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Wie kam es, daß manche Staaten keine LW-Sender haben?

Startbeitrag von Obelixx am 21.12.2004 10:14

Wieso haben sich manche Staaten bei der Einführung des Rundfunks Langwellensender zugelegt und andere nicht? Wieso gewann in Frankreich die Langwelle eine große Bedeutung, nicht aber in Italien? (Stimmt es, daß der LW-Sender Caltanissetta erst in den 70er Jahren gezündet wurde? Gab es zu Zeiten Mussolinis einen LW-Sender in Italien?)
Wieso hat Dänemark einen LW-Rundfunksender, nicht aber Belgien oder die Niederlande?

Antworten:

Wie kommt es dass die Banane nicht nur gelb sondern auch noch krumm ist und mit der Zeit ihre Farbe von grün nach gelb zu schwarz wechselt ?

Wieso gewann die Banane in Westdeutschland eine höhere Bedeutung im Nahrungsmittelverbrauch pro Kopf als in der Ostzone zu den Zeiten der DDR ?

Warum wachsen Bananen z.B. in Costa Rica, nicht aber in Belgien oder in den Niederlanden ?






















Ist nicht böse gemeint :)

von Timm Thaler - am 21.12.2004 10:40
@ Timm Thaler

...damit haste den Nagel aufn Kopp getroffen , besser kann man's nich formulieren.
...dumme Fragen ziehen dumme Antworten nach sich...

Frohe Festtage an Alle ..und für 2005 KEINE 'Guten Vorsätze' (ich habse in 40
Jahren nie eingehalten)
ronald aus Leipzig

von ronald niclaus - am 21.12.2004 10:52
Also nix für ungut, aber das ist doch wirklich mal eine interessante Frage. Ich persönlich weiß das nämlich nicht, warum sich die Langwelle gerade in Frankreich so gut durchgesetzt hat (bzw. warum die Franzosen so viele Frequenzen bekommen haben) und warum andere Länder die Langwelle nicht nutzen / nutzen durften. Also macht mal halblang... Und wenn ihr schon so gut Bescheid wißt, dann lasst uns gefälligst auch an eurem Wissen teilhaben...



von Habakukk - am 21.12.2004 11:01
@Andalus Sehe ich ähnlich. Ich finde die Frage auch sehr interessant. Hab mir bisher nur keine Gedanken drüber germacht.



von Sebastian Dohrmann - am 21.12.2004 11:05
Die Langwelle dient halt sehr gut dazu, große Territorien stabil über einen Sender zu versorgen, ohne auf die Nachteile der Kurzwelle angewiesen zu sein. Der größte Nachteil der Langwelle jedoch ist, dass dort nicht so viele Frequenzen zur Verfügung stehen wie auf der Mittel- oder gar Kurzwelle.

Im Grunde ist es aber so, dass die meisten großen Staaten Langwellensender betrieben haben oder heute noch betreiben. Die größten Ausnahmen sind lediglich Italien, Spanien und Jugoslawien. Zumindes für Spanien und Italien waren flächendeckende LW-Versorgungen zumindest einmal vorgesehen, die entsprechenden Koordinierungen tauchen in den Senderlisten auf.

Was kleinere Staaten betrifft, wie etwa Belgien, Niederlande, Ungarn oder Portugal, so benötigt man wegen der geringen Ausdehnung des Territoriums keine Langwellensender, um das Land zu versorgen. Immerhin sind die Kosten für eine Langwellenantenne allein schon wegen der größeren Ausdehnung höher.

Gegenbeispiel ist hier Dänemark, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Ebenso wie der kürzlich installierte Sender in Nordnorwegen mag hier die Versorgung von Schiffen auf dem Meer eine Rolle gespielt haben.

Ungarn hingegen hat sich eine leistungsstarke Frequenz am unteren Ende der Mittelwelle gesichert, also ein Fast-Langwellensender.

Dann haben wir noch die Ausnahme der sog. Peripheren Stationen die Frankreich: Radio Luxembourg, Radio Monte Carlo und Europe 1 senden von außen auf Langwelle nach Frankreich hinein und haben so in Frankreich eine Langwellen-Kultur hervorgebracht, welche sich beispielsweise in Autoradios äußerte, die 4 fest abgestimmte Tasten für France Inter aus Allouis und die peripheren Sender besaßen.

Spanien und Großbritannien haben heute noch ein großes Senderangebot auf Mittelwelle, auch das ist ein kulturelles Phänomen. In den meisten anderen westeuropäischen Ländern hat UKW den typischen AM-Klang längst abgelöst. Im UK sendet eines der meistgehörten Programme, BBC Radio 4, parallel auf UKW und LW. Dennoch musste Altantic 252 aufgeben.

Fazit: Fast jeder, der größere Flächen zu versorgen hat, setzte auf die Langwelle. In einigen Ländern (Frankreich, Spamien) wurde die entsprechende Plaung nicht verwirklich, vermutlich weil sich inzwischen UKW durchsetzte.

Viele Langwellensender sind inzwischen abgeschaltet, was aber logischerweise nur passiert, wenn es keine Hörer mehr gibt (oder, in den 90ern im Ex-Ostblock: Weil man die Stromrechnung nicht mehr bezahlen konnte).

Daher bleibt als abschließende und auf der Hand liegende These: Langwellensender gibt es überall da, wo sie Sinn machen. :-)



von Alqaszar - am 21.12.2004 11:24
Aber es würde ja auch durchaus Sinn machen, einen Auslandsdienst für die Nachbarländer auf Langwelle zu betreiben! Und das ginge ja auch von kleinen Staaten aus!
Im Übrigen scheinen doch nur Schweden, Finnland und Italien ihre Langwelle ganz aufgegeben zu haben, aber alle Sender dieser Länder waren in hohem Maße von Gleichkanalstörungen betroffen!

von Obelixx - am 21.12.2004 11:42
Wer bitte braucht Langwelle?



von andimik - am 21.12.2004 12:24
@Andreas Mikula:

Langwelle brauchen diejenigen Leute, die zum Beispiel im entferntesten Sibirien leben, wo sich weder UKW noch Kurzwelle und Mittelwelle lohnt. Ein 2000kW LW-Sender hat schon ne richtig schöne Reichweite...



von frequenzfreak - am 21.12.2004 13:28
Zitat

Langwelle brauchen diejenigen Leute, die zum Beispiel im entferntesten Sibirien leben,

und diejenigen, die in Deutschland leben und den DLF außerhalb der Funzelgebiete nicht mobil empfangen können.

Auf der Langwelle hat praktisch alles angefangen. Morgen ist ein kleines Jubiläum. Am 22.12. vor 84 Jahren wurde zum erstenmal ein Konzert drahtlos übertragen, und zwar über einen LW-Lichtbogensender in Königswusterhausen. Selbst in 2000 km Entfernung war der Empfang noch gut, gab schließlich noch kein QRM. ;-)

Dieses Ereignis war sozusagen die Initialzündung für die Entwicklung des Radios.
Darauf sollten wir morgen anstoßen. :cheers:

Das Radio hat sich in versch. Ländern durchaus sehr unterschiedlich verbreitet. In Deutschland hatten 1937 bereits 122 von 1000 Einwohnern ein Radio, in Italien waren es aber erst 15.

von drm-dxer - am 21.12.2004 13:49
...kenn ich noch von vor 20 Jahren , da gabs auf LW "RADIO WOLGA" , der kam rein wie der beste Ortssender. da wurden noch die Radioskalen mit den Sendernamen beschriftet.(Beromünster , Daventry...) und heutzutage sind AM-Sender nur noch als Info-Programme interessant.
Musikprogramme haben auf diesen Wellen keine Bedeutung mehr.
anders zu DDR-Zeiten , da waren wir glücklich z.B. Radio Luxemburg einige Stunden am Tag auf
KW oder MW reinzukriegen. da waren Kratzen,Rauschen,Pfeifen und Schwanken nebensächlich.

ronald

von ronald niclaus - am 21.12.2004 13:58
Zitat

"RADIO WOLGA" , der kam rein wie der beste Ortssender

Kein Wunder, das war ja auch einer. Senderstandort. Burg bei Magdeburg.

von drm-dxer - am 21.12.2004 14:07
Jo, Prost auf unsere Funkpioniere, ohne die wir dieses schöne Hobby nicht hätten!
Danke euch, Kumbels! :cheers: :-)



von frequenzfreak - am 21.12.2004 17:04
Andreas Mikula: Wer bitte braucht Slavko Avsenik?
Alle anderen: Die Langwelle eignet sich ob ihrer Übetragungseigenschaften eigentlich sehr gut für die Ganztagesversorgung eines recht grossen Gebietes, für ein grosses Land wie Frankreich war dies die einzigartige Möglichkeit, quasi von aussen durch Privatfunk beschallt zu werden. Aus Deutschland von Europe1, aus Luxemburg von RTL und aus Monte Carlo von RMC. Die Langwelle unterliegt kaum Schwund und bei entsprechender Sendeleistung ist die Bodenwelle gross genug, um so ein Land optimal zu versorgen, lediglich nachts kann es zu Interferenzen durch sich auslöschende Boden-undRaumwelle kommen oder durch weiter entfernte Stationen.
Was ich mich frage: Warum kam die LW in Amerika nie zum ZUge. Gerade für die dortigen Verhältnisse, z.B. Kanada, wäre doch die LW sehr geeignet zur Versorgung äusserst dünnbesiedelter Räume?!
In Deutschland konnte sich die LW mangels interessanter Programme nie durchsetzen. Selbst der DLF war überall auch auf MW zu hören.
Der einzig grosse Nachteil der LW ist, daß es dafür eigentlich eine ganz gehörige Antennenlänge braucht. Die starken Stationen sind aber auch mit einer Ferritantenne bestens zu hören.
In Frankreich ist heute noch jedes Radio, und wenn es nur ein billiger Radiowecker ist, mit einem LW-Teil ausgerüstet. Eher fehlt da die Mittelwelle schon mal.

von PeterSchwarz - am 21.12.2004 18:15
Zitat

Selbst der DLF war überall auch auf MW zu hören.

Das stimmt so nicht ganz. Die Tag/Nacht-Unterschiede sind auf der Mittelwelle wesentlich größer. Das führt insbesondere in der Dämmerung zu Fading und Verzerrungen. Das gilt besonders für die beiden Gleichwellen 549 und 756 kHz.
Wenn du zwischen den Senderstandorten wohnst, hast du keine Freude mit diesen Frequenzen, zumal abends auch noch QRM hinzukommt.
Nach dem Umzug des DLF von Mainflingen nach Heusweiler hat sich der Bodenwellenempfang in Hessen deutlich verschlechtert. Die 1422 geht zwar raumwellenmäßig sehr gut, allerdings mit Fading.

Aus alledem folgt: Die 153 aus Donebach ist die beste Frequenz in der Mitte Deutschlands.

von drm-dxer - am 21.12.2004 18:26
Naja, trotzdem hat sich wohl nur eine kleine Minderheit extra ein Gerät mit LW-Teil zugelegt, um den DLF besser zu hören, auf 153kHz zwar in ganz Deutschland mit ausgezeichnetem Signal, dafür aber in allerbestem Mumpfsound! (vergleicht mal 153 mit anderen AM-Frequenzen des DLF)

von PeterSchwarz - am 21.12.2004 18:33
Bei dieser riesigen Wellenlänge ist die Bandbreite der Sendeantenne begrenzt, das muss man natürlich berücksichtigen. Selbst wenn die Modulation etwas mufflig klingt, ist das abends immer noch besser als die QRM-verseuchten und fadingbelasteten Mittelwellen.

von drm-dxer - am 21.12.2004 18:45
Naaa, an der Frequenz liegts nicht, andere LW-Sender klingen auch besser, selbst Aholming klingt ein Stück besser, den besten LW-Sound liefert wohl RTL auf 234!

von PeterSchwarz - am 21.12.2004 18:47
Zwischen Donebach und Aholming liegen stolze 511 m Wellenlängendifferenz, das ist keine Kleinigkeit.
Unterhalb von Donebach sendet in nur 6 kHz Abstand der Deutsche Wetterdienst. Das ist sicher auch ein Grund, weshalb man sich nicht so komfortabel einrichten kann wie z.B. der hr, der auf der 594 gleich 13 kHz in Beschlag hat. Das klingt, vorausgesetzt man kann diese Bandbreite am Empfänger einstellen, wirklich sehr gut.

von drm-dxer - am 21.12.2004 18:59
Aber es würde ja auch durchaus Sinn machen, einen Auslandsdienst für die Nachbarländer auf Langwelle zu betreiben! Und das ginge ja auch von kleinen Staaten aus!

@ Obelixx:

Hat es auch schon gegeben.
Nach den Zweiten Weltkrieg hat die VoA Sendungen für Deutschland (in deutscher Sprache) über die RTL-Langwelle gesendet.


In Deutschland konnte sich die LW mangels interessanter Programme nie durchsetzen. Selbst der DLF war überall auch auf MW zu hören.

@ PeterSchwarz:

Die beiden anderen entscheidenden Gründe waren der Frequenzmangel nach der Kopenhagener Wellenkonferenz 1948 (nur 1 deutsche LW-QRG -> Deutschlandsender) und die Kulturhoheit der Länder mit ihren Landessendern.

von Manager. - am 21.12.2004 19:33
Zitat

Warum kam die LW in Amerika nie zum Zuge?

In den USA war der Rundfunk von Anfang an kommerziell und auf ein begrenzte Versorgungsgebiete ausgerichtet, während man in Europa Rundfunk als staatliche Aufgabe zur Information der Bevölkerung betrachtete und ganze Staaten und Gebiete darüber hinaus versorgen wollte. Dafür war LW die erste Wahl.
Der LW-Bereich diente allerdings schon damals hauptsächlich der Radiotelegraphie, was in den USA dazu führte, diesen Wellenbereich nicht mit weiteren Diensten zu belegen, zumal die angedachte Reichweite der kommerziellen Sender auf ein jeweils nur kleines Gebiet ausgerichtet war.
In den USA wurden zunächst (1921) nur 2 MW-Frequenzen für Rundfunk ausgewiesen: 833 kHz (= 360 m) für Entertainment-Stationen, 617 kHz (= 486 m) für "Market & Weather"-Stationen. Folglich konnte es in jeder Stadt nur 2 Rundfunksender geben.
Erst als sich der Rundfunk als großer Erfolg herausstellte und immer mehr Interessenten um Lizenzen ansuchte, wurde im März 1923 daher der Bereich 200 bis 600 m (= 500-1500 kHz) für den Rundfunk vorgeschlagen. Im Mai 1923 erfolgte die Festlegung, wonach Rundfunkstationen zwischen 550 und 1350 kHz in einem Kanalraster von 10 kHz senden durften. Die Sendeleistung durfte max. 1 kW betragen. Später wurde ein Leistungslimit auf 50 kW angehoben, das bis heute Gültigkeit hat. Nur kurz in den 30er-Jahren durften einige Stationen mit 500 kW senden. Überhaupt achtet die FCC peinlich genau darauf, dass sich die MW-Sender nicht zu sehr gegenseitig stören. Manche Stationen müssen daher nachts ihre Leistung stark reduzieren oder ihren Sender ganz abschalten. Für das Winterhalbjahr gibt es dann während der Dämmerungsphasen auch verordnete Leistungsreduzierungen.

Zitat

Zumindes für Spanien und Italien waren flächendeckende LW-Versorgungen zumindest einmal vorgesehen ... Welche QRGs?

Siehe http://www.wabweb.net/radio/listen/LWMWeu78.pdf

von Wasat - am 21.12.2004 21:53
Ich höre gelegentlich France Inter via Langwelle im Auto.
Oder auch France Info via Mittelwelle.
Zwar kein Hörgenuss, aber man was anderes.



von Bengelbenny - am 22.12.2004 08:02
@ Peter Schwarz:

OK, dann formuliere ich es neu: Wer bitte braucht in Mitteleuropa im Zeitalter von UKW und Sat-Versorgung noch Langwelle? Kurz oder Mittelwelle lasse ich mir noch einreden.



von andimik - am 22.12.2004 10:23
Gab es nicht bis in die 50er Jahre auch LW-Rundfunk im Bereich zwischen 280kHz und 350kHz? (Zumindest soll doch der Sender Budapest-Lakihegy in diesem Bereich gezündet haben)

von Obelixx - am 22.12.2004 10:27

Fragen über Fragen

Obelixx:

Kannst Du nix anderes als neue Fragen stellen ? Auf das Thema selber gehst Du ja nicht ein und hast auch sonst nix erhellendes beizusteuern als immer neue Fragen...

von Timm Thaler - am 22.12.2004 16:43

Re: Fragen über Fragen

> Gab es nicht bis in die 50er Jahre auch LW-Rundfunk im Bereich zwischen 280kHz und 350kHz?

In der Schweiz gab's das sogar bis 1997. Allerdings nur (Telefon-)kabelgebunden... der legendäre Hochfrequenz-Telefonrundspruch.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 22.12.2004 17:50
Im meinem Autoradio habe ich auch einen LW-Teil, dabei ist mir aufgefallen, daß die 162 kHz (ist das Europe1 aus Felsberg?) zwar mit großer Feldstärke, aber immer stark verzerrt zu empfangen ist. Die anderen Frequenzen gehen einwandfrei, am besten natürlich die 153 des DLF



von Harald P. - am 22.12.2004 20:13
162 ist France Inter aus Allouis, also weiter entfernt als die beiden Sender in Luxemburg und im Saarland. Und vielleicht wird die ja noch von Donebach angekratzt...



von Hagbard Celine - am 22.12.2004 20:21
Zur 153 kHz aus Donebach:
Ich vermute mal , dass der "Mummelsound" dadurch zustande kommt, weil speziell bei diesem Sender die Bandbreite besonders schmal sein muss, da ja auf 147,3 kHz die Wetterdaten übertragen werden.

Übrigens ist in den feuchten tropischen Ländern auch keine LW brauchbar, wegen häufiger und starker atmosphärischer Entladungen (Gewitter usw.).


QTH: Werdau bei Zwickau
Radio Makedonija. Tvoja muzika na 810 kHz!

von Arndt Ackermann - am 22.12.2004 22:02
Verzerrungen sind bei Euope 1 auf 183 kHz an der Tagesordnung. Das ist ganz normal, weil in Felsberg mit starker Richtstrahlung nach Frankreich gearbeitet wird. In Richtung SW gehen ca. 3500 kW raus, Antennengewinn eingerechnet.
Dadurch entstehen auf der Rückseite, also in Richtung Deutschland, die bekannten Verzerrungen.

von drm-dxer - am 22.12.2004 22:15
Zitat

OK, dann formuliere ich es neu: Wer bitte braucht in Mitteleuropa im Zeitalter von UKW und Sat-Versorgung noch Langwelle? Kurz oder Mittelwelle lasse ich mir noch einreden.


Ich.

Und wem die Antwort zu einfach ist:
Der DLF ist momentan schlichtweg mein Lieblingssender. Wenn ich irgendwo bin, wo der DLF keine vernünftige UKW-Versorgung gewährleistet, bin ich froh, auf LW den DLF hören zu können. Denn auf Mittelwelle gibt es durchaus größere Gebiete mit mangelhaften Empfangsfeldstärken.
Ich fand es auch ganz nett, bei Paris den DLF im Auto hören zu können ;-) .
Meist bin ich allerdings dank Grundnetzsender Hornisgrinde auf UKW versorgt - aber das ist eine Ausnahmesituation.
LW-Sender machen also durchaus Sinn. Ein Land - ein Sender, das geht bei Flächenstaaten nur mit Langwelle. Und mit Verlaub, für ein reines Info-Programm braucht man nicht unbedingt landesweite UKW-Ketten mit hunderten Füllsendern. Die Möglichkeit des Sat-Empfangs ist im Auto oder im Hotelzimmer auch sehr sehr theoretisch...

von DH0GHU - am 22.12.2004 22:48
Zitat

Gab es nicht bis in die 50er Jahre auch LW-Rundfunk im Bereich zwischen 280kHz und 350kHz?

In den 30er-jahren wurde dieser Bereich am intensivsten genutzt.
Siehe http://www.92einhalb.de/buergerfunk/sender1939.pdf
Später blieben nur wenige Sender übrig.
Siehe http://www.wabweb.net/radio/listen/LWMWeu54.pdf
Die letzten Sender waren dann bis Anfang der 1980er-Jahre Oulu auf 433 kHz und Archangelsk auf 375 kHz.

Noch ein Nachtrag zur Frage, warum in Nordamerika LW nie für Rundfunk benutzt wurde. Dazu habe ich nämlich etwas Interessantes gefunden.

Bezüglich der Sendeleistung war man in den USA immer sehr restriktiv, um gegenseitige Störungen gering zu halten. 1933 wurde schließlich die Sendeleistung auf MW auf max. 50 kW beschränkt. Wegen der begrenzten Reichweite waren darüber manche Rundfunkbetreiber unzufrieden. Schon 1931 wurde daher ein Konzept in der Fachpresse publiziert, nach dem die gesamten USA mit 7 Sendern zu je 1000 kW im Bereich um 200 kHz mit einem Programm versorgt werden sollten. Das Projekt nannte sich "Direct National Coverage Network".
Die FCC war aber an dieser Planung nicht interessiert, da sie den Zielsetzungen der Rundfunkversorgung in den USA widersprach. Man trachtete nämlich in den USA danach, dass im Interesse der Meinungsvielfalt kein Rundfunkbetreiber besondere technische Vorteile haben sollte. Daher wurde die Sendeleistung - von Versuchen von 1934-38 mit bis zu 1000 kW auf MW abgesehen - stets relativ niedrig gehalten. Zudem durfte jeder Betreiber nur wenige Stationen besitzen. 1943 musste deswegen RCA sogar auf gerichtliche Anordnung eines der beiden Radionetze abgegen. So entstand ABC.

von Wasat - am 22.12.2004 22:54
Gerade wollte ich auch zu der Frage posten, da hat Wasat das schon alles richtig dargelegt.

Allerdings gibt es eine Einschränkung: Man hat in den USA schon Versuche gestartet, auch mit höheren Sendeleistungen zu operieren. In Chicago gibt es nch immer auf 700 kHz den Sender WLW, der eine Zeit lang mit 500 kW senden durfte. Aufgrund der schier endlosen Nachtreichweite mit einem bombastischen Signal und den daraus folgenden Störungen von Stationen auf den benachbarten Frequenzen wurde der Versuch nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

Auch heute noch sind die "geraden" Frequenzen in Mexiko und der Karibik mit sehr leistungsfähigen Sendern besetzt, die weit über die normalerweise zugeteilten Leistungen der Sender in dieser Region hinausgehen.



von Alqaszar - am 23.12.2004 00:23
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