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Bodenwelle auf Kurzwelle

Startbeitrag von Habakukk am 04.05.2005 12:43

Mal wieder eine doofe Frage von mir: mir geht's um die Bodenwelle auf Kurzwelle.

Die Langwelle hat ja eine sehr ausgeprägt Bodenwelle, während die Raumwelle dank der hohen Bodenwellenreichweite eigentlich nicht sooo viel mehr an Stationen dazu bringt.

Auf Mittelwelle ist beides sehr ausgeprägt. Tagsüber die Bodenwelle mit Reichweiten meist weiter als UKW, aber doch nicht mehr so weit wie auf Langwelle. Abends/nachts kommen dann halt über die Raumwelle weiter entfernte Stationen dazu, die Herkunft der Stationen bleibt aber relativ gleich über die Nacht. Der Empfangsradius der Bodenwelle kann durch Raumwellenstörer etwas abnehmen, umgekehrt empfängt man eine Reihe von Stationen über die Raumwelle.

Soweit alles klar.

Über Kurzwelle nun scheint es mir, als würde man quasi ausschließlich über Raumwelle empfangen. Selbst wenn ich tagsüber Deutsche Welle aus Wertachtal, oder den BR aus Ismaning (

Antworten:

Mir geht es 30km Luftlinie von Jülich entfernt genauso.
Wie in einem anderen Thread erwähnt, bin ich der Meinung, dass man im Response Diagramm von Dream die einzelnen Reflektionen sehen kann. Die erste ist die stärkste. Die "nullte", die es nicht geben darf, ist trotzdem, wenn auch schächer vorhanden. Hier, so vermute ich, verrät sich die Bodenwelle.

Der Abstrahlwinkel hängt haubtsächlich von der Antennenbauform ab.
Kuckst du zB hier: http://members.aon.at/wabweb/radio/antenne2.htm



von Antenno - am 04.05.2005 13:00
Als ich noch in Aachen wohnte, konnte ich die Bodenwelle der Jülicher Sendung auf 25 MHz für Südafrika hören, häufig mit Flatter-Fading. Abgesehen von der absichtlichen Unterdrückung der Bodenwelle: Die Bodenwelle scheint auf Kurzwelle schlechter zu funktionieren als auf UKW. Aber das, was wir auf UKW empfangen, ist eigentlich keine Bodenwelle, sondern eine Raumwelle. Die Höhe der Sendeantenne beträgt hier ein zigfaches der Wellenlänge. Die Welle reicht damit bis zum Horizont und ein wenig darüber hinaus.

Ingo

von Ingo-GL - am 04.05.2005 13:13
Die Bodenwelle spielt bei der Kurzwelle praktisch keine Rolle, ist auch gar nicht erwünscht. Die Reichweite hängt nicht nur von der Frequenz und der Umgebung ab, sondern in erster Linie von der verwendeten Sendeantenne.
Auslandsdienste, die weit entfernte Gebiete versorgen, strahlen in einem flachen Winkel ab. Da ist die Bodenwelle schon nach wenigen Kilometern verebbt.

Ansonsten sind die Angaben auch recht unterschiedlich. Die Bodenwelle auf 49 m dürfte kaum 50 km erreichen. Der BR spricht sogar von nur wenigen km und gibt die tote Zone mit 50 km an. Demnach würden die ersten Raumwellen nach 50 km bereits aufschlagen. Aber das hängt halt von der Antenne ab. Ein einfacher Dipol strahlt ja sehr steil. Bodenwellen unterliegen auf KW einer hohen Dämpfung, das wird mit jedem km schlechter.

D.h. Entfernungen von 50 km sind ein kritischer Bereich.

von drm-dxer - am 04.05.2005 13:22
UKW wird i.d.R. gezielt vertikal gebündelt abgestrahlt, da nur die Bodenreichweite interessiert. Bei KW wird manchmal absichtlich steil nach oben gestrahlt, wenn man nur " kurze " Reichweiten erzielen will. Die Bodenwelle erreicht je nach Frequenz, Tageszeit und Leistung max. um die 50 km. Am stärksten ist der Effekt der Überlagerung von Boden- und Raumwelle bei mir in der Dämmerung und im Morgengrauen.

von Werner53 - am 04.05.2005 13:24
Ergänzen muss man noch, das der Bereich um 11 m (26 MHz) ja auch noch zur Kurzwelle gehört. Bei diesen hohen Frequenzen finden wir beides. Hohe und höchste Reichweiten der Raumwelle (allerdings nur bei einem Sonnenfleckenmaximum), und andererseits schon fast UKW-ähnliche Bedingungen bei der Bodenwelle.
Wer schon mal CB-Funk betrieben hat weiß, dass die größten Reichweiten von einem möglichst hohen Standort erzielt werden.

von drm-dxer - am 04.05.2005 13:30
Das heißt, dass ich im Falle der 6085 also tatsächlich wohl schon die Raumwelle empfange und nicht wie ich dachte, die Bodenwelle. Würde auch bedeuten, dass das Signal der 6085, wenn ich näher Richtung Ismaning fahre, wohl kurzzeitig verschwinden oder sehr schwach werden würde (tote Zone), um dann 10km vor dem Sender oder so als Bodenwelle wieder zu kommen. Sehr interessant... Hat so ein Experiment mal jemand durchgeführt, also mit dem Auto aus ca. 60km auf den 49m-Band-Sender zufahren und beobachten, wie sich der Empfang ändert?

von Habakukk - am 04.05.2005 13:36
Der Bereich der toten Zone ist aber auch ständig in Bewegung.
Ich versuche derzeit herauszufinden, welchen Gesetzmäßigkeiten das unterliegt, und ob man mithilfe der Solar Indices eine Vorhersage machen kann.

Aktuell ist z.B. RTL wieder mal kaum wahrnehmbar, das gilt auch für Flevo un die D-Radios auf 6005/6190. Dagegen ist die 6085 kHz normal zu empfangen.
Etwa bei 300 km liegt auch eine kritische Grenze.

von drm-dxer - am 04.05.2005 13:47
Bei mir sind aktuell die beiden RTL Frequenzen abends/nachts sogar halbwegs brauchbar zu empfangen. Bis vor kurzem waren die abends/nachts quasi weg. Naja, im Sommer ging das 49m Band schon immer besser. Schon damals, als Radioropa mal auf 5975/5980 (???) sendete, war die Frequenz im Winter abends nicht zu gebrauchen.

von Habakukk - am 04.05.2005 13:56
Die jahreszeitlichen Schwankungen sind bekannt, die kann man auch ganz gut einschätzen. Es kommt aber immer wieder vor, dass einige Sender (und es sind immer die gleichen) plötzlich schwächeln oder ganz verschwinden, während andere davon nicht betroffen sind.
Um 14.00 Uhr hatten wir SFI=112 - A=10 und K=0.
Hier muss es einen Zusammenhang geben, den es herauszufinden gilt.

von drm-dxer - am 04.05.2005 14:03
Als die Rohrdorfer KW noch aktiv war, konnte ich hier, in ca. 40km Entfernung vom Sender, meist nur ein relativ schwaches Signal empfangen, manchmal auch gar nichts. Die MW-Bodenwelle vom gleichen Standort kommt dagegen "volle Kracht"

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 04.05.2005 18:05
Zitat

Dennoch kann ich Ismaning, dessen Sender auf UKW ziemlich gut reinbrüllen, auf 6085 nicht ganztägig einwandfrei empfangen.

Ist ganz klar zu erklären. Während UKW in Ismaning von einem 100 m hohen Mast abgestrahlt wird, geht die Kurzwelle von 2 Winkeldipole ab, die in 25 bzw. 50 m Höhe hängten. Durch entsprechende Schaltung der beiden Dipole kann der Abstrahlwinkel beeinflusst werden.

Zitat

Die Bodenwelle auf 49 m dürfte kaum 50 km erreichen. Der BR spricht sogar von nur wenigen km und gibt die tote Zone mit 50 km an.

Letztlich hängt es davon ab, wie hoch die Antenne hängt, da dies - wie bei UKW - die Reichweite jener Strahlung bestimmt, welche direkt von der Antenne kommt.

Zitat

Werden KW-Signale dann gezielt so abgestrahlt, dass möglichst wenig Bodenwelle entsteht? Kann man so die tote Zone stärker beeinflussen?

Will man die tote Zone klein halten und ist man nicht auf transkontinentale Verbindungen aus, so strahlt man das Signal relativ steil ab. Dies erreicht man durch die Höhe der Antennenanbringung und die Stockung der Antennendipole.

Im 49m-Band trachtet man zumindest tagsüber nach einer eher steilen Abstrahlung, d.h. niederige Antennenhöhe, wodurch auch die Bodenwelle eine geringe Reichweite aufweist.

Hier eine Skizze:


von Wasat - am 04.05.2005 18:14
Zitat

Wie ist das genau, wenn man in der "toten Zone" ist...

Es ist furchtbar!
Früher (Anfang der 80er) hatte ich mit diesem Problem ständig zu kämpfen. Am Samstag-Nachmittag wollte ich immer das "KW-Panorama" bei "Österreich auf Kurzwelle" (RÖI hieß es erst später) hören. Damals hatte der ORF noch keine steil strahlende Quadrantantenne in Moosbrunn und der Sender in Aldrans bei Innsbruck mit Steilstrahlung war schon abgebaut. Ich saß also am äußeren Rand der toten Zone von Moosbrunn und war von der Gutmütigkeit der Ionosphäre abhängig. Selten war das Signal wirklich gut, meist ganz brauchbar, oft aber auch nur sehr schwach zu empfangen.
Das "KW-Panorama" wurde zwar am Montag abends wiederholt. Da war aber meist überhaupt nichts zu hören.

Man hatte damals übrigens einen guten Vergleich zu einer Steilstrahlung. Es gab nämlich in Wien den "Schulungssender des Österr. Bundesheeres", der mit 1 kW arbeitete (Programm nur an Wochentagen tagsüber). Bei mir zuhause war das Signal meist stärker als jenes aus Moosbrunn (gleich weit weg) mit 100 kW. Der Schulungssender hatte übrigens als Antenne einen einfachen Dipol, der wenige Meter über dem Dachfirst einer Kaserne mitten in Wien angebracht war. Diese Antenne kenne ich ganz gut, weil ich wenige Meter darunter 8 Monate lang (als Wehrdiener) gewohnt habe. Der Sender stand in einer kleinen abgetrennten Kammer in einem unserer Schlafräume.

von Wasat - am 04.05.2005 19:44
Hat so ein Experiment mal jemand durchgeführt, also mit dem Auto aus ca. 60km auf den 49m-Band-Sender zufahren und beobachten, wie sich der Empfang ändert?


@ Andalus:

Ja! In den 80ern habe ich das mit dem BLAUPUNKT Frankfurt (mit 49 m-Band) beobachtet; hab dabei zu meiner Überraschung festgestellt, dass es sehr große Unterschiede im Empfangsverhalten der getesteten Sender (u.a. Junglinster, Mühlacker, Bremen, B-Britz) gab und konnte mir das überhaupt nicht erklären.
Und da es auch noch kein Internet und kein Forum gab, blieb ich erstmal ratlos. :-)

von Manager. - am 04.05.2005 19:49
Mitten in der toten Zone ist der Sender komplett weg.
Fährt man an den Sender ran, kommt einige km bis einige 10km vorher das Signal stabil hoch.
Fährt man stattdessen vom Sender weg, kommt das Signal ebenfalls allmählich hoch, aber schwankend, da die Ionosphäre kein stabiles Betonteil ist,
sondern ziemlich blubbert und brodelt.



von Nohab - am 04.05.2005 20:42
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