglichst originalgetreu wieder gegeben werden. Bei mittelmäßigem Signaleinbruch sieht man da nämlich nur noch Farbmatsch.


Soweit wie ich weiß, waren die Farbverschiebungen bei NTSC wirklich nur in der Anfangszeit des Farbfernsehens ein wirkliches Problem.

von Kay B - am 20.12.2004 20:41
Also daß Secam Pal unterlegen ist und nur aus politischen Gründen im Ostblock benutzt wurde, ist lange klar. Ein DDR-Buch durfte das natürlich niemals sagen und ist insofern nicht die geeignete Referenz ;) PAL wurde aber halt als letztes System entwickelt und wer schon eins der anderen hatte, hat das natürlich nicht umgestellt. Dafür hatten die USA halt Farbfernsehen ab 1953 und wir ab 1968. Heute könnte sich keiner mehr 15 Jahre Wartezeit für eine neue Technologie vorstellen...

NTSC ist heute insofern kein solches Problem, als die USA mittlerweile in den Städten mit Kabel arbeiten und auf dem Land mit Satellit - Antennenempfang hat dort kaum mehr wer, da gibts nur PBS und die drei großen Networks. Und insofern entfallen die typischen Farbfehler.

Angenehm am US-Bild sind die 60 Hz - die Kiste flimmert weniger als bei uns. Deshalb läuft sie dann aber auch den ganzen Tag :(

Die 100 Zeilen weniger fallen wiederum kaum auf, weil die Kabelanlagen grottenschlechte Signale liefern. Zwar keine NTSC-Farbfehler, aber Geisterbilder, Schneetreiben...man meint, es mit DX zu tun zu haben...kein Wunder, daß die HDTV wolle´n...

von Der kleine Pirat - am 21.12.2004 18:22
@Kay B,@ delfi:

1.) Estland hat um 2000 herum nicht nur von SECAM auf PAL, sondern auch auf B/G umgestellt. Auf einer Aurora-Es am 6. November(!) 2000 konnte ich kurzfristig Eesti Television (um 21.45 lief dort eine Sendung namens "Telegeen") auf R-02 mit Farbe und Ton empfangen. Weiteres ist dort irgendwo auf www.rhm.ee angegeben.

2.) Die Slowakei hat tatsächlich die Umstellung auf B/G fast abgeschlossen, auf der TV Liste http://www.vysielace.sk/tvlist.php findet man in der Spalte "Zvuk" (Ton) fast nur noch "5,5 Mhz / ..", die wenigen "6,5 Mhz" fallen regelrecht auf. Inweiweit die Füllsender umgestellt sind, ist dort aber nicht angegeben. Ich vermute, das hängt vom jeweiligen Muttersender ab.

von Analog-Freak - am 21.12.2004 19:04
Zitat

USA ... Kabelanlagen grottenschlechte Signale liefern. Zwar keine NTSC-Farbfehler, aber Geisterbilder, Schneetreiben...

In jenem einfachen Motel in der tiefsten Provinz, in dem ich zwecks beruflicher Tätigkeit öfters logiere, gibt es ein örtliches Kabelnetz mit immerhin 86 Programmen. Die regionalen Network-Stationen werden aber ganz offensichtlich via Antenne empfangen und eingespeist, was man bei einigen Stationen in geringfügig schlechterer Bildqualität sieht. Insgesamt habe ich aber dort eine hervorragende Bildqualität, und das auf TV-Geräten mit Riesenbildschirm.

von Wasat - am 21.12.2004 22:14
(Andreas66)
"Ich frage ich mich warum die Amis ihr störanfälliges NTSC-System nicht umstellen auf PAL M.
Scheinbar haben die sich gewöhnt an "Fehlfarben"."

(Wasat)
"Aus der Praxis des Fernsehens in den USA kann ich sage, dass mir dort weder die geringere Zeilenzahl, noch irgendwelche Farbverschiebungen je störend aufgefallen sind. Und ich habe extra darauf geachtet."

@Kay B: / all:

"Haben da die heutigen NTSC-Fernseher trotzdem noch den HUE-Regler dran, um den Farbton nachzustimmen oder konnte man auf diesen durch diese zusätzliche Fehlerkorrektur verzichten?"

==>
Der Thread tendiert zwar nun Richtung NTSC, aber über dieses System macht's auch immer wieder Spaß zu schnacken ! :cool:

Als ich im März eine Woche in Mexiko war, kam ich natürlich in den Genuß analoger terristischer NTSC-Zündungen !

Aus Zeitgründen konnte ich, was unser Hobby angeht, leider nicht viel herausfinden, aber trotzdem bleibt einiges unvergeßlich, wie ich in meinem Mexiko-Thead schon gepostet habe:

So auch das nette Fernsehgerät in dem Hotel in der ersten Nacht vor meinem Weiterflug von Mexiko-Stadt nach Cuiacan, wie wir es hierzulande aus vielen Roadmovies kennen:

Das recht moderne Farbfernsehgerät aus wohl mexikanischer Produktion(?) - Bj. ca. Ende der 80er Jahre hatte nur ein VHF-Empfangsteil !
=> mexikanische TV-Stationen bevorzugen trotz vorhandenen UHF weitestgehend VHF !
Vergleichen könnte man dieses Gerät wohl mit den uns aus vielen Roadmovies bekannten TVs aus irgendwelchen Highway-Motels. :-) mit (normalerweise zwei) klobigen Kanalwahlschaltern oben rechts neben dem recht kantigen Bildschirm.
Das Gerät hatte entsprechend nur diesen einen klobigen Drehkonpf...

Nach dem HUE-Regler habe ich an diesem Gerät vergebens gesucht - allerdings war er auch nicht wirklich notwendig...!
Die ca. acht bis neun in Mexiko-Stadt auf VHF empfangbaren TV-Sender mußte man mit diesem Gerät ähnlich wie ein alaloges UKW-Radio mit diesem Drehknopf fein abstimmen.

Interessant hierbei war folgendes:
Auch wenn wir hier in kindlichen Begriffen wie "Gummibärchen"-ähnlichen Farbverschiebungen reden - von ungefähr kommt es nicht:
Als ich das Gerät morgens um zwei ausprobierte, liefen weitestgehend Talkschows oder Werbung - man mußte den TV-Sender wirklich penibel(!) einstellen, um z.B. bei der Gesichtsfarbe "schweinchendickrosa" vs. "dunkelorangerot" bei nicht exakt eingestellter Frequenz zu vermeiden und das Ganze dann irgendwie nach persönlichen Farbgeschmack auspegeln.
(Kann allerdings möglicherweise auch am Gerät gelegen haben - bin weder NTSC-Kenner, noch Fernsehtechniker.)
Ansonsten sind mir bei NTSC in Mexiko keine großartigen Farb-Macken - auch bei nicht perfekten terristischen Empfang - aufgefallen.

Die fehlenden 100 Zeilen auf dem modernen Sony-Gerät meines mexikanischen Freundes, bzw. bei in Läden zur Schau gestellten Geräten fallen jedoch meiner Meinung nach nur bei genauerem Hinsehen auf.

Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch ins Jahr 2005 !
Bis Januar !
Euer Matze



von Mathias Volta - am 22.12.2004 05:34
@Kay B:

"Haben da die heutigen NTSC-Fernseher trotzdem noch den HUE-Regler dran, um den Farbton nachzustimmen oder konnte man auf diesen durch diese zusätzliche Fehlerkorrektur verzichten?"

Habe gerade beim Stöbern im Netz auf http://de.wikipedia.org/wiki/NTSC noch etwas interessantes dazu gefunden:

"Fernsehgeräte mit NTSC-Farbteil haben deshalb traditionell gegenüber PAL-Geräten eine zusätzliche Einstellmöglichkeit, den Farbtonregler (engl. "hue control" oder "tint control.
Die meisten neueren Geräte haben allerdings doch Schaltkreise zur automatischen Regelung des Farbtons. Dabei wird vor allem eine Natürlichkeit von Haut- und Gesichtsfarben angestrebt, da Fehler in diesem Bereich am stärksten auffallen. Um dies zu erreichen, werden mit dem Vertical-Interval-Reference-Verfahren (VIR) einige Referenzwerte (schwarz, 50% grau und "hautfarben") in Bildzeile 19 übertragen. Da diese Referenzwerte als normaler Bildinhalt (aber noch unsichtbar im oberen Bildrand) gesendet werden, ist die Kompatibilität zu alten Empfängern gewährleistet."

Unser Robert S. hat mir irgendwann mal glaube ich am Telefon erzählt, daß Du einen NTSC-fähigen Casio Fernseher besitzt...
Was für ein Gerät hast Du genau?
Hat es, wie die meisten Casio-Pockets aus der NTSC - Baureihe einen HUE-Regler?
Konntest Du bei unseren AFN-Sendern bei schlechterem Empfang diese Farbfehler feststellen?
Wenn ja, wie wirkt sich das im Gegensatz zu PAL aus?

Grüße,
Matze



von Mathias Volta - am 13.02.2005 01:20
Mein Sony TV hat so einen Regler, genannt "Farbton" der als Balken im Bildmenü auftaucht, wenn der TV ein NTSC Signal empfängt.
Stellt man diesen Regler ganz nach unten, bekommt alles einen heftigen Grünstich, vorallem die Gesichter, anders herum wird alles rötlich, lila.



von Terranus - am 13.02.2005 01:54
@ Mathias Volta

Zitat

Unser Robert S. hat mir irgendwann mal glaube ich am Telefon erzählt, daß Du einen NTSC-fähigen Casio Fernseher besitzt...
Was für ein Gerät hast Du genau?
Hat es, wie die meisten Casio-Pockets aus der NTSC - Baureihe einen HUE-Regler?
Konntest Du bei unseren AFN-Sendern bei schlechterem Empfang diese Farbfehler feststellen?
Wenn ja, wie wirkt sich das im Gegensatz zu PAL aus?


Ich habe den Casio TV-970B. Das ist ein reiner NTSC-Fernseher für die Norm M. Den benutze ich, um AFN TV zu gucken, wenn ich bei mir hier auf den Gleichberg steige. Die Gleichberge sind quasie zwei sich stark ähnelnde, nebeneinanderstehende Berge zwischen Thüringer Wald, Rhön und Haßberge. Sie sind aber bei weitem nicht so hoch wie die genannten Gebirge. Dazwischen ist alles relativ platt ( Fränkisches Hügelland ) und Richtung Würzburg ist quasieoptisch auch alles frei.

Deshalb geht hier ( auf dem Berg ) AFN TV noch mit der normalen Teleskopantenne vom Casio. Das Bild rauscht und ist in Farbe. Eine HUE-Regler hat das Gerät nicht. Hat mich auch sehr verwundert, daß sowas fehlt. Farbfehler aufgrund des schwachen Pegels konnte ich nicht feststellen. Nur ist die Intensität der Farben nicht so stark, als wenn ich das Signal direkt neben dem Sender mit vollem Pegel empfange. Zumindest habe ich so den Eindruck. Ansonsten läßt sich das Farbsignal nicht von 'nem PAL-Signal unterscheiden.

von Kay B - am 13.02.2005 10:24
Zum Thema Casio Mini-TV:
Soweit ich weiss,ist mein tragbarer Fernseher nur PAL-tauglich.Aber als ich im letzten Jahr (auf dem Schliffkopf?) auch mal einen französischsprachigen Sender einfing,war der "in Farbe".Etwas verblüfft war ich schon.
:confused:



von UM74 - am 13.02.2005 12:52
UM74 schrieb:
Zitat

Soweit ich weiss,ist mein tragbarer Fernseher nur PAL-tauglich.Aber als ich im letzten Jahr (auf dem Schliffkopf?) auch mal einen französischsprachigen Sender einfing,war der "in Farbe".Etwas verblüfft war ich schon. :confused:
Es gibt auch französischsprachige Sender, die in PAL senden, z.B. die aus der französischsprachigen Schweiz!
Wie war denn das Senderlogo bei dem Sender?



von Brubacker - am 13.02.2005 12:56
habe ich da etwas übersehen?

Der Link zur 2. Karte behandelt nur DIGITALES Fernsehen.

"http://www.atscforum.org/DTV_WorldMap.pdf";

Das hat eigentlich nichts mehr mit PAL und SECAM zu tun oder irre ich mich da?

Peter

von drahtlos - am 13.02.2005 16:09
Natürlich nur um digitales. Mit "aktuell" hat er halt digital gemeint. Das war halt ein typischer robiH-Beitrag...

von Brubacker - am 13.02.2005 16:46
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