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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Carsten Knütter, Klaus, Andreas W, Wiesbadener, Mikel

DAB Hessen stört mit defektem Sender !!!

Startbeitrag von Mikel am 29.07.2002 13:50

Der DAB Hessen Sender vom Funkturm scheint an einer nicht linear arbeitenden Endstufe zu hängen und stört vom Ginnheimer Spargel aus im ganzen Frankfurter Stadtgebiet das bayerische Ensemble, welche vorher problemlos und besser als das Hessische empfangen werden konnte. Da unsere DAB-Techniker in Hessen ja zu den absoluten Profis im Bereich Technik gehören (erinnere mich noch an die L-Band-Zeit 1996, als alle Sender volle Kanone liefen, jedoch aufgrund zu großer Laufzeitdifferenzen selbst unter dem Funkturm monatelang kein Empfang möglich war oder letztes Jahr Planet Prolo-Radio auf einem Kanal nicht, auf dem anderen jedoch doppelt so laut zu hören war !).

Antworten:

Mir geht es in Sachsenhausen genauso. Seitdem 12C mit 1 kW vom Ginnheimer Spargel abstrahlt, habe ich hier massive Empfangsprobleme mit dem Bayern Ensemble auf 12D. Vorher gab es keine Probleme.

Jeder, der hier mitliest sollte sich in dieser Sache bei HDR, BDR und BR beschweren. Das interessanteste Ensemble ist in Frankfurt nicht mehr empfangbar! Ich habe schon eine Antwort dazu von BDR bekommen. Aber trotdem, je mehr sich dort beschweren und auch ein oder zweimal nachhaken, desto besser. Hier die Antwort:

"Sehr geehrter Herr Knütter,
vielen Dank für Ihre o.g. Nachricht. Wie von Ihnen vermutet liegt die Ursache der geschilderten Empfangsproblematik bei der Inbetriebnahme neuer DAB-Sendeanlagen in Hessen. Durch die bestehende Nachbarkanalsituation zwischen Hessen (12C) und Bayern (12D) sind bei der Netzplanung bestimmte Randbedingungen zu berücksichtigen:
Da die obere Bandgrenze des 12C bei 228,128 MHz und die unter Bandgrenze des 12D bei 228,304 MHz liegt, ist lediglich ein Frequenzabstand von 176 kHz gegeben. Eine Nachbarkanaltrennung bei sehr starken Pegelunterschieden (60 dB und mehr je nach Empfangstandort sind möglich) dieser Blöcke ist daher im Empfänger technisch nicht machbar und daher auch nicht in den Spezifikationen für DAB-Empfänger gefordert. Im Grenzgebiet zwischen den Bundesländern Hessen und Bayern ist daher die Nutzung gemeinsamer Standorte angezeigt, um auf Empfängerseite dieses Problem auszuschalten. Weit innerhalb der jeweiligen Versorgungsgebiete (wie hier in Frankfurt) verursachen dann Sender des "heimischen Ensembles" Empfangslöcher im durch Überstrahlung empfangenen DAB-Block des Nachbarbundeslandes.
D.h. konkret in Ihrem Fall übersteuert der am gestrigen Tag inbetriebgenommene DAB-Sender Frankfurt-Fernmeldeturm Ihren auf Block 12D getunten DAB-Empfänger (vgl. hierzu die Infos unter http://www.hessendigitalradio.de/deutsch/index.html ) mit 12C-Frequenzanteilen, die durch die Eingangsstufe nicht hinreichend unterdrückt werden können.
Eine Wiederherstellung der ursprünglichen Empfangssituation kann versucht werden durch:

Exakte Ausrichtung der gerichteten Empfangsantenne auf den bayerischen DAB-Sender Alzenau (sofern Frankfurt-Fernmeldeturm hier nicht auf der Empfangsachse liegt); weg von Frankfurt-Fernmeldeturm.
Ggf. Verwendung einer Empfangsantenne mit höherem Gewinn, um eine bessere Richtwirkung/ Trennung zwischen den beiden Sendern zu erzielen.
Da sich das Störverhalten offenbar "auf der Kippe" befindet, könnte theoretisch auch ein Hochpassfilter bzw. eine Bandsperre Verbesserungen herbeiführen. Dadurch würde jedoch der Empfangsbereich des 12C extrem nichtlinear verändert, so dass ohne Entfernung dieser Maßnahme dann das hessische Ensemble nicht mehr empfangen werden kann. Entsprechende Filterelemente sind jedoch käuflich im Handel dafür nicht verfügbar.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Widmann

Man könnte auch sagen, dass unliebsame Feindsender aus dem Nachbarbundesland einfach durch die Verdichtung des eigenen DAB Sendernetzes weg gejammt werden können. Ich finde auch nicht, dass Frankfurt so weit in Hessen liegt, dass es nicht mehr als Grenzregion zählt. Über UKW sind die Bayern Programme in Frankfurt gut empfangbar und so sollte es auf DAB auch sein. Bitte beschwert euch bei:

techinfo@brnet.de
und
mail@bayerndigitalradio.de
und
Info@HessenDigitalRadio.de

Die sollen ruhig merken, dass reges Interesse in Frankfurt an dem störungsfreien Empfang von 12D besteht. Die Lösung könnte sein, falls der Hessen Sender wirklich nicht defekt sein sollte, in Frankfurt auch einen 12D Sender zu installieren, wie es der BDR ja auch in Grenzregion selbst vorschlägt.

Ich konnte die Störungen auf 12D zwar durch versetzen meiner VHF Yagi etwas verringern, dennoch ist kein störungsfreier Empfang möglich. Im Auto ist es noch schlimmer, 2-3 km um den Spargel geht garnichts mehr auf 12D, danach nur Störungen, außerhalb der Stadt wird es dann besser.

von Carsten Knütter - am 29.07.2002 18:34
Mensch Kinder, kapiert doch endlich: Ihr sollt in Hessen Programme aus Hessen, und nicht aus Bayern hören ;-)

Nee, jetzt im Ernst: Die K12-Empfangsprobleme sind schon all zu bekannt. So ist es beispielsweise auch in unmittelbarer Nähe des Senders Ronneburg in Thüringen (K 12 B) nicht möglich, das benachbarte Ensemble aus Sachsen (K 12 C) zu hören. Das ist vergleichbar mit dem UKW-Empfang: Starke Sender dämpfen in Sendernähe das Signal benachbarter Frequenzen. Interessant ist, dass es auch Interferenzen von TV-Sendern und DAB-Sendern gibt: Fährt man etwa am Sendeturm in Mainz-Kastel (TV-Sender K11) vorbei, hat das Rheinland-Pfalz-DAB-Ensemble (K 12 A) und das Hessen-Ensemble (K 12 C) heftige Aussetzer - trotz freier Sicht auf den Sendeturm Hohe Wurzel.

Beschweren bei der HDR bringt gar nichts, denn es ist nun mal so, dass das Hessen-Ensemble direkt neben dem Bayern-Ensemble koordiniert wurde. Die einzige Möglichkeit wäre m.E. eine Verringerung der Sendeleistung des Frankfurter DAB-Senders, was allerdings wieder den negativen Nebeneffekt hätte, dass das Hessen-Paket nicht mehr einwandfrei zu empfangen ist (der Sender auf dem Großen Feldberg muss Richtung Süden einen Einzug machen wg. des Flughafens). Also muss man sich künftig damit zufrieden geben, in Frankfurt keine Programme mehr aus Bayern zu empfangen. Ist wenigstens Gleichberechtigung mit uns Wiesbadenern, denn hier waren die Bayern noch nie auf DAB empfangbar (die UKW-Sender vom Pfaffenberg gehen freilich mit Vollausschlag..) Prima neue Digital-Welt...

von Wiesbadener - am 30.07.2002 03:42
Den Pegel von 12C wird HDR nicht verringern, das ist klar. Die Lösung des Problems hat BDR aber schon in der Antwort angedeutet. Die Nutzung gemeinsamer Standorte im Grenzgebiet. 12C soll irgendwann auch mal vom Bayern Standort Alzenau abgestrahlt werden, das ist wohl schon koordiniert. Ebenso müßte 12D mit einem kleinen Sender in Frankfurt abgestrahlt werden, nur um den Empfangspegel von 12D im Stadtgebiet zuerhöhen. Die Landesmedienanstalten haben schließlich auch mal die Empfehlung herausgegeben, dass die Empfangsgebiete auf DAB mit denen von UKW übereinstimmen sollte, notfalls mit der Nutzung von Standorten im Nachbarbundesland.

Eine Leistungserhöhung vom Sender Alzenau würde wohl weniger effektiv für Frankfurt sein, der hat ja auch schon 1kW.

Eine bessere Frequenzkoordination wäre auch denkbar, allerdings ist bei nur 4 Kanälen nicht mehr machbar. Jetzt fehlt nur noch, dass die zweite VHF Bedeckung in Hessen auf 11D koordiniert wird, dann kann ich 12A aus Rheinland-Pfalz auch vergessen :-(

Aber selbst im L-Band, wo es mehr Blöcke gibt werden kritische Nachbarkanäle vergeben. Beispiel RP Mainz auf LF und Frankfurt auf LG. LF kann ich z.Z. in Frankfurt noch ohne Störungen empfangen. Wenn LG mal wieder eingeschaltet werden sollte, wird auch dort wohl das Geblubber anfangen. Das hätte man besser koordinieren können.

Wenn man in Frankfurt nicht mehr die Sender aus Bayern empfangen kann, entsteht wohl kaum ein größeres Interesse an DAB.

Also, überall beschweren!

von Carsten Knütter - am 30.07.2002 07:38
Was die Empfehlung betrifft, dass die Empfangsgebiete von DAB und UKW uebereinstimmen, so hab ich mir von der DR Suedwest sagen lassen, dass es da um die "lizensierte" UKW-Reichweite geht. Naja, damit ist BR in Frankfurt und SWR in Bayern also Overspill und muss nicht mehr gewaehrleistet werden.
So ganz glaube ich ihm das aber nicht, denn den Absatz von wegen mit Sendern im fremden Bundesland habe ich ja auch mal gelesen und das hiesse ja dann, die tatsaechliche UKW-Abstrahlung nachzubilden und nicht die lizensierte. Hmmm... das Dokument war aber auch schon ziemlich alt... Weiss eigentlich jemand noch den Link? Wuerds mir mal gerne nochmal durchlesen...

von Andreas W - am 30.07.2002 08:24
http://www.dab-bw.de/Download/gemeinsa.doc

Da steht unter Punkt 5 eindeutig etwas von den üblichen Überstrahlungen im UKW Bereich.

Nur so wird DAB akzeptiert. Präsentier mal einem Kölner DAB und sage Ihm, das er SWR3 damit nicht mehr empfangen kann. Ebenso gibt es viele Frankfurter, die gerne Bayern 3 hören.

Also, da hilft nur eins: Einen 12D Sender auf den Spargel!

Man sollte eine Demo organisieren aber dazu gibt es wohl noch zuwenig DAB Hörer in Frankfurt :-(

Wie gesagt, beschwert euch, die Mails werden gelesen.

von Carsten Knütter - am 30.07.2002 15:33
Kommt doch mal nach Hessisch-Sibirien, da habt ihr die ganzen Probleme erst gar nicht. DAB kennt man hier nur als Biersorte.

von Klaus - am 30.07.2002 15:46
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