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TV+Radio der Minderheiten in D.

Startbeitrag von DC3 am 08.01.2005 12:31

Hallo zusammen!

Mich würde interessieren wie die TV und Radioversorgung der Minderheiten in Deutschland aussieht.
Ich habe schon von sorbischen Sendungen gehört. Wie sieht es bei den Dänen, Friesen etc. aus?
Gibt es auch lokale TV-Sender?

Antworten:

Dazu fällt mir hier in Nordwestdeutschland nur folgendes ein:
103,3 MHz Funkhaus Europa (Langenberg) RDS: WDR / FUNKHAUS / EUROPA
96,7 MHz Funkhaus Europa (Bremen-Walle) RDS: FHEUROPA
Trotz unterschiedlicher PS ist der Inhalt aber meines Wissens nach identisch.



von LukeDX - am 08.01.2005 12:44
In der Lausitz versorgt der MDR gemeinsam mit dem RBB die sorbichen Gebiete mit zwei UKW Sendern,zum einen auf der 100,4 MDR 1 RADIO SACHSEN mit teilweise sorbichem Programm und der RBB mit der 93,4 INFO RADIO auch mit teilweise sorbichem Programm.

Im MDR Fehrsehn gibt es auch ??? einmal wöchentlich ??? eine Sendung in sorbicher Sprache.
Darunter gibt es auch sorbiche Zeitungen usw.



von Robert S. - am 08.01.2005 16:10
Sendungen in Friesisch:

NDR 1 Welle Nord
"Friesich für alle" innerhalb der Sendung "Von Binnenland und Waterkant" - mittwochs von 20 Uhr bis 21 Uhr

---> http://www1.ndr.de/ndr/ndr_pages_idx/0,2571,SPM1886,00.html


Sendungen in Dänisch:

R.SH
Nachrichten in Dänisch von 17.55 Uhr bis 18.00 Uhr über Regionalfenster "Schleswig" (Flensburg 101,4 und Sylt 102,8)
-> kann man auch über Live-Stream hören, da hier das Flensburger Fenster kommt

In den Gebieten der dänischen Minderheit in SH können auch DR P1 bis 4 und das DR-Fernsehprogramm ohne nennenswerten Aufwand empfangen werden.

Früher gab es abends auch dänische Sendungen im DLF über MW NMS 1269 kHz und UKW FL 103,3 MHz.

von Manager. - am 08.01.2005 18:33
Robert S. schrieb:
Zitat

Im MDR Fehrsehn gibt es auch ??? einmal wöchentlich ??? eine Sendung in sorbicher Sprache. Darunter gibt es auch sorbiche Zeitungen usw.
Ich glaube es gibt sowohl im MDR Fernsehen als auch im rbb Fernsehen eigene Sendungen auf sorbisch. Desweiteren strahlt der MDR auch manchmal (ein mal im Monat?) das Sandmännchen im Zweikanalton auch auf sorbisch aus.

von Brubacker - am 09.01.2005 11:50
Die Sendungen des Funkhauses Europa sind nicht prinzipiell für deutsche Minderheiten (Sorben, Friesen,Dänen usw.) gedacht. Ebenfalls nicht für die in Schleswig-Holstein lebende dänische Minderheit waren die Sendungen des DLF gedacht, das waren Auslandssendungen für Dänemark.
Es gibt gegenwärtig die sorbischen Sendungen aus Cottbus und Bautzen über UKW des MDR und RBB. dazu kommen von diesen beiden Anstalten auch TV-Sendungen (auch via Satellit zu empfangen).
RSH strahlt das bereits erwähnte Nachrichtenprogramm in dänisch aus.
Der NDR sendet kurze Beiträge in friesisch. Weitere Beiträge in friesisch soll es beim OK-Westküste geben.
In Saterländisch sendet seit kurzer Zeit die Ems-Vechte Welle.
Das dürfte es dann aber auch schon gewesen sein. Oder???

von Mecki2 - am 09.01.2005 12:03
Sämtliche Nichtkomerzielle Radiosender quer durch die Republik bringen Sendungen für Minderheiten !



von Ketscher - am 09.01.2005 12:07
@ Mecki2: Dass die Sendungen des DLF in Dänisch als "Auslandssendungen für Dänemark" anzusehen waren, wage ich ernsthaft zu bezweifeln, denn "Auslandsrundfunk" ist Aufgabe der Deutschen Welle und nicht des DLF ( Ausnahme natürlich: für ehemalige DDR).

@ Ketscher: vollkommen richtig. z.B. in Hessen hier http://www.rheinwelle.de.vu im Rahmen des OGR ( Offenen GruppenRadios ) . Gleiches auch bei RaDaR Darmstadt und Radio X Frankfurt / Main usw.

von KlausD - am 09.01.2005 18:51
KlausD schrieb:
Zitat

Das die Sendungen des DLF in Dänisch als "Auslandssendungen für Dänemark" anzusehen waren, wage ich ernsthaft zu bezweifeln, denn "Auslandsrundfunk" ist Aufgabe der Deutschen Welle und nicht des DLF
Hier im Forum gab's aber schon oft Berichte dass im Deutschlandfunk Sendungen in Sprachen der Nachbarstaaten gekommen waren und daher wohl die Überlegung dass diese dänischen Sendungen genau darunter einzuordnen sind.

Zitat

( Ausnahme natürlich: für ehemalige DDR).
Klar, die DDR war ja auch seit jeher kein Ausland.

von Brubacker - am 09.01.2005 19:01
Mecki2 hat Recht.
Das waren Sendungen für Dänemark; u.a. auch ein Deutsch-Sprachkurs. [Das hätte ich gestern besser dazuschreiben sollen].

So um 1993 wechselten alle Fremdsprachen-Programme des DLF zur DW.

von Manager. - am 09.01.2005 19:08
@ Manager. : Okay - vor 1993 !! Damals kann ich dies nicht ausschliessen. Da kapituliere ich dann :D

von KlausD - am 09.01.2005 20:18
Mal ganz dumm gefragt, welche Minderheiten sind in Deutschland anerkannt? Sind es nur Sorben, Friesen, Dänen und Sinti und Roma? Eine Menge ist das nicht.
Und würden die dt. Friesen die Sendungen von Omrop Fryslân verstehen?

Eine interessante Karte zum Thema:

http://www.eurominority.org/version/cartes/map-nations.asp
http://www.eurominority.org/version/cartes/map-native-people-europe.asp

weitere Karten

http://www.eurominority.org/version/de/cartes-etats.asp

von M. Schirmer - am 09.01.2005 21:12
M. Schirmer schrieb:
Zitat

Mal ganz dumm gefragt, welche Minderheiten sind in Deutschland anerkannt? Sind es nur Sorben, Friesen, Dänen und Sinti und Roma?
So spontan fielen mir keine weiteren ein. Ich lasse mich aber auch eines besseren belehren.

Zitat

Eine Menge ist das nicht.
Naja, mehr haben wir halt nicht...

von Brubacker - am 09.01.2005 21:50
@ M.Schirmer:

Andere angestammte Minderheiten gibt es hier ja nicht (mehr).



In diesem Zusammenhang passt folgende Meldung aus dem Dezember:
Die Volksgruppe der Kaschuben (slawischer Stamm mit Siedungsgebiet in ex-Westpreußen = südlich von Gdansk/Danzig) - einst eine Minderheit im Deutschen Reich, jetzt in Polen - hat ja nun ähnlich wie die Friesen in den Niederlanden einen eigenen Radiosender.
Bei Literaturnobelpreisträger Günter Grass, der selbst aus Danzig stammt und eine kaschubische Großmutter hat, haben die Kaschuben häufig eine Rolle in seinen Werken gespielt (u.a. "Die Blechtrommel").


Zu den Friesen:

Gestern waren die Friesen in den Niederlanden das Thema der DLF-Sendung "Gesichter Europas". Auch über den Omrop Fryslân wurde dabei berichtet.

Und würden die dt. Friesen die Sendungen von Omrop Fryslân verstehen?

Und genau diese Frage wurde dort dem Moderator von Omrop Fryslân gestellt. Dieser berichtete, dass er kürzlich einen friesischsprachigen Landtagsabgeordneten aus Nordfriesland zu Gast hatte und die beiden sich nur mit aller Mühe auf Friesisch unterhalten konnten, weil sich das Westfriesische (in den Niederlanden) und das Nordfriesische (in Schleswig-H.) durch die jahrhundertelange Trennung doch ziemlich auseinanderentwickelt hätten.

Friesisch ist eben nicht Friesisch. Selbst in Nordfriesland gibt es Unterschiede zwischen dem Festland und den Inseln (siehe NDR-Link weiter oben).


Das Sorbische in der (protestantischen) brandenburgischen Niederlausitz unterscheidet sich auch vom Sorbischen der (katholischen) niederschlesischen Oberlausitz. Entsprechend sind die rbb-Sendungen in Niedersorbisch und die mdr-Sendungen in Obersorbisch.

von Manager. - am 09.01.2005 21:59
@Manager:
Zitat

In diesem Zusammenhang passt folgende Meldung aus dem Dezember:
Die Volksgruppe der Kaschuben (slawischer Stamm mit Siedungsgebiet in ex-Westpreußen = südlich von Gdansk/Danzig) - einst eine Minderheit im Deutschen Reich, jetzt in Polen - hat ja nun ähnlich wie die Friesen in den Niederlanden einen eigenen Radiosender.


Wenn Du die Meldung unter ukwtv.de gelesen hast, dann freut es mich.


Zitat

Bei Literaturnobelpreisträger Günter Grass, der selbst aus Danzig stammt und eine kaschubische Großmutter hat, haben die Kaschuben häufig eine Rolle in seinen Werken gespielt (u.a. "Die Blechtrommel").


Oskar Metzertath war letztens erneut im Fernsehen. :-(

Zitat

Zu den Friesen:

Gestern waren die Friesen in den Niederlanden das Thema der DLF-Sendung "Gesichter Europas". Auch über den Omrop Fryslân wurde dabei berichtet.


Die Kaschuben haben sich Tipps für ihre Anerkennung und Durchsetzung ihrer Rechte bei den niederländischen Friesen geholt. Vor einigen Tagen erhielten die polnischen Minderheiten weitere Rechte. In Polen gehören 170 Tausend Menschen einer der folgenden Minderheiten an:

- Deutsche (147.094)
- Ukrainer (27.172)
- Weißrussen (47.640)
- Litauer (5639)
- Russen (3244)
- Juden (1055)
- Slowaken (1710)
- Tschechien (386)
- Armenier (262)

Ethnische Minderhieten:
- Kaschuben (52.490)
- Roma (12.731)
- Lemken {Ruthenen} (5850)
- Tataren (447)
- Karaimer (43)

Quelle: Gazeta Wyborcza, Warschau (PL)

Wie ist das eigentlich mit den Bayern? Das ist doch auch eine Minderheit in Deutschland oder? Ich meine Flandern und Wallonen werden auf der oben angegebenen Karte auch als Minderheiten angezeigt.

von M. Schirmer - am 10.01.2005 01:34
@tomfritz: Für mich sind Minderheiten keine Ausländer!
Also ich meine eben Sorben, DÄnen, usw., die schon seit Ewigkeiten in D. leben.

@M.Schirmer: Echt interessante Karten! Danke für den Link! :)

@Manager: Es scheint so, dass sich die "großen Sprachen" nicht so sehr unterscheiden wie die "kleinen Sprachen" untereinander?!

@M.Schirmer: Wobei finde ich bei den Juden die Bezeichnung Minderheit falsch. Das sind doch nur Anhänger einer Religion und nicht ein Volk.
Oder seid ihr anderer Meinung?

Wenn die Bayern eine Minderheit sein sollen, dann sind es auch die Franken, Hessen, Thüringer, Pfälzer, Schwaben,Ripuaren, Moselfranken.... :)


Eigene TV-Sender für die Minderheiten in D. gibt es also nicht. Etwas Vergleichbares wäre zum Beispiel ETB Sat (Basken), S4C (Walisisch), TVCi (Katalanisch), RTL Télé Lux. (Letzebuergisch),...

Ach übrigens: Die Rätoromanen haben Radiosender in ihrer Sprache. TV-sender allerdings nicht - oder?



von DC3 - am 10.01.2005 09:48
@DeCh3:

Zitat

@M.Schirmer: Echt interessante Karten! Danke für den Link!


Leider nicht von mir und von den Räumlichkeiten etwas zu weit geraten. Ich finde sie auch sehr informativ.

Zitat

@M.Schirmer: Wobei finde ich bei den Juden die Bezeichnung Minderheit falsch. Das sind doch nur Anhänger einer Religion und nicht ein Volk.
Oder seid ihr anderer Meinung?


Ich würde da von einem Glauben ausgehen, wie Christian oder Moslems. Aber das sehen die Polen wohl anders. :-(

von M. Schirmer - am 10.01.2005 10:24
> Ach übrigens: Die Rätoromanen haben Radiosender in ihrer Sprache. TV-sender allerdings nicht - oder?

Nein, dafür sind die DRS-Programme zuständig (Deutsche und Rätoromanische Schweiz). In SF1 gibt es z.B. täglich eine viertelstündige Nachrichtensendung in Rumantsch um 18:45.

Radio Rumantsch ist in den rätoromanisch-sprechenden Gebieten über UKW zu empfangen, sowie in den versorgten Regionen der Deutschschweiz via DAB 12C.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 10.01.2005 11:22
@DeCh3:

Diese Minderheiten leben nicht schon "seit Ewigkeiten in 'Deutschland' ".

Im Falle der Dänen hat sich Deutschland erst 1863 das dänische Schleswig einverleibt und die damals jütländisch oder friesisch sprechende Bevölkerung zum Sprachwechsel gebracht.

Die Sorben bevölkerten noch im Mittelalter das Gebiet östlich der Linie Hamburg-Magdeburg-Erfurt-Bamberg und wurden im Verlauf der Jahrhunderte durch gelenkte Einwanderung und kirchlichen, wirtschaftlichen und politischen Druck "eingedeutscht". Im niedersächsischen Wendland (Kreis DAN) starb das Wendisch-Sorbische erst vor ca. 200 Jahren aus. Die dortigen Herrscher verweigerten z.B. sorbischsprachigen Handwerkern die Zunftmitgliedschaft, um sie zum Sprachwechsel zu zwingen.
Die heute übriggebliebenen Sorben sind also die letzten "Standhaften".

Ostfriesland ohne das früher münsterländisch-katholische Saterland, das heute noch Saterfriesisch spricht, wechselte schon früh von Friesisch auf Niederdeutsch un benutzte, wie der Niederrhein oder die Grafschaft Bentheim, bis weit ins 19.Jahrhundert Niederländisch als Schriftsprache. Dem machten die Preußen mit drakonischen Strafen ein Ende.

Ost-und Wesfriesland von der Insel Texel bis kurz vor Cuxhaven bildeten übrigens über Jahrhunderte eine eigene politische Einheit, die "Friesischen Seelande".



von FrankenWalder - am 10.01.2005 11:36
@ M.Schirmer:

Natürlich habe ich deine Meldung über das "Kaschuben-Radio" gelesen.
Und in den Mediennachrichten diverser Sender (DLF, hr info, B5 aktuell, SWR Cont.Ra, ...) wurde auch darüber berichtet.
Finde ich übrigens richtig gut, dass du die UKW-Nachrichten immer mit aktuellen Meldungen aus dem Nachbarland Polen versorgst.

Wie ist das eigentlich mit den Bayern? Das ist doch auch eine Minderheit in Deutschland oder?

Nein, die Bayern [ursprünglich: Baiern] sind einer von meheren deutschen Volksstämmen neben Schwaben, Sachsen, Franken, etc.; sie sind freilich ein Stamm, der sich mehr als die meisten anderen seine Eigenheiten bewahrt hat und im Gegensatz zu den anderen auch auf eine jahrhundertelange territoriale Einheit bauen kann und dadurch eine unverwechselbare weiß-blaue Identität aufzeigen kann.


Eigene TV-Sender für die Minderheiten in D. gibt es also nicht.

@ DeCh3:

Doch, da gibt es doch eine sorbische Sendung im mdr-TV regional für Sachsen.

||EDIT 18:35 -> eigene TV-Sender gibt es nicht; habe ich oben falsch gelesen. Sorry! ||



RTL Télé Lux. (Letzebuergisch)

Letzebuergisch ist ja seit 20 Jahren eine offizielle Staatsprache in L und keine Minderheitensprache. Na ja, noch nicht. Bei z.Z. ca. 40% Ausländern in L befürchten viele angestammte Letzebuerger bald in der sprachlichen Minderheit zu sein.


Zu den Rätoromanen:
Auch hier gibt es ähnlich wie bei den Friesen keine Einheitssprache, sondern Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Es gibt glaube ich sogar 4 (weiß es nicht mehr genau) verschiedene Varianten in Wort und Schrift.
Bevor Radio Rumantsch als eigenes DRS-Programm startete, gab es täglich nur eine Nachrichtensendung ("Novitads") in DRS 2 sowie die eine oder andere Sendung am Wochenende.


@Frankenwälder:
[klugscheiss]
1864
[/klugscheiss] ;-)

von Manager. - am 10.01.2005 12:45
Es ging hier um Minderheiten in Deutschland und nicht um die Nachkommen der ehemaligen Gastarbeiter. Es gibt also außer bei der Ems-Vechte-Welle und dem OK Westküste keine Sendungen für Minderheiten bei deutschen nichtkommerziellen Stationen. Sendungen für Emigranten usw. in türkisch, griechisch, spanisch usw. usw. gibt es dort sehr wohl aber darum ging es hier nicht.

Der Deutschlandfunk hatte 1992 folgende Auslandssendungen : (alle Zeiten UTC)
tschechisch/slowakisch 21:00-22:00 1539 khz
dänisch 19:00-19:30 103,3 Mhz/21:30-22:30 1269 khz
niederländisch 20:00-20:30 1269 khz
englisch 19:15-20:00 1269 khz
französisch 19:00-19:15 1539 khz (Mo-Sa)/20:30-21:00 1539 khz
ungarisch 22:00-22:30 1539 khz
italienisch 22:30-23:00 1539 khz
norwegisch 21:00-21:30 1269 khz
polnisch 19:30-20:30 (Mo-Sa) 1539 / 19:00-20:30 (So) 1539 khz
schwedisch 20:30-21:00 1269 khz
darüberhinaus gab es 15 minütige Sprachkurse Mo-Sa 19:15-19:30 So 19:00-19:15 UTC auf 1269 und Mo-Sa 19:15-19:30 auf 1539 khz

Die Kurzwellensendungen der Deutschen Welle in den obigen Sprachen wurden teilweise mit vom DLF betreut. Ich kann mich da z.B. an Ansagen des polnischen Programmes erinnern wo sinngemäß gesagt wurde "Hier ist der Deutschlandfunk mit einer Sendung in polnisch über die Sender der Deutschen Welle. Zwei Jahre später waren die Fremdsprachensendungen des DLF Bestandteil der Deutschen Welle..


von Mecki2 - am 10.01.2005 18:55
Was die TV-Versorgung der dänischsprechenden Minderheit in Schleswig-Holstein angeht, so fand sich in der Husumer Zeitung vom 05.01.04 folgende Mitteilung:
Der dänische Sender TV2 wird nur noch bis Ende 2005 analog vom Sender Aabenraa
(ca. 20 km nördl. von Flensburg) auf Kanal 27 senden.
Auch das dänische DR 1 auf Kanal 7,auch von Aabenraa/DK, soll nur noch bis Ende 2005 zu sehen sein. Die beiden TV-Progr. sollen künftig im DVB-T-Modus senden.
Wie mir ein Hobbyfreund aus Tönning mitteilte, sind viele Leute dort oben verunsichert, ob sie künftig diese Programme noch sehen können, denn so wie er schreibt, schauen bis Eiderstedt viele Leute DK-Fernsehen .
Kennt jemand hier die näheren Planungen unserer dänischen Nachbarn??



von Heinz Schulz - am 10.01.2005 21:23
@Heinz Schulz:

Die Sendenetzstruktur dürfte stehen. Die steht bereits für ganz Europa.
Ich habe gerade etwas gefunden:

Zitat

Denmark

It has been decided by the parliament that the international co-ordination of 4 DVB-T multiplexes should be initiated. The co-ordination is in progress. Co-ordination of the channels for the first 3 multiplexes is almost finalised.

One of the four DVB-T multiplexes will provide for a regional structure equal to the analogue network used by TV 2/DANMARK.
In general pairs of main stations will form SFNs.
Initially 8k, 64QAM, Code rate 2/3 and a Guard interval of 1/4 will be used providing 4 - 5 programmes in a multiplex.

Test transmissions with two high power stations (e.r.p. 50 kW) working in SFN started in November 1999, an SFN gap-filler (e.r.p. 35 Watt) has been added in September 2000 serving central parts of Copenhagen. Two high power stations started operation in October 2002 in Northern Jutland.

The two national public service broadcasters have received the permission to establish a transmitter network for the first multiplex, which they will share.


Quelle: http://www.digitag.org/dttmaps/countries/CEPT.html



von M. Schirmer - am 10.01.2005 22:49
http://www.dr.dk meint zum Thema DVB-T folgendes:

DTT sendenet

Sender - Kanal - Sendeeffekt (kW)
Hadsten - 44 - 50
Hedensted - 54 - 50
Jyderup - 65 - 50
København vest - 51 - 50
Nakskov - 66 - 16
Nibe - 29 - 50
Rø - 59 - 25
Svendborg - 25 - 25
Thisted - 31 - 25
Tolne - 29 - 10
Tommerup - 25 - 50
Varde - 54 - 50
Viborg - 47 - 50
Videbæk - 46 - 50
Vordingborg - 66 - 50
Åbenrå - 37 - 50
Århus - 44 - 1




von Jobi - am 11.01.2005 11:00
M. Schirmer schrieb:
Zitat

Wie ist das eigentlich mit den Bayern? Das ist doch auch eine Minderheit in Deutschland oder? Ich meine Flandern und Wallonen werden auf der oben angegebenen Karte auch als Minderheiten angezeigt.
Nein, die Bayern sind, wie schon von den anderen geschrieben, natürlich nicht eine ethnische Minderheit. Aber die Bayern haben selbst in ihrem schönen Freistaat eine, nämlich die Franken. :D :p :joke: (Gruß an die Franken-Fraktion ;))

DeCh3 schrieb:
Zitat

Es scheint so, dass sich die "großen Sprachen" nicht so sehr unterscheiden wie die "kleinen Sprachen" untereinander?!
Nun ja, die "großen Sprachen" werden alleine schon durch eine alles beherrschende Hochsprache, die eben auch in Radio und Fernsehen präsent ist, geeint. Bei kleinen Sprachen, die eben auch ums Überleben kämpfen und erst mit der Zeit überhaupt die Massenmedien für sich nutzen können, ist das natürlich nicht so und außerdem findet bei einer solchen bedrohten Sprache auch viel weniger Sprachwandel statt, der eben durch Kommunikation auch zu Angleichungen der verschiedenen Varianten führt.

Zitat

Wobei finde ich bei den Juden die Bezeichnung Minderheit falsch. Das sind doch nur Anhänger einer Religion und nicht ein Volk.
Oder seid ihr anderer Meinung?
Nun, damit hast Du auch völlig Recht. Ich könnte mir allenfalls vorstellen dass die Juden vielleicht ob ihrer jiddischen Sprache (keine Ahnung wie weit das von Juden im Ostblock noch gesprochen wird) als eigene Volksgruppe aufgeführt werden.

Zitat

ETB Sat (Basken),TVCi (Katalanisch)
Diese beiden auf Astra sendenden Kanäle sind auch nur die Sat-Versionen. Im Land selbst gibt es wohl sogar noch mehr als einene Sender in den jew. Sprachen. Grade aber bei Katalanisch mag das wohl auch am relativ großen Verbreitungsgebiet dieser Sprache liegen. Für's Galicische (ja, mit c!) gibt es übrigens auch einen Fernsehsender namens "TV de Galicia", welcher auch (mit einer Sat-Version?) auf Astra vertreten ist.

Zitat

S4C (Walisisch)
S4C (Sianel Pedwar Cymru -> Kanal 4 Wales) gibt's ja in der Digidol-Version (also ohne Channel-4-Inhalt und damit rein walisischsprachig) auch über Astra 28,2° Ost. Da dort der größte Teil des Programms auf Videotextseite 888 untertitelt ist, kann man dem Sender auch ohne Walisischkenntnisse ganz gut folgen.

Lustigerweise verhält's sich bei dem Sender so, dass er nur die Plattform für sämtliche walisischsprachigen Produktionen darstellt. Ein guter Teil des Programms wird von der BBC, in ihrer Verantwortung als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, produziert, darunter um 20h30 MEZ die Nachrichten "Newyddion" im reinen BBC-Outfit (und wohl auch aus dem selben Studio wie "Wales Today") und um 21h00 MEZ die tägliche Serie "Pobol y Cwm", welche mit über 30 Jahren Laufdauer die am längsten laufende Serie der BBC ist. Und interessanterweise läuft auch während der BBC-Sendungen Werbung (oft auf Englisch, seltener auch auf Walisisch). Vom der walisischen ITV-Gesellschaft "HTV" werden genauso Programme produziert, aber natürlich in weit geringerem Ausmaß als bei der BBC. Soweit ich das richtig verstehe gibt es aber auch eigenes Programm von S4C selbst.

Ein walisischsprachiges Hörfunkprogramm "BBC Radio Cymru" gibt es natürlich auch.

Und wenn wir schon bei den Kelten sind:
Bei BBC Scotland scheint es neben dem Radioprogramm "BBC Radio nan Gaidheal" wohl auch vereinzelte Fernsehsendungen in schottisch-gälischer Sprache auf BBC One Scotland und BBC Two Scotland zu geben.

In Irland gibt es von der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt RTÉ ( Radio Telefís Éireann -> sogar ein gälischer Name!) das Hörfunkprogramm "Raidió na Gaeltachta" in irisch-gälischer Sprache. Der ebenfalls gälische Fernsehsender TG4 (Teilifís na Gaeilge) sendet wohl mit einem ähnlichen Status wie S4C und bekommt auch von RTÉ einen guten Anteil des Programms zugeliefert. Der Sender sendet auch für Nordirland durch das Karfreitagsabkommen, wird dort bis jetzt aber nur über Sender aus Irland empfangen. Ein Sender für die Region Belfast sei aber geplant, wie mal irgendwo zu lesen war.

Im Falle von Irland und Wales sei angemerkt dass dort der Ausdruck "Minderheit" auch nicht so richtig stimmt. Im Grunde sind diese beiden Sprachen eigentlich die "Nationalsprachen" und dienen in vielen Fällen auch als eine Art Identitätsspender. An Irland kann man sehen, wo gälische Ausdrücke oft präsent sind (auf den Euros "Éire", bei der RTÉ im Namen, bei den Namen der Parteien etc.). Mit Sicherheit sprechen aber nicht alle in Irland heute noch Gälisch. Auch in Wales gibt das Walisische Identität und es ist tatsächlich so dass viele Waliser, obwohl sie die Sprache überhaupt nicht sprechen, sich trotzdem sehr mit der Sprache identifizieren. Grade in Wales ist das Walisische auch noch sehr lebendig und in einigen Gegenden die Hauptumgangssprache und wird auch im walisischen Parlament (zu sehen auf S4C2) benutzt.

Auf der anderen Seite des Kanals scheint es ja den privaten Fernsehsender "TV Breizh" zu geben, der laut Lyngsat parallel auf Französisch und Bretonisch sendet. In Frankreich gibt es an Radiosendern auch noch einige Private in den Minderheitensprachen wie Bretonisch, Baskisch oder Okzitanisch senden.

Frankenwälder schrieb:
Zitat

Im Falle der Dänen hat sich Deutschland erst 1863 das dänische Schleswig einverleibt und die damals jütländisch oder friesisch sprechende Bevölkerung zum Sprachwechsel gebracht.
War denn Schleswig vor dem Anschluss an Deutschland tatsächlich nicht deutschsprachig? Ich dachte immer da wäre auch Deutsch (zumindest in Teilen) die vorherrschende Sprache gewesen und deswegen wollte man es ja zu Deutschland holen. Bei der letzten Abstimmung über den Status von Schleswig war ja der Süden – im Gegensatz zum Norden – auch für einen Verbleib bei Deutschland.

Zitat

Ostfriesland ohne das früher münsterländisch-katholische Saterland, das heute noch Saterfriesisch spricht, wechselte schon früh von Friesisch auf Niederdeutsch un benutzte, wie der Niederrhein oder die Grafschaft Bentheim, bis weit ins 19.Jahrhundert Niederländisch als Schriftsprache. Dem machten die Preußen mit drakonischen Strafen ein Ende.
Hm, sehr interessanter Fakt. Dass man dort dem Niederländischen wohl sehr zugeneigt war kann ich mir sehr gut vorstellen, da es dem Dialekt ja als Schriftsprache viel näher ist als das viel weiter entfernte Hochdeutsch. Aber mit dem erstarkenden Nationalismus im 19. Jahrhundert war sowas natürlich undenkbar geworden. :rolleyes:

Manager. schrieb:
Zitat

Zu den Rätoromanen:
Auch hier gibt es ähnlich wie bei den Friesen keine Einheitssprache, sondern Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Es gibt glaube ich sogar 4 (weiß es nicht mehr genau) verschiedene Varianten in Wort und Schrift. Bevor Radio Rumantsch als eigenes DRS-Programm startete, gab es täglich nur eine Nachrichtensendung ("Novitads") in DRS 2 sowie die eine oder andere Sendung am Wochenende.
Für das Rätoromanische gibt es doch aber inzw. eine feste Standardschrift, oder?
Und interessanterweise wird ja Radio Rumantsch auch in den ladinischen Gebieten Südtirols verbreitet, obwohl die Sprachen sich auch wieder ein wenig voneinander unterscheiden.

von Brubacker - am 13.01.2005 22:52
Zeitweilig gab es auch mal Sky Scottish.



von The Jazzman - am 14.01.2005 19:00
Die Sowjetunion versuchte vor Jahrzehnten, mit einer "Autonomen Oblast der Juden" um Birobidjan an der chinesischen Grenze, Israel als Auswanderungsziel für die sowjetischen Juden Konkurrenz zu machen. Dort gibt es noch heute einen Sender, der für die Übriggebliebenen auf Jiddisch sendet



von FrankenWalder - am 15.01.2005 23:13
Für das Rätoromanische gibt es doch aber inzw. eine feste Standardschrift, oder?


@ Brubacker:

Ja richtig. Hab mal ein bisschen recherchiert. Man hat in den 70er Jahren aus den 5 Schriftsprachen eine künstliche einheitliche rätoromanische Schriftsprache entwickelt. Diese gemeinsame Standardsprache war auch die Grundlage für Radio Rumantsch.

---> http://www.alpen-info.de/html/body_ratoromanisch.html
---> http://www.bahn-bus-ch.de/sprachen/roman.html

von Manager. - am 16.01.2005 07:25
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