Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
22
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
alex, Kay Bartholomäus, cappu, Carsten Knütter, Ole, stimmt, MatthiasW., Schwabinger, Peter Schwarz, ChrizzySaar, ... und 4 weitere

arte-Radio?

Startbeitrag von cappu am 01.02.2003 11:20

Noch eine Kulturwelle?

Ein deutsch-franzoesisches Radioprogramm analog zum Fernsehsender Arte - das waere ganz nach dem Geschmack von Fritz Raff. Bei einer Veranstaltung zum 40. Jahrestag des Elysee-Vertrags hat der Intendant des Saarlaendischen Rundfunks (SR) die Gruendung einer solchen populaeren Kulturwelle vorgeschlagen.

Schade, dass Herr Elitz sich keine Gedanken zur Finanzierung des Senders gemacht hat. Oder man bedient sich aus dem Budget von arte-tv, dann hätte ich nichts dagegen einzuwenden.

Bleibt dann noch die Frage nach Frequenzen....

Vergangene Woche habe ich in meiner Tageszeitung einen interessanten Artikel zum Verhältnis Franzosen/Deutsche gelesen. Wenig gegenseitiges Interesse an der Sprache, der Kultur und dem Land an sich - aus französischer Sicht noch weniger als aus deutscher Sicht...

Vor diesem Hintergrund handelte es sich bei dem Vorschlag vermutlich nur um ein Gedankenmodell.

Antworten:

Interessanter Gedanke - das mit dem arte-Radio.

Nur hat man bei dem Gedanken wahrscheinlich die wohl wichtigste Barriere vergessen - die Sprache.

von Kay Bartholomäus - am 01.02.2003 11:40
Das wäre dann wie bei CH-Classic: Erst französisch dann nochmal auf deutsch

von unclown - am 01.02.2003 11:58
Immerhin : Vielleicht gibts dann endlich die praktische Umsetzung des Uralt-Gags :"Der Stummfilm im Radio".

Interessant ist die Idee auf jeden Fall, und auch eine echte Bereicherung im Hörfunk. Aber auf UKW gibts nichts mehr, MW ist auch zur Zeit belegt ( Mega ), damit könnte es passieren, das das Arte-Radio nur ein paar Sat-Freaks vorbehalten sein wird.
Oder es kommt in Ballungszentren.

von alex - am 01.02.2003 12:24
Vielleicht machen die öffentlich-rechtlichen Herrschaften dann ein paar (überflüssige) Frequenzen frei.

von Kay Bartholomäus - am 01.02.2003 14:13
In Hessen ist auf DAB noch sooooo vieeeeeel Plaaaaatz! Da können die die Deutsche und Französische Version sogar parallel mit 256 kbit/s übertragen.

von Carsten Knütter - am 01.02.2003 14:29
Richtig. Arte-Radio auf DAB und auf DRM. Ja gut, kein Kaufargument, aber der beste Weg, über einen Schleichweg an UKW-Stützfrequenzen zu kommen, damit das Programm auch der Allgemeinheit bekannt wird.

Ironie.

von alex - am 01.02.2003 18:26
SR-Indendant Fritz Raff sieht für ein Arte-Radio gute Chancen via DAB

Vor deutschen und französischen Auslandskorrespondenten hat Fritz Raff, Intendant des Saarländischen Rundfunks, die Gründung eines deutsch-französischen Radioprogramms angeregt.

Raff wörtlich: „Deutsche und Franzosen erstellen bereits ein gemeinsames publizistisches Produkt. Im Fernsehbereich hat es ARTE erfolgreich vorgemacht. Warum sollte ein gemeinsames deutsch-französisches Programm nicht auch im Hörfunk möglich sein? Warum nicht auch ein ARTE-Radio starten?“

SR-Intendant Raff geht davon aus, dass dieses Programm als populäre Kulturwelle gestaltet werden soll. „Mit einem abwechslungsreichen Mix aus Klassik, Jazz, Chansons und anspruchsvoller Popmusik, Nachrichten und Infofenstern jeweils in beiden Sprachen sowie deutsch-französisch-europäischen Themenschwerpunkten hätte dieses Programm eine Zukunft. Ein solches ARTE-Radio wäre, und das ist in Zeiten knapper Kassen die wesentliche Voraussetzung, sogar mit relativ geringem Kostenaufwand machbar.“

Für Raff könnte ein deutsch-französisches Radioprogramm auf die Ressourcen von ARD und Radio France zurückgreifen. Und dies sowohl beim Informantennetz als auch bei den Musikarchiven.“ Auch für die technische Verbreitung hat Raff einen Lösungsvorschlag parat: „Die Verbreitung könnte mit Hilfe der neuen Digital-Hörfunkfrequenz mit dem viel diskutierten DAB erfolgen.“

Quelle: SR

von cappu - am 05.02.2003 21:20
"Mit einem abwechslungsreichen Mix aus Klassik, Jazz, Chansons und anspruchsvoller Popmusik, Nachrichten und Infofenstern jeweils in beiden Sprachen sowie deutsch-französisch-europäischen Themenschwerpunkten hätte dieses Programm eine Zukunft."

Das hört sich doch sehr gut an.

von Carsten Knütter - am 05.02.2003 21:29
Wie wäres dieses Programm anstatt SR 2 - Kulturadio zu verbreiten. Der SR wäre auch so einen großen Teil seiner Finanzsorgen Los.

von Marcus. - am 05.02.2003 21:43
Arte-Radio finde ich eine gute Idee. Am Besten mit einer Mischung aus französischen Chansons und Oldies.
So was Ähnliches gibts übrigens schon im Saarland und Umgebung zu hören:
105,8 MHz Radio Studio 1, sendet aus Bitch in Frankreich und hat auch die Moderation abwechselnd in Französisch und Deutsch.

http://www.radiostudio1.fr.fm/

http://www.bolb.de/radiostudio1.htm

von ChrizzySaar - am 09.02.2003 12:13
Solange sie keinen französischen Hiphop spielen, solls mir Recht sein. :D

von Kai - am 09.02.2003 12:20
zu ChrizzySaar:
Radio Studio 1 sendet aus Bitche mit e (auf Deutsch: Bitsch). Nicht das hier jemand durch "Bitch" auf falsche Gedanken kommt :D.

zu Kai:
Na ja, besser wie so mancher US-Poser-Hip Hop ist der französische allemal. Ich finde den eigentlich ziemlich gut.

von Brubacker - am 09.02.2003 14:58
Ich denke mal, man mag den Hip-Hop in der Regel nur, wenn man auch versteht was die da singen.

Ich kann mit fremdsprachigem Hip-Hop auch nicht viel anfangen, aber sich darüber zu streiten ist Quatsch. Ist halt alles eine Frage des Geschmacks und der Sprachkenntnisse.

von Kay Bartholomäus - am 09.02.2003 15:38
"Mit einem abwechslungsreichen Mix aus Klassik, Jazz, Chansons und anspruchsvoller Popmusik, Nachrichten und Infofenstern jeweils in beiden Sprachen sowie deutsch-französisch-europäischen Themenschwerpunkten hätte dieses Programm eine Zukunft."

Komisch, wir haben doch schon so ein (bisher deutschsprachiges) Kulturprogramm aus Berlin ;) Oder soll das Arte-Radio dann über die Wellen des DLR verbreitet werden :D

Halte da eher wenig davon. Was im TV bei arte geht, muss nicht unbedingt im Radio funktionieren. Größtes Hindernis die Sprache. Spätestens wenn die andere (nicht verstandene) Sprache kommt, schaltet der Unkundige weg. Jemand der beide Sprachen beherrscht, will einen Beitrag nicht zweimal hören...
Und warum solche "verbindenden" Programme seit der Ehe DLF/RIAS/DS-Kultur immer grundsätzlich "Kultur" als Schwerpunkt haben müssen, ist mir auch nicht ganz begreiflich.
Völkerverständigend wäre da sicherlich eher ein Populärprogramm. Aber das hat man 1990 bei DT 64 auch nicht gemacht.

von Schwabinger - am 09.02.2003 16:54
@ Schwabinger : Exakt so ist es.

Zudem sollte man in Deutschland auch beherzigen, dass die schon bestehenden Kulturprogramme schon jetzt keine große Aktzeptanz haben. Es erscheint einfach logischer, wenn die bestehenden Resourcen gründlichst abgeklopft werden, bevor man reformunfwillig und unfähig nur daran geht, die alten Dinge zu belassen und neue zu starten, damit das Prestigebedürfniss einiger weniger Politiker gedeckt wird.

Ich vermute aber, es wird anders kommen.

von stimmt - am 09.02.2003 18:17
Denke auch, daß man es beim Engagement im TV-Bereich belassen sollte. Aber so frankophil (wie anscheinend unsere Politiker) bin ich eh nicht - ehemaliger Lateiner...:-)

von MatthiasW. - am 09.02.2003 18:27
Ich wäre von so einer Idee recht angetan, obwohl ich des Französischen nur bedingt mächtig bin. Mir gefällt aber das französische savoir-vivre, das auch in den Radioprogrammen gut rüberkommt.
Allerdings ist die Akzeptanz französischer Musik, wie ich im näheren und weiteren Bekanntenkreis immer wieder erfahren muss, nicht sehr gross.Manche regen sich über Noir Desir auf, obwohl die meiner Ansicht nach voll AC-Formattauglich sind (zumindest mit "Le vent nous portera".) Auch bei Alizée, die eine Zeitlang häufig liefen, habe ich Abschalttendenzen festgestellt.
Es sei denn, die betreffende Person hat eine besondere Affinität zu Frankreich (Verwandte, Bekannte etc.)Kein Land scheint von der gesamten Kultur so anglophon dominiert zu sein wie Deutschland.

von Peter Schwarz - am 09.02.2003 19:49
Logisch, wenn viele in Deutschland nicht mal Französisch können. Auch Interesse für die Sprache ist eher weniger da. Und das sage ich als Lateiner, der nebenbei F3 zumindest versucht (eher erfolglos :) zu betreiben :)

von Ole - am 09.02.2003 20:22
Angeblich grenzen wir ja auch noch an andere Länder, die uns leider immer noch ziemlich fremd sind. Wer kann schon was mit Dänemark anfangen, Tschechien, Polen, und so weiter ? Sofern es dorthin keine privaten Kontakte gibt, bekommen wir aus den Ländern nichts mit, schon gar nicht die Sprache.
Französisch interessiert mich gelinde gesagt überhaupt nicht, da wir es in der Schule nicht hatten und das Land so weit weg ist, dass es für mich einfach keinen Bezug dazu gibt. Holland liegt quasi vor der Tür, da kann ich drauf bauen.

Also, es ist nicht an der Zeit , ein weiteres Kulturradio mit deutsch-französisch-sprechenden Moderatoren zu gründen, sondern sich vielmehr Gedanken zu machen, wie man die umliegenden Länder ( Europa besteht nicht nur aus Frankreich und Deutschland ) besser kennenlernt. Dazu könnte natürlich auch ein Radiosender beitragen, aber viel mehr Möglichkeiten gibts dazu im TV.

von alex - am 09.02.2003 21:28
Mit Dänemark klappt es doch wenigstens in der Grenzregion gut - da kennen sich schon einige und Dänisch bzw. Deutsch wird auch in den Schulen unterrichtet. Anders wohl an der Ostgrenze, da hat man nach meinem Eindruck kaum Ahnung vom Geschehen hinter dem Schlagbaum.

von Ole - am 09.02.2003 21:34
Auch anders in NRW : Die niederländische Sprache wird nicht unterrichtet - jedenfalls nicht bei uns. In NRW hat man sogar alles getan, um den Empfang der NL-Programm per Kabel nach und nach zu unterbinden. Statt eines NEDERLAND1 haben wir da seit langer Zeit einen Shoppingkanal...... Vielleicht soll (!) uns sogar der Blick nach "drüben" unterbunden werden.... ( Spekulation ).

Eigentlich sollte es in den Bundesländern, wo es möglich ist ( also fast allen ), jeweils mehr Programm-Kontakte mit dem jeweiligen Nachbarland geben. Also, Austausch nach B, NL, PL, und so weiter. DAS könnte man als Völkerverständigung sehen. Die bisherigen schon vorhandenen Kooperationen finden ja meist im Verborgenen statt.

Dann gibts halt mal eine Übertragung einer Disco-Fete aus meinetwegen Winterwijk, oder aber auch Programmübernahmen in den Abendstunden. So wird es z.B. von Radio2 in B und NL praktiziert ( warum eigentlich ? ) - hier hört man auf den NL-Frequenzen Samstag abends immer das Radio2-Programm aus Belgien.

Und jetzt kommt nicht mit : das will keiner. Das sollte erstmal versucht werden.


Und wenn das dann mal läuft, können wir uns wieder mit einem Arte-Radio beschäftigen :-)

von alex - am 10.02.2003 04:51
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.