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Guter Antennenverstärker für UHF Yagi

Startbeitrag von DX-Project-Graz am 25.06.2005 10:18

Welche gibt es, die es auch bei Blödmärkten o.ä. gibt? Welche taugen etwas?

Ist es möglich, mangels Strom am Dachboden, den Verstärker vor dem Eingang am TV hier im Zimmer anzuschließen? Wie wirkt sich das auf den Empfang aus?

Wieviele dB sind ratsam?

Antworten:

Speziell geht es mir um den Kanal 59... der sieht normalerweise so aus:



Ist es möglich auf dem Kanal 59 ein besseres Bild mit irgendeiner Hilfe zu kriegen. Das hier ist die Empfangsleistung der Televés DAT45.

Wenn ich die Yagi draußen montiere (momentan Dachboden), geht es vielleicht besser. Ich habe mit dem Casio EV 570P ein scheinbar einwandfreies Farbbild im Freien - stellenweise!



von DX-Project-Graz - am 25.06.2005 14:42
Wenn die Feldstärke des Signals zu gering ist, hilft der beste Verstärker nix. Aber das hat Jens ja im Prinzip auch schon gesagt. Was helfen könnte ist entweder a) höhere Montage der Antenne (keiner Antennenmast?) mit exakter Ausrichtung zum Sender oder b) der Kauf einer Antenne mit mehr Gewinn (im allgemeinen sind Antennen mit mehr Gewinn allerdings auch erheblich größer, weil mehr Elemente benötigt werden). Dann hast Du schon mal einen besseren Pegel am Antennenausgang.



von RadioNORD - am 25.06.2005 14:50
Du müsstest am besten mal ein portabel TV mit auf den Dachboden nehmen und mal direkt an die Antenne anschließen. Wenn das Bild dabei genau so schlecht ist, istein Verstärker sinnlos.
Zitat

Ist es möglich, mangels Strom am Dachboden, den Verstärker vor dem Eingang am TV hier im Zimmer anzuschließen? Wie wirkt sich das auf den Empfang aus?

Den Verstärker da anzuschließen bring auch nichts, selbst wenn der Empfang am Anfang des Kabels noch OK ist, was soll der Verstärker denn am Ende des Kabels noch Verstärken, wenn schon nichts vernünftiges mehr ankommt?
Es gibt (oder gab, ich erinerre mich z.B. an WiSi) aber Antennenverstärker, die sich über das Koaxkabel fernspeisen lassen, so dass der Verstärker selbst seine Spannung über das Koaxkabel bezieht und keine Steckdose in der Nähe des Verstärkers vorhanden sein muss.

von WiehengeBIERge - am 25.06.2005 14:50
Das mit dem Portabel TV auf dem Dachboden ist ne prima Idee ... ich werd das mal testen!



von DX-Project-Graz - am 25.06.2005 14:57
Zitat

Du müsstest am besten mal ein portabel TV mit auf den Dachboden nehmen und mal direkt an die Antenne anschließen. Wenn das Bild dabei genau so schlecht ist, istein Verstärker sinnlos.


Das mag bei normalen kommerziellen Verstärkern stimmen.

Allerdings kann man mit modernen SMD-Transistoren wie BFR196, mit denen sich Rauschwerte unter 1dB erzielen lassen, auch selbst einen Vorverstärker bauen ,
mit dem man gerade bei leicht verrauschten Empfang noch deutlich was rausholen kann.
Ich habe bereits mehrere solcher Vorverstärker gebaut und auch in Betrieb.

Ich habe das mal bei uns auf der Terrasse ausprobiert mit einer Astro-Yagi bei E30 (ARD) und E38 (ZDF) aus Wittenberg (ca.90km entfernt, keine freie Sicht) :

* ohne Vorverstärker, ca. 3m Koaxkabel direkt zum TV -> sah etwa so wie auf dem Bild oben aus

* mit Vorverstärker direkt an der Antenne, ca. 3m Koaxkabel direkt zum TV -> fast perfektes Bild, nur noch minimales Rauschen zu sehen.

von carkiller08 - am 25.06.2005 18:44
Wenn dieses Bild bei Dir ohne jegliche Verstärkung so aussieht, wird bei Verwendung eines Verstärkers ein fast rauschfreies Bild herauskommen. Dabei ist das Rauschnmaß des Verstärkers nicht mal soo entscheidend. Das kommt meist erst dann zum tragen, wenn mehrere Verstärker in Reihe geschaltet werden.



von Channel Master - am 25.06.2005 23:37
@Channel Master: Danke für deine Stellungnahme! :-)

Ich denke ich werde bei Neuhold Elektronik (hier in Graz) mal ein besseres Teil ausleihen und dann wenns nicht geht gegen Antennenstecker etc umtauschen, die ich sowieso brauche...



von DX-Project-Graz - am 26.06.2005 08:12
@ Jens Ullrich: Egal ist ist das Rauschmaß natürlich nicht, habe ich auch nicht gesagt. Mit "nicht so entscheidend" meinte ich nur, dass es auch bei einem Verstärker mit einem Rauschmaß von 4 dB bei o.g Bild noch zu einer Verbesserung kommt und man nicht unbedingt solche hochgezüchteten High-Tech-Teile benötigt, welche ohnehin schwer zu bekommen sind.

In Büchern habe das zwar auch noch nie gelesen, aber meine Aussage resultiert aus meiner 25-jährigen Erfahrung im Antennenbau. Hier in der Gegend gibt es Stellen, an denen SW RP aus Ahrweiler auf K56 ohne Verstärkung wie auf o.g Bild kommt.

Von diesen "Südwest"-Antennenanlagen habe ich ungefähr 250 gebaut (von insgesamt ca. 1000). Dabei haben wir verschiedene Verstärker als Vorverstärker für SW3 benutzt, vom Schwaiger VV5N (3dB) bis zum ausrangierten Breitbandverstärker. Die Unterschiede waren feststelbar, aber nicht groß.



von Channel Master - am 26.06.2005 12:31
Was hältst du von diesem hier?





Verstärkung 16 dB
Rauschmaß 3,5 dB
max. Ausgangspegel 100 dBµV
Stromaufnahme +24 V/ 10 mA



von DX-Project-Graz - am 26.06.2005 12:45
Zitat

Dabei ist das Rauschnmaß des Verstärkers nicht mal soo entscheidend. Das kommt meist erst dann zum tragen, wenn mehrere Verstärker in Reihe geschaltet werden.


Das stimmt nicht. Entscheidend ist das erzielbare S/N-Verhältnis und dieses wird maßgebölich vom Rauschmaß der ersten Verstärkerstufe UND dem Pegel bestimmt, der an deren Eingang anliegt.

Die Rechnungen sind doch gar nicht so schwer:

Antennenpegel 50 dBµV
Kabeldämpfung 3 dB
Rauschmaß TV-Eingang 8dB

Macht ein Bild mit 39 dB S/N, welches in etwa wie das obige aussehen dürfte.

Mit rauscharmem Vorverstärker (2dB Rauschmaß, mindestens 12dB Verstärkung) direkt an der Antenne bekommt man mit den 50dbµV ein S/N von knapp unter 48 dB (ich vernachlässige dabei Kabeldämpfung und Rauschen des TV-Eingangs, das darf ich, wenn die Verstärkung des VV hoch genug ist).

48dB S/N sind ein gerade eben rauschfreies Bild.



von Grenzwelle - am 26.06.2005 12:49
So, hier mal der Schaltplan von dem UHF-Vorverstärker mit BFP196 (nicht wie erwähnt BFR196) :



Die Verstärkung liegt bei 10 bis 15dB.
Das Transistorrauschen liegt bei der angegebenen Dimensionierung bei ca. 1,0 bis
1,6B (Kollektorstrom 5 bis 16mA einstellbar). Dazu kommt natürlich noch das Rauschen
der Widerstände.

Die Bauteile kosten etwa 2 EUR. Ich habe dazu noch eine Platinenlayout liegen,
welches ich für den Einbau in ein FUBA SZV872 Entzerrergehäuse entworfen habe
(ca. 3x4cm). Ein abgeschirmtes Gehäuse wird auf jeden Fall benötigt !

Der Verstärker läßt sich natürlich auch mittels Gleichspannungsweichen (oder 2 Drosseln 20µH + 2 Kondensatoren 1nF) über das Koaxialkabel fernspeisen.

Eine teure Meßausrüstung braucht man zur Inbetriebnahme auch nicht.

EDIT: Das Platinenlayout gibst unter
http://www.bilder-hochladen.net/files/1ud-5.gif

von carkiller08 - am 26.06.2005 13:04
Wie würde denn dann so ein Bild mit 48 dB aussehen?



von DX-Project-Graz - am 26.06.2005 13:04
Mit 48 dB S/N sollte es (fast) rauschfrei sein.



von Grenzwelle - am 26.06.2005 13:25
Was mir aber auffiel: In 30-40% der Zeit wechselt das Bild in schwarz-weiß Empfang...



von DX-Project-Graz - am 26.06.2005 13:32
>>Die Rechnungen sind doch gar nicht so schwer:

Antennenpegel 50 dBµV
Kabeldämpfung 3 dB
Rauschmaß TV-Eingang 8dB

Macht ein Bild mit 39 dB S/N, welches in etwa wie das obige aussehen dürfte.


@Grenzwelle:

Das obige Bild hat niemals einen Antennenpegel von 50 dBµV. Das sind geschätzte 36-38 dBµV. Mit VV von 18 dB kommt man gerade auf einen Pegel von 54 dB. Setzt man für den TV-Eingang 8 dB Rauschmaß an und für den VV 4 dB, kommt man auf ein S/N von 42dB (Kabel mal außen vor). Nicht rauschrei, aber besser als vorher.

Die Erfahrung zeigt, dass ab einem Pegel von 40 dBµV + VV5N (22dB/3,5dB) SW3 quasi "rauschfrei" hinzukriegen war. Bei genauem Hinsehen war zwar eine gewisse Grobkörnigkeit feststellbar, diese trat aber umsomehr in den Vordergrund, je größer die Verstärkung (und das Rauschmaß) des nachgelagerten Hauptverstärkers war.

@ DXPG: Den abgebildeten VV kannst Du für den Anfang schonmal nehmen. Die Schwelle für den Rückfall in den s/w-Modus hängt stark vom verwendeten TV ab. Gute Grundigs haben bei 32-33 dBµV (unverstärkt) schon konstant Farbe, es gibt aber auch Glotzen, die mehr als 38 dBµV dafür benötigen.





von Channel Master - am 26.06.2005 13:59
Tja ich hab ein Silva Schneider 16:9 Gerät STV heißt der glaube ich... der ist nicht der Beste - ich weiß.



von DX-Project-Graz - am 26.06.2005 14:22
Zitat

Das obige Bild hat niemals einen Antennenpegel von 50 dBµV. Das sind geschätzte 36-38 dBµV. Mit VV von 18 dB kommt man gerade auf einen Pegel von 54 dB. Setzt man für den TV-Eingang 8 dB Rauschmaß an und für den VV 4 dB, kommt man auf ein S/N von 42dB (Kabel mal außen vor). Nicht rauschrei, aber besser als vorher.


Mag sein, dass meine Schätzung zu optimistisch ist. Kann man aber schwer sagen, ohne die genauen Verhältnisse zu kennen. Bei Empfangsfragen hat im Zweifelsfalle aber immer der Pessimist Recht und das wärst hier Du! :)

Essenz bleibt , dass mit Einsatz eines rauscharmen VV eine deutliche Verbesserung eintreten wird.



von Grenzwelle - am 26.06.2005 14:23
Zitat

Am wichtigsten ist jedoch der Standort, in die Suche des optimalen Standorts würde ich am meißten investieren.


Das würde ich auch so sehen. Insbesondere, wenn DXPG schreibt :

Zitat

Wenn ich die Yagi draußen montiere (momentan Dachboden), geht es vielleicht besser. Ich habe mit dem Casio EV 570P ein scheinbar einwandfreies Farbbild im Freien - stellenweise!


Ich wage zu behaupten, daß es mit der Antenne draußen mit Sicherheit besser geht.
UHF-Antennen unterm Dach sind eigentlich unsinn und nur empfehlenswert, wenn sich
der Sender in unmittelbarer Nähe befindet.

Ich habe vor etlichen Jahren mal mal den Fernseher und einen UHF-Ringdipol (noch vom Junost) mit auf den Dachboden genommen und mal den Test gemacht:

E26 / SAT.1 aus Leipzig , 100 kW, ca. 60km entfernt

Antenne unter dem Dach -> fast kein Empfang möglich, Bild gerade s/w erkennbar

Antenne ca. 1m aus der Dachluke rausgehalten -> gutes,leicht verrauschtes Farbbild

von carkiller08 - am 26.06.2005 21:01
Ich denke ich werde das mal probieren mit der Montage im Freien ! :-)



von DX-Project-Graz - am 27.06.2005 12:48
@Jens Ulrich

Der Frequenzbereich wird hauptsächlich mit dem Hochpass am Eingang des Verstärkers festgelegt
(so ca. ab 450MHz , Verstärkung fällt dann im oberen UHF-Bereich leicht ab).

Also der Transistor ginge sicher auch noch für andere Frequenzbereiche.

Dazu müßte die Eingangsschaltung (Hochpass) geändert werden.
Könnte man sicher mit der Eingangsschaltung von einem konventionellen
Antennenverstärker mal vergleichen und ggf. anpassen.

Wenn es ein Problem sein sollte mit der Löterei, könnte ich bei Bedarf auch mal so einen
Verstärker zur Verfügung stellen.
Wie gesagt : Die kosten für so einen Verstärker sind minimal...


Infos zum BFP196 (PDF) gibts übrigens unter
http://www.et.fh-trier.de/EtechHomePage/team/berres/downloadbereich/Datenbl%C3%A4tter/SIEMENS/

von carkiller08 - am 28.06.2005 13:55
Ich hols nochmal nach vorne, weil mich die Sache mit dem Vorverstärker auch interessiert.

Der Aufbau als SMD ist für mich zwar auch nicht gerade alltäglich, aber ich denke das werde ich gerade so noch hinbekmmen ;-).

Aaaaber ;-):
Im UHF Bereich kann ich mit dieser Schaltung hier nicht viel anfangen, daher meine Frage:
Kann jemand den Eingangs-Bandpass auf den UKW Bereich umrechnen?
Gut, ich habe das bestimmt auch irgendwann mal gelernt, aber wann braucht man sowas schon, wenn man nicht "Entwickelt", sondern nur Repariert ;-)...


von WiehengeBIERge - am 28.12.2005 19:15
Schade, keiner kanns umrechen?;-)

Aber mal was anderes, wo bekommt man den BFP 196? Bei Reichelt und Aswo leider nicht (ich hab ihn zumindest nirgendwo gefunden).
Oder gibts evtl auch einen Vergleichstyp?

von WiehengeBIERge - am 05.02.2006 12:48
Z.B. bei Conrad El. für 43 Cent.

Artikel-Nr.: 153148 - 62

Typ BFP 196
Ordering code Q62702-F1320
Gehäuse SOT-143
UCEO (V) 12
IC mA 100
fT GHz * 7,2
G dB * bei 16
f MHz * 900



von Köllepözer - am 05.02.2006 14:52
Der Link geht nicht, aber trotzdem Danke ;-).
Bei der Apotheke Conrad gucke ich für gewöhnlich gar nicht erst nach, irgendwie wird mir der Laden immer unsympatischer ....

Aber das ist egal, das Ding scheints da ja ausnahmsweise mal zu geben ;-)
(und das finde ich erstaunlich, denn sonst findet man "ungewöhnliche" Bauteile viel eher bei Reichelt als bei Conrad...).

von WiehengeBIERge - am 05.02.2006 14:56
Ich habe mal nachgesehen , wie die Eingangsschaltung für Band 1 / 2 bei den
Mehrbereichsverstärkern in geschirmter Technik aus DDR-Produktion aussah:



Wahrscheinlich wäre es einfacher, bei so einem Verstärker einfach den einen Transistor (SF245)
gegen so einen rauscharmen SMD-Transistor zu ersetzen und den Band 3 / 45 Teil
zur weiteren Rauschreduzierung einfach lahmzulegen.

Ggg. finden sich solche Verstärker ja "kostengünstig" bei der nächsten Antennenabsäge-Aktion
noch unter einigen Dächern.... ;-)




von carkiller08 - am 05.02.2006 20:49
Na, danke erstmal, jetzt ist erstmal Basteln angesagt :-).

von WiehengeBIERge - am 06.02.2006 05:33
Zitat
carkiller08

Allerdings kann man mit modernen SMD-Transistoren wie BFR196, mit denen sich Rauschwerte unter 1dB erzielen lassen, auch selbst einen Vorverstärker bauen ,
mit dem man gerade bei leicht verrauschten Empfang noch deutlich was rausholen kann.
Ich habe bereits mehrere solcher Vorverstärker gebaut und auch in Betrieb.


Hattest Du die Möglichkeit, die Rauschzahlen Deiner Eigenbauten nachzumessen?
Wenn nicht, darf ich an Deiner Aussage stark zweifeln :-)

Gruß
Fred


von Vorverstaerker - am 06.02.2006 09:36
Die Rauschwertangabe bezog sich ausschließlich auf den Transistor.
Rauschwerte von teilweise unter 1dB erreichen viele moderne SMD-HF-Transistoren (
insbesondere die Baureihen BFG xxx / BFQ xx / BFP xxx )

Diese Informationen kann man den entsprechenden Datenblättern (pdf) entnehmen.

Das im Verstärker dann natürlich noch weiteres Rauschen hinzukommt (insbesondere von
Widerständen), hatte ich bereits an anderer Stelle erwähnt.

Ich habe meine Verstärker mit kommerziellen Produkten vergleichen können und mit meinen
Verstärkern durchweg bessere Ergebnisse erzielt.

Dies lag meistens daran, daß in kommerziellen Verstärkern entweder irgendwelche
Billigst-Transistoren eingesetzt waren, die laut Datenblatt schon doppelt so hohe Rauschwerte
hatten wie die in meinen Verstärkern oder es waren ältere Transistor-Typen
verbaut worden .

von carkiller08 - am 06.02.2006 16:37
Zitat
carkiller08
Die Rauschwertangabe bezog sich ausschließlich auf den Transistor.
Rauschwerte von teilweise unter 1dB erreichen viele moderne SMD-HF-Transistoren (
insbesondere die Baureihen BFG xxx / BFQ xx / BFP xxx )

Diese Informationen kann man den entsprechenden Datenblättern (pdf) entnehmen.


Ja, das weiß ich auch.

Zitat
carkiller08
Das im Verstärker dann natürlich noch weiteres Rauschen hinzukommt (insbesondere von
Widerständen), hatte ich bereits an anderer Stelle erwähnt.


Das mußt Du mal genauer erklären woher das kommt...

Zitat
carkiller08
Ich habe meine Verstärker mit kommerziellen Produkten vergleichen können und mit meinen
Verstärkern durchweg bessere Ergebnisse erzielt. Dies lag meistens daran, daß in kommerziellen Verstärkern entweder irgendwelche
Billigst-Transistoren eingesetzt waren, die laut Datenblatt schon doppelt so hohe Rauschwerte
hatten wie die in meinen Verstärkern oder es waren ältere Transistor-Typen
verbaut worden .


Also hast Du es nicht nachmessen können, das war ja meine Frage. Ich habe auch schon diverse Verstärker und Anderes gebaut, und grad bei den Rauschzahlen war es immer wieder überraschend, wie sehr sich dann die Praxis von den Datenblättern unterschieden hat. Ich stelle jetzt einfach mal frech die Behauptung auf, daß Du ohne Rauschmeßplatz-Unterstützung/Optimierung keinen Verstärker unter 3dB Rauschzahl hinbekommst, unabhängig von irgendwelchen Datenblattangaben.
Und glaub mir, ich weiß wovon ich rede... :-)
Apropo, relativ problemlos bekommt man Schaltungen mit MMIC-Verstärkern hin, sind im Aufbau weitaus unkritischer, weil Eingangs- Ausgangsimpedanz bei ca. 50 Ohm liegt. Damit kann man 2 bis 3 dB Rauschzahl problemlos hinbekommen. Den Unterschied zu 1 dB Rauschzahl kann man dann in der Praxis, zumindest beim UKW oder UHF Fernsehempfang, sowieso nicht feststellen. Das wird dann eher bei schmalbandigen Betriebsarten interessant.
Was die kommerziellen Verstärker angeht, hast Du ebenfalls recht, die liegen in der Regel bei 5-7 dB Rauschzahl....das sind eher Rauschquellen denn verstärker ;-)

Gruß
Fred


von Vorverstaerker - am 06.02.2006 18:55
Wie schauts bei euch mit UKW-Antenneverstärker aus?

Ich hab mir (schon länger her) den Antennenverstärker von Elektor nachgebaut
http://www.elektor.de/Default.aspx?tabid=28&year=2005&month=2&art=73034
Mich hat das total interessiert, ob das Ding da wirklich tut was es verspricht !
Die Stromversorgung funktioniert hier auch über das Koax-kabel.
Verbaut habe ich da den BF996S, dieser wird vom Entwickler dort auch als geeignet genannt.

Das Ergebnis ist aber bis jetzt ernüchternd. Wirkliche brauchbare Ergebnisse habe ich noch nicht gehabt. Kann auch sein, dass etwas beim Ätzen / Löten danebengegangen ist.
Das Teil ist relativ komplex (Spulen zu wickeln etc.) und sehr dumm abzugleichen.
Ich hatte leider keine Zeit mehr um nachzusehen, was da schief gelaufen ist.
Hat damit vielleicht jemand schon gespielt? Wenns funktioniert wäre es doch interessant?
Vielleicht ist das ja auch nur so eine typische Elektorschaltung...

LG


von temp - am 06.02.2006 19:23
Da steht aber was von BF965 oder BF966S in der Liste.
Das sind MOSFET-Transistoren, die für diesen Zweck durchaus gut geeignet sind.
Allerdings muß man da ziemlich aufpassen, daß die beim Zusammenlöten nicht
kaputt gehen (ESD-Richtlinien beachten) .

Betreff MMIC: Mir sind da zwar jetzt nich alle Typen bekannt, aber die Typen, die ich verwendet hatte,
hatten um die 30 bis 40dB Verstärkung, die sie aus 3 intern kaskadierten Transistoren herausholen.
Das dürfte eigentlich deutlich stärker rauschen als 1 Transistor und unter Umständen bei UKW zu
Übersteuerungsproblemen führen. Ausprobiert habe ich das bei UKW aber noch nicht.

Aus der Zeitschrift ELEKTOR hatte ich auch mal einen Antennen-Verstärker nachgebaut, der bis 150 MHz gehen sollte. Das Ding war nicht sonderlich brauchbar für UKW.
Diese Zeitschrift ist mir inzwischen viel zu teuer geworden.......

Später hatte ich dann einen konventionellen Antennenverstärker umgebaut (besserer Transistor
und TV-Teil lamgelegt).


von carkiller08 - am 06.02.2006 19:40
Wenn man den gesamten Artikel liest, dann ist dort eine erweiterte Tabelle mit MOSFETs von Philips angegeben. Im kurzen (gratis) Text auf der Homepage sind nur einige Typen angegeben.
Der BF966S hat wie meiner (BF996S - SMD) eine Rauschzahl von 1,8. In dem Artikel wird von einer gesamt Verstärkung bis zu 40dB geschrieben.
Andere FETs im SOT-Gehäuse habe ich nicht mehr bekommen.
Wenn ich mal Zeit habe, dann werde ich das Teil genauer anschauen, denn ich messe Spannungen an den Testpunkten im Schaltplan, die von den angegebenen unterschiedlich sind.
LG

Datenblatt BF996S

PS: Kaufen würde ICH die Zeitschrift bei diesem Preis auch nicht mehr



von temp - am 06.02.2006 19:52
Das selberbauen von Verstärkern ist sehr interessant und kann ich nur empfehlen, aber trotzdem wollte ich mal kurz noch einen Tipp für gute UHF Verstärker geben für welche die nicht gerne "basteln". Ich habe mal vor längerer Zeit mit Verstärkern eigentlich für den Sat-ZF Bereich experimentiert und einen mit der unteren Grenzfrequenz von 450MHz an meine UHF Antenne angeschlossen und war überrascht, dass das Bild besser war als mit einem Verstärker mit 22dB Verstärkung und 4dB Rauschmaß. Als zusätzlicher Vorteil ergibt sich bei diesen Verstärkern die Fernspeisung. Die Schirmung bei diesen Verstärkern ist durch die primäre Verwendung für die Sat-ZF sehr gut. Mittlerweile gibt´s die auch schon mit unteren Grenzfrequenzen von 40MHz in jedem Baumarkt.

von Jens1978 - am 06.02.2006 23:40
Zitat

Der beste Verstärker ist und bleibt die Antenne , was die nicht holt, holt auch kein Antennenverstärker !

Womit wir wieder bei Seite 1 wären ;-), denn da wurde diese Aussage (die ich bisher auch immer verteidigt habe) ja widerlegt...
Um zu sehen, ob da was dran ist, will ich das Ding ja nachbauen .


von WiehengeBIERge - am 07.02.2006 15:48
Zitat

Allerdings: Das Thema Verwendung von Sat-ZF-Verstärkern für UHF oder VHF bzw. gar UKW finde ich spannend. Gibt es da noch mehr Erfahrungswerte zu?

Für UKW habe das ganze auch mal getestet. Ich hatte mir vorher einen professionellen rauscharmen Vorverstärker von Kathrein für UKW gekauft. Angeblich sollte der 2,0 dB Rauschmaß haben. Später habe ich mir, da ich bereits mit den Sat-ZF-Verstärkern im UHF-Bereich sehr gute Erfahrungen gemacht habe, einen solchen mit einer unteren Grenzfrequenz von 40 MHz besorgt. Durch Vergleich der beiden stellte sich heraus, dass beide die gleichen Resultate erbringen. Hab´s durch den Empfang sehr sehr schwacher, stabiler Sender getestet. Außerdem sind die Sat-ZF-Verstärker deutlich billiger und das bei gleichem Ergebnis. Naja, mehr brauch ich nicht zu sagen.

Zu Thema Antenne gegen Verstärker: Diese Binsenweisheit Antenne ist besser als Verstärker ist doch bestimmt jedem hier klar. Trotzdem kann ein Verstärker bei sehr schwachen Signalen evtl. noch was rausholen. Zum Beispiel Stereo oder doch noch RDS bei UKW. Denn sobald man ein Kabel anschließt entstehen zwangsläufig Verluste und der Empfänger besitzt ja auch ein Eigenrauschen. Das ist aber bestimmt auch allen klar. Bei meinem Fernseher benutze ich z.B. prinzipiell einen Vorverstärker obwohl die Empfangsleistung mit einem alten Blaupunktfernseher von Ende der 80er identisch ist.

von Jens1978 - am 07.02.2006 16:25
Die Firma SSB-Elektronik fertigt Breitband-Vorverstärker und selektive Vorverstärker mit sehr guten Daten (nachgewiesenes Rauschmaß 0,4 dB) nach Vorgabe des Kunden. Standardtypen für die Frequenzbereiche der Funkamateure gibt es ab 184,- Euro. Kundenspezifisch gefertigte Typen sind sicherlich teurer.

Ingo

von Ingo-GL - am 07.02.2006 16:28
Zitat

Denn sobald man ein Kabel anschließt entstehen zwangsläufig Verluste und der Empfänger besitzt ja auch ein Eigenrauschen.

Lest ihr denn alle die erste Seite dieses Threads nicht ;-)?

Da steht doch die allgemein übliche Aussage (sinngemäß) "Antenneverstärker dienen nur dem Ausgleich von Kabelverlusten, ein schlechtes Antennensignal wird durch einen Verstärker nicht besser".
Das sehe ja auch ich so.
Nur dann hat eben carkiller diese super-Rauscharmen Verstärker mit ins Gespräch gebracht, die (angeblich) dann doch aus einem schwachen Antennensignal ein gutes machen können.

Um zu sehen, ob das wirklich realistisch ist (ich kanns mir nämlich ehrlich gesagt auch nicht so ganz vorstellen) möchte ich so einen Verstärker ja nachbauen, denn:

Versuch macht kluch :D.


von WiehengeBIERge - am 07.02.2006 16:33
Doch doch, hab schon alles gelesen :). Ich meinte aber, das ich selbst bei kurzen Kabeln und trotzdem guten Empfängern(!) eine Verbesserung, wenn auch nur eine geringe durch rauscharme(!) Verstärker, wie mit den oben beschriebenen feststellen konnte. Will dich aber nicht beim Nachbau stören, bin nämlich am Ergebniss interessiert :D Bis wann kann man denn mit Ergebnissen rechnen? Wenn´s nicht zu lange dauert würde ich den beschriebenen Verstärker bei guten Ergebnissen auch nachbauen, da er ja der Beschreibung nach ein wahres Wunderwerk sein müsste. :eek:

von Jens1978 - am 07.02.2006 16:44
Ach, das kann bei mir durchaus ein paar Monate dauern;-). Ich hab eben nicht so bombig viel Zeit ;-).

von WiehengeBIERge - am 07.02.2006 16:49
Wenn ein Verstärker mit modernen Transistoren unerwartet schlecht arbeitet, liegt es häufig daran, dass er auf hohen Frequenzen (im Gigaherzbereich) schwingt. Genau daran scheitern in der Regel Versuche, moderne Transistoren in alten Designs zu betreiben. Die alten Designs wurden für Transistoren entworfen, deren Verstärkung oberhalb des Betriebsfrequenzbereichs deutlich abnimmt. Die modernen rauscharmen Transistoren verstärken hingegen auch im Gigaherzbereich sehr gut (sonst wären sie nicht rauscharm) und geraten dort durch parasitäre Effekte ins Schwingen, wenn die Schaltung nicht in SMD-Technik realisiert ist.

Ingo

von Ingo-GL - am 07.02.2006 17:17
Parasitär sind die unbeabsichtigten Eigenschaften nichtidealer Bauelemente:

Kondensatoren verhalten sich bei einer gewissen (hohen) Frequenz wie ein Parallelschwingkreis und oberhalb dieser Frequenz wirken sie induktiv.
Bei Spulen ist es umgekehrt: Sie verhalten sich oberhalb einer gewissen Frequenz wie ein Kondensator.
Und die Eigenkapazität und -induktivität der Leiterbahnen und Anschlussleitungen der Bauelemente bekommen bei hohen Frequenzen ein eigenes Gewicht. Wenn dann ein Transistor vorhanden ist, der in diesem kritischen Frequenzbereich noch gut verstärkt, arbeitet die Schaltung anders, als es der Konstrukteur beabsichtigt hat.

Ingo

von Ingo-GL - am 07.02.2006 20:41
Zitat

Was sind denn "parasitäre Effekte" ?


Das ist eine eigene Wissenschaft, die nicht lustig ist ;)
Du möchtest staunen, welche (parasitären) Effekte auf einem winzigen Silizium-Chip auftreten
können ! Da glaubst du dann gar nicht, dass der schwarze Käfer überhaupt funktioniert.
In einfacherer Form gehört da auch der Transistor dazu. Die parasitären Kapazitäten können deinen
Ausgangsspannungsverlauf doch drastisch verändern (da ist nix mehr mit ideal...).

LG

von temp - am 07.02.2006 21:10
Was haltet ihr eigentlich von den Vorverstärkern von Tripol? Speziell folgender unter:

http://www.tripol.de/views/prodMain.php?katID=antennenverstaerker&prodID=b4023

Hat jemand damit schon Erfahrungen gemacht?

von March - am 14.02.2006 15:38
oder diesen hier von der Fa. Dipol (Polen)
http://www.dipol.com.pl/esklep/r90100.htm

buratino.

von buratino - am 14.02.2006 16:14
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