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Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender "Pfarr-Radio"

Startbeitrag von seventeen am 17.04.2005 10:50

Der Öffentliche Anzeiger (Heimatausgabe der Rhein-Zeitung) vermeldete gestern, dass die katholischen Pfarrgemeinden Bretzenheim, Langenlonsheim und Laubenheim Ende des Jahres 2005 einen Radiosender On Air schicken wollen.

Als Senderstandort soll der Bretzenheimer Kirchturm herhalten,
geplante Reichweite : 7 km.
Ziel des Projektes soll es sein, Menschen die den Gottesdienst ihrer Gemeinde dauerhaft nicht verfolgen können, über das Radiogerät zu versorgen. Mantelprogramm soll das Domradio Köln werden.

Die Landesmedienanstalt und das Bischhöfische Generalviktariat reagierten laut Zeitung positiv.
Das Geld für den Betrieb soll aus Spendengeldern generiert werden.



http://www.studio-nahe.de

Finde ich persönlich interessant, dass da demnächst aus nächster Umgebung gefunkt werden soll.

Die 50 interessantesten Antworten:

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

Zitat

Könnte das vielleicht die für Bad Kreuznach koordinierte 89.0 oder die 93.5 werden, oder mit welcher Frequenz rechnest Du, seventeen?


89.0 / 93.5 sind/waren ja für den SWR koordiniert. Also dürfte da eine andere Frequenz verwandt werden. Zudem wird Bad Kreuznach selbst nicht für das Empfangsgebiet eingeplant.

Mal schauen ob das Projekt auch das Licht der Welt erblickt.

von seventeen - am 17.04.2005 12:15

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

Also es freut mich, dass ihr über unser Pfarrradio sprecht.
Seit März versucht eine Funktechnikfirma eine UKW Frequenz zu koordinieren.
Ist nicht ganz einfach, aber der Mann ist sehr erfahren im koordinieren.
Es wird ne Funsel werden, da mehr nicht gehen wird und es sonst für unsere Pfarreien zu teuer wird. Es wäre auch die erste UKW Frequenz für das Dom Radio. Inhaber der Lizenz soll aber die Pfarrei sein.
Im übrigen findet ihr mehr unter www.studio-nahe.de
Die Seite ist noch nicht ganz so toll sagt aber über das was wir vorhaben alles aus.
Viele Grüße aus Langenlonsheim

von Mathias U. - am 17.04.2005 13:38

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

Wir planen es so wie oben auf der Karte. Kh Planig und Winzenheim wird wohl im Sendebereich liegen. Kh-Stadt wollen wir bewusst draußen lassen.
Uns geht es nicht um die Masse. Je kleiner wir sind um so uninteressanter sind wir für die großen Stationen (Konkurrenz).
Wir müssen auch noch abwarten was uns die Reg-TP sagt/ gibt.
@zwobot die Leute haben Angst vor Mobilfunk-Anlagen nicht vor 20W im Kirchturm.

von Mathias U. - am 17.04.2005 15:16

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

@ Mathias U.: Hhmm - was meint denn bisher die LMK-RLP dazu, denn auf welcher rechtlichen Grundlage soll dies denn genehmigt werden ? NKL und dauerhafter Veranstaltungsfunk sind in RLP bisher ( noch nicht ) vorgesehen. Käme also eigentlich nur ein "Stützsender" für die DAB-Ausstrahlung von DomRadio ín Frage mit quasi einem "Regionalfenster". Allerdings sendet ja DomRadio "aufgrund medienpolitischer Entscheidungen des Landes nicht mehr im DAB-Digital Radio von Rheinland-Pfalz! " ( Text HP DomRadio ). So könnte es also auch nicht begründet werden.

Na lassen wir uns mal überraschen. - Interessantes Projekt auf jeden Fall, denn wenn mehr als 5-7 W Leistung abgestrahlt werden, wird man es als normalen Radiosender einstufen. Besonders bei dem 24/7 Dauerbetrieb.



von KlausD - am 17.04.2005 21:46

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

@ Mathias U.: Wenn es von der LMK in Ludwigshafen so eingeschätzt wird = reichlich verwunderlich, denn sowohl Domradio als auch Metropol sind ganz "normale" Rundfunkveranstalter ( Metropol aus Berlin mit Werbung und einem Stadtteilsender in LU und wohl demnächst auch aus Mainz; DomRadio kommerziell werbefrei - macht eben Werbung für eine andere Sache, nämlich den Glauben ).

Natürlich kann eine Pfarrei als Rechtsform genügen, ich meinte auch mehr die rechtliche Grundlage der Genehmigung gemäss Landesmediengesetz RLP für die vorgesehene 3-stufige Programmstruktur. Na denn viel Glück.

@ jamba hippo: sowas wird aus Spenden finanziert - siehe K-TV :D

von KlausD - am 18.04.2005 08:33

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

Wir sind nicht die Ersten die Gottesdienste per UKW übertragen möchten.
Da gibt es, wie oben schon erwähnt, Gemeinden, die das seit Jahren erfolgreich tun.
Wem etwas am Gottesdienst liegt, der wird so lange er kann, zur Kirche gehen, um dabei zu sein. Die Radio Übertragung kann und will den persönlichen Kontakt zur Gemeinde und zum Priester nicht ersetzten.

von Mathias U. - am 18.04.2005 12:25

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

Ein Krankenhausfunk kenn ich auch nur aus dem hauseigenen Netz. Von einem UKW-Sender ist mir nichts bekannt. Soweit ich weiss, senden wohl die Bodelschwingshen Anstalten in Bielefeld auf einer schwachen UKW-Frequenz , obwohl das ja kein Krankenhaus im eigentlichen Sinne ist.

Der Krankenhausfunk richtet sich ja auch in erster Linie an bettlägerige Patienenten die nicht den Gottendienst besuchen können.

von zerobase now - am 18.04.2005 13:36

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

@ Andalus: natürlich ist ein zeitlich begrenzter Veranstaltungsfunk auch in RLP möglich und üblich ( Stichwort z.B.: nature one ). Nur hier geht es ja um 24/7 .

Radio Nürburgring ist eine andere Konstruktion, denn die nutzen ja nur zu den Rennen die 87,7 Mhz, auf der die übrige Zeit das in RLP ohnehin lizenzierte Rockland Radio zu hören ist. Die Freigabe / andere Nutzung während der Rennen war eben eine Bedingung an Rockland bzw. früher radioropa-info , um diese QRG nutzen zu können. Im übrigen gönne ich den Gemeinden den "Pfarrfunk", da ich es für eine gute Sache halte. An einer fehlende Frequenz bei der geringen Leistung kann es eigentlich nicht scheitern. Ich sehe bei Lizenzierung mit der 3-stufige Programmstruktur nur andere Probleme für die Zukunft.

von KlausD - am 18.04.2005 14:53

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

@ Mathias U. schrieb: ich hatte nichts Anderes von Euch erwartet ( und um ehrlich zu sein auch gehofft :D ) - deshalb war es auch durchaus ernst gemeint, mit den Wünschen auf "Gutes Gelingen" :spos: . Wenn es läuft, werde ich mir einen Besuch bestimmt nicht "verkneifen" können :cheers: ( das Reinhören ohnehin nicht, wenn ich in der Nähe von Kreuznach / Münster am Stein bin ).

von KlausD - am 18.04.2005 15:24

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

@telefonfreak

Also bevor du mit uns schimpfst, die Sender in Niedersachsen und auch der in NRW übertragen nur Gottesdienste. Ein Pfarrer sagt mir mal das er überlege etwas lokales zu machen. Die haben aber nur Lizenzen für Gottesdienstübertragungen.
Von da ist unser Projekt das erste Pfarrradio in der BRD das 24h über UKW sendet will mit:
Gottesdiensten (lokal)
einigen lokalen Sendungen in der Woche
Übernahme des Domradio in den restlichen Zeiten.

Schöne Grüße aus Langenlonsheim an den Rest der Welt

p.s.Und die Presse hat die Infos von uns

von Mathias U. - am 29.04.2005 06:22

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

@ Wiesbadener: Theoretisch ja, aber ich nehme an, da wird es schon eine Leistungsbeschränkung geben, sonst wäre dies ja alles ein wenig zuuu einfach. Bin mir auch nicht sicher, ob man z.B. das Bistum mit einer Finanzierung aus Kirchensteuern und Spenden auf Sendung gehen lassen würde. ... aber insgesamt ein interessantes Projekt, welches wohl Nachahmer reizen dürfte....., denn da gäbe es ja THEORETISCH noch ganz andere ableitbare Möglichkeiten - :D :D . Lassen wir das Domradio - Studio Nahe mit seinem Konzept erst mal bei der LMK durch sein und auf Sendung gehen, dann sehen wir bestimmt weiter. - Letztendlich hängt es ja ohnehin an den realisierbaren Frequenzen und dem zu akzeptierenden Finanzierungskonzept.

von KlausD - am 29.04.2005 10:41

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

Was sagt ihr den dazu?
Mit den kleinen kann man es ja machen oder wie? Die Telekom baut doch ständig Anlagen in Wohngebieten.

Öffenlicher Anzeiger 31.Mai 05

BUND gegen Kirchenradio

Umweltschützer beklagen mangelnde Gesprächsbereitschaft und fürchten gesundheitliche Schäden

Die Katholische Gemeinde will an der Bretzenheimer Pfarrkirche Maria Geburt einen Rundfunksender zur Verbreitung kirchlicher Informationen einrichten. Das Vorhaben rief den BUND auf den Plan. Er fürchtet weitreichende Folgen für die Bürger.

BRETZENHEIM. Während die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner das Vorhaben unterstützt, ist Umweltschützern der geplante Kirchensender in Bretzenheim ein Dorn im Auge. Viele Bürger hätten sich hilfesuchend an die Kreisgruppe des BUND gewandt, diese ihren Landesverband eingeschaltet. Ein Gesprächsangebot an die Pfarrei, um eine "Erhöhung der Strahlendosis" zu vermeiden, wurde abgelehnt, beklagt nun Friedbert Lohner vom BUND-Landesverband. Es sei der Versuch gewesen, "das sensible Problem des Kirchensenders" mit den Verantwortlichen in direkten Gesprächen zu lösen, und "nach einer Lösung zu suchen, die eine Erhöhung der Strahlendosis vermieden hätte".

Das Kirchenradio wäre die erste Anlage dieser Art in Rheinland-Pfalz. Ein Pilotprojekt mit weit reichenden Folgen für die Bevölkerung - fürchtet jetzt der BUND. Die Auseinandersetzung über den Mobilfunksender im Turm des Anwesens Plettenberg sei vielen noch in schlechter Erinnerung, ist Friedbert Lohner überzeugt. Pastoralpraktikant Michael Pauken habe das Gesprächsangebot abgelehnt, obwohl zuvor Pfarrer Müller einen BUND-Vertreter zur Sitzung des "Radiorats" eingeladen hatte.

"Der Radiorat beschäftigt sich mit der Öffentlichkeitsarbeit und den Fragen der Finanzierung", unterstreicht dagegen Priesteramtskandidat Michael Pauken im Gespräch mit dem Oeffentlichen Anzeiger und in dem Antwortschreiben an Lohner, warum der Radiorat den BUND-Vertreter an die Herstellerfirma der Sendeanlage, die ILCO-Funktechnik, verwies. In dem Schreiben an den BUND heißt es dazu weiter: "Die Mitglieder (des Radiorats) sehen sich nicht im Stande, eine fachliche Diskussion zu technischen Fragen zu führen, und möchten dies den Fachleuten überlassen."

Michael Pauken, mit dem Lohner noch nicht gesprochen habe, hatte daher die beauftragte Firma ILCO Funktechnik veranlasst, dem BUND die technischen Details der Anlage zur Verfügung zu stellen. Danach handelt es sich um eine UKW-Tonrundfunkanlage mit einer Leistung "deutlich unter 50 Watt". Der geforderte Sicherheitsabstand für einen Daueraufenthalt von Personen bei 50-Watt-Anlagen liege im Bereich von einem bis zu 2,5 Meter. Der in Bretzenheim geplante Antennenschwerpunkt liege schon 20 Meter über Grund, die umliegende Bebauung sei im Bereich einiger zehn Meter entfernt. Die Anlage sei somit als absolut unbedenklich einzustufen, so das Unternehmen.

"Projekte dieser Art gibt es seit rund 10 Jahren in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen." Wirklich neu sei nur die Zusammenarbeit mit dem Domradio, ärgert sich Michael Pauken, dass die Kritiker überdies bewusst Mobilfunk und Rundfunk, obwohl technisch nicht vergleichbar, in einen Topf werfen.

Laut Friedbert Lohner vom BUND beziehen sich die Befürworter dagegen auf überholte Grenzwerte. Das Gesundheitsrisiko, das von Funkanlagen gerade für Kinder ausgehe, werde verkannt, glaubt er. Hochfrequente Sendeanlagen gehörten nicht in Wohngebiete: "Wir halten es für erforderlich, auf allen Ebenen der Landespolitik den Fall Bretzenheim zu thematisieren", kündigte er Widerstand an. (asu)

von Mathias U. - am 31.05.2005 06:09

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

Der Einspruch des BUND ist in der Tat ein WITZ. In Deutschland ist es gerade im UKW-Bereich üblich, dass Sendeanlagen von Gebäuden oder in Wohngebieten funken. Selbst auf Krankenhäusern gibt es solche Sendeanlagen. Hier mal ein Beispiel eines Senders in einem Wohngebiet. Und der strahlt nicht wie bei euch geplant nur mit 20 Watt, sondern gleich mit 1000 Watt:

http://www.dxradio-ffm.de/Riesa1.JPG

Ich hoffe für euch, dass das Projekt jetzt nicht wegen des LÄCHERLICHEN Einspruchs des BUND scheitert.

von Wiesbadener - am 31.05.2005 06:28

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

Ich sag's ja...je weiter man nach Süden kommt, umso verrückter werden die Mobilfunk-Geschädigten...Und geschädigt sind die wirklich - allerdings nicht durch die Strahlen, sondern durch die Angst davor, die diese sich selbst einreden. Und das kann man den Sendeanlagen ja nun nicht vorwerfen...

Gibt ja wirklich genug Beispiele von UKW-Sendeanlagen auf kirchlichen oder öffentlichen Gebäuden - neben den ganzen Kirchensendern in Niedersachsen (und in Clarholz) und den Uniradios in NRW (fast alle auf Unigebäuden, in Düsseldorf sogar im Kirchturm) sind das u.a.:
Antenne Bethel: Wohnhaus, das aber sicher noch eine andere Funktion hat (Altersheim o.ä. z.B.)
TV-Umsetzer Bielefeld-Johannistal: vermutlich auf der zu den Bodelschwinghschen Anstalten gehörenden Kinderklinik
Sky Radio und Radio Darmstadt: FH-Gebäude
hr4, hr-info, You FM in Limburg: auf dem Krankenhaus
UKW in Monschau: Dach des Gymnasius...und selbst hier haben die Elektrosmogfanatiker sich ausschließlich über die neu installierte Mobilfunkanlage aufregt - nicht aber über die UKW-Antennen!
usw usw...

Und von unserem Nachbarland wollen wir dann am Besten gleich mal gar nicht reden...5 kW oder noch mehr direkt oben auf einem Wohnhaus, ähnliche Leistungen auf dem Krankenhaus, usw. Da beschwert man sich auch nur direkt in der Nähe von den riesigen Sendeanlagen mit mehreren 100 kW - nicht aber bei diesen vergleichsweise kleinen Anlagen, die aber trotzdem noch ein mehrfaches der hier beanstandeten Sendeleistung aufweisen. Und Zumindest in Markelo gibt's direkt an der Sendeanlage weniger (wobei das wohl eher an er Art der Statistik liegt...aber jedenfalls nicht mehr) Krebsfälle als im restlichen Land...siehe http://forum.myphorum.de/read.php?f=8773&i=186328&t=186007



von Kroes - am 31.05.2005 06:57

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

Wie "krank" muss man sein, um einen solchen Einspruch bei einer Senderleistung von 20 - 30W wirklich "thematisieren" zu wollen :angry: . Wenn ich mir z.B. den Schiersteiner Berg in WI ( Gesamtleistung über 1000W - Hotel in ca. 200m Entfernung / direkt auf der anderen Strassenseite Mehrfamilienhäuser und in ca 500m Entfernung ein Krankenhaus mit jeder Menge Handy- und sonstigen Antennen ) oder die Uni-Zahnklinik MZ ansehe ( Sender dort auf dem Dach, rund herum Ein- und Mehrfamilienhäuser ), dann reicht ein pures Kopfschütteln über diese ausgelöste Hysterie sicherlich nicht mehr aus. :sneg:

von KlausD - am 31.05.2005 10:23
Die Angst vor "Strahlen" nimmt immer weiter zu, je ländlicher ein Gebiet ist. Dann geben sogar die Kühe saure Milch. Wissenschaftlich ist das wohl kaum in Zusammengang zu bringen, also weder zu be- noch zu entkräften.

Glaube versetzt bekanntlich ganze Berge. Daher bin ich persönlich sehr gegen den Glauben, denn mich stören die ganzen durch die Gegend rückenden Berge. Allerdings ist mir auch als aufgeklärten Rationalist klar, dass letztendlich alles nur Glauben ist. Dieses Dilemma ist nicht zu lösen, aber zu ertragen. Gesunder Zweifel schadet niemals.

100 m von meinem Bett entfernt steht eine E-Plus-Sendeanlage. Die auf dem gleichen Dach stehende Vodafone-Anlage haben sie im Sommer abgebaut. Ich fühle mich weder besser noch schlechter deswegen.

von Alqaszar - am 08.12.2005 16:16
 Die Angst vor "Strahlen" nimmt immer weiter zu, je ländlicher ein Gebiet ist. 


Das kann ich absolut bestätigen. In Appenheim, einer 1500-Seelen-Gemeinde bei Ingelheim gab es einen Riesenaufstand, als Vodafone auf dem Feuerwehrhaus eine Antenne in Betrieb nahm. Es gab eine Bürgerversammlung, Presseberichte und Proteste, so daß Vodafone den Sender wieder aufgab. Nun ist Appenheim weiterhin ein "Tal der Ahnungslosen" was Vodafone betrifft.
Aaaaber - ich möchte nicht wissen, wie viele von den Protestlern selbst ein Handy besitzen und damit viel stärker der Strahlung ausgesetzt sind, als von dem Mast.

Doch zurück zum Thema: Weiß man denn schon von wo der Sender nun abgestrahlt wird? Es war ja sogar mal der Kuhberg in Bad Kreuznach im Gespräch. Oder wird's doch der Kirchturm?

von Harald P. - am 08.12.2005 21:11
Bei uns gabs mal eine völlige Aufruhr, als die Anwohner eines Kirchturms mitbekamen, dass im Turm bereits seit über vier Jahren eine o2-BTS stand. Verdeckt (übrigens mit vier Sektorenstrahlern :) ). Man stellte sofort einen Bezug zu ein oder zwei Krebsfällen bei alten Leuten her und die Lokalpresse schrieb schonmal innerlich den Kirchenvorstand samt Pastor aus dem Amt. Währenddessen bauten sich an anderer Stelle etliche Häuslebauer ihr Eigenheim direkt unter eine 380 kV-Leitung, vielleicht 300 m vom Umspannwerk, wo vier oder fünf dieser Trassen aufeinander treffen, entfernt. Mal sehen, wann man sich da beschwert.

von -Ole- - am 10.12.2005 10:40

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

So, die Frequenz ist da: es ist die

87,9 MHz mit immerhin 50 Watt und vertikaler Ausstrahlung.

Es ist eine recht gute Wahl, auch wenn sich DXer wohl beschweren werden, dass sie SR 1 Europawelle auf der benachbarten 88,0 bald nicht mehr empfangen können.

50 Watt dürften in jedem Fall reichen, um das gesamte Gebiet von Bad Kreuznach bis Bingen gut zu versorgen. Auch in Rüdesheim und Teilen des Rheingaus dürfte noch etwas ankommen.

von Wiesbadener - am 06.02.2006 09:28
hab' es ja in dem BNetzA-Thread schon geschrieben:

Zitat

RHEINLAND-PFALZ
NEU(A): 87,9 Bretzenheim (75401, 495252), 109m, 29m, 50 Watt vertikal, ND, HAAT 44m - das dürfte also die Frequenz für das Kirchenradioprojekt werden

50W für das Kirchenradio - das gäbe in dieser Gegend eine flotte Reichweite!!. Ich gönne es den Initiatoren; aber 50W, denen niemand widerspricht ...... . Ich weiss nicht so recht. Das wäre dann wirklich ein Präzedenzfall für RLP.

von KlausD - am 06.02.2006 10:35

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

Das in Rheinland-Pfalz an der Nahe geplante Kirchenradio Domradio - Studio Nahe soll bald auf Sendung gehen. Das Programm besteht aus Eigenprogrammen wie der Übertragung von Gottesdiensten mit der Übernahme des Kölner Domradio als Mantel. Voraussichtliche Frequenz wird 87,9 MHz mit 50 Watt. Erreicht wird damit ein Gebiet von Bad Kreuznach bis Bingen. www.studio-nahe.de

von jasper - am 06.02.2006 13:50
Herr H. aus M. wollte nur mal zeigen, wie toll er doch wieder Beiträge schreiben kann, die noch absolut nicht gesichert sind...Auf der Webseite vom Studio Nahe ist dieser Text natürlich nicht zu finden...aber ich bin mir ziemlich sicher, wo er in den nächsten Stunden neu erscheinen wird...;) Link zu dieser Schundseite des Herrn H. wird aber nicht gepostet - Werbung brauch er ja nicht auch noch.

von Kroes - am 06.02.2006 14:28
@Kroes:
Man sollte sagen: "wie toll er doch wieder Beiträge " ohne Quellenangabe kopieren "kann",
siehe http://www.satnews.de/mlesen.php?id=2426

Naja, und die wiederum scheinen sich für ihren "hochqualitativen Premium-Service (...), der mit viel redaktionellem Aufwand erstellt wird", zumindest im UKW-Bereich hauptsächlich aus diesem Forum hier zu bedienen.

Macht aber nix: das erspart mir das Formulieren der Meldungen bei UKWTV.de ! :-)

von Habakukk - am 06.02.2006 14:51

Re: Pfarrgemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach planen eigenen Sender

Gerade heute morgen aus seriöser Quelle erfahren: Nachdem jetzt die 87.9 ganz offiziell für das "Pfarr-Radio" rund um Bretzenheim / Rheinhessen vorgesehen ist, soll es in den nächsten Wochen vorsichtshalber noch Testabstrahlungen auf der 87.9 geben, da wohl u.a. der swr Bedenken wegen möglicher Störungen seiner 87.7 SWR1 -RLP aus Mainz-Kastel/Am Keilsbaum angemeldet hat. Wird wohl nicht mehr vor Ostern passieren, aber wer da in der Nähe wohnt, kann ja mal reinhören - :D



von KlausD - am 29.03.2006 10:46
Da braucht der SWR eigentlich gar nichts befürchten, weil einige Berge, u.a. der Lenneberg, zwischen Nahe und Mainz liegen. Schon in Heidesheim hört keiner mehr die Kasteler Sender, weil sie total verzerrt sind.

Interessant ist vielmehr die technische Reichweite: laut BNetzA-Anmeldung sind 50 Watt und Rundstrahlung geplant. Weil Bad Kreuznach keine 10 km vom Sendestandort entfernt liegt und zudem freie Sicht zwischen Innenstadt und dem Kirchturm besteht, rechne ich auf jeden Fall mit einem guten Empfang auch dort. Und selbst Bingen/Rüdesheim/Geisenheim dürften einiges abbekommen, und mit gutem Equipment könnten die Radiowellen selbst Wiesbaden-Gräselberg, Wiesbaden-Freuenstein etc. erreichen, weil dort auch die 50 Watt-Fünzelchen aus Bad Kreuznach vom SWR ankommen..

von Wiesbadener - am 29.03.2006 10:51
So, muss mich korrigieren : 0= 4-5 in Bad Kreuznach. Wegen der Dachantenne hatte ich leider ein Mischprodukt auf gleicher Frequenz. Nun ein Mitschnitt mit dem bench-Weltempfänger. Die Verzerrung am Schluss war vermutlich schon so im Signal drin da noch Test.

Mitschnitt der Infoschleife

von seventeen - am 10.04.2006 08:42
Auch in Teilen Wiesbadens (!!!) ist die Testschleife zu hören. Komme gerade aus Biebrich/Schierstein, dort geht es am Gräselberg und erst recht am Freudenberg in schwacher Mono-Qualität. Ungefähr gleich stark oder schwach wie z.B. der SWR 4-Sender aus Bad Kreuznach auf 89,0 MHz.

Es wird übrigens vertikal gesendet, daher gibt es bei horizontal ausgerichteten Dachantennen Probleme.

von Wiesbadener - am 10.04.2006 08:51
Zitat
KlausD
das Mischprodukt dürfte 87.9 hr2 aus Frankfurt sein.

Scheint mir eher etwas eigenes in Verstärker und Anlange enstehendes zu sein. An dieser Antenne habe ich leider weniges von der hessischen Low-Power-Fraktion anliegen (ist Richtung nrw). Kann somit hr2 ausschließen.

Zu Studio Nahe 87,9 MHz : Kein RDS, Stereosignal aber vorhanden.
Hier mal ein besserer Mitschnitt. Werde später mal auf meiner Reise nach Wiesbaden (Bus und Bahn) den Degen 1103 mitnehmen ;) und auch mal schauen wie gut das Signal mobil funzt.

von seventeen - am 10.04.2006 10:15
Der Empfang hier in Bingen-Dromersheim erwartet gut, etwa gleich stark wie die SWR-Sender aus KH. SR1 funktioniert auch noch, jetzt muß ich aber auf die 88,05 umschalten. Auf der anderen Rheinsiete in Oestrich-Winkel brauchbarer Empfang bis etwa Eltville, aber doch gestört durch SR1, der hier z.T. noch einfällt. Aber die Modulation ist sehr leise. Jedenfalls ist im Empfangsgebiet des Senders Mainz-Kastel von der 87,9 nichts mehr zu empfangen, also keinerlei Störungen zu erwarten.
Heute abend läuft nonstop Popmusik, völlig ohne Moderation, hört sich wie von einer CD an (kurze Pausen zwischen den Titeln) der Vergleich mit dem Satelliten brachte keine Übereinstimmung mit Domradio, scheint also eine eigene "Schleife" zu sein, wahrscheinlich ein CD-Wechsler.

Oh, gerade gab es eine Ansage "Domradio - Studio Nahe 87,9" :-) und nun läuft "Wir sind Helden"

von Harald P. - am 10.04.2006 19:33
ich habe heute gleich die Gelegenheit genutzt und den Empfang auf der A61 getestet.
Und, Überraschung, für 50 Watt geht das ganz gut ab.
Der Empfang war über knapp 20km befriedigend bis sehr gut, auf einem abschnitt mit Sicht Richtung Bad Kreuznach sogar immer wieder Vollausschlag am S-Meter, Balken tlw. höher als bei der 88.3!
Und das vom niedrigeren Standort aus.
Da sieht man mal, das 50 vernünftig abgestrahlte Watt u.U. besser sein können als 500 "T-Watt" (wie z.B. in Geilenkirchen, ich bin dafür, bei Sende-Anlagen des Magenta-T, insbesondere solchen mit dem berühmten Yagi-Kreuz, diese neue Einheit "T-Watt" einzuführen. 100 T-Watt=5 richtige Watt, umgekehrt proportional zu den B-Watt, den belgischen Watt, denn 100 B-Watt=100-10000 Watt, je nach Laune.)
Als man dann in die Felskluft des Hunsrück-Anstiegs nach Bingen hochfuhr, war erstmal Schluss, da kam dann erstmal ein Klassikprogramm durch, vermutlich MDR Friseur vom Inselsberg, doch oben konnte sich dann Studio Nahe wieder durchmogeln und kam dann mit O=2-3 weitere knappe 15km lang, dann stand mir allerdings die Testschleife "hier oben"...
Die Modulation war verdammt leise, da sollte man noch dran arbeiten.
Und vermisst habe ich bei der Ansage Senderstandort und Strahlungsleistung und vor allem eine Kontaktadresse!



von PeterSchwarz - am 10.04.2006 19:43
@Peter: Auch wenn ich mich wiederhole. ;) Sendeleistungen sind ERP und damit ist die Sendeantenne völlig egal...abgesehen von weiteren Störungen durch dämliche Montage natürlich - aber das kann garantiert nicht für jede Yagi-Anordnung gelten. Gerade der Vergleich mit Geilenkirchen hinkt zudem mehr als deutlich:
- Bretzenheim sendet vertikal, Geilenkirchen horizontal - im Auto hat häufiger mal aber die vertikale Polarisation bessere Voraussetzungen
- Bretzenheim sendet rund, Geilenkirchen stark gerichtet nach 160° und damit genau in die Richtung, wo das Gelände sehr schnell auch wieder ansteigt...somit kann dahin nicht viel rausgehen (muss aber, weil genau da Versorgungslücken sind, die sich aber noch vor dem Geländeanstieg befinden) und wenn du in der andere Richtung empfängst, dann kann da nunmal auch nichts rausgehen, weil dahin nicht gesendet wird.

Diese dämliche Rumhackerei auf T-Systems (die haben es sicher häufig verdient, hier aber nicht!) bzgl der Antennenform geht mir hier langsam auf den Senkel (Achtung: Diesen Beitrag schreibe ich als Privatperson, nicht als Moderator...man muss sich ja hier zu allen Seiten absichern). Und wie soll man bitte eine Richtstrahlung ausschließlich nach 160° realisieren? Mit dem von euch hoch gelaubten Kreuzdipol geht das nunmal nicht...und dann bleiben nur die Strahler mit Reflektorwand. Die sind sicher besser, aber mit Sicherheit auch teurer. Das ist aber einzig und allein ein Problem von T-Systems, denn wie man einem im DF-Forum verlinkten Dokument von T-Systems entnehmen kann, kosten die Sendeanlagen nach ERP nunmal einen festen Betrag. Und da kann es dann der Anstalt völlig egal sein, wie die z.B. 500 Watt ERP letztlich rausgejagt werden - sollte da wirklich ne Stromverschwendung vorliegen, dann geht das einzig zu Lasten von T-Systems...

von Kroes - am 10.04.2006 20:13
Theoretisch mag das alles möglich sein!
Nur für mich ist die (ganz nach Deng Xiaoping) Praxis das alleinige Kriterium der Wahrheit.
Und da erlebe ich halt häufig, daß die T-Systems-Sendeanlagen auf ganzer Länge versagen. Woran das jetzt genau liegt, keine Ahnung. Aber ich vergleiche halt ganz gerne mal. Wenn ich da z.B. an den 50-Watt-Sender Weißenburg (officiel francais Wissembourg, falls jetzt wieder ein paar motzen) im Elsaß (Alsace, dito) denke, den ich noch in über 30km Entfernung im Autoradio mit RDS bekomme und mir dann so manche Lokalfunk oder DLR-Funzel anhöre...au weia!
Geilenkirchen ist meinetwegen halt a) eine Fehlkoordination, was den Standort angeht und b) ist die Sendeantenne meines Erachtens wirklich dilettantisch montiert. Was soll da anderes rauskommen als Stehwellen?
Ich habe übrigens mal genau hingeschaut und Unterschiede entdeckt. Da gibt es Sendeanlagen mit den berühmten Yagis, wo die einzelnen Antennen jeweils an einem Ausleger montiert sind und die Strahler daher einen gebührlichen Abstand zueinander haben. Diese Anlagen funktionieren meines Erachtens, jetzt mal unabhängig von Frequenz und Topographie, vernünftig montiert an einer Mastspitze oder zumindest nicht zwischen zwei Plattformen eingeklemmt, ganz gut.
Andere, wo sich die Dipole fast berühren und das Ding 1 Meter über einer Betonplattform steht, enttäuschen dagegen auf voller Länge.
Also wenn ich jetzt 50 Watt vergleiche, die ca 30km Radius erreichen mit 500 Watt, die auch in Hauptsenderichtung keine 10km störungsfrei gehen, wie soll da meine Bewertung anders ausfallen.

Das Vertikalargument zieht diesmal übrigens wirklich überhaupt nicht. Die Scheibenantenne am VW Touran scheint eindeutig NICHT vertikal zu bevorzugen, eher werden sogar horizontale Signale besser empfangen, was sich an einem etwas stärkeren Durchschlagen der 101.3 Langenberg (h) gegenüber 101.4 Genk (v) bemerkbar macht.

Und mit den ERP und Sendeantenne egal:
Die ERP sind ein BERECHNETER Wert. Dieser ergibt sich aus der Senderausgangsleistung (TRP) multipliziert mit dem Antennengewinn. Dieser aber ist wirklich ein rein rechnerischer Wert, den die Antenne nur unter OPTIMALbedingungen erreicht. Wenn ich die Antenne zwischen zwei Hauswände 1 Meter über Grund oder einem Zwischendach, evtl. auch im Zimmer, aufhänge (jetzt nur mal rein hypothetisch ;-) dann werde ich da auch mit 2kW keine 10km weit kommen, weil an der Antenne selbst zwar 2kW rauskommen mögen (mal angenommen das SWR-Meter gibt grünes Licht) diese aber im Nahbereich durch zahlreiche Reflexionen etc. verloren gehen. D.h. ich hab dann zwar im Nahbereich unglaubliche Feldstärken und meinem Nachbarn werden die Socken glühen, aber schon nach einigen Hundert Metern wird die Feldstärke enorm abfallen.
Daher ist letztendlich nicht mal so interessant, was an der Antenne selbst rauskommt, sondern wie sich das dann verteilt.


von PeterSchwarz - am 10.04.2006 22:31
Deswegen wird ja auch in entsprechendem Abstand von der Senderantenne gemessen, wenn denn Messungen durchgeführt werden...

Hier übrigens mal zwei RadioMobile-Karten zu Geilenkirchen und Bretzenheim - dem Programm ist die Antennenmontage ja ziemlich egal und es rechnet immer mit theoretischen 500 Watt ERP bzw 50 Watt ERP für die beiden Anlagen:

http://people.freenet.de/c.kaltenecker/GeilenkirchenCities.JPG
http://people.freenet.de/c.kaltenecker/BretzenheimCities.JPG

Zu den Karten: Beide haben dieselben Abmessungen - gleich große Flächen ergeben also in der Theorie auch gleiche Abdeckung. Und somit hätte Bretzenheim z.B. nach Süden etwa eine gleich große versorgte Fläche wie Geilenkirchen in Hauptstrahlrichtung - aber mit nur einem Zehntel der Sendeleistung. Spricht doch eindeutig dafür, dass einiges an den Standorten liegt...

Wenn jetzt beide Berechnungen der Realität ziemlich nahe kommen, dann wäre deine Theorie von "falschen" Antennen damit bereits widerlegt. Geilenkirchen steht einfach so dumm - für eine gute Reichweite, diese ist aber gar nicht gewünscht! - dass nach 10 oder spätestens 15km in Hauptstrahlrichtung einfach nichts mehr gehen kann (erkennbar auch an der HAAT in Hauptstrahlrichtung von -23 Metern). Das hat mit der Sendeantenne absolut nichts zu tun!

von Kroes - am 10.04.2006 22:43
Okay, der Standort ist der Hauptfaktor.
Aber wenn ich es könnte, würd ich es ausprobieren und die Antenne in GK mal an die Mastspitze des Turmes hängen. Oder eine Yagi auf gleicher Höhe an einem Schiebemast aufhängen. Ich wette, die Reichweite wär gleich doppelt so groß.
Also kommt an Stelle 1 der Standort und an Stelle 2 die Antennenaufhängung.
Daß die Antennen an sich schlechte Werte geben, mag ich auch nicht glauben. Kathrein produziert im Allgemeinen ja keinen Schrott.


von PeterSchwarz - am 10.04.2006 23:32
Ich will mich eigentlich nicht wieder in die Antennendiskussion einmischen, aber vielleicht kann mir einer mal erklären, warum der hr etwa hier in Wiesbaden über die drei Kreuzdipole bei der 97,2 MHz mit 100 Watt ERP eine erheblich höhere Reichweite erzielt als mit den ebenfalls mit 100 Watt über die beiden Yagis ausgestrahlten 93,1 und 98,3 in Hauptstrahlrichtung (!). Besonders bemerkbar macht sich das etwa in Taunusstein-Neuhof (das eben auch in Hauptstrahlrichtung der 93,1 und 98,3 liegt): die 97,2 MHz kommt hier mit 45 dbW, RDS und Stereo, die 93,1 und die 98,3 kommen gerade noch mit 15 dbW, und das liegt nicht nur daran, dass die beiden QRGs interferenzbelasteter sind. Gut, die beiden Yagis sind am gleichen Mast etwas tiefer platziert als die drei Kreuzdipole der 97,2 und der 99,7. Trotzdem kann es eigentlich in Hauptstrahlrichtung nicht solch eklatante Unterschiede geben.

von Wiesbadener - am 11.04.2006 04:57
Das kann aber eigentlich auch nicht mit den Antennen zu tun haben. Ein Unterschied von 30 dB dürfte wohl eher auf anderen Wegen entstehen - die unterschiedliche Antennenhöhe (sind ja nur ein paar Meter) dürfte es auch nicht sein, da ja sowieso ein Berg im Weg ist.
Nur mal zur Klärung: Die 99,7 müsste - wie es aufgrund der Sendeleistung richtig sein müsste - etwa 3 dB mehr im Empfang haben als die 97,2, oder? Dann müssen die 30 dB aus Interferenzgründen oder sonstwie entstehen. Möglicherweise empfängst du ja die 97,2 und 99,7 auch nicht auf direktem Weg, sondern durch Reflektionen, die aufgrund der Richtstrahlung bei den anderen beiden Frequenzen wegfallen. Aber selbst dann wären 30 dB deutlich zu viel.

von Kroes - am 11.04.2006 07:33
.@ Wiesbadener : Danke :spos: .. vor allen Dinge bedenkt bitte, dass es um den NORMALempfang geht und nicht darum, bis wohin man die 87.9 mit entsprechend besserem / aufwändigerem Equipment auch noch empfangen kann. Da ist sehr schnell was kaputt gemacht und bestimmten "Kreisen" Munition zum Einspruch geliefert ( siehe die hessischen NKLs ).

Die eigentlich unverständlich gute Empfangbarkeit der 97.2 gerade im Bereich Taunusstein-Neuhof ( und nicht nur dort ) und weiter Richtung Limburg kann ich auch bestätigen. Eine der Ursachen ist sicherlich schon die 3-fach gestockte Antennenkonstruktion an der Mastspitze, aber so ganz traue ich auch der Senderleistung = 100W nicht. Ich erinnere mich da an die alten 101.4 hr-Zeiten in Wiesbaden und was sich dann bei der Umstellung auf die 99.7 später herausstellte ........

von KlausD - am 11.04.2006 08:44
Wiesbadener: gestockte Anordnung ergibt eine wesentlich engere Vertikalkeule, d.h. die Sendewellen werden weitgehend flach von der Antenne aus gebündelt und es geht viel weniger nach unten und vor allem nach oben verloren.
Das sehe ich als das grösste Manko dieser T-Systems Yagi-Kombis an.

Gut, in manchen Fällen kann es auch mal gewünscht sein, daß auch nach oben was weggeht (zB in Gerbirgslagen, wenn der Sender im Talboden steht und es Dörfer an Berghängen gibt, aber im Flachland sollte man darauf achten, daß nicht zu viel nach oben abhaut.
Übrigens kenne ich diesen Effekt auch bei den Flächenstrahlern am S(D)WR-Standort Mötzingen.
Dort bekommt man in ca 50km Entfernung vom Sender auf der Albhochfläche (ca 250-.300 m höher) in etwa 50° Versatz zur Hauptstrahlrichtung tlw. ein besseres Signal als im eigentlichen Zielgebiet Herrenberg, das nur 10km vom Standort entfernt leicht tiefer liegt.
Das hat mich immer wieder verwundert, daß Mötzingen auf der ganzen westl. alb reinprügelt ohne Ende, obwohl er dort eigentlich gar nix verloren hat.
Dort hängen drei Flächenstrahler übereinander, wobei mit jedem aufgeschaltenem Programm einer hinzukam, so daß dort wohl wirklich jedes Programm über eine Antenne gesendet wird.
Ganz ursprünglich hing da nur ein einziger für die 87.6. Ein Wahnsinnsaufwand mit eigens gebautem Mast und Koordination etc. für eine Funzel, die eigentlich nur ca 20.000 Einwohner mit dem neuen vierten Programm versorgen sollte.

Ist die 87.9 etwa noch nicht fest in den Händen des Betreibers? Wird die noch offiziell ausgeschrieben?
Okay, die reichweite ist hundsmiserabel! :D

von PeterSchwarz - am 11.04.2006 10:58
Nach einem Ausflug an die Nahe kann ich jetzt mal die Ergebnisse übermitteln:

die Reichweite beträgt je nach Topographie 10 bis 20 km mit gutem Stereo- und weitere ca. 10 km mit Mono-Signal. Einwandfrei ist der Empfang in allen Naheorten zwischen Bingen und Bad Kreuznach und auch den etwas höher gelegenen Orten mit Blick aufs Nahtal wie Aspisheim. Die Stadt Bad Kreuznach wird lückenlos mit Vollausschlag erreicht, in Bingen ist der Empfang ebenfalls größtenteils in Stereo möglich, lediglich dort, wo der Rochusberg im Weg ist, geht es nur in Mono. Auf der hessischen Rheinseite kommt die 87,9 zwischen Assmansshausen und Eltville durchweg in guter Mono-, in Geisenheim und Oestrich-Winkel auch in Stereo-Qualität. Ingelheim und Gau-Algesheim sind nur teilweise versorgt, je nach Lage.

Alles in allem ist die Frequenz eine gute Wahl!

von Wiesbadener - am 15.04.2006 17:02
So, vor 5 Minuten wurde der Sender ganz abgeschaltet. Davor gab es eine kurze Abmod von Michael Pauken (sofern ich mich nicht verhört hab), in der das Ende der ersten Testphase bekanntgegeben wurde und das Datum der Testphase 2 genannt wurde. Gefolgt von einem Leerträger bis der Sender abgeschaltet wurde.

Jetzt läuft hier WDR5 auf 88,0 MHz.

von seventeen - am 17.04.2006 20:14
Zitat
Harald P.
Derzeit ist man ja wieder auf Sendung, zu meiner Überraschung lief heute morgen eine Zeitlang Klassik-Radio. Fehlschaltung? Mittlerweile läuft wieder eine Popmusik-Schleife, anscheinend die gleiche wie gestern abend.


Gestern morgen lief eine Gottesdienstübertragung. Mittags ab 12:00 Uhr gab es dann 3 Stunden Klassik Radio. Danach vom Domradio eine Liveschalte zum Katholikentag.

Das mit Klassik Radio war wohl eine klassische Fehlschaltung, beide Programme liegen m.E. auf dem gleichen ASTRA-Transponder. Klassik Radio Studio Nahe :D

von seventeen - am 26.05.2006 07:42
Zitat
Harald P.
Derzeit ist man ja wieder auf Sendung, zu meiner Überraschung lief heute morgen eine Zeitlang Klassik-Radio. Fehlschaltung? ...
Ist die zweite Sendestrecke 24.05.-28.05.2006 ( Mittwoch - Sonntag ) anlässlich des 96.Deutschen Katholikentages in Saarbrücken. Nächste Woche an Pfingsten geht es dann schon wieder weiter ( 02.-05. Juni ).

Wenn gestern morgen vorübergehend Klassik-Radio auf der 87.9 geschaltet war, würde dies erklären, warum ich das Studio Nahe etwas weiter entfernt nicht erkennen konnte :D. Was Klassisches war nämlich in dem Empfangsmix dabei.

von KlausD - am 26.05.2006 07:51
Zitat
KlausD
Ist die zweite Sendestrecke 24.05.-28.05.2006 ( Mittwoch - Sonntag ) anlässlich des 96.Deutschen Katholikentages in Saarbrücken. Nächste Woche an Pfingsten geht es dann schon wieder weiter ( 02.-05. Juni ).


Die derzeitige Aufschaltung ist schon die dritte Test-Sendestrecke. Die zweite Strecke war vom 29.04. bis 01.05.

von seventeen - am 26.05.2006 17:54
so Ihr habt am 25. Mai gut aufgepasst:

Studio-Nahe schließt Kooperation mit Klassik Radio ab!

Direktor Erwin Müller-Ruckwitt, Leiter Hauptabteilung Bildung und Medien der Erzdiözese Köln, erlaubt der Pfarrgemeinde Maria Geburt, Bretzenheim nicht das Domradio als Mantelprogramm zu übernehmen.
Seine Bedingung, das Bildungswerk der Erzdiözese Köln müsse Inhaber der Lizenz werden, konnten die Verantwortlichen des Bistums Trier und der Pfarrgemeinde Bretzenheim nicht zustimmen.
Das Projekt wurde und wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Kirchengemeinde entwickelt, aufgebaut und durchgeführt.
Trotz vieler Bemühungen und guter Argumente konnte Herr Müller-Ruckwitt nicht umgestimmt werden. Diakon Michael Pauken, Leiter von Studio-Nahe, bedauert dies sehr. Es wäre die erste UKW-Frequenz für das Domradio gewesen.

Die Kirchengemeinde hat nach kurzen Verhandlungen mit dem Klassik Radio einen neuen Partner gefunden. Sie hofft von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Ende Juni die Lizenz für den Dauerbetrieb zu erhalten.
Das Klassik Radio wird in der Zeit ausgestrahlt, in der kein Lokalprogramm aus dem Studio-Nahe gesendet wird. www.studio-nahe.de


von Mathias U. - am 02.06.2006 09:54
Für Klassik Radio ein Gewinn: das Sendegebiet der 87,9 schließt nahtlos an das der 103,4 aus Bingen an. So kann man Klassik Radio etwa künftig von Wiesbaden bis Bad Kreuznach auf UKW hören.

Andererseits: warum macht Studio Nahe nicht ein 24 h-Eigenprogramm, halt in der Nicht-Live-Zeit mit Musik von der Festplatte, evtl. sogar mit Voice Tracking und der Übernahme von Nachrichten (da gibt es inzwischen recht günstige News.Syndication-Formate). Fände ich für die Region und die Vielfalt noch besser als Klassik Radio. Ob dort jetzt ein auf Klassik Radio eingestellter Sat-Receiver oder ein Rechner mit MP3-Files Strom verbraucht, ist doch eigentlich Wurscht.

von Wiesbadener - am 02.06.2006 09:57
Auch ein möglicher Partner: Radio Paradiso aus Berlin, das ebenfalls von mehreren kirchlichen Institutionen getragen wird ein ähnliches Prorgammformat wie Domradio bietet. Die senden aber nicht über Satellit, die Zuführung müsste per Internetstream gewährleistet werden. Außerdem sind die freilich sehr auf Berlin fixiert.

@Mathias U: Klassik Radio ist nicht unbedingt eine Bereicherung, die sind wie erwähnt schon aus Bingen auf der 103,4 MHz an der Nahe zu hören, vom Kabel abgesehen. Nur in Bad Kreuznach schwächelt das Signal.

Gut, dass ihr nicht mit Radio Horeb verhandelt habt :D

von Wiesbadener - am 02.06.2006 10:54
Zitat
Mathias U.
die 103,4 geht hier sehr schlecht.
Kardinal Lehmann hat am Katholikentag dazu aufgefordert mehr Kooperationen mit Weltlichenpartnern zu schließen.
Also habe ich dies mal getan!

Das ist ja mal ein Wort.
Ich finde die Koop mit Klassik nicht die schlechteste. Das Domradio war von der Musik her nicht so knackig. Die Idee mit dem ERF finde ich aber aus einer Perspektive nicht schlecht : übernehmt doch zwei Stunden CrossChannel.de pro Tag. So evangelisch ist das auch wieder nicht ;)

Zum eigen produzierten Teil : Wie ist das eigentlich mit Mitarbeit und so geregelt. Wie bei einem NKL oder Offenen Kanal ? Und vor allem welche Art von Sendungen werdet ihr ausstrahlen ? Bin da mal gespannt.

von seventeen - am 02.06.2006 18:33
Da wollte Domradio Köln offensichtlich die Radiofäden nicht aus der Hand geben; irgendwo trotzdem unverständlich und schade. Auch wenn durch die Programmübernahme von Klassikradio eine engere Zusammenarbeit wohl nicht zustandekommen kann; in Kontakt bleiben und sich technisch austauschen können wir ja trotzdem. Ich hoffe mal die Landesanstalt macht euch jetzt nicht noch Probleme und teilt euch die 87,9 dauerhaft zu. Viel Glück ...

In diesem Sinne: Stay tuned 92.5 FM Wiesbaden ....

*** Radio RheinWelle 92.5 Wiesbaden - [url=http://radio.metagrid.de/cgi-bin/metagrid/radio.metagrid/metagrid_outbound.pl?id=400&name=RHEINWELLE WIESBADEN&url=http://www.radio-rheinwelle.de][u]Homepage / Livestream im Test [/u] [/url] - [url=http://www.radio-rheinwelle.de/programm/programmschema.html] [u]Programm[/u] [/url] - [url=http://www.rheinwelle.de.vu] [u]Sendungstipps[/u] [/url] ***


von Eckhard. - am 05.06.2006 13:46
@MIL: Relaying Radio Vatikan sollte eigentlich kein Problem sein, es gibt speziell eine Abteilung dafür:
Professional Services
Auf der Seite kann man ganz unradiomässig sich die Sendungen auch anhören.
Addendum: Zum Lauschen braucht man einen Account.
Hören kann man hier: Webstream


von Nohab - am 12.06.2006 20:06
Dem Vatikan hat man in Italien ja einen Strich durch die Rechnung gemacht und die 1530 abgedreht, welche hier jedes Küchenradio glaskar wiedergeben konnte, vorausgesetzt es war dunkel draußen.

Dass die Kölner Diozöse sich für einen zweiten Vatikan hält und alle anderen Bischöfe sauer auf die Kölner sind, dürfte sich aus den Machtverhältnissen innerhalb der Katholischen Kirche in Deutschland ergeben.

von Alqaszar - am 12.06.2006 21:44
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