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Deutschlandradio fordert Neuordnung der Frequenzen

Startbeitrag von AFNBEKENNER am 05.09.2005 02:27

Deutschlandradio fordert Neuordnung der Frequenzen

"Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur haben eine Neuordnung der Frequenzlandschaft in Deutschland gefordert. "Wir brauchen neue Frequenzen", sagte Intendant Ernst Elitz. Dies sei um so wichtiger, als sich herausgestellt habe, daß das Digitalradio so schnell nicht komme. In Frankreich und den Niederlanden seien die Frequenzen bereits neu aufgeteilt worden, das müsse auch in Deutschland möglich sein." dpa , aus welt 05.09.05

man sollte erstmal in der lage sein sein hörerpotential mit den vorhandenen resourcen bzw frequenzen optimal auszuschöpfen. wenn dann erkennbarer handlungsbedarf zu sehen ist,kann man solche forderungen - für den eigenen vorteil - durchaus fordern.

Antworten:

Aus der Sicht von Herrn Elitz ist die Forderung durchaus verständlich und nachvollziehbar. Wenngleich eine Neuordnung für eine Steigerung der Quote von "fast nicht meßbar" auf "gerade so über der Grasnarbe" doch ziemlich überzogen wäre. DKULTUR und DLF haben schließlich nicht so wenig Hörer, weil sie kaum zu empfangen sind sondern vorwiegend deshalb, weil die Hörer im großen und ganzen offenbar lieber Dudelfunk als intellektuelle Unterhaltung in ihr Radio holen...



von RadioNORD - am 05.09.2005 04:02
Hat er das nicht schon vor ein paar Wochen gefordert und hier ging darüber eine lange Diskussion los?

An wen genau richtet sich denn die Forderung? Vielleicht redet Herr Elitz ja mal mit seinen Kollegen vom Deutschlandfunk und von der ARD, wie man zu sinnvollen Reformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kommt. Nur in diesem Zuge ließe sich eine realistische Frequenzreform vornehmen.



von Grenzwelle - am 05.09.2005 06:03
Ich habs im ARD TEXT gelesen. Deswegen will ich dem Mann noch 'ne e-mail schreiben. Er hat kritisert das die Privaten auf mehreren Frequenzen zu hören seien. D-Radio z.T. aber auf keinen. Wie wir wissen sind es nicht hauptsächlich die Privaten, sondern vielmehr die Landesrundfunkanstalten die "Extrem Frequenzblocking " betreiben. (Grüsse nach NRW)



von Nordi - am 05.09.2005 06:07
Grenzwelle schrieb:
Zitat

Hat er das nicht schon vor ein paar Wochen gefordert und hier ging darüber eine lange Diskussion los?

Ja. Hier und in den radioforen. Ich dachte schon, ich hätte ein Déjà vu... :D



von Sebastian Dohrmann - am 05.09.2005 06:17
Zitat

Er hat kritisert das die Privaten auf mehreren Frequenzen zu hören seien.


Naja, solange Elitz auf einem Auge blind ist, was die derzeitige Frequenzverteilung angeht, kann man ihm nur viel Glück bei seinem Vorhaben wünschen. :)

Wenn ich mal eine Prognose wagen darf: Innerhalb der nächsten vier Jahre wird es eine Reform des bundesweiten Hörfunks geben, aber anders als es sich Herr Elitz vorstellt.



von Grenzwelle - am 05.09.2005 06:42
Ich befürworte ausdrücklich eine Neuordnung der Frequenzen.

Wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, dann bitte vernünftige und effiziente Lösungen. Und das wird nur dann der Fall sein, wenn wir mit am Tisch sitzen, sonst gibt das wieder nur "Kraut und Rüben".

von WellenJäger - am 05.09.2005 07:04
Laut einem Bericht in der Sendung "Markt und Medien" im DLF am Samstag sollen Regelungen über die bundesweite Lizenzierung von Privatsendern in den Rundfunkstaatsvertrag aufgenommen werden. Einige Länder wollen bei dieser Gelegenheit jedoch auch das ungenehmigte Übersenden von Landesgrenzen unterbinden. Das heißt dann zukünftig: Kein SWR 3 in Düsseldorf und kein WDR in Wiefelstede.

Ingo

von Ingo-GL - am 05.09.2005 07:36
Ingo-GL: So ein Kleinstaatendenken im 21. jahrhundert, es ist unglaublich.
Wenn es dann auch noch erklärtes Ziel sein soll, den Empfang aus Nachbarländern "zu unterbinden": Das schlägt echt dem Faß den Boden aus. Die entsprechenden herren sollten mal zu einer Hirnuntersuchung geladen werden! (wegen mir kann der Herr Elitz auch gleich dazu geladen werden, der mit seinen Frequenzforderungen auch nur eigennützig denkt, und das, obwohl er mit seinem DLR über die leistungsstärksten AM-Frequenzen (MW, LW) verfügt, die es in deutschen Landen gibt.)

von PeterSchwarz - am 05.09.2005 08:56
Ich denke, dass man in Aussicht auf die kommende Abschaltung der UKW-Frequenzen nicht mehr allzu viel Mühe in eine (grundsätzlich aber dringend erforderliche) Neuordnung stecken sollte. Es ist tatsächlich kaum noch Platz (wem sag ich das!) und, das tut mir, genau so wie Peter weh, von einem großzügigen Overspill müssen wir uns langfristig verabschieden (siehe Thread von Hybrid, SWR3 in Düsseldorf). Die Mühe von Herrn Elitz ist meines Erartens vergebens, da zum einen das analoge UKW-Band leider in absehbarer Zeit tot ist und zweitens gibt es bereits marktreife Alternativen, womit ich DAB und DRM meine. Leider üben sich alle, an einem Erfolg der beiden genannten Übertragungsarten Beteiligten in geradezu natürlicher Zurückhaltung, doch das MUSS sich schleunigst ändern, da wird sonst eine PodCasting-Nation werden und das Medium Radio untergehen wird...

Wenn ich widerum sehe, wie man die DAB-Ensembles koordiniert, wird mir schlecht - als Beispiel die Doppelbelegung von 12A seitens B-Flandern und Rheinland-Pfalz. Genauso kann man ein Overspill gezielt unterbinden... *aua*

von (gesperrt) - am 05.09.2005 09:10
Neuordnung und Overspill lassen nicht meiner Ansicht nach nicht ausschließen, man sie sogar effektiv nutzen z. B. für überregionale, bundesweite Programme wie DLF und DLR Kultur.

Ich bin mir sicher, wenn wir uns eine Woche lang zusammensetzen, haben wir mehr auf dem Tisch als die eigentlich Verantworlichen. Reden kann man viel, Taten müssen her: Vorschläge, vernünftige und zugleich effiziente Frequenz und Belegungspläne. Gleichwellen sollten im RDS-Zeitalter kein Hindernis sein wie das Ausland es vorbildlich vormacht.

Ebenso müssen übertriebene Schutzabstände und praxisferne Koordinierungsregeln endlich der Vergangenheit angehören. Ebenso die "100-kHz-Daneben-Zufunzelei".

Wenn man das richtig anpackt und ich denke, wir können das mit unserer Praxiserfahrung noch am besten, dann ist es überhaupt kein Problem, mit einer Neuordnung Störungen beseitigen und zugleich neue Vielfalt und Empfangbarket zu schaffen. Davon bin ich fest überzeugt.

von WellenJäger - am 05.09.2005 09:49
Ich glaube, wir würden uns daran die Zähne ausbeißen, denn es ist halt leider ein Unterschied, was technisch/praktisch am Besten wäre und was die vielen Beteiligten sich gegenseitig an Kompromissen zugestehen. Ich glaube, wir würden nach einer Woche entnervt das Handtuch werfen und die Beteiligten ihren Kleinkrieg selber austragen lassen.... :D

Aber mal im Ernst: UKW dürfte noch lange nicht tot sein, so wie ich die Sache sehe, hat UKW in jedem Fall noch bis weit jenseits von 2010 Relevanz. Eine Neuordnung wäre also sicher eine gute Idee. Allerdings müsste sie zügig durchgezogen werden (sowohl die Planung als auch die Realisierung), damit sich das ansatzweise noch rentiert. Denn damit sind sicher auch immense Kosten verbunden, die sich für irgendwen auch wieder rechnen müssen. Weder die diversen ARD-Anstalten noch die etablierten Privatsender haben einen Vorteil von einer Neuordnung, letztendlich haben v.a. das DRadio und neue Privatanbieter etwas davon. Die Frage ist also: wer bezahlt diese "Zerobase" dann?

Und dann frage ich mich, wie so etwas technisch aussehen soll? Was wird denn passieren? Man wird vermutlich die starken Senderstandorte und ihre Frequenzen so belassen, denn daran ist wohl nicht viel zu rütteln. Vermutlich verpasst man einigen Frequenzen deftige Einzüge, damit man noch möglichst viele Funzeln neu koordinieren kann, wo derzeit nichts möglich ist. Dann wird man vermutlich einige Kleinsender und Füllsender verlagern oder deren Frequenzen anpassen (bevorzugt nahe an den Großsenderfrequenzen), sodass potenzielle weitreichend freie Frequenzen nicht durch diese Kleinsender blockiert werden. Dann kann man evtl. auch wieder Frequenzen im 1-5kW-Bereich dazu koordinieren. Das ist in der Theorie dann alles sicherlich sehr fein, aber in der Praxis? Was das an Antennenumbaumaßnahmen etc. nach sich zieht, ist doch immens...

Ich denke also, es wird wohl eher so laufen, wie wir das kleinräumig im Saarland und zuletzt in Hessen hatten (also einfach eine Umverteilung existierender Frequenzen).



von Habakukk - am 05.09.2005 10:31
Auf jeden Fall sollte die die DLF-Funzel in Augsburg mal kippen, langt ja auch schon eine Versetzung von 101,5 auf 101,4 oder 101,6. Dann wäre DLF erträglicher und DRS1 trotzdem empfangbar.



von Bengelbenny - am 05.09.2005 10:36
Denk ich weniger mit der 101,3 bei dieser Wahninnsreichweite von DLF. Die geht keine 15 Kilometer weit.

Und Gelbelsee geht zumindest in meiner Ecke von Augsburg nicht.
Wenn dann DRS1 oder DLF.



von Bengelbenny - am 05.09.2005 10:44
WellenJäger schrieb:
Zitat

Neuordnung und Overspill lassen nicht meiner Ansicht nach nicht ausschließen, man sie sogar effektiv nutzen z. B. für überregionale, bundesweite Programme wie DLF und DLR Kultur.

Richtig, denn HF / Funkwellen machen, was sie wollen... Im krassen Gegensatz dazu befinden sich aber in den Köpfen der Verantwortlichen immer noch Stracheldraht-Zäune an den Landes- und Bundesgrenzen. Und solange dieses ziemlich konservative und sture Denken nicht aufhört, lohnt sich keine Mühe, über eine Neuordnung nachzudenken.
Die Ordnung des ÖffentlichRechtlichen Rundfunks in Deutschland entstand in den Jahren kurz nach dem Krieg und noch heute beharren wir darauf ? Das kann doch einfach nicht wahr sein!
Wissen die Verantwortlichen denn nicht, dass sie durch die Koordinierung von kleinen, leistungsschwachen Frequenzen nicht nur Gebühren verschwenden (die man z.B. in den Aufbau eines modernen DAB / DRM-Netzwerkes hätte investieren können!), sondern auch den Hörgenuss nicht fördern. Ich hasse Einzelbeispiele, deshalb führe ich jetzt nicht noch Beispiele auf - jeder wird mindestens 1 davon kennen... Über die Qualität oder den Sinn des DLR brauchen wir auch nicht spekulieren!

von (gesperrt) - am 05.09.2005 11:03
>>Und dann frage ich mich, wie so etwas technisch aussehen soll?

Komplette Räumung des Bereiches 87,6-88,4 sowie 88,5-89,3 . Im Bereich 87,6-88,4 wird der DLF angesiedelt, im Bereich 88,5-89,3 DKULTUR. Das auf die bundesweit besten (auch bundesländerübergreifenden) 12 Großsenderstandorte (z.B. Bungsberg, Steinkimmen, Helpterberg,Nordhelle, Brocken, Berlin-Alex, Dresden, Kreuzberg, Gr. Feldberg, Brotjacklriegel, Hornisgrinde, Grünten) verteilt, der Rest über Funzeln im gleichen Frequenzbereich.

Die bisher auf diesen Frequenzen sendenden Programme müssen entweder auf die ca. 300 bisherigen DLF/DLRK-Frequenzen oder man macht Komplett-Zerobase bis 108MHz.

Ach, was red' ich. Bleibt eh ein Wunschtraum.



von Channel Master - am 05.09.2005 13:11
Leute, täuscht euch da mal nicht. Wenn tatsächlich eine Neuordnung durch kommt, wird es z.B. annähernd sicher zu Einzügen an diversen Standorten kommen. Und mit 100 W gen Nord kommt auch SWR3 nicht mehr bis Köln durch, wenn dort eine Stadtfunzel auf 94,7 läuft. Kreuzberg, Brocken, Bungsberg, Berkenthin, HD-Königstuhl, Hardberg, Meißner usw. sind andere Opfer. Einzüge sind da ganz schnell realisiert, schließlich stehen sie praktisch auf der Grenze. Und dann war es das mit dem HR in Karlsruhe, mit dem BR in Fulda/Bad Hersfeld, mit Regenbogen in Darmstadt, mit Delta in Rostock/Schwerin, mit Radio Hamburg in Neumünster, mit SAW in Hannover usw.

von -Ole- - am 05.09.2005 13:25
''Komplette Räumung des Bereiches 87,6-88,4 sowie 88,5-89,3 . Im Bereich 87,6-88,4 wird der DLF angesiedelt, im Bereich 88,5-89,3 DKULTUR. Das auf die bundesweit besten (auch bundesländerübergreifenden) 12 Großsenderstandorte (z.B. Bungsberg, Steinkimmen, Helpterberg,Nordhelle, Brocken, Berlin-Alex, Dresden, Kreuzberg, Gr. Feldberg, Brotjacklriegel, Hornisgrinde, Grünten) verteilt, der Rest über Funzeln im gleichen Frequenzbereich.''

Sorry, aber das ist Unsinn. Man kann nichtmal eben bundesweit die Grundnetzsender auf diese Weise neu koordinieren, ohne eine Wellenkonferenz für ganz Europa zu machen.

Alle realisierten Zerobase-Projekte benutzten die vorhandenen Resourcen allenfalls mit leichten QTH- und Diagrammänderungen. Auch wenn dies ein Laienforum ist, sollte man doch bei halbwegs realistischen Vorschlägen bleiben.



von Grenzwelle - am 05.09.2005 13:26
@ Grenzwelle:
Zitat

Innerhalb der nächsten vier Jahre wird es eine Reform des bundesweiten Hörfunks geben, aber anders als es sich Herr Elitz vorstellt.


Gleich welcher Art denn....?


Bisweilen glaub ich nicht unbedingt daran, das sich am sog. Overspill auf UKW viel ändern wird: Schliesslich befinden sich mehr oder weniger alle ARD- Anstalten in einer Art Konkurrenz untereinander. Und jeder Hörer auch ausserhalb des Sendegebietes zählt für die Werbung = Zaster.
Man wird sich schön bedanken, wenn es plötzlich hiesse, das SWR3 nicht mehr in grossen Teilen NRWs zu hören wäre. Auch der Hinweis auf den ARD- Radiotransponder hilft nicht viel. Denn seien wir ehrlich: die meisten Leute hören Radio im Auto, auf der Arbeit und allenfalls im Küchenbrüllwürfel. Radio via Sat war und wird immer ein Nieschendasein führen...



von HAL9000 - am 05.09.2005 14:06
Die großen Grundnetzsender müssen natürlich so bleiben wie sie sind, sonst müsste man ganz Europa neuordnen. Man muss den Funzeltopf überdenken und gegebenenfalls neu koordinieren.

Zitat

was die vielen Beteiligten sich gegenseitig an Kompromissen zugestehen.

Diese hätten dann nichts mehr zu melden, weil die Frequenzen komplett neu zugeteilt werden und das vollkommen gerecht. Danach hat keiner Nachteile zu befürchten, ganz im Gegenteil, der Empfang wird verbessert und alle Beteiligten würden zufriedener sein als zuvor. Es würde mit praxisnahen Regeln gearbeitet und Schutzabstände würden individuell berücksichtigt und nicht so wie es in Genf geschehen ist theoretisch.

Es gibt Dinge, da ist es besser, wenn nur wenige kompetente und vernünftige praxisnahe Leute am Tisch sitzen und dann eine ideale Lösung finden, an der im Nachinein alle betroffenen Sender gut dastehen.

Zitat

Denn damit sind sicher auch immense Kosten verbunden

Kostenlos würde zumindest ich nicht am Tisch sitzen wollen, aber mit uns würde es schnell und kostengünstig gehen.

von WellenJäger - am 05.09.2005 14:07
Wie sieht das Ganze denn rechtlich aus? Ich gehe mal davon aus, so eine Neuordnung wird nicht freiwillig verlaufen (es möchte ja jeder Etablierte seine Besitztümer wahren). Also wird es wohl "von oben" verordnet werden müssen. Nun ist aber doch Rundfunk letztendlich Ländersache - abgestimmt wird in Frequenzfragen natürlich mit anderen (Bundes-)ländern und die RegTp resp BNetzA ist da als verwaltende Behörde bundesweit tätig, aber "Eigentümer" dieser Frequenzen sind doch letztendlich die einzelnen Länder, die sie dann an ihre Landesmedienanstalten oder die einzelne ARD-Anstalt vergeben, aber es gibt keine bundesweite Behörde oder Organisation, die sozusagen über alle koordinierten UKW-Frequenzen verfügen darf. Wer also geht her und nimmt den Ländern/Anstalten sozusagen die Frequenzen weg, um sie in einer bundesweiten Neuordnung wieder auf die Länder zu verteilen? Wer darf das? Mit welcher rechtlichen Begründung? Oder benötigt man dann tatsächlich das Einverständnis aller "Frequenz-Besitzer"? Das könnte eine langwierige Angelegenheit sein. Warum sollte ein BR mit dicker Frequenzaussatttung an einer Zerobase interessiert sein? Er schafft sich damit doch nur eine verschärfte Konkurrenzsituation.

Und wenn ich mir ansehe, wie schwer selbst die kleinste Funzel mit Nachbarländern abzustimmen ist, ist mir völlig klar, dass an den Grundnetzsendern bis auf wenige Ausnahmen vielleicht im Zentrum Deutschlands nichts zu rütteln ist. Wendelstein-Frequenzen im Kilowatt-Bereich z.B. werden sich auch noch so gerichtet keine mehr neu finden lassen, das würde mich sehr wundern.

Also: dann hat man aber im Schnitt 6-7 Grundnetzsenderfrequenzen, die man aber auf tlw. 8-10 Programme verteilen müsste. Dann müsste man also schon ein wenig jonglieren und im Schnitt bei nahezu jeder Senderkette 1-2 fehlende Grundnetzsender durch eine Reihe an Füllsendern ausgleichen. Das dürfte nicht so ohne sein, da Grundnetzsender oftmals auch weit entfernte Regionen alleine versorgen, an die man gar nicht denkt. Ich glaube, so trivial wäre das ganze gar nicht und vieles würde sich erst in der Praxis zeigen.



von Habakukk - am 05.09.2005 14:29
@ Andalus:

Rechtlich sieht das Ganze so aus, dass sich alle 16 Bundesländer einigen müssen. Eine übergeordnete Bundes-Behörde gibt es dafür nicht.

Theoretisch braucht man nicht das Einverständnis aller Frequenz-Inhaber, um eine Neuregelung zu erreichen. Eine Einigung aller Länder untereinander würde genügen.
Im Extremfall wäre es für eine Landesregierung ein Leichtes den gültigen Staatsvertrag mit ihrer Landesrundfunkanstalt fristgerecht zu kündigen (gab's schon aus anderen Gründen beim NDR 1979/80), um anschl. die Frequenzen in ihrem Bundesland neu zu vergeben. Genauso kann jedes Land den gemeinsamen D-Radio Staatsvertrag kündigen und eine Landesmedienanstalt kann Lizensen nicht mehr verlängern (wird hier in BaWü immer wieder getan), um die Frequenzen neu zuzuteilen.
Rechtlich gesehen sitzt also immer das Land - und dabei jedes für sich - am längeren Hebel, wenn es um die Verwendung international koordinierter Frequenzen geht.

Praktisch wird es aber so sein, dass ohne Einbeziehung aller Beteiligten (Länder, ARD-Landesrundfunkanstalten, D-Radio, Landesmedienanstalten) eine Lösung überhaupt nicht vorstellbar ist. So mal eben die eigene ARD-Anstalt aufzulösen oder populäre Privatprogramme einzustellen, werden sich die Politiker gut überlegen. Schließlich wollen sie wiedergewählt werden.

Um tatsächlich zu einer Neuordnung zu kommen, müssten sich - wie schon geschrieben - alle Länder auf eine gemeinsame Lösung einigen und einen Staatsvertrag abschließen.

Genauso war es auch bei der Überführung von DLF, RIAS und DS Kultur zum neugegründeten D-Radio. Nur haben die 16 Länder in diesem Staatsvertrag die Frage der Frequenz-Versorgung "vergessen" zu regeln, weil man sich auch damals schon nicht einig war. Bayern und BaWü haben sogar einen Vorbehalt in den Staatsvertrag einbringen lassen, dass in ihren Ländern nur dann Frequenzen an das D-Radio vergeben werden, wenn diese nicht auch von eigenen Landesprogrammen benötigt werden.

Aus dieser Erfahrung heraus glaube ich nicht an "den großen Wurf". Eher wird das UKW-Band abgeschaltet. Abgesehen von regionalen Verbesserungen (Saarland 2003, Hessen 2005) wird es meiner Meinung nach überwiegend beim Status Quo bleiben.

von Manager. - am 05.09.2005 15:48
UKW-Band neuordnen? JA, aber für DRM 120 statt für FM.

Da die Digitalisierung ohnehin nicht mehr zu vermeiden ist, sollte man erst mal eine UKW-gemäße Spezifikation für DRM 120 verabschieden mit genügend Datenrate (also CD-Qualität) und anschließend die Sender von FM auf DRM umstellen. Da neue Radiogeräte dann sowohl FM wie auch DRM und DRM 120 verstehen, müssen die Sender nicht mal gleichzeitig umgestellt werden.

Das UKW-Band mit den vielen Funzeln auf Einzelfrequenzen ist aus Sicht der Lokalsender doch ohnehin besser als DAB. DAB könnte dann für landes- und bundesweite Programme reserviert bleiben, eventuell sogar mit einem bundeseinheitlichen Frequenzblock für DLF, Truckradio und andere.

Die Entscheidung, was mit dem UKW-Band 2 geschehen soll, muss aber heute gefällt werden und nicht erst kurz vor der Abschaltung der FM-Sender. Denn sonst gibt es das gleiche Problem wie bei DAB: Es gibt ein neues System, aber keine Geräte dafür.

Gruß Manfred



von Manfred Z - am 05.09.2005 16:56
Der Wellenplan entstand damals für 3-4 Senderketten. Alles, was danach neu gestartet wurde, ist irgendwie reingequetscht worden.
Daher wär schon lang mal ein Zerobase fällig.
Natürlich wäre das in Deutschland schon aus topographischen Gründen anspruchsvoller als in Holland, wo man im Prinzip mit einem Zirkel einen kreis um einen rundstrahlenden Sender ziehen kann, um die Reichweite zu ermitteln.
Ausserdem wird Deutschland irgendwann mal an seinem Föderalismus ersticken.

Eine neue Frequenzplanung wär eigentlich mal eine Herkulesaufgabe für eine neue europäische Behörde.
Die meiste Zeit wird aber auch hier nicht für die technische Seite der Planung draufgehen, sondern für die politische.
Und Politik, das können solche Leute wie der Herr Elitz sehr gut, bis zum Exzess, wenn es sein muß!

von PeterSchwarz - am 05.09.2005 17:07
Zitat

Rechtlich gesehen sitzt also immer das Land - und dabei jedes für sich - am längeren Hebel, wenn es um die Verwendung international koordinierter Frequenzen geht.


Naja. Bin kein Jurist, aber das BVerfG war bei einigen Versuchen einiger Politiker schnell dabei. Würden der ARD größere Frequenzen nur "einfach so" weggenommen, könnte ich mir gut vorstellen, dass man darin eine Verletzung der Rundfunkfreiheit sieht. Schließlich gibt es immer irgendwo Versorgungslöcher - und da wird man im Zweifelsfall mit 20 Meßwagen durch die Lande ziehen, um die zu ermitteln.

von -Ole- - am 05.09.2005 17:27
------
Einige Länder wollen bei dieser Gelegenheit jedoch auch das ungenehmigte Übersenden von Landesgrenzen unterbinden.
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??? Warum ungenehmingt? Die Frequenzen wurden in den Wellenplänen, bzw. Ergänzungen immer regulär koordiniert, so auch die 94,6. Wenn also eine 96,3, natürlich Bayern3 vom Kreuzberg, auch in Nordhessen empfangbar ist was ist daran illegal. U. a. Bayern3 also in den Kreis von Piraten zu rücken geht nach meiner Meinung entschieden zu weit, man vergißt vollkommen daß damit sicherlich auch eigenes Porzellan zerschlagen wird. Dabei lasse ich mal außen vor, daß der Overspill, ausdürcklich auch der mdr oder wer hier sonst auch genannt wurde (...), immer eine Bereicherung darstellt.
Es bleibt der Eindruck daß es hier ausschließlich um Macht geht die rücksichtslos durchgesetzt werden soll. Hätte man einen echten Konsens gefunden könnte man auch wie oben genannt viele Blockaden aufgeben, mehr braucht man hier dazu nicht mehr auszufürhen.
Ein Stück weit "Deutschland im Herbst"...

von Thomas (Metal) - am 05.09.2005 19:44
@ Grenzwelle

>>''Komplette Räumung des Bereiches 87,6-88,4 sowie 88,5-89,3 . Im Bereich 87,6-88,4 wird der DLF angesiedelt, im Bereich 88,5-89,3 DKULTUR. Das auf die bundesweit besten (auch bundesländerübergreifenden) 12 Großsenderstandorte (z.B. Bungsberg, Steinkimmen, Helpterberg,Nordhelle, Brocken, Berlin-Alex, Dresden, Kreuzberg, Gr. Feldberg, Brotjacklriegel, Hornisgrinde, Grünten) verteilt, der Rest über Funzeln im gleichen Frequenzbereich.''

>>Sorry, aber das ist Unsinn. Man kann nichtmal eben bundesweit die Grundnetzsender auf diese Weise neu koordinieren, ohne eine Wellenkonferenz für ganz Europa zu machen.

>>Alle realisierten Zerobase-Projekte benutzten die vorhandenen Resourcen allenfalls mit leichten QTH- und Diagrammänderungen. Auch wenn dies ein Laienforum ist, sollte man doch bei halbwegs realistischen Vorschlägen bleiben.

Du denkst zu kurzsichtig. In jedem näheren Umfeld der o.g. Sender werden sich Frequenzen befinden, auf denen zur Zeit gesendet wird. Diese werden natürlich auch frei. Klar, dass dann die 87,6 von der Sackpfeife auf die Nordhelle oder den Feldberg wandert. Inwieweit das noch als "leichte" QTH-Änderung zu bezeichnen ist, vermag ich jetzt allerdings nicht zu sagen. Zur Not muss halt auf einer Wellenkonferenz die theoretische Frequenzlandschaft nach dem Zerobase mit dem Ausland abgestimmt werden. Aber man sollte langsam damit beginnen, wenn man das bis 2010 durchführen möchte.



von Channel Master - am 05.09.2005 20:57
Bei DAB hat man das generelle Übersenden der Landesgrenzen schon erfolgreich verhindert.

Eine europäische Neukoordinierung der UKW-Frequenzen würde sicherlich 5 Jahre brauchen. Und die Digitalisierer und die Konservativen müsste sich einigen. Nein, es braucht mehr als 5 Jahre.

Ingo

von Ingo-GL - am 05.09.2005 21:18
@Channel Master

Okay, Du willst die bestehenden QRGs und QTHs im Prinzip weiterverwenden. Das ging aus deinem ersten Text aber nicht so recht hervor. So wie Du es meinst, ist es natürlich kein Unsinn! :)

Ich bezweifle aber, dass man Schwergewichte wie die 100kW 87,6 von der Sackpfeife so weit verziehen kann, wie du es vorhast. Das wäre sicher mit starken Einzügen und/oder Leistungsreduzierung verbunden. Ich würde erstmal versuchen, die Grundnetzsender weitgehend an ihren QTHs zu belassen.



von Grenzwelle - am 05.09.2005 21:18
Ich dachte, mit "kompletter Räumung" wäre das klar gewesen. Wir lassen die 87,6 doch nicht einfach unter den Tisch fallen.:-)

Richtung NL und B wären Einzüge vermutlich nötig, das ist richtig. Aber Richtung N, O und S könnten die 100kW voll gefahren werden.

Die DLR-Sender wurden ja zum Beginn der UKW-Ausstrahlungen so platziert, dass das angrenzende Ausland mitversogt wurde. Von dieser Strategie müsste man sich dann wohl verabschieden.



von Channel Master - am 05.09.2005 21:41
der Weg von Channel Master wird aber wohl auch nicht alle Lücken des DLF/DRK schließen . Eine andere Möglichkeit wäre:
-man denkt sich alle funzeln

von Onabi - am 06.09.2005 07:40
''-man denkt sich alle funzeln

von Grenzwelle - am 06.09.2005 08:01
Ich würde mal sagen, der 4kW Sender in Mannheim ist im Grunde wirklich eine Funzel, denn der schaffts ja nicht mal ordentlich ins nahegelegene Heidelberg. Umgekehrt würde ich den 40Watt-Sender vom Untersberg hier im Süden schon fast als Grundnetzsender ansehen. Er deckt im Endeffekt ein ähnlich großes Gebiet ab wie der benachbarte 5kW-Sender vom Hochberg bei Traunstein. Das ist definitiv keine Funzel mehr.

Insbesondere in grenznahen Gebieten wird man wohl nicht mal an den Funzeln großartig viel ändern können, fürchte ich, das würde sonst schnell ausarten in übelster jahrelanger Rumkoordinierei mit den ausländischen Behörden.



von Habakukk - am 06.09.2005 08:09
@jkr:
Der geht bei mir auch noch... Mein letztes bisschen Analog-ARD!!!



von Habakukk - am 06.09.2005 08:22
@ Grenzwelle: Deine Aussage zu den 1 kW-Sendern mit gutem Standort ist richtig. Man betrachte mal nur die 1 kW-Sender vom Berliner Fernsehturm! Sie gehen trotz schwierigem Gelände (städtische Bebauung) in der Stadt ausreichend gut, werden maximal von undichten Kabelnetzen gestört. Wozu muß ein ZWOBOT in NWM Berliner Sender hören? Wenn es geht - okay! Aber extra so planen würde ich nicht.

Ich selbst sehe den Trend bei einer kompletten Neukoordinierung nicht zu Großsendern mit viel Leistung und Einzügen, um das Sendegebiet zu limitieren. Der Wunsch der Rundfunkverantwortlichen nach einer sauberen Aufteilung des Werbemarktes mit möglichst wenig Overspill in angrenzende Bundesländer wird eher zu mehr Sendern der Größenordnung 1 - 10 kW führen. Besonders in Grenznähe zu unseren europäischen Nachbarländern sowie angrenzenden Bundesländern werden verbliebene Löcher in der Versorgung mit Sendern bis maximal 1 kW gestopft. Bei einer vernünftigen Koordinierung ist damit eine erheblich präzisere Ausleuchtung des gewünschten Sendegebietes möglich als mit Großsendern.

Außerdem werden wir uns mit Sicherheit von einer flächendeckenden Versorgung mit x Rundfunkprogrammen verabschieden müssen. Zunächst werden alle Frequenzen nach Bedürftigkeit an die öff.-rechtl. Programmanbieter vergeben, die einen gesetzlichen Versorungsauftrag haben. Hier dürfte dann auch die Versorgung für das D-Radio zufriedenstellend werden. Anschließend müßte man sehen, wie die Zuteilung an die Sender aussieht, die vor der Zerobase bereits lizensiert waren. Hier müßte dann nach meiner Rechtsauffassung eine Ausschreibung erfolgen. Das wäre dann die Gelegenheit für die verantwortliche Behörde, uns mal zu zeigen, was man unter einem abwechslungsreichen, vielfältigen Programmangebot versteht.

Damit uns der selbstauferlegte Föderlismus nicht erneut ausbremst müßte die Frequenzvergabe für die bundesweit auszustrahlenden Programme auch auf Bundesebene koordiniert werden. Damit ließe sich verhindern, daß die Landesmedienanstalten "die Perlen zurückhalten" und nur ungeliebte Frequenzen und Standorte für die bundesweit auszustrahlenden Programme vergeben. Der verbliebene Rest ist dann Ländersache und unter Absprache bei Standorten im Grenzgebiet eigenständig nach einer Ausschreibung zu vergeben.

Die Frequenzzuteilung würde ich auch nicht mehr baw. vergeben sondern prinzipiell auf z. B. 2 Jahre befristet. Nach dieser Zeit wird die Frequenz erneut ausgeschrieben und der bisherige Nutzer kann sich erneut darauf bewerben. Soll er doch zeigen, daß er ein überzeugendes Angebot vorlegen kann!



von PowerAM - am 06.09.2005 08:42
@PowerAM:

>>Der Wunsch der Rundfunkverantwortlichen nach einer sauberen Aufteilung des Werbemarktes mit möglichst wenig Overspill in angrenzende Bundesländer wird eher zu mehr Sendern der Größenordnung 1 - 10 kW führen.

Gerade darauf kann man bei DLF/DLRK verzichten, daher sind Großsender mit viel Overspill in benachbarte Bundesländer sinnvoll. DLR ist ja eh für den Werbemarkt irrelevant. Mir geht es primär darum, mit einem Minimum an Bandbreite (0,9Mhz pro Programm) ein bundesweites Netzwerk zu stricken. Man gewinnt ja dadurch eine Menge an bisherigen DLF/DLRK-Funzeln, die man dann für die regionalen Sender nutzen kann / muss. Allein das würde schon teilweise auf weniger Overspill der Landessender hinauslaufen.



von Channel Master - am 06.09.2005 09:14
Pressemitteilung 06.09.2005
Bessere UKW-Ausstrahlung für Deutschlandradio

Privatisierung der Sendernetze kein Weg zur Frquenzoptimierung



Deutschlandradio sieht in der Privatisierung der analogen und digitalen Sendernetze in Deutschland keinen Erfolg versprechenden Weg für eine Optimierung der Frequenz-Versorgung. Ein Wechsel in der Trägerschaft der Netze ändere nichts an der bestehenden unökonomischen Frequenzverteilung. Diese zu optimieren und den veränderten technischen und medienpolitischen Voraussetzungen anzupassen, sagte Deutschlandradio-Intendant Ernst Elitz in Köln, wäre eine staatliche Aufgabe, die nur im Zusammenwirken von Bund und Ländern lösbar sei und nicht kommerziellen Interessen überantwortet werden sollte.

Dabei sei zu berücksichtigen, dass die privaten Programme ihre Angebote in einigen Ländern schon jetzt wegen marginaler regionaler Auseinanderschaltungen mit starker Kilowatt-Leistungen parallel ausstrahlen oder wie in Nordrhein-Westfalen über beträchtliche ungenutzte Empfangsmöglichkapazitäten verfügen.

Nach einer Analyse seiner potenziellen Hörerschaften könne Deutschlandradio bei einer angemessenen, den privaten und anderen öffentlich-rechtlichen Veranstaltern vergleichbaren Frequenzausstattung im UKW-Bereich seine regelmäßige Hörerschaft von acht Millionen und seine tägliche Hörerschaft von 1,5 Millionen Nutzern nahezu verdoppeln. Dass ein starkes öffentliches Interesse an den beiden werbefreien Informations- und Kulturprogrammen - Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur -bestünde, beweise die positive Marktanteilsentwicklung, so Elitz weiter. Der Deutschlandfunk hatte bei der letzten Media-Analyse einen Zuwachs von zehn Prozent der Hörerschaft erreicht.


---> http://www.dradio.de/wir/presse/415450/

von Manager. - am 06.09.2005 20:57
Tse, tse, tse
Die Presseabteilung des Deutschlandradio hat den Dr. in Literatur und Germanistik ?

Was sind "Empfangsmöglichkapazitäten" ??? :joke:

von FM100 - am 07.09.2005 08:40
Eher traurig, wenn man als Sprachwissenschaftler und Germanist genötigt wird, solche nichtssagenden Worthülsen zu produzieren.

von PeterSchwarz - am 07.09.2005 14:05
Habe ich in Sachen "Privatisierung der Sendernetze" etwas verpaßt?

Aber interessante Idee - allerdings frage ich mich, warum z.B. die ARD ihre Sendernetzabteilungen nicht irgendwo zusammenlegt. Sind die zu stark lokal integriert? Als "externes" Dienstleistungszentrum könnte man westdeutschlandweit diese Aufgaben doch alle in einer Stelle zusammenfassen.

von -Ole- - am 07.09.2005 14:47
Richtig Ole!

Das ist doch der Hammer, die Privatisierung der Sendernetze!
Deswegen hat sich Herr Elitz vom DRadio auch zu dieser Pressemitteilung hinreissen lassen! Er will da wohl noch rechtzeitig ein Bein zwischen die Tür bekommen!


Die Privatisierung muss dann ja von der BNetzA derzeit intensiv diskutiert werden! Bei Mobilfunk und so kann man sich das ja gut vorstellen, aber bei UKW; MW, LW, KW?

Hat das einer verfolgt!
Wie macht das Ausland das?

von FM100 - am 07.09.2005 16:06
Unabhängig wer eine Frequenz nutzt, kann ja zukünftig die Verwaltung der Frequenzen privatrechtlich von statten gehen!

Szenario: Neuer will senden! BNetzA sagt Frequenz 87.5 - 108.0 ist frei!-> Nun biete mal, Du Neuer!
Der Neue macht ein Gutachten, es stellt fest: Funzel ist frei!
Neuer sagt zu jeweiligem : Nein! Da erreiche ich doch zu wenige Werbekunden!

Wo ist der Unterschied zu vorher ???

von FM100 - am 07.09.2005 21:30
Und noch 'ne PM zum Thema:

Deutschlandradio-Hörfunkrat fordert Neuordnung der Frequenzlandschaft
Hörfunkratsvorsitzender Enderlein: "Frequenzverteilung muss an aktuelle Bedarfs- und Angebotssituation angepasst werden."



Der Hörfunkrat des Deutschlandradio hat den Intendanten Ernst Elitz aufgefordert, auf eine Neuordnung der UKW-Frequenzordnung in Deutschland hinzuwirken.
Die Verteilung der Übertragungskapazitäten, die weitgehend in den 50er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts zugewiesen wurden, sagte der Vorsitzende des Hörfunkrats Hinrich Enderlein, müsste an die aktuelle Bedarfs- und Angebotssituation angepasst werden. Programme der Landesrundfunkanstalten und der privaten Anbieter wären heute zum Teil mit Doppel- und Mehrfachversorgungen ausgestattet, während die werbefreien Grundversorgungsprogramme des nationalen Hörfunks für Information und Kultur - Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur - in vielen Regionen Deutschlands nicht oder nur schlecht zu empfangen wären.

Auf der Sitzung des Hörfunkrats hatte der Intendant des Deutschlandradio, Ernst Elitz, vorgetragen, dass die Media-Analyse für den Deutschlandfunk eine Steigerung von 10 Prozent der täglichen Hörerschaft ausgewiesen habe. Dies sei ein Beweis dafür, dass es in der deutschen Medienlandschaft "großes Interesse und Bedarf an den werbefreien Qualitätsprogrammen des Deutschlandradio" gebe. Nach regionalspezifischen Analysen könnten Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur, wenn sie mit entsprechenden Empfangskapazitäten ausgestattet wären wie die Wellen der Landesrundfunkanstalten und kommerzieller Anbieter, ihre Hörerzahlen nahezu verdoppeln. Voraussetzung wäre eine ökonomisch nachvollziehbare Verteilung der UKW-Frequenzen in Deutschland.

Der Hörfunkrat forderte den Intendanten auf, mit den Ländern in Gespräche über eine der aktuellen Bedarfslage entsprechende Neuverteilung der UKW-Kapazitäten einzutreten.


---> http://www.dradio.de/wir/presse/417394/

von Manager. - am 13.09.2005 20:28
Vielen Dank, Manager!

"...Nach regionalspezifischen Analysen könnten Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur, wenn sie mit entsprechenden Empfangskapazitäten ausgestattet wären wie die Wellen der Landesrundfunkanstalten und kommerzieller Anbieter, ihre Hörerzahlen nahezu verdoppeln...."

Genau und das wollen die Info-, Kultur-, und Klassikradios der einzelnen Bundesländer verhindern, weil eine Reichweitenvergrößerung der DRadios zu deren Lasten geht! Die mit Ihren teuren Programmen in noch größere Rechtfertigungsnöte vor Ihren Rundfunkräten und Geldgebern kämen...

von FM100 - am 14.09.2005 08:52
"Habe ich in Sachen "Privatisierung der Sendernetze" etwas verpaßt?"

Also zumindest kleinere Veranstaltungsradios und Uniradios betreiben ihre Sender teilweise selber. Diese Möglichkeit gibt es ja mittlerweile. Allerdings ist schon klar, dass die Netze eben zu 99,99% den ARD-Anstalten und T-Systems (die Bauwerke selber gehören ja einer anderen Telekom-Tochter) gehören. Man wird sich wohl als neuer Sendernetzbetreiber schwer tun, da die "guten" Standorte halt schon besetzt sind. Ich könnte mir aber vorstellen, dass diverse Mobilfunkanbieter ihre Handymasten vielleicht mal für Rundfunk zur Verfügung stellen. Oft sind die aber ja auch auf Telekom-Masten mit untergebracht.
Letztendlich wüsste ich aber nicht, wo man darin eine großartige "Privatisierung" der Netze sehen kann, denn die bestehenden Netze bleiben ja wohl bei den jeweiligen Inhabern und ob die Telekom-Sender nun neuerdings irgendeiner Tochterfirma gehören, halte ich auch nicht für relevant. Da wundert es mich schon auch, was diese Aussage bedeuten soll...

von Habakukk - am 14.09.2005 09:03
Andalus: Die Senderbetreiberfrage kann bei einer zerobase-Aktion eigentlich auch ausser Acht gelassen werden. Ein koordinierter Senderstandort darf ja in einem gewissen Bereich verschoben werden, wenn sich die Ausbreitung dadurch nicht allzusehr verändert.
So kann zB das in Aachen koordinierte Uni-Radio statt vom Lousberg aus auch vom Studentenwohnheim in der Rütscher Str. aus senden, da liegt nur 1km zwischen.
Von der Karlshöhe zum Lousberg dagegen musste umkoordiniert werden, das sind ca 5km.

von PeterSchwarz - am 14.09.2005 11:27
Die Kilometer sind dabei nicht ganz so wichtig - meines Wissens (ist bei den NL-Koordinierungen so geschrieben worden) sind 8 Kilometer schon noch erlaubt. Wichtig ist einfach, dass das theoretische Sendegebiet der Koordinierung durch die Verlagerung nicht überschritten wird. Und das ist bei der 100,1 ja der Fall, da eben jetzt viel nach Süden und Südwesten raus muss und somit auch diese Bereiche erreicht, die von der Karlshöhe durch die Antennenkonfiguration nicht erreichbar waren.
So machen es die Niederländer ja auch eigentlich mit fast allen Sendern: Fast alles aus der Zerobase war nur grob koordiniert, dafür aber mit fast nicht erreichbaren Antennenhöhen - da ist ne Verlagerung, zumal im Flachland wo sich die Topographie ja nicht entscheidend ändert, immer drin. Und bei den Lokalsendern hat man ja gleich für jede Region einen größeren Ort hergenommen und quasi alles von 104,9 bis 107,9 koordiniert. Wo dann letztendlich was ausgestrahlt wird entscheidet dann nur noch die Agentschap Telecom. So ist das Ausland raus aus der Geschichte und notwendige Verlagerungen können viel schneller durchgehen.



von Kroes - am 14.09.2005 11:42
Stimmt. Bei den ganzen Lokalsendern in Zuid-Limburg ist in der zerobase "Heerlen" eingetragen, ganz gleich, ob der Sender dann in Kerkrade steht oder in Meersen.
Das sind immerhin fast 20km Unterschied.
Auch das Antennendiagramm der 97.7 von zerobase kommt in der Praxis nicht hin.

von PeterSchwarz - am 14.09.2005 11:53
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