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Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 3 Monaten
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Chris4981, Terranus, wavefinder, Rolf, der Frequenzenfänger, PeterSchwarz, tojo, elchris, Radiopirat, Rosti 2.0, Oliver.M

ORF 1 und 2 Störungen im KabelBW

Startbeitrag von Chris4981 am 28.08.2005 08:10

Hey ihr Spezialisten :)

ich eröffne dieses Thema um zu erfahren, ob durch die Einführung von DVB-T in BW im Jahre 2006 reele Chancen bestehen die Programme des ORF störungsfreier zu bekommen.

Viele von euch wissen ja bekanntlich, daß die Kabelgesellschaft ORF 1 und ORF 2 ins Kabelnetz einspeist.

Das ganze läuft wie folgt ab:
ORF 1 und ORF 2 werden mit einer terrestrischen Antenne in Ulm abgegriffen und dort via Glasfaser in die Zentrale gespeist. Von dort aus geht es dann digitalisiert auf Sonderkanal 39 mit 8 anderen Programmen in die einzelnen Haushalte in Baden Würrtemberg.

Nun ist es aber so, daß auf ORF 1 je nach Wetter starke horizontale Streifen zu sehen sind.
ORF 2 hat andere Probleme. Als Beispiel kann ich sagen, daß bei ORF 2 Schatten auftachen.
Ich sah es kürzlich ganz genau bei einer Programmvorschau. Es war ein sehr großes ORF 2 Logo eingeblendet, welches man dann ca. 2cm weiter rechts nochmal als Schattenspiegelung im Hintergrund sah.

Was mich nun interessiert: könnten diese Störungen durch andere TV Sender verursacht werden ?
Gibt es eine Chance auf Besserung durch die Abschaltung von analogem terrestrik TV in BW ?

Ich habe leider keinen Screenshot wo man bei ORF 2 die Schatten sieht, aber ich habe einen von ORF 1 gemacht und hoffe, daß ein paar Leute hier sind, die etwas über die Empfangssituation wissen.

Nun bin ich gespannt.

Vielen Dank im Vorraus.
Liebe Grüße
Chris



Antworten:

Die Störung von ORF1 sieht nach Gleichkanalstörer aus, was aber dafür in Frage kommt kann ich auch nicht beurteilen, da ich die dortigen Verhältnisse leider nicht kenne.
Die Schatten die du beschreibst hören sich nach Geisterbildern an. Diese entstehen durch Reflektionen des Nutzsignals. Hier kann man nur mit einer stärkeren Richtantenne dem Problem entgegenwirken (oder anderer Standort).



von Rosti 2.0 - am 28.08.2005 09:23
Ich dachte, die ORF's sollten langfristig ab Satellit eingespeist werden? War ja eine Zeit lang auch der Fall. Gab es rechtliche Probleme, bzw. war die ganze Aktion von Anfang an gar nicht mit dem ORF abgesprochen?

Wie auch immer: aus rein technischer Sicht wird DVB-T die ganze Sache wohl nur noch schlimmer machen. Denn dann erfolgt noch eine weitere De- und Re-Codierung, was den Pixelsalat noch schlimmer machen dürfte. Zumal DVB-T ohnehin schon ein ziemlich verpixeltes Bild liefert. Immerhin wird es keine Streifen und Schatten mehr geben, aber die werden sich im Nachhinein vielleicht sogar als das kleinere Übel herausstellen.
Übrigens ist mir bei Kollegen mit Kabelanschluss aufgefallen, dass auch SF2 sehr oft von einem Gleichkanalstörer in die Zange genommen wird, was vor allem bei dunklen Bildern oder 16:9-Filmen sehr stört. Ich kann nicht verstehen, dass KabelBW ORF und SF in Ulm empfängt und nicht irgendwo am Bodensee. Die Kopfstation in Konstanz lieferte zwar zuletzt auch kein sauberes Bild mehr auf ORF1 (starke Geisterbilder, jedoch keine horizontalen Streifen), aber das hätte man mit einer besseren Antenne sicher in den Griff gekriegt. ORF2 und die SF's waren jedenfalls immer einwandfrei.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 28.08.2005 10:04
Wird der ORF eigentlich bis Mannheim rauf ausgekabelt?



von wavefinder - am 28.08.2005 10:07
@Rolf,

ich habe nur Gerüchteweise gehört, daß der ORF das nicht möchte das man das Satsignal nimmt aus rechtlichen Bedenken, aber was dran ist weiß ich nicht.

@wavefinder

Ja ORF wird in fast ganz BW ausgekabelt, auch in Mannheim.



von Chris4981 - am 28.08.2005 10:11
Zitat

ich habe nur Gerüchteweise gehört, daß der ORF das nicht möchte das man das Satsignal nimmt aus rechtlichen Bedenken, aber was dran ist weiß ich nicht.


Liegt sicher daran, dass der ORF auch rechtlich gesehen nicht im Ausland über Sat empfangen werden soll. Grund: Der ORF hat nur die Filmrechte für Österreich erworben. Deswegen flog ORF1 ja im (Feber=tiroler Dialekt) Februar 1998 auch aus dem Kabel in Augsburg, München und umliegende Landkreise.

Daher gibt es auch ein spezielles ORF2 Europe, dass alle "rechtlich freien Produktionen" zeigt, die ohne spezielle Rechte in ganz Europa ausgestrahlt werden dürfen. Deswegen ist auch ORF2 Europe frei und die anderen verschlüsselt.

Wenn die Kabelbetreiber trotzdem das verschlüsselte Signal einspeisen, "verstoßen sie quasi gegen diese Richtlinien".

Der Grund, warum dass alles früher kein Problem war, dürften die privaten TV-Sender und das deutsche Pay-TV sein, da diese sich ja 1998 gegen die weitere Verbreitung des Programmes ORF1 im bayerischen Kabel "gewehrt" haben.
---
persönl. Anmerkung:
Dies ist ein Grund, warum einige Freunde von mir kein Privat-TV mehr anschauen.

von Radiopirat - am 28.08.2005 12:40
eben, die müssten doch nur in Friedrichshafen oder irgendwo da nen Masten aufstellen, Glasfaseranschluss mit 10Mbit/s und ORF1 und 2 digitalisieren und einspeisen. Schon hätte man ein perfektes Bild.
Tja, aber das kostet halt...



von Terranus - am 28.08.2005 13:05
Auf welcher rechtlichen Grundlage wird der ORF in Mannheim ausgekabelt? Der ist dort wohl kaum ortsüblich empfangbar oder? War dder dort schon immer drin oder erst jetzt im Digipaket? RTL und Co müßten ja durchdehen....



von wavefinder - am 28.08.2005 13:29
Das Thema wurde die letzten 5 Monate ca. 10 mal durchgekaut.

Das damalige Urteil hat eine Lücke. Es heißt, der Provider darf einspeisen, was er terrestrisch empfangen kann.
Nirgends steht, daß man das was man im eigenen Land nicht weiterleiten darf. Ergo, ORF 1 und 2 in ganz BW.



von Chris4981 - am 28.08.2005 13:51
Komisch, dass das vor etlichen Jahren nicht genehmigt wurde, als die Telekom das mit ORf, SRG und den ganzen ARD Hörfunkprogrammen für ganz Deutschland vor hatte....

Das zeigt aber auch, das Digital TV immer noch nicht ernst genommen wird. Hätten sie es analog ausgekabelt, hätte RTL schon längst seine Rechtabteilung rotieren lassen.

Dann hoffe ich, das Kabel B W jetzt noch Iesy/Ish schluckt ;-)



von wavefinder - am 28.08.2005 14:10
Also könnte die KabelDeutschland theoretisch in Garmisch, oder ab da wo's geht, ORF1 und 2 empfangen und in Sylt verfügbar machen, da es ja das "gleiche" Netz ist? Heftig. Warum nur haben wir hier iesy ...

von Oliver.M - am 28.08.2005 14:13
Oliver M:

Kabel Deutschland empfängt ORF1/2 für umliegende Landkreise am Olympiaturm in München.



von elchris - am 28.08.2005 14:24
Michael hat es ja schon angesprochen:
Die horizontalen Streifen sind meist Gleichkanalstörungen. Entweder durch das selbe oder durch ein anderes Programm auf dem selben Kanal.

Die Geisterbilder sind typische Mehrwegverzerrungen. Diese sollten sich eigentlich durch entsprechenden Antenneneinsatz bei dem Kabelnetzbetreiber beseitigen lassen. Da die Kabelnetze mittlerweile zentralisiert wurden, dürfte es doch kein Problem darstellen, die ORF-Programme an einem grenznahen Standort abzugreifen, wo sie einwandfrei zu empfangen sind (zB im Bodenseeraum) und sie dann an die landesweite Verteilung weiterzugeben.

von PeterSchwarz - am 28.08.2005 14:38
Die Belgier und Holländer haben das jahrelang so gemacht. Da wurden die BBC Programme an der Küste terrestrisch aus Dover empfangen und dann in ganz Belgien und Holland ausgekabelt, genauso machte es man mit den deutschen Sendern.



von Terranus - am 28.08.2005 15:28
Ich weiß sicher, daß es geplant ist den Einspeisestandort zu verlegen undzwar in den Bodenseeraum, aber hierzu müssen erst Glasfaserleitungen stehen zu KabelBW in die Zentrale.

Das heißt also wenn der Gleichwellenstörer der den Pfänder da stört mit DVB-T in BW abeschaltet wird, könnte sich die Einspeisequalität verbessern wenn KabelBW bis dato nichts unternommen hat.

Sehr schön zu wissen. Danke für die doch äußerst positive Antwort. Nun frag ich mich nur noch was in Ulm und Umgebung den Pfänder K5 von ORF 1 stört.



von Chris4981 - am 28.08.2005 16:11
Ich denke, man will auf Satempfang umstellen ?



von Terranus - am 28.08.2005 16:13
Über den möglichen Pfänder-Störer haben wir doch neulich schon ausführlich diskutiert!

@ Terranus: Der ORF hat ja anscheinend 'was dagegen, wie oben erläutert wurde. Ausserdem ist bei den Versuchen, den ORF ab Satellit einzuspeisen, bisher regelmässig die Goldwafer, äääh, die Aufbereitung abgestürzt... ;)

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 28.08.2005 16:57
Hi,

die Geisterbilder bzw. Schatten beim ORF bekommt man nicht weg, außer man trägt die Alpen ab. Dort enstehen nämlich bereits die Reflexionen. Das sieht man ja auch daran, das sie stark wetterabhängig sind. Der Pfänder ist außerdem nur knapp 1100 Meter hoch, fast lächerlich im Vergleich zu anderen Bergen der Alpenkette. Es nutzt also nichts, wenn man in Ulm den Öffnungswinkel der Empfangsantennen verringert, denn die Störsignale (Refelexionen) kommen praktisch aus der gleichen Richtung wie das eigentliche Nutzsignal. Wenn man also nicht mehr auf das Sat-Signal ausweichen kann, wäre es wünschenswert, die Empfangsstelle für die ORF-Programme weiter runter in den Süden zu verlegen.

mfg tojo

von tojo - am 29.08.2005 19:45
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